Ein besonderes Jahr, ein lehrreiches Jahr, ein Jahr des Wandels

Es begann bereits mit diversen Lesungen und Interviews zu  meinem Buch „Depression abzugeben„. Ende 2017 hatte ich noch in meinem Umfeld prognostiziert, dass spätestens 2018 das Interesse an meinem Buch, meiner Geschichte abflauen würde. Aber das Gegenteil war und ist der Fall. Das Interesse bleibt konstant hoch.

Dann das Vertrauen, das Bastei Lübbe in meine Fähigkeiten als Autor hatte und das in einem neuen Buchprojekt mündete, das nun am 29. März erscheinen wird.

Die Petition gegen das bayerische Psychiatriegesetz, die nicht nur mit geholfen hat, das Gesetz zu stoppen sondern auch viel mediale Aufmerksamkeit auf das Thema psychische Erkrankung lenkte und insgesamt knapp 1500000 Unterschriften erreichte.

Viele neue Interviews, ein Patientenkongress in der Schweiz mit mir als einem Keynote Speaker und Ende des Jahres die Teilnahme an der Pressekonferenz der Stiftung deutsche Depressionshilfe und Deutsche Bahn Stiftung als Betroffene, begleitet  erneut von viel medialer Aufmerksamkeit. Und als Abschluss dann noch ein Auftritt im ARD Morgenmagazin wegen meines Artikels gegen das von Jens Spahn geplante TSVG bei Focus Online und den fatalen  Abschnitt über eine vorgeschaltete Instanz, die die schwere der psychischen Erkrankung bewerten sollte.

Ich kann definitiv sagen, 2018 war ein sehr erfolgreiches Jahr, mit vielen Überraschungen, sehr positiven Begegnungen und vielen neuen Chancen. Und es wird 2019 weitergehen. Unter anderem mit einer Lesung in der Zentralbibliothek in Frankfurt, einem Mutmacher Event in Düsseldorf und einem Workshop auf dem evangelischen Kirchentag in Dortmund. Und natürlich mit dem Erscheinen des neuen Buchs „Lieber Papa, bist du jetzt verrückt?“ meiner Tochter mit mir als Co-Autor.

Danke allen, die mich auf diesem Weg begleitet haben und noch begleiten, danke meinen Freundinnen und Freunden, namentlich Dana Diezemann, Kristina Wilms und Andreas Kernchen, danke insbesondere meiner Familie für Geduld und viel Unterstützung.

Und 2019 werde ich weiter gegen die Stigmatisierung psychischer Krankheiten und für mehr Aufklärung kämpfen. Denn wir sind schon weiter als noch vor ein paar Jahren, aber lange noch nicht weit genug.

Bis dahin euch allen ein gesegnetes und möglichst glückliches Jahr 2019 und einen guten Rutsch!

The Road Not Taken

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that, the passing there
Had worn them really about the same.

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I-
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Robert Frost (1874-1963)

Jetzt auch als Podcast: Verhaltensoriginell

Lange habt ihr mich angesprochen, gebeten, euch einen Podcast gewünscht. Nun denn, es ist soweit, seit heute gibt es „Verhaltensoriginell, den Podcast rund um psychische Gesundheit“.

Erst mal ist es ein Experiment, wie ich ihn genau ausgestalten werde, wer drin vorkommt, was für Themen es geben wird, da bin ich offen und hoffe auch auf eure Ideen.

Folge eins über Diagnosen und Fehldiagnosen ist seit heute online und wird nach und nach auch bei den diversen Plattformen wie Spotify, ITunes, Google Podcasts etc. verfügbar sein.

 
Den RSS Feed findet ihr unter: https://anchor.fm/s/6e01d10/podcast/rss

Frauen, wir müssen auch reden!

Zunächst, egal ob Mann oder Frau. Lest den Text von Journelle. LEST IHN. Und am besten mehrmals. Warum? Weil ich ein Mann bin, aber mich über sehr viele der Punkte ebenso ärgere, wie Journelle das so eloquent tut.

Wir schreiben 2018. Ein unglaublich ignoranter, selbstherrlicher, frauenfeindlicher Chauvinist ohne jede Empathie ist Präsident der Vereinigten Staaten. Und er schafft es, einen Vergewaltiger als  obersten Richter zu inthronisieren.

