Meine Zeit ist mir zu wichtig: Von Zeitdieben und dem Wert der Zeit

Peter Glaser schreibt in einem interessanten Artikel bei Carta über den neuen Tatbestand des Lebenszeitdiebstahls. Grob umrissen liegt die „Straftat“ darin, daß uns durch die Informationsflut und die daraus resultierenden Aufwände für die Filterung von Relevanz wertvolle Lebenszeit gestohlen wird. Nun gab es schon vor Jahren eine Bewegung, die das „Simple Living“ propagierte, und in Büchern wie „Your money or your life“ sehr gut darlegte, daß wir bei jedem Konsum hinterfragen müssen, wie viel der eigenen Lebenszeit dafür geopfert werden muss, weil ich für den Erwerb arbeiten muss, das Objekt gepflegt und ggf. auch aufwändig entsorgt werden muss.

Letztlich geht es um versteckte Kosten über die sich der Mensch für gewöhnlich keine Gedanken macht. Aber es ist durchaus richtig und wichtig, sich Gedanken zu machen, wie viel meiner Zeit ich dafür investiere, Informationen zu bekommen und zu filtern.

Ok, man kann sich das meiste im Fernsehen schenken und spart so eine Menge an Lebenszeit für sinnvolles. Aber auch sinnvoll eingesetzte Werkzeuge können einem hier helfen. Im Netz wahllos gesurft habe ich schon seit längerem nicht mehr. Mein Startpunkt ist Google Reader und ein paar Tools, die sich um ihn ranken. Wir sollten uns stets vor Augen halten, wofür wir unsere Zeit investieren und wofür wir sie investieren wollen. Und das gilt sowohl für den Beruf, als auch fürs Privatleben. Wer permanent Überstunden arbeitet, und den Beruf vor die eigenen Interessen stellt, darf sich nicht beschweren, wenn er nur einen sehr begrenzten Freundeskreis und vermutlich keine Partnerin/keinen Partner hat. Und eine Familie besitzt man nicht, in einer Familie lebt man. Mich würde interessieren, wie viele Familien deshalb zerfallen, weil letztlich einfach einer der Elternteile nicht wirklich präsent war.
Es gehört auch zum Leben, bei der Einschulung der Kinder dabei zu sein, Zeit für einen Familienausflug zu haben oder einfach nur mit Sohn oder Tochter etwas zu basteln.

Viele sind zu sehr mit ihrer Karriere beschäftigt, während das Leben andere Dinge vor hat.

Workshop zum Fuchsblog. Warum es nicht einfach ist, einen Firmenblog zu betreiben

Heute war der Bausparfuchs im „Fuchsbau“ und hat mit uns drüber nachgedacht, wie man den Fuchsblog weiterführen kann, nachdem die Reise des Bausparfuchses zu Ende ist. Gar nicht so einfach die Fragestellung. Schliesslich wollen wir das ja nicht als reine Werbeplattform haben sondern auch einen Mehrwert für die Leser bieten.
Und da ist es halt wichtig, was der Leser eines Businessblogs überhaupt erwartet. Einige interessante Vorschläge sind schon zusammengekommen, aber was ich festgestellt habe. Es ist schwer, gleichzeitig glaubwürdig zu sein, das Image einer Marke zu vermitteln und auch noch interessante Themen zu liefern.
Da gibts dann so elastische Begriffe wie Relevanz und Authentizität.

Aber einige interessante Ideen sind bereits im Entstehen und dank der Unterstützung von Namics, vertreten durch Tina Schwarze denk ich, wir werden da bald einiges umsetzen. Mit Tina bin ich auch über Twitter in regem Austausch, alldieweil wir auch in unserer „Rolle“ als Nerds ähnlich Interessen und eine grosse Affinität zu Social Media Themen haben, gleichzeitig schätze ich an ihr, daß sie im Gegensatz zu so manchem selbsternannten „Social Media Experten“ das Thema nicht rosarot darstellt, sondern eine sehr realistische Sicht auf die Möglichkeiten des Social Web hat.
Freut mich auf jeden Fall speziell in meiner Rolle als Blogger, daß auch mein Arbeitgeber sich weiterhin mit Social Media befasst und auch in weiterer Zukunft noch da mitmischen will.

