Ist die strenge Trennung von Arbeit und Privatleben doch richtig?

RIM kündigt bei seinen neuen Blackberry Modellen eine Funktion an, die streng zwischen privater Nutzung und geschäftlicher Nutzung unterscheidet. Nicht einmal das Kopieren von Daten zwischen privat und geschäftlich ist möglich.

Zunächst hielt ich diese Idee für völligen Blödsinn, propagiere ich doch anstelle der so fast nie realisierbaren Work-Life Balance, also einer ausgewogenen Trennung von Privat und Beruf die Work-Life Integration, bei der ich zwischen beruflicher und privater Aktivität nicht mehr wirklich unterscheide. Aber als ich etwas genauer darüber nachdachte, warum RIM gerade jetzt mit so etwas auf den Markt kommt, vielen mir doch einige Punkte ein, die womöglich auch mein Gedankenmodell der Work-Life Integration im Moment noch konterkarieren.

Letztlich halte ich Work-Life Integration für erstrebenswert, aber offensichtlich in den nächsten 2-5 Jahren kaum für realisierbar. Zu viele in alten Mustern verhaftete Führungskräfte in den Unternehmen schätzen den Wert einer Humanressource (vormals Mensch und Mitarbeiter) eher nach ihrer physischen Präsenz, der Bereitschaft zu oftmals unsinnigen Überstunden und der Priorisierung des Berufs vor dem Privatleben ein. Aber auch zu viele hochgradig misstrauisch gewordene Arbeitnehmer vertrauen nichts mehr, was als innovatives neues Arbeitsmodell eingeführt wird, aus den Erfahrungen diverser Personalabbaumaßnahmen, Unternehmensfusionen und anderer Managemententscheidungen, die entweder Personal kosteten oder die Arbeitsbelastung erhöhten.

Die junge Generation hat hier ganz andere Prioritäten, die aber eben in den Etagen, die für die Strukturierung der Arbeit und Vorgaben so nicht gesehen oder oft gar nicht gewünscht wird. Es benötigt vermutlich mindestens eine ganze Generation, bis wir uns wirklich neu orientieren können und andere Denkmodelle realisieren. So wird die Familie wieder wichtiger und gerät oft in härteren Konflikt mit beruflicher Karriere, als bei früheren Generationen.

Die Veränderung kommt schleichend, oft durch Startups, die eben nicht mehr das Arbeiten bis zum Ausbrennen propagieren, sondern eine Balance leben. Die sich auch um junge Familien jenseits der Kita Öffnungszeiten kümmern. Und vermutlich benötigen wir auch ein anderes Denken, das den Wert eines Menschen nicht mehr direkt an bezahlte Arbeit koppelt. Letztlich streben wir mit aller Rationalisierung und Technologisierung die Reduktion der Arbeit an, aber erwarten dann immer noch eine Gesamtbevölkerung, die in einer 40 Stundenwoche in Jobs arbeitet, die wir zuvor wegrationalisiert haben. Vermutlich stimmt es, was mir so manch einer als Bremse für meinen Enthusiasmus bezüglich der Arbeitswelt der Zukunft mit auf den Weg gibt.

Die Idee und die Vision, wie so eine Arbeitswelt aussehen kann, mag richtig und gesünder sein, als das, was wir heute als Präsenzkultur erleben. Aber dafür braucht es vor allem ganz andere Entscheider, die ihre Wertigkeit nicht aus langen Arbeitstagen und möglichst vielen Mitarbeitern um sich beziehen, sondern eine wirkliche Balance für alle wollen, in der auch mal etwas nicht gemacht wird und nicht eine Kultur des „alles und zwar sofort“ herrscht.

Und schließlich braucht es auch auf Seiten der Arbeitnehmer, seien es die Vertreter wie Gewerkschafter oder Betriebsräte oder die Mitarbeiter selbst das Vertrauen, dass neue, alternative Arbeitszeitmodelle, mehr Freiheiten, Vertrauensarbeitszeit nicht nur dafür eingeführt werden, um die Arbeitskraft noch besser auszunutzen. Da ist es nicht ausreichend, wenn von oben signalisiert wird, das dem nicht so ist, da benötigt es vielmehr Regelungen, die in der Einführung die Grenzen klar aufzeigen aber nur so lange aktiv kontrolliert werden sollten, bis das ganze in die Belegschaft „gesickert“ ist. Erst wer merkt, dass er nicht mehr mit dummen Sprüchen belästigt wird, wenn er bereits um 13 oder 14 Uhr das Haus verlässt um z.B. im Home Office weiterzuarbeiten, wird der gesamten Maßnahme auch vertrauen.

