Eine gekonnte, ausgewogene Balance aus dezenten Farben, subtiler Animation und Inhalten die bewegen.


Tja, es überrascht mich eigentlich nicht, dass die elektronische Lohnsteuerkarte nun doch nicht im nächsten Jahr kommt und ein Chaos droht:
Ich gehe vielmehr davon aus, das genau das passiert ist, was in vielen IT-Projekten passiert.
Ein unnötig aufgeblähter Verwaltungsapparat verliert sich in seiner eigenen Planung, will von den Softwarentwicklern, die eigentlich eh nur als Störfaktor gesehen werden, von dem man abhängig ist fixe Termine bzw. ein Ja oder Nein zu Terminplanungen, wo die vielschichtige Ingenieursantwort viel ehrlicher wäre, kürzt willkürlich Aufwände, weil Geld zu sparen wichtiger ist, als Qualität zu liefern und wundert sich dann über Verzögerungen, Fehler oder gar abgebrochene Projekte. Neuentwicklungen brauchen Zeit und die Möglichkeit, auch zu entwickeln. Aber der Softwareentwickler wird vielerorts nur als Kostenfaktor gerechnet, den man am liebsten durch billige Entwickler aus dem asiatischen Raum oder gar Codegeneratoren ersetzen möchte. Hauptsache, die Verwaltung behält ihre meist überflüssigen Pöstchen.
Wundert mich nicht, nein gar nicht. Aber ärgert mich. Denn so wird die Softwareentwicklung in ihrem Ruf durch Verwaltungswasserköpfe geschädigt. Seltsam z.B. dass in der Open Source Szene das viel besser läuft, wo es keinen riesigen Verwaltungswasserkopf gibt. Und die innovativsten Apps im neu entstehenden Markt für mobile Anwendungen wurden von kleinen Teams entwickelt.
Ich lasse den Film mal für sich sprechen: Er soll ja viral funktionieren, mich würde interessieren, kommt für euch die Botschaft rüber?
Wer mehr über die Aktion wissen will, auf www.generationawake.eu oder www.facebook.com/
Kastendenken? Hier? Bei uns? Niemals werden jetzt einige rufen. Aber langsam, nicht zu voreilig. Wer hat es nicht schon erlebt, dass bei der Lösung eines neuen Problems alle Beteiligten IHRE Lösung, da etabliert und funktionsfähig als die einzig selig machende verkauft haben.
Wer kennt schon wirklich Geschäfte, die an der Lösung MEINES Problems interessiert sind und nicht daran, mir IHR Produkt zu verkaufen.
Und mit ein Teil der Bankenkrise war doch auch, dass an den eigenen Profit, die eigene Firma gedacht wurde, und die globalen Zusammenhänge auch gesellschaftlicher Art, wenn vielleicht auch nicht ignoriert, so doch sehenden Auges in Kauf genommen wurden, um den eigenen Profit zu maximieren.
Schon längst leben wir in einer Welt, in der wir hochgradig vernetzt und voneinander abhängig sind, denken aber immer noch in individuellen und ichbezogenen Kategorien.
Damit lösen wir die anstehenden Probleme, sei es die Finanzmarktkrise, sei es Umweltschutz oder die immer grössere Ungerechtigkeit in der Gesellschaft nicht.
Was wir brauchen ist viel stärkeres interdisziplinäres Denken, Kooperation jenseits von Konkurrenzdenken.
Die sozialen Medien machen es in vielen Bereichen vor, wo Menschen sich zusammentun (crowdsourcen) um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Der Markt wird es schon richten. Diese Theorie ist leider ebenso wenig realistisch wie die Denkweise, wenn ich für mich das Optimum heraushole und das jeder so macht, werden wir alle ein Optimum haben. Völlig falsch aber manchmal bekommt man den Eindruck. Denn insgeheim denken doch viele „Jeder ist sich selbst der Nächste“ oder „wenn ich das nicht mache, macht es ein anderer“.
An die Stelle von Egoismus, Karrieredenken und Konkurrenz muss meiner Ansicht nach ein Denken in Netzwerken , in größeren Zusammenhängen stehen. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Kommunismus oder Antikapitalismus zu tun. Sondern letztlich mit einer adäquaten Antwort auf die komplexe, hochgradig vernetzte Welt, in der wir heute leben. Wer diese Vernetzung zu Gunsten seines eigenen Profits und Erfolgs ignoriert, wird zwangsläufig früher oder später ab gestraft. Strahlendes, wenn auch unschönes Beispiel : Die Finanzkrise
Die Zeit titelt aktuell: Weniger Stress, mehr Sinn.. Eine eigentlich berechtigte Frage, die man aber zumindest als Arbeitnehmer und als Konsument nicht stellen durfte. Darf man es eigentlich heute? Ich wage es zu bezweifeln.

