Microsoft Band: Es ist ein Fitnessarmband mit Extras

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Kompatibel mit IOS, Android und Windows Phone, Microsofts Fitnesstracker. Bildquelle: Microsoft

Nun  hat Microsoft die Katze aus dem Sack gelassen und präsentiert Microsoft Band. Ein Fitnessarmband auf Steroiden. Mit Touch Bildschirm und Kachelhaptik. Mit Spracheingabe und Benachrichtigungen. Und das interessanteste. Es arbeitet mit Microsofts Windows Phone ebenso zusammen wie mit Android oder IOS.

Aber Microsoft Band hat auch ein paar Besonderheiten. So ist ein UV Sensor verbaut, Zudem gibt es einen Herzfrequenzmonitor im Armband.

Die Bedieung der Oberfläche läuft via Touch und Microsoft gibt als Laufzeit mit einer Ladung BIS ZU 48 Stunden an. Aus Erfahrungen mit anderen Devices kann man also auf jeden Fall mit einem vollen Tag und einer Nacht rechnen, was bei dem ebenfalls integrierten Schlaftracker ganz sinnvoll ist.

Das Band kann zudem Nachrichten von Facebook oder Twitter darstellen und bietet auch eine Darstellung der nächsten Termine oder eingehender Anrufe.

Preislich liegt das Fitnessarmband bei 199$.

 

Zudem startet mit Microsoft Health die hauseigene Fitnessplattform von Microsoft.

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Bildquelle Microsoft

 

Der Produktwahn der Hersteller. Weniger wäre mehr

Samsung kündigt die 6. Smartwatch an. Und bringt mittlerweile jeden Monat ein paar neue Smartphones auf den Markt. Und der Rest der Hersteller ist auch nicht besser. Selbst Apple, bislang bekannt für eine klare Produktauswahl, beginnt sich zu zerfleddern.

Meines Erachtens nicht nur für die Kunden eine negative Entwicklung, könnte man doch quasi schon beim Verlassen des Ladens das nächste Modell erwerben.

Auch die Unternehmen werden früher oder später darunter leiden. Denn je mehr unterschiedliche Smartphones es gibt, je undurchsichtiger der Markt wird, um so weniger wird der Kunde bereit sein, permanent sein Smartphone zu erneuern. Zumal wir mittlerweile bei einem Hardwarestand angekommen sind, bei dem sich die Smartphones nicht mehr bei relevanten Komponenten vom Vorgängermodell unterscheiden sondern bei Spielereien, die die Mehrzahl der Kunden später nie nutzt.

Ich kann mittlerweile nicht mehr guten Gewissens zu irgendeinem neuen Smartphone raten, sondern empfehle häufig die Vorjahresmodelle, die preislich dank des Produktzyklenwahns der Hersteller teilweise zum halben Preis erhältlich aber absolut spitze in ihrer Leistung sind.

Vielleicht wäre es an der Zeit, mal wieder etwas mehr Zeit in die Weiterentwicklung zu stecken, statt einfach nur auf Deubel komm raus Geräte rauszuhauen. Und vor allem, kümmert euch endlich um wichtige Dinge. Akkulaufzeit, Akkulaufzeit und oh, erwähnte ich die Akkulaufzeit?

 

Wenn Crowdfunding richtig schief geht. Die Kreyos Failwatch

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Ja ne, ist klar. 1 Schritt gemacht, und bei unter 1 km/h eine Schrittweite von 200 Metern? Aehem. Ganz großes Aehem.

Es war einmal eine spannende Indiegogo Kampagne für eine Smartwatch, die all das bieten sollte, was mir an der Pebble noch fehlte. Gestensteuerung, Sprachsteuerung, die Möglichkeit, die Uhr als Freisprecheinrichtung zu nutzen. Also wurde ich zum Backer. Und wartete, und wartete. Mit zunehmender Wartezeit wurde auch die Kommunikation mit dem Projekt immer schlechter. Doch was ich jetzt direkt aus Singapur und damit mit nochmal extra Kosten für Zoll behaftet erhalten habe, das kann man eigentlich gar nicht Smartwatch nennen.

