Das Leben hat mich wieder

So fühlt es sich zumindest an. Mittlerweile wieder betreut durch meinen Psychotherapeuten fühle ich mich endlich wieder angehend normal. Wobei meine Definition von Normalität sich stark von der alltäglichen unterscheidet. Wieder Freude an Dingen haben, einen Abend mit meiner Frau in der Stadt genießen. Ganz einfach Dinge sind wieder schön, die ich früher gar nicht mehr wahrgenommen hatte.

Ich spüre aber auch, ich bin noch lange nicht stabil, was meine Vergangenheit und die damals erlernten Verhaltensmuster angeht. Da kommt noch ein großes Stück Arbeit auf mich zu. Denn immer noch ist da dieser ätzende ungesunde Glaube, man würde mich nur wegen dem mögen, was ich tue.

Ich habe gelernt, dass es schon sehr früh passiert, diese negative Prägung. Ich bin permanent mit dem „kleinen Uwe“ konfrontiert.

Ein gutes, das Elontril zusammen mit Lithium wirkt wunderbar und auch die vom Venlafaxin stammenden Nebenwirkungen wie übermässiges Schwitzen und Potzenprobleme sind komplett weg.

Wie geschrieben. Man beginnt, sich über die kleinen Dinge zu freuen.

Wie fühlt sich eine Depression an?

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Stellt euch vor, es ist ein schöner, warmer Sommertag, und ihr seid mit Freunden im Schwimmbad. Ihr springt ins Wasser, taucht etwas und als ihr auftauchen wollt, spürt ihr, dass das Schwimmbad zugefroren ist Ihr sagt, das kann ja gar nicht sein? Genau. Das sagen Freunde und Bekannte auch, wenn man wieder in ein depressives Loch fällt: „Stell dich nicht so an“ „Alles halb so wild“ „Reiss dich zusammen“. Darauf ein gediegenes „Shut the fuck up“. Wenn das so einfach wäre. Dafür braucht es Hilfe, von Profis. Damit der erste Eispickel zumindest durchdringt und man wieder Luft bekommt, bevor es zu spät ist und man sich aus dieser scheinbar hoffnungslosen Situation dank toller Werkzeuge wie Rasierklingen, Tabletten oder einem gediegenen Sprung von was hohem befreit hat.

Eine Depression ist kein Spass sondern eine sehr ernste und lebensbedrohliche Krankheit. Alles wird grau, auch vormals glückliche Momente werden schal und man könnte wegen jedem Dreck in Tränen ausbrechen.

Nichts gelingt mehr, man wird unkonzentriert, permanent traurig und glaubt, nichts mehr zu können.

Stellt euch einen Trichter aus Sand vor. Je mehr man versucht, nach oben zu kommen, umso mehr rutscht man ab. Lediglich Medikamente können das bremsen. Aber sie zerstören oft auch jegliche Emotionen, man wird zum sedierten Zombie.

Depression ist wie ein psychisches Krebsgeschwür, das mehr und mehr des eigenen Lebens überdeckt und zerstört, bis manchmal nur noch ein Ausweg bleibt.

Wenn ihr jemanden kennt, der unter Depressionen leidet, bitte, bitte, nehmt es ernst. Seid da und falls sich die Gedanken an Suizid häufen sollten, bringt ihn notfalls ins Krankenhaus oder zum Arzt. Es könnte sein, dass ihr damit ein wertvolles Leben rettet.

Oh, und keine klugen Ratschläge im Sinne von „Tritt halt etwas kürzer“, „Du bist zu viel online/draußen/drinnen/whatever“. Das hat mit der Krankheit absolut nix zu tun und ist auch überhaupt nicht hilfreich.

Glaubt mir, ich weiß wovon ich schreibe.

Ausgewildert, vom Ende des Klinikaufenthalts und den nächsten Schritten

Freitag war es so weit, mein letzter Tag in der Tagesklinik als regulärer Patient. Damit ich weiterhin meine wichtige Medikation bekomme und auch, um weiterhin einen Ansprechpartner, namentlich meine Therapeutin zu haben, werde ich in den Wochen, oder hoffentlich nur Tagen nach der Tagesklinik noch in die PIA, die Psychologische Instituts-Ambulanz gehen.

