Wir müssen uns um den Kunden kümmern, jenseits von Rendite und Profit

Was zeichnet für mich ein gutes Unternehmen und eine gute Kundenbeziehung aus?

Grundsätzlich das Gefühl, dass ich nicht wegen meines Geldes umsorgt werde, sondern weil man mich als zufriedenen Kunden haben will. Das scheint aber noch nicht überall durchgedrungen zu sein. Und gerade bei Kleinigkeiten zeigt sich das immer wieder.

Ein gutes Hotel bietet mehr, als nur das obligatorische Stück Schokolade auf dem Kopfkissen. Warum muss ich in einer Zeit, in der die meisten Geschäftsreisenden sowieso mit UMTS unterwegs sind noch für das WLan zahlen? Und warum sehen in den meisten Hotels die Zimmer ähnlich aus?

Es sind oft die Kleinigkeiten, die mir vor Augen führen, ob man mich als Kunden schätzt oder nur als Geldlieferant. Das Beispiel mit unserem Trampolin zeigt das ganz schön. Obwohl wir keine Rechnung mehr vorliegen hatten, wurden uns die gebrochenen Standfüße anstandslos ersetzt. Wenn der Kunde erst mal gewonnen ist, beginnt die eigentlich schwierige Phase. Ich will heute als Kunde umsorgt werden, ohne gleich für jede Kleinigkeit bezahlen zu müssen. Es ist ein Unding, welche Gebühren oft in Hotlines anfallen, schon wenn ich nur eine kleine Frage zu meinem Vertrag oder dem Produkt habe.

Aber leider scheint es ein Phänomen der heutigen Zeit zu sein, dass die Produkte, die wir erwerben eigentlich bei jeglicher kleinen Fehlfunktion auf den Müll sollen. Das Unternehmen, dass mir nach dem Erwerb ihres Produktes auch danach noch hilft, dass mich auch mal ohne Gebühren oder hohe Zusatzkosten unterstützt und mir hilft, wird mich langfristig als Kunden behalten.

Die Zeiten des dummen, unreflektierenden Konsumenten neigen sich dem Ende. Wir sind informierter und beachten auch den Service nach dem Kauf. Ich glaube, in naher Zukunft werden Unternehmen, die ihre Kunden mit austauschbaren Call Center Agenten abspeisen, Probleme bekommen. Ich will kompetent und KORREKT beraten werden, und das nicht erst, nachdem ich einen Experten angefordert habe. Der Experte muss der ERSTE sein, der mit mir spricht.

Und wenn ich nur als Neukunde von speziellen Angeboten profitiere, brauchen sich Unternehmen nicht zu wundern, wenn die Kundschaft permanent die Verträge kündigt, um danach neu abzuschließen. Rabatte müssen für ALLE gelten, oder sie gelten für mich gar nicht mehr, weil ich den Anbieter wechsle. Denn merke: Auch das ist in Zeiten des Internet so einfach wie selten zu vor.

Wer sich um die Details kümmert, wer mir zeigt, dass er sich um mich als Gast, Passagier, Kunden Gedanken macht auch lange nachdem ich mein Produkt bezahlt habe, der gewinnt auf lange Sicht. Der beste Service für mein Auto kommt nicht aus einer großen Vertragswerktstatt, sondern von einem kleinen Händler, der uns ehrlich berät, uns anschreibt, wenn wichtige Termine anstehen, uns auch mal drauf hinweist, dass irgendwas nicht notwendig ist, oder wir mit etwas Geld sparen können. Eben jemand, bei dem ich den Eindruck erwecke, nicht er will an uns möglichst viel verdienen sondern er will uns als zufriedene Kunden haben. DAS ist aber in Zeiten von Großkonzernen und Wandermanagern, die von Konzern zu Konzern ziehen und zusammen mit den realitätsfernen Beratern nur noch an der Rendite schrauben und lediglich den Shareholdervalue betrachten. Euch sei eins gesagt. Beispiele wie Nokia oder jüngst Schlecker zeigen vor allem ein. Wer über der Rendite und dem Gewinnstreben Mitarbeiter UND Kunden vergisst, der wird nicht mehr lange da sein.

Der Kunde ist ein scheues Reh. Aber eines, das andere Futterquellen kennt.

Das neue Leistungsschutzrecht. Zitiert, so lange es noch geht

Wenn man sich den Gesetzsentwurf zum neuen Leistungsschutzrecht ansieht, ist das ein Totalangriff auf alle, die im Netz auch nur ansatzweise professionell bloggen. Selbst wenn ich nur auf meinem privaten Blog auch Werbung schalte, kann ich von der Contentmaf.. aeh von den Verlegern schon abgemahnt werden.