Weder gibt es Gestensteuerung, noch funktionieren Freisprechen oder Sprachsteuerung zuverlässig. Die Verarbeitung ist absolut billig und selbst die Pebble sieht vom Design deutlich besser aus.

Ich werde hier nicht alle Mängel aufzählen, die die Kreyos nach dieser langen Zeit immer noch hat. Aber ich wage zu behaupten, Ende des Jahres wird es den Hersteller der Kreyos nicht mehr geben. Denn vermutlich wird, wenn man sich nicht auf die erste Umtauschgarantie rückbesinnt (ja, man hatte mitten im Shitstorm auch noch die AGBs geändert), eine Flut von Klagen auf die Firma zurollen. Liest man nämlich auf dem Facebook Account von Kreyos oder dem Account, den verärgerte Backer geöffnet haben mit, dann scheint es niemanden zu geben, der seine Uhr auch nur ansatzweise nützlich findet.

Im Prinzip ein Haufen Elektro und Plastikschrott. Da hat man offensichtlich viel zu viel versprochen und keinerlei Erfahrung mit offener Kundenkommunikation. Denn es wurden Kommentare gelöscht, Antworten auf EMail Anfragen blieben aus und insgesamt war die Kommunikation mit den Unterstützern unterirdisch.

Ein kompletter Reinfall und ein Lehrstück, dass man Crowdfunding nur  mit Geld unterstützen sollte, das man nicht unbedingt wiedersehen will.

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Eine Smartwatch, was soll das?

IMG_20140418_145517Ich nutze nun schon seit einiger Zeit die AW414go von Simvalley. Und immer wieder werde ich darauf angesprochen, ob das denn überhaupt was bringt? Zumal die AW414go ein vollwertiges Smartphone mit Android darstellt, mit dem man also auch telefonieren kann und das kein Smartphone als Datenlieferant braucht.

Ich denke, im Moment sind Smartwatches noch eine Nische für Gadgetfreaks und Early Adopter. Es gibt hier zwei grundsätzliche Paradigmen. Zum einen die Smartwatch als verlängertes Display. Hier wird zwar auch eine Eingabe möglich, aber nur, um diese dann an das Smartphone weiterzugeben, das dann wiederum das Ergebnis auf der Smartwatch darstellt. In begrenztem Maß sind hier auch Standalone Apps auf der Smartwatch möglich aber primäre Daten- und Funktionsquelle ist das Smartphone.

Zum anderen Smartwatches wie die AW414go, die ganz eigenständig operieren und somit ein Smartphone ersetzen können, zumindest in der Theorie.

Woran es beiden Konzepten mangelt ist die Displaygröße. Man ist sehr eingeschränkt in dem, was darstellbar ist, Eingaben sind nur sehr schwer möglich (auch Spracherkennung kann hier nicht retten, da sie immer noch zu fehlerbehaftet ist)

Gerade für die Standalone Lösungen ist das der größte Kritikpunkt. Zumal eine Smartwatch auch nicht deutlich größer als eine gewöhnliche Uhr sein sollte, sonst nähert sie sich schon wieder den Mini Smartphones und ist außerdem nicht mehr angenehm am Handgelenk zu tragen.

Aber auch die Smartwatches, die nur als erweitertes Display fungieren  kranken zum Teil daran. Zwar scheint mit Android Wear ein Konzept erschienen zu sein, dass die Ausgaben der Apps für die Smartwatch auf das kleine Display optimiert, aber warum soll ich zusätzlich zum Smartphone, das ich ja dennoch immer noch bei mir haben muss noch eine Uhr tragen? Gerade für Menschen, die viel aktiv unterwegs sind, ist es wünschenswerter, ganz aufs Smartphone verzichten zu können, zum Beispiel in dem die Smartwatch gleichzeitig auch Fitnessuhr ist und beim Lauf die Route erfasst und ggf. auch postet.

