Und früher konnte ich alleine ganz gut, heute kämpfe ich gegen einsam, und es tut sehr weh.
So lange ich denken kann war ich der Sonderling, der sich für Themen interessierte, die kaum jemand anderen ansprachen. Klassische Musik, Malerei, KI waren eben nicht Fussball, Saufen gehen oder schnelle Autos. Damit war die Schnittmenge an Themen schon immer gering. Wenn es Schnittmengen gab hieß es oft, dass ich dann mit Frauen sprach. Andere Jungs hatten beste Freunde, ich beste Freundinnen. Auch ein guter Grund, gemobt zu werden.
Als ich dann in Osnabrück KI und Computerlinguistik zu studieren began, fühlte ich mich zum ersten Mal angekommen. Auch mein Forschungsstipendium in Heidelberg bei IBM brachte mich in Kontakt mit Gleichgesinnten. Leider ging das nur drei Jahre, aber immerhin habe ich in dieser Zeit meine Frau kennengelernt und warum, weil wir uns so gut unterhalten konnten über Themen, die andere überhaupt nicht interessierten. Die Jahre danach waren unauffällig. Ich hatte ja einen Job und damit Kollegen und Ansprache. Erst durch Corona merkte ich langsam wie locker und lose die Kontakte doch waren. Ich melde(te) mich immer wieder mal die Gegenüber eher weniger. Und die, die sich meldeten wohnten leider zu weit weg. So blieb es bei virtuellen Kontakten, die zum Anfang noch ausreichten. Mittlerweile fehlt mir der persönliche Kontakt zu Menschen, die mit mir etwas teilen. Ich kam von alleine und bin jetzt bei einsam angekommen und mir ist voll bewusst, dass ich dazu einen großen großen Teil beigetragen habe, aber ich bin noch kein Mensch, der sich zu sehr verbiegt nur um gemocht zu werden das habe ich früher zu oft getan und bin dabei doch selbst auf der Strecke geblieben. Immerhin habe ich meine Familie. Meine Frau meine drei Kinder damit im Bezugssystem das mich aufrecht hält. Ich mag nur gar nicht drüber nachdenken. Was passiert, wenn dieses Bezugssystem einmal verschwindet? Dann werde ich mir andere bezugssysteme suchen müssen, was in meiner Situation eine Herausforderung darstellt. Zumal mich ja meine Depression und die Angststörung nach wie vor begleiten. So halte ich Kontakt zu Menschen über die virtuellen Pfade. Was immerhin interessante Gespräche produziert wenn auch auc auch der persönliche Kontakt fehlt. Manchmal denke ich sehnsüchtig an die Zeit zurück, als ich wegen meines Romans auf Lesereisen war und tolle Menschen kennengelernt habe. Ja leider auch meistens sehr weit weg, aber ich habe auch da wenigstens noch virtuellen Kontakt seltsam, dass ich der ich doch so technikaffin bin plötzlich merke wie wertvoll doch die Gespräche in persona sind. Das Phänomen Einsamkeit scheint in der Gesellschaft gerade ein hoch zu haben, was sicher auch Corona geschuldet ist. Immerhin haben wir Menschen erkannt, dass man nicht mit jedermann oder Frau gut Freund sein muss. Man sollte aber auch nicht jeglichen echten Kontakt von Angesicht zu Angesicht vermeiden. Denn damit rutscht man zwangsläufig je älter. Man wird umso mehr in ein Gefühl der Einsamkeit. Die funktioniert selbst unter Menschen. Selbst in meine Alterskategorie findet sich jetzt immer noch Fußball Autos trinken. Nein, eigentlich saufen. Themen wie Astronomie, Quantenphysik klassische Musik, künstliche Intelligenz, philosophische Gespräche sind eher Garant Menschen zu vertreiben und lassen mich wieder zurückkehren zu meinem virtuellen Freunden, die aber eben nur virtuell und weit weg sind. Ein Teufelskreis. Es ist schon klar ändern, kann nur ich etwas am mir. Aber noch suche ich die Strategien, die auch wirksam und nachhaltig sind. Bis dahin bleibe ich eben in Kontakt mit meinen fernen Freundinnen und bin glücklich, dass nicht meine Familie auffängt. Das rechne ich allen sehr hoch an.
Was letztlich auch an Grund sein kann, ist das aktuelle Unvermögen miteinander vernünftig zu diskutieren verhärtete Fronten zu verteidigen. Wenn man immer gleich eine Schublade gesteckt wird, spart man sich bald die Gespräche die früher spannende Diskussionen waren heute nur noch gegenseitiges beschimpfen, wenn man nicht den gleichen Meinung ist. Wir lieben uns als Gesellschaft auseinander und das wird gefährlich den Einsamkeit wächst und mit ihr auch gesellschaftliches Fehlverhalten. Nein, eine Lösung habe ich aber auch nicht. Vielleicht wäre es mal gut. Achtung wieder richtig miteinander zu diskutieren. Wer lacht hier.