Was mich besonders gefreut hat: Ich habe endlich Marco kennengelernt. Er ist Blogger, Twitterer und hat als erster über den Bausparfuchsblog berichtet. Da lag es nahe, ihn auch in diesen Kreis einzuladen, um auch die Meinung eines unabhängigen Bloggers zu so einem Businessblog kennenzulernen. Letztlich bringt es ja nix, wenn man so vor sich hin bloggt und die Meinung der (Blogger)community gänzlich ignoriert.
Sag noch mal einer, die Bausparkasse Schwäbisch Hall wäre nicht innovativ! Wobei da mit Beate Schmitz auch ein sehr kreativer Kopf dahinter steckt, die das ganze federführend vorantreibt. Schliesslich ist sie nicht nur beruflich sozial medial sondern betreibt auch nen eigenen Blog.
Und nicht zu vergessen den Schorsch, Geek par excellence was Webtechnologien angeht und der IT-Kopf dahinter! So gesehen, wir sind schon ein verdammt cooler Haufen!

Wutblog: Wenn schon Kinder zu Idioten werden

Gerade erfahren. Ein Freund meines Sohnes hat wohl aktuell Angst davor, in ein Ferienlager zu gehen, weil offensichtlich in seiner Schule noch die alte dröge Schlägercliquenkultur herrscht und er nur dazu gehören darf, wenn er mitmacht. Nun ist der Junge aber nicht so doof wie die anderen und will das nicht.

Ich finde es wirklich toll, dass immer noch dröges Machogehabe und Schlägecliquen offensichtlich nicht unterbunden sondern zumindest stillschweigend geduldet werden. Denn anscheinend hat der Lehrkörper, nachdem er auf das Problem hingewiesen wurde sehr überrascht reagiert. HALLO? Wer so etwas nicht merkt, hat seine Verantwortung nicht erkannt.

Nur: Wenn ich mich in meinem Umfeld so umsehe, dann könnte ich selbst bei uns in meinem Lebensumfeld aus dem Stand 2-3 Arschlochkinder benennen, die auch ihr Ego vor allem dadurch stärken, daß sie andere verkloppen. Auch mein Sohn hatte da schon so seine Probleme mit solchen Arschlochkindern, hat sie aber bislang sehr gut gemeistert. Und da ich nicht will, daß er sich in die Reihe der dummen Prügelprolls einreiht, unterstütze ich ihn bei seinem Wunsch, Aikido zu lernen. Denn dort lernt man vor allem, Kampf zu vermeiden oder schnell zu unterbinden. Und es wird auch Moral und ethische Werte vermittelt (ein Grundprinzip von Aikido ist weitestgehende Gewaltvermeidung)

Ich finde es immer wieder erschreckend, wie oft die Klichees noch greifen. Beispielhaft an einem solchen Arschlochkind aus meinem Umfeld: Fussballbegeistert, intellektuell eher weniger gut ausgestattet, aber mit solventen Eltern und mit einem Umfeld, das immer wieder mit dem bescheuerten „Lass ihn doch“ Spruch kommen. Da wurd ich schon so manches Mal lauter. Denn das ist dumm, und gerade im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse: Man sollte sich stehts vor Augen halten. Es geht nicht nur um Geld, auch Ethik und Moral sind wichtig und wer gelernt hat, daß er anderen ungestraft weh tun kann, dessen Hemmschwellen sind nun mal reduziert.

Und übrigens, wer sich aufregt, daß Kinder schon Killerspiele spielen oder Filme ab 18 anschauen. Aus eigener Erfahrung: Oft kümmern sich die Eltern einen Dreck drum, was die Kids da sehen, ja kaufen es sogar. Mein Sohn hatte Albträume, weil er bei einem Kumpel einen Film gesehen hatte, der erst ab 16 war.
Das war ihm Gott sei Dank zwar eine Lehre. Aber wenn ich gewisse erzieherische Masstäbe habe, dann verdammt noch mal sollte ein gewisses Maß an Verantwortung auch anderswo gelten.

