Und noch mehr Stress, und keine Änderung

Wieder wird berichtet, der Stress am Arbeitsplatz wächst und mehr Menschen leiden unter Burn Out. Aber es wird sich wieder mal nichts ändern.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen.

Die Arbeitgeber werden sagen, dass das nicht ihre Schuld sei, sie täten ja alles für die psychische Gesundheit und man dürfe nicht so verallgemeinern, das seien alles Einzelfälle und man könne doch über alles reden und gemeinsam eine Lösung finden.

Die Gewerkschaften werden demonstrieren und sich dann doch wieder hinter verschlossenen Türen mit Politik und Arbeitgebern einigen und die Presse wird wieder vermelden, dass man sich zum Wohle des Bürgers und Arbeitnehmers zusammengesetzt habe um eine freiwillige Selbstverpflichtung zu unterschreiben, die das Papier nicht wert sein wird, auf dem sie geschrieben ist. Kurz darauf werden die Arbeitgeber wieder vermelden, aus wirtschaftlichen Gründen müsse Personal abgebaut werden und die verbleibenden sollten doch froh sein, überhaupt noch Arbeit zu haben, es werden wieder Gehaltserhöhungen ausgehandelt werden, die gerade mal die Inflation decken, wenn überhaupt.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen……….

Deutschland reloaded.

Vom Irrtum der Richtigkeit. Warum vieles, was gut gemeint ist, nicht gut gemacht ist.

Man sieht es immer wieder. Da wird, mit den besten Vorsätzen etwas zu verbessern eine Maßnahme aufgesetzt, und wenn man nach einer gewissen Zeit nach hakt, ist eigentlich alles entweder beim alten geblieben, oder gar noch schlechter geworden.
Das gilt insbesondere bei Maßnahmen, die das Verhältnis von Mitarbeitern untereinander oder von Mitarbeitern gegenüber ihren Vorgesetzten betrifft. Bei verschiedenen Gesprächen und Interviews mit Mitarbeitern meiner Klienten fiel mir immer wieder auf, dass zwar eine Kultur des Verbesserungswesens existierte, meist aber Kritik an komplexen Prozessen nicht zu Vereinfachung sondern oft nur zu einer höheren Bürokratie führte.  Auch eigentlich gut gemeinte Maßnahmen zum Beispiel zur Weiterentwicklung des Mitarbeiters scheitern oft an  Machtstrukturen oder an Ressentiments gegenüber Veränderung.

Wir müssen uns klar werden. Oft braucht es keine Veränderung im Unternehmen, sondern lediglich die ernsthafte, konsequente UND ehrliche Umsetzung bereits bestehender Maßnahmen. Und die Kompetenz dafür an der richtigen Stelle. Wer Projekte leitet, leitet auch Menschen an.

Leider wird viel zu oft angenommen, dass alles, was vernünftigerweise angeordnet und eingeführt wird, auch von allen richtig umgesetzt wird. Und hier behaupte ich, das stimmt in maximal 50% der Fälle.

Viele beschränken sich aber auf das beständige Ausfüllen von Tabellen. Und viel zu oft wird Kritik gar nicht gewünscht, oder woher kam es denn wohl, dass zwar auf den unteren Ebenen des Flughafenprojekts schon lange alle Ampeln auf Rot standen, während der Aufsichtsrat immer noch maximal ein Gelb sah? Weil oft zwar gesagt wird, wir wollen offene Kommunikation. Aber wer  das dann wirklich ernst nimmt, hat meist leider immer noch mit negativen Konsequenzen zu leben und wer die Karriereleiter (oder besser, wie es von außen
tatsächlich aussieht, das Hamsterrad) nach oben will, der sollte um Gottes Willen nichts liefern,was sein Chef nicht hören will. Wir glauben, wir wären hier weiter. Sind wir aber nicht.

