Netatmo. Die Wetterstation des Online Zeitalters

20140712_133034Schon seit längerem finde ich das Thema Wetter aus Sicht des Wissenschaftlers und des Geeks interessant. Bis vor etwa 3 Monaten tat eine klassische Wetterstation, allerdings mit Datenerfassung via Schnittstelle und Anbindung ans Internet ihren Dienst. Allerdings störten mich der komplizierte Setup und die Unzuverlässigkeit der Prognosen und Messwerte.

Dann entdeckte ich Netatmo, eine digitale Wetterstation, die ihre Daten ins Netz stellt und mir aktuelle Wetterwerte über eine App anzeigt.

Das erste, was auffällt, es gibt keine Displays. Die Basisstation hat zwar einen Streifen vorne, der bei speziellen Nachrichten rötlich leuchtet, aber alle anderen Wetterdaten werden zentral auf den Netatmo Servern gespeichert und können von dort per Webanwendung oder App für IOS, Windows und Android abgerufen werden. Selbst eine abgespeckte App für meine AW414go Smartwatch gibt es.

Zusätzlich lässt sich Netatmo auch mit IFTTT koppeln, sodass man sich zum Beispiel eine SMS oder eine Mail schicken lassen kann, wenn die Temperatur um den Gefrierpunkt steht oder am nächsten Tag mit Regen zu rechnen ist.

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Der zweite Innensensor steht im Büro. Da ist öfter mal dicke Luft. Aber eher, weil da auch gezockt wird.
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Basisstation, Hauptsensor und auch mit Messung des Geräuschpegels im Raum ausgestattet. Das längliche Fenster in der Mitte leuchtet bei kritschen Messwerten.

Die Installation gestaltet sich sehr einfach, auch die Erweiterungen wie zum Beispiel eine weitere Messstation oder der neu erhältliche Regenmesser lassen sich problemlos einbinden.

Die Station erfasst dabei neben der Luftfeuchtigkeit und dem Luftdruck auch den Geräuschpegel und den Sauerstoffgehalt der Luft und gibt bei zu schlechter Luft aktiv über die App einen Warnhinweis, dass es mal wieder angebracht wäre zu lüften.

Daten und Auswertungen kann man wie erwähnt wahlweise in der App oder auf der Seite von Netatmo sehen, wo auch eine Karte aller anderen freigegebenen Stationen zu finden ist, so dass man zum einen die eigenen Messwerte mit denen der Stationen in der Umgebung vergleichen, zum anderen auch echte Messwerte von Orten erhalten kann, zu denen man zu reisen gedenkt. Preislich ist die Station nicht ganz billig, die Basisstation mit einem Zusatzsensor schlägt mit 169 Euro zu Buche, für den Regensensor werden oder eine weitere Messeinheit werden nochmals 69 Euro fällig.

Dafür funktioniert das gesamte System seit Installation extrem zuverlässig, lässt sich auch aus dem Internet ablesen und misst zumindest nach dem Vergleich mit Vorhersagen sehr genau. Zusätzlich ist in die Wetterstation auch noch der Wettervorhersagedienst Meteoalarm eingebunden, der dann auch via App vor extremen Wetterbedingungen warnt und das im Rückblick auf den bisherigen Testzeitraum sehr genau.

Alles in allem, für den zwar etwa hohen Preis bekommt man ein sehr einfach aufzustellendes und zu bedienendes Rundum-Sorglos Paket, das durch die Einbindung von Drittanbietern und Diensten wie IFTTT noch weitere nützliche Möglichkeiten bietet.

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Oben der Außensensor, der allerdings nicht direkt der Witterung ausgesetzt werden sollte, unten ein Sensor der alten Station.
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Der Regenmesser der, was zu erwarten war, natürlich der Witterung ausgesetzt werden darf. Misst nach ersten Erfahrungen sehr genau.

 

 

 

 

 

Interessante Umfrage zum Thema Wearables. Bitte macht mit!

