Guten Tag, meine Name ist Angst

Guten Tag, mein Name ist Angst. Kann ich mit dir über meine Gefühle sprechen?
Sicher sind wir uns schon mal begegnet, meist trage ich schwarz. Ich bin nicht sehr gesprächig, oft lasse ich sogar meine Begleiter, meine Gastgeber verstummen.
Ich habe Macht, viel Macht. Wenn mich mein Bruder der Hass und meine Schwester die Wut begleiten, kann ich sogar übermächtig werden. Dann bin ich in der Lage zu zerstören, zu vernichten, zu töten. Ich selbst habe vor nichts Angst, weil ich weiß, dass ihr Menschen mich beschützt, mich pflegt und nährt. Ja ihr schürt mich förmlich. Durch mich könnt ihr mächtig sein, könnt ihr anderen Menschen euren Willen aufzwingen. Oder ich lähme euch, esse eure Seele, labe mich an euren Träumen, die ich zu Albträumen zerfresse.
Wenn mein Bruder der Hass und meine Schwester die Wut unterwegs sind, dann verbunden wir uns, teilen uns auf und hetzen euch gegeneinander auf. Dann baut die Wut schöne Plakate, die der Hass beschriftet. Dann sucht die Wut gemeinsam mit mir nach Menschen, die der Hass manipulieren kann.
Und dann ziehen wir gemeinsam in den Krieg, gegen unsere Feinde, die Freude, die Liebe und die Toleranz. Wir können sie auf den Tod nicht ausstehen, ja wir haben sogar Angst vor ihnen, hassen sie, sind wütend.
Aber wir haben ja euch. Auf euch ist verlass. Oh ihr lasst euch so leicht von uns manipulieren, viel leichter, als von unseren bösen Geschwistern. Ihr sagt, Freude, Liebe, Toleranz seien nicht böse? Warum seid ihr dann so viel lieber wütend, hasst euch gegenseitig und schürt im anderen Ängste?
Lügt uns nicht an, ihr liebt uns.
Und dafür bin ich euch unendlich dankbar, habt keine Angst. Zumindest nicht vor mir

Eure Angst.

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