Hütet euch vor den Pauschalurteilen in Sachbüchern

Sachbücher, speziell solche, die uns Lebenshilfe anbieten oder den „Payback“ oder das „Glück der Unerreichbarkeit“ predigen, müssen mit Vorsicht gelesen werden. Sicherlich gibt es dort gute Anregungen aber all diese Bücher gehen von einem Grundirrtum aus. Nämlich, dass alle Menschen gleich sind, und alles für alle gleich negativ oder positiv ist. Manchmal frage ich mich: „Wer bin ich, wenn ich Lebenshilfebücher lese … Und was macht mein Gehirn solange?“
Nun sollte man mittlerweile wenigstens das gelernt haben, daß jeder Mensch ein Individuum ist. „Was dem einen sin Uhl, is dem andern sin Nachtigall“. Jeder muss für sich den optimalen Weg finden.
Das ist schwieriger aber auch ehrlicher. Und dazu gehört es auch, sich genau zu überlegen, ob die Thesen und Bedrohungsszenarien real sind, oder eher die Wiederspiegelung dessen, was der Autor fürchtet oder mag. Ich garantiere, wenn ich in eine beliebige Buchhandlung gehe, kann ich zu fast jedem Lebenshilfethema einen Pro- und Contra-Autor finden. Lebenshilfebücher sind schon im Ansatz falsch, weil es eben nicht DEN Weg, das Lebensmuster gibt, das für alle gilt.
Die beste Lebenshilfe ist immer noch: Locker bleiben, nicht jedem neuen Lebensberatertrend folgen, und sich mehr aus sich definieren, als aus dem letzten Trendthema, das durch die Bücherwelt geistert. Zur Zeit ist es im Trend, auf das Social Web zu schimpfen. Ich kann mich noch erinnern, als das Fernsehen diese Rolle übernahm, davor das Kino, das Buch, der Strom, das Feuer. Und sicher hat auch mal der eine Steinzeitmensch über den anderen gemeckert, weil der sich warme Kleidung anzog, die ja verweichlicht…. Ich halte mich da ein mein Lieblingssprichwort: Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben.
Eins jedoch wünsche auch ich mir als Veränderung. Dass auch in den Firmen wieder der Mensch in den Fokus kommt, nicht die Humaressource. Dass wieder darüber nachgedacht wird, dass ich mich auch als Mitarbeiter dann am besten entfalte, wenn ich nach meinem Stil arbeiten kann, nicht nach dem, was gerade in dem Buch stand, das mein Projektleiter, Teamleiter, Vorgesetzter zuletzt gelesen hat. Gerade in kreativen Berufen ist dies das A und O des Erfolgs.

Digital Rights Management als Ärgernis und Behinderer neuer Technologien. Der Misserfolg der eBooks dank DRM.

Auch ich habe einen Account bei Bookworm . Damit kann ich meine eBooks online verwalten, sie auch online lesen, oder auf jedes beliebige Device downloaden, das einen Internet Zugang besitzt. Alle? Nein, leider sind DRM geschützte Bücher davon ausgenommen. Und es gibt noch andere Probleme. Vor kurzem wollte ich neben meinem Notebook und dem Netbook noch ein weiteres Device freischalten. Da bockte Digital Editions, das DRM Management Programm für meine eBooks. Denn diese Bücher lassen sich auch nur mit einem DRM Programm der selben Art öffnen. So habe ich keine Möglichkeit Bücher, die ich in Amazons Format für den Kindle kaufe, auf andere Devices ohne Kindle Unterstützung zu laden.
DRM ist für mich das gleiche Problem für eBooks, das es schon bei MP3 war. Es ist ein grosses Hindernis und solange die Verlage auf dem dummen Konzept bestehen, so lange wird sich das eBook nicht durchsetzen. Denn zumindes ich habe den Anspruch: Wenn ich für etwas bezahlt habe, will ich damit machen können was ich will. Sonst will ich das Produkt über kurz oder lang nicht mehr. „Die Zeit“ hat da, ganz ihrem Namen verpflichtet, die Zeichen der Zeit erkannt und bietet ihre elektronische eBook Ausgabe für Abonnenten, wie überigens auch schon das PDF ohne DRM an. Das nenne ich fortschrittliches Denken und vor allem erzeugt „Die Zeit“ bei mir damit ein Vertrauensverhältnis. Klar werde ich das eBook nicht weitergeben. Aber ich habe auch guten Grund, weiterhin begeisterter „Zeit“ Leser zu sein. Denn offensichtlich nimmt man mich im Verlag ernst, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen, die mich mit DRM nerven.

