Die Lüge als Grundlage von Politik und Wirtschaft

Wir werden belogen. Ich hoffe, das ist für den einigermaßen informierten Leser nichts neues. Aber das Ausmaß und die Dreistigkeit finde ich erschreckend. (Hinweis in eigener Sache: Wer gerne und oft Sätze wie „Du siehst das viel zu eng“ oder „Das bildest du dir alles nur ein“ oder gar „Die Politiker wollen doch nur unser Bestes“ benutzt, der sollte jetzt mit dem Lesen aufhören)

Von der Werbung will ich mal gar nicht anfangen, die ja nie lügt, aber durchaus trickreich die Lüge als Halbwahrheit tarnt, und wirklich relevante Informationen einfach unter den Tisch fallen lässt. Da wird die Süssigkeit zum Fitness Snack mit der extra Portion Milch, da soll man Nahrungsergänzungsmittel kaufen in einem Land, dem es an vielem mangelt aber sicher nicht an vielfältiger, vitaminreicher und gesunder Nahrung, die man dann am ehesten findet, wenn man der Werbung  nicht glaubt.

Auch die Politik hat die Lüge zum Grundprinzip gemacht. zu Guttenberg hat uns das letztlich mit seiner Aneinanderreihung von Lügen über seine Doktorarbeit nur sehr stümperhaft vor Augen geführt. Auch die Lüge der Energiewende mit der angeblich notwendigen Verteuerung vertuscht vor allem, dass Unternehmen von vielem befreit werden, was der Bürger, der eigentlich Arbeitgeber der Politik tragen muss. Wirtschaft über alles, dafür ist jede politische Lüge recht.

Und auch der Abhörskandal der NSA zeigt, wie sehr man die Lüge bereits politisch verinnerlicht hat. Der Bürger soll sich nicht so haben, das in  den Medien sei doch alles aufgebauscht und Snowden ein Lügner. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Big Mama Merkel abgehört wird. Plötzlich ist alles ein Skandal, aber man kann Snowden dennoch kein Asyl gewähren, weil man es sich ja mit Amerika nicht verscherzen dürfe. GELOGEN. Man will einfach nicht ehrlich genug sein, das ganze Ausmaß des Skandals in die Öffentlichkeit zu tragen, und die Lügen der letzten Jahre, vermutlich Jahrzehnte offenlegen.

Und da lügen uns die Golfplatzbewohner und Monsterdreckschleuderfahrer an, man könne einfach keine Tariferhöhungen jenseits der 5 Prozent bieten, da die Wirtschaft daran zu Grunde ginge und überhaupt hätte man ja so viele Sozialschmarotzer. Das sagen die, die sich Millionengehälter in den Rachen schieben und damit vermutlich die größten Sozialschmarotzer sind.

Ganz trickreich aber ist die Duldung einer Lüge, weil sie nutzt, weil sie ablenkt. Die Montagsdemos der Verschwörungstheoretiker mit ihren idiotischen Chemtrail Drohszenarien und dem dumpf/dummen rechten Gedankengut spielen Wirtschaft und Politik förmlich in die Hände. Denn im Zweifel lässt sich mit diesem Hintergrund jede Kritik an den Lügengebäuden von Wirtschaft und Politik entwerten, in dem man sie in die Nähe der Verschwörungstheorien drängt. Da wird uns Wasser, das mit etwas Glück den Schatten eines Wirkstoffs gestreift hat als teure und wirkungsvolle homöopathische Medizin verkauft, und wenn man dann berechtigte Zweifel aus wissenschaftlicher Sicht anbringt, sieht man sich einem durch Wirtschaftsinteressen angeheizten  Mob gegenüber, der einen beschimpft und bedroht. (Wobei, selbst in der echten pharmazeutischen Industrie gibt es solche Mobs bling gläubiger Menschen. Ich sage nur die Droge Ritalin).