Der Abschied von meinen Mitpatienten gestaltete sich zum Teil sehr emotional und die Beiträge in der Wunschbox, einer Papierschachtel mit Zetteln voller Grüßen und guten Wünschen hat mich doch durchaus nahe an Tränen geraten lassen.

Überhaupt bin ich weit emotionaler als vor den ganzen Kliniken. Zum Teil mag das auch meinem neuen Medikament Elontril geschuldet sein, aber ich habe auch fantastische Menschen kennengelernt, seien es Pfleger, Ärzte oder Mitpatienten. Niemand von uns ist verrückt, so wie sich die Öffentlichkeit das wohl ausmalt, alle sind wir an den zum Teil irrsinnigen Anforderungen der heutigen Zeit und unserer persönlichen Lebensgeschichte zerbrochen.

Mittlerweile weiß ich, wie viel in meiner Kindheit und Jugend schief gelaufen ist, ohne das ich etwas dafür konnte und jetzt weiß ich auch wie gefährlich und zum Teil hilflos die Versuche waren, mir kurz vor meinem Zusammenbruch zu helfen. Jemand, der gerade in einer Depression versinkt braucht keinen Rat im Stile von, konzentrier dich aufs wesentliche, lass Themen fallen, reiss dich zusammen. Das macht alles nur noch viel, viel schlimmer.

Und ab jetzt sind mir Fremdbilder (ich hoffe ich schaffe das) völlig egal. Denn auch sie, die dummen angeführten Fremdbilder haben mich negativ verändert. Weil ich den anderen gerecht werden wollte, anstelle ich selbst zu sein.

Wenn man mich nicht so mag wie ich bin, dann kann ich nur raten „kiss my ass“.

Jetzt bin ich in der Warteposition für die Reha, der Antrag ist eingereicht und sollte eigentlich den nächsten Wochen hoffentlich positiv beschieden werden. Dann erwarten mich nochmal sechs Wochen intensiver Therapie aber dann sollte ich hinreichend gestärkt sein, sowohl mit meiner Depression als auch mit der irren Welt da draußen zurecht zu kommen. Ob ich es jemals ohne Medikamente schaffen werde weiß ich nicht, aber das ist mir auch egal, so lange ich so stabil bleibe, dass mein schwarzer Hund Depression mich nie wieder so zur Gänze und bis an den Rand der Lebensgefahr auffrisst.

 

Bitte, wenn ihr selbst betroffen seid, wenn ihr von dunklen Gedanken beherrscht werdet oder gar regelmäßig an Selbstmord denkt, sucht euch Hilfe. Die psychiatrischen Kliniken der Gegenwart mögen zwar mit ignoranten BWLern und dem daraus resultierenden Personal- und Geldmangel zu kämpfen haben. Aber es sind längst nicht mehr die Irrenhäuser, wie man sie aus Filmen wie „Einer flog übers Kuckucksnest“ kennt. Es sind ganz normale Krankenhäuser, die euch bei eurem Weg aus der Depression helfen wollen. Seid mutig, tut es für euch lasst euch helfen, bevor ihr ganz vom schwarzen Hund Depression verschlungen werdet.

Und ihr Freunde, Verwandte, Partner da draußen, die ihr einen depressiven Menschen kennt. Bleibt bei ihm, seid einfach da. Mehr braucht es meist nicht, um nicht die finale aller Dummheiten zu begehen. Einfach da sein, nicht werten, nicht verurteilen, keine Regelwerke für besseres Verhalten aufstellen. Da sein, das ist alles was ein depressiver Mensch braucht und auch noch annehmen kann. Für mehr hält er oder sie sich meist nicht mehr wert genug.

Oh und als kleinen Spass am Rande hab ich mir zwei T-Shirts drucken lassen mit den zwei Sprüchen, die mich hoffentlich in der nächsten Zeit begleiten und daran erinnern, was wirklich wichtig ist. Und ja, ich kann keine Selfies. Ist ja hoffentlich nicht eine Kernkompetenz eines Informatikers 😉 .