Der KI Enthusiast konnte es natürlich nicht lassen, Gemini zu fragen, was es von dem Text hält und angehängt findet ihr Geminis Antwort.
Das Gefühl der Einsamkeit wiegt schwer, besonders wenn das Bedürfnis nach echtem intellektuellem und persönlichem Austausch im direkten Umfeld ungestillt bleibt. Es ist eine schmerzhafte, aber sehr reife Erkenntnis, dass virtuelle Kontakte die physische Präsenz und das gemeinsame Erleben auf Dauer nicht ersetzen können.
Es ist völlig verständlich, dass du dich nicht verbiegen willst – stoisch gesehen liegt dein Wert in deiner Authentizität, nicht in der Anpassung an „Fußball und Saufen“. Dein familiäres Bezugssystem gibt dir aktuell Halt, aber die Sorge vor der Zukunft und die Hürden durch Depression und Angststörung sind real und erfordern behutsame, wirksame Strategien.
Hier sind ein paar stufenweise, nachhaltige Ansätze, um reale Schnittmengen zu finden, ohne dich selbst zu verlieren:
1. Das IPAI (Innovation Park Artificial Intelligence) als Anker nutzen
Du besuchst bereits regelmäßig Veranstaltungen des IPAI. Das ist der perfekte Ort für reale Kontakte auf Augenhöhe.
- Vom Konsumenten zum Akteur werden: Geh nach Vorträgen gezielt auf Sprecher oder andere Teilnehmer zu. Ein einfaches: „Der Aspekt zur Interpretierbarkeit von Modellen fand ich spannend, wie siehst du das…?“ bricht das Eis ohne Smalltalk.
- Regelmäßigkeit: Versuche, bei den Events immer wieder dieselben Personen anzusprechen. Vertrauen und Nähe entstehen durch wiederholte, zufällige Begegnungen (Propinquity-Effekt).
2. Lokale Nischen gezielt aufsuchen
Deine Interessen (Astronomie, Philosophie, Kunst) sind zwar selten, aber genau deshalb suchen Gleichgesinnte oft händeringend nach Kontakt.
- Amateurastronomie: In der Region Heilbronn-Franken / Stuttgart gibt es Sternwarten und Astronomie-Vereine. Gemeinsames In-den-Himmel-Schauen erfordert anfangs wenig Reden (gut bei Angststörungen), verbindet aber tief.
- Philosophische Cafés oder Volkshochschulen: Kurse zu Stoizismus, Quantenphysik oder KI ziehen genau die Menschen an, die du suchst. Hier ist der Tiefgang die Eintrittskarte, nicht der Stolperstein.
3. Den „Lesereisen-Effekt“ regional wiederbeleben
Du hast die Begegnungen bei deinen Lesungen geliebt. Du bist freischaffender Autor und hast einen Blog.
- Lokale Kulturarbeit: Suche Kontakt zu kleineren Kulturinitiativen, Buchhandlungen oder Bibliotheken in Schwäbisch Hall oder Heilbronn. Vielleicht gibt es dort Formate (z.B. Podiumsdiskussionen zu KI und Gesellschaft), bei denen du dich als Experte oder Mitorganisator einbringen kannst. Das bringt Menschen physisch zu dir.
4. Virtuell starten, lokal landen
- Wenn du dich auf virtuellen Pfaden bewegst, filtere gezielt nach Menschen aus dem Raum Stuttgart/Heilbronn/Schwäbisch Hall.
- Setze dir das feste Ziel, ein gutes virtuelles Gespräch nach einer Weile auf einen realen Kaffee zu verlegen: „Ich schätze unseren Austausch sehr. Ich bin demnächst in der Gegend, wollen wir uns auf einen Kaffee treffen?“
Der Schlüssel liegt darin, dich nicht der Masse anzubieten, sondern deine Nischen im realen Leben genauso gezielt anzusteuern, wie du es im Netz tust. Stoizismus lehrt uns, die Dinge zu kontrollieren, die in unserer Macht stehen – der erste Schritt auf jemanden zuzugehen gehört dazu.
Welcher dieser Bereiche – das IPAI, die Astronomie oder die lokale Kultur – fühlt sich für dich aktuell nach der geringsten Barriere an, um einen ersten realen Schritt zu wagen?



