Rezension Queenig & Spleening?! Wie die Engländer ticken

Buch
ISBN: 978-3-468-73847-0
Autor: Nina Puri
176 Seiten, kartoniert, 286g, 15x126x191mm

Es gibt, Reiseführer, und es gibt Bücher wie Queenig & Spleenig?! von Nina Puri erschienen bei Langenscheidt. Als gebürtige Engländerin, die jetzt in Hamburg lebt weiß sie, wovon sie schreibt. Und das spürt man in diesem überaus amüsanten und nicht immer ganz ernst gemeinten Buch, das uns in die Denkweise und den Lebensstil des typischen Engländers einführt.

Wer schon immer das Gefühl hatte, Monty Python entspräche doch sehr dem typisch britischen Lebensstil, ja, der liegt gar nicht so falsch. Mit liebenswerten Beispielen und so manchem nicht ganz so rühmlichen Vergleich mit deutschen Neurosen zeigt Puri wie die Engländer ticken. Von den besonderen Essensgewohnheiten (ich erinnere nur an spezielle Anwendungen von Essig bzw. der nicht immer eindeutigen Bedeutung von Pudding) bis hin zu Sprache (die upper class spricht oft upper als sie sich kleidet)  werden die typischen Besonderheiten und Eigenarten der „Engländer“ liebevoll und mit einem Augenzwinkern vorgestellt.

Meine Frau, die das Buch vor mir durchgelesen (verschlungen wäre das treffendere Wort) hat, meinte: „Hätte ich das Buch damals vor unserem Schulaufenthalt in England gehabt, wäre einiges anders gelaufen.“

Puris Stil ist locker, ohne salopp zu wirken, sie nutzt englische Begrifflichkeiten, erklärt diese aber stets ausführlich. Dabei werden die Beispiele stets an Alltagssituationen erklärt und oft mit einem Augenzwinkern Richtung unwissendem Touristen dargestellt. Denn vieles, was uns am Engländer merkwürdig erscheint resultiert weniger aus Spleeningkeit als aus Unwissenheit um die Rituale, die man als Tourist nicht wirklich kennenlernt

Alles in allem ist „Queenig & Spleenig !?“ ein amüsant kurzweiliger Blick in die Britische Seele, in Rituale und Gesellschaftsregeln, die uns manchmal ebenso merkwürdig vorkommen dürften, wie Engländern unsere Vorliebe für Dirndl, Wurst, Brot, Ordnung, Pünktlichkeit.

Denn, wer von euch Völkern ohne Neurosen ist, schreibe das letzte Buch.

Insgesamt gebe ich dem Buch  [xrr rating=5/5] 5 von 5 möglichen Punkten und kann es jedem, der eine Reise nach England plant oder Engländer in seinem Freundeskreis hat nur unbedingt ans Herz legen.

Mein Dank gilt dem Langenscheidt Verlag für die Bereitstellung und Bloggdeinbuch für die Vermittlung dieses Buches, bei dessen Rezensionslektüre nicht nur ich sehr viel Spaß hatte.

 

 

Rezension Praxiswissen Joomla! 2.5

Praxiswissen Joomla! 2.5
Tim Schürmann
2. Auflage März 2012
ISBN 978-3-86899-107-9
920 Seiten, inkl. CD-ROM, Klappenbroschur
EUR34.90
eBook Ausgabe:
Praxiswissen Joomla! 2.5 (eBook-Bundle: PDF + EPUB)

Nachdem ich einige Auftritte auf der Basis von Joomla betreue, ist für mich ein umfassendes Buch zu Joomla naturgemäß interessant. Dabei brauche ich vor allem auch die etwas tiefer gehenden Informationen zu Plugins und Erweiterungen und interessiere mich für den einen oder anderen Tipp und Trick. All dies versammelt das Buch Praxiswissen Joomla! 2.5.

Dabei versucht das Buch den Spagat von den ersten Schritten mit Joomla 2.5 bis hin zu Tipps und Tricks, die den Leser unter die „Motorhaube“ dieses mächtigen Content-Management Systems blicken lassen.