Hier empfehle ich das Buch „Why work sucks and how to fix it“ das auf sehr schöne Art das ergebnisorientierte Arbeiten darstellt. Und ganz neu „Why managing sucks and how to fix it„, in dem auch die Seite der Führungskräfte beleuchtet wird, die hier natürlich auch einem massiven Wandel unterzogen ist.

 

In eigener Sache: Leseempfehlung „Arbeit im Wandel“

G:/reihe/umschlag/11956-8.dviDas Buch „Arbeit im Wandel“ führt verschiedene kurze Artikel zu einer Sammlung von Trends und Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft zusammen.

Entstanden ist das Buch im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts „International Monitoring“ (IMO) and der RWTH Aachen.

 

Auch ich habe einen kleinen Beitrag geleistet und mein bereits existierendes oder im entstehen begriffenes mobiles Arbeitsumfeld dargestellt, das Cloud basiert unabhängig von Ort und Zeit macht.

Weitere Autoren behandeln Themen wie „Menschliche Arbeitskraft“, „Innovationen am Arbeitsplatz“ , „Kollektive Kompetenz“. Es ist ein Sammelband mit vielen wirklich spannenden Beiträgen und einer guten Mischung aus Wissenschaftstheorie und Berichten aus der Praxis.

Wer Interesse hat, das Buch gibt es direkt beim Verlag (auch als PDF) oder bei Amazon.

 

Sind uns ältere Arbeitnehmer wirklich wichtig?

Deutsche gehen trotz Einbußen früher in Rente: berichtet die Süddeutsche und merkt an, dass unklar ist, wer freiwillig und wer gezwungenermaßen so früh in Rente geht.

Ich wage zu behaupten, dass die große Mehrheit gezwungenermaßen in Rente geht, weil sie einfach mit 60+ keinen neuen Job mehr findet. Denn was die Medien uns vorgaukeln wollen, dass der ältere Arbeitnehmer wegen seines langjährig aufgebauten Wissens so wichtig wäre, passt nicht zur Realität vieler. Warum werden gerade die älteren Mitarbeiter oft mit Abfindungen oder Vorruhestand aus den Unternehmen gedrängt?

Leider gibt es eine riesige Diskrepanz zwischen dem, was uns Politik, Arbeitgeber und Medien vorgaukeln und der Realität. Ich kenne sehr viele Menschen in meinem Umfeld jenseits der 50, die es sehr schwer hatten, nochmal eine neue Anstellung zu finden und die meisten um die 60 gehen davon aus, dass sie, sollten sie ihren Arbeitsplatz verlieren auf jeden Fall arbeitslos bleiben, nicht weil sie wollen, sondern weil sie keiner will.

Der demographische Wandel wird meines Erachtens gerade auf dem Rücken der älteren ausgetragen. Wirkliche Konzepte für ältere Mitarbeiter fehlen oft, neue Modelle wie Heimarbeitsplätze, neue Arbeitszeitmodelle und ähnliches werden nur sehr sehr träge, wenn überhaupt eingeführt.

Die Rente mit 67 ist keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sondern eine Rentenkürzung. Das sagt nur niemand so offen.

Burnout Zahlen steigen. Wundert mich nicht.

Der Stern berichtet, dass die Zahlen von Burn Out bedingten Behandlungen bei den Krankenkassen massiv steigen. Die Zahlen sollen sich binnen acht Jahren um das 18-fache gesteigert haben. Verblüfft mich aber leider nicht wirklich.

Zu viel in unserer Gesellschaft fördert den Burn Out. In einer wirtschaftlichen Situation, in der wohl jeder, der (noch) einen Job hat, mehr als glücklich ist, in der jeder immer genauer beurteilt und bewertet wird, und ja, im Falle einer schlechten Bewertung auch als Humanressource entsorgt wird, da ist das nur ein Symptom.

