Social Media ist schlecht fürs Verkaufen

Social Media ist Kommunikation, nicht Kaufen

Und wieder ein Unternehmen, das sich überraschenderweise beklagt, in Social Media könne man nicht das Geld verdienen, das sie erwarten. Swoodoo glaubt nicht an Facebook & Co. meldet die Internet World.

Tja, wenn man auch erwartet, Social Media als Marktplatz für einen Shop missbrauchen zu können? In Social Media und das müssen offensichtlich so manche Manager erst noch begreifen, geht es vor allem um Kommunikation. Um ehrliche, offene Kommunikation, darum die Reputation des eigenen Unternehmens, der eigenen Marke zu stärken. Schon Werbung wird in den Social Media Plattformen eher geduldet, als gemocht.

Wer glaubt, Social Media Nutzer als reine Käufer oder Konsumenten sehen zu können, der sollte sich sein Engagement in den Sozialen Medien vielleicht wirklich noch einmal überlegen. Denn der hat nicht verstanden, wie die Plattformen ticken.

Kluge Unternehmen und Unternehmer sehen Social Media primär als Kommunikationskanal mit dem Kunden, als Möglichkeit, die eigene Reputation, das Außenbild positiv zu beeinflußen. Deshalb ist es auch so schwer, den ROI von Social Media realistisch zu bemessen. Es geht um Soft Values, wie ich sie nenne, um Werte, die ich nicht einfach mit Geld bemessen kann.

Wer einen Shop aufmacht, muss sich darüber im Klaren sein, dass der Shop eigentlich eine laut schreiende Produktwerbung ist. Und deshalb ebenso gelitten statt gemocht.

Insofern sollte so manche Firma erst noch mal wirklich versuchen, Social Media zu verstehen, bevor sie lauthals über die bösen Plattformen klagt. Wer Social Media Verantwortung primär im Vertrieb ansiedelt, liegt sehr falsch. Marketing, Unternehmenskommunikation und Personalmarketing sind eher Bereiche, die einen sinnvollen Nutzen ziehen und für die Social Media Nutzer relevante Informationen liefern können. Denn: Wir wollen keine Werbung, wir wollen Gespräche.

Die Süddeutsche präsentiert: Pünktlichkeitsmonitor Deutsche Bahn LIVE!

Eine geniale Anwendung hat die Süddeutsche heute Abend live geschaltet. Alle Verspätungen der deutschen Bahn in einem Live Monitor auf einer Karte! Hintergrundinfos gibt zusätzlich Stefan Plöchinger einem begleitenden Artikel. Weitere Auswertungen und die Rohdaten stellt die Süddeutsche ebenfalls zur Verfügung, so daß man auch  eigene Analysen laufen kann. Wir dürfen auf weitere Auswertungen gespannt sein, spannend dürften ja auch vor allem die Pünktlichkeitsraten der einzelnen Bahnhöfe und Zugstrecken sein.

 

Da nenne ich mal eine geniale Sache, vor allem, wenn es das dann auch noch für Tablets gibt. Dann kann man praktisch direkt im Zug verfolgen, wo man steht und wie lange man noch braucht. Klickt man auf eines der Zug Icons, erfährt man nicht nur, um welchen Zug es sich handelt, sondern auch wie gross die Verspätung ist und welchen Grund es für die Verspätung gibt. Zusätzlich kann man auch noch nach Zügen filtern oder in einem Archiv vergangene Tage betrachten. Eigentlich eine wahre Fundgrube für Datamining und Statistik Experten.

 

Absolut klasse gemacht!

 

Update: Im Moment ist das Zugradar der Süddeutschen wegen Änderungen der Datenstruktur bei der Bahn außer Betrieb und zeigt nur noch historische Daten an. Es gibt aber auch von der Bahn selbst mittlerweile einen Zugmonitor, sogar als App für IOS und Android.

 

Alle Fakts zum neuen IPad

gibt es nicht hier bei mir aber unter anderem bei:

http://www.ftd.de/it-medien/computer-technik/:apple-vorstellung-das-ist-das-neue-i-pad/70004838.html

http://bazonline.ch/digital/computer/Das-kann-das-neue-iPad/story/17801240

http://www.berliner-kurier.de/digital/das-neue-ipad-die-neue-flunder—ohne-wunder,7168826,11784554.html

http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/mobile-welt/apple-das-neue-ipad-hat-was-auf-den-rippen/6300410.html

http://www.focus.de/digital/computer/apple/-live-ticker-ipad-3-apple-tv–die-moeglichen-apple-neuheiten_aid_721712.html

 

Was ich mit diesem Artikel bewerkstelligen will?