20140417_101005Charlene Schubert arbeitet an einer Umfrage zum Thema Wearables, und da ich selbst das Themengebiet mit großem Interesse beobachte, unterstütze ich gerne folgenden Aufruf:

Die ZEIT schreibt in einem Artikel vom 11. März 2014 polemisch „Wearables sind die Lösung, nur für welches Problem?“ Es steht die Frage im Raum welchen Nutzen eigentlich Fitnesstracker, Lifelogging Kameras, Smartwatches oder Datenbrillen haben. Bis lang gibt es dazu kaum wissenschaftliche Erkenntnisse. Aus diesem Grunde erforsche ich im Rahmen meiner Bachelorarbeit die alltägliche Nutzung von Wearables. Mein Name ist Charlene Schubert, ich bin 23 Jahre alt und studiere Angewandte Medienwissenschaften an der Technischen 20140124_162321 (1)Universität Ilmenau.

Deshalb wende ich mich hoffnungsvoll an alle Wearable Nutzenden: 
Um mein Forschungsinteresse umsetzen zu können benötige ich Teilnehmer die eine kurze Umfrage beantworten, welche wirklich nicht länger als 5 Minuten dauert. Ich bin darauf angewiesen, dass sich Wearable Nutzerinnen und Nutzer dazu bereit erklären anonym Auskunft über ihr Nutzungsverhalten geben.

Bei weiteren Fragen oder Anregungen stehe ich Ihnen gerne unter charlene.schubert(at)tu-ilmenau.de zur Verfügung.

Vielen Dank!

Charlene Schubert

Link zur Umfrage: http://www.unipark.de/uc/ik_tu_studenten/4ccf/

Die Cloud kommt durch die Hintertür

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Nich Unmengen von Speicher im Device, aber in der Cloud.

Alle weltweit reden von „der Cloud“. Viele, von den Möglichkeiten, wir deutschen fast ausschliesslich von den (oft vermeintlichen) Risiken. Aber während noch eifrig diskutiert wird, zeigen mir persönlich einige Entwicklungen, dass der zweite Aufstieg der Cloud frei nach dem bekannten HypCycle in vollem Gange ist.
Ein Indiz für mich sind die Verkaufszahlen von Smartphones, Tablets und insbesondere Chromebooks. Alles Geräte, die nicht mit Monsterspeichermedien prahlen können, die kein Terrabyte an Daten bereithalten. Aber alles auch Geräte, die davon leben, darauf aufbauen, dass der Nutzer das meiste im Netz tut.

Und der Gedanke, wenn mal zu Ende gedacht macht Sinn. Denn Terrabytes an Daten verwalten ist vielleicht noch angenehm, wenn man wirklich nur ein Endgerät hat. Aber sobald ich Teile, Ausschnitte davon dabei haben will, sei es auf meinem Smartphone, dem Tablet oder meinem Ultrabook/Chromebook, dann brauche ich Synchronisierungsmechanismen. Und diese müssen zuverlässig laufen, und wenn ich unterwegs bin, darf da dann ja nichts fehlen.

Auftritt Cloud Speicher. Schon seit Jahren nutze ich die Cloud, um bei Workshops und Vorträgen alle mein e Dateien, Daten und Medien bei mir zu haben. Ich brauche mir NIE Gedanken zu machen oder zu prüfen, ob der Sync der letzten Nacht funktioniert hat. Und wenn es sich um sensible Daten handelt, na dann lege ich sie entweder auf meine private Cloud, die von einem simplen RaspberryPi bereitgestellt wird, oder lege sie verschlüsselt ab.

Damit sehe ich noch einen weiteren Trend auf uns zukommen. Es wird wieder abgespecktere, günstigere Endgeräte geben, die nicht mehr Unmengen an Rechenleistung oder Speicher mitliefern, sondern so abgestimmt sind, dass sie schnell arbeiten und schnell im Netz operieren. Denn die Rechenleistung wie auch der Speicher wird dann aus dem Netz kommen. Datenbackups inklusive.