Ach ja, und dann glauben tatsächlich noch viele, was in der Zeitung steht. Vor allem in dem Drecksblatt mit den vier Buchstaben. Dabei sind viele Medien nicht viel mehr als Geldverdienmaschinen, denen die Nachricht nur dann wichtig ist wenn sie Auflage und damit Geld bringt. Oder glaubt wirklich irgendwer, wir hier im Westen wären auch nur annähernd über die Geschehnisse in der Ukraine informiert worden? Oder im Irak, oder im Fall Snowden?  Die Politik der Spiele und des Brotes ist mittlerweile mithilfe der Lüge schon zur hohen Kunst geworden. Wie genial ist es zum Beispiel, während der Fussball WM (Spiele) alle möglichen unverschämten Gesetze zum Wohle der Wirtschaft durchzuwinken und sie hinterher als wichtig für den Bürger zu verkaufen?

Und es gibt noch viele solcher Lügen: Die Behauptung, man wolle Bildung, wo man nur Ausbildung will, die Behauptung, Hartz IV seie nötig, um Menschen zur Arbeit zu „bringen“, wo man eigentlich nur Geld für die eigenen unverschämten Gehälter haben will und dem Volk Vollbeschäftigung vorgaukelt in einer sich immer weiter automatisierenden Zeit in der eigentlich Arbeit immer mehr verschwindet und man längst über ganz andere gesellschaftliche Themen nachdenken sollte.

Und manche Lüge vergessen wir selbst offensichtlich, kaum haben wir sie einmal durchschaut. War da nicht diese Bankenkrise, ausgelöst durch riesige Lügengebäude von Investmentbanken und ihren angeblichen Speerspitzen der Finanzwelt. Da wurden Lügen in Derivate verpackt und uns vorgegaukelt, eine Bank habe Interesse an unserem Wohl und der Mehrung unseres Vermögens, wo es doch IMMER um die Mehrung des Vermögens von Bank und Shareholdern (ein anderes Wort für Schmarotzer) geht.

Und wer kennt nicht die herrlichen Baulügen in Stuttgart, Hamburg  und Berlin, die Jahr um Jahr mehr Geld verschlingen werden, angeblich zum Wohle von uns allen sind aber in Wirklichkeit doch nur ein paar wenigen Wirtschaftsunternehmen viel Geld einbringen werden und danach Kosten für den Staat und damit uns alle verursachen. (Moment, sorry, fast hätte ich gelogen, das tun sie ja jetzt schon dank solcher Topmanager und Experten wie Herrn Mehdorn und Konsorten)

Ein offener Brief von Nick Hanauer, einem Milliardär an seine wohlhabende Freunde zeigt jetzt schon, wo das alles hinführen kann (wer es lieber original hat, hier die Quelle). Dabei ist für  mich garnicht wichtig zu prüfen, wie echt der Brief an sich ist, mag er sogar gelogen sein. Er beinhaltet mehr Wahrheiten als alles, was die Politik so absondert. Denn er blickt zurück auf frühere gesellschaftliche Ungleichgewichte, entstanden durch die Lüge, dass Reiche immer reicher werden dürfen, ohne dass sie sich um den Rest der Gesellshaft sorgen.

Irgendwann werden die Mistgabeln auftauchen und der große abgehängte Rest wird aufstehen und zumindest für eine kurze Zeit mit zwar unschönen Mitteln aber dennoch wieder ein annäherendes Gleichgewicht herstellen. Wollen wir das? Oder wäre es nicht an der Zeit, etwas intelligenter zu agieren in einer Zeit, in der wir alle Möglichkeiten und Mittel an der Hand haben. Aber vermutlich nicht. Denn es gibt genug, die daran und an der Lüge vom zwingenden Status Quo sehr gut verdienen.

Also dann, lassen wir uns weiter belügen. Bis wieder die ersten Villen brennen. Denn eins ist gewiss. Je mehr uns Politik und Wirtschaft verunsichern, umso egaler ist uns irgendwann was noch wahr und was gelogen ist. Wenn es genügend Menschen schlecht genug geht, wird der Aufstand unabwendbar sein. Das konnten und können wir in anderen Ländern mit schlechterer wirtschaftlicher Situation beobachten. Nur vergessen offensichtlich zu viele Geldadlige, dass die Geschichte zeigt, dass oft der Adel zuerst dran war, wenn es ans Umverteilen ging.