Das kann nur eines heißen. Wir müssen dagegen angehen. Wir müssen aufklären, die Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass wir bald wieder in einer Welt leben, in der nur durch die offizielle (Staats?-)Presse Informationen verteilt werden und jeder, der dazu im Netz eine eigene Meinung kundtun, mit dem Damoklesschwert der Abmahnung bedroht wird.

Udo Vetter hat hierzu unter dem Titel: Digitial kastriert eine sehr gute Analyse geschrieben.

Wer denn Gesetzentwurf direkt nachlesen will, findet ihn hier: http://www.irights.info/userfiles/RefE%20LSR.pdf

Und hier kann man eine Petition gegen das verschärfte Leistungsschutzrecht mitunterzeichnen: http://openpetition.de/petition/online/freiheit-im-internet-das-mindestmass

Neunjährige Foodbloggerin muß ihren Blog schließen! Update: Sie darf weitermachen!!

Ich rufe ja nicht zu einem Shitstorm auf, aber ich hoffe doch schon irgendwie, dass aus dieser Nachricht ein Shitstorm entsteht. Die neunjährige Martha Payne und ihr Blog „Never Seconds“ die Qualität ihres Schulessens dokumentiert und damit international für Aufmerksamkeit und in ihrer Schule für besseres Essen gesorgt.
Nun hat sie einen Maulkorb bekommen und muß ihr Blog schließen, denn sie darf keine Fotos mehr in der Schule machen! Das geht ja wohl gar nicht. Ich hoffe, es gibt einen riesigen Aufschrei in der Community und wir alle sollten Martha dringenst helfen, auch in Zukunft weiter bloggen zu dürfen. So was nenne ich Zensur!
Heute hat sie ihren letzten Blogeintrag geschrieben. Von der Schule wurde ihr verboten, weitere Fotos zu machen und Die Anweisung kam direkt von den Behörden der Region Argyll and Brute in Schottland, also dem Bezirk von Marthas Schule.

Ich hoffe, das erzeugt einen riesigen Aufschrei, wer den Politikern dort die Meinung sagen will, kann dies via Twitter oder auch direkt bei den Behörden von Argyll tun!
Und falls der Blog wirklich ganz verschwinden sollte, hier noch mal ihr letztes Posting:
Bin ehrlich gesagt fassungslos über so ein Verhalten:

 

Thursday, 14 June 2012

Goodbye.

This morning in maths I got taken out of class by my head teacher and taken to her office. I was told that I could not take any more photos of my school dinners because of a headline in a newspaper today.I only write my blog not newspapers and I am sad I am no longer allowed to take photos. I will miss sharing and rating my school dinners and I’ll miss seeing the dinners you send me too. I don’t think I will be able to finish raising enough money for a kitchen for Mary’s Meals either.Goodbye,
VEGHi,
Veg’s Dad, Dave, here. I felt it’s important to add a few bits of info to the blog tonight. Martha’s school have been brilliant and supportive from the beginning and I’d like to thank them all. I contacted Argyll and Bute Council when Martha told me what happened at school today and they told me it was their decision to ban Martha’s photography.
It is a shame that a blog that today went through 2 million hits, which has inspired debates at home and abroad and raised nearly £2000 for charity is forced to end.Dave Payne
neverseconds@gmail.comUnter: http://www.argyll-bute.gov.uk/news/2012/jun/statement-school-meals-argyll-and-bute-council gibt es eine Stellungnahme des Argyll and Bute Council, das zeigt, dass sie offensichtlich nichts begreifen. Noch ein Grund mehr, Martha beizustehen.Update 2: Wer Marys Fund helfen will, kann dies unter http://www.justgiving.com/neverseconds tun. Seit diesem unsäglichen Verbot gehen die Spenden durch die Decke, Steigerung von über 250% ! 

Update 3: Nach dem großen öffentlichen Aufruf darf Mary nun doch weiter bloggen UND fotografieren! Ich freu mich sehr! http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-glasgow-west-18454800#TWEET160058

Update 4: Und die Spendenaktion für Marys Fund hat mittlerweile über 500% mehr Spenden bekommen als geplant. So hat die Dummheit des School Council doch noch was gutes gehabt! Hier der Stand von 18:00 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 5: Ich glaube, das ganze werde ich noch etwas weiter begleiten und beobachten. Heute morgen ist der Spendenstand bereits auf unglaubliche 55,000 Pfund gestiegen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 6: Montag morgen und Martha hat mittlerweile mehr als das 1000 fache an Spenden bekommen, als eigentlich geplant war. Jetzt muss ich der Schulbehörde ja geradezu für diese Unwissenheit über den Streisandeffekt danken!

