Ich arbeite wieder

Back to normal. Zumindest fast. Noch bin ich in der Wiedereingliederung und damit pro Tag 4 Stunden im Büro. Vermutlich geht mein Umfeld schon wieder davon aus, ich sei ja gesund, ich könne ja wieder volle Leistung erbringen.

Aber ich spüre die Mühe, mich morgens aufzuraffen. Die unterschwellige, weil nicht Personen oder Situationen gebundene Angst. Die Stimmungsschwankungen, die meine Medikamente zwar abpuffern aber nicht ganz verschwinden lassen können.

Ich bin, ich bleibe krank. Zwar arbeitsfähig krank, aber die Krankheit Depression werde ich immer in mir tragen. Das ist der Unterschied zu einer Grippe oder einem gebrochenen Bein. Da ist man krankgeschrieben, bis man wieder vollständig genesen ist. Vielleicht ist es noch am ehesten vergleichbar Diabetes. Man kann arbeiten, auch in Gegenwart der Krankheit.

Immerhin das Schreiben konnte ich fast während meiner ganzen Therapie aufrechterhalten und sogar ausbauen. Die erste vollständige Fassung meines Romans, immerhin 355 Seiten ging heute an meinen Verlag und an meine Lektorin. Jetzt heißt es korrigieren, revidieren, ggf. neu schreiben.

Und es läuft ein Projekt an, das etwas mit Fernsehen und Dokumentationen zu tun hat. Noch ist es in einem sehr frühen Stadium, aber auch das ist etwas, das mir in meinem Kampf gegen meine Krankheit und für mehr Verständnis hilft.

Es ist seltsam, zu wissen, dass man depressiv ist und dass man das voraussichtlich auch für den Rest seines Lebens sein wird. Dass man immer auf sich Acht geben muss, Zeit für sich frei räumen, anderer Leute Meinung weniger wichtig nehmen. Und dass man sich mit seinen ebenso ins Hirn eingebrannten Ängsten arrangieren muss. Der Kampf hat letztes Jahr begonnen aber er wird nie aufhören. Einzig, ich kenne jetzt meinen Feind und habe Mittel zur Verfügung, ihn unter Kontrolle zu halten. Ob mir das immer gelingen wird? Ich hoffe es. Bislang gab es keine so dunkle Phase mehr, wie Anfang Februar 2015. Das darf es auch nicht mehr geben, denn diese Phase war lebensbedrohend. Dass der Suizidversuch scheiterte habe ich einer Reihe rückblickend glücklicher Umstände zu verdanken. Das will ich nicht noch mal erleben müssen.

Ich verheimliche nicht, dass ich eine Depression habe. Das habe ich viel zu lange sogar vor mir selbst getan. Ich will offensiv damit umgehen und wenn möglich auch noch Medien aufmerksam darauf machen, dass eine Depression eine gut behandelbare Krankheit ist, und psychische Krankheiten generell endlich aus entstigmatisiert werden müssen.

 

Ist es Angst, ist es Depression, egal, es ist scheisse

Diagnosen sind ja so ne Sache. Nachdem zunächst alle sich einig waren, ich hätte ein schwere und wiederkehrende Depression, war schon mein Psychotherapeut anderer Meinung. Er vermutete das eigentliche Problem in einer Angststörung, ausgelöst durch sehr negative Erlebnisse in meiner Kindheit (die ich sehr gut verdrängt habe). Die Reha schließlich hat mich aber mal so richtig kaputt diagnostiziert. Generelle Angststörung, schwere Depression, leichte Angstpsychose und leichte Soziophobie. Also kaputt, kaputter geht es nicht. Aber andererseits ist es auch gut, endlich mal die Dinge beim Namen nennen zu können, die einem das Leben schwer und manchmal zur Hölle machten.

Aber was ich rückblickend auch festgestellt habe. Ich habe die Krankheit(en) jahrzehntelang mit mir herumgetragen, konnte dennoch einiges aufbauen, erfolgreich ein Studium abschließen und einen Beruf ausüben. Ich bin nicht die Krankheit, sondern weit mehr. Nur in den letzten Jahren hat sie mich immer mehr überrollt. Auch unglückliche Gespräche, Unverständnis für meinen Lebensstil oder einfaches nicht wissen, was meine Krankheit bedeutet, haben mich an den Rand geführt und einmal auch drüber hinaus.

