Die wirklichen Themen für die Trendforschung drehen sich ums wollen

Wir diskutieren immer, wie wir in Zukunft leben oder arbeiten werden, welche Technologien dann zur Verfügung stehen und wie die Arbeit aussieht.

Hier fehlt aber ein ganz wichtiger Aspekt. Wie wollen wir in Zukunft leben? Nicht jede gesellschaftliche Entwicklung muss auch wirklich kommen. Und nicht jede Anwendung von Technik muss auch wirklich zum Einsatz kommen. Und sollte es doch zu einer bestimmten Entwicklung kommen halte ich es für a priori viel wichtiger, sich damit auseinanderzusetzen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen damit auf uns zu kommen.

Wir erleben eine Entwicklung hin zu immer intelligenteren Maschinen, die uns bald auch Arbeiten abnehmen werden, die wir bislang als alleinig dem Menschen vorbehalten ansahen.

Wir werden also in Zukunft damit leben müssen, dass immer mehr Berufe, und hier auch anspruchsvolle Berufe von Maschinen erledigt werden. Das bedeutet weniger Arbeit für den Menschen und damit, wenn wir uns nicht über ein neues Gesellschaftsmodell Gedanken machen zu Massenarbeitslosigkeit. Will das die Gesellschaft wirklich und will das die Wirtschaft, wenn sie mal etwas weiter blickt als zur nächsten Aktionärsversammlung?

Viele mögen über so etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen schimpfen. Aber vielleicht wird das in Zukunft der Schritt sein, der das Auseinanderbrechen der Gesellschaft und damit noch viel größere Konflikte als bereits heute verhindern kann.

Lohnarbeit ist meiner Ansicht nach in den nächsten Jahren oder besser Jahrzehnten etwas, das immer mehr verschwinden wird und Platz machen wird für „Sinnarbeit“. Tätigkeiten,die weniger einen monetären Wert aber einen gesellschaftlichen Wert haben. Damit meine ich den Gesundheitssektor jenseits der reinen Versorgung, Tätigkeiten für die Gemeinschaft, all das, an dem im Moment obwohl gespart wird obwohl dringend notwendig für eine Zivilgesellschaft.

Wir müssen uns endlich lösen davon, den Wert eines Menschen an Hand seiner „Arbeitsfähigkeit“ zu bemessen. Das war schon immer der falsche Messwert, in Zukunft könnte dies aber fatale gesellschaftliche Auswirkungen haben, von denen mit Sicherheit auch die wenigen sehr wohlhabenden Menschen nicht verschont blieben.

Denn die Schlüsselfrage ist nicht, können die Maschinen uns bestimmte Tätigkeiten abgeben, sondern, wollen wir das und wenn ja, wie gehen mir mit der frei gewordenen Ressource Mensch um? Schliesslich können Autos bald besser alleine fahren als mit menschlichem Fahrer. Werden Versicherungen uns dann das Selbst fahren verbieten oder die Versicherung entsprechend verteuern?

Das deutsche Desinteresse an der Technologie und den daraus für uns als Gesellschaft resultierenden Entwicklungen ist nicht nur dumm, es könnte in Zukunft hochgradig gefährlich sein, weil es ggf. unsere gesamte Gesellschaft in eine tiefe Krise stürzen könnte.

 

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