Warum ich Produktbeurteilungen aus Foren keinen Glauben mehr schenke

Früher waren Foren oft für mich erster Anlaufpunkt, wenn ich mich über das Für und Wider eines Produktes informieren wollte. Dort konnte man, so dachte ich aus erster Hand erfahren, was die Vor- und Nachteile des einen oder anderen Produktes sind.

Je länger ich mich aber in Foren zu verschiedenen Produkten und Dienstleistungen umgeschaut habe, um so häufiger habe ich festgestellt, daß die „lautesten“ Poster nicht unbedingt diejenigen sind, die das Produkt wirklich objektiv beurteilen können. Oft werden Feature erwartet, die so gar nicht gehen. Viele lesen die Anleitungen nicht oder haben überzogene Erwartungen. Manchmal werden auch einzelne Produktionsfehler zu einem Riesendrama hochgejubelt. Und am allerwichtigsten. Die vielen zufriedenen Nutzer tauchen tendenziell in Foren nur sehr selten auf.
Insofern. Wenn ihr ein neues Produkt kaufen wollt. Vorsicht bei Urteilen aus Foren. Dort sind leider viel zu oft die Basher unterwegs und eine objektive Beurteilung ist schwer zu finden. Man sollte stets auch unabhängige Tests sichten. Hier wiederum kann ich www.testberichte.de empfehlen und natuerlich Test.de, die Seite der Stiftung Warentest. Dort wird realistischer getestet und meist auch sehr viel fairer beurteilt.

Was schreibt man denn nun in Firmenblogs?

Ich will hier mal eine Diskussion anregen, da ich mir zu dem Thema grade auch so meine Gedanken mache. Denn letztlich und da sollten wir ganz ehrlich sein, will jedes Firmenblog auch Werbung für das Unternehmen machen.
Also was sind Themen, die da hinein gehören? Was ist glaubwürdig?
Ich habe eine interessante Zusammenstellung einiger Ideen gefunden, würde mich aber freuen, wenn hier eine rege Kommentardiskussion beginnen würde.

Für mich ist stets wichtig, dass ein Firmenblog das Medium auch ernst nimmt, insofern sollte Basis aller Blogging Aktivitäten sein, daß Kommentierung erwünscht ist und das Blog keine reine Werbeplattform ist, sondern z.B. auch aus dem Alltag der Mitarbeiter berichtet, ggf. auch mal Tipps gibt, die nichts direkt mit den Produkten der Firma zu tun haben und auch die Region einbeziehen. Man muss sich letztlich immer fragen: Was würde ich als Besucher auch lesen, wenn mich aktuell keines der Produkte interessiert, sei es, weil ich sie nicht brauche, nicht will oder schon habe. Denn den Interessenten für ein Produkt bekomme ich sehr einfach auf meine Seiten, aber wie halte ich eine echte Community aufrecht?

Zum Start das Fundstück aus dem Netz:31 Artikel-Ideen für Firmenblogs der Seite: selbstaendigimnetz.de, dort findet sich wie ich finde schon eine sehr gelungene Zusammenstellung möglicher Themen.

Gartner prophezeit 10 Veränderungen der Arbeitswelt. Ein kritischer Kommentar

Interessant, wie sich manche Themen zu gewissen Zeiten geradezu aufdrängen. Da lese ich aktuell gerade „Morgen komm ich später rein“ von Markus Albers (dessen Buch „Meconomy“ auch ein klarer Lesetipp ist). Und jetzt vermeldet Gartner 10 Veränderungen für die Arbeitswelt binnen der nächsten 10 Jahre.

Vieles, was Gartner prognostiziert, wünsche ich mir selbst, bzw. erwarte ich selbst für die Zukunft. Aber leider sind auch viele Aspekte dabei, die zwar wünschenswert sind, aber sicherlich speziell von denen, die Arbeit controllen, so nicht mal gedacht werden können.