Ich kenne meinen Gegner jetzt und weiß, wie ich ihn im Zaum halten kann. Und ich werde offen darüber reden, weil wir noch viel zu sehr darüber schweigen. Auch ein Mann hat mal Angst, oder eine Angststörung. Das ist nichts peinliches, abwertendes oder negatives. Es ist eine Krankheit, die behandelbar ist, eine Krankheit, die man in den Griff bekommen kann, wenn man sich dazu durchringt, überhaupt darüber zu reden. Deshalb ist es dringendst notwendig, neben Depressionen auch über andere psychische Erkrankungen zu sprechen. Denn auch das hilft Menschen, den Mut zu finden, Hilfe zu suchen.

Und genau dieser Schritt kann ein Leben retten. So wie letztlich meines. Der Haken ist, dass unsere Gesellschaft weder Depressionen noch Angststörungen überhaupt wahrnimmt, geschweige denn akzeptiert. Und die Männerklischees greifen hier erst recht. Angstörung? Als Mann? Ich doch nicht. Von wegen. Ich stehe dazu. Und dabei hab ich nicht mal Angst.

Warum wir über unsere psychischen Krankheiten reden müssen

Bis 2015 sprach ich nicht darüber, dass ich eine Depression habe. Will sagen, ich gestand mir selbst nicht ein, eine psychische Krankheit zu haben. 2010 hatte man bei mir einen Burn Out diagnostiziert, der in der Krankmeldung als Depression aufgeführt wurde „weil die Kasse sonst nicht zahlt.“

Auch, als es mir 2013 erneut sehr schlecht ging, nahm ich an, ich habe mich nur überarbeitet. Erst der dritte Absturz, der 2014 begann, 2015 nach einer Reihe sagen wir mal unglücklich verlaufender beruflicher Gespräche in einem Suizidversuch kumulierte und mich in die Psychiatrie brachte, hat mir die Augen geöffnet. Frisch eingeliefert hatte ich die Wahl, erneut ein Gebilde aus Lügen und Selbsttäuschung zu errichten, um mich vor mir selbst und meinen Followern auf Twitter und Lesern auf Facebook und in  meinem Blog gut dastehen zu lassen, oder die ganze Wahrheit zu berichten. Ich entschied mich für letzteres, weil ich mich endlich meinem Dämonen stellen musste, den ich schon Jahre mit mir trage. Also begann ich, auf Twitter mit dem Hashtag #ausderklapse zu twittern und im Blog und auf Facebook den Therapieverlauf zu dokumentieren. Ich entschloss mich dazu, obwohl mir mein Umfeld zum Teil geraten hatte, ich solle es verschweigen. pic-15173365-mz8r8S

Und ich wurde im Internet erst recht aktiv, obwohl man mir vorschreiben wollte, wie und wann ich twittern darf und sogar empfahl „Mich aus diesem Internet zu löschen“ (kein Witz, das hat mir im Jahr 2015 tatsächlich ein Arzt geraten. Gut, dass man auch Ärzte nicht immer ernst nehmen muss). Man sagte, ich sei mutig, so darüber zu sprechen. Für mich war es mehr eine Art Lebensversicherung und Therapie, das, was ich seit Jahren versteckt und ignoriert habe endlich aus dem Versteck zu holen und bloßzustellen.

Aber es gab mir auch die breitere Öffentlichkeit recht. Internetplattformen, Dradio Wissen, Nordwestradio, alle berichteten sie von #ausderklapse und die Zahl von Menschen, die ich mit meiner Geschichte erreichen konnte, wuchs.

Und ich hoffe, dass die nächsten Schritte noch viel mehr Aufmerksamkeit für pychische Krankheiten und die Psychiatrie an sich hervorrufen werden.

Ende 2016 wird es einen Roman über meine Odyssee des Jahres 2015 geben, der bei Bastei Lübbe erscheinen wird. Und höchstwahrscheinlich wird es 2016 eine Dokumentation über Depressionen geben, bei der auch ich vorkomme.