So lange wir nicht wieder mindestens zwei Gänge runterschalten, so lange wir uns nicht von permanentem Streben nach Spitzenleistungen, nach noch mehr, noch schneller, noch genauer verabschieden, wird sich nichts ändern.

Und wenn jeder, der in Hartz IV abrutscht quasi um jeden Cent kämpfen muss und in einer Existenz landet, die zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig bietet, brauchen wir nicht zu erwarten, dass die Menschen freiwillig einen Zahn runterschalten werden. Dazu muss der Knall noch viel lauter sein. Dann kann es aber schon zu spät sein und die Wirtschaft darunter leiden. Wäre das nicht Grund genug für die Entscheider in der Wirtschaft, hier etwas zu tun? Vermutlich nicht, weil es sich nicht direkt in kurzfristigen Umsatzsteigerungen niederschlägt. Und langfristiges Denken ist ja nicht so die Sache der Finanzmärkte. Noch nicht.

Und noch mehr Stress, und keine Änderung

Wieder wird berichtet, der Stress am Arbeitsplatz wächst und mehr Menschen leiden unter Burn Out. Aber es wird sich wieder mal nichts ändern.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen.

Die Arbeitgeber werden sagen, dass das nicht ihre Schuld sei, sie täten ja alles für die psychische Gesundheit und man dürfe nicht so verallgemeinern, das seien alles Einzelfälle und man könne doch über alles reden und gemeinsam eine Lösung finden.

Die Gewerkschaften werden demonstrieren und sich dann doch wieder hinter verschlossenen Türen mit Politik und Arbeitgebern einigen und die Presse wird wieder vermelden, dass man sich zum Wohle des Bürgers und Arbeitnehmers zusammengesetzt habe um eine freiwillige Selbstverpflichtung zu unterschreiben, die das Papier nicht wert sein wird, auf dem sie geschrieben ist. Kurz darauf werden die Arbeitgeber wieder vermelden, aus wirtschaftlichen Gründen müsse Personal abgebaut werden und die verbleibenden sollten doch froh sein, überhaupt noch Arbeit zu haben, es werden wieder Gehaltserhöhungen ausgehandelt werden, die gerade mal die Inflation decken, wenn überhaupt.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen……….

Deutschland reloaded.

Warum ich keine Tageszeitung mehr lese.

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Selbst die ZEIT lese ich mittlerweile lieber digital, zudem sie dann noch Zusatzmedien wie Audio oder Videos liefert.

Man könnte es kurz zusammenfassen mit „selber schuld“. Denn wenn ich in eine der aktuellen Tageszeitungen schaue, die in unserer Region zur Verfügung stehen, stelle ich diverses fest, was mich an der Sinnhaftigkeit einer Tageszeitung zweifeln lässt. Zum einen finde ich diverse Artikel, die offensichtlich nicht selbst verfasst, sondern von Nachrichtendiensten eins zu eins übernommen wurden. Das bekomme ich auch direkt im Netz.

Zum anderen sind viele der Artikel mittlerweile von erschreckend schlechter Qualität. Von den Inhalten will ich gar nicht reden, da ziehe ich die ZEIT dem Politik und Wirtschaftsteil jeder Tageszeitung vor. Aber auch Rechtschreibung, Stil und Genauigkeit lassen sehr zu wünschen übrig. Da werden zum Teil komplette Falschaussagen geliefert, oder es werden Personennamen, Berufe oder Namen von Organisationen oder Vereinen falsch wiedergegeben.

Der größte Gau, den ich persönlich erlebt habe, und über den ich mich noch heute köstlich amüsiere ist der Abdruck eines von mir gemachten Fotos von einer Konferenz, bei der derjenige, der angefragt hatte, weil er in einem Artikel erscheinen sollte ausdrücklich die Zeitung informiert hatte, meinen Namen abzudrucken als „Uwe Hauck, mit CK“. Was macht die Zeitung daraus. Ein Bild mit dem Urheber: „CK“ !!!.