Einen wirklichen Massenmarkt für Smartwatches auch mit dem Konzept von Android Wear sehe ich noch nicht. Und auch wenn Apple an einer eigenen Smartwatch arbeitet, so wird auch dort der Markt eher ein sehr eingeschränkter sein.

Wir haben uns für die neuen Smartwear Konzepte noch nicht wirklich an neue Interfaces gewagt. Bislang ist das meiste nur ein verkleinerter, informationsreduzierter Abklatsch dessen, was schon die Smartphones bieten.

Hier muss meiner Ansicht nach erst noch ein Gutteil Grundlagenarbeit erfolgen, bevor es wirklich tragfähige Konzepte für Wearable Devices jenseits von spezialisierten Anwendungen wie Fitnesstrackern gibt. Und wir sollten uns von Lösungen wie Sprachein- und Ausgabe nicht zu viel versprechen. Ganz ehrlich,wer will schon den ganzen Tag mit seiner Smartwatch sprechen. Man stelle sich das zum Beispiel im Großraumbüro, in der U-Bahn vor. Nein, auch in Zukunft wird die Geste der primäre Input für Smart Devices sein. Ebenso wird auch das Informationsfeedback noch meist auf einem Display erfolgen. Sprachein- und Ausgabe kann in besonderen Situationen (Stichwort Autofahren) von Nutzen sein, wird aber das Display Paradigma in nächster Zukunft keineswegs ablösen. Und da tritt dann wieder das Manko einer Smartwatch zu tage, die ja idealerweise der einzige Zugriffsweg auf die eigenen Daten bzw. die Daten des Smartphones sein soll. Es ist einfach zu klein für mehr als kurze Infohappen. Schon an Emails scheitert das Display.

 

 

So wird das nichts mit Android Wear. Zu viele Kompromisse

LGJa, das Design von Android Wear Devices ist schon toll. Aber letztlich will ich das Gadget auch anwenden und sinnvoll nutzen können. Und was dieser Tage an Infos zu Android Wear durch die Presse geistert, lässt mich an der ersten Iteration dieser Technologie starke Zweifel anbringen. Techhive zum Beispiel meldet:Gerade mal 25 % aller Android-Smartphones sind mit Android Wear kompatibel . Und das sind vermutlich die teuren Managerspielzeuge.  Ob aber ausgerechnet diese Klientel sich in Massen Smartwatches kaufen wird, wage ich bei der häufig vorhandenen Technophobie in den Chefetagen zu bezweifeln.

20140417_101005Zudem sind die bislang vorgestellten Androidwear Smartwatches stumm.

Kein Ton kommt aus ihnen, lediglich über Vibrationen werden Nachrichten gemeldet. Also keine Sprachausgabe, kein Vorlesen von Texten oder ähnliches. Das kann ja selbst meine AW414go besser. Und die ist ein komplettes Smartphone im Smartwatch-Format.

Und wenn der geneigte Leser jetzt sagt. Vibration reicht doch, was brauche ich Ton? Nun, ganz einfach, damit scheidet für mich die erste Generation als Fitnessuhr aus, wenn ich dann immer noch mein Smartphone als MP3 Player dabei habe. Meine Smartwatch kann bis zu 32GB!! an Musik mitnehmen, die ich dann via Bluetooth und Kopfhörer direkt von der Uhr hören kann. Denn mehr als eine Uhr will ich eigentlich zum Joggen nicht dabei haben. Alles andere ist zu groß und zu unbequem.
Dass eine Smartwatch nicht alles können muss, was ein Smartphone kann, kein Zweifel daran. Aber so abspecken, da ist dann selbst ein Preis von 199 Euro noch viel zu hoch. Ich kann in diesem Fall nur dazu raten, die erste Early Adopter Version zu ignorieren und abzuwarten, was in den zweiten und dritten Iterationen kommt. Und bis dahin. Die AW414go gibts im Gegensatz  zu den AndroidWear Devices mittlerweile bereits ab 149 Euro. Und auch andere Smartwatches sind bereits viel günstiger zu haben.

