re:publica 2011, die Voranmeldung läuft

Es ist soweit, seit heute kann man die Early Bird Tickets für die re:publica 2011 ordern, die vom 13-15. April erneut im Friedrichstadtpalast in Berlin stattfindet.
Also los, bucht, bloggt, verbreitet die Botschaft. Und ansonsten sehen wir uns im nächsten Jahr in Berlin. Meine Anmeldung ist schon erledigt, mein Early Bird Ticket hab ich bereits..

Schmeiss das Tablet weg, hol dir ein Notizbuch

Ok, ist etwas provokant, dieser Titel. Aber er hat einen sehr interessanten und sehr wichtigen Hintergrund.
Menschen, die jeden Tag in der IT arbeiten, vergessen oft, daß Technologie und speziell Computersysteme für die Mehrheit der Menschen immer noch etwas ist, was man nutzen muss, was einem eher Zeit raubt, als es bringt und für viele eher Spielzeug, wenn es sich nicht um den Bürocomputer auf dem Schreibtisch handelt.

Sofern man also nicht direkt in einem IT Unternehmen arbeitet, das sich mit der Herstellung neuer IT Hardware oder Software für den Verkauf an Kunden befasst, sondern in einem IT Dienstleister eines Konzerns, dessen Kernkompetenz nichts mit EDV zu tun hat gilt: Weg mit der IT im Alltag mit dem Kunden!
Auch wenn dadurch das eigene Arbeiten ineffizienter wird, gilt es zu beachten, welchen Eindruck man mit seinem Arbeitsmittel macht.

Sitze ich in einer Besprechung mit Fachbereichen und nicht Informatikern, erwecke ich mit einem Tablet PC oder bereits mit einem elektronischen Kalender im Smartphone den Eindruck „der will ja nur spielen“.
Hier empfehle ich, auch wenn es zum Teil nur Tarnung ist, einen eleganten, durchaus moderenen aber rein papierenen Notizblock oder noch besser, ein Sammelsystem, das auch die beliebten losen Zettel aufnimmt, die gerne auf Meetings verteilt werden. (Sehr elegant und mit einer gut getarnten aber gewitzten Lösung bieten sich z.B. die Taschenbegleiter von Roterfaden an, oder für den, der es noch schlichter mag, ein Notizbuch von moleskine). Und wenn ich die Notizen wirklich digitalisieren will, dann empfiehlt sich ein Blick auf die Seite von Livescribe. Dort gibt es den Smartpen Echo, der das, was geschrieben wird, auch noch akustisch aufzeichnet und den Text der geschrieben wird erfasst.
Man kann so geschriebene Texte sehr einfach in PDF umwandeln und mit dem neuen Modell sogar per Schrifterkennung voll zu digitalisieren.
Wichtig ist aber stehts: Die IT muss unsichtbar sein, so lange nicht die grosse Mehrheit der Mitarbeiter eines Unternehmens sehr IT affin ist.

Es gibt immer noch eine grosse Diskrepanz zwischen den Möglichkeiten zum effektiveren Arbeiten, die die neue Technik bietet und der Rezeption meiner Person im täglichen Büroumfeld. Will ich mich nicht wirklich zum Geek und Technikfreak stilisieren, so bin ich gut beraten, meine Arbeitsmittel zu „verstecken“ bzw. Medienbrüche hinzunehmen, um die Akzeptanz beim Kunden zu erhöhen.
Insofern mache ich oft mit einem eleganten klassischen Notizbuch und einem hochwertigen Kugelschreiber oder Füller einen besseren Eindruck, als mit der neuesten und extrem effizienzsteigernsten IT wenn sie von der Mehrheit der Menschen in meinem Umfeld nicht verstanden und deshalb als Spielzeug abgetan wird.

Und nicht den gleichen Fehler beim papiernen klassischen Notizwerkzeug machen, wie bei den technisch fortschrittlicheren „Artgenossen“. Nicht bunt und modern sondern klassisch und schlicht im Design. Wie auch bei technischen Geräten gilt hier: Funktionalität und Eleganz vor Design und protzen mit Features.

Das soll aber nicht heissen, dass ich neue Technologien ablehne. Im Gegenteil, nur muss man halt gerade als zukunftsorientierter, technologieaffiner Mensch oftmals doppelt drüber nachdenken, ob das eigene Umfeld bereits intellektuell so weit ist, die Chancen und den Nutzen einer neuen Technologie zu erkennen.