Ich kann mich dafür nicht entschuldigen. Das ist nicht entschuldbar. Und ja, ich weiß, es haben auch Frauen für Donald Trump gestimmt. Es haben sicher auch Frauen gesagt, Kavanaugh sei kein Vergewaltiger, wäre geeignet, wäre nur Opfer einer Verschwörung.

Geschenkt.

Ich hab lange gedacht, nein, es verbessert sich was, Gleichberechtigung wird selbstverständlicher werden. Falsch gedacht. Ich gehöre zur Alterskohorte der 1967 Geborenen. Damals war zwar Gleichberechtigung kein Fremdwort aber der Weg war noch lange.

Ich sehe nur nicht wirklich, dass er kürzer geworden ist.

Wenn ich meine Geschlechtsgenossen, insbesondere meine Alters- und Geschlechtsgenossen reden höre, dann stehen wir noch ziemlich am Anfang. Und leider blicke ich in den Managementetagen, in der Politik viel zu oft in männliche Gesichter, gerade in meiner Altersklasse. Ja, wir haben einen öffentlichen Diskurs über Emanzipation, aber, und das mag jetzt ein sehr subjektives Gefühl von mir sein, eigentlich laufen hier immer noch in der überwiegenden Mehrheit Männer rum, die nichts, aber auch gar nichts begriffen haben. Die Frauen immer noch als eine Mischung aus Sexobjekt,  Mensch zweiter Klasse und nicht so stark, so leistungsfähig, so zielstrebig wie Männer sehen.

Bullshit, aber leider Bullshit, der meiner Ansicht nach hinter verschlossenen Tür[appbox wordpress ]en, unter „uns Männern“ immer noch eher der Alltag in den Köpfen ist. Und ich glaube nicht wirklich, dass da was besseres nach wächst. Wer immer noch mit Männlichkeitssymbolen protzen muss, wer immer noch, so Frauen nicht anwesend sind,  über deren Aussehen, deren F***kbarkeit diskutiert, während er nach außen hin scheinbar der emanzipierte Mann zu sein vorgibt, sorry, von dem erwarte ich nicht, dass er auf der Frauen Stimme hört.

Was mich aber noch mehr frustiert. Warum  scheint es immer noch nötig zu sein, sich als Frau in Männerdomänen mit den männlichen Methodiken zu behaupten.

Ich meine damit, dass wir meiner Ansicht nach in weiten Bereichen insbesondere der Wirtschaft noch immer eine männlich geprägte Herangehensweise haben, wo es weniger um Kompetenz, um Wissen, als um  Männerfreundschaft, Machogehabe und Machtgerangel geht. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass viele unserer aktuellen wirtschaftlichen wie politischen Probleme männergemacht sind und auch bleiben werden.

Als ich mit Kristina Wilms Anfang des Jahres gegen das bayerische Psychiatriegesetz gekämpft habe und eine Petition mit auf den Weg brachte, die schliesslich maßgeblich dazu beigetragen hat, die größten Kritikpunkte zu verhindern, da wurde ich im Kampf vor allem und am Intensivsten von, na, kommt ihr drauf? Richtig, von Frauen unterstützt. Claudia Stamm von der MUT Partei, Katharina Schulze von den Grünen, selbst Kathrin Sonnenholzner von der SPD haben innerhalb weniger Tage unterstützt und den Rücken gestärkt. Der werte Herr Söder hat sich dagegen nicht mal aufraffen  können, persönlich auf wiederholte Anfragen meinerseits zu reagieren.

Und nicht zu vergessen, Kristina, die die ganze Sache erst ins Rollen brachte.

Ich weiß nicht, ob es eine stärkere soziale Ader von euch Frauen ist, oder was dahinter steckt. Aber wenn es um die wirklich wichtigen gesellschaftlichen Themen und da vor allem um für alle sinnvolle Lösungsansätze geht, dann habe ich den, wie gesagt sehr subjektiven Eindruck, dass wir Männer da eher Mist bauen.