Die Thesen mit einem Kommentar von mir:

1. De-routinization of Work

Gartner sieht hier weiterhin Aufgaben für die Angestellten, die sich aber wegbewegen von einfachen Routineaufgaben, hin zu den Aufgaben, die speziell nur der Mensch bearbeiten kann. Das ist eine positive Entwicklung, verschärft meiner Ansicht nach aber zum einen das Fachkräfteproblem, da ich jetzt sehr spezifische Skills brauche und lässt das Heer der schlecht ausgebildeten Langzeitarbeitslosen wachsen. Und es gibt durchaus auch einfache Tätigkeiten, die zwar ein Computer leisten kann, die ich aber immer noch am liebsten von einem Menschen erledigt haben möchte (Stichwort Telefonservices)

2. Work Swarms
Gartner identifiziert hier Teams anstelle von Einzelleistungen und den Schwarm, der sich nur kurzfristig aus Mitarbeitern bildet, die z.B sonst in verschiedenen Teams arbeiten aber jetzt für eine spezielle Aufgabe schnell zusammen agieren, evtl. auch nur virtuell um sich danach sofort wieder anderen Themen zu widmen. Hier wird stark die Rolle des mittleren Managements in Frage gestellt, da solch schnelle Selbstorganisation nur durch unmittelbares Agieren ohne Kontrolle von oben gut funktioniert.

3. Weak Links
Diese Verbindungen existieren schon heute, wenn man stark in sozialen Netzwerken agiert, wo man schnell und unbürokratischen Austausch pflegt. Problem wird hier wiederum der Verlust der Hierarchien sein, da hier keine Manager den Austausch kontrollieren, anfordern oder lenken können. Er entwickelt sich dynamisch aus Aufgaben und Interessen der Beteiligten.

4. Working With the Collective

Hier sind Gruppierungen gemeint, seien sie unter Kontrolle des Unternehmens oder außerhalb, die über Wohl oder Wehe eines Unternehmenserfolges mitbestimmen. Ganz klar eine solche Gruppe sind natürlich die Kunden. Aber das geht noch weiter, auch NGOs oder Meinungsbildner im Netz oder den Medien können beeinflussend wirken. Ebenso kann hier die Dynamik der sozialen Netze schnell für ein Unternehmen zum Erfolgsfaktor oder auch zum Misserfolg führen (Streisand Effekt). Ein richtiger, ehrlicher Umgang ist hier von Nöten und es gilt neue Wege zu finden, offener und ehrlicher mit Kunden wie mit Partnern zu kommunizieren, denn die Zeiten eines Unternehmens „da oben“ und der Kunden „da unten“ sind bald vorbei. Dann heisst es, die Rolle des gleichberechtigten Partners zu akzeptieren und zu verinnerlichen, will man nicht vom „Kollektiv“ ab gestraft werden.

5. Work Sketch-Ups
Gartner meint hier, dass gerade die Nicht-Routine Tätigkeiten nicht mehr nach vorgegebenen Standardabläufen bearbeitet werden. Das ist insofern nur logisch, da mich die Verwaltung und Kontrolle der Einhaltung solcher Standardverfahren viel zu viel Zeit kostet und letztlich durch den informellen Kreis das in dieser speziellen Situation optimale Verfahren angewendet wird, das durchaus auch erst im Prozess der Tätigkeit entstehen kann.

6. Spontanous work
Hier beschreibt Gartner den Horror eines jeden Controllers, da hier pro-aktive Tätigkeiten, Ideenfindung, arbeiten ohne direkten Auftrag gemeint ist. Wenn ich frei bin von Routinetätigkeiten kann ich meine kreativen Potentiale nutzen. Aber wie soll hier der direkte Nutzen gemessen werden, wer bestimmt eine „freie Tätigkeit“. Und auf welchen Posten buche ich Arbeiten, die jetzt noch gar keinen Auftraggeber haben. Andererseits stecken gerade hier, wie Unternehmen wie Google zeigen die Potentiale für neue marktfähige Ideen, die das Unternehmen wirklich voranbringen, die aber im „Alltagsgeschäft“ untergehen. Leider wird hier auch ein großes Problem sein, dass sich schnell eine Neidkultur entwickelt. Denn so hart das klingen mag. Wer sich nicht selbst organisieren kann, wer nicht die nötige Selbstdisziplin und vielleicht auch nicht das nötige Können hat, der wird neidisch auf diejenigen blicken, die frei, die kreativ arbeiten. Schon heute gibt es zwischen Kreativen und den „Echten Schaffern“ eine Neiddebatte. Die ist zwar dumm aber wird leider geführt.