 

 

Wir verblöden unsere Jugend und sind selbst schuld

Der Kulturforscher Bernhard Heinzlmaier beklagt, dass wir unsere Jugend zunehmend verblöden. Und ich finde, er hat recht, aber wie er auch erkannt hat sind nicht Computerspiele und Jugendkultur schuld, sondern wir ach so gebildeten Erwachsenen.

Denn wir ordnen Bildung immer mehr purer Ausbildung, Vorbereitung auf einen Beruf. Kreativität, eigenständiges Denken und Hinterfragen, all das kommt erst danach, wenn überhaupt. Wir sollen brave Konsumenten und willige Arbeitskräfte sein, ja nicht die Sinnfrage stellen.

Gleichzeitig fordert die Wirtschaft gebildete, belesene, in der Schriftform versierte Arbeitnehmer, aber wenn man sich eben auf das fokussiert, was am nötigsten ist, kommen andere Begabungen zu kurz. Und auch wenn das die Wirtschaft vielleicht nicht gerne hört. Der reine ausgebildete Mitarbeiter ist ein weitaus schlechterer Arbeitnehmer als der gebildete, der auch mal zu hinterfragen wagt und in der Lage ist, der auch mal an Optimierungen und Verbesserungen im Sinne des Unternehmens denkt. Denn wer nur ausgebildet wird, der tut auch nur, wozu er ausgebildet wurde.

Und genau das reicht in unserer heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft nicht mehr aus.

Wir brauchen wieder mehr Bildung, jenseits vom Bedarf einer Wirtschaftswelt.

Surfen im Bett kostet Deutsche bis zu 455 Stunden Schlaf im Jahr

Gastbeitrag:

Dank Smartphones, Tablets und Co. gehen die Lichter in deutschen Schlafzimmern deutlich später aus als vor 5 Jahren

  • Für jeden Fünften leidet das Liebesleben unter dem Einzug des mobilen Internets ins Schlafzimmer
  • Jeder Zehnte nimmt lieber Gadgets mit ins Bett als den Partner

Online rund um die Uhr: Mobiles Internet hat auch in deutschen Schlafzimmern Einzug gehalten und verschiebt Bettzeiten nach hinten. Jeder Dritte (33%) bleibt abends im Schnitt 1 Stunde und 15 Minuten länger wach als vor 5 Jahren, weil er vor dem Einschlafen noch im Internet unterwegs ist. Etwas mehr als jeder Fünfte (22%) surft sogar mehr als 1 Stunde 30 Minuten, bevor er die Augen schließt. Neben allgemeinem Surfen im Netz sind vor allem soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter und Gaming dafür verantwortlich, dass die Lichter in deutschen Schlafzimmern zunehmend später ausgehen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage im Auftrag des unabhängigen DSL-Vergleichsportals www.schlaubi.de: 2.000 erwachsene Internet-Nutzer aus ganz Deutschland wurden in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Respondi befragt.

Bei 1 Stunde und 15 Minuten Online-Aktivität jeden Abend entgehen dem nächtlichen Internetsurfer  8 Stunden und 45 Minuten Schlaf pro Woche, oder 455  Stunden im Jahr; das entspricht knapp 57 Arbeitstagen.

 

Doch nicht nur der Schlaf kommt für viele zu kurz: Für 20% der Befragten wirkt sich der Einzug des mobilen Internets ins Schlafzimmer negativ auf ihr Liebesleben aus; sie haben dadurch nach eigenen Angaben weniger Sex. Das vermehrte Spielen der Finger auf der Tastatur beeinträchtigt allerdings nicht nur das Sexleben, sondern für 22% auch die Kommunikation mit dem Partner. Die Frage, was sie eher mit ins Bett nehmen würden, ihr mobiles Endgerät oder ihren Partner, beantworteten 9% aller Teilnehmer mit ‚mein Smartphone, Tablet oder Laptop‘. Dabei waren vor allem Befragte aus Berlin (15%) eher dazu bereit, ihr mobiles Endgerät für Ihren Partner einzutauschen.