Das Fernsehen ist als nächstes dran. Verteilungskämpfe 3.0

Was haben wir nicht schon alles vom Untergang des Abendlandes gehört. Als die Musikindustrie sich damit konfrontiert sah, daß man Musik auch ganz ohne überteuerte CDs im Netz vertreiben kann, sah sie den Untergang des Abendlandes gekommen und forderte DRM auf alles und jeden .. Das hat sich nun Gott sei Dank erledigt und ich kann mir bei Amazon eine ganze CD zu einem vernünftigen Preis und OHNE DRM kaufen.

Die Verlage sind da noch nicht so weit, die glauben immer noch, ein abgesperrtes DRM verseuchtes Format würde ihnen ihre Pfründe sichern. Hier muß noch ein grosses Umdenken stattfinden, ansonsten machen EBooks nicht wirklich Sinn.

Aber jetzt kommt der nächste grosse Lacher. Da erdreistet sich doch nun auch noch Google, TV via Internet anzubieten und zwar jenseits der Monopolisten.
Wie kann Google nur auf eigene Faust so etwas tun. Schon ziehen sich die grossen US Anbieter schmollend in ihre Ecke zurück entziehen Google den Zugang zu ihren Programmen und verwandeln sich so zu den ewig gestrigen, die sich in der neuen Welt der Digital Natives outen als Monopolisten, denen lediglich am Profit gelegen ist. Hallo, wacht auf, das Netz ist jetzt schon für eine ganze Generation attraktiver als euer überkommenes Einweg Fernsehen auf dem geistigen Niveau eines Einzellers. Entweder, ihr akzeptiert, daß die Welt sich ändert, oder auch ihr werdet erleben, wie euch eine ganze Generation an internet affinen, kritischen Usern verloren geht. Wir brauchen euer mieses Fernsehprogramm nicht. Aber ihr braucht uns. Als Kunden. Also bietet auch etwas. Sonst sind wir weg und machen unser eigenes Ding. Das hat schon bei Musik geklappt, bei EBooks müssen die Konzerne noch lernen aber auch das TV muss sich wandeln, um zu bestehen.

Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft, eine Vision wie es sein könnte

Computerwoche berichtet über den IT-Arbeitsplatz der Zukunft:

Erwartungen zu konservativ – Centracon-Studie: Der IT-Arbeitsplatz der Zukunft – computerwoche.de.

Interessante Aspekte, aber das ganze ist mir nicht tief genug und geht mir nicht weit genug. Deshalb hier mal die Beschreibung, wie ich mir meinen IT-Arbeitsplatz der Zukunft vorstellen und wünschen würde.

Basis ist ein Notebook, dessen Monitor abnehmbar ist und als Tablet dienen kann. Diesen docke ich im Büro in eine Docking Station mit grossem Monitor und Volltastatur um damit Softwareentwicklung zu betreiben.

Mein OS läuft hauptsächlich über die Cloud (z.B. Jolicloud) und ich habe meine gesamten Daten über ein Werkzeug wie Wuala oder Dropbox im Netz. Darüber wird auch mein Smartphone synchronisiert, so daß ich die wichtigsten Unterlagen stets auch via Smartphone dabei habe. Über VPN und UMTS kann ich von jedem Ort der Welt über einen sicheren Tunnel auf meine Entwicklungsumgebung und das Büroinformationssystem zugreifen, so daß egal wo ich mich aufhalte, ich an meiner Softwareentwicklung arbeiten kann.

Insofern besitze ich im Büro auch keinen festen Arbeitsplatz mehr, sondern wähle mir abhängig davon, ob ich überhaupt im Büro arbeiten möchte (ich arbeite in der Zukunft ziel- und ergebnisorientiert, nicht nach festen Arbeitszeiten) einen Raum mit entsprechender Ausstattung, suche ein Coworking Office auf oder bleibe gleich zu hause und vereinbare Meetings via Videokonferenz, für die ich auch den heimischen Grossbildfernseher und eine darin installierte hochauflösende Kamera nutzen kann, sowie ein Whiteboard, auf dem dann gemeinsame Entwicklung stattfinden kann.

Im alltäglichen Miteinander kontaktiere ich meine Kollegen via Social Network, vernetze mich mit Experten abhängig vom Projektauftrag oder tausche mich mit anderen Entwicklern aus. Twitter und Facebook sind für mich integraler Bestandteil auch meiner Businesstätigkeit um schnell an Informationen zu kommen und Kontakte zu knüpfen.

In einem unternehmensweiten Wiki werden Projekte und Technologien dokumentiert und meinen Projektfortschritt dokumentiere ich wie auch die anderen Kollegen meines Teams in einem Projektblog.

