Der Vodafone HTC Desire Update Shitstorm: Jungs, da habt ihr Megamist gebaut

Tja, alles wartet auf den Froyo update für diverse Android Smartphones. Und alle mit einem gebrandeten Android Phone warten natürlich länger, weil die Provider immer meinen, sie müssten noch ein extra Süppchen kochen. Doch was sich Vodafone jetzt geleistet hat, ist nicht mehr schlechtes Timing, das ist Shitstormprovokation. Es wird ein Update verteilt, das scheinbar nichts weiter tut, als den Startscreen mit einem unglaublich hässlichen Logo zu verunstalten und einige speicherfressende und unnütze Vodafone Apps zu installieren. Die Szene tobt, das englische Vodafone Forum läuft zur Zeit über von Beschwerden erboster Kunden und in Deutschland wird der Shitstorm heute sicher auch noch losbrechen.
Da hat man doch mal ein Beispiel, wie mans garantiert nicht machen soll. Böses Foul Vodafone, mal sehen ,wie ihr da wieder rauskommt. Ich werde mir jetzt auf jeden Fall früher oder später ein ungebrandetes Image auf mein Desire spielen. Ungefragt ein Update einzuspielen, dass die Konfiguration des Gerätes ändert, es mit unnötigen Bookmarks versorgt und ansonsten absolut intransparent ist, da keinerlei Informationen geliefert wurden, warum ich dieses Update einspielen soll. So gewinnt man keine Kunden, so verliert man sie.

Das esoterische Halbwissen der Technophobiker erinnert an pseudowissenschaftliche Alternativmedizin

Die New York Times in Gestalt von Nick Bilton berichtet in einem ihrer Blogs: „No e-Books allowed in this establishment“, dass offensichtlich in Cafes und Restaurants in New York langsam eine gewisse Technophobie ganz unreflektiert Einzug hält. Es werden eBook Reader in einen Topf mit klassischen Computern geworfen und verboten. Wie albern ist das denn? Aber das erinnert mich an die Technopobiker in meinem Umfeld, die Angst vor UMTS Sticks und Handystrahlung haben, aber sich nur selektiv über die Effekte und die dahinter liegenden Technologien informieren. Kritik an einer Technologie, wenn sie fundiert ist, akzeptiere ich gerne. Aber leider haben die meisten Menschen ganz offensichtlich Angst vor etwas, weil sie es eben nicht verstehen, nicht durchschauen. Da siegt also Ignoranz über Wissen, um es mal genau so agressiv zu formulieren, wie es die Technophobiker Gemeinde tendenziell tut

Der Bausparfuchs bloggt

Lang hab ich drüber nachgedacht, ob ich als Blogger, der ja auch bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, genauer gesagt, bei der Tochter VR Kreditwerk AG beschäftigt ist, darüber berichten soll/darf, wenn mein Arbeitgeber seinen Sympathieträger bloggen lässt. Ich hab mich dafür entschieden, aus mehreren Gründen. Zum einen, ja ich arbeite gerne hier, die Rahmenbedingungen könnten nicht besser sein, und damit mein ich nicht nur das Betriebsrestaurant (Kantine würde der Qualität nicht gerecht, vieles schmeckt so gut wie im Restaurant). Viel wichtiger ist mir, ich möchte auch die Inititative, die Idee, unseren Fuchs bloggen zu lassen, unterstützen. Auch deshalb, weil dies das Thema Social Media auch bei uns voranbringt. Und ich kann alle beruhigen, die jetzt fürchten, der Fuchs würde nur vom nächsten Bauspartarif berichten. Was ich bislang gelesen habe, find ich ist ne richtig flotte Schreibe und auch die Interaktion mit der Blogosphäre hat schon erste zarte Wurzeln gebildet.

Bausparfuchs-Reiseblog © by Bausparkasse Schwäbisch Hall

Und wer ihm unter Twitter folgen mag @bausparfuchs.