Und während wir noch diskutieren, ob Google unsere Daten an die NSA gibt (warum eigentlich Google, jeder Trojaner auf dem eigenen Rechner kann das, oder evtl. das eine Game, das man heruntergeladen hat, aber Google Bashing ist ja dank Verlagen und Verwertungsgesellschaften in Deutschland gerade modern.) Nutzen weltweit immer mehr Menschen und gar Unternehmen die Cloud als Teil ihrer IT.

Wir leben in einer Welt der Schönfärberei

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Lorde hat es damals auf Twitter allen sehr schön vor Augen geführt. Oben zu sehen, das mit Photoshop bearbeitet Bild. Unten ein echtes Bild von ihr. Bravo für die Ehrlichkeit und die Chuzpe, hier die Medientäuscherei offen aufzuzeigen. Quelle: Lordes Twitter-Account

Schon mal irgendwelche Informationen über ein Unternehmen gelesen? Oder über eine Organisation? Und? Was aufgefallen?

Genau, man könnte meinen, jeder rettet die Welt, jeder ist der beste überhaupt und jeder weiß ganz alleine, wie es richtig geht. Wenn ich höre, wie Politiker selbst über große Niederlagen sprechen, wie die Prospekte von Unternehmen aussehen (von der Werbung wollen wir ja schon mal gar nicht reden,oder glaubt jemand ernsthaft, dass Massenware von Nudeln über Kuchen bis zu Eis noch so hergestellt werden, wie uns in der Werbung vorgelogen wird)

Kein Wunder, dass wir immer misstrauischer werden, hinter jedem gleich etwas böses vermuten. Wer mir nur positives erzählt, der lügt mich an. So einfach ist das. Niemand schafft es ernsthaft, nur gutes zu tun, das widerspricht schon dem Fakt, dass ein Unternehmen primär Profit zu erwirtschaften hat.

Und das ist das Problem, dass die Wirtschaft, das die Konzerne und ja auch die Politik mit Social Media hat. Hier wird Schönfärberei brutal abgestraft. Interessant war eine Umfrage, die ich vor kurzem in meinem Umfeld erlebt habe. Dort wurde gefragt, was junge Menschen sich für Informationen von Unternehmen erwarten und zwar insbesondere in Social Media. Der wichtigste Wunsch: Ehrliche Berichte, am besten aus erster Hand. Und auch mal was negatives, weil und da sollten wir nicht überrascht sein, unsere Jugend nicht so dumm ist, jedem in bunten Bildern gemalten Prospekt zu glauben.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Mehrheit der Menschen von Werbung so angewidert ist. Weil sie grundsätzlich schönfärbt, etwas nicht so darstellt, wie es ist, sondern so, dass der dumme Verbraucher es unbedingt haben muss. Aber der breit grinsenden Zahnarztfrau mit den strahlendweiß gephotoshoppten Zähnen glauben wir nicht mehr. Und diejenigen, die dem glauben, kommen sehr schnell in Schwierigkeiten, weil man die Idealweltlügen einfach nicht erreichen kann.

An Magersucht und Schönheitswahn ist die Werbung mit schuld. Und wenn sich die Agenturen noch tausend mal rausreden. Sie tragen eine große Mitverantwortung.

Warum wir keine Angst vor Robotern haben sollten, aber vor Politikern

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Noch kennen die meisten von uns Roboter primär als Spielzeug oder in der industriellen Fertigung, aber sie sind schon weiter, als wir denken.

Vollbeschäftigung ist immer noch ein Wort, das Politiker gerne heranziehen, wenn sie uns von den Qualitäten ihrer Politik überzeugen wollen.

