Ich bin ein Verfechter, moderner Arbeitswelten, das ist mittlerweile sicher all meinen Lesern bekannt. Aber mittlerweile tritt bei mir so etwas wie Ernüchterung ein, wenn ich Artikel und Kommentare in der Fachpresse verfolge.
Jüngstes Beispiel, die Überwachung der Mitarbeiter bezüglich Terrorverdachts bei Daimler und die Ausnahme für die Führungskräfte.
Wir messen offensichtlich weiterhin mit zweierlei Maß. Da gibt es immer noch den „bösen Arbeitnehmer“, dem man offensichtlich nicht vertrauen kann und die gute Führungskraft, die alles für das Unternehmen opfert.
Mit Sicherheit keine richtige Sichtweise, aber auch mit Blick auf die immer noch traurige Situation auch um zum Beispiel Frauen in Führungspositionen fürchte ich. Ein Wandel wird nicht Jahre, sondern Jahrzehnte brauchen und wohl erst dann wirklich eintreten, wenn wir alle freiwillig arbeiten, weil es einfach nicht mehr genug Arbeit gibt, um an dem Traumbild der guten und erfüllenden Arbeit für alle festzuhalten.
Wir haben traumhafte Arbeitslosenzahlen. Wenn man alle Rechentricks heranzieht, deren unsere Arbeitsagenturen (die Mangelverwalter der Nation) und die Regierung fähig sind und die Visionen er Wirtschaftsweisen immer noch Ernst nimmt, die wie die Vergangenheit doch zur Genüge zeigte jenseits jeder Realität sind.
Es wird auf mittelfristige Sicht leider immer noch eine kleine sich selbst schützende Gruppe von an der Machtpositionen klammernden Menschen geben und eine große Masse, die eigentlich einfach nur in Ruhe und mit hinreichend Geld um sich und die Familie zu ernähren leben will.
Und erste wird auch mittelfristig letzterer das Leben schwer machen. Noch sind die Machtverhältnisse in vielen Bereichen zu zementiert. Und Wandel in diesem Bereich braucht wohl doch mehrere Generationen.
Oh, und noch etwas sei all jenen ins Stammbuch geschrieben, die die Philosophie des tue, was dir Freude bereitet propagieren.
Mit unserem heutigen Bildungssystem und den heutigen Denkmustern, was Schule und Arbeitswelt angeht, wird das nur ganz wenigen überhaupt möglich sein. Die große Mehrheit wird bedingt durch die vielen Defizite unseres heutigen Bildungssystems und auch die kulturellen Defizite in unserer Gesellschaft weiterhin froh sein, überhaupt eine Arbeit zu finden.
Ja, ich gestehe, dieser Titel entstand auch aus einem spontanen Infekt mit dem Dr. Who Fieber.
Aber was ich damit eigentlich sagen will. Während mein Umfeld immer noch alles synchron, hier und jetzt tut, existiere ich mittlerweile in zwei Zeitwelten. Da ist die uns allen bekannte physische Welt, die durchzogen ist mit Arbeit, Meetings (meist zwei disjunkte Dinge) und all den alltäglichen Tätigkeiten, die nur zu einer bestimmten Zeit stattfinden.
Dann gibt es aber noch die Welt des Internet. Diese weigere ich mich als virtuell zu bezeichnen, weil sie für mich genauso real ist wie die physikalische Welt. Aber in ihr kommuniziere ich weitestgehend asynchron. Ich antworte nicht auf jede Frage sofort. Ich schreibe keine Artikel genau dann, wenn ich sie poste.
Eigentlich springe ich dort in der Zeit, schreibe zum Beispiel Artikel für eine Veröffentlichung übermorgen, chatte mit einem Kontakt oder einem Geschäftspartner hier und jetzt oder beantworte Anfragen aus Facebook, Twitter oder anderen Kanälen im Nachhinein abends. Nichts muss jetzt geschehen, alles kann. Das ist vielleicht eines der Prinzipien, die die meisten Menschen missverstehen, wenn sie behaupten, durch das Internet sei ich dauernd online. Das Internet ermöglicht eine dauernde Erreichbarkeit, wie ich damit aber umgehe, ob ich mich durch ständige Erreichbarkeit stressen lasse oder meiner Umwelt klar mache, dass mich online zu sehen schlicht nur heißt, man kann mir eine Nachricht HINTERLASSEN. Das liegt in meinem Ermessen. Und für mich persönlich ist das sogar eine Freiheit, weil ich so zwar immer erreichbar sein kann, aber nie erreichbar sein muss.