 

 

 

Rezension Social Location Marketing

Es besteht immer noch in weiten Bereichen die Meinung, Dienste wie Foursquare oder Google Places wären reine Spielerei ohne Mehrwert für Unternehmen.

Hier bietet das Buch „Social Location Marketing: Erreichen Sie Ihre Kunden mit Lokalisierungsdiensten von Simon Salt die Möglichkeit, insbesondere für Einsteiger in die Welt der Checkins und des Location Sharing zum einen einen tieferen Einblick in die Dienste und ihre Möglichkeiten zu gewinnen, zum anderen anhand von Praxisbeispielen bereits erfolgreiche Kampagnen mit Location based Services kennenzulernen.

Dabei wendet sich das Buch inhaltlich wirklich vor allem an Einsteiger, denn es werden kurz die Grundlagen der Idee Social Media vorgestellt, um dann eben jene Dienste zu präsentieren, die auf dem Bekanntgeben der Lokation des Nutzers basieren. Foursquare, Gowalla (ja, hier ist das Buch inaktuell, das ist aber wohl eher dem schnellen Wandel der Szene geschuldet) Facebook Locations und andere werden vorgestellt und auch der Neuling erhält einen tieferen Einblick in die Funktionalität und die Möglichkeiten der Apps. Der wenn man so will dritte Teil wiederum präsentiert schließlich anhand aktueller echter Umsetzungen, was man als Unternehmen aus den Lokationsdiensten an Nutzen gewinnen kann.

Salt schreibt in einem sehr gut lesbaren Stil, wirkt dabei nie oberlehrerhaft und nutzt handfeste Praxisbeispiele, um dem Leser die Möglichkeiten klar und leicht verständlich vor Augen zu führen. Das Buch gibt meiner Ansicht nach einen umfassenden Einblick in Social Location Marketing und zeigt dabei auch die Kultur und das kulturelle Denken der Community auf,  das bei keiner Social Media Aktivität außer acht gelassen werden sollte.

Alles in allem ein gelungenes Buch für den Einsteiger, der erfahrene Nutzer, der bereits die Dienste und Begrifflichkeiten kennt und nutzt wird wohl nur aus den Beispielen tieferen Nutzen ziehen.

Daher meine Wertung 4 von 5 möglichen Punkten aber auf jeden Fall ein Einsteigerempfehlung

Die Zukunft des Fernsehens aus meiner Sicht

Heute abend ist es so weit. Die letzte Folge der Rundshow wird sich mit sich selbst befassen. Na ja, eigentlich mit sich als Medium. Es geht um die Zukunft des Fernsehens. Das ist eine Frage, die auch mich interessiert. Denn letztlich schaue ich nur noch sehr selten „klassisch“ fern.

Das meiste passiert bei mir on demand. Sei es, über YouTube oder die Media Angebote von ARD und ZDF. Die Privatsender sind für mich irrelevant, da hier weder inhaltlich Glaubwürdigkeit existiert, noch der journalistische Stil, den ich schätze.

Aber ich konsumiere auch sehr gerne Videopodcasts oder höre Audiostreams wie „Not safe for work“. Es ist ein Konglomerat aus guten Amateurarbeiten, Profijournalismus und seit neuestem so spannenden Konzepten wie der Rundshow oder ZDF Login.

Für mich ist perspektivisch zweierlei zu erwarten:

Zum einen wird es immer weniger „Liveseher“ geben, die wirklich Sendungen dann sehen, wenn sie übertragen werden. HD Recorder, Streamingangebote und Mediatheken werden viele dazu bringen, dann die Sendung ihrer Wahl zu sehen, wenn sie die Zeit dafür haben. Somit muß journalistisch zeitunabhängiger produziert werden, da ich mich z.B. nicht mehr auf eine Tageszeit beziehen darf, wenn ich Programm mache und ich auch immer davon ausgehen muß, dass zum Zeitpunkt des Konsums durch den Zuschauer möglicherweise bereits andere,neuere Informationen existieren.

Und durch die immer größere Zahl alternativer Angebote,von ambitionierten Amateuren wird sich die Rolle des Journalisten wandeln. Meiner Ansicht nach aber eher zum besseren, denn er wird sich wieder mehr aus der „schnellen Nachrichtenvermittlung“ zurückziehen um Faktenrecherche, Validierung von Informationen aus dem Netz und Aggregation von Informationen zu Featuresendungen und Artikeln zu produzieren.