Ja ich weiß, es gibt auch negative Beispiele im weiblichen Lager. So what? So lang wir immer noch über eine weibliche oder eine männliche Herangehensweise an unsere aktuellen Problem reden, so lange haben wir noch nicht mal im Ansatz Emanzipation erreicht. Dann haben wir nur drei Lager, die der harten Emanzipationsbefürworter (eine Minderheit), die der harten Gegner (noch eine Minderheit) und mittendrin eine Masse von Menschen, die das Ganze eigentlich nur am Rande interessiert, weil sie in einem immer noch sehr ungleichen Alltag um jeden neuen Tag kämpfen müssen.

So lange Teilzeit etwas ist, dass für Frauen für normal angenommen wird und für Männer immer noch zu oft ein Karriereknick ist, so lange Frauen nicht nur die Kinder bekommen, sondern danach auch oft quasi gezwungen sind, auf Karriere zu verzichten, weil es ja immer die Frau sein sollte, die verzichtet. So lange ist nichts passiert, was die Situation verbessert.

Okay, eigentlich müssen wir Männer endlich mal reden. Endlich mal vom hohen Chauvi Ross runterkommen und begreifen, dass es keinen Unterschied machen darf, welches Geschlecht jemand hat, wenn es um Karriere geht, wenn es um Familie geht, wenn es ums Leben geht.

Und so lange in manchen Männerköpfen die Vergewaltigung einer Frau immer noch nicht das ist, was sie ist, nämlich eine mit nichts zu verzeihende Straftat und ein Beweis für einen extrem schwachen, unethischen und unmoralischen Charakter, so lange braucht es noch den Protest. Nein heißt nein, heißt nein. Vergewaltigung ist die ekelhafteste Visualisierung männlichen Machtgrößenwahns und wird meiner Ansicht nach in den meisten Fällen nicht mal ansatzweise ausreichend bestraft.

Wir stehen nicht mitten drin in der Gleichberechtigung. Wir haben ein Feigenblatt von Zugeständnissen, das von Idioten wie einem Donald Trump und seinen Gefolgsleuten  wie Männern ähnliche charakterschwacher Gesinnung wo auch immer es geht abgeschwächt, verdreht oder den Frauen wie Männern abgesprochen wird.

Denn leider haben viele Männer offensichtlich noch nicht begriffen, dass Emanzipation eben nicht die Rechte der Frauen ÜBER die der Männer stellen will. Das sind Ansichten von extremer Art. Der Mainstream will schlicht das, was jeder vernünftige Mensch eigentlich schon längst fordern sollte. Gleiches Recht für beide Geschlechter.  Gleichen Lohn, gleiche Chancen, gleiche Wertigkeit der Kindererziehung egal ob von Mann oder Frau.

Wir kriegen in den Medien immer wieder tolle Beispiele serviert. Aber schaut mal offenen Auges und ganz ehrlich in euer Umfeld. Ist das da für die Mehrheit schon Realität? Seriously. Ich denke nein.

Wir waren schon weiter. Ganz ehrlich. Aber leider scheinen viele meiner Geschlechtsgenossen der Meinung zu sein, es würde ihrer Männlichkeit, ihrer Rolle, ihren Chancen schaden. Gut, das mit den Chancen wäre vielleicht gut, wenn nicht gelebte Emanzipation endlich mal zum männlichen Karrierenachteil verhelfen würde. Ich glaube, dann würde sich da ganz schnell was ändern. Aber so lange das Management immer noch so altherrenmännlich ist, so lange Seilschaften immer noch Männer präferieren, so lange wird sich da nicht viel tun. Dann gibt es schöne Beispiele von einzelnen weiblichen Vorstandsmitgliedern. Aber heimlich lachend werden die männlichen meist Schlipsträger in genau den gleichen chauvinistischen Denkmustern bestätigen, wie schon seit Jahrhunderten.

Es bräuchte mal einen #aufschrei, aber einen richtig lauten, der von Männern geführt wird, die die Schnauze voll davon haben, dass solch überkommene Denkmodelle auch heute noch bestand haben.

So, das musste raus. Trollt mich gerne, ist meine Meinung und ich weiß zumindest von einigen Geschlechtsgenossen, dass sie insgeheim genau so denken.

Das Hörbuch von „Depression abzugeben“ ist verfügbar

Es ist soweit. Seit heute kann das Hörbuch zu „Depression abzugeben“ bei Audible erworben und angehört werden. Es handelt sich um die ungekürzte Originalausgabe, eingesprochen von Bernd Reheuser.