Nein, es geht mir nicht darum, prominent zu werden. Aber wenn das dabei hilft, noch mehr Öffentlichkeit für psychische Krankheiten zu erreichen, dann soll es wohl so sein. Eigentlich sollen psychische Krankheiten prominent werden und das Wissen, dass man etwas tun kann, dass es Hilfe gibt, dass es besser werden kann.

Wir dürfen nicht mehr darüber schweigen, dass eine sehr große Zahl von Menschen an psychischen Krankheiten leidet und wegen des Stigmas, der Vorurteile nicht den Schritt zum Therapeuten oder in die Klinik wagt.  Denn viel zu oft endet die psychische Krankheit dann  wie bei mir in einem Suizidversuch. Ich hatte unglaubliches Glück, dass es nicht geklappt hat, denn alles sprach dafür. Aber es hat mir auch vor Augen geführt, dass ich mich nicht so einfach aus der Verantwortung stellen darf.

Lasst uns über psychische Krankheiten reden, sie aus dem Schatten zerren und ans Tageslicht bringen. Wenn wir damit nur ein Menschenleben retten, weil ein Mensch sich in Behandlung begibt, statt seinem Leben ein Ende zu setzen, dann ist es das wert.

Und für die Akten. Die letzte und nach meinem Erachten beste Diagnose bescheinigt mir schwere Depressionen, eine generelle Angststörung und einen Tick Soziopath bin ich wohl auch. Ihr seht, wenn ich was mache, dann richtig.

Jetzt ist alles aus #nachderklapse

Morgen fahre ich nach hause. Dann liegen 25 Wochen in der Psychiatrie und nochmal knapp 5 Monate Wartezeit auf die Reha hinter mir.

Ich habe meine Depression immer noch. Insofern muss ich die, die erwarten, ich komme topfit nach hause enttäuschen.  Aber ich habe Mittel an die Hand bekommen, Strategien, wie ich besser mit meinen depressiven Phasen umgehen kann.

Ich habe auch jetzt noch gelegentlich Suizidgedanken. Aber weit entfernt von den dunklen, sehr realen Phantasien Anfang des Jahres. Und ich habe denen verziehen, die mich so weit führten. Denn Hass oder Wut bringen letztlich mich nicht weiter und würden von den anderen nicht verstanden.

Ich habe wieder Seiten an mir entdeckt, die ich über Jahrzehnte begraben hatte. Meine Liebe zur Kunst. Meine Freude am kreativen Schreiben. Sinn für die Familie statt nur fürs berufliche Funktionieren.

Wer mir jetzt mit Kultur der Spitzenleistung kommt, dem kann ich nur milde lächelnd abwinken. Das würde nämlich eigentlich nur heißen, mich wieder kaputt machen, irgendwann wieder da landen, wo ich Anfang des Jahres war.

Ich fühle mich stabil, kenne mein Macken und Talente, habe an meiner Hochsensibilität auch wieder ein paar schöne Aspekte erkannt und werde mich hoffentlich nicht mehr so schnell nach den Wünschen derer verbiegen, die nicht mich sehen, sondern was sie durch mich gewinnen können.

Ich bin nicht geheilt, dieser Anspruch wäre zu weitgegriffen und von der Psychiatrie zu viel erwartet. Aber ich habe noch Begleitschutz. Noch habe ich ein paar Therapiesitzungen bei meinem Verhaltenstherapeuten über, und die werde ich für die Zeit der Wiedereingliederung nutzen. Damit man nicht gleich wieder kalt erwischt.

Aber ich habe mich besser kennengelernt denn je. Und dieses neue Wissen werde ich anwenden. Damit ich nie wieder auf einer Treppe sitze mit Rasierklingen und Schlaftabletten.

NIE WIEDER!

Oder um es mit einem Tweet zu sagen, den ich während meiner Therapie abgesetzt habe:

Das Leben ist wie ein Roman, für dessen Happy End man selbst verantwortlich ist.

Die letzte Etappe meiner Reise zurück ins Leben hat begonnen

Seit dem 3. November bin ich in einer psychosomatischen Reha Klinik. Das ganze wird bis zum 8. Dezember dauern. Danach werde ich, so alles gut geht nach dem Hamburger Modell wiedereingegliedert.

