Die Angst, etwas verpasst zu haben. Meine ganz persönliche Midlifecrisis

Mit Ängsten kenne ich mich aus. Nach einem halben Jahr in der Psychiatrie und einer zweiten angstgestörten Runde in der Tagesklinik kenne ich meine Angst. Aber wie das so ist, gerade meint man, jemand kennengelernt zu haben, da eröffnen sich ganz neue Seiten.

Vielleicht liegt es auch einfach am Alter. Ja, ein Klischee, aber bei mir fing es tatsächlich gefühlt mit dem 50. Geburtstag an. Und mit der Furcht, etwas nachhaltig kaputt gemacht zu haben. Durch die Krankheit, durch den Suizidversuch, durch die Angst und die Angst vor der Angst.

Sicher haben viele mir gesagt, du kannst die Vergangenheit nicht mehr rückgängig machen, du musst in die Zukunft schauen. Aber ein Teil meiner Bewältigung dessen, was ich in der Psychiatrie ausgegraben habe, ist eben die Reflektion. Ich bin jemand, der verstehen will. Vielleicht mag ich deshalb die Wissenschaft so, weil auch hier permanentes in Frage stellen ein Teil der Wissenschaftskultur ist.

Aber manche Dinge sollte man nicht hinterfragen. Nur, wie sag ichs meinem Verstand. Der findet immer irgendeinen Bezug, irgendeinen Trigger und die Gedankenspiralen fangen wieder an. Dabei gibt es gute Tage und schlechte Tage. Die guten Tage sind diejenigen, die ich nach vorne blickend verbringe. Die Tage, an denen mein Gewissen, meine hochgerüstete Sorgenfabrik mich ausnahmsweise in Ruhe lassen.

Aber dann gibt es eben auch die dunklen Tage. Die, welche mich an meinem bisherigen Leben fast verzweifeln lassen. Nicht an dem, was meine Kinder, meine Frau angeht. Viel betrauere ich dann all die verpassten Chancen, die ungenutzten Gelegenheiten, weil meine Angst mich hat den sicheren Weg wählen lassen.

Natürlich, mein Buch, mein neues Dasein als Autor. Alles tolle Veränderungen, alles Erlebnisse, die ich nicht mehr missen möchte. Aber das ist eben auch Teil der Krankheit. Dinge, die sich zum Guten wenden, redet man gerne klein, macht dafür aus Kleinigkeiten das größte Drama.

Ja, wer jetzt mit Argumenten kommt wie, du hast es doch gut, du bist bekannt, erreichst viele Menschen. Sicher, das mag wahr sein. Aber es ist in der Krise, in einer Phase der Angst schlicht nichts wert.

„Angst essen Seele auf.“ Ein Buchtitel, der viel Wahrheit beinhaltet.

Ich finde mittlerweile wieder gute Aspekte meines Lebens. Wie lange ich aber noch brauchen werde, um meine Angst endgültig im Griff zu haben. Ich weiß es nicht. Aber der Kampf lohnt sich. Schon für all die, die ich mit meiner Geschichte rechtzeitig erreichen kann, um ihnen einen früheren Ausweg zu ermöglichen oder ein Drama wie bei meiner Geschichte zu vermeiden.

Ich möchte diese Realität nicht

Etwas, dass man mit Depressionen oft genug hat ist Angst. Angst davor, Menschen könnten glauben, man sei nicht mehr leistungsfähig. Angst davor, man würde in die Arbeitslosigkeit abrutschen, ein Fall für Hartz IV werden, diesen Niedergang nicht mehr aushalten und doch wieder den finalen Ausweg suchen.

Es ist ja nicht so, dass nicht viele dieser Gedankengänge auf begründeten Annahmen beruhen. Aber in einem depressiven Schub verrücken hier die Wahrscheinlichkeiten. Man sieht sich schon in den nächsten Wochen  am Ende, verlassen, alleine, hoffnungs- und hilflos.

