Interessantes Phänomen. Da bringt der bekennende unreflektierte Medienhasser Dr. Manfred Spitzer ein neues Buch auf den Markt, dass uns weiß machen will, der Computer mache dumm (was diverse Studien längst widerlegt haben, die Spitzer aber ignoriert oder nicht ernst nimmt) und die Medien stürzen sich auf ihn und zerren ihn von einem Interview zum nächsten.
Dabei gibt es im Netz diverse Artikel und Arbeiten, die nachweisen, dass Spitzers Thesen wenn nicht gar falsch, sehr schwammig und wissenschaftlich nicht belegt sind. Er spricht oft von Studien, die etwas belegen, ohne sie zu benennen, pauschalisiert und verwechselt des häufigeren Korrelation mit Kausalität. Ich empfehle hierzu gerne unter anderem:
Aber der Durchschnittsbürger fühlt sich bestätigt und bringt seinen Kindern statt Medienkompetenz Medienignoranz bei. Und züchtet sich damit die nächste Generation von unreflektierten Privatfernsehschauern heran. Herr Spitzer. So nicht.
So sieht der Arbeitsplatz aus, an dem ich als Blogger, Autor, Coach und Berater meine kreativsten Einfälle habe. Mal ehrlich: In welchem Unternehmen dürfte ich mich so einrichten. Und Google gilt jetzt nicht 😉
TecChannel schreibt: Straffe Regeln demotivieren Mitarbeiter. Bei der Nachricht könnte ich quasi an der Reaktion meines Gegenübers ablesen, wo diese oder dieser in der Hierarchie steht. Der „normale“ Mitarbeiter wird wissend nicken, während die bereits aufgestiegene sogenannte Führungskraft sich verblüfft geben wird (wobei ich wette, innerlich nickt auch hier die Mehrheit). Denn mal ehrlich. In vielen Unternehmen gelten Umgangsformen und Regelungen, die mehr an die Schulzeit mit Zeugnissen und Bestrafungen erinnern, als an einen erwachsenen Umgang miteinander. Da werden nicht nur Ziele miteinander vereinbart, sondern nach bestimmten Intervallen diese Ziele wie in einem Schulsystem abgefragt und deren Ergebnisse in der Personalakte hinterlegt (erinnert nur mich das an Schulzeugnisse)? Da werden Mitarbeiter in Projekte gesteckt, ohne sie wirklich zu fragen oder es werden Auswahlprozesse angestossen, mit Experten besetzt, deren Ergebnisse dann durch eine Präferenz einer höheren Instanz einfach überschrieben werden. Mitarbeiter werden in ihrem Surfverhalten überwacht (Führungskräfte seltsamerweise oft nicht) oder es wird vorgeschrieben, was auf dem persönlichen Arbeitsplatz nicht zu stehen hat und was dort „geduldet“ wird. Ja ich habe in meinen Beratungen sogar schon von Mitarbeitern gehört, dass sie in ihrer Arbeitsmethodik kritisiert wurden, weil diese nicht der Erwartungshaltung ihres Vorgesetzten entsprach (hab ich aber auch schon im Laufe meines bisherigen Arbeitslebens erlebt, Gott sei Dank bei mir ein Einzelfall).
Wie kann aber ein Unternehmen überhaupt vom Mitarbeiter als Mitunternehmer sprechen, wenn es diese oder diesen nicht auch wie einen erwachsenen Menschen behandelt. Es mag manchen überraschen, aber wer zu stark kontrolliert, der erreicht das Gegenteil und das in mehrfacher Hinsicht. Denn dann werden die Mitarbeiter zum einen immer mehr damit beschäftigt sein, die Kontrollinstrumente möglichst positiv zu befüttern (wohlgemerkt, positiv, nicht ehrlich, ich erinnere nur an die berühmte rote Ampel, die dann in der Vorstandsetage plötzlich grün ist) zum anderen wird die Arbeit nicht mehr unter dem Gesichtspunkt, optimales Ergebnis erledigt, sondern oft unter dem Aspekt, optimale Wirkung für eine positive Bewertung meiner Arbeit. Dass das nicht zwangsläufig das gleiche sein muss, erlebt man immer dann, wenn sich Vorgesetzte wundern, dass plötzlich Misstände auftauchen, die ihnen so nie zugetragen wurden, oder wenn Projektleiter sich wundern, warum kurz vor Deadline plötzlich offenbar wird, dass das Projekt gar nicht in time und Budget fertig wird.