Aber eigentlich lügen sie uns dann an. Denn was viele nicht wahr haben wollen. Immer mehr auch hochqualifizierte Jobs werden in Zukunft von Robotern und Computern erledigt. Man muss nur mal Ideen wie die Auslieferung per Drohne und selbstfahrende Autos weiterspinnen und schon können ganze Horden von Taxifahrern, Busfahrern, Postboten freigesetzt werden, wie es so schön im Managementsprech heißt. Und dass das nicht heute schon passiert liegt nicht am Wohlwollen des Managements sondern an den bislang noch vorhandenen technischen und rechtlichen Unzulänglichkeiten.

Auf der re:publica wurden erste Softwareversuche vorgestellt, die es ermöglichen, automatisiert (Roboterjournalismus: Wenn Algorithmen Nachrichten machen) und dank Technologien wie „Big Data“ werden auch Talente von Menschen, die früher als unersetzlich gelten plötzlich zumindest auf mittlere Frist ersetzbar.

Hier wäre es an der Zeit, zwei große Fragen zu klären oder zumindest ins öffentliche Bewußtsein zu bringen. Zum einen die ethisch moralische Frage danach, welche Berufe in Zukunft von Maschinen überhaupt gemacht werden sollen (Stichwort Roboter in der Pflege oder bei Aufgaben, die auch Menschenleben betreffen wie Transport größerer Personengruppen).  Zum anderen, wie wir uns als Gesellschaft positionieren sollen, wenn es vermutlich schneller, als uns als Gesellschaft lieb sein kann, definitiv nicht mehr genug Arbeit für die große Mehrheit der Bevölkerung gibt. Denn die Wirtschaft ist mittlerweile weitestgehend von den Bürgern entkoppelt. Finanzmärkte, Globalisierung haben dafür gesorgt, dass es nicht mehr wichtig ist, dort, wo produziert wird, auch Kundschaft zu haben. So lange es irgendwo auf der Welt noch einen Wachstumsmarkt gibt, florieren die weltweit agierenden Konzerne. Aber die Bürger in den Ländern, in denen die Erwerbsarbeit verschwindet, bekommen früher oder später Probleme und damit die gesamte Gesellschaft dieses Landes, dieser Region.

Sehr hilfreich finde ich hier die Diskussion über ein Grundeinkommen ebenso wie die Kritik an Hartz IV, das immer noch davon ausgeht, dass wer einmal arbeitslos geworden ist, so er sich nur anstrengt, schnell wieder Arbeit finden kann. Ein großer Trugschluss, vor allem in einer Kultur, die primär auf offiziell erworbene Zertifikate und erlernte Berufe blickt, nicht auf die persönlichen Talente der Person und in der es so etwas wie eine „Überqualifizierung“ gibt.

Während sich Politik, Gewerkschaften und Unternehmen immer noch über solche Fragen wie Arbeitsplatzgarantie, Übernahmegarantie und die Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen streiten, wachsen nachfolgende Generationen in eine Situation, in der auch mit hochqualifizierter Ausbildung vermutlich zumindest eine längere Jobsuche ansteht, wenn nicht gar die Erkenntnis, dass der erlernte Beruf mittlerweile von Maschinen besser erledigt wird.

Es ist nicht schwarz oder weiß, nicht alles ist durch Maschinen machbar. Aber ich bin mir sicher, wir werden eine kritische Grenze der Automatisierung in den nächsten 10 Jahren erreichen, die sich massiv auf die Gesellschaft auswirken wird. Und es ist dringend nötig, hier schon Vorarbeiten zu leisten, um dann  nicht von der Veränderung überrascht zu werden.

Arbeitsplatz der Zukunft. Ein völlig falscher Begriff

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Die stille Entmachtung der Firmen-IT. Das Smartphone

Ich bin ein Verfechter des Begriffs Work-Life Integration statt Work-Life Balance. Und darum beschäftige ich mich intensiv damit, wie wir in Zukunft leben und arbeiten werden. HALT! Lese ich mich da richtig? Leben UND arbeiten? Eigentlich sollte das ganze doch eins sein, jedenfalls nach meinem Gedankenmodell.