Wenn man dann einen Menschen an seiner Seite hat, leidet dieser zwangsläufig mit. Denn auch wenn jetzt manche annehmen mögen, mit jemandem, der einem die Realität vor Augen führt, wird das alles schon wieder, falsch gedacht. Man findet genug plausible Wege auf dem schlimmstmöglichen Pfad zu bleiben. Und selbst wenn man sich bewußt gemacht hat, so schlimm wird das Ganze nicht. Es bleibt ein ungutes Gefühl, ein Kribbeln, eine permanent anwesende Nervosität, die einem die Tage zur Hölle macht, weil man immer wieder in Ängste in Befürchtungen von Niedergang abrutscht und letztlich nichts genießen kann, was wiederum die Gesamtverfassung schlechter werden lässt.

Ich kenne kein probates Mittel gegen diese Ängste, außer sie auszuhalten und auf eine langsame Abnahme der Panik zu hoffen. Und ich möchte endlich wieder die optimistische Realität, die ich früher hatte. Das, was ich im Moment meine Realität nenne, gefällt mir nicht, selbst mit all den tollen TV Auftritten und dem Buch. Vergängliche Ereignisse im Blick auf die nächsten Jahre.

 

Drei Erfindungen, die beweisen, dass wir bereits in der Zukunft leben

In den vergangenen Jahrzehnten sind wir Zeuge davon geworden, dass sich die Welt, in der wir leben, vor allem in technologischer Hinsicht enorm weiter entwickelt hat. Was noch in den 70er oder 80er Jahren als absolut futuristisch galt, ist heute Realität und verwundert eigentlich niemanden mehr so wirklich. Hier sind drei Beispiele für Erfindungen, die mittlerweile auf dem Markt zu haben sind, und die einem aus Sicht vergangener Jahrzehnte wirklich den Eindruck vermitteln, in der Zukunft zu leben.

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Bild: https://www.flickr.com/photos/bluesmuse/219014113/

Von einem Roboter die Wohnung saubermachen lassen

Es ist der Traum eines jeden, der sich regelmäßig mit dem Staubsauger durch die Wohnung kämpft und seine Zeit eigentlich für bessere Dinge nutzen könnte: ein Roboter Staubsauger. Dieser Wunschtraum entspricht nun schon seit einer ganzen Weile der Realität, denn Unternehmen wie Philips haben bereits entsprechende Modelle auf den Markt gebracht. Der kleine, runde Staubsauger wird einfach nur angeschaltet und fährt daraufhin von alleine durch den Raum, in die Ecken und unter Möbel und reinigt den Boden. Der Dreck wird in einem integrierten Auffangbehälter unter dem Staubsauger gesammelt und wenn er fertig ist, muss dieser einfach nur ausgeleert werden. In punkto Zeitmanagement eine geniale und futuristische Erfindung!

Das Türschloss per Gadget kontrollieren

Kein hektisches nach dem Schlüssel Suchen mehr vor der Haustür? Ideal! Per Smartphone lässt sich nämlich die Haustür mittlerweile automatisch ent– und wieder verriegeln. Das Ganze funktioniert zum Beispiel mit einer Neuheit aus dem Hause Apple: das August Smart Lock. Dies ist allerdings nur etwas für Leute, die der Technik voll und ganz vertrauen. Für viele hat es etwas gruseliges, ohne Schlüssel aus dem Haus zu gehen. Denn was passiert, wenn der Akku vom Handy leer ist oder dieses geklaut wird? Nun, dasselbe kann natürlich auch mit einem Schlüssel passieren. Und mit dem smarten August kann man zusätzlich aufzeichnen, wann wer das Haus verlassen und betreten hat, Freunden eine Einladung aufs Smartphone schicken, so dass ihnen für einen begrenzten

Zeitraum die Tür ebenfalls geöffnet wird und noch viel mehr.