Das anzunehmen bedeutet, dass da jemand das Medium und den Nutzer verwechselt. Bin ich immer erreichbar habe ich das meinem Chef, meinem Unternehmen zuzuschreiben, die das fordern oder mit Entlassung drohen (wobei ich so viel Dummheit eigentlich bei keinem Chef, keinem Unternehmen annehme). Es sind oft Ängste vor Bestrafung, wenn ich nicht direkt antworte, die aber eigentlich völlig unnötig sind.
Ein Gedankenexperiment. Wenn zu hause das Telefon klingelt, gehen sie IMMER SOFORT ran?`Oder im Büro? Und wenn ja, warum zum Teufel? Wir sind nicht selbstbestimmt, wenn wir immer erreichbar sein MÜSSEN. Wenn ich selbst entscheiden kann, wann mich mein Chef erreichen kann und wann ich Freizeit habe oder einfach nur Ruhe, um konzentriert an einem Thema zu arbeiten, dann bin ich produktiver. Jede Studie zur Arbeitseffektivität bestätigt, dass Unterbrechungen, insbesondere aktive durch Telefonate und EMails viel vom Arbeitstag auffressen. Wenn ich aber die neuen Technologien nutzen kann, um asynchron antworten zu können, kann ich genau diesen Stress vermeiden.
Wenn es darum geht, warum jemand bei einem Unternehmen beginnt, ist die spontane erste und oft recht kurz gedachte Reaktion: Gute Bezahlung!
Das ist aber sehr kurz gedacht, denn alleine nach dem Geld zu gehen, ist den meisten Menschen nicht genug. Gute Bezahlung gibt es in jeder Branche bei mehr als einem Unternehmen. Und je weniger Arbeitnehmer verfügbar sind -Stichwort Demographischer Wandel- um so wichtiger werden die „weichen Faktoren“. Allen voran die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und das geht weit über verschiedene Arbeitszeitmodelle hinaus. Das hat auch etwas mit einer Unternehmenskultur zu tun, die genau das beachtet.
Mein Arbeitgeber zum Beispiel schreibt bei seinen Werbeflyern für neue Mitarbeiter und Auszubildende: „Der zweitwichtigste Ort der Welt“. Das hat natürlich auch etwas mit der Kampagne zum „wichtigsten Ort der Welt“, den eigenen vier Wänden zu tun. Aber das geht noch darüber hinaus.
Die Akzeptanz im Unternehmen, dass Menschen neben dem Beruf noch ein Privatleben haben, dass es andere Werte gibt, die möglicherweise gerade auch Menschen mit Familie wichtig sind soll damit ausgedrückt werden. Und weil ein Werbeflyer alleine nicht genügt, wird sie auch gelebt, und zwar in vielfältiger Form: Es gibt eine Kinderbetreuung, die gerade einen Neubau bekommen hat, damit noch mehr Kinder von Mitarbeitern in Fußnähe ihrer Eltern betreut werden können, während diese wieder in ihren Beruf einsteigen. Es gibt die Möglichkeit für Pflegezeiten zur Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen. Auch eine sichere Fahrradabstellmöglichkeit zeigt, dass ein Arbeitgeber mehr macht, als nötig.
Es gibt ein riesiges Portfolio an verschiedenen Teilzeitmodellen. Wer mit dem Rad zur Arbeit will, findet nicht nur Abstellmöglichkeiten sondern auch Umkleiden und Duschen. Das Betriebsrestaurant genießt zu Recht einen sehr guten Ruf und heißt bewusst nicht Kantine. Die Gesundheit der Mitarbeiter wird aktiv gefördert durch entsprechende Kursangebote, mehrere Betriebssportgruppen und seit neuestem auch noch durch ein „Bewegungszentrum“. Und, und, und. Sicher, alles auch Maßnahmen, die den Arbeitnehmer am Arbeitsplatz halten sollen. Aber das ist ja durchaus eine berechtigte Motivation. Aber nicht die einzige denn immer mehr Unternehmen erkennen den Wert eines zufriedenen Arbeitnehmers. Von Stressresilienz bis geringem Bedürfnis zum Jobwechsel gibt es viele Faktoren, die für eine Nachdenken über Maßnahmen jenseits des reinen Gehalts sprechen.
