Die Medien. Großmeister der Stigmatisierung

Großeinsatz in Saarbrücken, man vermutet einen Bewaffneten. Stellt sich heraus, der Mann, der dummerweise psychisch krank ist (welche psychische Krankheit erfährt man natürlich zuerst nicht, nur dass er so einer von diesen Irren sei) ist nur EINGESCHLAFEN und hat deshalb nicht gehört, als Mitangestellte ins Gebäude wollten.

Die Nachrichten klingen natürlich gleich nach wahnsinnig, psychisch völlig irre und gefährlich. Und bewaffnet.

Man weiß zwar nichts genaues, vermutet aber fröhlich rum, versetzt die Öffentlichkeit in Panik und bekommt Leser, Zuschauer, Klickzahlen.

Ich finde das ist BILD Niveau, das leider auch von den öffentlich rechtlichen gelebt wird. Statt abzuwarten, bis es gesicherte Erkenntnisse gibt, wird jede noch so hirnrissige Vermutung gleich aufgebauscht und breitgetreten.

Und später lädt man sich eine Diskussionsrunde ein, die sich in ihrer Weltsicht oft seltsam einig ist, und stigmatisiert fröhlich weiter. Statt einmal Betroffene einzuladen und ein differenzierteres Bild zu zeichnen, werden Klischees bedient, die einfach, erklärbar und meist falsch sind.

Und dann soll man den klassischen Medien noch trauen, sie konsumieren. Ne danke, ich will Fakten, keine Panikmache.

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