Über die Diskrepanz zwischen Technologe und Nutzer

Das neue Google Nexus 4 kommt auf den Markt. Für mich, der im Moment nach einem neuen Smartphone sucht zunächst ein Grund, sofort zuzuschlagen. Reines Android 4.2, schnelle OS Updates. Aber da ist ja noch das Samsung Note 2, der Nachfolger des legendären Note, das ich mir durchaus auch angeschafft hätte, hätte ich mich damals nicht, Vertreter der reinen Lehre für das Galaxy Nexus entschieden.

Nun denn, was solls denn sein. Ich schwanke, bin mir nicht mehr so sicher. Dann die Entscheidung. Aufhören mit dem Blick eines Technologen, anfangen damit, was ich mit dem Gerät TUN will.

Und dabei fällt mir auf, dass viele meiner bisherigen Technikentscheidungen vom Technologenstandpunkt aus richtig, aber oft in der täglichen Nutzung eher unglücklich waren.

So meine Entscheidung, ein 10.1 Tablet nutzen zu wollen. Eigentlich schöner Formfaktor. Aber auf Dauer stellte ich fest. Fürs Arbeiten zu wenig, fürs reine „Spielgerät“ zu viel. Also Gebrauchtmarkt in Anspruch genommen, abgestossen und weniger technologisch, mehr pragmatisch ein Asus Transformer angeschafft. Auch 10.1 Zoll aber mit Tastatur, die als Dock das ganze zum Subnotebook werden lässt. Jetzt zwar nicht unbedingt das Gerät, dass die  Technologenseele als das seligmachende empfiehlt, aber der reine Nutzer ist hochzufrieden.

Der Gedanke, der sich mir hier aufdrängt. Wie oft entscheiden wir nicht danach, was wir brauchen, sondern wovon wir meinen, dass wir damit in unserem Sozialisationsumfeld möglichst gut dastehen. Das Phänomen kennt wohl jeder zumindest beim Kauf eines PKW, so er oder sie sich nicht gänzlich von den einschlägigen Diskussionen abzukoppeln in der Lage ist.

Bestimmtes Produkt, bestimmtes Signal. Das ist ja auch das, worauf ein Großteil des Marketing basiert, bei Produkten, die sich oft in der reinen Ausstattung nur unwesentlich unterscheiden. Dennoch lohnt es sich bei so manch einer Anschaffung mal aus dem eigenen Sozialisationsumfeld hinauszutreten und mit dem Blick von außen auf den eigenen Bedart zu schauen.

Das kann Nerven und Zeit sparen. Auf jeden Fall bringt es einen in der Kaufentscheidung näher an das, was man später auch wirklich nutzt weil es nützlich für einen ist.

Meine Kaufentscheidung zumindest steht, und wird vermutlich einige überraschen. Aber das macht nix. Wieder eine Schublade gesprengt 😉 Und nein, es wird kein IPhone. So viel Sprengkraft hat die Entscheidung denn doch nicht.

 

Kommentar verfassen