Zeitungen, die über die große Konkurrenz aus dem Netz klagen, kann ich nicht ernst nehmen, so lange ich keinen wirklichen Mehrwert aus dem Bezug einer Tageszeitung habe. Der einzige Grund, warum bei uns im Haus immer noch ein Regionalblatt geliefert wird, ist der Regionalteil, der über lokale Veranstaltungen und Termine informiert. Aber gäbe es hier eine adäquate Alternative, ich würde sie gerne nutzen. So könnte ich mir durchaus ein abgespecktes Lokalblatt vorstellen, das wirklich nur die regionalen Informationen liefert. Und das dann am besten noch digital (haben wir im Prinzip schon, da das Abo auch eine digitale Version im Netz einschließt, aber bislang schätzt meine Frau noch die Papierversion). Obwohl. Papier für das Anfeuern des Kamins kann man ja immer brauchen ;).

Community Management like a boss: Wie die deutsche Bahn eine Beziehung rettet

Das verdient allergrößtes Lob: Eine Kundin beschwerte sich auf durchaus literarisch wertvolle Weise über das Ende ihrer „langjährigen Beziehung zur Deutschen Bahn“.
So weit so interessant. Wie dann aber die Deutsche Bahn darauf antwortet, das zeugt von höchstem Verständnis für die Kommunikationsanforderungen in Social Media.

Die Kundin:

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Die Bahn:

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Hier hört das ganze natürlich nicht auf, sondern es entspinnt sich ein Gespräch „auf Augenhöhe“ das ich in dieser Qualität selten erlebe. Als jemand, der auch beruflich im Bereich Social Media aktiv ist meine tiefste Verbeugung vor diesesm Kommunikationsmeisterstück: Der gesamte Dialog.

Wenn einer eine Reise plant: Umfangreiche App Tipps für alles rund um den Urlaub

Achtung: Längerer Artikel, dafür mit einem umfassenden Überblick über empfehlenswerte Apps für den nächsten Urlaub

Dieses Jahr wird wieder ein Familienurlaub geplant. Der hat natürlich bei Vater, Mutter und drei Kindern ganz andere Rahmenbedingungen. Und für mich bedeutet das, dass ich doppelt froh bin, wenn mich mein Smartphone hier von der Planung bis zum Urlaub dabei unterstützt.

Nachdem ich mir über die Seite Holiday Insider erste sehr gute Tipps zur App Ausstattung meines Smartphones geholt hatte (sehr schön zum Beispiel der Toilettenfinder. Eine App, über die ich zunächst gelacht, angesichts von drei Kindern aber nach kurzem Nachdenken doch genickt und einen durchaus hohen Nutzwert attestiert habe), hab ich nochmal etwas tiefer gegraben und liefere hier eine Zusammenstellungen von Anwendungen, die ich durchweg für den nächsten Urlaub empfehle, schon weil ich sie fast alle auch auf meinem Smartphone habe und nutze. Oh, und für alle, die ihre Urlaubsplanung lieber direkt am PC machen ist Holiday Insider sicher auch interessant, da man dort auch, wie bei diversen anderen Plattformen nach Ferienhäusern und Ferienwohnungen suchen kann. Das ist gerade für Familien mit Kindern interessant, für die es oft problematisch ist, in einem Hotel zu übernachten.

Der Play Store von Google bietet mittlerweile ein breites Füllhorn an Apps, aus denen ich hier mal diejenigen vorstellen möchte, die sich für mich in der Vergangenheit als sehr nützlich erwiesen haben. Die Liste wird keine kurze sein, aber ich denke,  jeder der an die Planung eines Urlaubs geht, freut sich über die eine oder andere Anregung.

Alles beginnt mit einer guten Planung. Natürlich gibt es diverse Anwendungen auch für den PC, aber ich gehe mir mal davon aus, dass ich alles via Smartphone oder Tablet erledigen möchte.

Da wäre zunächst die Buchung. Alles beginnt hier für uns mit der Herausforderung, dass zwei Erwachsene und drei Kinder untergebracht sein wollen. Also erst einmal nach einer Unterkunft gesucht. Wir planen dieses Jahr einen Urlaub irgendwo an der Küste. Deshalb schränkt sich die Suche auf den hohen Norden ein. Diverse Apps bieten hier die Möglichkeit, nach Unterkünften zu suchen.

Ich verwende persönlich gerne die Apps von HRS Hotelsuche, dort lassen sich sehr viele Rahmenparameter einstellen. Für diejenigen, die eher spontan reisen sei wiederum Justbook empfohlen, eine App, die gerade auch die Last Minute Angebote findet und vor Ort nach freien Zimmern am aktuellen Tag sucht. Auch Trivago und expedia.de bieten entsprechende Apps an, alles wiederum eine Frage des Geschmacks.