Android Wear mag ein gelungenes Konzept sein. Aber weiter sind die ersten Geräte auch noch nicht.

 

Wie man noch mehr aus der AW414go Smartwatch rausholt: Tipps&Tricks

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Meine AW414go mit Aviate Launcher und höherer Auflösung, dank ResolutionChanger.

Wer hier eifrig mitliest, weiß, dass ich mich zum einen aktuell für wearable devices begeistere, zum anderen insbesondere Smartwatches genauer unter die Lupe nehme. Im Moment begeistert mich vor allem die AW414go von Simvalley, die bei Pearl mittlerweile für knapp 150 Euro verfügbar ist, und damit was Preis und Leistung angeht einfach unschlagbar ist. Dass ihr euch ein vollständiges Smartphone am Handgelenk einkauft, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Und selbst der Akku ist schon ganz schön performant. Es geht aber noch mehr.

Hier also ein paar Tipps, ggf. wird daraus eine Reihe.

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Hier lässt sich die Auflösung ändern (natürlich nicht die physische aber zumindest die Darstellung via Software)

Vorraussetzung ist allerdings, dass ihr die Smartwatch gerootet habt. Das geht sehr einfach mittels Framaroot (Anleitung dazu und die App findet ihr bei den XDA Developers). Dass ihr dadurch aber eure Garantie verliert (wei auch bei anderen Smartphones, die ihr rootet) brauche ich euch ja wohl nicht zu schreiben…. Danach könnt ihr diverse Modifikationen vornehmen. Ich empfehle hier, greenify einzurichten, das  bei mir in Kombination mit Juice Defender meine Akkulaufzeit beinahe verdreifacht hat. Wichtig ist, zuvor ein Tool zum (kurzfristigen) Verändern der Auflösung einzurichten, damit ihr auch die Buttons von Programmen erreicht, die eigentlich nicht auf der kleinen Auflösung funktionieren.

Ich verwende hier Resolution Changer. Für den Alltag fahre ich die Uhr auf 480×480 bei 220 DPI. Um auch andere Programme nutzen zu können, kann man, sofern die Smartwatch gerootet ist, die Auflösung auf 480×480 bei 120 DPI fahren. Dann ist das Bild zwar sehr klein, aber man kommt auch an die Buttons von z.B. Greenify heran, die zu Beginn erscheinen, um Root Zugriff anzufragen. Und beim Umstellen auf höhere Auflösung die Frage nach der zweiten Rückfrage mit Ja beantworten, dann setzt sich zur Not die Auflösung am Ende des Prozesses von selbst zurück.

Um mit der höheren Auflösung dennoch eine Tastatur auf der vollen Breite des Bildschirms zu haben (die meisten Tastaturen schrumpfen equivalent zur Bildschirmauflösung und werden dann fast unbedienbar) rate ich zu Hackers Keyboard, das diverseste Anpassungen erlaubt und sich wieder auf die gesamte Bildschirmbreite ausdehnt, auch wenn die Auflösung verstellt wurde.

All diese Tipps natürlich wie man das so kennt auf eigene Gefahr, ihr solltet schon wissen, was ihr tut.

Und nicht vergessen, hinterher die Auflösung wieder auf sinnvolle Werte zurückzusetzen 😉

Und wer mit dem standardmäßigen Launcher ohne Homescreen nicht zurecht kommt, viele alternative Launcher laufen sehr gut auf der Uhr, ich habe bereits Nova Launcher und Aviate erfolgreich getestet.

Wer die Statusleiste vermisst, dem sei die App: Swipestatusbar ans Herz gelegt, mit der man die Statusleiste durch wischen von oben nach unten temporär erscheinen lassen kann.

Durch die höhere Auflösung lassen sich dann auch einige Programme besser nutzen, die zuvor nicht sauber skalierten. So kann ich bei 480×480 mit 220dpi perfekt mit Ingress arbeiten.

