Sie ist da, die EBook Flatrate „Kindle Unlimited“ von Amazon startet in Deutschland

2014-10-07 09_28_48-Amazon.de_ Kindle Unlimited unbegrenzt LesenSie ist da, die erste EBook Flatrate, präsentiert von Amazon. Kindle Unlimited bietet für 9,99 Euro im Monat unbegrenzten Zugriff auf im Moment knapp 650.000 Titel. Das Abo kann einen Monat getestet werden und wird danach monatlich abgerechnet und kann ebenso monatlich gekündigt werden.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die deutschen Verlage positionieren und ob es hier eine Aboantwort gibt, oder erst mal wieder die Anwälte das Wort bekommen.

Hacked, ein Spiel, und ein Programmierkurs

Es gibt selten Spiele, die das Softwareentwickeln und die Freude am Programmieren gut mit dem spielerischen Aspekt verbinden.

Anders bei Hacked, das jetzt in einer Beta gestartet ist, um es zu probieren, muss man sich in der Beta Gruppe melden und bereit sein, als Betatester zu fungieren und noch mit dem einen oder anderen Bug zu leben.
In der App spielt man einen Hacker, der sich durch diverse Logikprobleme programmiert, wobei er dabei meist einen begrenzten Sprachschatz für die Programmierung hat und sowohl eine einfache Lösung liefern kann (wenn input=1 dann output = 1) oder aber auch eine komplexere, die dann sogenannte Hidden Cases erfüllt, also weitere Logikprobleme, die nur dann abgedeckt sind, wenn man den versteckten Algorithmus erkennt.

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Das ganze wird sehr schön in folgendem Video präsentiert: Ich finde, eine sehr spannende Geschichte.

Warum wir die Kreativität und damit die Zukunft verlieren

Malerei, Musik, Literatur. Alles Skills, die in der heutigen „Humanressourcengesellschaft“ zwar angeblich noch vermittelt, aber nicht mehr wirklich wert geschätzt werden.
Für mich eine extrem gefährliche Entwicklung. Wir leben in einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft. Mittlerweile verfällt tradiertes Wissen manchmal bereits innerhalb nur einer Generation. Gleichzeitig nimmt die Menge an verfügbarer Information stetig zu.
Und ebenso wachsen die Herausforderungen, oder wenn man nicht Management Sprechblasen verwendet, die Probleme unserer Gesellschaft.
Mit klassischem Wissen über Rechtschreibung, Mathematik, Physik kommt man da nicht weiter. Wir brauchen kreative Querdenker, keine konformistischen Humanressourcen, die Wissen auf Knopfdruck wiedergeben können, aber jenseits des Tellerrandes nur noch intellektuelle Leere verspüren.
Ich bin im Moment nicht sicher, ob ich mir wirklich Sorgen darüber machen soll, dass meine Kinder mit den leider immer noch in großem Maße wissensvermittlungszentrierten Lehrmethoden so ihre Schwierigkeiten haben.
Sie sind nicht dumm und jeden Tag erlebe ich ihre überbordende Phantasie, ihre Kreativität und ihren Willen, etwas zu durchschauen, was ihnen wichtig ist. Aber die Bedeutung schulischen Wissens, den Wert einer guten Bildung, den bekommen sie seltsamerweise nicht mehr wirklich vermittelt. Schule war schon zu meiner Zeit ein langweiliger Ort, an den ich musste und das Wissen, das ich später für Studium und Beruf brauchte habe ich mir weitestgehend selbst angeeignet. Warum zum Teufel erleben meine Kinder die Schule immer noch als einen düsteren, beängstigenden, langweiligen Ort? Ich versuche stets, wenn ich als Ausbilder tätig bin, die Freude am schöpferischen Arbeiten, am kreativen Denken, einfach daran, Wissen zu erlangen und anzuwenden zu vermitteln. Auch wenn ich jetzt gleich wieder Haue von Rektoren und Lehrern bekomme. Tut mir leid, die engagierten, die motivierenden Lehrer sind immer noch in der Minderheit. Und im Gegensatz zu anderen Ländern ist der Lehrerberuf im deutschen Gesellschaftsbild nicht wirklich ein anerkannter und schon gar nicht ein für so wichtig gesehener, wie er ist.