Wir alle verbringen einen großen Teil unseres Lebens bei unserem Arbeitgeber. Wer da nur darüber nachdenkt, ob die Bezahlung stimmt, der denkt zu kurzsichtig. Die Botschaft eines guten Arbeitgebers ist, dass er sich jenseits der eigentlichen Arbeitsaufgabe zum Ziel gesetzt hat, zufriedene, gesunde und glückliche Arbeitnehmer zu haben. Dass das nicht immer klappt, dass es auch immer mal Problemfälle oder schwierige Situationen gibt; geschenkt. Das ist überall so. Aber die Grundlage muss stimmen, der grundsätzliche Fokus auf ein Wohlergehen des Mitarbeiters. Denn nur so kann man Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden. Und auch wenn in der öffentlichen Diskussion immer wieder von gebrochenen Lebensläufen, von häufigen Wechseln die Rede ist. Gerade bei Berufen, die ein hohes Maß an Fachwissen benötigen, die lange Einarbeitungszeiten bedingen oder bei Arbeitgebern, die nicht ganz optimal in den großen Ballungszentren ihre Lage haben gilt es, dem Mitarbeiter Gründe jenseits des monetären zu bieten, gerade diesen Arbeitgeber auszuwählen.
Das Gehalt ist die Basis, aber die weichen Faktoren sind es, die die Bindung zum Unternehmen stark machen. Und die so manchen Mitarbeiter viel eher zum Fürsprecher machen, als Bezahlung alleine.
Und für Bewerber gilt. Wer nur nach dem Gehalt schaut, der vergisst, dass er sich den großen Teil des Tages am Arbeitsplatz aufhalten wird. Hier gilt es immer auch die Rahmenbedingungen zu prüfen. So albern das klingen mag, eine gute Versorgung mit Essen und Trinken kann auch etwas wichtiges sein. Spätestens dann, wenn man als Alternative nur das Essen in einem Schnellimbiss oder aufgewärmtes hat. Und auch wenn ich Single bin, sollte man zumindest über Optionen nachdenken, die man evtl. als Elternteil mal zu schätzen weiß. Und was auch nicht zu vernachlässigen ist, ist die Verkehrsanbindung, die Unterstützung bei den Kosten (Stichwort Jobticket) und ggf. die Möglichkeit, mit dem Rad zur Arbeit zu kommen und auch Einrichtungen wie sichere Abstellplätze oder Duschen vorzufinden. Alles nicht abwegig, denn alles z.B. bei meinem Arbeitgeber möglich.
Die Werkzeuge für die Softwareentwicklung zu kennen gehört mit zum grundlegenden Handwerkszeug des Entwicklers. Und er muss auch mit neuen Tools umgehen können.
Ich bin in der Ausbildung aktiv und habe es auch immer wieder mit Schülerinnen und Schülern zu tun, die die wirklich gute Frage stellen: Was für Eigenschaften muss ich eigentlich mitbringen, um ein guter Programmierer zu werden?“
Da treffen sie bei mir auf den richtigen. Zunächst mal, vom Begriff des Programmierers sollten wir uns schon seit längerem verabschieden. Zwar gibt es immer noch hie und da die Kellerkinder, die sich nur von Pizza und Koffein ernähren und am Fließband Code produzieren.
Aber heutzutage ist dieser Typus selten geworden und wird auch nicht mehr wirklich gesucht.
Ein guter Softwareentwickler, denn das ist es, was die Programmierer von heute sind, entwickelt Software. Das kann von der ganz tiefen Maschinencodeprogrammierung bis zum zusammenstellen von Softwarepaketen alles sein. Und hier ergibt sich die erste wichtige Eigenschaftsgruppe.
1) Ein guter Softwareentwickler ist offen und unvoreingenommen neuen Entwicklungen gegenüber und schreibt nur dort eigenen Code, wo es notwendig ist.
Denn oft bieten sich Out of the Box Lösungen an, die nur an die jeweilige Anwendungssituation angepasst werden müssen. Oder es gibt bereits ein Stück Programm, das durch ein wenig Umprogrammmierung genau die Anforderungen erfüllt. Ein wichtiges Talent eines Softwareentwicklers ist nämlich zu erkennen, wann eben nicht selbst programmiert werden muss.