 

Während 28% aller Befragten nach eigenen Angaben der Gedanke, rund um die Uhr online zu sein, gefällt, würden immerhin 31%  lieber auf das Surfen im Netz zwischen den Laken verzichten, tun es aber trotzdem, weil es ‚zur Gewohnheit geworden ist‘.

Am häufigsten wird der Umfrage zufolge ‘im Netz gesurft’, wie von insgesamt 36% der Befragten angegeben; abendliches Chatten mit Freunden in sozialen Netzwerken steht für 26% an der Tagesordnung. Für weitere 26% steht nach eigenen Angaben ‚Gaming‘ auf dem Programm, und immerhin 16% rufen verpasste Fernsehsendungen ab.

 

Dabei kommt es besonders beim Online Video-Streaming oft zu Problemen mit dem Internet. So waren 17% der Teilnehmer, die abends im Netz surfen, überzeugt, deutlich niedrigere Internetgeschwindigkeiten zu erhalten als zu anderen Tageszeiten. Über die Hälfte der Befragten, die im Bett Videos streamen, hatten zudem vermehrt mit langsamem Internet zu kämpfen. Als häufigste Beschwerden wurden Probleme mit der Internetverbindung (32%), langsame Video-Ladezeiten (31%) und wiederholtes Stoppen der Videos (30%) genannt.

Natascha Kahmann, Telekommunikationsexpertin bei schlaubi.de, kommentierte:

“Es überrascht uns nicht, dass so viele abends vom Bett aus im Internet surfen; nach einem langen Arbeitstag kann man es sich schön gemütlich machen und noch so einiges erledigen, was ansteht. Und oft fehlt ja auch die Zeit für Gespräche mit Freunden, oder man möchte eben wissen, was im Bekanntenkreis so alles passiert ist. Und natürlich ist da auch die ein oder andere Fernsehsendung, die man verpasst hat und gerne sehen möchte. Wichtig ist also, aus der Fülle von Tarifen den besten für die jeweiligen Bedürfnisse auszusuchen; es lohnt sich, Angebote zu vergleichen und unter Umständen den Anbieter zu wechseln.”

Google Gesture, Zeichensprache in Realtime in gesprochene Sprache übersetzt!

Das ist es, was ich an Google schätze. Schon wieder eine geniale Anwendung der Technologien, die Google bereits zur Verfügung hat. Mittels Google Gesture und zwei Armbändern kann man in Zukunft das, was ein Gebärdensprachler sagt in gesprochene Sprache übersetzen.

Das System wurde von Studenten der Berghs School of Communication in Stockholm, Schweden gemeinsam mit Google entwickelt und besteht aus den Armbändern und einer Smartphone app. Folgendes Video zeigt sehr schön, wie das funktioniert:

 

Mein zweites (virtuelles) Ich im Netz

2014-06-05 16_37_19-IFTTT - Android-Apps auf Google Play
Dank Werkzeugen wie IFTTT agiere ich oft im Internet nur virtuell. In Wirklichkeit übernehmen solche Automatisierungsdienste einen Großteil der Arbeit für mich

Schon heute existiere ich eigentlich zweimal. Natürlich nicht als Person, aber wenn man versuchen würde, mich und meine täglichen Aktivitäten zu beobachten, würde man sicherlich sehr verwirrt sein.

Da werden Postings von mir im Blog veröffentlicht, ich schreibe für Silicon.de und poste auf Facebook, Google+ und Twitter. Gleichzeitig, würde man mich mit einer Kamera verfolgen, würde man feststellen, dass während meine digitalen Beiträge erscheinen ich sehr oft gar nicht im Internet bin.

Grund dafür ist das, was ich für einen weiteren Megatrend der nahen Zukunft halte. Mein Avatar im Netz, meine Werkzeugkiste an automatischen kleinen Werkzeugen, die mich virtuell existieren lassen, wo ich in der Realität eigentlich mit ganz anderem beschäftigt bin.