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Bild: https://www.flickr.com/photos/pestoverde/15207853585/

Die Brille der Zukunft

Was hat denn der da auf dem Kopf? Was auf den ersten Blick wie eine normale Sonnenbrille aussieht, könnte das Gadget der Zukunft sein. Die Rede ist vom so genannten Google Glass, einer Art Datenbrille, die man sich an eine richtige Brille klemmen oder einfach so aufsetzen kann und die ähnlich nutzbar ist wie ein Laptop oder ein Smartphone. Nur mit der einfachen Verbesserung, dass man seine Hände frei hat, während man durch die Gegend läuft, Mails abholt oder etwas im Internet bestellt. Momentan ist die futuristische Brille aber nur als Testversion in den USA zu haben und es steht noch nicht fest, ob sie jemals in Deutschland auf den Markt kommt.

Mein Vortrag „Zukunftstrends: Here and there and everywhere“

Der neu gegründete Verein Connect-it  hatte mich eingeladen, im Rahmen eines „Meet&Chill“, also eines gemütlichen Beisammenseins einen Vortrag in meiner Rolle als Blogger, Autor und Trendforscher zu halten.

Für alle die dort waren oder die zumindest einen Überblick darüber bekommen wollen, wie ich die Entwicklungen unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren sehe gibt es den Foliensatz jetzt zum Ansehen und herunterladen bei Slideshare:

Der Vortrag war, wie ich es gerne mache auch mit brandaktuellen Topics gefüllt. Die Quintessenz des ganzen ist, dass wir uns hin zu einer Sharing Economy entwicklen werden und Unternehmen sich daher eher Gedanken machen müssen, welchen Service sie anbieten, Produkte werden nicht mehr zwangsläufig gekauft, sondern geliehen, und zum Beispiel die Autoindustrie erkennt das gerade und kauft sich in den Sharing Markt ein. Aber das wird sich auf viele auch sehr traditionelle Produzenten ausdehnen.

Wir leben, um zu arbeiten, um zu leben, um zu…

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Es gibt noch Dinge, für die man kein Geld braucht. Die Natur zum Beispiel. Aber keine Angst, auch das werden uns Konzerne sicher bald gegen Geld verkaufen.

Wir alle wollen Freude im Leben, Gesundheit, Wohlbefinden, Menschen um uns herum. Aber das ist leider nicht wirklich ökonomisierbar. Wer mit sich und seiner Umwelt zufrieden ist, der kauft nicht, der konsumiert nicht, der lebt.

Also leben wir in einer Welt, die uns immer mehr und immer häufiger unsere Defizit vor Augen führt. Nur mit diesem Auto, diesem Gadget, diesen Lebensmitteln sind wir hip, angesagt, in unserer Peergroup akzeptiert.

Und mit den zunehmenden Konsumanforderungen steigen auch unsere beruflichen Anforderungen. Mehr Konsum bedingt mehr Geld, bedingt mehr Konsum.

Es gibt diesen schönen Spruch: Viele von uns arbeiten für eine Wohnung, die sie den ganzen Tag nicht sehen, für ein Auto, das fast den ganzen Tag nur herumsteht und für das Essen, das sie sich teuer kaufen müssen, weil sie nichts selbst zubereiten können.

Erst wenn wir wieder lernen, von den Medien, den Politikern und den Unternehmen definierte Wertansprüche zu hinterfragenund nichts mehr nur hinzunehmen, weil die Gesellschaft das halt so macht, haben wir auch die Chance, unser Leben zu entschleunigen, wieder mehr Zeit für uns zu haben und Leben und Arbeiten als das zu sehen, was es ist, integraler Bestandteil unserer selbst, nicht Mittel, um von außen auf uns oktruierten Ansprüchen zu entsprechen.

Unsere beschleunigte Gesellschaft will uns mit allerlei Firlefanz versorgen, damit wir noch schneller mit dem fertig werden, was uns daran hindert, zu arbeiten oder zu konsumieren. Und wir werden dazu erzogen, zu konsumieren, immer effizienter zu sein, schneller zu sein, nicht zu trödeln oder gar zu faulenzen. Dabei entsteht Kreativität, Freude, Zufriedenheit auch aus Momenten der Ruhe.