Was für ein Jahr, was für eine persönliche Reise. Beinahe mit dem Leben abgeschlossen und jetzt völlig neue Chancen, völlige neue Geschichten.

Ich hoffe, die 5 Wochen werden mich so weit stärken, dass der Einstieg problemlos klappt.

Wer bis zu meiner Entlassung auf dem Laufenden bleiben will, kann mir auf Twitter unter dem Hashtag #ausderklapse folgen. Dort dokumentiere ich Anekdoten, Erlebnisse und Erfahrungen aus meiner Zeit in der Klapsen Reha.

Und danke all jenen, die mich bis hierhin und weiterhin begleiten. Ihr habt mir damit sehr viel gegeben und sehr geholfen. Ihr habt mir Mut gemacht und mir auf einen völlig neuen und sehr positiven Weg geholfen, denn ich mir jetzt nur noch erhalten muss.

Danke euch allen, ihr habt mir bewiesen, dass das Netz, gerade das Soziale doch zu mehr fähig ist als trollen und Quatsch machen. In verdammt dunklen Zeiten haben euere Tweets, eure Nachrichten mir ein wenig Licht gespendet.

Ich stehe in eurer Schuld. Wirklich.

Bitte verzeiht uns

Warnung: Ich werde über meinen Suizidversuch schreiben, wer also im Moment selbst labil ist oder solche Themen nicht lesen will, möge jetzt bitte stoppen. Ich kann es gut verstehen.

Ja, ich habe es versucht. Und ich bin nicht stolz darauf. Genau genommen kann ich es heute nur noch sehr schwer verstehen, wie ich mich damals so in die Enge treiben lassen konnte, mir das Leben nehmen zu wollen.
Es waren Vorwürfe, falsche Anschuldigungen, Unverständnis für meinen Lebensstil.

Alles das sei denen, die mich dahin getrieben haben verziehen. Schuldzuweisungen bringen nichts, auch wenn ich sie hautnah erleben musste.

Aber ich möchte versuchen, euch, die ihr mit einem Suizid oder einem Versuch umgehen müsst, zu beschreiben, wieso es passiert. Und vor allem, dass ihr nicht schuld seid, im Gegenteil.

Einen Suizidversuch begeht niemand leichtfertig. Das Leben muss bereits eine bittere, hoffnungslose Wendung genommen haben. Depressionen können ein Grund sein. Finanzielle Schwierigkeiten. Egal, es ist irgendetwas geschehen, das den Menschen keine Zukunft für sich mehr sehen lässt. Und oft entsteht aus dieser Hoffnungslosigkeit auch die Annahme, zu verschwinden sei besser für alle. Ja, es mag absurd klingen. Aber im Moment der Entscheidung für einen Suizid steckt oft auch der Wunsch, nicht nur die eigenen Schmerzen zu beenden sondern der Glaube, es wäre für die, die man liebt besser, man wäre nicht mehr da. Klingt absurd? Ist es auch, aber nicht im Moment größter Bedrängnis. Dann braucht es nur ein paar unbedachte Worte, ein paar Zeichen des Unverständnisses oder stille Drohungen.

Wer Suizid begehen will, will oft nicht sterben, sondern das Leben nicht mehr führen, wie er es in dem Moment tut. Aber es geht dem Menschen dann wie der Beute, die von Jägern gehetzt wird und vor einer Schlucht gestellt. Springen oder Angreifen. Und meist hat man dann schon zu oft angegriffen, ist einfach nur noch müde.

Ich weiß, dass Verzeihen sehr schwer ist. Dass meine Frau und meine Kinder das für mich getan haben kann ich ihnen gar nicht hoch genug anrechnen. Ich weiß auch, dass es einige gibt, die mir nicht verzeihen werden, die mich verurteilen oder mit scheinbar guten aber meist dummen Ratschlägen überhäufen werden. Die können mir offensichtlich nicht verzeihen. Aber ich Ihnen. Denn diese Menschen haben auch gejagt, als Hilfe nötig war.

Wichtig: Ihr seid NICHT schuld. Ihr konntet das auch nicht verhindern, dazu ist die Situation eines suizidalen Menschen zu komplex. Aber wenn es schief geht, bitte verzeiht, bitte seid da. Denn damit könnt ihr ein Leben retten, eine Wiederholung verhindern, die vielleicht dann funktionieren würde. Und ihr, die ihr verurteilt, seid euch bewußt, ihr könntet mit schuld am nächsten Versuch sein.