Geben wir dem Fuchs eine Chance, sich auch in der Blogosphäre und auf Twitter zu etablieren. Er ist nämlich ein Netter… und er hilft mir indirekt, meine Ideen rund um Social Media im Unternehmen und neue Formen der Arbeit weiterzuentwickeln. Denn nur wenn man sich aktiv beteiligt, wird man im Netz auch wahrgenommen. Also folgt dem Fuchs, er hat noch eine spannende Reise vor sich.

Warum die Arbeitsmarktdiskussion am Problem vorbei geht

Toll, die einen fordern „Begrüssungsgeld“ für Einwanderer, die anderen, dass erst auf das „heimische Potential zurückgegriffen wird“. Für mich gehen beide Diskussionen an der Realität vorbei. Wir leben längst in einer Wissensgesellschaft, wir sollten längst über andere Arbeitsmodelle nachdenken. Und wir müssen zwingend die Bildung, nicht die Ausbildung wieder in den Vordergrund stellen. Wer nur für den Arbeitsmarkt ausbildet, erzeugt Fachidioten mit Tunnelblick, die so lange gefragt sind, so lange ihr Spezialistenwissen gefragt ist. Was aber, wenn sich die Technik, die Aufgabe ändert, wenn sie gar abgelöst wird. Dann haben es solche ausgebildeten Arbeitskräfte sehr schwer, da für sie eine neue Ausbildung quasi einen Beginn bei Null bedeutet. Schliesslich haben sie kaum über den Tellerrand hinausgeblickt. Insofern begrüsse ich sehr den Entschluss führender deutscher Universitäten, wieder zum Diplom, dem nach meinem Eindruck breiter gefassten und mehr an Bildungszielen orientierten Abschluss zurückzukehren, statt den verschulten Arbeitsmarktbachelor anzubieten. Beim Diplom werden die Einser Kandidaten aus den Gymnasien zwar wieder rudern müssen, weil ihnen nicht bis in die letzte Buchbesprechung gesagt wird, was sie lernen sollen, aber es wird wieder ein breiteres, flexibleres Wissen angeboten.

Gute Bildung BRAUCHT Zeit und in einer alternden Gesellschaft, in der man auch im „höheren“ Alter durchaus noch als Wissensarbeiter voll leistungsfähig sein kann, ist eine Diskussion um 1 Jahr früher oder später auf dem Arbeitsmarkt geradezu lächerlich.
(Außerdem leben ja ganze Medienzweige von ihren Praktikanten 😉

Wir sollten von einigen überkommenen Denkmodellen wegkommen, wir mussen uns wieder verstärkt um Bildung, statt nur um Ausbildung kümmern (wenn auch für den einfach denkenden Arbeitgeber der stille, brave, nicht querdenkende Arbeitnehmer die bessere Humanressource sein mag), in Zeiten des Wandels müssen wir alle flexibler agieren können, das gilt sowohl für die Arbeitszeit, als auch für die Art der Arbeit. So lange ich noch mit Begriffen wie überqualifiziert, oder 9-17 Uhr Bürojob um mich werfe, haben wir nix begriffen.
Meine Vision, Arbeit und Privat werden im positiven immer mehr verschmelzen, ich biete mich mit meinen Talenten, auch denen, die ich mir später selbst angeeignet habe meinen Auftraggebern an, auch wenn ich festangestellt arbeite. Und Arbeit ist nicht mehr an Zeiten oder Arbeitsplätze gefesselt, sondern orientiert sich an dem zu ereichenden Ziel. Wir arbeiten schon heute in Teams, die ein gemeinsames Ziel erreichen müssen. Und dieser Trend wird sich noch verschärfen, wenn er letztlich auch globalisiert wird. Spätestens dann wird es zwingend nötig, überkommene Arbeitsmodelle neu zu denken. Ich habe eine ehemalige Studienkollegin, die bei Microsoft in Seattle im mittleren Management arbeitet. Als ich sie gefragt habe, wie ihr Arbeitszeitmodell aussieht, war ihre lakonische Antwort. Die Firma ist immer offen. Und das ist ja klar, wenn ich international arbeite. Die Welt schläft nie.
Was wichtig wird ist immer mehr. Ich muss Herr über meine Zeiteinteilung werden. Und ich muss auch bereit sein, die Verantwortung für ein Nein zu übernehmen oder aktiv offline sein. Es ist ein Geben und Nehmen. Auf beiden Seiten.
Kurzupdate: Es scheinen noch andere zu merken, dass wir hier Spiegelfechtereien beobachten. „Arbeitsmarktexperte Gerhard Bosch im Interview mit tagesschau.de„

Meine pers. Nachricht des Jahres: Das Diplom kommt zurück, Bye, bye Bachelor!

