Heilung, Erkenntnis und ein langer Weg

Ja, ich kann wieder arbeiten. Meine Depression ist nicht mehr da, oder sagen wir besser, ihre Symptome. Und wenn sie wiederkommen, weiß ich damit umzugehen. Die Angststörung hatte mich bis vor kurzem Fest im Griff, aber auch sie schaffe ich nach und nach unter Kontrolle zu bekommen. Nicht von heute auf Morgen aber sie ist nicht mehr so mächtig, dass sie mich zum äußersten treiben könnte. Sie verdirbt mir manchmal noch ganz gehörig den Spass an Unternehmungen, aber das nehme ich ihr dann auch ordentlich übel und rede nicht mehr mit ihr.

Wer erkannt hat, dass er eine psychische Krankheit hat, wer sie angenommen hat und gelernt, welche Verhaltensmuster sie auslösen und welche er gegenteilig wirken, der hat ein gutes Instrumentarium an der Hand, sein Leben jenseits psychischer Probleme zu meistern. Suizid ist mittlerweile für mich keine Alternative mehr, da habe ich durch ein sehr intensives Gespräch in der Reha vieles gelernt und weiß jetzt, das ist nicht der richtige Weg.

Ich habe Verbündete im Kampf gegen meine Depression und die Angststörung. Sie sind zwar noch mächtig, aber nicht mehr übermächtig. Und mit ein wenig Aufmerksamkeit kann ich sie so weit unter Kontrolle halten, dass mein Leben nicht nur funktioniert, sondern auch lebenswert ist.

Vielleicht die wichtigste Botschaft hat meine Frau so wundervoll formuliert. Es gibt IMMER einen Weg. Ja, ein kluger Satz. Jetzt muss ich ihn nur noch glauben. Falls einer weiß, wie das geht, melde er sich bitte.

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