 

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Aus der Klapse, meine Depression und die Presse: Medienreaktionen

Heute mal nur zwei Links zu Artikeln, die DRadio Wissen und das Online Magain Vice über meine Tweets #ausderklapse brachten.

Beiden Plattformen ganz vielen Dank, auch dafür, dass sie meine Tweets wie auch die Aktion und die Motivation authentisch vermittelt haben und nicht wie heutzutage leider oft verfälscht oder polarisiert haben.

Hier gehts zum Beitrag von DRadio Wissen

Hier der Beitrag von VICE

bin bereits mit anderen Medien in Kontakt und falls wer Interesse an dem Thema Depression aus der Sicht eines Betroffenen hat, gerne bei mir melden.

 

Lagebericht vom Land der Bekloppten und Bescheuerten

stuehleMittlerweile bin ich bald die 10 Woche in der Tagesklinik und davor 8 Wochen in der stationären Klinik in Weinsberg. Allen Pflegerinnen und Pflegern, allen Therapeutinnen und Therapeuten meinen wirklich absolut zutiefst empfundenen Dank. Sie waren das kleine tapfere Licht im Dunkel, die helfende Hand, wenn man wieder mal dachte, dass die Welt ohne einen besser wäre. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ihr mir geholfen und mich gerettet habt. Ihr seid meine persönlichen Superhelden.

Weinsberg, viele verbinden damit immer noch Zwangsjacken und völlig Durchgeknallte. Sicher, den einen oder anderen gibt es dort tatsächlich. Ich würde lügen, würde ich das leugnen. Aber die erdrückend große Mehrheit ist eigentlich völlig normal. Aber sie hat seelische Wunden davon getragen. Viele landen in der Psychiatrie wegen Depressionen, Drogenmissbrauch, Alkoholmissbrauch. Dahinter stecken aber, das habe ich sehr intensiv und für mich nicht immer leicht gelernt, seelische Verletzungen die schon Jahre, meist sogar Jahrzehnte zurückliegen.

Und sie hätten verhindert werden können. Bitte, angehende oder gerade gewordene Eltern. Wenn ihr glaubt, ihr wisst nicht, wie Elternsein geht, wenn euch jede Idee fehlt. EINES ist wichtig. Alles andere könnt ihr machen wie ihr wollt, aber bitte ZEIGT EUREN KINDERN DASS IHR SIE LIEBT. Jawohl, das musste geschrien werden.

Was mir fehlte, und zwar gerade als Kind war Liebe, das Gefühl, von jemandem bedingungslos geliebt zu werden. Keine Umarmungen, kein Ich hab dich lieb. Nein, ich war allein. Auch später, bis weit in die Pubertät.

Keine  Seele steht das durch, KEINE. Alle Probleme der letzten Jahre, all die verdammt großen Ängste und verdammt schwarzen Tage hätte ein Wir haben dich lieb in der Kindheit sicher hinfort gewischt.

Also ihr Eltern da draußen, auch wenn euer Kind etwas angestellt hat, auch wenn es schlechte Noten bringt. Bestraft es NIE mit Liebesentzug. Das ist keine Strafe sondern seelische Körperverletzung.

Ich bin jetzt noch eine Woche in der Tagesklinik, danach warte ich auf die Mitteilung von Rentenversicherung und REHA und dann sind es nochmal vermutlich 6 Wochen, bis ich endlich meinen neuen Weg gefunden habe.

Im Moment sitze ich hier, mit Tränen in den Augen und höre seit mind. 1 Jahr zum ersten Mal wieder endlos die unglaublich schöne Musik von Queen, die ich mir in meiner immer dunkler werdenden Phase meiner rezidierenden Depression  nicht mehr erlaubt habe. Weil es einfach nichts glückliches mehr gab. Und das trotz wunderbarer Kinder und toller Ehefrau. Da ist das Monster Depression unerbittlich und zerstört jeden positiven Gedanken, jede glückliche Erinnerung. Nie war ich so vergesslich wie während der tiefen dunklen Phase meiner Depression.