Beweisen, dass man alleine durch die Erwähnung eines neuen Produkts von Apple geradezu hysterische Klickraten auf der eigenen Homepage erzielt!

Oder um es anders zu sagen:

 

Mir wäre Werbung lieber als Abo Modelle

Eine spannende Plattform, aber ein überdenkenswertes Preismodell

Mit Wunderkit ist ein neuer Player auf den Markt der Cloud Dienste getreten. An sich eine gute Sache und die Plattform sieht vielversprechend aus. Das Manko dabei: Wenn ich mehr machen will, als nur meine eigene ToDo Liste zu führen, muss ich in ein Abo einsteigen. Und da sage ich: Sorry, aber wer soll das alles zahlen? Wir reden ja  nicht von ein oder zwei Diensten in der Cloud. Jeder Dienst, der neu an den Markt kommt, versucht sich mit Abomodellen zu finanzieren.

Dann doch lieber Werbung für eine allumfassende Basisfunktionalität in Kauf nehmen und nur „nice to have“ Feature zum Zukauf.

Ein Blick auf die Spielebranche zeigt, dass hier noch genauer nachgedacht werden muss. Die Zahl von Online Spielen, die sich vom Abomodell als alleinigem Teilnahmemodell für den Full Feature Client verabschieden wächst. Star Trek Online, Need for Speed Online, Herr der Ringe online, alle wechseln auf das Free to Play Modell und bieten Premium Feature gegen Bezahlung an. Klingt wie bei Wunderkit? Nicht ganz. Denn Wunderkit macht erst mit einem Abo wirklich Sinn, da ich nur dann mit mehreren Teilnehmern gemeinsam ToDo Listen pflegen kann, was ja das eigentlich besondere ist.

Und auch bei anderen Diensten funktionieren die wirklich wichtigen Features oft erst gegen Abonnement.

Das aber summiert sich ziemlich schnell, will ich einige sinnvolle Dienste nutzen. Hier mal 5 Euro monatlich, da 10 Euro. Wer soll das bezahlen?

Ich kündige (nicht)!

Jetzt ist es so weit. Morgen werde ich meine neue Stelle antreten. Im Bereich Online Marketing werde ich ein schon jetzt tolles Team mit meinen Skills rund um Social Media und Internet zu verstärken versuchen. Aber ich kündige nicht wirklich sondern wechsle nur. Vom Kreditwerk, der Tochter der Bausparkasse Schwäbisch Hall hin zur Mutter selbst.

Und dieser Schritt scheint mein Umfeld mehr zu verblüffen, als mich selbst. Ich gestehe, ich bin vom „Stallgeruch“ her ein Informatiker und nicht der prototypische Marketing Mensch. Aber das Thema hat mich schon immer fasziniert und mit Marketing, gerade im Bereich online habe ich mich schon lange beschäftigt. Jeder, der mich etwas näher auch privat kennt, weiß das.

Ich denke  persönlich, nichts kann im Moment spannender sein, als einem Unternehmen bei seinen Schritten in den sozialen Medien zu helfen. Auch wenn viele das Netz am liebsten für sich behalten würden. mit dem richtigen Geist, das glaube ich fest, kann man auch als Unternehmen einen spannenden Beitrag leisten. Dafür ist natürlich eine andere Denke notwendig, aber ich bin da Querdenker genug, um da „anders zu denken“.

Und für mich war es einfach die Gelegenheit, das zu tun, was ich in meinen Vorträgen zu „Arbeitswelt der Zukunft“ und ja, auch meinen Kindern immer sage. Sucht euch später einen Beruf, dem ihr mit Leidenschaft und Herzblut nachgeht. Wir alle arbeiten viel zu viel um etwas zu tun, was nicht unserer Leidenschaft entspricht. Insofern war für mich das ganze ein Wechsel von Leidenschaft (Softwareentwicklung) zu Leidenschaft (Internet Marketing, Social Media). Ich finde, man sollte neue Chancen nutzen, sich auch mal verändern, wenn sich die Gelegenheit bietet. Und dank toller Unterstützung war für mich weder die Entscheidung, mich zu bewerben noch das Thema und das Umfeld schwierig. Ab 1. Februar heißt es also: Tschüss Senior Software Engineer und Hallo Referent Online Marketing. Was mich erwartet? Ich ahne es, aber ich weiß es nicht. Da halte ich es mit dem schönen Gedicht von Robert Frost:

The Road Not Taken

Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I –
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.

Der nicht gegangene Weg

Zwei Wege trennten sich im fahlen Wald
und, weil ich nicht auf beiden konnte gehn
und einer bleiben, macht‘ ich lange Halt
und schaute auf des einen Wegs Gestalt,
soweit ich durch die Büsche konnte sehn.

