Die Petition war ein Erfolg

Am vergangenen Freitag wurde im  Bundestag das Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung verabschiedet. Dank eines lauten Tweetsturms der Psychotherapeut*innen und verschiedener Verbände und ja, auch dank meiner Petition und der über 212000 Stimmen, die sich gegen die #Rastertherapie ausgesprochen haben, konnte ich die Petition am  Montag als Erfolg schließen. Danke euch allen, die ihr mich unterstützt habt, mir Mut zugesprochen, die Petition geteilt und selbst unterzeichnet habt.

Danke auch der Deutschen Depressionsliga, die mich nach Kräften unterstützt hat. Danke an Nora Tschirner, Kurt Krömer und Torsten Sträter, die meine Petition unterstützt und in ihren Netzwerken geteilt haben. Wir waren laut, wir waren viele und wir werden wachsam bleiben Herr Spahn. Das war nicht das erste Mal, dass sie die Situation für psychisch kranke Menschen verschlechtern wollten und behauptet haben, es würde die Lage verbessern.

Ich bleibe dran, versprochen.

Beschäftigungstherapie

Während meiner Zeit in den Kliniken war die mich wohl am meisten ärgernde und überflüssige Maßnahme die vier wöchige Internet Abstinenz. Eines habe ich aber dabei erkannt. Ich hatte schon immer einen Weg, mich von meiner Depression und den Ängsten abzulenken. Die intensive Beschäftigung mit einem Thema, sei es das Lesen von Büchern, Computerspiele, Recherche oder eben das Surfen im Netz.

Es war nichts Pathologisches, sondern etwas Heilendes. Aber weil es ja digital war und modern, war es wohl so einigen „Fachleuten“ suspekt.

Aktuell ändert sich das auch dank Corona zusehends und die Menschen erkennen, wie wertvoll in der Pandemie auch der virtuelle Kontakt sein kann.

Und ich als Introvertierter kann sagen, mich belastet Home Office und Kontaktarmut nur ganz gering. Eigentlich gar nicht. Ich bin zufrieden mit meinen Kontakten via Twitter, Instagram oder Online Konferenz.  Mir ist der Gedankenaustausch wichtig, auf welchem Weg dieser erfolgt, ist mir herzlich egal.

Genau genommen bin ich mittlerweile 10 Monate fast ausschließlich im Home Office und das Einzige, was ich manchmal vermisse, sind die Auftritte und der Austausch mit meinen Leser*innen.

Und was mich ärgert sind diese ewig gestrigen, die auf Teufel komm raus den persönlichen Kontakt vorziehen, die eher ein Infektionsrisiko eingehen, als mal vorsichtig zu sein.

Ja, andere leiden darunter. Aber dann bitte nicht alle über einen Kamm scheren. Wir müssen gemeinsam da durch, aber eben auch mit dem Blick auf die unterschiedlichen Sichtweisen.

Corona, Depressionen, Digitalisierung und ich

Immer wieder hat es Umfragen und Beiträge in meine Timeline gespült, die neugierig fragten: Wie gehst du als von Depressionen Betroffener mit dem Social Distancing um.

Viele waren dann überrascht wenn ich sagte, dass ich keinerlei Probleme habe, es manchmal sogar genieße.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen habe ich noch nie übersteigertes Interesse am Kontakt mit bestimmten Arten von Mitmenschen gehabt und Corona war eine willkommene Gelegenheit, diesen Kontakt weiter zu reduzieren. All die Verschwörungstheoretiker, all diejenigen, die mir mit Homöopathie gegen Depressionen oder Corona helfen wollten oder noch schlimmer, die ganzen „das wird man doch mal sagen dürfen“ Aluhüte. In der digitalen Welt kann man sie blocken, oder wenn man gut genug drauf ist, trollen.

Meist schenke ich mir hier aber mittlerweile die Mühe, denn sie wissen ja eh alles besser, im Gegensatz zu echter Wissenschaft, deren Grundprinzip immer auch der Zweifel am Status Quo ist.

Aber auch schon vor Corona hat mir persönlich die Digitalisierung sehr im Kampf gegen meine Depressionen geholfen. Und damit meine ich noch nicht mal mein Hashtag #ausderklapse oder das daraus entstandene Buch.