Dienste wie IFTTT, Buffer und die verschiedenen Möglichkeiten zeitlich getakterer Aktivitäten sind da nur der Anfang.

Ich wünsche mir noch viel mächtigere Tools, die es mir ermöglichen, quasi virtuell nach meinen Interessen das Netz durchforsten zu lassen, Informationen zu extrahieren und zusammengefasst mir bereitzustellen. Keine unrealistische Vision, denn Werkzeuge zur automatischen Textextraktion existieren schon seit längerem. Spannend wird das ganze aber erst dann, wenn virtuelle Agenten auf eigene Faust, gefüttert mit meinen Vorgaben im Netz nach Daten suchen und sie mir proaktiv liefern.

Vielleicht sind wir dann irgendwann so weit, dass ich nicht nur Artikel Abends zu hause schreibe und dann ein paar Tage später zu ganz anderer Zeit veröffentliche, sondern möglicherweise habe ich dann einen digitalen „Sidekick“, der für mich sogar einfache Zusammenfassungen schreiben und veröffentlichen kann. Gerade im Bereich der Berichte über neue Technologien oder Hardware kann ich mir das durchaus vorstellen.

Und weiter gedacht können solche Werkzeuge auch den Umgang mit den Online Informationen möglicherweise stark vereinfachen, wenn sie für mich das Netz durchforsten. Denn bislang wende ich schon bei meinen abendlichen Recherchen, eine oder mehrere Stunden für die Sammlung von Informationen und das Verfassen eines Berichts auf.

Das lässt sich meiner Ansicht nach in Zukunft stark vereinfachen. Dann bin ich möglicherweise häufiger der Lektor meiner Agentenautoren als wirklich der Autor selbst.

Oder ich kann, wenn ich beruflich ein Recherchefrage habe, meinen Netzagenten die Fragestellung mitgeben und erhalte nach einer gewissen Zeit eine Zusammenfassung der Erkenntnisse.

Übrigens wird dieser Artikel, den ich am 5.6. Abends gegen 20:45 geschrieben habe, am 18.6. um 12:15 laut automatisiertem Redaktionsplan erscheinen, während ich mit Kollegen in der Kantine beim Mittagstisch sitze…… Quod erat demonstrandum

 

Immobilienportale und Immobilienmakler, einer wird gewinnen.

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Plattformen wie Immowelt ersetzen immer häufiger den „Zwischenhändler“

Plattformen wie Immowelt erfreuen sich großer Beliebtheit. Dort kann man jenseits von Maklern und deren Portfolio nach einem eigenen Haus, einer eigenen Wohnung suchen, sei es zum Kauf oder zur Miete. Was diese Plattformen allerdings vom typischen Makler unterscheidet sind zweierlei Aspekte. Zum einen der Rundumservice, der jenseits des eigentlichen Kaufobjekts Tipps rund um Immobilien bietet, auch erste Schritte zur Finanzierung ermöglicht und somit den potentiellen Kunden weit über das eigentlich Wohnobjekt begleitet.

Natürlich können hier auch Makler aktiv werden, allerdings sind sie hier nur einer unter vielen und immer häufiger werden Privatimmobilien hier direkt angeboten.

Was ich an diesen Plattformen besonders interessant finde, ist der Aspekt der Ausschaltung von „Zwischenhändlern“. Wenn ich das möchte, kann ich auch als Privatperson meine Immobilie hier anbieten, und das mit technischen Mitteln, die mir so in der nichtdigitalen Welt schlicht nicht zur Verfügung stehen.

Dabei hat man als Privatperson diverse Vorteile: Die Reichweite ist oft weitaus höher, als bei der Suche über einen Makler. Ich kann auch Objekte vergleichen, die nicht im Portfolio eines Maklers liegen.

Und das ganze ist schlichtweg oft günstiger, mangels Maklerprovision.