Selbst oReilly hat erkannt, dass der Leser auch ein denkendes Wesen ist und bietet seine Bücher ebenfalls ohne überflüssigen weil nervenden DRM Schutz an. Damit kann ich auch diese Bücher professionelle verwalten und auf all meinen Devices bei mir haben. Denn manchmal ist nur mein Smartphone bei mir und auch darauf lese ich ab und zu gerne mal.
Von der idiotischen Buchpreisbindung will ich hier gar nicht erst ausführlicher anfangen. So lange das eBook genau so viel kostet wie die gedruckte Ausgabe überlege ich mir schwer, ob mir die nur noch digitale durch DRM verkrüppelte Version des Buches so viel wert ist. Was, wenn ich den eBook Reader wechsle? Was, wenn sogar das Format meiner EBooks? Dann muss ich sie ja nochmal kaufen, falls das DRM sie sogar an mein Device bindet. ich sage nur #epicfail Verlage. So gehts nun nicht. Eine ganze Branche macht die gleichen Fehler nochmal, die schon der Musikindustrie mehr Feinde bei den Konsumenten eingebracht haben und die letztendlich doch dazu geführt haben, dass DRM wieder entfernt wurde. Aber wir reden hier ja hier von proftorientierten Managern, die offensichtlich glauben, sie wären Pipi Langstrumpf und sich die Welt widewidewit machen, wie sie ihnen gefällt. Dabei vergessen sie aber, dass der Kunde für jeden profitgeil…aeh profitorientierten Manager immer noch der König sein sollte.

Renaissancemensch reloaded. Warum wir wieder breiteres Wissen brauchen

Wir leben, gerade auch wissenschaftlich in einer Zeit, in der die Grenzen der einzelnen Disziplinen immer mehr verwischen, Hirnforscher sich mit Physikern unterhalten, Biologen mit Ärzten usw. Und auch im privaten wird es immer wichtiger, sich breiter zu informieren, um in einer immer komplexer werdenden Welt auf dem Laufenden zu bleiben. Aber schafft man das alles überhaupt. Natürlich, denn nie hatten wir mehr Möglichkeiten und Werkzeuge an der Hand, um uns zu informieren, um Informationen zu bekommen, zu vergleichen und aufzubereiten. Wir können auf Datenbanken zugreifen, verschiedene Medien vergleichen.
Aber dafür wird unsere Jugend nicht vorbereitet. Es wird immer mehr der Fachidiot propagiert, der bereit ist für die Arbeitswelt, aber ansonsten kaum mehr Interessen hat, die nicht direkt zu Geld gemacht werden können.
Das ist gefährlich, denn singuläres, auf ein Thema bezogenes Wissen kann in unserer sich immer schneller verändernden Gesellschaft extrem schnell veralten. Und wer sich dann nicht auch auf anderen Gebieten zumindest grundlegend informiert hat, wird schnell „überflüssig“ für das System. Und nur mit einer guten Bildung, nicht Ausbildung, kann man auch einschätzen, was Wahrheiten sind und was lediglich Fehlinformation oder Propaganda.
Der gebildete Bürger kann selbstständig entscheiden. der ausgebildete kann lediglich selbstständig seine Arbeit erfüllen. Hier sehe ich die grosse Chance der Social Media. Neben der reinen Spielerei der Verbreitung von Wissen zu dienen, Menschen Informationen bereitzustellen, sich über Themen auszutauschen, über Grenzen, Länder und Kontinente hinweg. Die Wirtschaft globalisiert sich immer mehr. Höchste Zeit, dass sich auch die Bürger, die Menschen immer mehr globalisieren. Und wir müssen auch diejenigen abholen, die noch nicht im Netz angekommen sind. Denn auch und gerade in Ländern der dritten Welt oder Ländern mit unterdrückerischen Regimen ist Wissen, ist objektive, unzensierte Information das wichtigste Gut im Kampf gegen Propaganda, Unterdrückung und das absichtlich Dumm halten der Bevölkerung.
Wir können schon lange selbst im eigenen Fachgebiet nicht mehr alles erfassen. Es wird in Zukunft viel wichtiger sein, zu wissen, wo ich relevante Information finde, grössere Zusammenhänge zu sehen, auch über den Tellerrand zu schauen. Alles Talente, die auch dem Renaissancemenschen gut zu Gesichte standen.