2) Ein Softwareentwickler ist ein SEHR soziales Wesen
Das mag ob der Klischeebilder so manchen überraschen. Aber wie gesagt, die Zeiten des im Keller sitzenden Nerds, der nur an seinen Code denkt sind vorbei und werden von der Zunft nur noch mit einer großen Prise Selbstironie persifliert. Die Systeme, die heute entwickelt werden, sind so komplex, dass ein Entwickler alleine sie gar nicht stemmen könnte. Und die Anforderungen kommen von so vielen „Stakeholdern“, dass es quasi schon ein Entwicklungsparadigma ist, die Entwickler so lange wie möglich vom Code fernzuhalten, um die eigentlichen Komponenten und Wünsche des Kunden zunächst klar zu definieren.
Und auch wenn die Entwicklung begonnen hat, läuft dies meist in Teams, es wird sich mit anderen Entwicklern ausgetauscht, der Code wird mittlerweile gerade beim Extreme Programming gar zu zweit entwickelt. Und der Entwickler hat heute immer häufiger auch direkten Kundenkontakt, da er neben der Entwicklung der Software auch immer häufiger beratende Tätigkeiten übernimmt, um zum Beispiel dem Fachbereich bei der Spezifikation der Anforderungen zu helfen oder in auf neue interessante Entwicklungen hinzuweisen.
3) Ein Softwareentwickler hat Freude an Rätseln und ist nicht zwangsweise ein Mathegenie
Neugier und Interesse an technischen Neuerungen sind ebenfalls wichtige Eigenschaften eines Entwicklers
Ja sicher, eine gute Note in Mathematik ist natürlich von Vorteil. Aber viel wichtiger ist ein Sinn und Freude an und für Logik und die Lust und der Biss, auch komplexe Rätsel zu lösen. Denn komplexe Systeme bieten manigfaltige und zum Teil ebenfalls komplexe Möglichkeiten für den Einbau von Fehlern. Und um diese zu finden, benötigt der Entwickler ein hohes Maß an logischem Verständnis und den Biss, auch schwierige Programmierfehler zu finden und zu bereinigen. Ich frage oft, ob potentielle Anwärter auf die Ausbildung als Softwareentwickler Freude am Lösen von auch schwierigen Rätseln haben. Blickt man mich dann wissend an, ist schon der erste Indikator da für eine erfolgreiche Karriere als Entwickler.
4) Ein Softwareentwickler kann gut Englisch lesen, schreiben und sprechen.
Für mich mit am wichtigsten ist es, dass ein guter Softwareentwickler englisch beherrscht. Sowohl die gute Fachliteratur, als auch die Kommunikation im Netz unter den Entwicklern läuft weitestgehend in Englisch ab. Gerade in der Fachliteratur dauert es manchmal bis zu einem Jahr, bis wichtige und relevante Bücher ins Deutsche übersetzt werden. Wer hier die englischen Originale lesen kann, ist klar im Vorteil. Nur ein Beispiel aus meiner eigenen Tätigkeit als Softwareentwickler. Habe ich ein Programmierproblem oder suche nach einer Lösung für eine spezielle Programmieraufgabe, dann kann ich, da ich fließend englisch sprechen, schreiben und lesen kann die Frage weltweit in Foren, Social Media Plattformen und Blogs stellen. Und da immer irgendwo auf der Welt gerade Tag ist, wandert die Frage um den Globus und kann weltweit eine Antwort finden. Würde ich mich nur auf Deutsch äußern, so wäre die mögliche Menge an Antworten schon durch die Sprachbarriere eingeschränkt.
Während meiner Zeit bei IBM entwickelten wir grundsätzlich in englisch, nicht nur die Dokumentation sondern auch die Kommentare im Code. Dadurch war es weltweit möglich, den Code und die dahinterliegenden Ideen zu versehen und weiter zu entwickeln.
Und als ich für den Apple Newton programmiert habe, habe ich virtuell mit Menschen aus Amerika, Australien und diversen anderen Ländern zusammengearbeitet, um virtuell ein komplexes Programmierprojekt zu meistern.
Software wie Linux wäre ohne Englisch als Lingua Franca der Entwicklerszene gar nicht denkbar.
5) Ein Softwareentwickler muss eine Leidenschaft für alles neue technische haben und eine positive Sicht auf die technologische Entwicklung der Zukunft.
Das klingt jetzt sehr philosophisch, aber lässt sich sehr einfach erklären. Nur wenn ich Freude an der Veränderung habe, wenn ich mir immer wieder klar bin, dass nichts in der Softwareentwicklung so beständig ist wie der Wandel, kann ich auch nach Jahren mit der Entwicklung noch Schritt halten, habe noch die Skills, die ich als Entwickler brauche.