Für Individualisten sei aber auch airbnb genannt bzw. couchsurfing. Wobei airbnb eher in Richtung Vermietung privater Wohnungen oder Häuser geht, wohingegen man bei couchsurfing im wahrsten Sinne des Wortes minimal eine Couch angeboten bekommt. Beides jedoch adäquate Angebote, wenn primär der Schlafplatz wichtig ist, oder man jenseits der gängigen Touristenmöglichkeiten übernachten will. Airbnb bietet zudem zum Teil sehr exklusive Angebote wie eine private Yacht oder besondere Lofts oder Häuser.

Da wir mit drei Kindern aber eher etwas „günstig aber gutes“ mit vollem Service suchen, ist für uns auch die neue App von Center Parcs interessant (Eine Urlaubsform, die wir wirklich nur für Familien mit noch kleineren Kindern empfehlen und auch nur deshalb überhaupt in Betracht ziehen, aber es ist einfach angenehm, wenn man selbst bei schlechtem Wetter immer eine Beschäftigung in der Nähe hat). Nachdem lange Zeit nur die Buchung und Information über die Webseite möglich war, bietet Center Parcs mittlerweile auch eine eigene App an. Zwar muss man immer noch über die Webseite buchen, aber die App bietet diverse Informationen rund um den Park und ermöglicht zudem die Buchung von Zusatzangeboten.
Nachdem der Ort und die Reisezeit geklärt und gebucht sind, gilt es ein Programm für die Zeit des Urlaubs zusammenzustellen (sofern man nicht die ganze Zeit mit drei quängelnden Kindern verbringen will, die permanent fragen: „und was machen wir heute?“)

Hier gibt es diverse Anwendungen, die zum Teil sehr ausführlich über regionale Angebote informieren. So kann ich neben den bereits in den Google Maps und bei Google Now erhältlichen Informationen jedem nur zusätzliche Anwendungen wie  qype, yelp oder meinestadt.de ans Herz legen. Welche davon man nutzt ist Geschmackssache, alle bieten Informationen über zum Beispiel Hotels, Apotheken, Restaurants, Ladengeschäfte aber auch Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote in der Urlaubsregion an. Der große Vorteil. Ist die App aufs Smartphone geladen, kann man sich eine Umkreisauskunft geben lassen, die speziell die Angebote auflistet, die sich im nahen Umkreis des Urlaubsortes befinden. So konnten wir zum Beispiel bei einem kleineren Unfall schon mal den nächstgelegenen Kinderarzt lokalisieren oder eine nahe Apotheke, haben aber auch  schon kleinere Museen oder Sehenswürdigkeiten entdeckt, die in den Reiseführern gar nicht oder nur sehr spärlich beschrieben waren. Etwas ganz besonderes ist hier Wikitude, da hier augmented reality mit verschiedenen Datenbanken verbunden wird, um so einen interaktiven Reiseführer zu generieren. Sehr empfehlenswert, einfach ausprobieren.


 

Nun gilt es, die Anreise zu planen. Auch hier bieten sich für unterschiedliche Nutzergruppen eine Vielzahl verschiedener Apps an, die das Anreiseleben leichter machen.
So gibt es den Klassiker der deutschen Bahn, der neben Fahrplanauskunft auch die Buchung und für Smartphones (Achtung, kein  Tablet benutzen, hier zicken einige Kontrolleure mächtig rum, die App sei  nur für Smartphones gedacht) eine elektronisches Ticket der Bahn. Zudem lassen sich mit einer weiteren App auch die Leihfahrräder der Bahn buchen, ebenso über die App Flinkster Car-Sharing Fahrzeuge. Um über alle Nah- und Fernverkehrsverbindungen auf dem Laufenden zu bleiben, empfehle ich sehr die App Öffi, die wirklich umfassende Fahrpläne bis hin zu Busfahrplänen und das bundesweit bietet.

flinc – Flexible Fahrgemeinschaft zur Arbeit from flinc on Vimeo.