Wir wollen wie Erwachsene behandelt werden, das klappt mittlerweile, bis auf einige Ausnahmen in der Politik und der Werbung schon ganz gut. Aber das gleiche gilt auch im Beruf. Einer der Aspekte, auf den ich bei meiner Recherche über Menschen, die vom Angestellten zum Freiberufler wurden,immer wieder gestossen bin ist, dass sie es sehr schätzen, endlich erwachsener behandelt zu werden, nicht mehr dauernd überall kontrolliert und gegängelt zu werden. Und Unternehmen, die das auch bei Externen versuchen, wundern sich oft, warum dann die Fluktuation so groß ist. Je mehr Messlatten ich an meine Mitarbeiter anlege, um so unfreier, fremdbestimmter arbeiten diese.
Und das ist nun wirklich etwas, was die Arbeitspsychologie hinlänglich belegt: Wer selbstbestimmt eigenmotiviert arbeitet erzielt deutlich bessere Leistungen als der fremdbestimmte, und fremdmotivierte Mitarbeiter. Warum da aber sich so wenig ändert? Weil dann zum einen ganze Hierarchieebenen plötzlich überflüssig wären, die sich mit der Überwachung und Steuerung (sie nennen es oft Ergebnissicherung) befasst sind. Zum anderen, weil dann der Kontrollverlust groß wäre und die Charaktere, die heutzutage Führungspositionen einnehmen vermutlich große Probleme damit hätten, Menschen nicht mehr per Order vom Mufti lenken könnten, sondern als Coach, als Unterstützer und Möglichmacher fungieren müssten.
Erfreulich, wenn man sich mal intensiver mit den Chancen der digitalen (R)evolution für die Literatur und Kultur beschäftigt.
Schön, wenn man über Facebook auch mal so einen interessanten Kontakt knüpft. Die Plattform Litflow war auf mein Blog aufmerksam geworden und informierte mich über die eigene neue Plattform litflow, die sich mit neuen Konzepten für Literatur in Zeiten von EBook und Social Media interessiert. Das ist es mir doch gleich mal wert, hier eine Empfehlung für einen Besuch auszusprechen, da ich schon einige sehr spannende Artikel dort gefunden habe. Litflow schreibt über sich selbst: „Die Literatur wird von der Zukunft eingeholt. Digitale Technologien und Entwicklungen im Netz dynamisieren den gesamten Kulturbetrieb. Mit „LitFlow“ initiiert die Kulturstiftung des Bundes einen öffentlichen Thinktank, der sich mit diesen Veränderungen beschäftigt.
Zusammen mit internationalen Experten denken wir über neuartige Formen der Produktion, Distribution und Rezeption der nächsten Literatur nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Projekte sich in den kommenden dreißig Jahren etablieren könnten.
Der Thinktank wird vom LitFlow-MAGAZIN begleitet. Dort sammeln und kommentieren Guido Graf, Stephan Porombka, Kay Steinke und Karl W. Flender täglich Projekte, Ideen und Ereignisse, die uns Hinweise darauf geben, wie sich der mediale Rahmen für die Literatur, die Literaturvermittlung und die Literaturwissenschaft verändert und wie das Schreiben, Lesen und Publizieren neu definiert wird.“
Ein wichtiger Schritt, Kultur weiterzudenken in Zeiten zunehmender Digitalisierung und auch mal über die neuen Möglichkeiten zu disktutieren, statt stets nur den Untergang der Kultur heraufzubeschwören.
