Netter Chef, blöder Chef: Plattformen zur Arbeitgeberbewertung immer beliebter

Folgenden Pressetext habe ich heute von scrivo-pr bekommen, und da ich mit den Aussagen, die darin getroffen werden in hohem Maße übereinstimme, bringe ich ihn hier mal unkommentiert. Wie gesagt, der dort wiedergegebene Eindruck deckt sich sehr stark mit meiner Sicht auf dieses Thema:

Dritter ADP Social Media Index: Anstieg des Prognose-Index um elf Punkte / Unternehmen planen stärkere Investition in Social Media in den kommenden sechs Monaten

Neu-Isenburg, 28. April 2014 – Ob Ausbeutung, chaotische Strukturen oder kinderfreundliche Organisation: Wie sich das Arbeiten in einem Unternehmen anfühlt, wissen neugierige Bewerber immer öfter bereits vor ihrem ersten Arbeitstag. Denn: Arbeitnehmer bewerten ihre Arbeitgeber zunehmend im Internet. Das zeigt der ADP Social Media Index (ASMI), die dritte Studie zur Social Media-Nutzung im Personalmanagement von ADP. Die Macht der sozialen Medien ist Unternehmen bewusst. Unternehmen wollen deshalb in den nächsten sechs Monaten noch stärker in soziale Medien investierten. Laut Untersuchung ist der Prognose-Index, der die Bereitschaft für Social Media-Investitionen anzeigt, um elf Punkte gestiegen.

Arbeitgeberbewertungsplattformen sind auch in Deutschland im Kommen. Das gilt vor allem für kununu. Was klingt wie eine exotische Frucht, zählt laut ASMI zu den führenden Arbeitgeberbewertungsseiten im deutschsprachigen Raum. „Kununu-Bewertungen werden zunehmend auch bei Xing angezeigt. Kununu setzt sich in den meisten Firmen durch“, erklärt Prof. Dr. Walter Gora von der Cisar – consulting and solutions GmbH, die die Studie im Auftrag von ADP durchgeführt hat. Bei Kununu stieg demnach die Anzahl der Unternehmen, die mindestens zwei Bewertungen verzeichnen, von 69 Prozent im Dezember 2012 auf heute 80 Prozent.

Firmen sprechen Bewerber laut ADP zunehmend dort an, wo diese sich aufhalten: in sozialen Netzwerken. Folge: Soziale Netzwerke zählen inzwischen für 30 Prozent der Unternehmen zu wichtigen Rekrutierungskanälen. Die eigene Unternehmenswebseite bleibt zwar aktuell 96 Prozent der am häufigsten genutzte Weg. Allerdings folgen LinkedIn mit 54 und Xing mit 52 Prozent. Facebook wird aktuell erst von rund jedem vierten Unternehmen (23 Prozent) genutzt. „Die Kommunikation mittels Social Media gewinnt immer mehr an Bedeutung“, sagt Professor Andreas Kiefer, Vorsitzender der Geschäftsführung von ADP Deutschland.

Bereits 24 Prozent der befragten Unternehmen haben eine Social Media-Strategie für das Personalmanagement entwickelt. In der ersten Erhebung im Dezember 2012 waren es nur acht Prozent und im Juni 2013 waren es schon 16 Prozent der befragten Unternehmen. „Diese Entwicklung zeigt, dass sich immer mehr Unternehmen Gedanken über eine Social-Media-Strategie machen und diese auch umsetzen“, erklärt Kiefer.