So lange in deutschen Führungsebenen immer noch  Angst und Druck als Führungsinstrument, und wenn auch nur bei ganz wenigen verwendet werden, werden die oberen Chefetagen NIEMALS die Wahrheit über ihr Unternehmen kennen. Wenn sie Glück haben, geht DENNOCH alles gut. Wenn das Schiff aber zu sinken beginnt, können sie sicher sein, die Mannschaft ahnte das schon lange…. aber sie wagte nicht mehr, etwas zu sagen.

Literaturempfehlung:

„Ich arbeite in einem Irrenhaus“, „Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus“ und die Kolumne in der ZEIT von Martin Wehrle

„Why work sucks and how to fix it.“ von Cali Ressler und Jody Thompson

Samsung S-Voice und Vlingo liefern Daten an die US Homeland Security!? Update: Wohl eher nicht!

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Spionieren neuere Samsung Smartphones durch Vlingo, das in S-Voice steckt den Nutzer im Namen der Homeland Security aus?

Wie Jörg Voss ja schon Anfang des Jahres entdeckt hatte, sandte die Software von Vlingo, die Sprachkommandos auf Smartphones interpretiert unaufgefordert an das Department for Homeland Security in die USA und spionierte damit die Nutzer aus.

Vlingo scheint daraus nicht wirklich gelernt zu haben, oder wird von den US Behörden immer noch zur Datenweitergabe gezwungen, denn wie Jörg jetzt erneut feststellte, sendet die Software S-Voice, die auf diversen Samsung Smartphones installiert ist und das Original von Vlingo weiterhin Daten an Reverse DNS Server der Homeland Security.

Bin gespannt, ob Samsung dazu Stellung bezieht. Das könnte sich zu einem ausgewachsenen Shitstorm entwickeln, denn so kann man nicht mit den Nutzern umspringen.

Interessant wäre jetzt auch noch, welche Smartphones sonst noch an die Homeland Security Daten senden, denn es ist zu vermuten, dass es sich hierbei nicht um ein Inselphänomen handelt. Und damit meine ich nicht nur Apple, sondern generell alle Smartphones, die Internet Zugriffe nutzen.

Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte zuallererst auf S-Voice und/oder Vlingo verzichten. Und generell sollte mal genauer geprüft werden, wohin die ganze installierte Software Daten sendet.

 

Update: Mobilegeeks hat da wohl noch etwas tiefer recherchiert, scheint sich schlicht um einen etwas schrägen Humor eines Admins zu handeln, denn die Domainnamen der reverse Proxies können nach Belieben eingerichtet werden, die betroffenen Server gehören offensichtlich NICHT der Homeland Security sondern Vlingo: Doch wohl eher nur Scherze eines Admins:

Von der Sucht des Optimalen

IH Mami, ein wirtschaftlich nicht fassbarer Wert. Nein mein Schatz, wir nennen es Natur.

Internetsucht, Magersucht, Alkoholsucht. Für mich sind das häufig nur Symptome einer immer perfektionistischeren Umwelt. Wir versuchen, alles zu optimieren, im Beruf werden wir wieder mit Zahlen und Tabellen kontrolliert und Berater werden eingekauft, die ohne die wirklichen Strukturen und  Experten im Haus zu kennen nach Schema F optimieren. Parallel haben Shows Hochkonjunktur, bei denen von den eigenen vier Wänden über die Finanzen bis hin zum Aussehen alles optimalisiert wird. Da kann der Otto Normalverbraucher nicht mithalten, rennt ins Fitnessstudio oder noch schlimmer zum Schönheitschirurgen.Und wer bei all dem Wahnsinn irgendwann nicht mehr mithalten kann und nicht mehr die Kraft hat, zu durchschauen, dass all dies letztlich lediglich zur Gewinnoptimierung einiger weniger dient, der stürzt ab. Woher kommen wohl die steigenden Zahlen an Burn Outs, die immer neuen Süchte (die übrigens für Therapeuten und Psychiater auch Geschäft bedeuten, vor allem je schwammiger man die Erkrankung definiert wie z.B. ADHS (früher aufgewecktes Kind) oder Internetsucht (früher Lesesucht). So haben jüngste Studien ergeben, dass alleine schon die zu frühe Einschulung ADHS auslösen kann (oder besser, ein Kind einfach überfordern).