So in etwa erträume ich mir das….. Mal sehen, was davon in Zukunft Realität sein wird.

Wie viele Mitarbeiter benötigt ein Unternehmensblog?

Eine wichtige Frage, die sich immer dann stellt, wenn ein Unternehmen die ersten Schritte in Richtung Social Media geht.

Und sie ist insofern elementar, da nur ein Blog, das auch regelmässig mit neuen Beiträgen bestückt wird, für den Kunden interessant wird.

Am Anfang steht allerdings die Klärung einer Frage: Was soll mein Blog präsentieren?

Es gibt hier verschiedene Ansätze:

1) Das Produktinformationsblog

Hier kann ggf. ein bereits vorhandener Bereich innerhalb des Marketings diesen Part mit übernehmen bzw. das Thema kann dann ggf. sogar outgesourct werden. Da es hier im faktische Produktinformationen geht, benotigt das Blog kein weiteres Staffing.

2) Der „Blick ins Unternehmen“

Hier sollten zumindest ausgewählte Mitarbeiter aus dem täglichen Business bloggen dürfen, denn es wäre unglaubwürdig, würden hier nur Artikel aus einer Quelle erscheinen. Man muss immer bedenken, ein Blog ist kein herkömmliches Printmedium. Es geht um Authentizität und Inhalte.

3) Der Mitarbeiterblog

Hier hängt alles davon ab, wie gross die erlaubte „Gemeinde“ von Bloggern ist. Und um es gleich vorab zu erwähnen: Zuvor benötigt es Social Media Guidelines, um die Beiträge der Mitarbeiter nicht permanent kontrollieren zu müssen, ob darin ggf. Betriebsgeheimnisse verraten werden oder rechtlich bedenkliches gebloggt wird.

Das ist nur ein kleiner Überblick in drei Granularitätsstufen aber allen dreien gemeinsam ist:

Es werden auf jeden Fall neben den eigentlichen Autoren mind. 4 Mitarbeiter benötigt. warum gerade 4? Nun zwei Mitarbeiter (auch aus Gründen der Urlaubs- Krankheitsvertretung), die sich um die Technik kümmern, Updates einspielen, Designs anpassen etc. und zwei Mitarbeiter, die quasi die Redaktion darstellen und dafür Sorge tragen, dass auf jeden Fall in regelmässigen Abständen Artikel erscheinen, ggf. proaktiv auch selbst mal einen Artikel einstellen und sich um die Verbreitung innerhalb z.B. Facebook und Twitter kümmern.

Und diese Mitarbeiter benötigen vor allem auch entsprechende Schulungen in Fragen des Umgangs mit Social Media. Plattes Marketing funktioniert dort nicht. Und die Reaktionszeiten, die dort eingefordert werden, bedingen, dass Mitarbeiter in diesem Bereich relativ autonom posten dürfen, um zum Beispiel auf negative Kommentare reagieren zu können. Wobei das um Gottes Willen nicht heißt, Kommentare unüberlegt zu löschen. Rechtsverstösse dürfen natürlich entfernt werden aber offene Kritik muß auch mit offenem Visier begegnet werden. Im Blog und im Social Web ist der Kunde auf dem gleichen Niveau wie das Unternehmen. Und damit ist das Unternehmen auch viel schneller Kritik ausgesetzt. Auch hierfür muss Personal bereitstehen, um zeitnah und adäquat zu reagieren. Und bitte beachten, ich spreche nicht von Posten, sondern von Personen, die sich mit dem Thema befassen. Natürlich wird das nicht beständig eine Aufgabe mit 100% Auslastung sein. Aber es sollten die beiden „Rollen“ jeweils mit zwei Personen gesetzt sein, damit auch bei Krankheit das Thema Social Media nicht unbeobachtet bleibt.

Innovation kann man nicht verordnen

Innovation findet in vielen Unternehmen immer noch nach dem „wir verordnen das, dann klappt das auch“ Prinzip statt. Da wird ein Prozess aufgesetzt, unterfüttert von vielen Excel Tabellen und Datenbanken, mit mehreren Freigabeinstanzen für neue Ideen.