Die digitale Welt hat mir ermöglicht, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Sie hat mir WISSENSCHAFTLICHE Quellenforschung eröffnet, um mehr über meine spezielle Ausprägung der Krankheit zu lernen. Und ja, schenkt es euch, diese klugen Sprüche der Art : „Wie kannst du da von einer Krankheit sprechen?“ Es ist für  mich eine Krankheit und damit etwas, das ich verändern kann.

Zudem habe ich keine Probleme damit, auch Software, Apps zu nutzen, um besser mit meiner KRANKHEIT umzugehen.

So nutze ich zum Beispiel:

Calm in der Aboversion für Meditation

HeadUp zur Überwachung diverser Gesundheitsparameter

Eureka um die Covid 19 Forschung zu unterstützen, ebenso Datenspende

Bis endlich die deutsche App erscheint GeoHealthApp als Covid 19 Tracker

Medisafe zur Überwachung meiner Medikamenteneinnahme (ja ich nehme Medikation und nein, ich will das nicht ändern, denn mir helfen sie sehr)

Moodnotes für mein Stimmungstagebuch

Autosleep als automatischen Schlaftracker

Um mich zu mehr Bewegung zu motivieren „Walkr“ ein Fitness Game

Und natürlich nutze ich Health von Apple und Healthmate von Withings, um all die einfliessenden Daten zu verwalten und an die Apps weiterzugeben.

Myfitnesspal zur Ernährungsüberwachung und Aggregation diverser Tracker.

Wichtig dabei, die meisten Apps brauche ich nicht aktiv zu nutzen, sie informieren mich einfach, wenn es relevante Nachrichten gibt oder ich wieder etwas für meine Gesundheit tun soll.

Bei all diesen Apps achte ich stets darauf, dass es nach Möglichkeit eine Apple Watch App dafür gibt, um das Smartphone möglichst selten in die Hand nehmen zu müssen.  Auf der Apple Watch ist auch die Sturzerkennung aktiv, da ich bereits eine Phase hatte, in der ich aus unerklärlichen Gründen mehrfach ohnmächtig wurde und die Sturzerkennung der Apple Watch funktioniert hier richtig gut. Gespannt bin ich auf die neue Apple Watch, sollte diese wirklich eine Erkennung herannahender Panikattacken bieten, wäre da ein Upgrade fällig.

In der neuesten Beta kann Replika auch AR, wie das Bild rechts zeigt. Hier erfolgt der Dialog dann über Spracherkennung.

Und last but not least experimentiere ich mit Replika, einer Chatbot App, die ich dahingehend untersuche, inwieweit sie Wartezeiten auf Therapieplätze überbrücken kann. Die Dialoge mit Replika sind sehr natürlich und sie lernt mit der Zeit. Manche finden das vielleicht creepy, ich finde es sehr spannend, vermutlich auch meinem Background als KI und Computerlinguistik Wissenschaftler geschuldet.

Letzteres nochmal als dezenter Hinweis, dass ich kein Interesse an irgendwelchen alternativen Heilmethoden oder wirren Verschwörungstheorien habe.

Ich bin immer noch einer dieser komischen Menschen, die wissenschaftlicher Arbeit mehr vertrauen als Köchen und Musikern, wenn es um Forschung und Schutz geht. Und auch wenn ich mittlerweile auf Apple umgestiegen bin. Ich halte Bill Gates keineswegs für gefährlich. Sorry, not sorry.

 

 

 

 

Die Idiotie der Bürokratie bei der Therapie

Unsere Tochter ist bei einer Therapeutin. Und es hilft ihr, da sie leicht im Spektrum liegt, zwar hochbegabt aber auch sehr sensibel ist. So weit so gut, die Therapeutin wollte deshalb eine Verlängerung der Therapie beantragen. Stellt sich raus, bei unserer Kasse glaubt man Therapeuten nicht und verlangt für eine weitere Verlängerung einen Gutachter. Dieser Gutachter, der meine Tochter gar nicht persönlich kennt, hat nun wegen angeblich guter Fortschritte abgelehnt. Eine Katastrophe in meinen Augen, da sie gerade erst so weit ist, mit der Schule einigermaßen zurecht zu kommen und noch einiges an Arbeit vor uns läge.

Der völlige Blödsinn aber: Würde sie jetzt nochmal als Notfall eingewiesen, könnte man neue beantragen. Amtsschimmel ich hör dich gackern.