Nun seid ihr gefragt: Kennt ihr noch andere wichtige Eigenschaften eines Softwareentwicklers? (Und kommt mir nicht mit „Er muss programmieren können“, das setze ich natürlich voraus 😉 )
Was mit der Familie unternehmen,für mich sehr wichtig. (Ja, wir klopfen hier Steine, aber Schiefersteine, um Fossilien zu finden. Auch so ein Punkt, selbst auch zur Bildung der Kinder beitragen)
Aus gegebenem Anlass will ich jetzt mal eine Blogparade starten, die sich darum drehen soll, wie „wir Männer und Väter“ im Alltag mit der Rolle umgehen.
Die Idee ist mir gekommen, weil ich feststellen muss, dass aus bestimmten Zwängen heraus wir uns für eine sehr traditionelle Form der Familie mit dem Vater als alleinigem „Ernährer“ entschieden haben, ich aber gleichzeitig die Familie sehr wichtig finde und eigentlich mit traditionellen Rollenmodellen so meine Schwierigkeiten habe. Ernäher oder Ernäherin, beide im Beruf oder nur einer, schwule Partner mit Kindern, alles für mich nicht diskutierbar sondern selbstverständlich möglich. Aber ist das auch in der Allgemeinheit so?
Folgende Fragen stelle ich mir und euch:
a) Ganz ehrlich,was hat oberste Priorität: Beruf oder Familie
Bei mir ganz klar die Familie, da ich immer für meine Kinder da sein will, wenn sie mich brauchen
b) Wie kriegt ihr das im Alltag geregelt?
Bei mir sehr gut, da ich bei meinem Arbeitgeber ein gutes Gleitzeitmodell habe
c) Glaubt ihr, ein sichtbares hohes Engagement für die Familie kann die Karrierechancen reduzieren?
Glaube ich für mich zwar nicht, wäre aber auch für mich kein Grund, den Fokus anders zu setzen. Bin da ebenfalls Gott sei Dank bei einem familienfreundlichen Arbeitgeber unterwegs, sollte sich da aber was ändern, würde ich dennoch die Familie an erste Stelle setzen.
d) Glaubt ihr, dass die junge Generation umdenkt? Was müsste sich gesellschaftlich verändern, damit hier niemand mehr „Sorge um die Karriere“ haben muss?
Es müsste meiner Ansicht nach viel Druck aus der aktuellen Wirtschaft rausgenommen werden. Mehr Freiräume, weniger Leistungsdruck.
e) Seht ihr einen Zusammenhang zwischen Branche, Karriere und Familienvater sein können? Oder hängt es an der Größe des Unternehmens?
Ich persönlich denke, es liegt vor allem daran, wie schierig die Arbeitskraft zu finden ist. Wer Probleme hat, neue Mitarbeiter zu gewinnen, denkt mehr darüber nach, was neben der Arbeitsstelle noch wichtig sein könnte.
f) Wo lebt ihr? Auf dem Land oder in der Stadt? Und macht das eurer Meinung nach einen Unterschied?
Ich denke, gerade auf dem Land werden immer noch sehr viele alte Klischees bedient.
g) Wie läuft es für eure Partnerin? Hat sie die gleichen Probleme oder ist das doch eher ein „Männerding“?
Die Frage stellt sich bei uns leider nicht, da meine Frau in ihrem erlernten Beruf niemals genug Geld verdient hätte, um eine Familie mit 3 Kindern zu ernähren. Insofern entschieden wir uns gemeinsam für die klassische „Der Vater ist der Ernährer“ Rolle. Wobei sie schon darüber nachdenkt, wieder in das Berufsleben einzusteigen, wenn es die Situation erlaubt und es sich für die Familie auch rechnet.
Ich würde mich sehr über eure Ansichten zu dem Thema freuen. Und darüber, dass ihr diesen Aufruf weiter streut.
Und nein, ich will hier nicht die erwerbstätigen Frauen diskriminieren. Ggf. wird es hier auch eine zweite Blogparade geben. Es geht mir erst mal darum zu sehen, ob die Männer immer noch in Klischees gefangen sind oder sich immer noch überkommene Rollenbilder vorgaukeln.
Wibke Ladwig startet eine Blogparade. Und das zu einem Thema, das mir in mehrfacher Hinsicht auf den Nägeln brennt.
Was mache ich denn nun so beruflich? Da möchte ich etwas weiter ausholen.