Wie kann es sein, dass nach dem Referendariat die Tätigkeit eines Lehrers nicht mehr bewertet wird. Wie kann es sein, dass sich unser Bildungssystem auf die Ausbildung zurückgezogen hat, und die Bildung, die Vermittlung gesellschaftlicher Werte fast völlig ausgeklammert hat. Geschichte zu vermitteln heißt nicht Werte zu vermitteln. Religionsunterricht sehe ich ob der immer neuen Skandale sogar als mittlerweile schädigend an und wäre glücklich, würde man ihn durch allgemeine Ethik ersetzen. Bringt ja aber nix, ist ja nicht wichtig für Humanressourcen.

Die Gigaset-Elements Familie bekommt Kamerazuwachs

Gestern war ich bei der Online Konferenz von Gigaset Elements als Blogger eingeladen. Dort wurde unter anderem die neue Kamera vorgestellt, aber auch ein Ausblick auf weitere zu erwartende Komponenten gegeben.
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Doch zunächst zur Kamera
. Diese wird mit knapp 150 Euro zwar nicht günstig, aber sehr hochwertig daher kommen, und wie gewohnt sehr einfach in die Gigaset Elements Infrastruktur integrierbar sein. Man hat beim Entwurf der Kamera weniger Wert auf möglich viele Features gelegt, sondern wie die Vertreter von Gigaset betonten die Hardware möglichst robust, updatefähig und einfach einzubinden gestaltet.

Zu den technischen Daten:
Echtzeit Übertragung in HD mit 720p und bis zu 30 FPS

Nachtsicht, die sich dynamisch zuschaltet oder von Hand aktiviert werden kann.

Mikrofon für saubere Audioübertragung (aber kein Audiooutput)

Automatische Aufnahmefunktion als Option

Optionale 2-Zonen Bewegungsmeldung

Blickwinkel 80° horizontal 45° vertikal

1 Mio Megapixel 1/4 Inch, CMSO Bildsensor

Automatischer Weißabgleich

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Die Kamera kann mit einem Fuß aufgestellt oder an der Wand montiert werden.

 

Zur Basisfunktionalität, die man mit der Kamera kostenlos dazu bekommt lassen sich spezielle Pakete zubuchen.

Freemium (kostenlos für alle Nutzer) (Live View der Kamera über die App, Multi-Cam also Wechsel

Das Safety Paket (für 8,99 Euro pro Jahr)
zusätzlich im Alarmfall 5 minütige Aufzeichnung und Speicherung in der Cloud

Smart Paket (für 17,99 Euro im Jahr)

Alle Funktionen von Fremium und Safety plus beliebig viele 30 sekündige Videos aufzeichnen und herunterladen. Automatische Videoerstellung bei Homecoming Event, Bei Alarm Aufzeichnung eines 5 minütigen Videos bei unerlaubter Türöffnung

Sowie Directors Cut für 44,99 Euro pro Jahr)

Alle obigen Pakete plus unbegrenzt viele unbegrenzt lange Videos aufzeichnen.

Letztlich kauft man sich also quasi Zusatzfunktionen und Speicherplatz in der Cloud.

Wie gut diese zusätzlichen Kosten ankommen, bleibt abzuwarten-

Ende 2015 plant Gigaset Elements zudem eine Außenkamera und für nächstes Jahr ist ebenfalls ein Rauchmelder und die schaltbare Steckdose angedacht.

Insgesamt bietet die Kamera ein wenn auch nicht gerade billige so doch voll integrierte Ergänzung der bisherigen Überwachungsfunktionalität und durch die nächstes Jahr dazu kommenden Steckdosen und den Rauchmelder sowie die Außenkamera kann man dann auf ein wirklich sehr umfassendes Home Automation System zugreifen.

Außerdem überlegt man bei Gigaset eine Kooperation mit einem Partner für schaltbare Glühbirnen und zudem ist eine VoIP Lösung geplant, die sich ebenso in das Gigaset Elements System integrieren lässt und somit auch eingehende Anrufe über ein System auch unterwegs optimal signalisiert.

Und last but not least, wenn auch bislang nur als Ankündigung ist dann noch ein eigenes Smartphone geplant.

Auf Nachfrage wurde zudem signalisiert, dass bei positiver Marktentwicklung von Windows Phone wohl auch mit einer Windows Phone App zu rechnen ist.