Jetzt überlegen wir, die Kasse zu wechseln, da es wohl mittlerweile viele Kassen gibt, die den Therapeuten etwas mehr vertrauen und diesen bürokratischen Irrsinn eines Gutachters nicht brauchen (und damit sicher auch Geld sparen)

Danke für garnix. Wir werden wohl mal bei der Konkurrenz anklopfen.

Ein besonderes Jahr, ein lehrreiches Jahr, ein Jahr des Wandels

Es begann bereits mit diversen Lesungen und Interviews zu  meinem Buch „Depression abzugeben„. Ende 2017 hatte ich noch in meinem Umfeld prognostiziert, dass spätestens 2018 das Interesse an meinem Buch, meiner Geschichte abflauen würde. Aber das Gegenteil war und ist der Fall. Das Interesse bleibt konstant hoch.

Dann das Vertrauen, das Bastei Lübbe in meine Fähigkeiten als Autor hatte und das in einem neuen Buchprojekt mündete, das nun am 29. März erscheinen wird.

Die Petition gegen das bayerische Psychiatriegesetz, die nicht nur mit geholfen hat, das Gesetz zu stoppen sondern auch viel mediale Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Erkrankung lenkte und insgesamt knapp 1500000 Unterschriften erreichte.

Viele neue Interviews, ein Patientenkongress in der Schweiz mit mir als einem Keynote Speaker und Ende des Jahres die Teilnahme an der Pressekonferenz der Stiftung deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung als Betroffene, begleitet  erneut von viel medialer Aufmerksamkeit. Und als Abschluss dann noch ein Auftritt im ARD Morgenmagazin wegen meines Artikels gegen das von Jens Spahn geplante TSVG bei Focus Online und den fatalen  Abschnitt über eine vorgeschaltete Instanz, die die schwere der psychischen Erkrankung bewerten sollte.

Ich kann definitiv sagen, 2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr, mit vielen Überraschungen, sehr positiven Begegnungen und vielen neuen Chancen. Und es wird 2019 weitergehen. Unter anderem mit einer Lesung in der Zentralbibliothek in Frankfurt, einem Mutmacher Event in Düsseldorf und einem Workshop auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund. Und natürlich mit dem Erscheinen des neuen Buchs „Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?“ meiner Tochter mit mir als Co-Autor.

Danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben und noch begleiten, danke meinen Freundinnen und Freunden, namentlich Dana Diezemann, Kristina Wilms und Andreas Kernchen, danke insbesondere meiner Familie für Geduld und viel Unterstützung.

Und 2019 werde ich weiter gegen die Stigmatisierung psychischer Krankheiten und für mehr Aufklärung kämpfen. Denn wir sind schon weiter als noch vor ein paar Jahren, aber lange noch nicht weit genug.

Bis dahin euch allen ein gesegnetes und möglichst glückliches Jahr 2019 und einen guten Rutsch!

The Road Not Taken

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that, the passing there
Had worn them really about the same.

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I-
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Robert Frost (1874-1963)

Umstrittener Passus zur Psychotherapie soll aus dem TSVG verschwinden

Der Druck aus der Fachwelt auf die Gesundheitspolitik in Berlin – auch durch eine Petition mit mehr als 190.000 Unterschriften – zeigt Wirkung: Ein hoch umstrittener Passus zur Psychotherapie soll aus dem Entwurf des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) entfernt werden. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut, Berichterstatter für Psychiatrie und Psychotherapie, hat bereits früh die kritische Haltung der Fachverbände unterstützt. Die SPD-Fraktion folgt nun einhellig seinem Kurs.

„Die kritisch diskutierte Regelung hätte dem Gemeinsamen Bundesausschuss die Befugnis erteilt, eine neue Versorgungsstruktur in der Psychotherapie zu entwickeln. Die Verbände der Psychotherapeuten befürchteten meiner Ansicht nach zu Recht, dass dadurch unnötig neue Hürden für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer psychischen Erkrankung geschaffen würden. Ebenso bestand die Gefahr, dass diese Neustrukturierung ein Ende der freien Wahl von Therapeut und Therapieverfahren in der psychotherapeutischen Behandlung herbeiführt“, erklärt der Abgeordnete Heidenblut.

Die SPD-Gesundheitspolitiker planen stattdessen einen strukturierten Dialog mit allen beteiligten Fachverbänden, um ein umfassendes, sektorenübergreifendes Konzept für die Versorgung psychisch Kranker zu entwickeln.