Auch das ist mein „Arbeitsplatz“, zumindest als Blogger, Forscher, Autor
Denn laut meinem Hochschulabschluß bin ich Magister Artium Computerlinguistik und KI. Als Berufsbezeichnung gebe ich Informatiker an. Meine momentane Stellenbeschreibung ist die eines Referenten Online Marketing. Im Nebenberuf, zwar selten, dann aber mit Herz als Referent, Berater und Blogger zu allem rund um Social Media und Mobile Computing sowie Arbeitswelt der Zukunft unterwegs.
Und ich denke, das genau ist es, was mich ausmacht. Dass man mich nicht auf DEN Beruf festlegen kann. Ich versuche, aus Themen und Dingen, die mich interessieren, faszinieren, bewegen oder die ich für die Zukunft für wichtig erachte meine Tätigkeit zu definieren. Darum bin ich möglicherweise auch vor einem Jahr aus der IT ins Marketing gewechselt, aus dem Doing ins Konzipieren. Weil ich denke, dass auch wir Informatiker uns werden immer weniger mit dem Software entwickeln befassen müssen, und viel mehr damit, Konzepte zu finden, wie wir Probleme des Alltags mit Software lösen. Weg vom Verkaufen von Programmen, hin zu einer Beratung für die richtige Lösung eines Problems.
Und was für mich aus der Sicht eines ITlers gilt, wird für immer mehr „Berufsbilder“ und Berufskarrieren gelten. Ich denke, wir alle müssen uns von dem Bild verabschieden, dass wir das, wofür wir „ausgebildet“ wurden, auch ein Leben lang machen. Wir bekommen Rüstzeug für bestimmte Themen mit auf den Weg, aber auch durch den immer schnelleren Wandel in der Gesellschaft, bedingt durch neue Kommunikationsformen und neue Medien ist der Satz vom „lebenslangen Lernen“ endgültig für die breite Masse wichtig geworden.
Nicht, weil wir ohne zu lernen unsere erlernte Tätigkeit nicht mehr ausüben könnten. Vielmehr müssen wir uns damit abfinden, dass viele Tätigkeiten, die wir zum Anfang unseres Berufslebens erlernt haben im Laufe der Zeit starken Veränderungen unterzogen sind oder gar ganz verschwinden.
Dafür bieten sich neue Chancen, die warzunehmen eine breite Sicht auf die eigenen Fähigkeiten bedingt. Möglicherweise entwickelt sich etwas, das wir zunächst als Hobby neben unserem eigentlichen Beruf betreiben zu einem neuen Fulltime Job. Und was ich auch für die Zukunft sehe ist eine höhere Bedeutung von selbständiger Tätigkeit. Sei es im eigentlichen Sinn des Wortes als Freiberufler oder innerhalb eines Unternehmens, in dem es meiner Ansicht nach in Zukunft um erfolgreich zu sein immer flexiblerer Strukturen bedarf, um dem beschleunigten Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft auch mit dem eigenen Unternehmen folgen zu können.
Insofern, im Moment arbeite ich im Marketing an den Themen Social Media und verschiedenen teils technisch unterlegten Themen. Mein Beruf, schwer, meine Berufung, Veränderung zu begleiten, zu unterstützen, zu fördern und zu bewerten. Wie dann mein Jobtitel heißt, das ist für mich persönlich unwichtig. Und dass in meinem Ausweis als Berufsbezeichnung „Informatiker“ steht, hat mehr mit meiner Ausbildung als mit meinem aktuellen Arbeitsumfeld zu tun.
RIM kündigt bei seinen neuen Blackberry Modellen eine Funktion an, die streng zwischen privater Nutzung und geschäftlicher Nutzung unterscheidet. Nicht einmal das Kopieren von Daten zwischen privat und geschäftlich ist möglich.
Zunächst hielt ich diese Idee für völligen Blödsinn, propagiere ich doch anstelle der so fast nie realisierbaren Work-Life Balance, also einer ausgewogenen Trennung von Privat und Beruf die Work-Life Integration, bei der ich zwischen beruflicher und privater Aktivität nicht mehr wirklich unterscheide. Aber als ich etwas genauer darüber nachdachte, warum RIM gerade jetzt mit so etwas auf den Markt kommt, vielen mir doch einige Punkte ein, die womöglich auch mein Gedankenmodell der Work-Life Integration im Moment noch konterkarieren.