Gerade als ich schon fragen wollte, wo die Innovationen des Systems bleiben wurde also ein Füllhorn neuer Anwendungen und Hardware präsentiert. Jetzt bin ich zunächst auf die Kamera gespannt, vor allem, da wir Überwachungskameras mit eigenem WLan Server schon nutzen, diese aber nicht integriert laufen, sondern als Insellösung.

Da ist die neue Kamera natürlich ein anderes Kaliber.

Lebt endlich in der realen Welt, bevor ihr euch über uns Onliner beschwert

Ich finde es immer wieder amüsant, wie häufig sich Menschen über mein Verhalten, mein Always Online sein beschweren. Sie erkennen nicht die Realität, sondern das Bild, was sie sich davon machen. Der hat immer ein Gadget, der taucht dauernd in Social Media auf, der ist dauernd online. Falsch. Ich nutze die Technik um eben nicht dauernd online zu sein. Schon dauernd fernzusehen käme mir nicht in den Sinn, ich bin da dank neuer Technologien sehr selektiv.

Wer heutzutag glaubt, nur weil er offline ist, lebe er in der Realität, der sollte sich wirklich mal auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen.

Dass wir in einer fiktiven Welt leben, erkennt man doch schon daran, wie viele Menschen einfach unreflektiert glauben, was in Zeitung und/oder Medien steht. Wir bekommen gefilterte, aufbereitete Informationen und die wenigsten machen sich die Mühe, online (sic) nachzurecherchieren, was wirklich hinter einer Nachricht steckt. Journalisten schreiben objektiv. Genau, komm mir mit einem anderen Märchen. Seltsam ist nämlich, dass der gleiche Sachverhalt oft je nach Zeitung unterschiedlich dargestellt wird, oder im Falle der BILD frei.. aber lassen wir das.

Die nächste irreale Welt ist die des Büros.

Sehr häufig wird von Büroarbeitern immer noch erwartet, am Eingang auf den Humanressourcenmodus umzuschalten, alles private draußen zu lassen und rund um die Arbeitsuhr nur zu arbeiten. Dass sowohl die Psychologie, als auch die Medizin längst bewiesen hat, dass das gar nicht wirklich geht und dass Menschen auch dadurch einen Burn Out bekommen können, dass sie sich und ihre Neigungen, Interessen und auch Defizite permanent verleugnen müssen, scheint man geflissentlich zu ignorieren.

Seltsam nur, dass man immer wieder von sehr erfolgreichen Startups und auch traditionellen Unternehmen hört, die den Menschen tatsächlich in den Mittelpunkt stellen, und die glückliche, zufriedene, authentische und motivierte Mitarbeiter haben,die auch im Büro noch Mensch sein dürfen, nicht Ressource.

Und selbst unsere Kinder müssen unter diesen irrealen Denkmustern leiden. Oder glaubt wirklich jemand, dass die Mehrheit der Kinder morgens um 8 wirklich aufnahmebereit sind? Oder das es nur aufgeweckte, extrovertierte Kinder gibt, die Mathe und Deutsch durch einmal gezeigt bekommen sofort verstehen?

Wir sind eine irreale Gesellschaft von Normen und Fehlannahmen sowie Gemeinplätzen.

Ganz ehrlich empfinde ich den Austausch auf Plattformen wie Twitter mittlerweile als so etwas wie einen Reality Check und er hält mich manchmal bei klarem Verstand, wenn ich über die Dummheit und Ignoranz mancher Offliner eigentlich nur noch den Kopf schütteln kann. Vor allem, wenn es sich dabei um sogenannte Meinungsbildner handelt (die ich gerne als sich eine Meinung Einbilder bezeichne)

Bis hoffentlich die nächste Revolution kommt.

 

Mein Vortrag „Zukunftstrends: Here and there and everywhere“

Der neu gegründete Verein Connect-it  hatte mich eingeladen, im Rahmen eines „Meet&Chill“, also eines gemütlichen Beisammenseins einen Vortrag in meiner Rolle als Blogger, Autor und Trendforscher zu halten.