Die mittlerweile dritte Erhebung des ASMI analysiert die Anwendung von sozialen Medien im Personalbereich deutscher Unternehmen. Seit 2012 wird er halbjährlich erhoben. Dabei werden Unternehmen quantitativ befragt und ihr Social Media-Einsatz qualitativ untersucht. In den Untersuchungen und Prognosen fließen die Daten und Angaben von rund 240 Unternehmen ein.
Über ADP:
ADP ist der weltweit führende Anbieter von Services und Lösungen rund um die Entgeltabrechnung, Personaladministration und das HR-Management. Automatic Data Processing, Inc. (Nasdaq: ADP) wurde 1949 in New Jersey, USA, gegründet und ist in über 70 Ländern einschließlich China erfolgreich vertreten. Seit über 60 Jahren realisiert ADP die Optimierung und Auslagerung von HR-Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing). ADP arbeitet weltweit für etwa 620.000 Kunden aller Branchen und Größen. In Deutschland erfolgt bereits jede 5. Personalabrechnung mit Produkten und Services von ADP. 60.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von über 11 Mrd. US Dollar weltweit. ADP realisiert über 50% des Umsatzes mit mittelständischen Unternehmen. 2012 hat das weltweit anerkannte Wirtschaftsmagazin FORBES ADP unter die Top 100 der innovativsten Unternehmen aufgenommen. ADP besitzt als einziges Unternehmen ein Triple A-Rating, zusammen mit Johnson & Johnson, Microsoft und Exxon. Laut einem Ranking des renommierten Security 500 Magazin zählt ADP im Bereich Business-Services zu den weltweit drei sichersten Unternehmen.

Wenn Datenschützer dummes tun

„Erklärt Google Glass Träger zu Idioten“ fordert Datenschützer Weichert. Damit muss ich sagen bringt er sich genau in diese Ecke. Einen idiotischeren Vorschlag kann man wohl kaum machen.

Zum einen ist das ein direkter Aufruf zum Mobbing, zum anderen hat das schon bei anderen Technologien nicht funktioniert, mal abgesehen davon, dass so ein Vorschlag nur eines zeigt, dass der Fordernde sich offensichtlich nicht mit der Technologie auseinandersetzen will und sie gesellschaftlich vernünftig diskutieren sondern am liebsten verbieten. Dumm, sehr dumm aber auch typisch deutsch. Damit disqualifizieren sich deutsche Datenschützer einmal mehr als weltfremd und rückwärts gerichtet.
Auch das ist Diskriminierung aber typisch für zornige, technologisch abgehängte alte Männer.

Übrigens kann ich auch mit meinen Smartphone oder den neuen Smartwatches immer und überall ein Photo machen.

Aber es ist ja immer das beste etwas zu verbieten, was wenige missbrauchen können. Also weg mit Fotoapparat und Mobiltelefon, Demonstrationsrecht und Pressefreiheit, freier Marktwirtschaft und Demokratie, denn bitte werter Herr Datenschützer, wenn schon, dann jeden Missbrauch stoppen. Damit wir vor uns selbst geschützt werden. Schließlich sind wir alle kleine dumme Kinder….. NOT

Google+ und der „könnte“ Journalismus

Google verliert einen der Köpfe, die hinter Google+ steckten und strukturiert intern um. Und schon schießen die spekulativen Artikel ins Kraut, die das Ende von Google+ sehen. Wie eigentlich immer mal wieder. Ich nenne es den „Könnte“ Journalismus.

Eigentlich braucht es einen Filter a la Adblock, der Artikel mit zu vielen könnte/würde/möglicherweise/Gerüchte sagen einfach ungelesen löscht.

Wer meint, ein Artikel, der vor allem mit vielen Konjunktiven arbeitet KÖNNTE relevant sein, dem kann ich nur sagen, er IST es nicht.

Das ist kein Qualitätsjournalismus, sondern Klickbaiting, Sensationsjournalismus oder einfach nur ein Artikel, der mit heißer Luft eine Lücke füllt. Aber wir Blogger sind hier auch nicht frei von Schuld. Wie oft lese ich Spekulationen um das „nächste“ Produkt, die eigentlich nur aus wildesten Spekulationen, Gerüchten und teilweise völlig sinnfreien Annahmen bestehen.

Wir müssen uns endlich wieder mehr auf die Fakten konzentrieren. Wir interpretieren viel zu viel in nichts. Aber das haben wir vermutlich von den Finanzanalysten und Börsenbrokern gelernt. Die leben ja auch davon, dass sie irgendwelche meist ziemlich hirnrissigen Vorstellungen über Umsatz oder Verkaufszahlen von Unternehmen aufstellen und wenn sie dann nicht recht behalten gleich panisch verkaufen oder kaufen. Wir leben in einer Welt des möglicherweise. Wir sollten wieder in eine Welt des faktischen zurückkehren. Nicht völlig, aber in vielen Bereichen. Sonst könnte…. aber lassen wir das.