Die Welt schreibt: Technische Hochschulen kehren zurück zum Diplom! STRIIIIKE! Ja! Endlich! Warum um alles in der Welt hat man überhaupt einen weltweit hoch geachteten Abschluss wie das deutsche Diplom gegen einen nichtsagenden, nur halbherzig umgesetzten und völlig verschulten Bachelor geopfert? Warum hat man aus Hochschulen, die wissenschaftliches Arbeiten lehren sollten, Lehranstalten gemacht, die die Schule nur mit anderen Mitteln fortgesetzt haben? Für mich war das wichtigste, das ich während meines NICHT Bachelor Studiums gelernt habe, selbst zu denken, selbst zu recherchieren, einfach eigenständig wissenschaftlich und professionell zu arbeiten. Wissenschaftliches Arbeiten bedingt auch Freiräume, bedingt, die Zeit zu haben, sich auch inhaltlich zu orientieren.
Danke all jenen, die diese Entscheidung tragen. Ich finde, ein sehr richtiger und wichtiger Schritt. Und ich bin begeistert. Das ist für mich die Nachricht des Jahres. Und ich hoffe, sie zieht weitere Konsequenzen nach sich. Ich halte gerade die umgekehrte Strategie für richtig. Warum muss sich die international anerkannte deutsche Wissenschaftslandschaft eigentlich dauernd internationalen Standards anpassen? Machen wir denn so viele so schlecht? Dagegen spricht das Ansehen der deutschen Forscher. Es wäre vielmehr zu wünschen, daß endlich wieder mehr Wissenschaft gefördert wird, mehr Grundlagenforschung anstelle von Pseudoexperten und Pseudowissenschaften. Wer immer noch richtig findet, dass unwirksame Alternativmedizin von meinen Kassenbeiträgen bezahlt wird, aber nicht bereit ist, in fundierte Grundlagenforschung mehr Geld zu stecken, der braucht sich nicht zu wundern, wenn die besten (Wissenschaftler-) Köpfe ins Ausland abwandern.
Wir werden immer mehr zu einer Wissensgesellschaft. Das wird unser Wirtschaftsgut des 21 Jahrunderts. Wer das nicht begreift, lässt sich international abhängen. Und das wäre das letzte, was wir jetzt brauchen können.

Klar bin ich online im Urlaub……. aber anders

Die TAZ hat als Sonntagsstreitthema das Internet im Urlaub entdeckt. Für mich eher eine ermüdende Diskussion und ein typisch deutsches Denkphänomen. Da wird ein mittlerweile von vielen Menschen täglich genutztes Werkzeug, das Internet in Gestalt von Smartphone und Netbook anstelle einer viel sinnhafteren Diskussion um die berufliche Erreichbarkeit im Urlaub in den Fokus gestellt. Denn letztlich gehts doch genau darum. Was ist so verwerflich daran, wenn ich auch im Urlaub mit meinen Twitterfollowern gerne in Kontakt bleibe? Sollte man das nicht bitteschön mir überlassen, was für mich zur Erholung gehört. Das ist so ähnlich wie der Diätwahn, in dem alle über einen Kamm geschoren werden und sich gefälligst schlecht zu fühlen haben, wenn sie nicht irgendein gerade aktuelles Idealgewicht haben.
Alles Quatsch, ich z.B: will unbedingt mit Smartphone in den Urlaub. Warum? Ich nutze Wikitude anstelle von dicken Reiseführern, kann mir vor Ort sehr einfach einen Platz im Restaurant reservieren oder herausfinden, wo es den nächsten Supermarkt, Arzt oder die nächste Sehenswürdigkeit gibt (Aloqua und Wikitude sei dank). Ich habe ein Navi bei mir und muss auch im Urlaub nicht auf meine ZEIT verzichten, dann allerdings in der eBook-Version, die ich mir auch im Urlaub als Download holen kann, Abonnent der ich bin.
Die Diskussion ist ein Scheingefecht, das davon ablenkt, dass viele Menschen mit dem Online sein, mit den Nutzern des Internets, die es in ihren Alltag integriert haben, immer noch ein Problem haben.
Wie sagte schon Schiller so schön? Gebt Gedankenfreiheit, ich würde es erweiteren zu „Gebt Onlinefreiheit“. Dass wir uns unerreichbar für unseren Beruf machen sollten, ist ein anderes Thema, das aber ebenso für die telefonische Erreichbarkeit gilt.