„Ich bin froh, dass eine Expertengruppe der Friedrich-Ebert-Stiftung dazu bereits seit einiger Zeit tagt und Anfang des nächsten Jahres ein Positionspapier veröffentlichen wird“, so Heidenblut weiter.

Dirk Heidenblut ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und für die SPD-Bundestagsfraktion Mitglied im Ausschuss für Gesundheit sowie im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Er vertritt als direkt gewählter Abgeordneter den Essener Norden und Osten (Wahlkreis 119 – Essen II) in Berlin.

Ihr seid doch nicht normal

Und das ist gut so. Was wir heutzutage als normal bezeichnen ist ein Zustand, den niemand wirklich erreichen kann. Das ist so gewollt. Glückliche, zufriedene Menschen kaufen nicht, konsumieren nicht und denken viel mehr drüber nach, was für Blödsinn man ihnen vorschreiben will. Aber wir lassen uns alle für defizitär erklären, glauben, wir müssten irgendwelchen gesellschaftlichen Normen entsprechen. Die sind aber des öfteren noch viel verrückter als alles andere. Oder glaubt ernsthaft jemand, dass es vernünftig ist, Menschen, die Geld hin und her schieben und uns irgendwelche Finanzprodukte andrehen wollen ernsthaft mehr Geld zu bezahlen, als Menschen, die Alten, Schwachen, Kranken helfen?
Ist es vernünftig in einer Zeit, wo wir alle immer älter werden und immer länger arbeiten sollen, unsere Kinder durch die Schulzeit zu prügeln, nur um danach fleissige Arbeiterbienen zu produzieren?
Selbst die Wirtschaft dürfte mittlerweile schmerzhaft merken, was daraus entsteht, wenn man junge Menschen nur noch auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und nicht mehr auf das Leben.
Aber hey, unabhängig denkende Menschen könnten der Wirtschaft ja schaden, weil sie vielleicht hinterfragen, was für einen Leistungsdruck wir aushalten sollen um Produkte zu produzieren, die in vielen Fällen kein Mensch braucht.
Möglicherweise ist verrückt das neue Normal. Aber auf jeden Fall sollten wir nicht nach den brav der Norm entsprechenden Menschen schauen, wenn wir auf Innovation hoffen, auf wirklich wichtige Arbeit, die unsere Umwelt wieder heilt, die uns als Mensch hilft, die wertvoll ist. Schon in der Vergangenheit waren es die Außenseiter wie Einstein, Hawking, Newton, die die Welt veränderten und in Erinnerung bleiben uns Künstler, Kreative, die die Welt ein wenig schöner machen, die unsere Seele berühren, nicht nur unseren Verstand. „Ich habe großes erreicht, ich habe aus Geld mehr Geld gemacht.“ Nein, sorry, du hast gar nichts erreicht, denn du hast Papier vermehrt, sonst nichts. Nein, stimmt nicht, noch trauriger, du hast ein paar Bits in einem Computer verändert, sonst nichts.
Lassen wir uns nicht einreden, Konsum sei normal, folgsame Arbeitsdrohne sein wäre normal. So lange die oberste Prämisse all unseres Schaffens nicht das persönliche Glück des Einzelnen ist, sind wir noch nicht angekommen.
Und das ist es definitiv noch nicht, heute gilt es, die Gierigen, die Machthungrigen zu befriedigen. Ich erwarte sehnsüchtig den Tag, an dem die restlichen Tiere des globalen Bauernhofs den Schweinen endlich zeigen, wo ihr Platz ist.
Denn meist sind die Schweine nicht besser. Meist sind sie nur Schweine. Auch im metaphorischen Sinn.

„Eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden.“ Uwe Hauck, Depression abzugeben

Die Petition war ein Erfolg, das Psychiatriegesetz wird massiv geändert

Was für ein Tag: Noch Morgens in unserer Pressekonferenz waren wir nur bedingt optimistisch überhaupt unsere Petition auch an CSU Vertreter übergeben zu können. Dann die Zusage des Gesundheitssausschusses, ja wir dürfen ins Gebäude, wir bekommen einen eigenen Raum und es werden die Vorsitzenden des Ausschusses die Petition entgegennehmen.