Ich denke, für viele Zuschauer wird das Medium Fernsehen auch in Zukunft ein reines Konsummedium sein, aber das ist ein Phänomen, das das Internet mit ihm teilt. Lediglich ein kleiner ambitionierter Kreis wird sich interaktiv mit den Medien auseinandersetzen. Aber der Rückkanal vom Zuschauer zum Fernsehen wird in Zukunft häufiger existieren und die Idee des „Secondscreen“ hat sich ja, wie man z.B. Sonntags beim Tatort oder bei Großveranstaltungen auf Twitter immer häufiger erleben kann, wo parallel zum Fernsehen über einen zweiten „medialen Kanal“ eine rege Diskussion zum Thema herrscht. Mein Wunsch für viel mehr Sendungen, in denen es um Diskussion und Teilhabe der Bürger geht. Twitterwalls, Twitterticker, Google Hangouts. Partizipation a la Rundshow muss nicht immer sein, aber es gibt viele Formate, wo ich mir das wünschen und für eine spannende und gute Sache halten würde!

Mein Fazit: Trotz aller technischer Hürden durch mangelnde Bandbreite etc.. Die Rundshow als Konzept sehe ich als Wegweiser in neue Möglichkeiten der Partizipation und der weit offeneren Diskussion, als bislang, wo zu TV Talkshows doch eh immer nur „die üblichen Verdächtigen“ geladen wurden.

Secondscreen, oder wenn Social Media das Fernsehen wachküsst

Couchfunk mit dem bislang interessantesten all in one Angebot zum Second Screen Prinzip

Secondscreen, ein neues Buzzword, das nicht erst seit der re:publica in aller Munde ist. Was versteht man darunter? Im Prinzip ist es ganz einfach, es ist die Verknüpfung von Fernsehen und Social Media. Mit die ersten Nutzer waren Twitterer, die mit Leidenschaft und Verve TV Ereignisse kommentierten und kommentieren. So hat sich am Sonntag abend zum Beispiel eine regelmäßige Gemeinde etabliert, die über den neuesten Tatort diskutiert oder konnte man, selbst wenn man nicht zusah, den European Song Contest indirekt mitverfolgen.

Aber mittlerweile weitet sich das ganze auf spezielle Dienste aus. So bieten getglue.com oder  gomiso.com via Webseite oder mobile App die Möglichkeit, sich zu bestimmten TV oder Filmevents einzuchecken und damit ähnlich Foursquare Badges zu sammeln.
Ganz neu auch Couchfunk, das neben dem Einchecken auch noch die Kommentare zur Sendung aus verschiedenen Social Media Kanälen aggregiert und zentral bereitstellt.

Die Rundshow vom Bayrischen Rundfunk

Mittlerweile planen auch die großen TV Sender eigene Second Screen Anwendungen, so startete erst vor kurzem mit der Rundshow von Daniel Fiene und Richard Gutjahr eine Sendung, bei der der Zuschauer via Google Hangout bereits aktiv teilnehmen kann.

Wir sehen, selbst das klassische EinwegTV wandelt sich in Zeiten von Social Media zu einem interaktiven Kanal. Und wenn erst einmal jedes neu verkaufte TV Gerät auch Internet integriert hat, wird der Kanal zurück zum Sender noch an Bedeutung gewinnen. So wird langsam aber sicher aus einem Konsumentenprodukt ein Interaktionsprodukt. Und ich finde, dadurch können wir alle nur gewinnen.

Picplz schließt seine Pforten. Ein weiterer Fotodienst ist weg.

Wie auf der Seite von Picplz zu lesen ist, macht der Dienst am 3. Juli zu. Bis dahin kann jeder, der den Dienst bislang nutzte, seine Bilder von dort noch herunterladen.
Man sieht mal wieder, dass gerade Bilderdienste nicht unbedingt ein wirklich sicherer Hafen für die Archivierung der eigenen Erinnerungen sind:

Hier noch die Ankündigung:

 

„On July 3, 2012, picplz will shut down permanently and all photos and data will be deleted.
To download your photos, choose Your Photos below and click the Download link next to each of your photos that you want to save. Thank you for your support of picplz and we apologize for any inconvenience this may cause you.“

 

Gut, dass ich bereits zu Instagram gewechselt habe und parallel meine gesamten Bilder auch noch lokal sichere und bei Google Drive.
Man sollte sich niemals nur auf einen Dienst verlassen.