Wir erziehen nicht mehr kindgerecht, sondern Leistungsgesellschaftsgerecht, mit den unübersehbaren Folgen für die Kindheit unserer Sprößlinge und dem Risiko, dass alle nicht angepassten Kinder eben mit Hilfe der Pharmaindustrie normgerecht gemacht werden. Hat für mich schon ein wenig etwas von George Orwell oder Aldous Huxley.

Wir sollten uns nicht von den Optimierungsidioten panisch machen lassen und wieder gelassener werden. Wenn ein Projekt nicht zum meist sowieso unhaltbaren Endetermin fertig wird (der von diversen Erbsenzählern zuvor sowieso schon mehrfach zusammengestrichen wurde) dann wird niemand verhungern und sollte davon ein Unternehmen untergehen, dann hat es noch ganz andere Probleme. Wir sollten wieder realistischer sein, echter, und auch Fehler akzeptieren. Denn je mehr in den Medien über die Fehlerkultur gesprochen wird, um so weniger wird sie wirklich gelebt. Je mehr der Mitarbeiter als Mitunternehmer gefordert wird (der aber auch das Recht haben müsste seine wichtigste Ressource, sich selbst, pfleglich zu behandeln) um so mehr wird kontrolliert, Zeiten erfasst und jeder, der nicht 120% bringt lebt mit der drohenden Entlassung.

Ich muss es nochmal sagen, das Leben ist kein Notfall. Aber die Wirtschaft und die Politik will uns das einreden. Vor allem der Fehler wegen, die sie gemacht haben, und auf uns jetzt abzuladen versuchen.

Wir könnten viele Süchte alleine dadurch bekämpfen, dass wir wieder mehr normales Leben erlauben und weniger Optimierungswahn kultivieren. Die Kultur der Spitzenleistung von heute ist die Kultur der Normalität von Morgen. Und im Laufe dieser Steigerung bleiben immer mehr Menschen auf der Strecke. Und ist schon mal aufgefallen, dass Burn Out nicht behandelt wird, wie andere Süchte im Sinne, den Süchtigen von der Sucht zu befreien? Vielmehr wird der Süchtige wieder aufgepäppelt, damit er sich in die suchtfördernde Arbeitswelt wieder einfügen kann. Eigentlich benötigt nicht der Burn Out Patient eine Therapie, den ihn hat seine Körper bereits teiltherapiert, wer dringend eine Therapie bräuchte ist die Höchstleistunggesellschaft, die in ihrem eigenen Wahn angeblich aus wirtschaftlichen Zwängen gefangen ist. Immer billiger, immer schneller, immer mehr. Aber wer, wenn nicht Politik und Unternehmen hätten es in der Hand, den Druck rauszunehmen. „Der Kunde will das so.“ ist ein fadenscheiniges Argument, so lange nicht in einer gemeinschaftlichen Anstrengung probiert wurde, ob es nicht auch anders geht.

Klar will der Kunde es möglichst billig, wenn sein Lohn immer mehr gedrückt wird und nicht mal mehr die Inflation abdeckt, wenn er ein Gehalt bekommt, von dem sie oder er nicht mal vernünftig leben kann. Wir würden oft anders handeln, wenn wir den Spielraum noch bekämen, aber da werden dann vollmundig Themen wie frühzeitige Wiedereingliederung in den Beruf propagiert, die nur bei Besserverdienern wirklich funktionieren, oder Männer in der Elternzeit gefordert, wo das für manche Familien der finanzielle Ruin wäre. Man kann vieles an Gleichberechtigung fordern. Aber so lange die Gesellschaft immer ungleicher wird, sollte man als Politik auch dafür Sorgen, dass in Gesellschaft UND Wirtschaft, die Rahmenbedingungen dafür existieren. Denn auch wenn ich wiederum als Kommunist verschubladisiert werde. Die Wirtschaft hat für den Menschen da zu sein, nicht umgekehrt.