Für alle die dort waren oder die zumindest einen Überblick darüber bekommen wollen, wie ich die Entwicklungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren sehe gibt es den Foliensatz jetzt zum Ansehen und herunterladen bei Slideshare:

Der Vortrag war, wie ich es gerne mache auch mit brandaktuellen Topics gefüllt. Die Quintessenz des ganzen ist, dass wir uns hin zu einer Sharing Economy entwicklen werden und Unternehmen sich daher eher Gedanken machen müssen, welchen Service sie anbieten, Produkte werden nicht mehr zwangsläufig gekauft, sondern geliehen, und zum Beispiel die Autoindustrie erkennt das gerade und kauft sich in den Sharing Markt ein. Aber das wird sich auf viele auch sehr traditionelle Produzenten ausdehnen.

Als Vater packt mich die blanke Wut: Wie wir die Zukunft unserer Kinder zerstören

Elter sein war noch nie leicht. Ich weiß. Ein beliebter Spruch, wenn man eine Diskussion im Keim ersticken will. Genau so wie „nie hatten wir ein besseres Bildungssystem als heute“ und „uns geht es doch gut, warum klagen wir eigentlich?“

Alles Bullshit. Wir sind wie ein Mensch in einem Sportwagen, der auf eine Klippe zufährt und statt zu bremsen, freut er sich, dass er beschleunigen kann, weil die Straße zur Klippe ja frisch geteert und frei ist.

Dabei liegt so vieles im Argen. Wir sind eine reiche Nation, das mag wahr sein. Aber nur finanziell. Wir spielen in der Bildung, oder sollte ich besser sagen Ausbildung nur im Mittelfeld. Die skandinavischen Länder führen uns immer wieder vor, wie man seine Kinder nicht nur ausbildet, sondern wirklich an Bildung und die Freude an Wissen heranführt.

Wir haben Rektoren an unseren Schulen, die versuchen, mit geschönten Statistiken zu belegen, dass der Irrsinn G8 wirklich für alle Schüler von Vorteil ist. Und gleichzeitig verschicken diese Rektoren, oder besser, lassen Briefe verschicken, in denen sie schon den schwächeren Schülern, noch bevor überhaupt eine Versetzung gefährdet ist zu einem Verlassen der Schule raten (ja, ich habe solche Empfehlungen gesehen, nein, das waren keine dummen Schüler).

Wir sind stolz darauf, dass wir ein Bildungssystem haben, das quasi in jeder Legislaturperiode wieder umgebaut, neu strukturiert wird, und das dann teilweise mit Methoden, die eigentlich begabten Kindern ihre Grundlagen ruinieren. So gibt es in Grundschulen diesen idiotischen Ansatz, wir lernen schreiben in dem wir schreiben, wie wir sprechen. Seltsam, dass sich gerade dort, wo diese Schulen aktiv sind, die weiterführenden Lehr(straf)anstalten dann darüber beklagen, dass die Kinder schlecht vorbereitet seien.

Und wir hören von Unternehmen, die sich über mangelndes Wissen, mangelnde Grundlagen ihrer Auszubildenden oder Studenten beklagen. Tja, es soll ja tatsächlich so sein, dass nicht alle gleich schnell lernen oder auf die gleiche Art. Warum aber setzt man das an deutschen Schulen offensichtlich voraus? Und was ist mit all den nicht normgerechten Schülern, die introvertiert, sehr aufgeweckt sind? Ach halt, die werden ja alle ritalinisiert, weil der arme Lehrer sich ja nicht um jedes Kind kümmern kann.

Doch, verdammt noch mal. Das erwarte ich als Elter. Schliesslich ist das mein Anspruch zuhause. Nur weil eines meiner drei Kinder anders als die anderen ist, werde ich das ja nicht umbiegen. Aber genau das tun wir. Wir basteln uns den Normmenschen zusammen, der möglichst die herrschenden Politikerversuche brav wählt, nicht viel hinterfragt, seiner Arbeit folgsam und mit möglichst wenig eigenem Denken folgt.

Wir züchten uns eine Kultur der unkreativen Ja Sager. Denn mal ganz ehrlich, wann galt schon mal Kreativität in der Schule als eine herausragende Leistung. Das packt man in Arbeitskreise und außerschulische Aktivitäten. Oder wie mein Sohn, der ein begabter Klavierspieler ist so schön persiflierte: Toll, dass ich in Musik gute Noten habe, in einem Fach, das mir gar nix bringt.