Auto statt Fahrrad, Flugzeug statt Zug, elektrische Küchenhelfer statt gute Küchenutensillien, Fertigessen, Kantine oder Restaurant, statt selbst zuzubereiten. Die Liste lässt sich beliebig verlängern, alles Optimierungen, die uns als Mensch nicht voran bringen, die aber wirtschaftlich sinnvoll sind. Längst lassen wir uns vorschreiben, wie wir zu planen haben, wie wir noch effektiver unsere Aufgaben erledigen, um noch mehr in weniger Zeit zu schaffen.

Dabei wird dann gar nicht mehr hinterfragt, WAS man eigentlich noch mehr schaffen will und WARUM? Tun wir wirklich alles für uns, oder werden wir nicht vielmehr durch aufgesetzte Fremdbildvorstellungen zu Getriebenen, die immer häufiger versuchen, äußeren Ansprüchen zu genügen, anstelle das zu tun, was persönlich Freude bereitet.

Welcher Erwachsene spricht den wirklich offen und gerne darüber, dass er gerne spielt, faulenzt, mal nichts tut? Das ist heutzutage schon fast ein Makel, der bedeutet, man sei nicht wichtig genug.

Ich denke, wir haben es dringend nötig, unser gesamtes Wertegefüge unserer Gesellschaft zu überdenken. Zumal wir, auch wenn uns das Politik und Wirtschaft einreden wollen, schon längst nicht mehr beständiges Wachstum anstreben sollten, sondern um ganz ehrlich mit uns zu sein, unsere Ansprüche zurückschrauben sollten, damit auch die nachfolgenden Generationen noch in einer gesunden intakten Umwelt leben können. Aber das bringt ja dummerweise keinen Profit. Oder hat jemand eine gute Idee, wie man Verzicht verkaufen kann? Halt, doch. ein Ratgeber. Denn nichts ist in sich ein größerer Widerspruch als immer neue Ratgeber über das einfache Leben und den Konsumverzicht.

Und zum Abschluß, damit ich hier nicht gleich wieder als Gutmensch gebasht werde. Ich habe nichts gegen Konsum. Aber nicht um seiner selbst willen oder um die Wirtschaft anzukurbeln. Konsumieren sollte im sinnvollen Rahmen passieren und da sind wir heutzutage gerade mit all diesen Luxusartikeln wirklich weit jenseits von gut und böse.

 

Blogparade zur Zukunft der EMail: EMail ist doof, aber nicht tot.

Mein Blogger- und Twitterfreund Stefan Pfeiffer ruft auf, sich in einem Blogbeitrag Gedanken zur Zukunft der EMail zu machen. Für mich ein spannendes Thema, da es wie so vieles mindestens zwei Seiten hat.

Schon lange wird die EMail tot gesagt, aber wir wissen ja, Totgesagt leben länger. Auch ich nutze EMail noch intensiv, oft mehr, als mir lieb ist. Noch ist die EMail für viele das Medium der Wahl für die elektronische geschäftliche Kommunikation. Während bei mir im privaten Bereich Facebook, Twitter, Google+ und Messenger längst die Mail als primäres Medium abgelöst haben, nutze ich im Büro noch weitestgehend EMail für den digitalen Austausch und nur gelegentlich einen Messenger. Ich vergleiche die EMail gerne mit dem Brief und den Chat mit dem Telefonat. EMail ist nachhaltiger, ist schriftlich und kann offline, dafür umfangreicher verfasst werden.

Ich denke, auch in den kommenden Jahren wird die EMail noch ihren Platz haben. Aber sie muss klüger werden.Im Moment ist mein Hauptemailclient auf dem Smartphone Mailbe.at gerade weil sich hier erste Ansätze für einen intelligenteren Umgang mit EMail zeigen.