Wir erleben hier eine Entwicklung, die sich auch in anderen Bereichen fortsetzt, zum Beispiel bei Taxidiensten (Stichwort MyTaxi). Das Internet ersetzt zunehmend den Zwischenhändler, in dem es für kleines Geld eine selbstverwaltete Möglichkeit bietet, Produkte oder Dienste anzubieten. Man mag hier vom weitern Personalabbau schwadronieren, aber gerade die Digitalisierung ermöglicht hier viele reine Vermittlertätigkeiten, die oft das Produkt unnötig verteuerten zu umgehen.

Natürlich ist das nicht schön für den Makler. Aber der Kunde profitiert, und schon immer galt es, dass kein Beruf statisch bleibt, sich nicht verändert.  Damit umzugehen ist in Zukunft ein wichtiger Skill für jeden, der selbständig und zudem in einem vermittelnden Beruf tätig ist. Solche Berufe werden nicht wegfallen, aber sie müssen sich in Zukunft ganz anders aufstellen.

Ich will feste Arbeitszeiten, verdammt! Ein Rant

Mehr als das braucht ein Entwickler nicht als Arbeitsplatz
Mehr als das braucht ein Entwickler nicht als Arbeitsplatz

Nachdem ich erst vor kurzem las, dass die Zahl der Heimarbeitsplätze zurück (!) geht jetzt diese Schlagzeile:

Wer sich überarbeitet, wird bewundert. Aha, von wem denn um Gottes Willen? Vermutlich von Gleichgesinnten, die einen geregelten Arbeitstag auch nicht auf die Reihe bekommen, oder einfach eine miserable Zeitplanung haben. Meist aber vor allem von jenen, die selbst nicht „Nein“ sagen können.

Mit Verlaub, so lange ich noch solche Nachrichten lese, und es Menschen gibt, die sich mit ihrer Überarbeitung brüsten, als sei sie etwas positives, ganz ehrlich, so lange sollten wir wohl besser bei geregelten Arbeitsplätzen bleiben und fixen Arbeitsbeginn und Ende.

Wir scheinen noch nicht erwachsen genug zu sein, ein Leben mit Arbeit UND Privatleben wirklich vernünftig ineinander zu integrieren.

Nun gut, andererseits, so lange mich Menschen ernsthaft fragen, wie ich die Zeit für meine vielen Aktivitäten (eigentlich nur zwei, nämlich Blogger und Software Entwickler) finde, die dann aber gleichzeitig beständig Überstunden schieben UND sich dann abends, weil zu nichts anderem mehr im Stande vor die Glotze setzen und sich mehrere Stunden von meist absolut niveaulosem Programm berieseln lassen, so lange glaube ich nicht an eine Arbeitswelt der Zukunft. Nicht auf breiter Front und auch nicht zum Wohle beider Seiten.

Wir müssen uns erst von diesem Leistungsdenken verabschieden, das Präsenz und verbrachte Zeit mit erbrachter Leistung verknüpft. Das sind überkommene Denkmuster der Industrialisierung und für die heutige Welt einfach nicht mehr angebracht.

Entweder, wir arbeiten in einem Beruf, der Präsenz zu bestimmten Zeiten benötigt (Krankenschwester, Bauarbeiter etc.) dann müssen die Zeiten wohl offensichtlich immer noch sehr streng geregelt werden um eine Ausbeutung zu verhindern. Oder wir sind Wissensarbeiter, dann quält sich die Mehrheit mit den festen Zeitvorgaben, die so gar nicht zu Wissensarbeit passen.

Aber wenn es darum geht, hier etwas zu verändern, dann blickt man immer nur auf  Vertrauensarbeitszeit um mehr Anwesenheit zu ermöglichen. Dabei ist hier nicht die Dauer, sondern die Qualität wichtig. Wie das zusammenhängt wissen wir bereits seit Parkinsons Gesetz, das letztlich postuliert, dass die Arbeit die ihr gegebene Zeit stehts ausfüllt.