IFTTT veröffentlicht Android App

In diesen Minuten dürfte die neue App für Android im Play Store verfügbar werden. Nachdem bislang nur IOS Nutzer in den Genuß einer eigenen App kamen, gibt es jetzt auch für Android eine APP um die Dienste von IFTTT mobil zu nutzen.

Mit IFTTT lassen sich verschiedenste Prozesse automatisieren, sei es eine Mail beim erreichen einer bestimmten Außentemperatur oder ein Alarm, wenn ein bestimmter Termin überschritten ist.

Die App dürfte in den nächsten Stunden weltweit verfügbar sein, zur Zeit dieses Artikels wurde sie im Store noch nicht gefunden. Auf ifttt.com/mobile kann man den Link zur App schon finden.

Der untere Link sollte funktionieren, sobald die App auch in Deutschland verfügbar ist.

[appbox googleplay com.ifttt.ifttt]

 

Eine echte Smartwatch: Die AW414Go von Simvalley im Test

Es gibt immer wieder mal ein Highlight, ein Gadget, bei dem ich sage, wow, alles richtig gemacht. Als die Simvalley AW414go von Pearl auf der letztjährigen IFA vorgestellt wurde, dachte ich, hey, wenn diese Präsentation nicht nur ein Fake war, dann könnte das die erste ernst zu nehmende Smartwatch sein und nicht nur eine Smartphone Erweiterung.

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Die Box, in der die Smartwatch geliefert wird, inklusive Kurzanleitung und USB Kabel sowie Ladedock.

Ich habe dann aber doch gezögert, zumal ich mit meiner Pebble eigentlich wirklich zufrieden war. Als ich aber zum einen von Pearl eine Sonderaktion gestartet wurde, da konnte ich dann doch nicht widerstehen. Und ich muss sagen, ich bin nicht nur angenehm, sondern sehr überrascht, was diese Smartwatch so alles leistet. Diverse Berichte anderer Blogger, die die Uhr kurz ansehen und ausprobieren durften, klangen von zumindest angetan, bis hin zu euphorisch. Da war es für mich nochmal extra wichtig, ganz unabhängig testen zu können, damit man mir nicht nachsagen konnte, ich würde da etwas nur wegen des kostenlosen Testgeräts in den Himmel loben. Mache ich sonst auch nicht, aber man weiß ja, wie der gemeine Internet Troll so ist. Also für den Start, die Uhr habe ich mir auf eigene Faust angeschafft und auch dieser Test ist komplett unabhängig und eigenständig gelaufen und läuft noch. Zunächst ein paar Worte zu den Features der Smartwatch. Ich besitze jetzt die AW414go mit folgenden Spezifikationen:

  • IPS-Display
  • Hoch-sensitiver 1,5″-Touchscreen (4 cm, 240 x 240 Pixel)
  • Multitouch und präziser Touchscreen-Stift
  • Dual-Core-Prozessor: Cortex A7-Prozessor mit 1,0-GHz-Taktung, 512 MB RAM
  • Betriebssystem: Android 4.2.2 JellyBean
  • Navigation: GPS, G-Sensor, E-Kompass
  • Quadband GSM 850/900/1800/1900
  • Vertrags- und SIM-Lock-frei: (Format: Micro-SIM)
  • Variabler Speicher: microSD/SDHC bis 32 GB
  • Datenübertragung: HSPA bis 7,2 Mbit/s, WLAN bis 150 Mbit/s, Bluetooth 4.0
  • Lautsprecher und Mikrofon integriert
  •  3-MP-Kamera für Fotos und Videos
  • Mit Vibrationsalarm
  • Mediaplayer-Funktion: MP3, MIDI, Ogg, PCM, WAVE, JPEG, GIF, BMP, PNG, MPEG
  •  Li-Ion (600 mAh), Standby bis zu 75 Stunden, wenn ich sie normal nutze reicht der Akku für einen Tag
  • Maße: 45,3 x 44,3 x 14,1 mm,  90 Gramm inkl. Akku
  • Smartwatch inklusive Stift, Ladeschale, Akku, USB-Kabel, Schraubenzieher, Schnellstart-Anleitung

So weit zur Technik. Das ganze kommt in einer netten Schachtel auf einem Kissen daher, so wie man es von „normalen Uhren“ kennt.