Oh, und Ende des Jahres, wenn ich alles überstanden habe und hoffentlich wieder stabil bin, wird mein erstes Projekt nach der Klapse starten: Aus meinem Tagebuch während des Klinikaufenthalts wird ein Buch entstehen. Eine Autorenagentur wird mich dabei betreuen und ich hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen manche Ängste nehmen kann und wenigstens ein oder zwei Menschen dazu, statt aus dem Leben scheiden zu wollen es anzupacken und sich helfen zu lassen.

Langsam, ganz langsam tauche ich wieder auf, kann wieder lächeln, lachen.

 

Langsam, ganz langsam höre ich auf zu existieren,

 

und

 

beginne zu leben. (Tritt (glücklich) weinend ab)

 

Ich bin dann mal offline (4 Wochen lang)

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Da ihr ja alle wisst, dass ich im Moment noch mit meiner Depression kämpfe, unterstützt von vielen guten Leuten um mich herum, sollte euch folgendes wirklich nicht beunruhigen. Um mal wieder wirklich zu mir zu kommen und einige Dinge zu klären, die in den letzten Wochen aufgedeckt wurden, und auch als Experiment, das mir meine übrigens wirklich sehr gute Therapeutin nahegelegt hat, werde ich in den nächsten vier Wochen, beginnend mit Mittwoch weder auf Facebook, noch auf Twitter oder in meinem Blog aktiv sein. Alles, was in dieser Zeit scheinbar von mir erscheint erledigen Bots für mich (Stichwort IFTTT).

Ich bin auf den klassischen Wegen für mein enges Umfeld weiterhin erreichbar aber eben für vier Wochen nicht im Netz. Es gibt einfach einige positive aber gleichzeitig schwer wiegende Erkenntnisse, mit denen ich erst mal in Ruhe klar kommen muss, bevor ich wieder aktiv darüber berichten kann. Und nein, ich bin nicht völlig offline, das ist de facto heutzutage nicht mehr sinnvoll. Schliesslich wollen Rechnungen bezahlt und Termine koordiniert werden. Aber ich werde in der Zeit weder aktiv die News in den digitalen Welten verfolgen, noch selbst etwas in dieses Internet schreiben. Ihr habt also ein wenig Ruhe vor meinem Gesabel.

Und natürlich hoffe ich auch, dass meine Blogpartner und Sponsoren Verständnis für diese Aktion haben. Sind ja nur vier Wochen, das sollte verschmerzbar sein.

Habt bitte Geduld mit mir, es wird sich lohnen, ich bin mir sicher, nach den vier Wochen wird sich einiges geklärt haben.

Bleibt mir treu, ich verspreche, nach den vier Wochen werdet ihr von mir hören und den aktuellen Stand auch hier lesen können. Bis dann

Uwe

Auswilderung, Impressionen aus der Tagesklinik

Nun bin ich wieder zurück in Schwäbisch Hall und dort in der psychiatrischen Tagesklinik. Und mit mir viele andere, die unter Angst, Depression leiden.

Was die Tagesklinik von der Psychiatrie in Weinsberg unterscheidet? Weinsberg war eher für das wieder stabilisieren da, und für die passende Medikation. Hier in der Tagesklinik werden dafür die Pflaster für die angeknackste Seele ausgegeben.

Ich lerne, wie ich mit meiner Krankheit Depression so umgehen kann, damit sie mich im Alltag zwar immer noch begleitet, aber nicht mehr meinen Alltag (zer)stört. Quasi wird der schwarze Hund Depression abgerichtet.

Und ich habe ein tolles Team aus Pflegern und Therapeuten um mich, die uns allen mit Rat und Tat zur Seite stehen, uns auch mal auf unsere Stärken hinweisen, die man in der tiefen Schwärze einer Depression gerne vergisst und uns alle wieder auf Spur bringen, um im Alltag zu bestehen ohne unterzugehen.

Denn eine Depression verschwindet nicht so einfach, aber mit dem richtigen Handwerkszeug und der richtigen Einstellung lässt sie sich sehr gut bändigen.