SO GEHT DAS NICHT. Innovation ist nicht verordenbar. Innovation hat etwas mit Kreativität zu tun. Und das ist, speziell in stark verwaltungsgetriebenen Betrieben ein rotes Tuch. Kreativität hat auch etwas mit Spielerischem,  mit nicht sofort sichtbarem ROI zu tun. Und die üblichen Manager der heutigen Generation brauchen Zahlen. Aber leider lässt sich Innovation nicht in Zahlen packen. Innovation entsteht in Freiräumen,  in denen der Mitarbeiter eben nicht an seinen Kennzahlen gemessen wird. Flow, also das selbstvergessene und oftmals hochkreative Arbeiten an einem neuen Thema klappt dann am besten, wenn kein Erbsenzähler mit Stoppuhr und Excel Sheet hinter einem steht. Die Kultur der 20% zur eigenen Verfügung oder der abgeschafften Zeiterfassung in manchen Unternehmen ist keine reine Menschenfreundlichkeit sondern vielmehr der Erkenntnis geschuldet, dass wir heute gerade mit den kreativen Köpfen unsere Marktvorteile erreichen. Die Produkte sind in allen Branchen austauschbar geworden, nur die kreative, besondere Idee kann ein Unternehmen da noch hervorheben oder das neue, innovative noch nicht dagewesene Produkt.

Wie heißt es so schön in Schillers Don Carlos: „Sire, gebt Gedankenfreiheit“.

Recht hat er, nur der freie Geist kann auch neues erfinden. Der eingezwängte, überwachte Geist versucht lediglich das zu erreichen, was von ihm mit der Stoppuhr in der Hand erwartet wird.

Sind Location based Services der Tod des kleinen Händlers um die Ecke?

Eine Diskussion auf Facebook brachte mich auf dieses Thema. Dort hatte ich gepostet:
„Im Spielwarenladen genau das Fischertechnik Set finden, das man sucht: Gut. Mit dem Smartphone den Barcode scannen und den Preis bei Amazon finden, besser. Online bestellen und 40 !! Euro sparen. Unbezahlbar….. Wer jetzt noch fragt, wozu so ein Smartphone gut ist………..“

Es entspann sich eine Diskussion, ob solch ein Verhalten nicht die lokalen Händler zum Verschwinden bringt.

Dazu habe ich eine klare Meinung, die aber auch etwas mit Moral und Nachdenken zu tun hat. Ich nutze häufig den Barcode Scanner meines Smartphones, um herauszufinden, ob ich ein Produkt nicht woanders oder online günstiger bekomme.

Das ist aber nicht wirklich neu, nur dauerten solche Preisvergleiche früher länger und ich musste länger suchen. Letztlich gab es diese Art des Preise vergleichens schon lange, nur beschränkten sie sich früher meist auf grössere Städte, in denen es grössere Konkurrenz gab.
Jetzt aber, auch wiederum dank des Internets müssen auch die Händler in kleineren oder Mittelstädten mit den Geschäften in der Stadt und auch den Onlineshops konkurrieren.
Für mich ist das legitim. Wenn ich einen Preis sehe, der deutlich über dem Schnitt der Preisvorgaben der Umgebung liegt, kaufe ich nicht, ob ich diesen Preis nun aus verschiedenen Prospekten oder online kenne.

Was ich aber viel spannender finde, ich kann auch etwas über die Herstellung des Produkts, die ethischen und moralischen Aspekte des Unternehmens herausfinden.
So ist es auch schon das eine oder andere Mal geschehen, dass ich beim lokalen Händler zu einem teureren Produkt gegriffen habe, weil das teurere Produkt ohne Kinderarbeit, ohne Schadstoffe oder ohne lange Transportwege auskam. Es werden eben nicht nur die Preise transparenter sondern auch die Herstellungshintergründe.

Und ob ich nun bei der lokalen Filiale einer Spielwarenhandelskette das Produkt überteuert kaufe oder im Internet günstiger. Da muss ich sagen, halten sich meine Skrupel in Grenzen. Ich hoffe, alle wissen dass z.B. viele der angeblich so günstigen Produkte des Elektromarktes mit dem M am Anfang in Wirklichkeit sogar bei lokalen kleinen Elektrohändlern billiger sind.

Kaufen hat neben dem Aspekt des Preises immer auch einen moralischen und einen ethischen Aspekt. Und denn kann mir niemand abnehmen, aber Werkzeuge wie barcodescannerbestückte Smartphones können mir die Entscheidung einfacher machen.

Und der kleine Spielwarenhändler nebenan hat nicht nur meine Sympathie sondern auch mein Geld. Denn dort wird nicht nur verkauft, sondern auch beraten und Service geboten. Bei den Ketten ist das aber beschränkt auf Ware geben, Geld nehmen….. Dort sind die Unterschiede im Service zum Onlinedienst nur noch marginal.