Wie weit ist eine Gesellschaft eigentlich geraten, bei der alles nur noch auf Effizienz getrimmt wird, bei der wir alle wie die Idioten der Doktrin des Konsums und des Geldes nachlaufen. Kultureinrichtungen müssen sparen, Krankenhäuser und Schulen werden auf ökonomische Effizienz getrimmt (sollen also nicht mehr Menschen helfen, sondern Gewinne steigern. Wie ekelhaft ist das eigentlich)

Wenn wir einen Aufschrei brauchen, dann für eine neue Werteordnung unserer Gesellschaft. Wo rechter Sumpf von ermittelnden Behörden ignoriert, ja manchmal fast schon gefördert wird, wo Polizisten über Jahre im Ku Klux Clan aktiv sein können und Topmanager Milliarden hinterziehen und gleichzeitig ganze Unternehmensbereiche feuern dürfen, da kann man eigentlich nur froh sein, dass der deutsche Michel ein so ruhiger Geselle ist. Eigentlich sollten wir hier jeden verdammten Tag auf die Straße gehen und für eine andere Denkweise protestieren.

Spare in der Zeit, dann hast du in der Not. Das gilt bei uns schon lange nicht mehr, bei uns ist die Doktrin: Spare bei den Durchschnittsbürgern, dann hast du in Mengen, Geldadel. (Wobei Adel ja eigentlich ein zu positives Wort ist, aber alles andere, was mir einfällt, könnte mir Beleidigungsklagen einbringen)

Nein, ich halte weder unser Schulsystem, noch unsere momentane Wirtschaft für bewundernswert. Wir alle rasen mit immer höherer Geschwindigkeit auf eine Wand zu. Aber wir machen es wie Mutti. So lange niemand meckert, ist ja alles bestens.

Und auch unser eigenes Denken gilt es zu hinterfragen. Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von Digitalisierung, von Online Services und dem Internet. Aber als gute Deutsche schimpfen wir auf die Technologien und wollen sie verbieten.

Wir haben ernsthaft Schulen, die glauben, wenn ein Kind Excel und Word bedienen kann, ist es fit für den Arbeitsmarkt? Ja, vielleicht für einen der berüchtigten Zahlenschubser Jobs, die mit der Realität der Welt nichts zu tun haben. Aber wir bieten weder Medienkompetenz, noch wollen wir sie wichtig nehmen. Und wenn ich Lehrer drauf anspreche, dann bekomme ich sehr oft zu hören, würde ich ja gerne, aber da fehlt mir das Wissen und die Zeit. Ja verdammt nochmal, dann sollten wir dafür sorgen, dass Lehrer dies bekommen. Vom Elternhaus das zu verlangen ist illusorisch ob der mangelnden Medienkompetenz vieler Eltern, die entweder alles verbieten (sehr ignorant und dumm) bis hin zu alles erlauben (ebenso ignorant und dumm) aber selten differenzierten Umgang mit den Medien lehren (wie auch, wenn die erfolgreichste… na ja, Zeitungsimitation Die Zeitung mit den vier blutroten Buchstaben und das erfolgreichste Fernsehen die privaten mit Unterschichten TV und Spannershows sind). Schon mal drüber nachgedacht, für bestimmte Themen wie Medienkompetenz externe Experten in die Schulen zu lassen. Ach so, geht ja nicht, weil die ja keine didaktische Ausbildung haben. Aber Lehrer haben die, entschuldigt mich, ich muss mal kurz… nee, eigentlich lange und herzlich lachen.

Oh, und noch was: Warum brauchen wir eigentlich immer noch solche Reden wie die von Emma Watson, warum braucht es immer noch Kampagnen wie „HeForShe“? Weil ich in meinem Umfeld immer noch erlebe, dass viele Eltern ihre Jungs zu echten Testosteron Trotteln erziehen und dass Kinder, die mal nicht den Macho raushängen lassen oder den starken Mann, das schwache Mädchen spielen gemobbt und verspottet werden. Warum? Weil wir nichts, aber auch gar nichts besser machen. Wir leben immer noch die Klischees und lügen uns selbst an, dass dem nicht so ist. Ja, nach Emma Watsons Definition bin ich ein Feminist, weil ich als introvertierter, eher kreativer, linkshändiger, etwas sehr großer Mann noch nie in das übliche dumme Machoschema passen wollte und damit natürlich Außenseiter und mobbenswert war. Deshalb vielleicht rege ich mich auch so auf, bin so wütend über die Ignoranz in unserer Gesellschaft. Weil sich NICHTS gebessert hat, es wird nur anders verkauft.

