Amazon und der Skandal der Scheinheiligkeit

Hallo ihr da draußen, die ihr euch so herzlich über die ARD Doku zu den Zuständen bei Amazon aufregt.

Mal wieder runter kommen. Vor allem all jene, die jetzt zum Boykott von Amazon aufrufen. Wie wäre es dann damit, auch mal über einen Boykott der Post (miese Bedingungen bei Zulieferern), vieler Smartphone Hersteller (Stichwort Foxconn) oder auch bei Discountern (Preisdruck auf Produzenten) nachzudenken? Am besten wäre es ja, den Konsum ganz einzustellen. Damit ist dann zwar auch keinem einzigen Mitarbeiter geholfen, dem es dort dreckig geht, aber man hat halt für sich ein Zeichen gesetzt und sein Gewissen beruhigt. Und mal ganz ehrlich. Ich bin mir sicher, auch wenn alle, die in den sozialen Medien jetzt „Boykott“ brüllen, nicht mehr bei Amazon einkaufen würden, spürbar wäre das für einen global agierenden Konzern wie Amazon kaum.

Für mich sind Boykotts so ähnlich wie die von der Leyenschen Stoppschilder. Ich kauf da nicht mehr also passiert da auch nix mehr, weil jetzt ja deren Umsatz zusammenbricht.

Just my two cents.

Und ich werde weiterhin bei Amazon bestellen, aber auch weiterhin ein Auge drauf haben, wie sich deren Bedingungen entwickeln. Denn das ist etwas, das wir Blogger tun können, um etwas zu bewegen. Den Finger länger auf der Wunde halten, als es die öffentlich rechtlichen unter dem Druck der Quote tun. Denn bei einem könnt ihr sicher sein. In einem Monat ist das Thema allerspätestens aus den Medien verschwunden.

 

8 Gedanken zu „Amazon und der Skandal der Scheinheiligkeit#8220;

  1. Doch, natürlich kann „ich“ etwas erreichen, aber ob ein Boykott in der Dimension aufgestellt werden könnte, dass es Amazon auch nur spürbar verzeichnen würde, wage ich zu bezweifeln. Dieser Bericht am Montag war wichtig, viel wichtiger finde ich aber, dass wir als Blogger und Menschen, die die Mechanismen erkannt haben das Thema an sich in der Öffentlichkeit aktiv halten. Auch wenn alle Angst vor Shitstorms haben, ich kenne keinen, der wirklich wirtschaftliche Auswirkungen auf das Unternehmen gehabt hätte. Nur zusätzlicher medialer Druck hilft da.

  2. Mir geht es vor allem darum, dass wir als Blogger hier viel mehr permanenten Druck aufbauen könnten. Wir können es uns erlauben, auch Themen warm zu halten, die die „klassischen Medien“ einfach nicht im Fokus halten können.
    Und ja, wenn wir wirklich wirtschaftlich relevanten Boykott auf die Beine stellen könnten, dann wäre das eine valide Aktion aber mal ehrlich, wie viele würden wir da denn auf die Beine kriegen?

  3. Lieber Uwe Hauck
    Und Du glaubst wirklich, dass Du etwas mit Deinem Beitrag „bewegen“ kannst? Träum weiter. Boykott ist die einzige Möglichkeit, die dem Verbrauer bleibt. Und woher willst Du wissen, dass die, die jetzt nicht mehr bei Amazon bestellen, sich nicht auch Foxcann, zweifelhaften Discountern, Fleischfabriken etc verweigern.
    Ob Amazon International den Boykott spürt, entzieht sich meiner Kenntnis. Bei Amazon Deutschland tut sich aber schon etwss.

    Wenn alle Menschen so denken würden wie Du, müsste auch niemand mehr zu den Wahlen gehen. Motto: „Ich allein kann sowieso nichts erreichen!“

    Just my two cents.

    W.

  4. Drüber schreiben ist auch wichtig, aber mehr Druck aufbauen auf Amazon oder andere Logistikunternehmen finde ich auch wichtig. Und natürlich auf die Politik. Den Seitenhieb auf die Öffentlich Rechtlichen finde ich unfair, denn zumindest bei NDR/ARD und Deutschlandradio weiß ich davon, dass sie darüber berichtet haben – heute hier die Wiederholung von 2011 über die Paketsklaven bei Subunternehmen der Deutschen Post http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/paketsklaven151.html

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