Manche sind offline und auch noch stolz drauf, Ignoranz 2.0

Ja, diesen Blogeintrag werden genau die,die es eigentlich angeht nicht lesen. Die 29%, die zu einem grossen Teil, laut Artikel der Tagesschau grösstenteils bewusst offline sind und bleiben wollen. Nun war die Erde auch ziemlich lange eine Scheibe, Männer mit mehr Rechten als Frauen behaftet, die Eisenbahn lebensgefährlich, ein Mobiltelefon Spielerei und das Internet überflüssig und böse.
Gut nur, dass die Geschichte auch zeigt, das Ignoranten irgendwann von der Realität überholt und auch ignoriert werden.
Mittlerweile gibt es so viele relevante und wichtige Dinge im Netz, von objektivierenden Informationen über vergleichende Dienstleistungen bis zu offenerer Kommunikation, daß jeder, der sich dem verweigert, wohl eher Angst vor seinem eigenen Unverständnis der Technologie hat.
Ich kann es mittlerweile nicht mehr hören, wie schlimm Computer, wie gefährlich das Internet sein soll. Autofahren ist deutlich gefährlicher für mein Leben, aber dennoch fährt fast jeder Auto!
In 20 Jahren werden wir über die Menschen lachen, die sich dem Netz freiwillig verweigert haben. Nicht jeder muss jeden Tag online sein, aber die Möglichkeiten nutzen sollte man. Wenn etwas das Leben erleichtert ist totale Ablehnung letztlich unreflektiert und in letzter Konsequenz dumm.

Interessant auch, dass es einen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt. Scheint doch was an dem Spruch zu sein: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Ist aber dumm, denn gerade durch das Internet kann das Land gegenüber der Stadt wieder aufholen, weil der Wohnort durch das Internet immer weniger relevant wird.
Letztlich bringt sich mittlerweile jeder, der das Netz ignoriert früher oder später in eine schlechte Position und wird sich dann mit Sicherheit auch noch darüber beschweren.

Und final interessant ist auch, dass die Internet Ignoranz auch ein Schichtenproblem zu sein scheint. Also ignorieren auch genau die das Netz, die dadurch ihre eigenen Lebensverhältnisse verbessern könnten, durch Zugang zu wichtigen Informationen, durch Bildung von helfenden Netzwerken.

Ein Film als Social Media Experiment: „Life in a Day“

Interessantes Experiment, wenn wirklich hinreichend viele Menschen mitmachen: „Life in a day“

Der 24. Juli soll via grossem crowdsourcing Experiment in einem Dokumentarfilm festgehalten werden.

Wie kann man mitmachen? Am 24. Juli hat jeder 24 Stunden Zeit, einen Ausschnitt seines Lebens aufzunehmen und auf YouTube im „Life in a Day“ Channel bereitzustellen.

Kevin McDonald, der mehrfache Oscar Gewinner wird dann die besten Aufnahmen zu einem Dokumentarfilm zusammenstellen. Dieser wird von Ridley Scott produziert. Präsentiert, wird der Film dann auf dem berühmten Sundance Festival 2011. Wer einen Ausschnitt beigesteuert hat, der es in den finalen Film schafft, wird in den Credits genannt und gehört vielleicht sogar zu den 20 ausgewählten Beitragenden, die bei der Premiere anwesend sein werden.

Ich finde, ein spannendes Konzept und ich werde sicher einen kleinen Beitrag dazu steuern.

Die digitale Zeit. Das beste aus beiden Welten und ein philosophischer Exkurs

Ich bin Die Zeit Abonnent. Weil mir der Schreibstil gefällt. Weil mir gefällt, daß ich nicht mit allen Artikeln einverstanden bin, aber stets zum Nachdenken angeregt werde. Weil eben nicht der Tagesjournalismus und bunte Bildchen zählen, sondern beständigere Fakten, Blicke hinter die offensichtlichen Fassaden.
Bisher ging das alles aber nur im von der Zeit bekannten papierenen Großformat. Das an sich störte mich nicht, da ich ja für unterwegs als Abonnent auf die PDF Version zurückgreifen konnte. Dann die Überraschung.