Grundlagen werden in den ersten zwei Teilen gelegt. Hier wird die Installation von Joomla, die Konfiguration und das Erstellen von Inhalten mit Joomla beschrieben. Mit vielen Screenshots und Erklärungen wird es dem Einsteiger leicht gemacht, eine vollständige Joomla Installation auf die Beine zu stellen. Danach folgen ab dem dritten Teil die Tipps und Tricks, der Blick unter die Motorhaube. Von Erweiterungen von Joomla bis hin zur Erstellung von eigenen Modulen wird hier der ganze Bereich „Joomla für Fortgeschrittene“ abgedeckt.

Wer also mit Joomla startet, aber auch später noch den einen oder anderen Tipp bekommen möchte oder gegebenenfalls später mit der Entwicklung eigener Plugins weitermachen möchte, ist dieses Buch genau das richtige. Natürlich wird ein Grundverständnis von PHP und allem, was mit dem Erstellen von Webauftritten zu tun hat vorausgesetzt. Aber der Anspruch des Buches ist auch nicht, alles zu erklären, sondern insbesondere den Start mit Joomla zu erleichtern.

Ergänzt wird das Buch durch eine DVD, auf der neben allen Programmbeispielen und dem Archive von Joomla 2.5 inklusive eines Xampp Server auch noch ein Videotutorial zur Installation und Konfiguration von Joomla vorhanden ist.

Die Sprache des Buches ist klar verständlich, viele Screenshots erleichtern zusätzlich die Lektüre. Gerade für den Joomla Neuling mit Ambitionen für weitere Schritte kann ich dieses mit knapp 900 Seiten sehr umfassende Buch nur empfehlen und gebe 4 von 5 möglichen Sternen.

Danken möchte ich Bloggdeinbuch und dem Verlag O’Reilly für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, dessen Inhalt auch mir noch den einen oder anderen Tipp und die eine oder andere neue Idee gegeben hat.

 

Praxiswissen Joomla! 2.5

Tim Schürmann

2. Auflage März 2012
ISBN 978-3-86899-107-9
920 Seiten, inkl. CD-ROM, Klappenbroschur
EUR34.90

eBook Ausgabe:

 

Mein Fazit nach vier Wochen mit dem Galaxy S3

Das S3 ist für mich das neue Referenzmodell im Bereich Oberklasse Smartphones

Zunächst: Ja, ich kann es uneingeschränkt zum Kauf empfehlen.

ABER: Nur dann, wenn ihr plant, ein neues High End Smartphone anzuschaffen. Wer bereits ein Smartphone wie das Galaxy Nexus oder das SII hat, der kann durchaus noch warten.

Ja, das S3 läuft performant und die 4.04 Oberfläche von Icecream Sandwich flutscht nochmal deutlich besser. Aber die Sprünge sind, zumindest nach meinem Geschmack nicht so hoch, dass ein Wechsel lohnt. Zumal nach neuesten Aussagen auch das SII noch in den Genuß von Jellybeans kommen wird.

Nichts desto trotz ist das Galaxy S3 für mich DAS Top Smartphone überhaupt und wer auf Highend, umfangreiche Features und intelligente Erweiterungen Wert legt, macht mit dem Erwerb mit Sicherheit nichts falsch.

Was mir im Besonderen gefallen hat. Das Smartphone reagiert überall sehr flüssig, da ruckelt gar nichts mehr. Die Samsung spezifischen Erweiterungen wie zum Beispiel die Gesichtserkennung um den Schlafmodus zu vermeiden oder verschiedene Gesten, die bestimmte Funktionen auslösen, machen ausgesprochen viel Sinn und auch Spaß. Selbst anspruchsvollste 3D Spiele steckt das Smartphone ohne Ruckeln locker weg.

Das Display ist brilliant, die Farben kräftig und die Leuchtkraft macht auch ein Ablesen im Freien möglich.

An die glatte Plastikhülle des weißen Geräts habe ich mich schnell gewöhnt, dennoch finde ich, sie sieht irgendwie etwas billig aus. Da wäre meiner Ansicht nach eine matte Hülle besser gewesen. Sehr schön fand ich kleine Details wie die Hardware Buttons, die dem Bildschirm doch einiges an nutzbarem Raum zurückgeben.

Danke nochmals an Simyo für die Bereitstellung des Testgeräts.

Mein Buchtipp und eine Rezension: Mein Kind auf Facebook

Wirklich empfehlenswert und auch für Eltern sind viele neue Infos dabei, die sich schon auszukennen glauben.