Letztlich halte ich Work-Life Integration für erstrebenswert, aber offensichtlich in den nächsten 2-5 Jahren kaum für realisierbar. Zu viele in alten Mustern verhaftete Führungskräfte in den Unternehmen schätzen den Wert einer Humanressource (vormals Mensch und Mitarbeiter) eher nach ihrer physischen Präsenz, der Bereitschaft zu oftmals unsinnigen Überstunden und der Priorisierung des Berufs vor dem Privatleben ein. Aber auch zu viele hochgradig misstrauisch gewordene Arbeitnehmer vertrauen nichts mehr, was als innovatives neues Arbeitsmodell eingeführt wird, aus den Erfahrungen diverser Personalabbaumaßnahmen, Unternehmensfusionen und anderer Managemententscheidungen, die entweder Personal kosteten oder die Arbeitsbelastung erhöhten.
Die junge Generation hat hier ganz andere Prioritäten, die aber eben in den Etagen, die für die Strukturierung der Arbeit und Vorgaben so nicht gesehen oder oft gar nicht gewünscht wird. Es benötigt vermutlich mindestens eine ganze Generation, bis wir uns wirklich neu orientieren können und andere Denkmodelle realisieren. So wird die Familie wieder wichtiger und gerät oft in härteren Konflikt mit beruflicher Karriere, als bei früheren Generationen.
Die Veränderung kommt schleichend, oft durch Startups, die eben nicht mehr das Arbeiten bis zum Ausbrennen propagieren, sondern eine Balance leben. Die sich auch um junge Familien jenseits der Kita Öffnungszeiten kümmern. Und vermutlich benötigen wir auch ein anderes Denken, das den Wert eines Menschen nicht mehr direkt an bezahlte Arbeit koppelt. Letztlich streben wir mit aller Rationalisierung und Technologisierung die Reduktion der Arbeit an, aber erwarten dann immer noch eine Gesamtbevölkerung, die in einer 40 Stundenwoche in Jobs arbeitet, die wir zuvor wegrationalisiert haben. Vermutlich stimmt es, was mir so manch einer als Bremse für meinen Enthusiasmus bezüglich der Arbeitswelt der Zukunft mit auf den Weg gibt.
Die Idee und die Vision, wie so eine Arbeitswelt aussehen kann, mag richtig und gesünder sein, als das, was wir heute als Präsenzkultur erleben. Aber dafür braucht es vor allem ganz andere Entscheider, die ihre Wertigkeit nicht aus langen Arbeitstagen und möglichst vielen Mitarbeitern um sich beziehen, sondern eine wirkliche Balance für alle wollen, in der auch mal etwas nicht gemacht wird und nicht eine Kultur des „alles und zwar sofort“ herrscht.
Und schließlich braucht es auch auf Seiten der Arbeitnehmer, seien es die Vertreter wie Gewerkschafter oder Betriebsräte oder die Mitarbeiter selbst das Vertrauen, dass neue, alternative Arbeitszeitmodelle, mehr Freiheiten, Vertrauensarbeitszeit nicht nur dafür eingeführt werden, um die Arbeitskraft noch besser auszunutzen. Da ist es nicht ausreichend, wenn von oben signalisiert wird, das dem nicht so ist, da benötigt es vielmehr Regelungen, die in der Einführung die Grenzen klar aufzeigen aber nur so lange aktiv kontrolliert werden sollten, bis das ganze in die Belegschaft „gesickert“ ist. Erst wer merkt, dass er nicht mehr mit dummen Sprüchen belästigt wird, wenn er bereits um 13 oder 14 Uhr das Haus verlässt um z.B. im Home Office weiterzuarbeiten, wird der gesamten Maßnahme auch vertrauen.
Hier empfehle ich das Buch „Why work sucks and how to fix it“ das auf sehr schöne Art das ergebnisorientierte Arbeiten darstellt. Und ganz neu „Why managing sucks and how to fix it„, in dem auch die Seite der Führungskräfte beleuchtet wird, die hier natürlich auch einem massiven Wandel unterzogen ist.
