Das Jahr der Blogs. Warum ein Blog ein mächtiges Instrument sein kann.

Ein Beispiel für Marthas Schulessen. Quelle: Marthas Blog "NeverSeconds"

Vermutlich dürften viele meiner Leser die Geschichte des neunjährigen Mädchens mitbekommen haben, die dadurch, dass sie ihr (offensichtlich sehr oft schlechtes) Schulessen dokumentierte nicht nur internationales Aufsehen erhielt, sondern auch dafür sorgte, das unter anderem Jamie Oliver auf sie aufmerksam wurde und letztenendes tatsächlich auch ihr Schulessen sich verbesserte, nachdem sich selbst örtliche Behörden eingeschaltet hatten.

Was mir das zeigt? Zum einen, dass die Relevanz der Blogs nicht durch Dienste wie Facebook oder Twitter verwässert wird sondern im Gegenteil eher noch steigt. Denn nur im Blog kann ich frei nach meinem Gusto, in meinem Stil meine Inhalte publizieren. Zum anderen sollten wir nicht die journalistische Kraft des Mediums Blog unterschätzen. Sicher, wenn es um komplexe Zusammenhänge geht, die nicht nur tiefe Recherche sondern auch die Möglichkeit, überhaupt Zugriff auf bestimmte Informationen zu erhalten bedingen, dann mag der „klassische Journalist“ noch im Vorteil sein. Aber über die Fakten, Tatsachen und auch Missstände im eigenen Umfeld kann niemand so gut berichten, wie ein Betroffener mit einem Hang zum Schreiben. Denn der Amateur ist, wie der Name schon sagt, oft derjenige, der sein Thema „amare“ also liebt. Und damit jenseits von Leserzwängen und Auflagen darüber schreibt, was ihm am Herzen liegt. Und wenn er Glück hat oder hinreichende Relevanz, dann streut die Geschichte oft viel dynamischer als sie das in den klassischen Medien tun würde.

Das Blog ist nicht tot, ganz im Gegenteil, es wird erwachsen, die Themengebiete etablieren sich, die auch längerfristig noch Leser finden und es bildet sich nach und nach eine mediale Symbiose aus klassischem Journalismus, Journalisten, die sich sowohl im klassischen Print wiederfinden als auch in der Bloggerszene und „reinen“ Bloggern.

Betrachtet man nur wie sich z.B: die ZEIT mittlerweile im Netz etabliert hat, so sieht man: Es geht auch beides, man muß nur aufhören zu klagen und handeln. Dann kann man sogar mit neun Jahren wirklich was bewegen!

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