Glaubt mir,  es ist nochmal etwas ganz Neues, wenn mein das eigene Werk, gesprochen von einem Profischauspieler hört. Und ich finde, er macht das richtig gut!

Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir Feedback gebt, natürlich bevorzugt auf Audible und/oder Amazon, wie euch das (Hör-)buch gefällt.

 

Ich bin zwei Leben

Hätte es ihn nicht gegeben, diesen einen Tag,

wo das Tunnelendlicht sich als Zug erwieß,

wo das Leben den Endpunkt zu erreichen schien,

ich würde es nie erfahren haben,

mein zweites Leben, seinen ersten Tag,

und viele weitere, die seitdem folgen,

denn ich lebe wieder,  lebe neu, lebe jetzt, lebe erst,

die Jahre davor waren wie eine Kopie, eine Variante

des Lebens, so gar nicht meins, aber dennoch voll

Geschehen, das mich weitermachen ließ,

Liebe, Freundschaft, Familie, schöne Momente

es gab sie durchaus,

aber irgendwas fehlte, war falsch, war gestohlen,

es fühlte sich hohl an, ich folgte falschen Idealen,

„Sei folgsam, sei erfolgreich, mach Karriere“

alles falsche Kreuzungen meines Lebenswegs,,

erst als der letzte Abzweig vor der Klippe endete,

erst als schon Steine ins Meer stürzten, da war genug verloren

um die eine Brücke zu betreten, die mir immer zu gefährlich schien,

am anderen Ende war nicht purer Sonnenschein, aber ein

Meer spannender Pfade, kaum begangen, neu und aufregend,

da war das Leben, das echte, das eigene, das ich fast für eine

billige Kopie meiner Selbst geopfert hätte.

Die Menschen mit den Dolchen, den Urteilen, der Ignoranz,

sie scheuten die Brücke, sie wollten mich zurückziehen auf den Pfad

der Tugend, der Folgsamkeit, der Langeweile,

aber seitdem ich den Luftzug des Abgrunds an jener Klippe gespürt habe,

seitdem ich auf dem neuen Weg jene traf, die mir alles bedeuten

und sie mich auch auf den neuen Pfaden begleiten kann ich sagen,

ich lebe. Ich bin alt, was die Jahre angeht, aber nochmal wiedergeboren

und jung, willens, vieles aufzuholen,  auf dem Weg, falsche Ideale abzulegen

und meine Wünsche. MEINE Wünsche. Das Leben wie andere es für mich

vorgesehen haben, es ist nicht mehr meins.

Und es ist mir egal, was sie sagen, es ist mir egal, was sie denken, denn sie

denken klein, sie leben klein und ihre Bedeutung ist klein, immer kleiner weil

nichts echt ist an ihnen, nichts wertvoll, nichts wert, darüber nachzudenken.

Hätte es ihn nicht gegeben, diesen einen Tag,

ich wäre heute tot, vielleicht nicht zur Gänze, aber meine Seele wäre vertrocknet,

die jetzt blüht.

ich wäre nicht Autor, nicht Künstler, nicht Mensch.

Ich wollte nie sterben, aber das Leben zurückgeben, das man mir aufgedrängt hatte.

Hätte es ihn nicht gegeben, diesen einen Tag.

 

Ein Geschenk für beste Freunde

Ein Gedicht, als Dankeschön für all jene Menschen, die ohne Bedingungen, ohne „ja aber“ ihren Freundinnen oder Freunden zur Seite stehen, auch wenn sie sich Jahrzehnte nicht gesehen haben:

Ihr seid besondere Menschen, und das ist ein kleines Dankeschön.

 

Der Lebensweg ist unbestimmt,
und oft doch endet, was beginnt
mit Freud und Lachen und zerronnen,
ist Zeit und Lieb, die einst begonnen.

des Lebens Licht, es wird gar schwach,
doch denk dran, liegst du nächtens wach.
den Weg gekreuzt hat manche Seel
und manch ein Herz, schlägt heut noch schnell,
wenn Bilder und Gedanken wandern,
zurück zur Lieb zurück zum andern.

