Rückblick auf den Patientenkongress Depression

Endlich wieder in Präsenz, fand in diesem Jahr der 6. deutsche Patientenkongress Depression statt. Prominent moderiert von Harald Schmidt, mit ebenfalls prominenten Gästen wie Torsten Sträter. Aber es waren nicht die Promis, die mich begeistert haben sondern der riesige Zuspruch von Betroffenen und Angehörigen, Fachleuten und Medien. Die Depression als Erkrankung wird sichtbarer und damit wird es, und das ist elementar, leichter für Betroffen denn Schritt zu wagen und sich Hilfe zu suchen. Dieses Jahr war ich nur Gast, aber meine Frau durfte die Sicht der Angehörigen vertreten, eingesprungen für eine Angehörige, die aus familiären Gründen nicht konnte. Und wie ich finde, hat sie das Ganze grandios gemeistert.

Darf ich vorstellen: Meine Lebensretterin und die großartigste Partnerin, die ich mir vorstellen kann.

Ich habe mich überaus gefreut, ein paar meiner Follower und Leser persönlich kennenzulernen und einige sehr interessante Gespräche sind aus diesen Begegnungen entstanden.

Was ich vom Kongress mitnehme: Es wird besser, die Krankheit Depression wird sichtbarer und rückt als ernstzunehmende Erkrankung mehr in den Fokus. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich meine Aufklärungsarbeit jetzt einstellen könnte. Noch immer gibt es viele Vorurteile und Stigmata.

Torsten Sträter

Spannend waren die wissenschaftlichen Beiträge, die neue Behandlungsansätze vorstellten und endlich auch die Möglichkeiten digitaler Angebote berücksichtigen.

Ich habe dieses Mal auch endlich erlebt, dass der Fokus endlich mehr auf die Kinder und Jugendlichen gelegt wird. Hier gab es lange Zeit Defizite aber langsam bewegt sich auch hier was.

So gewann den ersten Platz beim Medienpreis eine 37 Grad Doku über vier betroffene Jugendliche. Ich möchte hier allen vieren nochmal ganz ausdrücklich für den Mut und die Offenheit danken. Damit helft ihr vielen anderen Jugendlichen immens.

Harald Schmidt, der die gesamte Veranstaltung herrlich humorig moderierte.

Bei einer Gesprächsrunde wurde auch der Fokus auf die Angehörigen gelegt, wobei meine Frau überraschen den Part der Angehörigen übernahm und sehr klar dargestellt hat, dass die Familie und das Umfeld IMMER Teil der Therapie sein müssen, denn der Patient oder die Patientin verändern sich und das Umfeld muss dieser Veränderung Rechnung tragen (können).

Ich möchte mich sehr bei de Stiftung Deutsche Depressionshilfe und der Depressionsliga bedanken für eine hervorragende Organisation, eine tolle Lokation und für die Chance, meine Frau als Angehörige zu Wort kommen zu lassen.

Sibylle (links im Bild) bei ihrem tollen Auftritt als Angehörige

Allen, die mich nicht treffen konnten, es wird wieder Gelegenheit geben. Erste Lesungen sind in Planung und auch Vorträge wird es sicher wieder geben.

Bleiben wir dran, sorgen wir dafür, dass es endlich völlig normal wird, über die Depression als Krankheit zu sprechen.

Wir sind viele und wir werden immer sichtbarer!

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