 

 

Fast die Hälfte interessiert nicht, ob ihr Chef sie wertschätzt!

Interessante Auswertungen, die der Stern da präsentiert: Wie auch immer man es lesen will, die Hälfte interessiert sich nicht dafür, ob der Chef sie wertschätzt, gleiches gilt für die Kollegen, aber immerhin 80% finden das im familiären Umfeld wichtig. Ziehen wir jetzt noch die Standardantworten ab, so finde ich dieses Bild gerade im Hinblick auf solche Themen wie Burnout oder Work Life Balance/Integration hochspannend. Denn es scheint eine Abkopplung des Lebenssinns der Menschen vom Beruf zu geben.

Warum ist das so?

Dafür kann es verschiedene Faktoren geben. Wenig Freiheitsgrade, wenig Selbstbestimmung oder einen Chef im Kontrollwahn sind nur einige davon. Zu hoher Druck, zu hohe Anforderungen weitere. Was für mich hier deutlich wird ist, dass Unternehmen noch so viel kontrollieren und Zahlen einfordern können, wie sie wollen. Die wahre Verfassung eines Unternehmens, die wirkliche Stimmung unter der Belegschaft wird man so nicht herausfinden.

Der immer höhere Druck, die permanente mediale Befütterung von Existenzängsten bewirkt offensichtlich einen vermehrten Rückzug ins Private. Man versucht sich jenseits von Beruf und Arbeitswelt den Sinn im Leben zu definieren.

Auch wenn die Arbeitgeber oft einen anderen Eindruck vermitteln wollen, so wird doch in den meisten Unternehmen nicht weniger, sondern immer mehr kontrolliert und überwacht. Und die Freiheitsgrade des einzelnen gehen gerade in großen Organisationen, die sich mehr mit der Verwaltung ihrer selbst als ihren Produkten beschäftigen stetig zurück.

Innerlich gekündigt hat, so ein Artikel in der Süddeutschen bereits jeder 4 Arbeitnehmer. Was dies für die Motivation des „Rests“ bedeutet, lässt sich leicht ausmalen.

Wir müssen auch in den Unternehmen den Mitarbeiter wieder als selbstverantwortlichen und freien Menschen sehen, der auch im Beruf erwachsen behandelt werden will. Sonst werden die inneren Kündigungszahlen noch wachsen. Denn es gibt ein Leben jenseits des Büros. Und Menschen wollen mehr, als nur Geld. Sie streben auch nach Liebe, Anerkennung, Selbstverwirklichung. Alles Themen und Motive, die wirtschaftlich aber nicht relevant sind. Zumindest nicht in der Rolle als Arbeitnehmer.

Oder wie es in der Erzählung eines Freundes deutlich wird: „Ich hatte mal einen Chef, der auf die Bitte meinerseits, weil mein Kind schwer krank sei heute doch früher gehn zu dürfen ernsthaft sagte: „Sie müssen schon selbst wissen, ob ihnen ihre Karriere wichtig ist oder nicht.“ Solche Haltungen sind leider auch heute noch weiter verbreitet, als uns allen lieb sein kann.

 

Familienbilder und Zerrbilder: Ich muss mich da jetzt reinsteigern

Immer wieder finde ich es amüsant bis befremdlich, wie Familie, Erziehung, Bildung in der Öffentlichkeit und vor allem in der Politik dargestellt wird. Man bekommt das Gefühl, wir sind doch alle zu dämlich, Kinder zu haben und müssen betreut, reglementiert und kontrolliert werden. Dabei kann ich in meinem Umfeld und ja, dazu gehören bzw. gehörten auch Hartz IV Empfänger ebenso wie sehr wohlhabende so gut wie überhaupt keine Familie nennen, die in der Öffentlichkeit dargestellte Probleme hatte.