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Mit angepasster Auflösung läuft sogar Ingress sehr gut auf der AW414go

Habt ihr Fragen? Tipps? Eigene Hacks? Einfach eine Nachricht in den Kommentaren hinterlassen, mich auf Twitter oder Facebook kontaktieren. Bei hinreichendem Interesse werde ich daraus eine kleine Serie mit verschiedenen Tipps machen.

 

Eine echte Smartwatch: Die AW414Go von Simvalley im Test

Es gibt immer wieder mal ein Highlight, ein Gadget, bei dem ich sage, wow, alles richtig gemacht. Als die Simvalley AW414go von Pearl auf der letztjährigen IFA vorgestellt wurde, dachte ich, hey, wenn diese Präsentation nicht nur ein Fake war, dann könnte das die erste ernst zu nehmende Smartwatch sein und nicht nur eine Smartphone Erweiterung.

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Die Box, in der die Smartwatch geliefert wird, inklusive Kurzanleitung und USB Kabel sowie Ladedock.

Ich habe dann aber doch gezögert, zumal ich mit meiner Pebble eigentlich wirklich zufrieden war. Als ich aber zum einen von Pearl eine Sonderaktion gestartet wurde, da konnte ich dann doch nicht widerstehen. Und ich muss sagen, ich bin nicht nur angenehm, sondern sehr überrascht, was diese Smartwatch so alles leistet. Diverse Berichte anderer Blogger, die die Uhr kurz ansehen und ausprobieren durften, klangen von zumindest angetan, bis hin zu euphorisch. Da war es für mich nochmal extra wichtig, ganz unabhängig testen zu können, damit man mir nicht nachsagen konnte, ich würde da etwas nur wegen des kostenlosen Testgeräts in den Himmel loben. Mache ich sonst auch nicht, aber man weiß ja, wie der gemeine Internet Troll so ist. Also für den Start, die Uhr habe ich mir auf eigene Faust angeschafft und auch dieser Test ist komplett unabhängig und eigenständig gelaufen und läuft noch. Zunächst ein paar Worte zu den Features der Smartwatch. Ich besitze jetzt die AW414go mit folgenden Spezifikationen:

  • IPS-Display
  • Hoch-sensitiver 1,5″-Touchscreen (4 cm, 240 x 240 Pixel)
  • Multitouch und präziser Touchscreen-Stift
  • Dual-Core-Prozessor: Cortex A7-Prozessor mit 1,0-GHz-Taktung, 512 MB RAM
  • Betriebssystem: Android 4.2.2 JellyBean
  • Navigation: GPS, G-Sensor, E-Kompass
  • Quadband GSM 850/900/1800/1900
  • Vertrags- und SIM-Lock-frei: (Format: Micro-SIM)
  • Variabler Speicher: microSD/SDHC bis 32 GB
  • Datenübertragung: HSPA bis 7,2 Mbit/s, WLAN bis 150 Mbit/s, Bluetooth 4.0
  • Lautsprecher und Mikrofon integriert
  •  3-MP-Kamera für Fotos und Videos
  • Mit Vibrationsalarm
  • Mediaplayer-Funktion: MP3, MIDI, Ogg, PCM, WAVE, JPEG, GIF, BMP, PNG, MPEG
  •  Li-Ion (600 mAh), Standby bis zu 75 Stunden, wenn ich sie normal nutze reicht der Akku für einen Tag
  • Maße: 45,3 x 44,3 x 14,1 mm,  90 Gramm inkl. Akku
  • Smartwatch inklusive Stift, Ladeschale, Akku, USB-Kabel, Schraubenzieher, Schnellstart-Anleitung

So weit zur Technik. Das ganze kommt in einer netten Schachtel auf einem Kissen daher, so wie man es von „normalen Uhren“ kennt.

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Die erste große Überraschung. Mein momentaner Lieblingslauncher Aviate läuft und macht sogar richtig viel Sinn.