Denn seien wir doch mal ehrlich. Vieles unseres Konsumentenverhaltens und vieles, was in der Wirtschaft geschieht, kann man schon seit langem nicht mehr mit einer tieferen Sinnhaftigkeit erklären.
Immer mehr Burnouts immer mehr Klagen über sinnentleerte Tätigkeiten, reines Profitstreben oder immer höheren Leistungsanspruch bringen Menschen dazu, das System als ganzes zu hinterfragen. Auch die Bankenkrise hat hier ihr Schärflein dazu beigetragen durch Banken, die Profite sofort in die eigene Tasche stecken und Verluste viel lieber vom Staat, also vom Bürger bezahlen lassen.
Eine Kultur der Spitzenleistung vergisst leider viel zu oft, dass niemand Spitzenleistung auf Dauer ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen liefern kann. Selbst Spitzensportler benötigen Ruhephasen. Und was ist so schlimm an einer konstant guten und völlig ausreichenden Leistung, wenn dadurch Gesundheit und Motivation des Einzelnen viel besser geschützt werden.
Aber erst durch die Wiederholung der Krise, durch die Offenbarmachung der Unbelehrbarkeit einer Wirtschaft, die Gewinn und Shareholder Value vor alles stellt, wagen wir es, in der Öffentlichkeit über Themen laut nachzudenken, für die wir vor kurzem noch als Kommunist abgestempelt, und mit der Frage konfrontiert worden wären, ob wir denn die DDR wieder haben wollen.
Es geht aber vielmehr darum, dass immer mehr Menschen ein System hinterfragen, das offensichtlich materielle Werte und im Moment gar immaterielle, virtuelle Werte wie Börsenkurse vor das Glück derer stellt, für die die Wirtschaft eigentlich da sein sollte. Wirtschaft zum Selbstzweck mag ja manchem Manager gefallen, der sich von Chefsessel zu Chefsessel hangelt, stehts nur bestrebt, den Gewinn zu steigern, wenig interessiert daran, wie es den Kunden, geschweige denn den Mitarbeitern dabei geht.
Das jetzt die Wirtschaft zu spüren bekommt, was für Auswirkungen es hat, wenn man eine Kultur und eine Denkweise propagiert, die den vereinzelten Humanressourcenlieferanten vor gesellschaftliche Werte wie Zusammenhalt, nachhaltiges Wirtschaften, Familie und Bildung stellt, das war zu erwarten.
Pech nur, dass gerade jetzt der Einzelne darüber nachzudenken beginnt, ob er die Prämissen der Wirtschaft nach stetigem Wachstum, nach immer mehr Besitz überhaupt mitzutragen bereit ist. Denn die Frage, wofür das ganze kann die Wirtschaft nur mit Blick auf das eigene Unternehmen, nicht aber auf die Gesellschaft beantworten, zumindest nicht mehr, seit durch Börsencrashs, Immobilienblasen und Finanzmarktkrisen offensichtlich geworden ist, dass schon seit längerem nur noch des Profits wegen gewirtschaftet wird.
Für mich werden sich in den kommenden Jahren deshalb zwei grosse Megatrends ganz deutlich etablieren. Zum einen wird, auch bedingt durch eine Verlagerung des Marktes von einem Arbeitgebermarkt hin zu einem Arbeitnehmermarkt der einzelne viel selbstbewusster fragen: Will ich den ganzen Stress, will ich eine Karriere, unter der meine Familie, mein Privatleben leidet? Brauche ich all den Plunder überhaupt?

Zum anderen wird man erleben, dass gerade die gut ausgebildeten, gefragten Bevölkerungsschichten, also gerade diejenigen, die in der kommenden Wissensgesellschaft gefragt sein werden immer mehr die eine, wirklich interessante Frage stellen werden: Was macht meine Tätigkeit für einen Sinn? Muss ich meine Existenz überhaupt aus dem Beruf definieren? Bin ich wirklich ein besserer Mensch, wenn ich täglich Überstunden schiebe und Gesundheit und Privatleben für den Beruf opfere? Wir werden etwas erleben, das die ZEIT mit dem Begriff des Downshifting bezeichnet. Nicht mehr alleine für den Beruf leben, Sinn nicht mehr aus dem Beruf definieren, sondern sich viel mehr eigene Freiräume für Projekte und Tätigkeiten schaffen, die einem wirklich am Herzen liegen oder auf der Seele brennen.
Auch das ist meiner Ansicht nach ein sehr wichtiger Aspekt des Arbeitsplatzes der Zukunft. Gute Leistung bedingt auch ein gutes, leistungsförderndes und motivierendes Umfeld. Der Mensch ist mehr als Kostenfaktor und mehr als Humanressource.
Und spätestens in der immer verwobeneren, vernetzteren Welt der sozialen Medien wird die strikte Trennung zwischen Arbeitnehmer, Kunde und Privatperson sich auflösen. Spätestens dann ist es dringend angeraten, auch die Sinnhaftigkeit und die Arbeitsmotivation in den Vordergrund zu rücken.
Tja, liebe NPDler, man sollte sich schon etwas bilden, bevor man völligen Blödsinn blubbert. Die NPD wollte Anglizismen aus der deutschen Sprache verdammen, tja, aber das ist halt nicht so trivial wie die NPD sich das vorstellt: Vielen Dank Miro Jennerjahn dafür, dass sie der NPD gezeigt haben, dass nicht alles so einfältig lösbar ist.
Die Feder ist manchmal halt doch mächtiger, als das Schwert!
Hier das Video zum goutieren 😉