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Die erste große Überraschung. Mein momentaner Lieblingslauncher Aviate läuft und macht sogar richtig viel Sinn.

Die Uhr ist recht dick, aber wenn ich mir Uhren von Casio oder Swatch anschaue, sind diese zum Teil mindestens genauso dick. Um die Sim Karte einzustecken muss man an der Seite einen kleinen Deckel aufschrauben, die Schrauben sind von der Größe her winzig, aber es liegt ein passender Schraubenzieher sowie Ersatzschrauben bei. Im Prinzip ist es die Schraubengröße, die man auch von anderen Uhren mit verschraubtem Deckel kennt. An der Hand getragen fühlt sie sich nicht übermässig schwer an und nach einer gewissen Zeit merkt man nicht mehr, dass man eine Uhr trägt. Was kann die Uhr nun alles. Da kann man ganz einfach sagen, im Prinzip alles, was jedes Android Smartphone kann. Da ich vollen Zugriff auf den Google Play Store habe, kann ich auch alle Apps installieren, die für die Uhr geeignet sind. Das heißt nun nicht, dass auch alle sauber auf der Uhr laufen.

 

Dies ist aber der Größe der Uhr und ihres Displays geschuldet. Ich war allerdings überrascht, wie viel doch geht. So kann ich jetzt meine Laufrunden mit der Uhr erfassen, was an sich schon fast ein Kaufgrund ist, da sie mit den 199 Euro ja durchaus konkurrenzfähig zu anderen Sportuhren ist, aber bei weitem mehr „Extras“ bietet. Der Lautsprecher ist hinreichend gut, um alles gut zu verstehen, Musik lässt sich via Bluetooth Kopfhörer genießen, auch fürs Telefonieren ist ein Headset sinnvoll, obwohl das auch hinreichend gut mit der Uhr selbst geht. Dank GPS und Bewegungssensor kann auch was die Erfassung von Bewegung angeht die Uhr mit jedem Smartphone mithalten. Das GPS ist dabei erstaunlich genau und ich bekam recht schnell einen Satellitenfix. Intern hat die Uhr 512MB Speicher, den man aber mit einer Speicherkarte um bis zu 32Gbyte erhöhen kann. Es passen also einige Apps auf die Uhr. Und die Performanz ist durchweg gut, ein Antutu Benchmark kategorisiert die Uhr mit etwa der Performanz des Samsung Galaxy S2 ein, was ich für einen extrem guten Wert halte.

Die Laufzeit der Uhr wird im Standby mit 57 Stunden angegeben. Als ich sehr viel mit der Uhr ausprobiert habe, sie also quasi permanent an war, ging ihr nach etwa 5 Stunden die Puste aus. Bei normaler Nutzung, wie man sie auch mit dem Smartphone im Alltag hat, reicht der Akku locker einen Tag. Erstaunlich war für mich vor allem, wie viele Apps darauf laufen und welche Performanz die Uhr an den Tag legt. So konnte ich als Beispiel Riptide GP2 auf der Uhr ohne Probleme starten und es war auch gut spielbar.

Was für mich aber viel wichtiger ist. ALLE von mir bevorzugten Apps, laufen auf der Uhr und sind gut bis sehr gut bedienbar. So kann ich auf der Uhr unter anderem folgende Apps nutzen: Any.do

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Selbst diverse Casual Games laufen, dabei ist die Performanz keine Hürde, wenn, dann der kleine Bildschirm.
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Auch die Shopping App Bring! läuft bestens.

Cal
Bring!
Runtastic Pro
c:geo
Foursquare
Facebook
Twitter
Google+
Skype
Regenalarm
SleepAsAndroid
Zapitano
OSMand+
Aviate
Nova Launcher
Feedly
Miso
Komoot
JuiceDefender
ISSDetector
IPCam
ViewerGo
CleanMaster
AmazonKindle
Swype
Minuum

Und für die Unterhaltung:

Alle Spiele von Kairosoft
BadPiggies
CutTheRope
Riptide GP2

Man muss sich natürlich darüber im Klaren sein, dass wenige Entwickler speziell auf ein Bildschirmformat von 240×240 Pixeln Rücksicht nehmen, aber die Menge an nützlichen Anwendungen, die ich bislang bereits gefunden habe, überzeugt mich, dass auch auf diesem Format sinnvolles Arbeiten möglich ist. Zudem funktionieren auch diverse Programme, die speziell für kleine Bildschirme entwickelt wurden, wie das Minuum Keyboard oder diverse Speedreader nach dem „Spritz“ Speedreader Prinzip. Und wenn es mal wirklich zu schwierig mit der Eingabe wird, ist auch ein kleiner Ministift beigefügt, den man relativ sicher ans Armband clippen kann und selbst ein normaler Stift oder Kugelschreiber funktioniert auf dem Display.

Allerdings muss ich sagen, dass schon die „eingebaute“ Tastatur erstaunlich gute Ergebnsise liefert. Zumal man, wenn man ehrlich ist, auf solch einer Smartwatch auch mit Sicherheit keine größeren Texte schreiben will.

Als einziger Kritikpunkt verbleibt bei mir, dass die Rückseite der Uhr bzw. die dort angebrachte dunkle Beschichtung sich schon nach wenigen Tagen ablöst.Das sieht sehr unschön aus, ist aber zu verschmerzen, da die Rückseite ja sowieso nicht sichtbar ist. Zudem hat Pearl auf Anfrage erklärt, dass es sich dabei um einen Schönheitsfehler handelt, der leider bei einer Charge aufgetreten ist, aber außer dem Abfärben keinerlei negative Auswirkungen hat.

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Nach einigen Tagen verfärbte sich die Rückseite. Kann ich verschmerzen, da diese ja beim Tragen eh nicht sichtbar ist, und laut Aussage ein Schönheitsfehler einer bestimmten Charge.

Insofern kann ich wirklich sagen, die AW414go ist für mich die einzige momentan auf dem Markt befindliche ECHTE Smartwatch, die zumindest zeitweise auch mal anstelle eines Smartphones genutzt werden kann und nicht nur „verlängertes Display“ ist. Was ich an Kritikpunkten im Netz gelesen habe, kann ich nur zum Teil nachvollziehen. So beschwerten sich manche über die Größe der Uhr. Die ist aber, wenn ich sie wie bereits geschrieben mit anderen Sportuhren vergleiche im völlig normalen Rahmen. Die kleinen Schrauben sind auch nicht kleiner, als bei anderen Uhren mit vergleichbarer Verarbeitung. Dass die Oberfläche nur zum Teil angepasst ist, liegt auch daran, dass es wohl kaum Aufgabe eines Herstellers sein kann, dafür zu sorgen, dass auch alle von Dritten entwickelten Anwendungen angepasst sind. Entweder, ich möchte ein echtes Android auf meiner Uhr oder eben etwas spezielles, das dann die anderen Anwendungen wieder aussperrt.

Und zudem lassen sich ohne Probleme andere Launcher installieren. Ich nutze mit Begeisterung den Aviate Launcher, der auf der Smartwatch fast noch mehr Sinn macht, als auf dem Smartphone, da er mir je Ort und Kontext gleich ein passendes Set meiner wichtigsten Anwendungen liefert. Dass das Display klein ist, da kann ich nur sagen, ach was, entweder, ich will eine Smartwatch, oder ich schnalle mir gleich ein kleines Smartphone an den Arm. Hier sollte man halt nach Apps suchen, die eine veränderbare Schriftgröße haben oder verstärkt auf iconische Darstellung achten. Ich halte die AW414go im Moment für den bestmöglichen Kompromiss aus großem Funktionsumfang, flexibler Konfigurierbarkeit und autonomem Device.

Da ich bereits die Pebble und die Galaxy Gear getestet habe, würde ich hier folgendes Ranking aufstellen

1) AW414go

2) Pebble

3) Galaxy Gear

und nach allem, was ich bisher gelesen habe, wohl auch die Nachfolgegeneration.

Die Gear ist für den Funktionsumfang, den sie bietet viel zu teuer und auch in der gesamten Softwarestruktur für den Durchschnittnutzer zu proprietär. (komplizierter Installweg mittels eigener Software) Die Pebble punktet vor allem mit einer sehr guten Laufzeit, ist aber ohne Smartphone relativ dumm, und die App Infrastruktur ist bei weitem kleiner als die von Android. Zwar ist die AW414go auch noch nicht das Optimum, kommt dem aber schon sehr nahe. Zumindest ist das als Basis für weitere Modelle eine super Grundlage.