So sieht der Arbeitsplatz aus, an dem ich als Blogger, Autor, Coach und Berater meine kreativsten Einfälle habe. Mal ehrlich: In welchem Unternehmen dürfte ich mich so einrichten. Und Google gilt jetzt nicht 😉
TecChannel schreibt: Straffe Regeln demotivieren Mitarbeiter. Bei der Nachricht könnte ich quasi an der Reaktion meines Gegenübers ablesen, wo diese oder dieser in der Hierarchie steht. Der „normale“ Mitarbeiter wird wissend nicken, während die bereits aufgestiegene sogenannte Führungskraft sich verblüfft geben wird (wobei ich wette, innerlich nickt auch hier die Mehrheit). Denn mal ehrlich. In vielen Unternehmen gelten Umgangsformen und Regelungen, die mehr an die Schulzeit mit Zeugnissen und Bestrafungen erinnern, als an einen erwachsenen Umgang miteinander. Da werden nicht nur Ziele miteinander vereinbart, sondern nach bestimmten Intervallen diese Ziele wie in einem Schulsystem abgefragt und deren Ergebnisse in der Personalakte hinterlegt (erinnert nur mich das an Schulzeugnisse)? Da werden Mitarbeiter in Projekte gesteckt, ohne sie wirklich zu fragen oder es werden Auswahlprozesse angestossen, mit Experten besetzt, deren Ergebnisse dann durch eine Präferenz einer höheren Instanz einfach überschrieben werden. Mitarbeiter werden in ihrem Surfverhalten überwacht (Führungskräfte seltsamerweise oft nicht) oder es wird vorgeschrieben, was auf dem persönlichen Arbeitsplatz nicht zu stehen hat und was dort „geduldet“ wird. Ja ich habe in meinen Beratungen sogar schon von Mitarbeitern gehört, dass sie in ihrer Arbeitsmethodik kritisiert wurden, weil diese nicht der Erwartungshaltung ihres Vorgesetzten entsprach (hab ich aber auch schon im Laufe meines bisherigen Arbeitslebens erlebt, Gott sei Dank bei mir ein Einzelfall).
Wie kann aber ein Unternehmen überhaupt vom Mitarbeiter als Mitunternehmer sprechen, wenn es diese oder diesen nicht auch wie einen erwachsenen Menschen behandelt. Es mag manchen überraschen, aber wer zu stark kontrolliert, der erreicht das Gegenteil und das in mehrfacher Hinsicht. Denn dann werden die Mitarbeiter zum einen immer mehr damit beschäftigt sein, die Kontrollinstrumente möglichst positiv zu befüttern (wohlgemerkt, positiv, nicht ehrlich, ich erinnere nur an die berühmte rote Ampel, die dann in der Vorstandsetage plötzlich grün ist) zum anderen wird die Arbeit nicht mehr unter dem Gesichtspunkt, optimales Ergebnis erledigt, sondern oft unter dem Aspekt, optimale Wirkung für eine positive Bewertung meiner Arbeit. Dass das nicht zwangsläufig das gleiche sein muss, erlebt man immer dann, wenn sich Vorgesetzte wundern, dass plötzlich Misstände auftauchen, die ihnen so nie zugetragen wurden, oder wenn Projektleiter sich wundern, warum kurz vor Deadline plötzlich offenbar wird, dass das Projekt gar nicht in time und Budget fertig wird.
Wir wollen wie Erwachsene behandelt werden, das klappt mittlerweile, bis auf einige Ausnahmen in der Politik und der Werbung schon ganz gut. Aber das gleiche gilt auch im Beruf. Einer der Aspekte, auf den ich bei meiner Recherche über Menschen, die vom Angestellten zum Freiberufler wurden,immer wieder gestossen bin ist, dass sie es sehr schätzen, endlich erwachsener behandelt zu werden, nicht mehr dauernd überall kontrolliert und gegängelt zu werden. Und Unternehmen, die das auch bei Externen versuchen, wundern sich oft, warum dann die Fluktuation so groß ist. Je mehr Messlatten ich an meine Mitarbeiter anlege, um so unfreier, fremdbestimmter arbeiten diese.
Und das ist nun wirklich etwas, was die Arbeitspsychologie hinlänglich belegt: Wer selbstbestimmt eigenmotiviert arbeitet erzielt deutlich bessere Leistungen als der fremdbestimmte, und fremdmotivierte Mitarbeiter. Warum da aber sich so wenig ändert? Weil dann zum einen ganze Hierarchieebenen plötzlich überflüssig wären, die sich mit der Überwachung und Steuerung (sie nennen es oft Ergebnissicherung) befasst sind. Zum anderen, weil dann der Kontrollverlust groß wäre und die Charaktere, die heutzutage Führungspositionen einnehmen vermutlich große Probleme damit hätten, Menschen nicht mehr per Order vom Mufti lenken könnten, sondern als Coach, als Unterstützer und Möglichmacher fungieren müssten.
Denn spätestens mit dem 18. Lebensjahr gilt man als erwachsen. Zumindest im Privatleben. Im Beruf kann das durchaus noch dauern 😉
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