Warum blogge ich eigentlich?

Heute startet die re:publica. Und wieder mal bin ich dabei, weil ich mich irgendwie dazugehörig fühle. Aber warum eigentlich? Warum blogge ich, warum schreibe ich seit Jahren meine Gedanken auf, versuche meine Ideen mitzuteilen und hoffe auf Feedback?

Vielleicht der erste Grund: Ich schreibe gerne. Und das Medium Blog hat einen entscheidenden Vorteil. Die Hürde, einen Text zu verfassen ist sehr niederschwellig. Ein paar Zeilen gehen viel leichter von der Hand, als gleich ein mehrseitiger Text. Und oft werden aus diesen paar Zeilen dank Fluß der Gedanken doch noch mehrere Seiten.

Aber ich schreibe auch, weil ich mit manchem nicht einverstanden bin und für mich selbst das Blog das ideale Medium ist, meine Ideen ungefiltert darzustellen. Dabei ist es gleichzeitig ein ideales Übungsfeld, um nicht nur meine Meinung hinauszuposaunen, sondern sie auch mit Informationen und Daten zu unterfüttern.

Bloggen ist für mich ein Prozess. Ich entwickle Gedanken und Konzepte, durch die Artikel entsteht neuer Recherchebedarf. Irgendwo ist ein Blog eine Art Forschungstagebuch zu den Themen, die mich beschäftigen.

Und letztlich blogge ich auch, um mich als „Marke“ zu positionieren. Da ich mittlerweile in kleinem Umfang auch für Vorträge, Seminare und Coachings gebucht werden kann (ja, den Nebenerwerb habe ich gemeldet, auch meinem Arbeitgeber) ist das Blog auch die Plattform, auf der potentielle Kunden, Kooperationspartner oder auch Kollegen sich informieren können, worin meine Expertise liegt, welche Themen ich aktuell für relevant halte und schlicht, mich als Person auch etwas besser kennenlernen können.

Mein Blog ist definitiv ein Teil von mir. Er stellt in gewissem Maße auch mich dar und gibt mir eine Plattform, auf der ich in Diskurs mit Gleichgesinnten kommen kann, ganz egal wo sie wohnen oder aus welchem Beruf oder welcher Position sie kommen.

Damit will ich nicht sagen, dass ich nicht auch das eine oder andere kommerzielle Interesse mit meinem Blog verbinde. Zum einen ist es, wie schon beschrieben auch ein Teil der „Marke“ @bicyclist und zum anderen gehe ich auch durchaus Blogkooperationen ein, sofern das Produkt, oder die Plattform, die einen Gastartikel veröffentlichen möchte, zu meinem Portfolio und meiner Positionierung passt. Daran finde auch überhaupt nichts verwerfliches, solange die Postings nicht konträr zu dem laufen, was ich vertrete oder versuche, zu bewegen.

Gleichzeitig bietet sich mir die Möglichkeit, neue Impulse zu bekommen. Wobei natürlich gilt, Kommentare und Widerspruch sind oft willkommener, als der Leser glaubt. Denn oft würde ich mir mehr Diskurs, mehr Feedback wünschen, wo dann doch nur dummes Getrolle durchkommt. Aber sobald man sich als öffentliche Figur positioniert, muss man auch mit dieser Shitstormdrohung leben.

Und jeder, das ist manchem nur nicht bewusst, jeder, der ein Blog betreibt wird damit auch zur öffentlichen Figur. Denn er bezieht, so er das Blog wirklich ernsthaft betreibt Position und muss darauf gefasst sein, auf Widerspruch zu stossen.Das ist wohl das einzige, was man jedem mit auf den Weg geben sollte, der einen Blog betreiben will. Publiziere, habe eine eigene Meinung UND, erwarte Gegenwind.

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