Ging dann den andern – der, genauso schön,
den größer’n Anspruch hatte auf Gebrauch,
denn Gras wuchs drauf und brauchte Drübergehn –
obgleich die Wand’rer, muß ich schon gestehn,
gebrauchten einen wie den andern auch.

Sie lagen vor mir, beide gleich, zuhauf
mit Blättern, die kein Tritt noch aufgestört.
Ich hob mir einen Weg für später auf!
Doch Wege führ’n zu and’rer Wege Lauf:
Ich wußte wohl, daß keiner wiederkehrt.

Und seufzend werd‘ ich einmal sicherlich
es dort erzählen, wo die Zeit verweht:
Zwei Waldeswege trennten sich und ich –
ich ging und wählt‘ den stilleren für mich –
und das hat all mein Leben umgedreht.

Update: Seit heute ist auch mein Gastbeitrag beim Bausparfuchs Blog online 😉 Danke für die Einladung, mich vorzustellen.

 

Meine Prognose für 2012: Wir erleben das Jahr der Konsolidierung Sozialer Netzwerke

Path, PInterest, 500px, es drängen wieder neue Player auf den Markt und alte verschwinden. Gowalla wurde gekauft, den VZ Netzwerken laufen die User weg.

All das deutet für mich auf einen schon lange zu erwartenden und wichtigen Reinigungsprozess in der Branche hin. Ich möchte mich nicht auf Dauer in mehr als maximal 2 oder 3 sozialen Netzwerken bewegen müssen.
Sicher gibt es Werkzeuge, die mir ein Crossposting in verschiedene Dienste erlauben, aber spätestens, wenn ich Inhalte lesen will, und mich im Netzwerk beteiligen, muss ich in die native Oberfläche. Deshalb erwarte ich für 2012 noch weitere Aufkäufe von Diensten. So sehe ich Foursquare als Kandidaten und Apple oder Google als mögliche Käufer. Auch Path und PInterest als Neulinge bieten Funktionen an, die sich sicher in die Oberflächen der etablierten Plattformen integrieren lassen. Eins ist für mich aber klar. Auf Dauer werden wir 2-3 grosse Player haben, um die sich Zusatzdienste scharen, die aber in die Hauptplattformen integriert sind. Schon der Schwund bei den VZ Netzwerken zeigt, wie sehr eine Konsolidierung auch von den Nutzern gewünscht wird.

Schlecker, Social Media und die Macht des Konsumenten

Ich möchte mir hier kein Urteil zur Causa Schlecker erlauben. Aber eins finde ich dennoch bemerkenswert. Immer wieder wurde mir gesagt, ach was, dieses Social Media mit seinen Shitstorms und Streisand Effekten hat doch in Wirklichkeit gar keinen Einfluß auf Unternehmen. Für mich ist spätestens seit der Insolvenz von Schlecker klar, dass dies nicht stimmt. Denn im Gegensatz zur Vergangenheit, in der man auch für Nachrichten reiner Konsument war und die Macht des einzelnen sich stark einschränkte, da eine Massenbewegung schwer organisierbar war, haben mir die neuen Social Media Plattformen eines gezeigt.

Der Kunde ist nicht mehr länger nur reiner Konsument. Und wer als Unternehmer, oder als Manager reines Gewinnstreben als Ultima Ratio vor das Wohlergehen der Mitarbeiter stellt, der wird in der neuen, der sozialer geprägten Welt schnell scheitern. Smartphones,die von Chinesen unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden, Drogeriemärkte, die mit ihren Mitarbeitern schlecht umgehen. Heute ist es möglich, die Botschaft weiträumig zu verbreiten. Natürlich bedeutet das nicht zwangsweise, dass jedes Vergehen gleich ans Licht kommt. Aber neben dem Produkt tritt immer mehr auch der ethisch moralische Aspekt in den Vordergrund. Geht das Unternehmen gut mit den Ressourcen um, mit seinen Mitarbeitern, mit der Gesellschaft?

Die Zeiten des reinen Strebens nach höheren Verkaufszahlen und mehr Gewinn nähern sich ihrem Ende. Nur wer auch ethisch handelt, wird in Zukunft Kunden längerfristig an sich binden. Denn auch Moral und Ethik werden mehr und mehr zu einem Merkmal, das einen Vorsprung vor der Konkurrenz bedeutet. Das beliebte Buzzword „Corporate Social Responsibility“ sollte nicht unterschätzt werden. Das hat zumindest mir auch die Causa Schlecker gezeigt.