Ich werde wohl noch einige Wochen brauchen, bis alle Wunden meiner Seele geflickt sind. Aber ich habe hier starke Verbündete und bin mir zum ersten Mal wieder sicher, dass ich es schaffen kann. Schon das ist ein Gefühl, das unglaublich gut tut. Als Mann offen zu seiner Depression zu stehen ist immer noch ungewöhnlich, ein Burn out, ja damit brüstet man sich gerne aber eine Depression, das gibt es nicht, das hat Mann nicht zu haben. Gerade deshalb mache ich meine Depression publik, weil ich eben das nicht gut finde. Depression darf kein Tabu mehr sein, auch nicht für Männer. Je öffentlicher wir das ganze beschreiben, darstellen und die Ängste nehmen, um so mehr Menschen werden auch den Mut finden, sich helfen zu lassen.

Und die Unterstützung meiner Follower, Leser und Fans. Danke euch allen, dass ihr auch in dunklen Tagen mir die Treue gehalten habt. I’ll be back… very soon.

Vollzeit Klapse, Teilzeit Klapse und der Wahnsinn der Realität

Ich bin wieder zuhause. Nicht nur für eine Übernachtung,nein, die Vollzeit Klapse hat mich als stabil entlassen. Wohlgemerkt stabil, nicht geheilt, weil Heilung einer schweren Depression nicht so einfach von heute auf Morgen geht. Im Gegenteil es ist eigentlich ein immerwährender Prozess des auf sich selbst achtens und sich nicht wieder in Situationen bringen lassen, die zu einem neuen Schub führen. Letztlich habe ich vor allem gelernt, dass ich mir selbst wichtiger sein sollte, mehr auf mich achten, weniger auf die Meinung und Zuneigung anderer geben. Ich habe Freunde und eine tolle Familie, aber ich muss auch akzeptieren, dass es Menschen gibt, die ich nicht mag und dass das in Ordnung ist, ja sogar dass ich Feinde haben kann, und auch das in Ordnung ist.

Schluss mit dem Harmoniebedürfnis. Schluss damit, everbodies darling sein zu wollen. Ab Morgen geht es in die Teilzeit Klapse, in die Tagesklinik hier in Hall. Ich nenne es „auswildern“, das langsame Gewöhnen an den „normalen“ Alltag. (Der oft viel irrsinniger ist als alles, was man so in der Klapse erlebt).

Ich bin so einigen Menschen dankbar, die auch in sehr dunklen Tagen zu mir gehalten haben und es noch tun. Und ich werde weiterhin offen mit meiner Depression umgehen, weil genau das Totschweigen Menschen in die Depression treibt statt zu helfen.

Ebenso wie bestimmte bayrische Poltiker, die jetzt ein Berufsverbot in bestimmten Berufen bei Depression fordern.

Wie dumm diese Forderung ist, dürfte schon daran ersichtlich werden, dass der Pilot ja eben seine Depression zu verschleiern suchte, weil er wusste, dass das zum Ende seiner Karriere führen könnte. Wenn nun jeder mit der Gefahr des Verlusts seines Jobs wegen Depression konfrontiert ist, werden sich noch weniger Menschen behandeln lassen oder auch nur vernünftig mit ihrer Depression umgehen. Letztlich treiben solche Forderungen noch mehr Menschen zu Extremhandlungen wie Selbstmord. Danke werte Politiker für populistisches dummes Gewäsch bar jedes Verständnisses für eine sehr weit verbreitete Krankheit, die schon heute unter der ungerechten und gefährlichen Stigmatisierung leidet.

Ich werde weiter für mehr gesellschaftliche Akzeptanz von Depressionen als behandelbare und damit kontrollierbare Krankheit kämpfen. Wir sind viele und wir leisten viel, nicht wegen aber trotz unserer Depression.

Solch dumme Forderungen sollten gerade Politiker aus der Vergangenheit kennen und wissen, wohin eine solche unreflektierte Stigmatisierung führt.

Gott sei Dank scheint es in der twitternden Bevölkerung mehr intelligente und vernünftige Menschen zu geben, wie der Shitstorm wegen des Berufsverbots zeigt.