Sicher, es gibt „soziale Brennpunkte“ aber hallo? Wäre es da nicht an der Zeit zu hinterfragen, wer diese Brennpunkte hat entstehen lassen? Erzähl mir keiner, es gäbe Menschen, die frewillig in solchen Gegenden wohnen bzw. ihre Entstehung gut heißen. Das ist die eigentliche Vernachlässigung. Die gesellschaftliche Norm, die sich nur noch am rentablen ausrichtet, am optimieren der Kosten bei Minimierung der Aufwände. Würden wir gleiche Chancen für Mütter haben, die bei Ihren Kindern zu hause bleiben wollen wie für Mütter, die möglichst früh wieder arbeiten wollen, gäbe es keine solchen Diskussionen, welche Mutterrolle denn nun die richtige  ist. Zum Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles. Und leider hängt heutzutage auch viel zu sehr davon ab, wie wir leben. Und zu fordern, dass auch Väter eine Auszeit nehmen für die Kindererziehung, dann aber nicht in der Lage sein, in der Gesellschaft gleiche Bezahlung für Mann und Frau bei gleicher Arbeit zu etablieren ist mehr als nur ein Armutszeugnis. Es zeugt von einem überkommenen und rein materiellen Weltbild. Denn es könnte ja sein, dass die Frau wegen Schwangerschaft ausfällt. JA kann sein, aber das ist auch und insbesondere ein wichtiger Beitrag für eine Gesellschaft, die dauernd über zurückgehende Geburtenzahlen und Arbeitskräftemangel klagt. Es mag ja richtig sein, soziale Hängematten abzubauen, aber ich halte das Weltbild für gefährlich, das den Eindruck erweckt, jeder HartzIV Empfänger könne doch sofort einen neuen Job finden, wenn er sich nur anstrengt. Und gleichzeitig fordern wir mittlerweile sogar schon für Erzieherinnen ein Studium.

Hallo? Reality Check irgendwer? Wir müssen ein Gesellschaft bleiben, die auch die Schwächeren akzeptabel und menschenwürdig auffängt. Und die aufhört, nur nach der Rendite zu fragen. Das klingt sehr arrogant in einer Welt, in der der Investmentbanker um ein vielfaches mehr verdient, als die Krankenschwester oder der Altenpfleger (das einem Kind so zu erklären, dass man nicht das Bild von Gerechtigkeit und Wert total verschiebt ist wirklich schwer). Und wer Gesundheit, Erziehung und Bildung unter die Doktrin der Rentabilität und des Kosten Minimierens und Gewinn Maximierens stellt, darf sich nicht wundern, wenn die Qualität auf Kosten der Quantität leidet. Da wird dann halt nicht mehr das Optimale geleistet, sondern das wirtschaftlichste.

Wir sollten wieder mehr Fokus auf Werte wie Gleichberechtigung, Menschlichkeit, sozialen Zusammenhalt und ein gutes Leben setzen, statt uns von einer rein am wirtschaftlichen Erfolg und am Produktkonsum orientierten Gesellschaftsdoktrin irritieren zu lassen. Wer sich darüber aufregt, dass die Menschen bevorzugt beim Discounter einkaufen und ökologische Gesichtspunkte oder gar soziale Produktionsweisen vernachlässigt, sollte ganz still sein, wenn er gleichzeitig Lohnverzicht fordert und HartzIV Empfängern nicht mal hinreichend Geld für eine vernünftige Grundversorgung gönnt, „weil die ja alle so faul sind“. Ich möchte meine Kinder als mündige Bürger, mit einem Wissen jenseits von Arbeitsmarktnotwendigkeiten erziehen und erwarte das auch von den Instanzen, die ich durch meine Steuern mitfinanziere.

Und ich erwarte eine am Bürger orientierte Politik, nicht eine, die den Lobbyisten mit den größten wirtschaftlichen Machtfaktoren folgt. Denn dann wird auch der Bürger wieder die Politik und die Politiker ernst nehmen.