Es gibt Die Zeit endlich auch für eBookReader im ePub Format. Das an sich ist ja schon großartig, leider mit dem Wermutstropfen, daß ich auf Digital Editions von Adobe angewiesen war, um die neue Zeit Ausgabe herunterzuladen. Heute jedoch die Überraschung. Ganz ohne Digital Editions, direkt auf meinen ubuntu Notebook und von da auf meinen eBookReader lies sich Die Zeit transferieren. In der Hoffnung, daß hier kein Versehen, sondern Absicht vorliegt bin ich nun sehr zufrieden mit den digitalen Aktivitäten der Zeit. Ich finde, hier hat man die beste Verbindung von Offline und Online, von Print und Digital gefunden. Immer noch liebe ich es, meine Zeit in Papierform zu lesen, so es mir Raum und Zeit ermöglichen. Aber ich habe sie jetzt auch stets auf meinem kleinen, kompakten eBookReader dabei. Und da Die Zeit mehr Wert auf das geschriebene Wort als auf bunte Bildchen legt, ist es auch sehr gut möglich, eine für einen eBookReader umformatierte Die Zeit zu lesen. Ich bin da vielleicht etwas undogmatischer als andere. Aber ich schätze auch neue Techniken, ich nutze das, was mir im Moment am praktischten erscheint. Und nein, der eBookReader ist kein neues Gadget, sondern schon lange im Gebrauch. Aber durch die sehr kompakte Bauweise extrem unauffällig. Ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub. Mit viel Lektüre, die aber keinen Platz wegnimmt, da im eBookReader auf MicroSD verstaut.

Und parallel bietet Die Zeit ausgewählte Artikel auch im Podcast über yasssu an. Eine weitere interessante Alternative, denn so kann ich quasi ausgewählten Artikeln z.B. auch während einer Autofahrt lauschen, oder wenn mir einfach gerade nicht nach lesen ist. Multimedia at its best. Und ZeitOnline als eigener Kanal rundet das Angebot dann mit speziellen Nachrichten und ergänzenden Artikeln ab. Ein sehr gutes Rundum Angebot.

The future is now. Man muß nur manchmal auch etwas Freude am neuen haben und nicht gleich alles voll Ablehnung und mit diesem arroganten Lächeln desjenigen betrachten, der eigentlich die Technik toll findet, aber merkt, daß er sie wohl nicht ganz begreift.
Ich sage stehts, und bleibe dabei: Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben.
Lästert ihr nur über Dinge, die ihr nicht begreift. Ich geniesse derweil den Fisch.

Und nein, ich habe nicht zu viel Geld. Ich spare mir nur andere Ausgaben. Ich interessiere mich nun mal für Technik. Weniger für Diskos, weniger für häufiges Ausgehen, weniger für teure Männerspielzeuge wie Autos und Biergelage. Man muß Prioritäten setzen. Meine sind halt etwas anders. Aber darin zeigt sich die Toleranz eines Menschen. Wenn er akzeptiert, daß andere anders leben wollen. Und wenn er erkennt, daß das ok ist.

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Faszinierend, wenn man beide Welten nutzen kann und das auch noch offen

Update: Auf eine Anfrage über Twitter kam soeben die Bestätigung, das freie ePub Format bleibt. DANKE! Das macht die Sache für mich doppelt interesssant und spannend. Da ist man wirklich gerne Abonnent.

Die TAZ zieht sich aus dem Bookstore des IPads zurück

taz nicht mehr als iBook
Und warum? Nun, scheinbar konnten neue Ausgaben nicht schnell genug im Store bereitgestellt werden. Das halte ich aber angesichts der heutigen schnelllebigen Zeit für merkwürdig. Da wird ein Gerät gerade mit der Möglichkeit beworben, darauf auch Zeitungen zu lesen und dann braucht es mehrere Tage, bis die neue Ausgabe online erscheint. Wenn ich schon eine Zeitung online lese, erwarte ich eigentlich, dass sie zumindest zeitgleich mit der Printausgabe verfügbar ist, wenn nicht für Abonnenten sogar etwas früher. Insofern ist das ein klares No Go. Wie mir scheint schlägt jetzt auch hier langsam die Realität durch, nachdem der erste Hype verklungen ist. Warten wirs ab, wie sich die Konkurrenz aufstellt. Ich für meinen Teil freue mich jeden Morgen parallel zur Printausgabe auf mein ePub eBook der Zeit, dass ich mir morgens runterladen und gleich mitnehmen kann.
Allerdings auf einem klassischen eBookReader, der mehrere Wochen durchhält, ein entspiegeltes angenehmes Schriftbild hat und auch andere Formate ohne Probleme übernimmt.