To Chromebook or not to Chromebook, der Versuch einer Antwort

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Mit dem Chromebook bei der Arbeit. Bloggen, Recherchieren, auch begrenzt Bildbearbeitung geht damit gut.

Angeblich verkaufen sich Chromebooks wie das Acer C720 (mein Testgerät) im Moment in den USA wie geschnitten Brot. Was ist also dran, an diesen ultraportablen Notebooks mit ChromeOS? Wer kann sie nutzen, wer sollte die Finger davon lassen?

Zunächst, wer sollte die Finger davon lassen. Wer aktuelle High End Spiele spielt, wer komplexe Programme entwickelt oder aufwändige Filme schneidet, für den sind Chromebooks absolut nichts. Sie beruhen auf dem Prinzip der „Cloud“ das heißt, die meisten Anwendungen arbeiten im Chrome Browser. Bedingt kann man zwar offline arbeiten, um zum Beispiel Dokumente zu erstellen oder Musik zu hören. Aber das volle Potential eines Chromebooks benötigt eine Online Verbindung.

Und last but not least: Wenn ihr besondere Hardware nutzt, auch dann die Finger von einem Chromebook lassen, zumindest als einziges Gerät. Denn Drucken läuft über Googles Cloud Print, alle andere Hardware ist in der Erkennung ein Glücksspiel und so etwas wie Nachinstallation von Treibern gibt es unter ChromeOS nicht. Dafür kann man sich bei Nachrichten wie erst vor kurzem bezüglich einer Sicherheitslücke im Internet Explorer gelassen zurücklehnen, denn jedwede Updates laufen automatisch ab und das gesamte System ist durch die zugrundeliegende Linuxbasis ausgesprochen sicher. (100% sicher gibt es nicht, aber wem schreibe ich das)

Denn die Speicherkapazität der internen Festplatte ist äußerst spärlich. Mein Test-Chromebook, ein Acer C720 bietet gerade mal 16GB Solid State Kapazität. Mehr sollte man eigentlich aber auch nicht brauchen, denn wie gesagt: Alles passiert eigentlich online.

Ansonsten ist das Acer Chromebook aber gut ausgestattet, 2 GB Ram reichen völlig für eine sehr flüssige Performanz, An Schnittstellen sind SD Karten Slot, 2mal USB, HDMI, Audio In und Audio Out vorhanden. Es werkelt ein Intel Celeron 2955U mit 1,4GHz in diesem Chromebook und als Grafikkarte findet Intel HD Verwendung. Der matte Bildschirm hat eine Diagonale von 11.6 Zoll und löst mit 1366×768 Pixeln auf.

Als Akkulaufzeit gibt Acer bis zu 8 Stunden an, in der Realität habe ich zumindest 5-6 Stunden bei intensiverer Nutzung erreicht.

20140614_191102 20140614_191916Das Chromebook wiegt knapp 1,2 Kilo und ist nach dem Einschalten in knapp 3-5 Sekunden voll einsatzbereit.

Wer den Chrome Browser schon kennt, der wird sich gleich zu hause fühlen und aus dem Store lassen sich diverse Anwendungen nachinstallieren. Das Grundprinzip dabei ist aber immer. Alles passiert im Browser. Man kann auf Vollbild wechseln und hat dann fast den Eindruck eines normalen Notebooks aber im normalen Modus wird für jede Anwendung ein eigener Reiter, oder wenn man die Shift Taste benutzt ein extra Browser Fenster mit der Anwendung.

Was die Performanz angeht funktioniert alles ausgesprochen flott, selbst etwas anspruchsvollere 3D Browsergames laufen gut. Das erste, was man wohl installieren wird, sind die Office Werkzeuge von Google, wer auf Microsofts Office nicht verzichten mag, kann auf deren Online Versionen zugreifen.

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Alternative, wenn mehr Offline Funktionalität gefragt ist und man auch noch ein Tablet möchte. Das Acer Switch 10 mit Windows 8

Wofür ist nun ein Chromebook geeignet? Dokumente bearbeiten, Bilder verwalten, im Netz surfen, all das geht problemlos und schnell. Wer also vieles bereits heute online nutzt, der sollte sich den Chromebook mal ansehen, denn selten bekommt man für so wenig Geld so viel Funktionalität.

Und wer noch nicht weiß, ob ein ChromeOS wirklich alles abdeckt, was man benötigt, der kann, sofern er Zugriff auf einen Windows 8 Rechner hat, ChromeOS fast komplett ansehen. Dazu muss nur der neueste Chrome Browser im Windows 8 Modus gestartet werden, wodurch er das Look and Feel von ChromeOS fast vollständig nachstellt.

Mein persönliches Fazit als Entwickler, Blogger und Autor. Als Zweitgerät (wenn man denn ein Zweitgerät braucht) oder für Menschen, die viel online UND viel unterwegs sind, und dann nur Texte, Musik und im Netz surfen brauchen ist ein Chromebook eine sinnvolle Anschaffung. Power-User, die schon heute nichts mehr unter einem I7 kaufen, sollten die Finger von Chromebooks lassen. Ich finde einen Chromebook zwar spannend, finde aber für meine Bedürfnisse einen Tablet Hybriden wie das Acer Switch 10 interessanter, da ich hier auch noch viele Offline Funktionen habe, all meine Hardware damit zusammenspielt, ich ein Tablet und einen Ultrabook habe und ja, wenn auch nur für kleinere Projekte. Es läuft auch Eclipse darauf.

Wobei ich natürlich sagen muss, dieses Chromebook katapultiert mich auch wieder direkt in meine Studienzeit, als die meisten Rechner dumme Terminals waren für die großen Bleche an der Uni, mit denen wir dann richtig programmieren und rechnen kommen. Also quasi: Been there, done that.

Und, was natürlich nicht zur Nachahmung empfohlen wird, außer, ihr wisst sehr genau, was ihr tut: Dank der Software Crouton kann ich auf dem Chromebook vollparallel auch ubuntu laufen lassen und das in einer hervorragenden Geschwindigkeit!

 

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