Ich bin froh, depressiv zu sein

Das klingt sicher völlig verrückt. Aber seitdem ich diese Diagnose habe, erklärt sich mir vieles, was ich über Jahre hinweg nicht verstanden habe. Ich begreife die dunklen, die traurigen Phasen endlich, die zwar manchmal zu kreativen Ausbrüchen führten, aber meist auch tiefschwarze Tage mit sich brachten.

Es gibt eine tiefe Einsamkeit, wenn man an sonnigen, hellen Tagen als einziger mit einer schweren Trauer durch die Welt geht. Und man sich niemand mitteilen kann, weil keiner es wirklich verstehen kann, der nicht selbst depressiv ist.

Jetzt, seitdem ich offen damit umgehe, meine Depression zur Schau stelle bis sie sich schämt, geht es mir häufiger gut. Nicht immer, das zu erwarten wäre vermessen. Aber ich sinke nicht mehr so tief und es gibt wieder Dinge, über die ich mich wirklich freuen kann.

Und mit dem herauszerren der Depression aus der Heimlichkeit, wird auch die immer präsente Angst weniger. Angst vor Versagen, Angst vor dem Verlieren all dessen, was mir wichtig und wertvoll ist. Die Angst war wie die Depression immer mein Gefährte, vielleicht sogar länger als die Depression, denn ihr, der Angst erinnere ich mich seit meiner  Kindheit. Es ist oft eine irrationale Angst, die mich beherrscht und die Welt so schwarz macht, dass die Depression sich dort mit Freuden niederlässt.

Und so manch ein Kritiker oder ein Kreis von Kritikern hat es in der Vergangenheit geschafft, mich in dieses tiefe und lebensgefährliche Loch aus Angst zu stossen, wo am Grund die Panikattacke und damit der völlige Verlust der Kontrolle über das eigene Leben wartet. Ja, ich lebe noch, aber das habe ich nur einem Menschen zu verdanken. Meiner Frau, die mich tiefer und intensiver kennt, als alle anderen Menschen in meinem Leben und zur rechten Zeit den richtigen Instinkt hatte.

Mit Depressionen zu leben, ich wünsche es keinem Menschen. Man sagt, depressive Menschen seien besonders empfindsam oder kreativ. Das mag sein, aber zu welchem Preis?

Sollte ich jemals wieder die dümmste aller Zukunftsfragen hören: „Wo sehen sie sich in fünf Jahren?“ werde ich ab jetzt antworten: „Am Leben.“

Ein Dankeschön fürs nicht vergessen werden

klapse

Kleines Statement von mir:
Allen, die mich in meiner Krankheit positiv begleitet haben, die für mich da waren, ohne kluge Ratschläge geben zu müssen, die auch heute noch an mich denken und mich nicht vergessen haben ein ganz großes und sehr ernst gemeintes Dankeschön. Bald habe ich es geschafft, aber es war und ist für mich ein sehr hartes Jahr.

Es wurden viele Wunde geöffnet, manche auch wieder geschlossen, ich habe gelernt, zwischen echten Freunden und denen, die nur mein „bestes“ wollen zu unterscheiden und schließe dieses Kapitel meines Lebens hoffentlich spätestens im November mit einer Reha ab.

Nein, meine Depression wird nie ganz verschwinden, aber jetzt habe ich die Mittel, sie unter Kontrolle zu halten und weiß, dass es elementar ist, zwischen dem zu unterscheiden, was man für sich, und was man für andere tut. Ich lebe jetzt mit der Depression, anstatt das Problem zu verleugnen. Glaubt mir, das macht vieles leichter.
Und ich habe gelernt, dass jemand, nur weil er es behauptet nicht zwangsläufig ein Experte sein muss.

Danke vor allem all den Ärzten und dem Pflegepersonal, die mich auf meinem Weg raus aus der Dunkelheit begleiten. Ihr habt ein Leben gerettet. Wortwörtlich.

Und danke all jenen, die immer noch an mich denken. Es sind weniger geworden, aber es sind jetzt die richtigen.