Zum anderen zeigt es mir aber auch, dass offensichtlich immer noch viele Nutzer wenig bis gar nicht über die Sicherheit der eigenen Daten nachdenken. Man mag mir jetzt sagen, ja, aber ich schicke da ja auch nichts sensibles. Aber wer kann das schon von seinem Gegenüber behaupten?
Man muss sich immer bewußt machen, welches Medium man für welche Art der Kommunikation verwendet. Blackberries senden oft über Server in den USA und dort ist der Umgang mit dem Datenschutz etwa so vertrauenswürdig wie in China. Für mich gilt deshalb. Entweder, was ich über solche Dienste versende ist so unverfänglich, dass es getrost mitgelesen werden kann, oder ich verwende dieses Medium nicht bzw. sorge selbst für Datensicherheit zum Beispiel durch Mails mit digitaler Signatur oder gleich verschlüsselten und gepackten Archiven.
Dann liest sich die Schlagzeile auch gar nicht mehr so schlimm. Denn letztlich stelle ich ja auch auf Facebook keine vertraulichen Daten, und poste nichts, was ich nicht auch auf einer Plakatwand lesen wollte.
Und wenn mir der eine oder andere vorwirft, durch meine extensive Verwendung von Google Diensten würde ich Google all meine Daten überlassen, dann kann ich nur sagen, ja und? Das Geschäftsmodell von Google besteht darin, aus den Daten für Kunden optimale Werbeplatzierungen zu verkaufen, nicht, meine Daten zu verhökern und damit aus der eigenen „Kontrolle“ zu geben. Auch das Management von Google weiß, dass, sollte ein solcher Datenverkauf ruchbar werden, und in Zeiten von Wikileaks und Social Media Shitstorms würde das früher oder später passieren, das Geschäftsmodell von Google von heute auf Morgen tot wäre, ebenso wie Google+ und Android als Plattform.
Insofern, lieber nutze ich die großen Player, auf die alles kritisch blickt, als kleine Dienste, die so gut wie gar nicht in den Augen der Öffentlichkeit erscheinen.
Vodafone erlebte das gerade. Da hat sich eine unzufriedene Kundin auf Facebook beschwert und, soweit gut gehandelt bekam auch ein erstes Feedback. Dann aber ging das Vodafone Social Media Team nach eigener Aussage ins Wochenende und niemand überwachte mehr, was auf Facebook geschah. Böser Fehler, denn genau zum Wochenende brach der Shitstorm los, der jetzt nur noch schwer einzudämmen ist.Bereits in meinem Blogbeitrag Social Media im Unternehmen: Holt euch die Szene für diesen Fulltime Job habe ich darauf hingewiesen, dass es eine gewisse Leidenschaft für Social Media benötigt, um einen guten Job zu machen. Social Media, ernst genommen ist nichts für so mal nebenher und schon gar nichts für einen 9-17 Uhr Bürojob. Es ist zu einem guten Teil auch eine Einstellungssache und es bedarf mehr Ernsthaftigkeit im Umgang mit Kunden auf Augenhöhe, als es so manchem lieb sein mag.
Deshalb, verabschiedet euch davon, Social Media so mal eben on top zu machen, wenn ihr euch ernsthaft in dem Umfeld bewegen wollt. Da braucht es mehr, und zwar in house, denn auch eine Agentur wird nicht die authentische Kommunikation schaffen, die die eigenen, engagierten und Social Media affinen Mitarbeiter schaffen.
Die Generation Y ist von zwei Dingen geprägt: Einem tiefen Misstrauen gegen Werbung, weil sie genug gebrochene Werbeversprechen erlebt hat und einem Wunsch nach Austausch, der sehr schnell dazu führt, dass aus einem kleinen Fehler eine große Lawine werden kann.