Weniger Heimarbeitsplätze? Weniger Pausen? Wir leben offensichtlich noch immer in der Denke des vorherigen Jahrtausends, in der der Chef sein Mitarbeiter sehen musste, um zu glauben, sie arbeiten. Dabei gibt es hier Studien, die nachgewiesen haben, dass die Mitarbeiter dann alles tun, damit sie schwer arbeitend aussehen, ob sie wirklich etwas leisten.. Aber sicher, sie waren ja 8 Stunden im Büro 😉

Die Superlativgesellschaft und ihre zerstörerische Kraft

Das Größte, das Beste, die Spitzenleistung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nicht mehr reicht, „normal“ zu sein. „Super“ ist das Mindeste, besser noch herausragend oder im Jargon von Apple „amazing“.

Etwas Durchschnittliches ist offensichtlich bereits nicht mehr gut genug, der durchschnittliche Mitarbeiter, der die ihm aufgetragenen Aufgaben zur Zufriedenheit erledigt, muss sich an der Spitzenleistung orientieren. Kein Wunder, dass Burn Out ein immer noch „brennendes“ Thema ist.

Aber man merkt das ganze viel früher, zu einem Zeitpunkt, wo es meiner Meinung nach nicht nur nicht hingehört, sondern wo ich es geradezu für unverantwortlich halte, hier dauernd die Spitzenleistung zu fordern.

Ich rede von der Schule. Wer weiß nicht Bescheid darüber, dass eigentlich niemand mehr sein Kind auf eine Hauptschule geben will, sondern am besten gleich aufs Gymnasium. Und dann müssen es Spitzennoten sein, damit die Tochter oder der Sohn später ja nicht arbeitslos dasteht.

Wir schüren Angst, machen Druck und die Leidtragenden sind die Kinder. Denn sie bekommen so vermittelt, dass sie nur dann gut (also indirekt liebenswert) sind, wenn sie Leistung bringen. Und wir wissen, dass sich so etwas einprägt, ganz tief, ganz schmerzhaft, fast nicht mehr loszuwerden.

Dabei sollten wir das ganze doch klar sehen. Ob nun Spitzennote oder nicht, dank Politik und Wirtschaft gibt es keinerlei Garantie mehr, für einen sicheren Job. Wir leben in einer Kultur, die Spitzenleistung fordert, aber alles andere schlichtweg ignoriert oder bestraft. Nur vergessen wir dabei, dass die Tagesarbeit auch getan werden muss, dass es eben immer noch genug Beschäftigung gibt, die man auch ohne Spitzennoten erledigen könnte. Aber was ist mittlerweile bei vielen Unternehmen Einstiegskriterium? Abitur, am besten abgeschlossenes Studium.

Der Irrsinn in den Jobbeschreibungen nimmt sogar noch zu, wenn Auslandsaufenthalt, Doktortitel, aber maximal 25 Jahre Alter gefordert werden.

Wir müssen endlich beginnen, den Druck rauszunehmen. Wir werden erleben, dass wir in Zukunft andere Lösungen brauchen, damit Menschen auch menschenwürdig leben können. Wie ich schon beschrieb wird über kurz oder lang ein wirklich großer Teil heutiger Berufsbilder der Digitalisierung zum Opfer fallen. Hier gilt es, sich Gedanken jenseits des Dogmas „Nur wer arbeitet ist wertvoll in der Gesellschaft“ zu machen. Lohnarbeit ist heutzutage das einzige Vorgehensmodell, das gesellschaftliches Ansehen schafft und durch das wir menschenwürdig leben können.

Aber genau das ist das Auslaufmodell, das auch nicht dadurch gerettet wird, indem man die immer weniger werdenden Lohnarbeiter noch zusätzlich unter Druck setzt.

Und schon gar nicht darf das bereits in der Schule passieren, die meiner Ansicht nach immer noch fürs Leben vorbereiten soll, nicht für die Berufsausbildung. Wir brauchen Menschen,die sich auch an die gesellschaftlichen Fragen wagen, unabhängig von den Interessen von Wirtschaft oder Politik. Wir brauchen Lösungen für Menschen, nicht für Wirtschaftssysteme. Und dazu braucht es gebildete Menschen, nicht ausgebildete.