Wer selbst mit dem Auto fährt und auch mal jemanden mitzunehmen bereit ist, dem lege ich flinc.org ans Herz, einen integrierten Mitfahrservice, der nach Eingabe einer geplanten Fahrtstrecke auf dieser Strecke potentielle Mitfahrer anzeigt und auf Wunsch auch die Vermittlung übernimmt. Vorteil: Man hat eine gewisse Sicherheit und kann, so der Mitfahrer dazu bereit ist, auch noch zumindest eine Spritbeteiligung bekommen. Eine besondere Navigationssoftware ist waze, denn hier werden die Kartendaten von den Nutzern interaktiv als eine Art Crowdsourcing aktualisiert und verifiziert und man kann in einer Art social game auch noch Punkte sammeln. Nett gemacht und manchmal aktueller als so manches kommerzielle Produkt.


Auch wer mit dem Flugzeug verreist, kann auf einige sehr interessante Apps zurückgreifen. So zum Beispiel Flightradar Pro oder Flighttrack, mit denen es möglich ist, einen bestimmten Flug (Flighttrack) oder am Himmel gefundene Flugzeuge zu verfolgen, aber auch zum Beispiel über Verspätungen des Abflugs kann man sich informieren lassen. Hier empfiehlt es sich, im Appstore auch mal nach Apps der Fluggesellschaft zu suchen, mit der man zu fliegen gedenkt. So bietet z.B. die Lufthansa eine App an, aber auch andere Apps wie Flughafen Flugstatus Verfolgung bieten die Möglichkeit, auch über Verspätungen informiert zu werden. Auch sehr interessant, falls man von Freunden oder Angehörigen zum Flughafen gebracht wird, damit die am Rückreisetag auf dem Laufenden bleiben, wann man denn nun wirklich ankommt und nicht Stunden auf dem Flughafen verbringen müssen.

Interessant für die gesamte Reiseplanungen sind Apps wie TripAdvisor oder TripIt, die eine Zusammenfassung der gesamten Reisedaten ermöglichen, an bestimmte Termine erinnern können und zudem zentral alle Informationen zur Reise, vom Hotel über geplante Besuche bis zu den An- und Abreiseinformationen zentral sammeln können. Zudem bieten sie, wie  die meisten anderen Apps die Möglichkeit, die Freunde über die Social Media Plattformen über Status bzw. Informationen zur Reise zu informieren.

Ist man letztlich vor Ort, hilft bereits die bei allen Android Smartphones verfügbare Google Map sehr weiter, wenn man sich vor Ort orientieren muss. Und glaubt mir, alle die behaupten, sie kämen besser ohne Navi zurecht, haben mehr Angst vor der Technik als dass sie wirklich besser mit Karte operieren. Fällt mir jedes Mal wieder auf, wenn vor mir irgendein Fahrzeug herzuckelt, gefährliche Manöver ausführend und man deutlich erkennt, der kennt sich nicht wirklich aus. Oder wenn ein Auto vor einer der großen Stadtkarten an den meisten Einfahrten größerer Städte steht und der Fahrer oder die Fahrerin verzweifelt versucht, auf der Karte zu finden, wohin sie denn nun muß. Dass man dadurch die Orientierungsfähigkeit verliert, stimm zumindest für mich nicht, im Gegenteil. Da ich mich durch  die Anweisungen des Navi ganz auf den Verkehr und die Umgebung konzentrieren kann, fahre ich sicherer und kann mir zudem das eine oder andere Gebäude oder den einen oder anderen markanten Wegpunkt einprägen,so daß ich meist nach der Ankunft bereits den Weg hin und zurück auch ohne Navi kenne.
Zudem ist es einfach für die ganze Familie ein viel entspannterer Urlaub, wenn man sich einfach ins Auto setzt, dem Navi das gewünschte Ziel nennt und dann einfach losfahren kann, ohne sich große Gedanken machen zu müssen, ob man den Zielort auch findet).

Wer mit der Bahn anreist und am Zielort ein Taxi benötigt, dem kann ich aus eigener überragend positiver Erfahrung die App MyTaxi empfehlen, in  den meisten größeren Städten kann man hier, ohne die nervenden Taxizentralen direkt ein Taxi anfordern, erfährt nicht nur den Namen des Taxifahrers sondern auch, wann das Taxi ankommen wird und kann sogar auf einer Karte die Anfahrt verfolgen. Zudem verdienen die Taxifahrer, die dieses System   nutzen mehr an mir, als diejenigen, die auch noch regelmässig an die Taxizentralen zahlen müssen. Aus eigener Erfahrung in Berlin, Hamburg und Stuttgart benötigt ein Taxi vom Ruf bis es an meinem Standort ankommt ca. 1-5 Minuten, so nicht gerade ein Großevent alle Taxis bindet. Das schnellste was ich erlebt habe war ein Taxiruf, als wir im Restaurant gerade bezahlten. Bis  wir aus dem Restaurant bis zur Straße gelaufen waren, stand das Taxi schon bereit.