Tarnungen von links nach rechts. Tarngehäuse für ein Tablet mit 10 Zoll , Tarnung für Smartphone oder 7 Zoll Tablet, Tarnung für Smartphone (in diesem Fall echter Totholzorganizer meiner Frau, aber Smartphone getestet 😉 ) alle drei von Roterfaden.de
Bevor ich gleich mit Beschwerden bombardiert werde. Dieser Artikel ist zwar in der Erläuterung meiner Arbeitstechniken ernst gemeint, aber zwecks angenehmerer und unterhaltsamerer Lesbarkeit mit einem guten Quäntchen Ironie unterfüttert.
Es ist schon knapp 9 Jahre her, da hatte ich meinen ersten Kontakt mit Totholzallergikernfetischisten. Mir wurde damals in einem „Mitarbeitergespräch“ vorgeworfen, ich würde mich schlecht organisieren, da man von mir keine Todo Listen sehen würde, ich aber dauernd mit diesem „Spielzeug“ (ein PDA von HP) rumspielen würde.
Unnötig zu erwähnen, dass meine Erklärung, ich würde meine Todo Liste (wie ich es schon lange vorher getan hatte) auf dem digitalen Assistenten führen auf taube Ohren stieß. Nein, im Gegenteil, wie ein kleines Kind wurde ich dazu verdonnert, meine Todo Liste auf Papier zu führen und jede Woche vorzulegen. Na ja, das tat ich dann.. Besser gesagt, ich schrieb ein paar wenige Kernaufgaben meiner viel umfangreicheren digitalen Todo Liste auf Papier, von denen ich wusste, dass sie beeindruckend wirkten, aber in der Erledigung mit hoher Sicherheit in der nächsten Woche erledigt waren. Schwupps, war man mit mir zufrieden, obwohl ich an meiner Arbeitsorganisation kein Jota geändert hatte.
Ein Beispiel für die „Tarnung“ meines Transformer Tablets. Immer am Mann, wenn ich Termine plane, Mindmaps erstellen oder Dokumente aus der Cloud mit mir führen will, aber unauffällig in digitalallergiebedrohten Meetings und bei Totholzfanatikern
Nachdem ich mich eine Zeit lang (viel zu lange im Nachhinein) persönlich angegriffen gefühlt hatte, wurde mir letztlich klar, nicht ich habe ein Problem, ich war auf eine ganz besondere Form einer Allergie gestossen. Den Digitalallergiker, der meist in Verbindung mit einem gewissen Totholzfetischismus auftaucht. Deutliche Symptome: Eine Liebe zu allem aus Papier, häufiges Klagen über diese furchtbaren Computer und diesen ganzen digitalen Kram, den „man ja überhaupt nicht brauche, man habe früher ja auch ohne gearbeitet“. Seitdem erlebe ich dieses Phänomen immer wieder, selbst heute in Zeiten des Blackberry Fetischismus in Managementetagen noch immer. Stets, wenn ich Unternehmen oder Mitarbeiter im Bereich der digitalen Arbeitsorganisation oder im Umgang mit Social Media coache, stosse ich auf die gleichen Symptome der Digitalallergie. Während der eine oder andere bereits in der Gegenwart angekommen ist, muss ich in Beratungen und Coachings sehr sensibel mit den auch anwesenden Digitalallergikern umgehen. Man erkennt sie sehr deutlich an Äußerungen wie: „Diesen ganzen Kram brauche wir nicht“ oder auch „seit es dieses Werkzeug X oder Y gibt, wird alles nur noch komplizierter“.
Mittlerweile bin ich oft in einer anderen Rolle unterwegs, nämlich der des „externen Beraters“ oder „Coaches“ und habe als Aufgabe oft, eine kritsche Gruppe von „Totholzfetischisten“ mit nur wenigen digital affinen Teilnehmern vom Nutzen digitaler Endgeräte und den Potentialen von Social Media Vernetzung zu überzeugen.
Die Herausforderung hier besteht darin, zum einen für die bereits in der digitalen Welt Angekommenen Verständnis zu fördern und die Akzeptanz dafür zu steigern, dass man nicht nur dann arbeitet, wenn man das auf Papier tut. Gleichzeitig gilt es auch das Verständnis dafür zu schärfen, dass es tatsächlich normal sein kann, eine EMail auszudrucken, etwas mit Handschrift hinzuzufügen um diese EMail dann per Hauspost oder FAX! zurückzusenden.