Ich bin wirklich mal gespannt, wann ich meinen Kindern in der Mehrheit der Fälle auf die Frage: „Papa, warum machen die das“ sagen muss: „Weil das viel Geld bringt.“ sondern „weil es den Menschen nutzt.“ Oh, und wo wir schon dabei sind.

Nein, ich bin kein Kommunist. Aber dennoch denke ich, dass die Wirtschaft für den Menschen da sein sollte, nicht umgekehrt.

Wenn gelangweilte Beamte Kleiderhaken zu Waffen erklären

Die Kleiderhaken, die das BKA wohl als Waffe sieht. Haben wohl keine anderen Probleme…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, dass man nur noch den Kopf schütteln kann.

So hatte der Gadget Versender  GetDigital bis vor kurzem einen Kleiderhaken in Schurikenform im Angebot.

Nun ist aber dummerweise eine Schurike, wenn nicht an einer Wand hängend auch ein Wurfstern.  Wers nicht glaubt, nebenstehend ist der Brief vom BKA abgebildet, den GetDigital erhalten hat.

Wieder mal stehe ich fassungslos vor so viel Ignoranz und Unverständnis. Das einzige, was für GetDigital daran gut sein könnte ist der virale Aspekt. So viel behördliche Dummheit wird hoffentlich im Netz weit gestreut werden.

Den Beamten muss es ja wirklich extrem langweilig sein, zudem scheinen sie völlig humorbefreit zu sein und sich nicht wirklich um wichtige Themen kümmern zu wollen.

Rechte Gewalttäter laufen lassen, aber sich über harmlose Schurikenkleiderhaken aufregen. Vermutlich muss ich demnächst dem BKA die Messergarnitur aus unserer Küche melden. Könnte ja auch als Waffen verwendet werden.

Wenn Dummheit weh tun könnte…..

 

Nicht das Netz trollt, sondern die Gesellschaft

Ein großer Irrtum in der öffentlichen Diskussion ist meiner Ansicht nach, dass immer behauptet wird, erst durch das Internet und die sozialen Medien gäbe es die ganzen Shitstorms und Beschimpfungswellen im Netz. Erst durch das Internet wäre das Benehmen der Menschen in diesen Medien eskaliert.
Falsch behaupte ich, das einzige, was sich geändert hat ist, dass der Stammtisch plötzlich öffentlich geworden ist. Schon vor der Öffnung des Kanals Internet für die breite Masse gab es Trolle und Dummköpfe, Proleten und Radikale. Nur hatten sie weniger Möglichkeiten, ihre Meinung über den eigenen engen Horizont hinaus zu verbreiten.
Jetzt gibt es dank Internet für jeden die Möglichkeit, seine Meinung zu sagen. Jetzt wird offenbar, dass es eben verschiedene Denkweisen und ja, auch Intelligenzgrade in der Bevölkerung gibt und diese sich ALLE frei äußern können im Rahmen der gesetzlichen Regelungen.
Aber das dem Internet anzulasten heißt, den Bringer der schlechten Nachricht abzustrafen.
Wir sollten uns lieber Gedanken darüber machen, was in unserer Gesellschaft schief läuft, dass solche Meinungen dort existieren. Denn sie existieren weder im, noch durch das Internet. Sie existieren, weil Menschen so denken, weil sie so (schlecht?) informiert sind. Und warum sind sie so schlecht informiert. Da kommt für mich wieder das ins Spiel, was der liebe Herr Prof. Dr. Dr. als unsinnig abtut. MEDIENKOMPETENZ. Denn wer den richtigen Umgang mit Medien, und dazu gehören eben auch Internet bzw. Social Media Plattformen, wer diesen Umgang gelernt und die Mechanismen durchschaut hat, dem bietet das Internet eben auch die Möglichkeit, sich besser und objektiver als jemals zuvor zu informieren.
Aber vielleicht ist es ja besser für Politik und Meinungsträger, die Menschen uninformiert zu lassen. Ich weiß es nicht, ich muss da mal recherchieren 😉