Die Uhr ist recht dick, aber wenn ich mir Uhren von Casio oder Swatch anschaue, sind diese zum Teil mindestens genauso dick. Um die Sim Karte einzustecken muss man an der Seite einen kleinen Deckel aufschrauben, die Schrauben sind von der Größe her winzig, aber es liegt ein passender Schraubenzieher sowie Ersatzschrauben bei. Im Prinzip ist es die Schraubengröße, die man auch von anderen Uhren mit verschraubtem Deckel kennt. An der Hand getragen fühlt sie sich nicht übermässig schwer an und nach einer gewissen Zeit merkt man nicht mehr, dass man eine Uhr trägt. Was kann die Uhr nun alles. Da kann man ganz einfach sagen, im Prinzip alles, was jedes Android Smartphone kann. Da ich vollen Zugriff auf den Google Play Store habe, kann ich auch alle Apps installieren, die für die Uhr geeignet sind. Das heißt nun nicht, dass auch alle sauber auf der Uhr laufen.

 

Dies ist aber der Größe der Uhr und ihres Displays geschuldet. Ich war allerdings überrascht, wie viel doch geht. So kann ich jetzt meine Laufrunden mit der Uhr erfassen, was an sich schon fast ein Kaufgrund ist, da sie mit den 199 Euro ja durchaus konkurrenzfähig zu anderen Sportuhren ist, aber bei weitem mehr „Extras“ bietet. Der Lautsprecher ist hinreichend gut, um alles gut zu verstehen, Musik lässt sich via Bluetooth Kopfhörer genießen, auch fürs Telefonieren ist ein Headset sinnvoll, obwohl das auch hinreichend gut mit der Uhr selbst geht. Dank GPS und Bewegungssensor kann auch was die Erfassung von Bewegung angeht die Uhr mit jedem Smartphone mithalten. Das GPS ist dabei erstaunlich genau und ich bekam recht schnell einen Satellitenfix. Intern hat die Uhr 512MB Speicher, den man aber mit einer Speicherkarte um bis zu 32Gbyte erhöhen kann. Es passen also einige Apps auf die Uhr. Und die Performanz ist durchweg gut, ein Antutu Benchmark kategorisiert die Uhr mit etwa der Performanz des Samsung Galaxy S2 ein, was ich für einen extrem guten Wert halte.

Die Laufzeit der Uhr wird im Standby mit 57 Stunden angegeben. Als ich sehr viel mit der Uhr ausprobiert habe, sie also quasi permanent an war, ging ihr nach etwa 5 Stunden die Puste aus. Bei normaler Nutzung, wie man sie auch mit dem Smartphone im Alltag hat, reicht der Akku locker einen Tag. Erstaunlich war für mich vor allem, wie viele Apps darauf laufen und welche Performanz die Uhr an den Tag legt. So konnte ich als Beispiel Riptide GP2 auf der Uhr ohne Probleme starten und es war auch gut spielbar.

Was für mich aber viel wichtiger ist. ALLE von mir bevorzugten Apps, laufen auf der Uhr und sind gut bis sehr gut bedienbar. So kann ich auf der Uhr unter anderem folgende Apps nutzen: Any.do

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Selbst diverse Casual Games laufen, dabei ist die Performanz keine Hürde, wenn, dann der kleine Bildschirm.
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Auch die Shopping App Bring! läuft bestens.

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Bring!
Runtastic Pro
c:geo
Foursquare
Facebook
Twitter
Google+
Skype
Regenalarm
SleepAsAndroid
Zapitano
OSMand+
Aviate
Nova Launcher
Feedly
Miso
Komoot
JuiceDefender
ISSDetector
IPCam
ViewerGo
CleanMaster
AmazonKindle
Swype
Minuum

Und für die Unterhaltung:

Alle Spiele von Kairosoft
BadPiggies
CutTheRope
Riptide GP2

Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass wenige Entwickler speziell auf ein Bildschirmformat von 240×240 Pixeln Rücksicht nehmen, aber die Menge an nützlichen Anwendungen, die ich bislang bereits gefunden habe, überzeugt mich, dass auch auf diesem Format sinnvolles Arbeiten möglich ist. Zudem funktionieren auch diverse Programme, die speziell für kleine Bildschirme entwickelt wurden, wie das Minuum Keyboard oder diverse Speedreader nach dem „Spritz“ Speedreader Prinzip. Und wenn es mal wirklich zu schwierig mit der Eingabe wird, ist auch ein kleiner Ministift beigefügt, den man relativ sicher ans Armband clippen kann und selbst ein normaler Stift oder Kugelschreiber funktioniert auf dem Display.

Allerdings muss ich sagen, dass schon die „eingebaute“ Tastatur erstaunlich gute Ergebnsise liefert. Zumal man, wenn man ehrlich ist, auf solch einer Smartwatch auch mit Sicherheit keine größeren Texte schreiben will.

Als einziger Kritikpunkt verbleibt bei mir, dass die Rückseite der Uhr bzw. die dort angebrachte dunkle Beschichtung sich schon nach wenigen Tagen ablöst.Das sieht sehr unschön aus, ist aber zu verschmerzen, da die Rückseite ja sowieso nicht sichtbar ist. Zudem hat Pearl auf Anfrage erklärt, dass es sich dabei um einen Schönheitsfehler handelt, der leider bei einer Charge aufgetreten ist, aber außer dem Abfärben keinerlei negative Auswirkungen hat.

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Nach einigen Tagen verfärbte sich die Rückseite. Kann ich verschmerzen, da diese ja beim Tragen eh nicht sichtbar ist, und laut Aussage ein Schönheitsfehler einer bestimmten Charge.

Insofern kann ich wirklich sagen, die AW414go ist für mich die einzige momentan auf dem Markt befindliche ECHTE Smartwatch, die zumindest zeitweise auch mal anstelle eines Smartphones genutzt werden kann und nicht nur „verlängertes Display“ ist. Was ich an Kritikpunkten im Netz gelesen habe, kann ich nur zum Teil nachvollziehen. So beschwerten sich manche über die Größe der Uhr. Die ist aber, wenn ich sie wie bereits geschrieben mit anderen Sportuhren vergleiche im völlig normalen Rahmen. Die kleinen Schrauben sind auch nicht kleiner, als bei anderen Uhren mit vergleichbarer Verarbeitung. Dass die Oberfläche nur zum Teil angepasst ist, liegt auch daran, dass es wohl kaum Aufgabe eines Herstellers sein kann, dafür zu sorgen, dass auch alle von Dritten entwickelten Anwendungen angepasst sind. Entweder, ich möchte ein echtes Android auf meiner Uhr oder eben etwas spezielles, das dann die anderen Anwendungen wieder aussperrt.

Und zudem lassen sich ohne Probleme andere Launcher installieren. Ich nutze mit Begeisterung den Aviate Launcher, der auf der Smartwatch fast noch mehr Sinn macht, als auf dem Smartphone, da er mir je Ort und Kontext gleich ein passendes Set meiner wichtigsten Anwendungen liefert. Dass das Display klein ist, da kann ich nur sagen, ach was, entweder, ich will eine Smartwatch, oder ich schnalle mir gleich ein kleines Smartphone an den Arm. Hier sollte man halt nach Apps suchen, die eine veränderbare Schriftgröße haben oder verstärkt auf iconische Darstellung achten. Ich halte die AW414go im Moment für den bestmöglichen Kompromiss aus großem Funktionsumfang, flexibler Konfigurierbarkeit und autonomem Device.

Da ich bereits die Pebble und die Galaxy Gear getestet habe, würde ich hier folgendes Ranking aufstellen

1) AW414go

2) Pebble

3) Galaxy Gear

und nach allem, was ich bisher gelesen habe, wohl auch die Nachfolgegeneration.