Und in Zeiten von Social Media muss ich meine Beratung oft noch um den Aspekt ergänzen, dass es durchaus auch beruflich sinnvoll sein kann, auf Twitter oder Facebook präsent zu sein, und das es definitiv nicht so ist, dass Facebook von Geheimdokumenten aus Unternehmen und peinlichen Partybildern nur so strotzt. Das scheint eine neue Form der Digitalallergie zu sein und sie ist leider immer noch weit verbreitet.
Klinge ich ironisch? Mag sein, bei manchen Digitalallergikern, vor allem bei denen, die es, zum Beispiel weil sie im Online Umfeld oder der IT arbeiten besser wissen müssten, kann ich nur innerlich schmunzeln. Aber man muss die Digitalallergiker ernst nehmen, denn nur wenn man deren Akzeptanz, oder wenigstens das widerwillige Tolerieren erreicht hat, werden neue Projekte zum Erfolg führen.
Auch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften gibts bei mir meist digital. Einfach handlicher.
Und zumindest in einem Punkt kann ich oft überzeugen, nämlich wenn es darum geht, wie ich mit der vor allem für Totholzfetischisten, die meist nur das Lesen einer Tageszeitung gewohnt sind überwältigenden Flut von zumeist digitalen Informationen umgehe. Wenn diese dann erfahren, dass für mich der Morgen ebenfalls mit dem Lesen einer Zeitung, nämlich meiner für mich persönlich aus verschiedenen Feeds zusammengestellten persönlichen Tageszeitung (für die Digitalen meiner Leser: Feedly ist der Kern, der Google Reader der Lieferant) beginnt, und ich meist insgesamt knapp 30-45 Minuten dafür brauche, dann aber bereits neue Artikel selektiert, neue Themen für den Blog gefunden, einige spannende Artikel via Buffer für meine Follower und Leser vorbereitet habe, dann können selbst die härtesten Gegner nicht leugnen, dass es offensichtlich auch den einen oder anderen praktischen Aspekt gibt.
Doch auch dann endet das ganze meist mit „also ich bleib bei meiner Zeitung aus Papier, die ist viel besser.“. Spätestens dann zeigt sich, dass das Licht am Ende des Tunnels noch seeeehr weit entfernt ist.Das ist auch der Grund, warum ich oft, vor allem wenn ich im Teilnehmerkreis Digitalallergiker vermute, meine elektronischen Helfer tarne. Mein engeres Umfeld kennt meine Pseudoschutzhüllen, die oft wirklich nicht mehr als das sind, da ich kaum noch ernsthaft auf Papier arbeite, schon, weil mir das spätere Übertragen ins digitale Format viel zu umständlich ist. Aber dafür sehen meine Tarnkappen für meine digitalen Todo Listen und Notizen zumindest businessgerecht und elegant aus. Frei nach dem Motto: „If you can’t beat them, join them.“
Wir erleben letztlich einen Paradigmenwechsel, der aber erst dann wirklich vollzogen ist, wenn die Generation derer, die mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, auch in den Entscheiderpositionen angekommen ist. Bis dahin wird es immer noch Bedenkenträger geben, Menschen, die in tradierten Arbeitsweisen und Denkmustern verhaftet sind. Und man muß sie mitnehmen, integrieren, sonst scheitern innovative Projekte oder Änderungen in den Arbeitsmethodiken schon im Ansatz. Idealerweise identifiziert man einige der Meinungsbilder mit ausgeprägtem Totholzfetischismus und erreicht hier zumindest eine gewisse Akzeptanz. Dann hat man bereits den Samen der Innovation in das Unternehmen oder das Team getragen.