Und tatsächlich denke ich, wir tappen da alle noch in die Begrifflichkeiten Falle.

Wir machen uns Gedanken um den Arbeitsplatz der Zukunft, welche Werkzeuge dort verwendet, welche Methodiken gelebt werden. Wir unterscheiden in vielen Bereichen zwischen Dingen, die wir privat tun, nutzen und Dingen, die wir im Büro nutzen.

Schluß damit! Zu glauben, wir könnten zwei parallele Leben führen, ist mit ein Grund für die momentane Welle psychischer Erkrankungen. Wir müssen stehts wechseln zwischen dem, was wir privat, was wir persönlich denken, tun, wollen und dem, was uns im Beruf erlaubt, bereitgestellt oder an Freiräumen gegeben wird. Ein kleines Gedankenspiel. Jeder meiner Leser möge sich einmal fragen, ob er wirklich genau so privat handeln und vorgehen würde, wie ihm die Vorgaben seines Unternehmens, seines Arbeitsplatzes es vorschreiben? Stünde da dann der gleiche Schreibtisch, die gleiche Hardwareausstattung, die gleichen Werkzeuge? Vermutlich werden jetzt die meisten nein sagen. Das aber heißt in konsequenz, dass ich an meinem Arbeitsplatz nicht für mich optimal arbeiten kann, sondern bestenfalls mir die nach Ansicht einiger Verantwortlicher beste Ausstattung in deren Augen bereitgestellt wird. Dass das nicht zwangsweise die für mich wirklich beste Ausstattung sein muss, dürfte offensichtlich sein.

Und Argumente wie Arbeitsergonomie, Datenschutz, Schutz des Mitarbeiters vor sich selbst werden meist nur vorgeschoben, weil es eigentlich keinen wirklichen Grund gibt, alle über einen Kamm zu scheren und damit vermutlich ein Gutteil an Mitarbeitern mit suboptimalen Werkzeugen auszustatten.

Oh ja, die bösen amerikanischen Firmen, die alles von uns auswerten. Google oder Facebook kommt uns nicht ins Haus. Na und? Jeder Mitarbeiter mit Smartphone braucht „das Haus“ nicht mehr, um die für ihn angenehmen Werkzeuge nutzen zu können. Und dieser Trend, den manche auch als Digitalisierung 4.0 bezeichnen, wird durch aufgeblähte Entscheidungsapparate und technisch nicht versierte IT Entscheider noch beschleunigt.

Zudem ist spätestens mit der weiten Verbreitung des Smartphones der Wunsch der Mitarbeiter nach „Bring Your Own Device“ stärker geworden. Denn ich möchte nicht zwei Smartphones mit mir herumtragen. Und nein, ich möchte mein Smartphone auch nicht am Empfang abgeben. Zum einen wäre das ein Misstrauensbeweis des Arbeitgebers, der mehr als vieles andere zur Demotivation und Dienst nach Vorschrift beitragen würde, zum anderen ist die Idee des Smartphones ja die der Erreichbarkeit und des permanenten Zugriffs auf Wissen, Daten, Informationen.

Wir behindern uns durch die „German Angst“ vor Datendiebstahl und diesen bösen Konzernen und insbesondere durch die in keinem anderen Land so verbreitete Technophobie selbst.

Und, so paradox das klingt. Selbst die Fußball WM zeigt mir, auch wenn ich mit Fußball überhaupt nichts anfangen kann, wie albern die Trennung zwischen dem Menschen am Arbeitsplatz und dem Privatmenschen ist. Denn ich wette, bei ALLEN Unternehmen, ob groß ob klein kommt in jedem zweiten Gespräch auf den Fluren oder den Büros das Thema auf Fußball. Und das sind dann beileibe keine 5 Minuten Gespräche.

