Wir sollten die Stärken in Menschen sehen, nicht ihre Schwächen

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Auch wenn ich mittlerweile Referent, Dozent und Autor bin. Ich bin auch introvertiert. Und mache das beste daraus.

Ein immer noch sehr beliebter Denkfehler ist es, sich stark auf die Schwachpunkte im Wesen eines Menschen, sei er nun Freund oder Kollege zu fokussieren. Man versucht, die Schwächen verschwinden zu lassen oder zu verbessern. Dabei bringt das weitaus weniger, als die umgekehrte Strategie.

Jeder Mensch hat auch Stärken. (Ja, kommt mir nicht mit den berühmten Ausnahmen, sonst heißt es ja auch immer, die meisten wollen doch…) Wir sollten Menschen dabei unterstützen, ihre Stärken zu nutzen und damit zu einer Aufgabe, einem Projekt beizutragen.

Das der introvertierte Kollege nicht per Anordnung plötzlich extrovertiert wird und frühzeitig fragt, dürfte klar sein ebenso, wie es nicht funktionieren wird, einem ängstlichen Menschen anzuordnen, er solle mutig auf Gesprächspartner zugehen und auch Konflikte nicht scheuen. Sorry, auch wenn ihr euch das wünscht und vielleicht mit dem allseits missbrauchten Fremdbild kommt. Das funktioniert so nicht.

Es kann durchaus sein, dass dann ein Kollege oder Untergebener (schon das ein ekliges Wort, denn ich fühle mich niemandem über- oder unterlegen,  und schon gar nicht durch einen virtuellen Titel) andere Aufgaben bekommen muss, aber gerade bei bestimmten Charakterzügen wäre es eine Illusion, hier eine Veränderung zu fordern. Kreativ bleibt kreativ, mutig bleibt mutig und ängstlich wird immer im Grundwesen ängstlich bleiben.

Insofern halte ich wenig davon, in der Beurteilung von Menschen Schwächen zu identifizieren UND verändern zu wollen. Die eigenen Schwächen kennt jeder selbst am besten (oft werden sie sogar der Umwelt gegenüber verheimlicht, ein weiteres Indiz für den Irrtum Fremdbild).

Ich bin introvertiert, das glauben zwar viele in meinem Umfeld nicht, aber wer die genaue Definition von Introversion kennt, wird mir zustimmen (Genauer, nach Myer Briggs: Ich bin INFP)

Ich werde das nicht ändern können. Aber ich kann das beste draus machen. Und das sollte von meinem Umfeld unterstützt werden. Alles andere bringt nichts, außer Widerstand und Leiden.

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