Jetzt weiß die Welt, dass ich Depressionen habe, gut so.

Das erste, was als Reaktion auf die 37° Sendung am Mittwoch „Viel mehr als Traurigkeit“ kam, war: Du bist ja mutig. Darauf kann ich nur erwidern. Nein, es war für mich eine Konsequenz, eine stringente Idee, geboren aus der Erkenntnis, dass ich mir selbst und meiner Umwelt jahrelang nicht eingestehen wollte, Depressionen mit mir herumzutragen. Das daraus resultierende, permanente Gefühl, nicht ganz richtig, irgendwie kaputt zu sein, brachte mir in letzter Konsequenz eine generelle Angststörung ein und die wiederum den Suizidversuch.… den ganzen Text lesen

Die Medien. Großmeister der Stigmatisierung

Großeinsatz in Saarbrücken, man vermutet einen Bewaffneten. Stellt sich heraus, der Mann, der dummerweise psychisch krank ist (welche psychische Krankheit erfährt man natürlich zuerst nicht, nur dass er so einer von diesen Irren sei) ist nur EINGESCHLAFEN und hat deshalb nicht gehört, als Mitangestellte ins Gebäude wollten.

Die Nachrichten klingen natürlich gleich nach wahnsinnig, psychisch völlig irre und gefährlich. Und bewaffnet.

Man weiß zwar nichts genaues, vermutet aber fröhlich rum, versetzt die Öffentlichkeit in Panik und bekommt Leser, Zuschauer, Klickzahlen.… den ganzen Text lesen

Depression ist voll im Trend, für den Moment

Wieder ist es ein Prominenter, der die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema Depression lenkt. Lewandowskis Tod ist eine Tragödie, ein Drama, bedrückend. Und nicht ohne eine gewisse Morbidität beginnen die Massenmedien wieder einmal auf den Zug „Psychische Erkrankung“ aufzuspringen. Aber nachhaltig ist dieses mediale und öffentliche Interesse meist nicht.
Er war offensichtlich depressiv? Halbwertszeit der Nachricht maximal eine Talkshow in der wieder jeder sich selbst auf die Schulter klopft, wie viel man doch für die adäquate Behandlung psychisch Kranker tue (wobei tun meist in Geld gemessen wird, nicht in wirklicher Hilfe).… den ganzen Text lesen

Warum wir über unsere psychischen Krankheiten reden müssen

Bis 2015 sprach ich nicht darüber, dass ich eine Depression habe. Will sagen, ich gestand mir selbst nicht ein, eine psychische Krankheit zu haben. 2010 hatte man bei mir einen Burn Out diagnostiziert, der in der Krankmeldung als Depression aufgeführt wurde „weil die Kasse sonst nicht zahlt.“

Auch, als es mir 2013 erneut sehr schlecht ging, nahm ich an, ich habe mich nur überarbeitet. Erst der dritte Absturz, der 2014 begann, 2015 nach einer Reihe sagen wir mal unglücklich verlaufender beruflicher Gespräche in einem Suizidversuch kumulierte und mich in die Psychiatrie brachte, hat mir die Augen geöffnet.… den ganzen Text lesen

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