Würden die Fußballfans sich hier wirklich diese Gespräche verbieten lassen? Eben. Und gleiches gilt für andere private Themen. Denn das gehört auch zum Alltag im Unternehmen, das Ventil, das den beruflichen Druck nicht zu groß werden lässt. Je mehr ich aber hier verbiete und/oder vorschreibe, umso weniger Ventile gibt es und um so größer die Belastung des einzelnen durch eine unpersönliche Arbeitsumgebung, unpersönliche Arbeitsmittel und eine Kultur, die nicht den Menschen sondern die Humanressource sieht.

Also weg mit dem Begriff Arbeitswelt der Zukunft. Wenn schon, dann Leben der Zukunft.

Als Lesetipp kann ich auch auch folgenden Artikel empfehlen: ”Beach Works: Mein Büro liegt am Strand von Cannes„. Darin wird sehr schön gezeigt, wie man dank Tablet online arbeiten kann und dennoch auch die angenehmen Seiten eines Ambientes wie Cannes genießen kann.

 

 

Die Lüge als Grundlage von Politik und Wirtschaft

Wir werden belogen. Ich hoffe, das ist für den einigermaßen informierten Leser nichts neues. Aber das Ausmaß und die Dreistigkeit finde ich erschreckend. (Hinweis in eigener Sache: Wer gerne und oft Sätze wie „Du siehst das viel zu eng“ oder „Das bildest du dir alles nur ein“ oder gar „Die Politiker wollen doch nur unser Bestes“ benutzt, der sollte jetzt mit dem Lesen aufhören)

Von der Werbung will ich mal gar nicht anfangen, die ja nie lügt, aber durchaus trickreich die Lüge als Halbwahrheit tarnt, und wirklich relevante Informationen einfach unter den Tisch fallen lässt. Da wird die Süssigkeit zum Fitness Snack mit der extra Portion Milch, da soll man Nahrungsergänzungsmittel kaufen in einem Land, dem es an vielem mangelt aber sicher nicht an vielfältiger, vitaminreicher und gesunder Nahrung, die man dann am ehesten findet, wenn man der Werbung  nicht glaubt.

Auch die Politik hat die Lüge zum Grundprinzip gemacht. zu Guttenberg hat uns das letztlich mit seiner Aneinanderreihung von Lügen über seine Doktorarbeit nur sehr stümperhaft vor Augen geführt. Auch die Lüge der Energiewende mit der angeblich notwendigen Verteuerung vertuscht vor allem, dass Unternehmen von vielem befreit werden, was der Bürger, der eigentlich Arbeitgeber der Politik tragen muss. Wirtschaft über alles, dafür ist jede politische Lüge recht.

Und auch der Abhörskandal der NSA zeigt, wie sehr man die Lüge bereits politisch verinnerlicht hat. Der Bürger soll sich nicht so haben, das in  den Medien sei doch alles aufgebauscht und Snowden ein Lügner. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Big Mama Merkel abgehört wird. Plötzlich ist alles ein Skandal, aber man kann Snowden dennoch kein Asyl gewähren, weil man es sich ja mit Amerika nicht verscherzen dürfe. GELOGEN. Man will einfach nicht ehrlich genug sein, das ganze Ausmaß des Skandals in die Öffentlichkeit zu tragen, und die Lügen der letzten Jahre, vermutlich Jahrzehnte offenlegen.

Und da lügen uns die Golfplatzbewohner und Monsterdreckschleuderfahrer an, man könne einfach keine Tariferhöhungen jenseits der 5 Prozent bieten, da die Wirtschaft daran zu Grunde ginge und überhaupt hätte man ja so viele Sozialschmarotzer. Das sagen die, die sich Millionengehälter in den Rachen schieben und damit vermutlich die größten Sozialschmarotzer sind.