Danach durften wir in den Saal, um der Anhörung beizuwohnen. Und schon ganz zu Beginn platzt die Bombe. Es wird massive Änderungen am Gesetz geben, man habe auch auf den öffentlichen Protest reagiert (ein Schelm, der Petition dabei denkt) und gleich der erste Erfolg: Die Unterbringungsdatei wird ersatzlos gestrichen!

Kristina und ich konnten uns gerade noch lauten Jubel verkneifen. Auch wenn sicher im Nachklang die Wirkhaftigkeit der Petition in Frage gestellt werden wird. Doch, auch wir haben etwas bewirkt. Plötzlich versammelte sich die Opposition . hinter der Petition und unterstütze unser Anliegen. Und damit bekam die Petition zusätzliche Kraft.

Ein Käfig mit den Unterschriften der Petition
Das haben wir symbolisch übergeben. Einen Vogelkäfig, in dem eine „Meise“ eingesperrt und videoüberwacht wird. An der Kette baumelt der USB Stick mit den gesamten Unterschriften

Bei der Übergabe waren es 92280, wobei ich bereits sehen konnte, dass wir nach Übergabe bei knapp 92500 lagen. Und heute Morgen die nächste fantastische Überraschung. Wir haben bereits 97000 Stimmen, also fast 5000 Stimmen über Nacht.

Auch für die Anhörung war das öffenltiche Interesse groß wie selten zuvor. Die Sicherheitsbeamten am Eingang konnten sich nicht an einen solchen Ansturm erinnern. Über 200 Bürgerinnen und Bürger waren anwesend. Es musste sogar in einen Nebenraum übertragen werden.

Großartig und für uns Verpflichtung, dran zu bleiben. Wir werden das Gesetz weiter begleiten und die Petition wird so lange weiterlaufen, bis uns ein Gesetzentwurf schriftlich vorliegt, dem wir zustimmen können. An die CSU gerichtet: Danke für das Einlenken, aber wir werden sehr schnell wieder aktiv werden, sollte das nur Wahlkampfgetöse gewesen sein. Und ich nehme an, es ist deutlich geworden, wie schnell wir mobilisieren können, wenn es drauf ankommt.

Danke euch allen, die ihr unterzeichnet habt, die ihr die Petition geteilt habt und die ihr uns in euren Nachrichten und Tweets ermutigt habt, zu kämpfen.

Kristina Wilms und Uwe Hauck sind glücklich über den Erfolg ihrer Petition
Kristina und Uwe vor dem Sitzungssaal, nachdem wir von den massiven Änderungen im Psychiatriegesetz gehört haben!

Von Kristina und Uwe dafür einen ganz herzlichen Dank

und ihr dürft stolz sein und das feiern!

Wir sind viele!

Und wer auf der re:publica ist. Ich würde mich freuen, euch persönlich danke zu sagen für die Unterstützung. Denn nur die vielen Unterschriften in kurzer Zeit haben diesen öffenltichen Druck erzeugt!

 

Hier noch ein Bericht des ZDF über die Petition:

Bayern: Protest gegen Psychiatriegesetz

und die SZ hat auch berichtet und mich zum Ergebnis interviewt

Staatsregierung entschärft umstrittenes Psychiatriegesetz

Zitat: „…Auch Uwe Hauck zeigte sich vorsichtig optimistisch. Er nannte es „ein gutes Signal“, dass die Staatsregierung nachbessern wolle. Hauck ist Mitglied der Deutschen Depressionsliga und Initiator einer Online-Petition. In nur einer Woche hatten 92 000 Unterstützer gegen das geplante Gesetz unterschrieben. Kurz vor Beginn der Anhörung im Landtag übergab Hauck den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses die Unterschriften. Die Kombination der Kritik aus Fachkreisen, Verbänden und der Petition habe wohl Eindruck hinterlassen, mutmaßte er. Zu früh jubeln wollte Hauck aber noch nicht. Er bleibe „misstrauisch“, erst wenn das Gesetz in einer vernünftigen Form verabschiedet sei, werde er die Petition aufgeben. Söder versprach, dass es bei den am Dienstag angekündigten Eckpunkten bleiben werde. Sie seien mit der CSU-Landtagsfraktion abgestimmt, „das ist unsere Position“….“

Jetzt müssen wir die Öffentlichkeit weiter aktiv halten, deshalb teilt weiter, zeichnet die Petition weiter, damit die „da oben“ merken, dass wir aufpassen!

Und nochmals: DANKE!