Und für alle, die wissen wollen, wie ich mich denn nun organisiere, hier die Liste meiner Werkzeuge:
Google Calendar, Drive und Mail,
dazu Toodledo für die Todos,
DGT GTD Getting Things Done Client auf Smartphone und Tablet, der mit Toodledo synchronisiert,
und für „all those Office things“ Libre Office auf dem PC und QuickOfficePro auf dem Tablet
Oh, und immer etwas beschriebenes Papier und den einen oder anderen Ausdruck „zur Tarnung“.
That’s it
Update: Ganz vergessen, den Anstoß zu diesem Artikel gab der Artikel von @luebue: „Das ist jetzt nicht privat“
Ein Ordnungssystem, das individuell für den Kunden angepasst werden kann und auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt
Eine hochspannende Webseite ist http://www.leaplocal.org/. Dort bietet sich die Möglichkeit, auf Reisen mit lokalen Reiseführern in Verbindung zu treten, die sich nicht nur mit der Region WIRKLICH auskennen sondern auch noch die regionale Wirtschaft zu unterstützen.
Das ist für mich schlicht einer der vielversprechendsten Trends im Moment. Regionale Dienste über das Internet einer großen Masse verfügbar zu machen. Was Firmen wie manomama oder roterfaden bereits als Vermarktungsweg nutzen, streut jetzt auch in die Tourismusbranche. Anstelle eines Pauschaltourismus, bei dem man wie viele andere rationell aber nicht unbedingt individuell und schon gar nicht speziell auf die Region abgestimmt durch Tourismusgebiete geschleust wird, kann man sich bei leaplocal mit lokalen Dienstleistern verbinden, die sich mit der Region auskennen und oft auch ein deutlich nachhaltigeres Unternehmenskonzept vertreten.
Meiner Ansicht nach bietet das Netz hier auch dem kleinen Händler, Produzenten oder Dienstleister vor Ort die Möglichkeit, seine Produkte und Services global anzubieten und damit gänzlich neue Märkte zu erschließen.
@manomama betont nicht nur den Profit, sondern will auch ökologisch und sozial produzieren. Die Kundschaft findet sich und ist begeistert.
Ohne die sozialen Netzwerke und das Internet wäre ich nie im Leben auf die Produkte von manomama oder roterfaden aufmerksam geworden, die ich heute sehr schätze und bei denen ich gerade wegen der Differenzierung ihrer Produkte durch Aspekte wie Nachhaltigkeit, Wertigkeit und soziale Aspekte auch so etwas wie ein Stammkunde und Evangelist geworden bin.
Und spannend auch, welche neuen Microverdienste jenseits von HartzIV und Ein Euro Jobs entstehen. So kann man bei http://campinmygarden.com/ seinen eigenen Garten als Campingmöglichkeit anbieten. https://flinc.org/ wiederum führt Fahrer und Mitfahrer zusammen, auch hier kann man sich das Mitnehmen vergüten lassen und bei http://www.tamyca.de/ kann man seinen eigenen Privatwagen vermieten, also quasi privates Car Sharing bzw. private Autovermietung.
Es zeigt sich, jenseits von großen Konzernen und Profitdenken entstehen kommerzielle Netzwerke unter Privatpersonen, bei denen die Hilfe an erster Stelle steht, bei denen man wieder im lokalen Umfeld Dienstleistungen finden kann bzw. seine eigenen Skills jenseits von Skillprofilen im Unternehmen anbieten kann.
Social Media, kein Phänomen, das sich in „Social Media beruflich“ und „Social Media privat“ konsequent trennen lässt.
Nestle Australien hat gerade wieder mit einem kleinen Shitstorm zu kämpfen. Ohne es zu ahnen startete das Unternehmen eine Facebook Page für KitKat auf der auch ein in einem Bärenkostüm steckender Mann zu sehen ist. Was Nestle dabei nicht bedachte, der Mann im Bärenkostum hat große Ähnlichkeit mit Pedobär, einer Figur, die immer dann eingesetzt wird, wenn ein Foto gezeigt wird, bei dem der Eindruck eines pädophilen Inhaltes entstehen könnte. Entstanden ist diese Figur in 4chan.