Während die Filterung von Spam bereits Alltagstechnik ist, warte ich noch auf Systeme, die es mir ermöglichen, meine EMails noch vor dem Lesen semantisch und nach Priorität zu filtern. Mit der immer weiter voranschreitenden Spracherkennungstechnologie dürfte sich hier auch die semantische Analyse weiterentwickeln.

Für die Zukunft erwarte ich, dass ein guter Mail Client mir die EMail vorsortiert, sie semantisch und zeitlich priorisiert und mit Zusatzinformationen aus Adressbuch, Fotoalben, Terminen und Dokumenten anreichert. Mailbe.at zum Beispiel erkennt, wenn ich in einer Mail etwas über ein Ereignis schreibe, zu dem ich Bilder gemacht habe und bietet diese mir passend dazu an.

Mail ist ein Kommunikationsweg, der sich in meinen Augen deutlich von Social Media unterscheidet, da er sehr viel mehr offline agiert, wie der Brief das vor ihm tat und für manche Themen noch heute tut. Der Abgesang einer Technologie geht doch meist damit einher, dass sie zunächst scheinbar verschwindet, nur um dann in den sinnvollen Nischen stärker und anders als zuvor wieder zu kommen. Intelligente EMail Assistenten sind für mich der Schlüssel für ein sinnvolles Fortbestehen. Sie werden für mich Standardmails direkt beantworten, mir eine Auswahl je nach Kontext präsentieren und gegebenenfalls Mails kategorisieren und wenn wichtig archivieren.

Die EMail ist für mich noch lange nicht tot, sie muss sich aber weiterentwickeln, denn die jetzigen EMail Programme und Werkzeuge wirken im Vergleich zu dem, was auf den sozialen Netzwerken möglich ist, doch recht anachronistisch. Ich sehe hier gegenseitige Möglichkeiten der Interaktion, wenn zum Beispiel EMails mit direkten Referenzen auf passende Chats oder Profile in den sozialen Netzwerken angereichert werden. Heutige EMail ist dumm, es wird Zeit, ihr etwas Intelligenz zu geben.

 

 

 

Gedanken zum Jahresanfang: Was kommt 2014 auf uns zu?

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Das nächste grosse Ding. Wearable Computing

Ich lasse zu Beginn des neuen Jahres immer wieder gerne Revue passieren, was alles geschehen ist, wo meine Prognosen stimmten und wo ich daneben lag.

Ein großer Irrtum meinerseits war der sinkende Bedarf an Smartphones, der so (noch) nicht eingetreten ist. Allerdings merkt man, auch gerade im Moment beim Start der CES in Vegas, dass der Fokus der Unternehmen aus der IT Branche weg von den Smartphones und Tablets hin zu Wearable Devices und Smart Homes geht. Daher dürfte auch in der IT Branche das eigene Haus in den Fokus rücken bzw. die Mietwohnung. Insofern erwarte ich nach den bislang auf den Markt gekommen stark invasiven Lösungen, dass die Hersteller nun mit einfachen Plug&Play Geräten an den Markt gehen, die keinen großen Umbau verlangen sondern sich nahtlos in bereits bestehende Infrastrukturen einfügen. Intelligente Zusatzstecker, Glühbirnen und Hausgeräte mit WLan werden für immer mehr Menschen interessant werden, die bei der Neuanschaffung diesen Teil mit in die Überlegungen einbeziehen. Und was seit Jahren zu beobachten ist, wir nun auch oder gerade für die ländlichen Regionen relevant. Breitbandige Anbindungen werden immer mehr über über den Erfolg von Neubaugebieten entscheiden.  Wir haben zwar keine Konsumsättigung aber eine gewisse Technologiesättigung erreicht. Das nächste, noch schnellere Smartphone macht keinen wirklichen Unterschied mehr auch eine höhere Displayauflösung ist mehr ein technisches Datum denn ein visuell für die meisten wirklich erkennbarer Unterschied. Spannend dürften hier vor allem Aspekte wie Sicherheit (Iriserkennung etc.) sowie die Techniken für gebogene Displays sein, wie ja bereits in ersten Interviews zum Beispiel für das Note 4 angedeutet.