Neben den Reisevorbereitungen und der Anreise bietet sich das Smartphone natürlich auch im Urlaub auch für diverse Funktionen an, die man sonst zusätzlich mitnehmen müsste.
Allen Geocaching Fans sei c:geo ans Herz gelegt, dass nicht nur alles bietet, die man von einem guten Geocaching Programm verlangen kann, sondern sich auch noch in die sozialen Netzwerke gut integriert. Diverse Anwendunge bieten zudem Wanderkarten für den Offline Gebrauch an. Wer sich etwas für Flora und Fauna am Urlaubsort interessiert, dem kann ich unter anderem die Software Birds Pro empfehlen, der neben den wichtigsten Daten zu verschiedenen Wildvögeln auch Audiobeispiele der Vogelstimmen bietet oder auch die Anwendung: iForest– Bäume und Sträucher, die es ermöglicht, diverse Strauch- und Baumarten anhand verschiedener Merkmale zu bestimmen.
Alle, die Interess an gutem Essen und Foodporn gleichermaßen haben, die dürfte Foodspotting interessieren, eine App, die es erlaubt, nicht nur das Essen eines Restaurants zu kommentieren, sondern auch um ein Foto ergänzen. Mittlerweile ein recht umfangreiche Datenbank, die es nicht nur erlaubt, die Bewertungen eines Restaurants zu sehen, sondern direkt einen Eindruck von der Darreichung der dort angebotenen Speisen zu bekommen.

Wer generell die Urlaubsfotos gerne teilt, dem sei als Alternative zum weithin bekannten Instagram eyeem ans Herz gelegt, eine sehr schöne Foto Community, die umfangreiche Bildbearbeitungsmöglichkeiten ebenso bietet, wie ein gutes Kategorisierungssystem und die Möglichkeit, die geschossenen Bilder in diversen Social Media Plattformen zu teilen.
Natürlich kann man auch direkt auf Google zurückgreifen und dort die Autouploadfunktion aktivieren, die die Bilder, die mit dem Smartphone geschossen werden, direkt auf Google+, natürlich privat markiert hochlädt. Will man zu einem bestimmten Event Bilder sammeln, so kann man dies ganz einfach lösen, indem man zu dieses Event bei Google+ anlegt und zum passenden Zeitpunkt auf dem Smartphone in den Partymodus wechselt. Von da an werden alle Bilder, die mit dem Smartphone erstellt werden direkt dem Event zugeordnet.

Um beim Erstellen der Bilder mehr Möglichkeiten (wie z.B. Zeitrafferaufnahmen bzw. verschiedenste Effekte) nutzen zu können, empfehle ich die wirklich sehr gute App Camera Zoom FX, die ein Füllhorn an Möglichkeiten zur Bildbearbeitung und Korrektur bietet.

Wer wiederum Bilder noch am Urlaubsort entwickeln lassen und Papierabzüge zum Beispiel an die Großeltern schicken lassen möchte, sollte sich die Cewe Smartphoto App ansehen. Mit ihr kann man von Bildern auf dem Smartphone direkt Abzüge bestellen, oder was vielleicht noch interessanter ist, von einem Bild eine Postkarte erstellen lassen, die dann auch direkt an einen Empfänger versandt werden kann.

Soweit mein Überblick, ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, das sind aber alles Apps, die ich auch selbst in Verwendung habe und die ihre Funktionalität bereits im realen Anwendungsfall auf die eine oder andere Art gezeigt haben.
Möglicherweise gibt es einen Folgeartikel, wenn die diesjährige Urlaubsplanung erfolgreich abgeschlossen und der Urlaub hinter uns liegt. Bis dann, gute Planung und erholsame Ferien, wann auch immer diese sein mögen. Und denkt dran. Der frühe Bucher kriegt den Rabatt 😉