Übrigens nehme ich mir auch sieben schöne Romane mit. Aber in meinem eBookReader. Da spar ich mir nämlich mindesten 2kg Gepäckgewicht. Oh was bin ich ein böser Kulturverachter.. Aber mir ist die Geschichte wichtig, die ich lese, nicht die äußere Form.

Der Januskopf der Arbeitswelt. Geschäftssmartphones im Urlaub und Verbot des privaten im Beruf

Arbeitssucht: Wenn das Smartphone zur Jobfessel wird titelt ZEIT ONLINE und offenbart damit, wie janusköpfig die heutige Arbeitswelt geworden ist. Da wird gerichtlich abgesegnet, dass ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer das private Telefonieren während der Arbeit verbieten darf. Aber ich habe bislang noch kein Urteil gefunden, dass dem Arbeitnehmer erlaubt, seinem Arbeitgeber zu verbieten, ihm ein Smartphone auch mit nach hause zu geben. Insofern halte ich diese ganze Arbeit/Privat Debatte so lange für sehr verlogen, so lange nicht die Arbeitgeber auch akzeptieren, dass die Zeit des Arbeitnehmers als Lohnsklave, der nur und ausschliesslich für seine Arbeit im Büro zu sein hat, endlich vorbei sein muss. „Morgen komm ich später rein“ ist ein bekannter Buchtitel, der in meinen Augen sehr gut zeigt, wie überkommen unsere momentanen Arbeitsmodelle sind. Ich würde sagen, ab morgen arbeite ich effektiv und spar mir die Effizienz. Wir müssen gerade in der immer so propagierten Wissensgesellschaft von diesen dummen 9-17 Uhr Modellen wegkommen. Das Buch „Meconomy“ definiert für mich die Einstellung zur Arbeit, wie sie sich zukünftig darstellen wird. Auch in einer Festanstellung bin ich Unternehmer, muss ich mich und meine Talente und Fähigkeiten vermarkten. Wer sich seine Arbeit nur zuteilen lässt, wird früher oder später unglücklich, weil er nicht mehr selbstbestimmt handelt in einer Gesellschaft, die immer selbstbestimmter wird. Klar heisst das auch Verantwortung für den Arbeitnehmer. Denn wer an seinem Erfolg gemessen wird, der muss sich selbst um seine Arbeitszeiten kümmern und wird nicht mehr von Tarifverträgen an der Hand genommen. Und wer dann auch noch im Urlaub ständig beruflich erreichbar ist. Tut mir leid, der ist selbst schuld, denn er hat sich hintenangestellt und überhöht den Beruf. Wir alle haben auch noch ein Leben. Und wir sollten arbeiten, um zu leben. Nicht andersrum. Und wenn ich bereit bin, jenseits meines 9-17 Uhr Tarifjobs zu arbeiten, dann muss ich eben auch während der Arbeit kleiner private Themen erledigen dürfen, dann muss ich auch mal bereits um 14 Uhr gehen können und den Rest zu hause erledigen können, während ich nach den Kindern schaue. Wer Beruf und Familie wirklich besser miteinander vereinen will, der kommt an diesen Denkmodellen heutzutage nicht mehr vorbei!