Ja, dieser Text wurde auch bei Amazon veröffentlicht, aber ich muß es einfach hier nochmal wiederholen. Für mich der Social Media Buchtipp für Eltern schlechthin:

Selten begeistert mich ein Buch, aber dieses tut es. „Mein Kind auf Facebook“. Fundiert, dabei in einem angenehmen Schreibstil, den Eltern wie Kinder lesen können und ohne gleich die große „Facebook ist böse“ Keule zu schwingen, beschreiben die Autoren, wie man sich sicher und sinnvoll auf Facebook bewegt. Dabei gehen sie auch auf Details ein, die so manch ein anderer Autor vergessen hat. Wie behandle ich Gewinnspiele auf Facebook? Was steckt hinter all den kostenlosen Spielen?

Durchwoben von vielen Beispielen und üppig illustriert fühlt man sich als Leser auch dann gut informiert, wenn man geglaubt hat, schon alle Fallstricke auf Facebook zu kennen.

Dabei ist das Buch nicht ausschweifend sondern präsentiert kompakt und dennoch vollständig, was es bei Facebook zu beachten gilt. Zeichen der Aktualität, auch die neue Timeline wird im Buch behandelt. Wer dieses Buch erwirbt, bekommt den idealen Leitfaden, um seinen Kindern eine sichere Nutzung von Facebook zu ermöglichen.

Und auch die Eltern lernen durchaus noch den einen oder anderen Kniff und erfahren neues.

Ohne wenn und aber ist dieses Buch seine 5 Sterne wert.

Danke für dieses Fundstück!

Rezension Social Location Marketing

Es besteht immer noch in weiten Bereichen die Meinung, Dienste wie Foursquare oder Google Places wären reine Spielerei ohne Mehrwert für Unternehmen.

Hier bietet das Buch „Social Location Marketing: Erreichen Sie Ihre Kunden mit Lokalisierungsdiensten von Simon Salt die Möglichkeit, insbesondere für Einsteiger in die Welt der Checkins und des Location Sharing zum einen einen tieferen Einblick in die Dienste und ihre Möglichkeiten zu gewinnen, zum anderen anhand von Praxisbeispielen bereits erfolgreiche Kampagnen mit Location based Services kennenzulernen.

Dabei wendet sich das Buch inhaltlich wirklich vor allem an Einsteiger, denn es werden kurz die Grundlagen der Idee Social Media vorgestellt, um dann eben jene Dienste zu präsentieren, die auf dem Bekanntgeben der Lokation des Nutzers basieren. Foursquare, Gowalla (ja, hier ist das Buch inaktuell, das ist aber wohl eher dem schnellen Wandel der Szene geschuldet) Facebook Locations und andere werden vorgestellt und auch der Neuling erhält einen tieferen Einblick in die Funktionalität und die Möglichkeiten der Apps. Der wenn man so will dritte Teil wiederum präsentiert schließlich anhand aktueller echter Umsetzungen, was man als Unternehmen aus den Lokationsdiensten an Nutzen gewinnen kann.

Salt schreibt in einem sehr gut lesbaren Stil, wirkt dabei nie oberlehrerhaft und nutzt handfeste Praxisbeispiele, um dem Leser die Möglichkeiten klar und leicht verständlich vor Augen zu führen. Das Buch gibt meiner Ansicht nach einen umfassenden Einblick in Social Location Marketing und zeigt dabei auch die Kultur und das kulturelle Denken der Community auf,  das bei keiner Social Media Aktivität außer acht gelassen werden sollte.

Alles in allem ein gelungenes Buch für den Einsteiger, der erfahrene Nutzer, der bereits die Dienste und Begrifflichkeiten kennt und nutzt wird wohl nur aus den Beispielen tieferen Nutzen ziehen.

Daher meine Wertung 4 von 5 möglichen Punkten aber auf jeden Fall ein Einsteigerempfehlung

Kundenservice, wie er sein sollte am Beispiel Ultrasport lest und lernt ihr Renditemanager

trampolin
Unser Trampolin

Vor knapp einem Jahr hatten wir uns für die Kinder und ja, auch für uns Eltern ein großes Trampolin bei Amazon bestellt. Schon in diversen Urlauben und Ausflügen zuvor hatten wir bemerkt, wie begeistert alle drei auf jedes Trampolin geklettert waren, das sie irgendwo fanden.