Die Gear ist für den Funktionsumfang, den sie bietet viel zu teuer und auch in der gesamten Softwarestruktur für den Durchschnittnutzer zu proprietär. (komplizierter Installweg mittels eigener Software) Die Pebble punktet vor allem mit einer sehr guten Laufzeit, ist aber ohne Smartphone relativ dumm, und die App Infrastruktur ist bei weitem kleiner als die von Android. Zwar ist die AW414go auch noch nicht das Optimum, kommt dem aber schon sehr nahe. Zumindest ist das als Basis für weitere Modelle eine super Grundlage.

Von mir aus dürfte z.B. die Kamera gerne wegfallen, wichtig sind mir bei einer solchen Uhr eher die programmatischen Werte. Spannend wird, ob noch etwas an der Batterielaufzeit geschraubt werden kann. Ich experimentiere gerade mit Juice Defender, einer Anwendung die die Uhr ja in Ruhephasen komplett vom Datenverkehr trennt und nur kurz aktiviert, um Updates zu holen. Auch das dürfte der Laufzeit nochmal ein Plus geben. Aber für eine Uhr, die mit einem AMOLED Display aufwartet und UMTS sowie WLan an Bord hat ist die Laufzeit schon wirklich bemerkenswert.

Smartwatches, da war doch schon mal was?

1779156-40Beim Recherchieren über neue Smartwatches bin ich auf eine Uhr gestossen, die man gut als einen der Vorläufer der Pebble Smartwatch bezeichnen könnte.

Genauer gesagt geht es um die TEXAS INSTRUMENTS – EZ430-CHRONOS-868 Uhr, die man unter anderem bei Farnell beziehen kann. Ja Moment, werden jetzt viele sagen, das ist doch eine Fitness-Uhr. Richtig, aber zum einen, die meisten aktuellen Smartwatches haben ebenfalls einen Fokus auf Fitnessfunktionen und zum anderen. Wenn man sich mal genauer mit dem Artikel befasst, stellt man schnell fest, dass diese Uhr sich bereits programmieren läßt. Und wenn man wiederum beobachtet, worüber bei den Smartwatches neben dem Darstellen von auf dem Smartphone eingegangenen Nachrichten meist berichtet wird, dann sind das die Fitnessfunktionen.

Die aktuellen Smartwatches unterscheidet von Uhren wie der EZ430 oder anderen Sportuhren meist, dass sie nur in Zusammenhang mit einem Smartphone funktionieren. Bzw. wenn sie alleine arbeiten, dann auf der Basis eines Smartphone Kerns, wie z.B. die Uhr von Pearl. Und natürlich das andere Display. Wobei man hier auch immer drüber nachdenken sollte, welche Anwendungen man nutzen möchte. Denn gerade bei Wearable Devices sollte man immer auch an das Anwendungsfeld denken. Die eierlegende Wollmilchsau wird mit Sicherheit, wenn überhaupt dann noch ein paar Jährchen auf sich warten lassen. Ich sehe in der Zukunft eher kleine, energiesparende und vor allem günstige Wearable Sensoren und Tracker, die zu bestimmten Zeiten mit dem Smartphone, Tablet oder PC synchronisiert werden.

Was ich hier aber eigentlich sehr spannend finde ist die offene Architektur der EZ430. Man kann die Uhr umprogrammieren, und hat somit eine Plattform, um jenseits bisheriger Anwendungen der Uhr auch noch andere Funktionen zu nutzen.

Natürlich lässt sich die Chronos nicht direkt mit der Pebble vergleichen, schon wegen des anderen Ansatzes und der anderen Zielgruppe. Aber was ich spannend finde ist die Tatsache, dass unabhängig von Smartphones bereits vor Jahren darüber nachgedacht wurde, verschiedenste Funktionalitäten am Handgelenk zu tragen. Und gerade für Hacker dürfte die doch ausgesprochen günstige Chronos inklusive Entwicklerkit (bei Farnell im Moment für 57,76 Euro zu haben) durchaus interessant sein.