Ganz trickreich aber ist die Duldung einer Lüge, weil sie nutzt, weil sie ablenkt. Die Montagsdemos der Verschwörungstheoretiker mit ihren idiotischen Chemtrail Drohszenarien und dem dumpf/dummen rechten Gedankengut spielen Wirtschaft und Politik förmlich in die Hände. Denn im Zweifel lässt sich mit diesem Hintergrund jede Kritik an den Lügengebäuden von Wirtschaft und Politik entwerten, in dem man sie in die Nähe der Verschwörungstheorien drängt. Da wird uns Wasser, das mit etwas Glück den Schatten eines Wirkstoffs gestreift hat als teure und wirkungsvolle homöopathische Medizin verkauft, und wenn man dann berechtigte Zweifel aus wissenschaftlicher Sicht anbringt, sieht man sich einem durch Wirtschaftsinteressen angeheizten  Mob gegenüber, der einen beschimpft und bedroht. (Wobei, selbst in der echten pharmazeutischen Industrie gibt es solche Mobs bling gläubiger Menschen. Ich sage nur die Droge Ritalin).

Ach ja, und dann glauben tatsächlich noch viele, was in der Zeitung steht. Vor allem in dem Drecksblatt mit den vier Buchstaben. Dabei sind viele Medien nicht viel mehr als Geldverdienmaschinen, denen die Nachricht nur dann wichtig ist wenn sie Auflage und damit Geld bringt. Oder glaubt wirklich irgendwer, wir hier im Westen wären auch nur annähernd über die Geschehnisse in der Ukraine informiert worden? Oder im Irak, oder im Fall Snowden?  Die Politik der Spiele und des Brotes ist mittlerweile mithilfe der Lüge schon zur hohen Kunst geworden. Wie genial ist es zum Beispiel, während der Fussball WM (Spiele) alle möglichen unverschämten Gesetze zum Wohle der Wirtschaft durchzuwinken und sie hinterher als wichtig für den Bürger zu verkaufen?

Und es gibt noch viele solcher Lügen: Die Behauptung, man wolle Bildung, wo man nur Ausbildung will, die Behauptung, Hartz IV seie nötig, um Menschen zur Arbeit zu „bringen“, wo man eigentlich nur Geld für die eigenen unverschämten Gehälter haben will und dem Volk Vollbeschäftigung vorgaukelt in einer sich immer weiter automatisierenden Zeit in der eigentlich Arbeit immer mehr verschwindet und man längst über ganz andere gesellschaftliche Themen nachdenken sollte.

Und manche Lüge vergessen wir selbst offensichtlich, kaum haben wir sie einmal durchschaut. War da nicht diese Bankenkrise, ausgelöst durch riesige Lügengebäude von Investmentbanken und ihren angeblichen Speerspitzen der Finanzwelt. Da wurden Lügen in Derivate verpackt und uns vorgegaukelt, eine Bank habe Interesse an unserem Wohl und der Mehrung unseres Vermögens, wo es doch IMMER um die Mehrung des Vermögens von Bank und Shareholdern (ein anderes Wort für Schmarotzer) geht.

Und wer kennt nicht die herrlichen Baulügen in Stuttgart, Hamburg  und Berlin, die Jahr um Jahr mehr Geld verschlingen werden, angeblich zum Wohle von uns allen sind aber in Wirklichkeit doch nur ein paar wenigen Wirtschaftsunternehmen viel Geld einbringen werden und danach Kosten für den Staat und damit uns alle verursachen. (Moment, sorry, fast hätte ich gelogen, das tun sie ja jetzt schon dank solcher Topmanager und Experten wie Herrn Mehdorn und Konsorten)

Ein offener Brief von Nick Hanauer, einem Milliardär an seine wohlhabende Freunde zeigt jetzt schon, wo das alles hinführen kann (wer es lieber original hat, hier die Quelle). Dabei ist für  mich garnicht wichtig zu prüfen, wie echt der Brief an sich ist, mag er sogar gelogen sein. Er beinhaltet mehr Wahrheiten als alles, was die Politik so absondert. Denn er blickt zurück auf frühere gesellschaftliche Ungleichgewichte, entstanden durch die Lüge, dass Reiche immer reicher werden dürfen, ohne dass sie sich um den Rest der Gesellshaft sorgen.