Von mir aus dürfte z.B. die Kamera gerne wegfallen, wichtig sind mir bei einer solchen Uhr eher die programmatischen Werte. Spannend wird, ob noch etwas an der Batterielaufzeit geschraubt werden kann. Ich experimentiere gerade mit Juice Defender, einer Anwendung die die Uhr ja in Ruhephasen komplett vom Datenverkehr trennt und nur kurz aktiviert, um Updates zu holen. Auch das dürfte der Laufzeit nochmal ein Plus geben. Aber für eine Uhr, die mit einem AMOLED Display aufwartet und UMTS sowie WLan an Bord hat ist die Laufzeit schon wirklich bemerkenswert.

Rezension:ISpace, das digitale auf Papier gedruckte Multimediabuch

Viele Verlage klagen über die Konkurrenz durch die zunehmende Digitalisierung. Oder, wenn sie schlau sind, nutzen sie das beste aus beiden Welten.

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Die Fahrzeuge und Objekte des Buches erwachen Dank der zugehörigen kostenlosen App für IOS und Android zum Leben

So handelt auch der Kosmos Verlag, den ich bislang hauptsächlich wegen der ausgesprochen hochwertigen und spannenden Experimentierkästen kenne, die meine Kinder bereits zu verschiedenen Themen gerne nutzen und wegen der sehr guten Sachbücher.

Nun wurde ich angesprochen, ob ich nicht ein neues Buch rezensieren wolle, das mit den Mitteln der Augmented Reality arbeitet und damit beide Welten zusammenführt.

Das Buch heißt ISpace und mit einer dazu gehörenden kostenlosen App kann man auf bestimmten Seiten 3D Modelle über die AR App über dem Buch schweben sehen und sie mit einem virtuellen Cursor sogar manchmal drehen und steuern. Dazu sind auf den entsprechenden Seiten Elemente integriert, die man dann mit der App scannt und damit in der App das für die entsprechende Seite passende 3D Modell aktiviert. Diese sind dann auch interaktiv und über Kontrollbuttons steuern.

Da sich das ganze aber nur schwer erklären lässt, hier zwei kurze Videos, die den erstaunlichen und sehr gut funktionierenden Effekt darstellen.

 

Der Effekt ist wirklich verblüffend und unsere Kinder lasen das Buch mit wachsender Begeisterung. Gerade die Kombination aus klassischem Buch und moderner virtueller Realität macht das ganze spannend und das Thema Astronomie und Visionen der Zukunft tut sein übriges.
Ich finde, eine gelungene Kombination von altem und neuem Medium und eine sehr schöne Art, wissenschaftliche Themen näher zu bringen. Und auch wir Erwachsenen hatten unseren Spaß mit den virtuellen Modellen ebenso wie mit dem realen Buch.
Die endgültige Wertung fällt eindeutig aus und kommt dieses Mal von unseren drei jungen Haupttestern.

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Ich denke, das Ergebnis der Jury ist eindeutig

 

Für alle, die ein Interesse für Wissenschaft haben und Kinder, die bereits mit dem Smartphone groß werden ein schöner Weg, beides zu kombinieren.

Schnell, billig, gut , gelogen. Warum so vieles scheitert

Magischesdreieck
Das berühmte magische Dreieck. Oft gelehrt, noch häufiger ignoriert.

Die Elbphilharmonie, Stuttgart 21, der Berliner Flughafen. Warum werden Projekte nur immer teurer als geplant, haben diverse Mängel und dauern länger, als jemals vorgesehen.

Meines Erachtens ist daran vor allem eines schuld (und das ist wichtig, denn das ist es ja, was der deutsche Manager/Politiker/Bürger wissen will, nicht etwas die Lösung, Gott bewahre, nein, wer ist schuld).

Die mangelnde Akzeptanz von Auftraggebern/Kunden/Konsumenten, dass man das berühmte Dreieck aus schnell, billig und gut immer nur an zwei Seiten bekommt.