Den einst man hat zutiefst geliebt,
und der zurück in fremde blieb.
die Wiederkehr mag kaum zu hoffen,
doch lässt man Geist und Herze offen,
so findet sich so manches Mal,
ein Licht erneut im dunklen Tal.

und Hand und Herz man dir dann reicht,
und hofft, dir wird die Seele leicht,
weil alte Lieb nur selten rostet
und suess Erinnerung man kostet.

So mag Vergangnes längst vergessen.
Doch glaub nicht, es wär unterdessen,
die alte Lieb, vergessen und verloren,
Auf ewig bleibt, was einst geboren.

Ich mag nicht mehr

Was habe ich nicht alles im Laufe meines Lebens (ich glaube, mit 50 Lenzen darf man langsam mal rückblickend sentimental werden.) akzeptiert, geschluckt, toleriert.
Nein Leute, ich mag nicht mehr. Ich sehe es echt nicht mehr ein, mich mit Menschen auf langwierige Diskussionen einzulassen, die offensichtlich den Knall nicht gehört haben. Was habe ich mich gegen Impfgegner verkämpft, gegen Zuckerkugelschlucker, gegen Schulmedizin Ablehner, hab versucht, Menschen, die Depressionen nur für mentale Faulheit halten klar zu machen, was für eine schwere Krankheit Depressionen darstellen und in jüngster Zeit gegen dummes, rechtes Gedankengut.
Ich mag nicht mehr. Versteht mich nicht falsch, Widerstand werde ich nach wie vor leisten.
Aber ich habe lange genug an ignorante Menschen versucht, etwas Verstand, etwas Wissen zu bringen.
Hilft nix, beratungsresistent. Ja, es gibt vereinzelte Einsichtige. Aber das ist Cherrypicking und dafür hab ich einfach nicht mehr genug Lebenszeit.
Der Mute Knopf und in extremen Fällen der Blockieren Knopf bei Social Media Plattformen ist mittlerweile mein enger Freund.
Zumal ich rückblickend vieles meiner Krise, meines Abstürzens zu viel Rücksicht, zuviel überzeugen wollen gegenüber Menschen verdanke, die komplett ignorant, intolerant und taub für Argumente waren und sind.
Erst mit dem Mandatsentzug einer mich behandelnden Ärztin, erst, als ich nach einem weiteren Rückfall endlich auf der Behandlung meiner Angst bestand, wurden die Dinge besser.
Was haben angeblich wohlwollende Menschen um mich rum nicht alles versucht, mich von der Teilnahme an der 37 Grad Doku „Viel mehr als Traurigkeit“ abzubringen. Oder von meinem Buch. Vermutlich einfach, weil sie Angst hatten, ich würde von ihrer Intoleranz, Ignoranz oder einfach ihrer Hilflosigkeit gegenüber meinem Suizidversuch, meiner Krankheit und mir in TV oder Buch erinnern.
So tief absinken werd ich dann aber doch nicht, dass ich mich auf deren Niveau begebe.
Es muss irgendwann Schluss sein mit Toleranz, mit versuchen, mit dem Gegner zu reden. Zu viel reden hat mich auf einen Turm und knapp an mein Lebensende gebracht.
Natürlich werde ich nach wie vor aufklären, versuchen, das Stigma von psychischen Krankheiten zu beenden. Aber ich werde mir nicht mehr meine Energie von Menschen rauben lassen, deren blanke Ignoranz mit Argumenten nicht mehr heilbar ist. Da werde ich Gegner, Notfalls Endgegner.

Um es zusammenzufassen: Ich bin jetzt im Widerstand und wir machen keine Gefangenen.

Depression abzugeben wird zum Hörbuch und ist bereits vorbestellbar

Seit heute kann man bei Amazon „Depression abzugeben“ auch als Hörbuch vorbestellen. Damit wird ein großer Wunsch von mir wahr und auch diejenigen, die lieber Hörbücher hören, können „Depression abzugeben“ endlich hören.

Den Sprecher habe ich mir bei anderen Einspielungen angehört und er passt wie ich finde sehr gut. Jetzt bin ich nur noch gespannt, das Hörbuch selbst endlich hören zu können. Das wird sicher noch mal ein sehr komisches Gefühl sein.

 

Das Hörbuch von