Irgendwann werden die Mistgabeln auftauchen und der große abgehängte Rest wird aufstehen und zumindest für eine kurze Zeit mit zwar unschönen Mitteln aber dennoch wieder ein annäherendes Gleichgewicht herstellen. Wollen wir das? Oder wäre es nicht an der Zeit, etwas intelligenter zu agieren in einer Zeit, in der wir alle Möglichkeiten und Mittel an der Hand haben. Aber vermutlich nicht. Denn es gibt genug, die daran und an der Lüge vom zwingenden Status Quo sehr gut verdienen.

Also dann, lassen wir uns weiter belügen. Bis wieder die ersten Villen brennen. Denn eins ist gewiss. Je mehr uns Politik und Wirtschaft verunsichern, umso egaler ist uns irgendwann was noch wahr und was gelogen ist. Wenn es genügend Menschen schlecht genug geht, wird der Aufstand unabwendbar sein. Das konnten und können wir in anderen Ländern mit schlechterer wirtschaftlicher Situation beobachten. Nur vergessen offensichtlich zu viele Geldadlige, dass die Geschichte zeigt, dass oft der Adel zuerst dran war, wenn es ans Umverteilen ging.

 

 

Warum Psychotests oft nur Vodoo Science sind.

Der Myers Briggs Test wird überbewertet. Nicht unbedingt überraschend. Ebenso wie Neurolinguistisches Programmieren und viele andere Pseudotestverfahren kommt da eine Methodik hochwissenschaftlich daher, die wenn man das ganze mal genauer hinterfragt, doch zumindest mit Vorsicht zu genießen wenn nicht gar völliger Humbug ist.

Warum aber werden solche Test und Methodiken dann immer noch und, was ich für besonders schlimm halte,insbesondere  für die Auswahl von Bewerbern eingesetzt? Vermutlich ist ein Grund, dass dahinter eine Kommerzmaschinerie steckt, die an diesen Tests einge goldene Nase verdient. Dass dann der Myers Briggs Test von einer Hausfrau ohne jeden wissenschaftliche Ausbildung und deren Tochter stammt, wird geflissentlich verschwiegen.
Hauptsache, das ganze klingt nach der Möglichkeit, Menschen in Schubladen zu pressen und zu vermessen. Dass das sowohl menschenunwürdig als auch unrealistisch ist, wird vergessen. Der Mensch ist nicht so einfach zu vermessen. Das hätten zwar die Controller unter den Personalern gerne. Das geht aber schlicht nicht, und dass viele Coaches und Trainer das behaupten, macht die Sache nicht wahrer.

Und das neurolinguistisches Programmieren keinerlei wissenschaftliche Basis hat, ingoriert man ebenfalls, denn mit den Trainings und den Folgeschulungen lässt sich prima Geld machen.

Bei all dem ist eines klar. Es besteht kein Interesse an der Person, sondern nur an der wirtschaftlichen Vermessung des Bewerbers, um möglichst dem Unternehmen den maximalen Gewinn zu bieten, statt den Bewerber und die optimale Stelle zusammenzubringen. Und wie schlecht solche Tests funktionieren haben sicher viele meiner Leser schon erlebt, wenn sie mit schwierigen Vorgesetzten oder Kollegen zu tun hatten und sich fragten, wie der oder die an diese Stelle gekommen ist.

Oh, und falls euch jemand mit der Argumentation kommt: Aber es funktioniert doch. Sicher, wenn derjenige viel Geld dafür hingelegt hat und seine oder ihre berufliche Zukunft darauf aufbaut, dann wird er einen Teufel tun, hier noch zu zweifeln. Aber wie schon gesagt, eine Wirksamkeit ist NICHT nachgewiesen. Bzw. doch, eine schon. Die Geld aus der Tasche und Goldene Nase verdien Wirksamkeit.

Es gibt noch sehr viel Grund, ein Skeptiker zu sein. Leider.