Am 20. Oktober war auch ich dabei beim Jamcamp der IBM. Als Zuhörer aber auch als Vortragender. Spannende Themen rund um die Möglichkeiten einer mobilen Arbeitswelt und Crowdsourcing als gänzlich neuer Aspekt der Arbeitswelt von morgen haben mich doch stark darin bestätigt, mich weiterhin intensiv mit dieser Fragestellung zu befassen.
Und ja, wir haben technologisch heute die Möglichkeit, komplett unabhängig von Ort und Zeit zu arbeiten. Aber es bedarf eines Kulturwandels, der, wie mir Diskussionsteilnehmer bei meiner Breakout Session dankenswerterweise aufgezeigt haben, weit über die Arbeitswelt hinaus gehen muss. Arbeit muss völlig neu bewertet werden und gesellschaftlich mehr nach ihrem Effekt denn nach der aufgewendeten Zeit gesehen werden.

Und was ich ebenso mitgenommen habe: Der Kunde hat durch die sozialen Medien immer mehr Relevanz für die Entscheidungen des Unternehmens.
Es genügt nicht mehr, Fans auf Facebook zu sammeln, viel wichtiger ist relevanter Content, der auch auf Augenhöhe geliefert wird. Marketing als Einwegkanal ist vorüber, jetzt ist echter Dialog gefragt.
Mein Vortrag ist ab 01:58 zu sehen.
Ansonsten kann ich der Orga für das gesamte Ambiente, die Settings, das Equipment für die Präsentatoren nur ein höchstes Lob aussprechen. Dank auch an @digialnaiv Stefan Pfeiffer für das erneute Vertrauen in mich als Vortragenden. Sehr gut gemacht. Ok, eine Anmerkung, aber die gabs ja schon öfter. Das nächste Mal muss definitiv der Twitter Nick auf das Namensschild.

Und zum Abschluss noch ein schönes Zitat aus meinem persönlichen Highlight des Tages, dem Vortrag von Gunter Dueck: „Nicht nur mehr Leute mit Abitur, sondern die Bildung eine ganze Stufe heben.“ Definitive Zustimmung von einem INFP (Die Zuhörer wissen, was gemeint ist ;))
Und eine persönliche Erkenntnis: Blogger sind INFP und suchen nach Relevanz/Bedeutung.
Nachdem die Recherchen von Susanne Popp jetzt ja doch für einiges Aufsehen in der Social Media Szene gesorgt haben, meldet sich jetzt Weleda zu Wort und dementiert jegliche Manipulation ihrer Fan Seiten.
Welche Schlüsse lassen sich aus diesem Fall ziehen?
Zum einen hat Weleda hier richtig reagiert, in dem es zu den Vorwürfen Stellung nimmt. Letztlich merkt man aber auch, dass soziale Netzwerke gerade wenn sie auch mit anonymen Accounts arbeiten, nicht gefeit vor Vorwürfen sind und gleichzeitig eine Kontrolle des Verhaltens und dem Vermeiden von Betrügereien lassen sich schwer verhindern und Authentizität von Nutzern lassen sich schwer nachvollziehen.
Möglicherweise liegt hier auch einer der Gründe für die Klarnamenpflicht, die Google+ weiterhin verlangt. Möglicherweise liegt dahinter das Interesse, die Qualität der Postings auf einem höheren Niveau zu halten. Denn was auch ich in meinem Blog zu spüren bekam. Sobald man anonym posten kann, werden die Texte sehr schnell persönlich und beleidigend. Das ist aber kritisch, gerade für ein Unternehmen, das ja von einem positiven Image lebt.
Es bleibt zu beobachten, wie die Geschichte sich weiter entwickelt. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Es mag Fake Postings gegeben haben, jetzt wäre es aber für alle Beteiligten zuallererst an der Zeit, in Kontakt miteinander zu treten und die Sache auf einem ruhigen und sachlichen Level zu klären.