Wie es mir so geht. Ein Zwischenbericht

„Wird dir das alles nicht zu viel?“ „Das muss dich doch belasten?“ Fragen, die man mir in letzter Zeit öfter stellt. Aber nicht zu meinem Brot- und Butter Job, sondern zu meiner neuen mir viel wichtigeren Aufgabe als Aufklärer und Entstigmatisierer, was die Depression und insbesondere die „männliche Depression“ angeht.

Und jedes Mal muss ich enttäuschen. Es ist im Gegenteil noch fast zu wenig. Gerne wäre ich noch prominenter in den Medien, weil ich jetzt erst wieder über eine Talkshow, bei der auch ein Psychotherapeut anwesend war, gelernt habe, dass es immer noch eine große Hemmnis bei Männern gibt, sich Depressionen einzugestehen.… den ganzen Text lesen

Danke Depression, dass es dich gibt

Ist der jetzt ganz durchgeknallt? Bin ich nicht. Auch wenn das manche von mir gerne behaupten würden, um zu verhindern, dass meine Stimme noch mehr Gewicht bekommt.
Ja, ich bin meiner Depression in gewissem Sinn dankbar. Meine Frau sagte in einem TV Interview, die Krankheit habe uns in Tiefen blicken lassen, die sonst kaum jemand erreicht. Ich habe viel über mich gelernt in der Zeit in den Kliniken. Weniger durch die Therapiesitzungen als durch die Gespräche mit anderen Patienten, die bedingt durch den Zusammenbruch und die gemeinsame Leidensstrecke offener über ihre Gedanken, Ängste und Gefühle sprachen, als jemals jemand außerhalb des Refugiums Klapse.… den ganzen Text lesen

Halt doch endlich die Klappe mit deiner Depression

Ich kenne die Liste der Menschen, die das sicher gerne zu mir sagen würden. Aus meist in etwa den gleichen Gründen. Weil sie nicht wollen, dass meine Geschichte prominent wird und bleibt. Weil sie eigene Fehler nicht sehen (wollen) und deshalb jede potentielle Indikation eines Fehlverhaltens jenseits meiner eigenen Entscheidungen eher in Drohbriefen als Dialogen mündet. Aber ich merke auch ungeheuer viel positives Feedback. Lob für Inhalt wie Form meines Buchs, Lob für die öffentlichen Vorträge und Lesungen.… den ganzen Text lesen

mein 2016, zurück im Leben und neue Wege

Disclaimer: Wer sich hier erkannt fühlt und nicht namentlich genannt wurde ist, wie bei allen meinen Postings, sei es hier oder in Social Media NICHT GEMEINT. Weitere Post brauche ich wirklich nicht.

2016. Das Jahr eins nach meinem Suizidversuch. Und schon zu Beginn ein holpriger Start. Zu schnell wollte ich wieder zu perfekt sein. Das endete erst mal wieder in der Tagesklinik. Danach ein 12 wöchiger Neustart, der mich endlich wieder zurück in einen „normalen“ Arbeitsprozess brachte, zumindest was meinen Hauptberuf angeht.… den ganzen Text lesen

Rezension von: „Ich komm auf Deutschland zu“

Kennengelernt habe ich den Autoren Firas Alshater zuerst über das sicher vielen bekannte YouTube Video darüber, wie er in Berlin das Umarmungsexperiment gemacht hat und über seine ersten Eindrücke von typisch Deutschen.

Nicht nur die Botschaft des Videos sondern auch seine sympathische Art fand ich begeisternd. Als ich ihn dann auf der re:publica 2016 dank Manuela Braun (Danke Manu für die Einladung) persönlich kennenlernen durfte, bestätigte sich mein Eindruck. Ein fröhlicher, weltoffener, toleranter und hochkreativer Syrer.… den ganzen Text lesen

Warum wir alle verrückt werden sollten.

„Bin ich etwa verrückt geworden?“, fragte der Hutmacher traurig. „Ich fürchte, ja“, sagte Alice, „du bist total durchgeknallt. Aber soll ich dir ein Geheimnis verraten? Das macht die Besten aus.“

(Alice im Wunderland von Lewis Carroll)

Normal sein. Brav sein. Gefolgsam sein. Ein guter, williger, konformistischer Angestellter, der ja keine rebellischen Gedanken hat, am besten gar nicht eigenständig denkt sondern nur zum Wolle des Unternehmens.

Braver Bürger, der sich an Regeln und Gesetze hält, ohne sie zu hinterfragen, ohne zu zweifeln.… den ganzen Text lesen

Die Schere im Kopf und das Blockwartdenken

Ich schreibe nicht alles, was mir am Herzen liegt. Nicht, weil ich dafür keine Worte finden könnte. Aber weil ich weiß, dass ich bespitzelt werde, dass man sich wohl Sorgen macht, ich könnte den Finger in Wunden legen, die man lieber unter den Tisch kehren will.

Ja, das ist Zensur, sogar Zensur, die ich mir selbst auferlege. Aber mit einer Familie ist man erpressbarer als alleine. Und zudem ist es mir den ganzen Ärger nicht wert, zu erzählen, was die unliebsame Wahrheit ist.… den ganzen Text lesen

Wer macht die Regeln? Wir, oder die Wir-tschaft?

Natürlich wünschen wir uns, dass die Regeln von uns, sei es als Individuum oder als Gemeinschaft mit einem gemeinsamen (politischen) Willen gemacht und getragen werden.

Aber wenn wir genauer hinsehen, erkennen wir schnell, es ist die Wirtschaft, die mittlerweile sich selbst als Nabel der Welt versteht und am liebsten möchte, dass alles sich ihr unterordnet.

Das beginnt bei der Rolle des Arbeitnehmers. Denkt man, dass es die reine Arbeitskraft, oder noch genauer in den meisten Fällen die Lebenszeit ist, die wir an den Arbeitgeber verkaufen, so ist es mittlerweile immer mehr das ganze Leben.… den ganzen Text lesen