Hier zeigt sich die Wichtigkeit, nicht nur ein Social Media Team einzusetzen, sondern bei der Auswahl der Mitarbeiter darauf zu achten, dass diese auch aktiv in Social Media unterwegs sind und auch weiterhin die Freiräume haben, Social Media auch jenseits der direkten Bezüge zum Unternehmen zu beobachten. Denn was hinter Pedobär steckt ist ein Meme, also ein begrifflicher oder semantischer Zusammenhang, der sich nur demjenigen wirklich erschließt, der sich mit den Gepflogenheiten der Community wirklich auskennt, der die Kanäle beobachtet, die Trends versteht und Teil der Social Media Sozialisierung ist. Social Media macht man nicht von 9-17 Uhr. Social Media ist Teil eines Lebensstils, der sich weniger um Hierarchien oder tradierte Gepflogenheiten kümmert als dass er neue Trends beobachtet und die Rituale und Meme der Social Media Welt selbst lebt und ein Teil davon ist.
Ich empfehle, bei jedem Mitarbeiter, der für Social Media Aufgaben gesucht wird tatsächlich auf seine Relevanz in der Szene zu achten. Erste Hinweise können Dienste wie Empireavenue, Klout, Kred oder Peerindex liefern. Ebenso ist es, zu beobachten, ob derjenige nur auf den Hauptkanälen aktiv ist bzw. diese kennt oder ob er auch mit neuen Plattformen oder Memen etwas anfangen kann. Wer Social Media beruflich ausüben will, darf nicht in den Kategorien beruflich oder privat denken. Social Media weicht genau diese Grenzen massiv auf.
Das wäre nicht passiert, wäre die Social Media Welt ernsthaft beobachtet und und „gelebt“ worden. (Quelle: gutjahr.biz)
Aktuell gibt es hierzu ein weiteres trauriges aber leider auch gutes Beispiel dafür, wie ein Umgang mit Social Media, der mehr auf Gewinn und Kostensparen ausgelegt wurde, als auf ernsthaften Umgang mit der Community komplett nach hinten losgehen kann. Das Attentat in einem Kino in den USA während der Vorstellung des neuen Batman Filmes wurde zum Trending Topic auf Twitter unter dem Hashtag #aurora. Was dann geschah, lässt sich am besten im Blog von Richard Gutjahr verfolgen. In aller Kürze: Eine Versender von Bekleidung sprang auf das vermeintlich neutrale Hashtag an und machte Werbung für Bekleidung mit dem Namen Aurora, völlig ignorierend, dass es sich beim #aurora Hashtag um das Hashtag zum Attentat in den USA handelte. Und musste dann auch noch eingestehen, dass es sich nicht selbst um seine Social Media Kanäle kümmerte, sondern diese sogar noch outgesourct hatte. Typischer Fall von einen wichtigen Kommunikationskanal nicht ernst genommen. Hier müssen so manche Marketing und Vertriebsmenschen noch sehr umdenken. Hinaustrompeten von Werbebotschaften wird immer weniger funktionieren. Es geht vieles deutlich in Richtung bilaterale Kommunikation. Und wer dies nicht beherrscht, den wird der Markt direkt durch die Kunden abstrafen.
Es ist ratsam einen kleinen Kreis einzusetzen, der sich wirklich und ausschließlich mit allem rund um die Social Media Kanäle des Unternehmens befasst. Denn Social Media, wenn es in allen Facetten ernst genommen wird IST ein Fulltime Job.
Richard Gutjahr bringt es in seinem Blog sehr gut auf den Punkt: Ein soziales Netzwerk ist mehr als nur ein Marketing-Werkzeug. Ähnlich wie unsere menschliche Kommunikation, transportiert es neben der reinen Sach-Information Werte, Haltungen und Beziehungsbotschaften. Ein Tweet und sein Kontext sagen mehr als 140 Zeichen.
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