Wenn ich bei einem Projekt verlange, dass es zu einem fixen Termin fertig ist, und das in guter Qualität, muss ich bereit sein, mehr zu zahlen, ggf. auch noch etwas extra im Projektverlauf, falls und davon kann man eigentlich immer ausgehen, unvorhergesehene Probleme auftauchen.

Lasse ich den Termin offen, nehme ich Druck aus der Geschichte so dass man oft mit mehr Überlegung schon an die Planung gehen kann und solche Probleme frühzeitig erkennt, was dann wieder die Kosten senkt. Und will ich das ganze billig haben, dann kann ich nicht erwarten, dass die Qualität stimmt, vor allem wenn ich dann noch Zeitdruck produziere.

Letzteres gilt auch für viele andere Branchen. Wenn ich die Innovationszyklen von Produkten immer kürzer mache, dabei noch möglichst niedrige Preise haben will, dann leidet zwangsläufig die Qualität.

Das wird den BWL-Studenten zwar (so hoffe ich zumindest) in ihren Vorlesungen vermittelt, aber in der Realität werden offensichtlich die einfachsten Wahrheiten auf dem Altar des Profits und des Aufstiegs auf der Karriereleiter geopfert. Denn wer, der von seinem Vorgesetzten eine Aufgabe bekommt, die alle drei Seiten des Dreiecks gleichzeitig bedient, wird schon widersprechen, wenn er im Unternehmen oder der Organisation noch aufsteigen will. Ja, ich weiß, das wird offiziell doch gefordert, Charakterstärke blablabla. Aber das sind oft nur hohle Phrasen und wenn es hart auf hart kommt, dann gilt das Rechthaben des Stärkeren. Herr Medohrn mit seinem Managerverschleiß und den immer peinlicheren neuen Ankündigungen (selbst der Postillion amüsiert sich und uns bereits köstlich) ist da nur ein Beispiel.

Wir leben in einer Welt, die gerade in der Wirtschaft im Moment voller Lügen und Selbstlügen ist. In der man die offensichtlichsten Fehler nicht zuzugeben bereit ist, nicht umsteuern will und stehts mit den immer wiederkehrenden Totschlagargumenten vom „Markt der das so will“, „den Kunden, die das nicht verstehen würden“, und „den Arbeitsplätzen, die dann verloren gehen“ faselt. Forscht man aber nach, dann gilt keines dieser Argumente wirklich. Es gibt genug Unternehmen, die mit einer nachhaltigen, langsamen, und qualitativen Strategie erfolgreich sind (Vaude, Miele und quasi als Optimum im Moment @manomama, wo sogar noch der Mitarbeiter wie ein fühlender und denkender Mensch behandelt wird, Gott bewahre, das geht doch gar nicht 😉

Ich denke, wenn der Öffentlichkeit hinreichend kommuniziert wird, warum etwas wie lange dauert, wenn dann auch noch die Pressesprecher und Topmanager es sich sparen, das neue Produkt anzukündigen mit Releasetermin, bevor man überhaupt wirklich die echte Projektdauer abschätzen kann, dann hätte die Elbphilharmonie vielleicht nicht so viel gekostet, wäre S21 vielleicht anders gelöst worden und der Flughafen Berlin vielleicht bereits ohne Baumängel fertig. Aber es ging ja nie um das Produkt, den Bau, die Planung. Es ging gerade bei diesen Großprojekten um Profilneurosen, das setzen eines Denkmals für sich selbst und vermutlich um sehr viel mehr Geld, als die Öffentlichkeit weiß. Qualität war da nicht das Thema, wenn schon, dann schnell und billig. Und dass das auf Kosten der Qualität und damit indirekt der Zeit geht. Nun, wir sehen es als Mahnmal in Stuttgart, Berlin und Hamburg und sicher noch in vielen anderen Städten oder bei vielen anderen Produkten, die zurückgerufen werden mussten, geflopt sind oder den Markt nie erreicht haben.

Wir sollten endlich begreifen, dass wir wieder Druck rausnehmen müssen, wollen wir weiterhin die berühmte deutsche Qualität liefern. Denn ist der Ruf erst ruiniert lebts sich zwar ungeniert aber auch erfolglos.