Bis es zu spät ist. Und nicht nur beim Klima, auch bei unserer Gesellschaft steht die Uhr bereits ganz knapp vor zwölf.

Musik, Buch, die Banken werden die nächsten sein.

Noch brauchen wir eine Bank, um Geldgeschäfte zu erledigen. Auch wenn das meiste, was damit zusammenhängt eher einem IT Unternehmen zuzuordnen ist. Hier sehe ich die grosse Chance für Konzerne wie Apple, Google und Co.

Sie können den immensen Vertrauensverlust der Banken nutzen, um durch einfache Services, Integration in ihre Endgeräte und andere Geschäftsmodelle möglicherweise den Markt immens umkrempeln. Ein sehr schöner Artikel dazu mit dem Titel „die iBank von Apple ist nur eine Frage der Zeit„. Dem Artikel stimme ich weitestgehend zu. Es geht nicht darum, dass Apple mit Apple Pay den Bezahlmarkt umkrempelt. Das wird Apple auch nicht schaffen und haben andere Anbieter vor Apple nicht geschafft. Aber mit Apple ist ein Player in den Markt eingestiegen, der signalisiert, wohin die Reise geht. Nicht mehr die Hardware ist der Markt, es geht vielmehr um die darum gescharten Dienste.

Man kann das sehr schön an Microsoft erkennen, die plötzlich immens ins Hintertreffen geraten, insbesonder was ihre technisch eigentlich sehr guten Smartphones angeht, weil ihnen die wichtigen Services und Plattformen fehlen. Nach und nach ziehen die Anbieter mit entsprechenden Apps nach, aber zu langsam und meist mit Versionen, die denen von Google und Apple um einige Versionen hinterher hinken.

Da kann Microsoft noch so viele schöne Smartphones auf den Markt werfen, solange die entsprechenden umfassenden Services und die tiefe Integration ins OS noch nicht gegeben ist, sind sie schlicht nicht konkurrenzfähig. Ich teste gerade das Lumia 1520. Ein tolles Smartphone mit einer herausragenden Kamera, einer super Akkulaufzeit und einer hohen Performanz. Aber wenn ich einen Artikel, einen Facebook Eintrag oder einen Google+ Beitrag teilen will, geht das in viele Plattformen einfach nicht.

Es geht in Zukunft auch bei IT Konzernen um den Service, die Hardware ist das Add On um den Service nutzen zu können. Und Bankgeschäfte als Service anzubieten, das mögen die Banken zwar nicht gerne hören aber das könnte das nächste Ding sein, bei dem die traditionellen Dienstleister von neuen Playern abgelöst werden.

Oder mal ganz ehrlich. Vertrauen wir denn heute den Banken wirklich noch so wie vor der Finanzkrise? Selbst mein Vater, mittlerweile weit über 80 vertraut seinem Bankberater überhaupt nicht mehr und lässt sich jede Empfehlung noch mal von mir erklären. Und ich muss gestehen: Bei den meisten rate ich ihm dann ab, weil entweder sinnlos oder nicht wirklich lohnenswert.

Will ich Markt der nächsten Jahre bestehen, dann muss ich mich als Bank vermutlich bald ganz anders aufstellen und den Fokus mehr auf den digitalen Service, und damit bei weitem mehr auf die IT für den Kunden fokussieren. Wer glaubt, sein Kerngeschäft wäre auch in Zukunft in der Bankfiliale verortet, wird über kurz oder lang eine böse Überraschung erleben. Noch haben wir eine Generation, die in die Bank geht, aber schon meine Generation ist zuweilen nur noch in der Bank, wenn dort der EC-Automat steht. Und meinen letzten Berater meiner Bank habe ich vor ca. 2 Jahren gesehen. Weil er eine physische Unterschrift wollte.

Die ich mittlerweile via Postweg gebe.

Noch.