Denn für die Generationen, die nun ans Kaufen oder Bauen denken ist der Breitbandanschluß so natürlich und elementar wie für uns der Strom oder das Wasser.

Und wir werden eine noch intensivere Verschmelzung von Beruf und Privat erleben. Angetrieben aber nicht von den Unternehmen, die oft noch über Mitarbeiter wie über Produktionsgüter denken, sondern von den jetzt auf den Arbeitsmarkt drängenden, intelligenteren Generationen, die solche Restriktionen wie nichts privates am Arbeitsplatz als das entlarven werden, was sie sind. Unsoziale Einschränkungen, die bar jeglicher heutiger Lebensrealität sind. Mit Smartphones, Smartwatches und sicher noch unauffälligeren Lösungen als Google Glass wird die junge Generation immer auch privat unterwegs sein und das auch einfordern.

Wir sind auch Mensch wenn wir ein Unternehmen betreten und dank neuer und immer unsichtbarer werdender Technologien würde es schon eine sehr restriktive und intolerante Vorgehensweise einfordern, würden Unternehmen dies wirklich heutzutage noch ernsthaft verhindern wollen.

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In Zukunft ist nicht wichtig, wo ich arbeite und wann, sondern was.

Zumal dies, so denn richtig angewendet eher zum Vorteil gereicht denn zum Nachteil. Gerade die jungen Unternehmen und die Querdenker führen uns immer wieder vor, dass die im Moment immer wichtigeren Innovationen nicht aus dem starren Korsett fest niedergelegter Prozesse sondern aus dem kreativen Geist eines frei arbeitenden Menschen kommen. Und wir werden den Beginn einer Entschlackung der Führungsebenen erleben. Denn wo ich mich über technologische Wege auf dem kurzen Dienstweg gar über Unternehmensgrenzen hinweg unterstützen kann, wo der Crowdsourcing und Crowdfunding-Gedanke immer mehr an Fahrt gewinnt, ist es mittlerweile geradezu für den Erfolg des Unternehmens wichtig, mehr Freiräume zu bieten. Denn die echten Talente werden vielleicht nicht in ein anderes Unternehmen abwandern sondern gleich ihr eigenes Ding, gefördert von der Crowd aufziehen und damit wichtige Innovation dem in deren Fall innovationsfeindlichen Arbeitsumfeld entziehen.

Und mit Blick auf NSA und Datenskandale, auf Arbeitsbedingungen und Einkommensscheren werden immer mehr Menschen auch ethische und moralische Gründe für oder gegen einen Arbeitgeber, für oder gegen ein Produkt ins Feld führen. Und dank der Möglichkeit, Werbebotschaften im Netz direkt zu hinterfragen, hinter die Fassade der ach so netten, aber auch ach so gleichen Unternehmensfilme (Stichwort Obststand Didi) zu blicken, braucht es mehr Ehrlichkeit in der Wirtschaft. Immer weniger Menschen glauben tatsächlich noch Werbelügen oder Hochglanzbroschüren. Die Kaufentscheidung fällt in der Cloud und wird maßgeblich von anderen Nutzern und insbesondere von Opinion Leadern wie Bloggern oder bekannten Größen in den sozialen Netzen befeuert.

Rein technologisch werden wir das Jahr der Wearable Devices und des Smart Homes erleben, nicht in der breiten Masse, aber das Thema findet jetzt endgültig seinen Anfang, ist sowohl technologisch als auch finanziell vernünftig durchführbar. Und durch diese beiden Komponenten werden wir uns auch im Alltag noch mehr mit unserem privaten Umfeld vernetzen, auch wenn wir gerade im Büro sind.