Nach intensiver Recherche viel die Wahl auf das Ultrafit von Ultrasports, auch wegen der geknickten Stützen, die das ganze noch etwas stabiler machen und dem Schutznetz, das im Gegensatz zu vielen anderen die Sprungfläche nicht einengt, sondern stabil am Rand befestigt ist. Ein Jahr wurde das Trampolin von den Kindern intensivst genutzt, aber im April diesen Jahres brach plötzlich eine der Stützen an der waagerechten Verlängerung.

Das kann nun immer mal passieren, allerdings konnten wir unsere Rechnung dafür nicht mehr finden.

Wir gingen, wie ja bei den meisten Unternehmen üblich, von diversen Problemen mit der Reklamation aus, doch dann die Überraschung.

Nachdem meine Frau beim Hersteller anrief, stellte sich heraus, dass nur ein Bild des Schadens sowie die genauen Maße und der Typ benötigt würden. Auf die Bemerkung, es läge uns keine Rechnung mehr vor meinte der nette Mitarbeiter von der Hotline, das mache gar nichts, wichtig wären nur Foto und Maße. Als meine Frau dann Bild und  Daten an die vom Hotline Mitarbeiter angegebene EMail Adresse gesendet hatte (dies abends) war zu unserer Verblüffung bereits am nächsten Morgen um 7:30 die Bestätigung da, dass jetzt alle Infos vorlägen und demnächst das Ersatzteil geliefert würde.

Und tatsächlich, zwei Tage später kamen die benötigten Ersatzteile inklusive Lieferschein und tatsächlich wurde uns der Schaden ohne großen bürokratischen Aufwand ersetzt.

Selten war ich zufriedener mit der Wahl einer etwas „teureren“ Firma für ein Sportgerät als bei diesem Trampolin. Hervorragender Service durch sehr freundliche Mitarbeiter, dazu mit einer Geschwindigkeit, die ich so noch nicht erlebt habe.

Denn was mich wirklich begeistert hat, ist die Geschwindigkeit und die unbürokratische Reaktion von Seiten des Herstellers. Das ist für mich wirkliches Kümmern um den Kunden, auch wenn er bereits gekauft hat. Oder man könnte es auch so formulieren. Durch ihr Vorgehen hat mir die Firma Ultrasport vermittelt, dass ich nicht nur als Verbraucher für sie interessant bin, sondern auch wenn ich als deren Kunde bereits gekauft habe und „nur“ ein Ersatzteil wünsche.

Da kann sich so manch anderes Unternehmen eine große Scheibe davon abschneiden. Denn bei den meisten Firmen habe ich eher den Eindruck, das einzige, was sie an mir als Kunden interessiert ist, wenn ich etwas kaufe, danach beschränkt sich der Service oft darauf, gleich einen Neukauf zu empfehlen.

Insofern kann ich aus voller Überzeugung für jeden, der sich die Anschaffung eines Trampolins überlegt die Marke Ultrasport ohne wenn und aber empfehlen. Selten passiert es, dass ich so begeistert bin, aber hier gibt es Grund genug.

Denn es kann immer mal passieren, dass auch ein Qualitätsprodukt kaputt gehen kann. Aber dann ist der Kontakt mit dem Kundenservice der Lakmustest, ob hier der Kunde nur als Melkkuh gesehen, oder als Kunde ernst genommen wird. Und das hat Ultrasport in meinen Augen geschafft.

Eine Auswahl der Geräte könnt ihr übrigens bei Ultrasport direkt sehen. Unseres ist das mit 305cm Durchmesser.