7. Simulation and Experimentation
Hier kann man ganz klar sagen, ja, das passiert schon heute schon. Viele Prozesse werden heute nicht mehr im Realen durchgeführt, sondern virtuell. Eines der schönsten Beispiele sind Crashtests. Der kritische Aspekt ist, wie erhalte ich Gewissheit, dass die Simulation auch die Realität abbildet, wie schütze ich mich vor Fehlinterpretationen oder vergessenen Rahmenparametern. Und wer bezahlt mir das ganze? Auch hier wieder zeigt sich, daß die Zeit der Erbsenzähler, der Human Ressource Denker vorbei ist, will ein Unternehmen auch für die Zukunft gut aufgestellt sein.

8. Pattern Sensitivity
Wichtig. Und ein Trend in sich. Bestes Beispiel hierfür die Entwicklung zuerst der Netbooks, die von vielen belächelt sowohl den eigenen Markt gefunden haben, als auch den Markt für Notebooks zu einer Umorientierung in der Preispolitik gezwungen haben. Ähnliches geschieht bei den EBooks Readern und bei den Tablet PCs. Es wird immer wichtiger, Muster zu erkennen, die sich im Geschäftsumfeld entwickeln, und die ggf. Einfluss auf die eigene Geschäftspolitik haben können.

9. Hyperconnected
Wir sind immer vernetzter. Gartner sieht hierin heute das Problem und morgen die Lösung in dem sich Firmen ihrer starken Vernetzung innerhalb und mit den Kunden bewusst sind und diese Vernetzung fördern, statt sie unter Kontrolle halten zu wollen. Hier sehe ich zum Beispiel die sozialen Netze und die Business Netzwerke als gute Beispiele für die Richtigkeit der These. Viele meiner Tipps für Problemlösungen erlange ich durch Crowdsourcing, durch die Frage, die ich an die Netzcommunity stelle und die mir sehr oft durch jemanden beantwortet wird, der entweder selbst die Lösung kennt, oder jemanden kennt, der sie kennt, oder jemanden….

10. My Place
Mit Sicherheit für mich das Schlüsselthema der Zukunft. Die Arbeitszeitmodelle des 9-17 Uhr Jobs gelten für immer weniger Bereiche. Wissensarbeiter, gerade im internationalen Kontext können theoretisch immer und überall arbeiten. Das bedingt zum einen die Disziplin, auch nicht erreichbar, privat zu sein. Zum anderen eröffnet es aber auch ganz andere Möglichkeiten, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, dann zu arbeiten, wenn man kreativ ist, wenn die Arbeit auch leicht gelingt, anstelle im Büro sitzen zu müssen, nur weil man nicht für das Ergebnis sondern für die geleistete Arbeitszeit bezahlt wird. Als Wissensarbeiter ist es eigentlich irrelevant, wo ich arbeite, solange ich einen Netzzugang habe, kann das auch von zu hause aus, auf Dienstreise oder im Cafe um die Ecke sein. Aber auch dies bedeutet einen Kontrollverlust für meine direkten Vorgesetzten. Sie müssen sich mehr darauf fokussieren, ob meine Aufgabe in Time erledigt wird und nicht, ob ich die vorgeschrieben Zeit gearbeitet habe. Sie müssen damit leben, dass ich beginne, effektiv zu arbeiten und aufhöre, effizient zu sein.
Ich lebe schon längst nach diesem Modell. Meinen Beruf gebe ich nicht einfach am Ausgang ab, ich recherchiere, forsche, schlicht arbeite auch, wenn ich zu hause am Rechner bin. Leider noch nicht so flexibel, wie ich es mir wünschen würde aber ich bin da zuversichtlich. Oder um es mit Markus Albers zu sagen: „Morgen komm ich später rein“, diesen Satz hoffe ich, in Zukunft wirklich mal auch bei mir im Büro sagen zu können 😉

Alles in allem ein paar gute Punkte, ich zweifle jedoch, ob alle so einfach umsetzbar sind und daher wirklich in 9-17 Uhr Unternehmen ankommen werden. Denn bei all diesen Punkten muss eins am Anfang stehen. Ein Umdenken im Umgang mit den Mitarbeitern, ein Umdenken im Umfang des Kontrollwahns und das Bewusstsein, dass man auch in der Arbeitswelt loslassen muss, um wirklich gutes zu leisten. Der Flow ist auch für den Angestellten ein Gewinn. Wenn er zugelassen wird.