Der Satz: „Ich lebe und arbeite in X“ ist von gestern (und so immer schon schrecklich, weil er suggeriert, dass man nur außerhalb der Arbeit leben kann.“ Mein bereits seit langem geforderter Begriff der Work-Life Integration wird in 2014 noch verstärkt werden und letztlich werden wir erleben,wie Arbeit und Privat immer mehr verschmelzen. Wenn wir als Arbeitnehmer hier aktiv teilhaben dann zum Guten. Lassen wir diese Themen nur von den brainstormenden Verwaltern entscheiden, werden wir noch mehr kontrolliert, als schon jetzt. Die Karrierebibel titelte so schön: Transparenparadoxon: Vor dem Chef verstecken macht produktiver.“ Und da ist was wahres dran, denn viele arbeiten im Angesicht ihrer Vorgesetzten, so wie sie sollen, bzw. wie sie glauben, dass der Chef es sehen will. Sind sie alleine, arbeiten sie dann oft so, wie es für die Erledigung der Aufgabe am besten ist und zudem auch der Arbeitsatmosphäre dient.

Oder wie ich zu sagen pflege. Der Mitarbeiter, der jeden Tag vier Stunden arbeitet, um ein Ziel zu erreichen, ist mir lieber als der Mitarbeiter, der 8 Stunden so arbeitet, wie sein Chef es von ihm erwartet oder wie es die Prozesse vorschreiben.

Wer eigenverantwortliche als Mitunternehmer denkende Mitarbeiter will, muss auch die dafür notwendigen Freiräume erlauben.

Wir arbeiten nicht alle mit den gleichen Methoden gleich gut. Das ist eine Illusion, die die Controller gerne hätten. Aber das ist jenseits jeder Realität

 

Das Buch zum Film war gestern. Heute gibt es das Buch zum Blog. Zu meinem Blog: Digilog

Manche Dinge überrollen einen einfach. Als damals Stefan Pfeiffer sein Buch zu seinem Blog herausbrachte, fand ich das genial, konnte mir aber nicht so recht vorstellen, dass so etwas auch mal von mir erscheinen würde. Zeitsprung ins Heute. Gestern ist es passiert. Mein erstes eigenes Buch, ein Sachbuch, genauer ein Auszug der Beiträge aus meinem Blog, die sich um das Thema Arbeitswelt der Zukunft und zunehmende Digitalisierung ranken, ist veröffentlicht. Und nein, nicht nur als EBook, als „echtes“ Totholz Buch, was ich insofern spannend finde, da ich damit eben jene Fraktion erreichen kann, die bislang digital lesen für „Teufelswerk“ hält, damit aber quasi einer der Inhalte meines Buches ist.

Natürlich ist mir klar, dass ich hier weder einen Bestseller geschaffen habe, noch eine große Leserschaft erreichen werde. Ich betrachte es mehr als Experiment, wie die beiden Welten des klassischen Print und der digitalisierten Literatur doch weiterhin koexistieren können. Denn von dem Buch wird es auch eine EBook Version geben, die zum Zwecke der Rezension bei Bloggingbooks, dem Verlag, der das Buch gemeinsam mit mir auf den Markt gebracht hat bereitgestellt wird. Natürlich freue ich mich über jeden Leser, jeden Kommentar und jede Bewertung. Und natürlich wird man die EBook Version, sobald fertig ebenfalls bei Amazon beziehen können 😉 .

Zu finden ist das Buch zumindest bei Amazon bereits und in weiteren Buchkatalogen wird es wohl dieser Tage aufgenommen:

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Meinen ganz besondern Dank richte ich an Frau Valentina Rudenco, die mich im Autorenprozess unterstützt und begleitet hat und natürlich meiner Familie, die mich als Autor aushalten musste.

Und ja, ich habe natürlich im Nachhinein noch den einen oder anderen Schreib- oder Grammatikfehler gefunden. Man möge es mir nachsehen für meinen Erstling als bloggender Autor.
Und natürlich einen besondern Dank für Stefan Pfeiffer, der das quasi alles losgetreten hat 😉 Es warten noch zwei Biere auf dich!