Rezension: Der entfesselte Skandal

248, S., 28 Abb., 2 Tab., dt., ISBN: 978-386962-058-9, Monografie 19,80 EUR

Das Buch „Der entfesselte Skandal“ von Bernhard Pürksen und Hanne Detel verspricht im Untertitel: „Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter“.
Nun ist für mich gerade auch als Blogger durchaus interessant, welche Rolle das Netz und die Digitalisierung bei den aktuellen Skandalen spielt.
Aber leider versagt meiner Ansicht nach das Buch hier in weiten Teilen. Es fühlt sich vielmehr an wie eine dokumentarische Aneinanderung von Skandalen der jüngsten Vergangenheit, die dazu herhalten müssen, die These zu stützen, dass im digitalen Zeitalter die Kontrolle über das Geschehen und die Medien verloren wurde. Dabei fehlt mir aber in weiten Teilen die Substanz und gelegentlich gar das Verständnis für die Mechanismen der sozialen Netze.
In einer zum Teil sehr  wissenschaftlich verbrämten Sprache werden Beispiele für Skandale aneinandergereiht nachdem zunächst in einer für mich zu kurzen Form auf den Blogger als Auslöser eines Skandals und die digitalen Medien als Transportmedium eingegangen wird. Dabei ist es oft nicht der Blogger, der die Enthüllung betreibt, er gibt maximal den Anstoß, wenn er überhaupt so wichtig genommen wird. Immer noch sind es die klassischen Medien, die die dialektischen Schlammschlachten gegen Prominente führen. Es existieren sicher neue, schnellere Verbreitungswege, aber es ist die gleiche schon seit Jahrzehnten vorhandene Lust am Skandal und die kommerzialisierte Verbreitung der Skanalmitteilung, die den entfesselten Skandal erst auslöst.

Im Stil der Beschreibung schwingt stets der Unterton mit, der den Vorwurf gegen Blogger erhebt,effektheischend und um der Reichweite willen, Enthüllung zu betreiben. Hier wird völlig verkannt, dass es sehr viele Blogs gibt, denen es überhaupt nicht um Enthüllung geht. Es ist vielmehr so, dass wir es bei den enthüllenden Bloggern oft mit jenem Personenkreis, der ohne Internet auch mit Telefon oder Brief enthüllen könnte.
Die Skandalentfesselung wird zu stark auf die digitale Welt fokussiert, anstelle wirklich zu hinterfragen, woher die Skandalisierung und die Lust der Bevölkerung am Skandal rührt.

Insgesamt ein Buch, dass ein sicher spannendes Thema aufgreift, aber recht einseitig betrachtet und in weiten Bereichen eine wirklich objektive Betrachtung vermissen lässt. Zwar werden ab Seite 23. die Charakteristika des entfesselten Skandals aufgeführt, aber außer dem ersten Punkt, dass Initiatioren des entfesselten Skandals nicht mehr nur Journalisten sind, findet sich kein Argument, das einen wirklich neuen Aspekt hinzufügt. Und ich wage zu behaupten, dass auch heute noch nur ein sehr nah am Journalismus stehender Blogger mit der nötigen Relevanz einen wirklichen Skandal entfesseln kann, und auch er dazu der „klassischen Medien“ (noch) bedarf. Der Skandal an sich ist stets ein Ereignis, das durch die Multiplikation und die für die Öffentlichkeit nötig Relevanz getragen wird. Das Netz kann maximal aufdecken, ob der Skandal sich entfesselt, wird immer noch durch die Gesamtheit der Rezipienten bedingt.

Insgesamt ein eher enttäuschendes Buch, dass zwar einige interessante Skandale der Vergangenheit darstellt, aber eine wirklich fundierte Erklärung des Unterschieds der Skandale der (Offline-)Vergangenheit und der Gegenwart schuldig bleibt. Die Beispiele sind gut recherchiert,und die Analyse durchaus gelungen. ABER: Die eigentliche Entfesselung des Skandals hat wenig mit den Mechanismen des Internet zu tun, die hier lediglich eine gewisse Beschleunigung bewirken können. Vielmehr wäre zu hinterfragen gewesen, woher dieses große Interesse an Skandalen herrührt, und warum die Medien offensichtlich immer unreflektierter dieser Gier nach dem Skandal nachgeben.

Und zudem, letztlich ist jedes der Skandalbeispiele von einer gewissen globalen Relevanz. Was ist aber mit jenen Skandalen und Skandälchen, die eher lokal begrenzt entstehen, die sich nicht in der gesamten Öffentlichkeit abbilden?

Wegen der zum Teil zu wissenschaftlichen Sprache und einem gewissen Mangel  an Objektivität in der Analyse des Einflußes des Digitalen auf den Skandal ein Buch, dem ich nur 3 von 5 möglichen Sternen geben kann. Sollte es als Einstieg in die Skandalisierungswelt der digitalen Welt sein, wäre es ratsam gewesen, dies in einer etwas weniger wissenschaftlichen Sprache darzustellen, für den an tieferer Analyse interessierten Leser finde ich die Auswahl an Skandalen eher unglücklich gewählt .

Meine Wertung: [xrr rating=3/5]

Dank an www.bloggdeinbuch.de und den Herbert von Halen Verlag für das Rezensionsexemplar.