Letztlich trifft es das Bild, das Albers in seinem Buch „Meconomy“ zeichnet doch meiner Ansicht sehr gut. Auch wenn ich Angestellter bin, werde ich in Zukunft immer mehr wie ein Freiberufler arbeiten, mit flexibleren Arbeitsorten und Zeiten, mit neuen Arbeitsmodellen und ggf. auch mit anderen Denkmustern, was die Trennung von Privat und Beruf angeht. Ob wir das wollen, kann ich nicht sagen, ich will es, wenn es von beiden Seiten gelebt wird. Denn für mich stellt all dies einen klaren Schritt hin zu einer erfüllenderen, und auch zu einer familienfreundlicheren Arbeitswelt dar. Wenn auch ich als Arbeitnehmer mehr Verantwortung übernehme. Auch und gerade beim Planen von Auszeiten, bei Quality Time und beim beachten meiner „Work Life Balance“.

Update: Auch Stefan Pfeiffer bespricht in seinem Blog die Studie von Gartner und zeigt, dass in innovativen Unternehmen wie der IBM vieles davon schon längst gelebt wird.

das Problem der eBooks ist ihre Lagerung

Was hindert viele Menschen daran, sich eBooks wirklich anzunähern? Das frage ich mich schon lange. Ein Aspekt, der sich für mich immer mehr herauskristallisisert ist die Lagerung der gekauften EBooks. Wenn ich in einen Buchladen gehe und mir ein Hardcover oder ein Paperback kaufe, habe ich ein physikalisches Objekt, das ich in ein Regal stellen kann und dort auch immer zur Verfügung habe. Anders beim eBook; das existiert nur als virtuelles Objekt, als Bits und Bytes auf meiner Festplatte.

Ebook Reader
Bücher auf dem Reader, aber wo ist das Archiv?

Aber damit ich es nicht verliere, muss ich dieses Buch sichern. Und da auch Sicherungsplatten mal kaputt gehen können, muss ich es umkopieren, muss mir Gedanken über Backups machen. Alles sehr umständlich. Mein Wunsch daher. Ein Online Regal, in dem ich meine Bücher, auch die unnötigerweise mit DRM versehenen, ablegen kann. Idealerweise mit Backup Garantie. Ich selbst nutze hierzu Dropbox und Wuala als Online Festplatten. Aber diese Lösung halte ich für den durchschnittlichen Computernutzer für zu kompliziert. Es müsste sich um eine Art Bibliothek handeln, die visuell möglichst nahe an ein echtes Bücherregal heranreicht. Dienste wie bookworm.oreilly.com oder feedbooks.com bieten hier erste gute Ansätze.

Regale 1.0, aber wie sehen die Bücherregale der Zukunft aus?

Aber leider sind hier noch die DRM Bücher aussen vor. Also endlich weg mit diesem DRM Blödsinn. Damit wir auch in Zukunft auf unsere gekauften eBooks zugreifen können. Denn nichts ist so alt wie die verschlüsselten Bits und Bytes von gestern.

Und übrigens, sollte jemandem dieses Problem bekannt vorkommen: Richtig, ein ähnlich gelagertes Phänomen sehe ich bei Digitalfotos. Auch sie muss ich lagern und je höher die Pixelzahlen der Kamerauflösungen werden, um so mehr Datenspeicher, um so breitere Datenleitungen brauche ich, um meine Bilder überhaupt noch sicher verwahren zu können. Der Schuhkarton ist längst der CD und diese wiederum der DVD gewichen (heute Dual Layer, weil auch Single Layer längst nicht mehr reicht). Auch die Online Bildarchive müssen immer weiter steigende Datenmengen ablegen. Und keiner kann mir wirklich die Frage beantworten, wer ist gekommen um zu bleiben, wo werden meine Bilder auch noch in 10 – 20 Jahren zu sehen sein