Smartwear ist Quatsch, noch nutzen wir Dumbwear

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Hilfreich sind unsere Devices. Smart aber noch lange nicht.

Etwas hat mich schon immer an dem Begriff Smartwear und weiter gefasst Smart-Anything gestört. Und zwar, dass wir noch sehr weit von wirklich smarten Devices entfernt sind. Bislang nutzen wir zwar komplexe, vernetzte Hard- und Software, aber wirklich smart ist da noch gar nichts.

Zwar bietet uns die Software ortsbasierte Empfehlungen, kann uns an Aufgaben auch im Kalender erinnern und versteht gesprochene Sprache. Aber wirklich smart ist all das nicht.

Ich verstehe unter einem smarten Device ein Gerät, dass mir Dinge abnimmt, ohne dass ich noch aktiv eingreifen muss. Launcher wie Aviate weisen zwar den Weg, sind aber auch noch sehr weit von wirklicher Smartheit entfernt.

Erst wenn es Devices gibt, die in meinem Namen intelligent und vor allem richtig handeln, die zum Beispiel anhand meines Ortes für mich komplett neue Informationszusammenstellungen generieren, unabhängig von irgendwelchen durch mich zu tätigenden Voreinstellungen, dann wird die Sache langsam smart. Und sie sollten von meinem Handeln lernen, irgendwann wissen, was ich nutzen oder wissen will, wenn ich im Büro, zuhause, auf Reisen bin. Und das alles selbstlernend, nicht, in dem ich immer noch zeigen muss, was ich will, damit genau das und nichts anderes dann dargestellt wird.

Wir haben viele nützliche Software, die schon sehr sinnvoll unseren Alltag unterstützt. Aber smart ist davon noch nichts.

Das Ende der Fitnessstracker. Facebook und Myfitnesspal

Warum kauft Facebook Moves? Was hat Myfitnesspal mit der Integration einer Schrittzählerfunktion in seiner Plattform vor. Die Strategie ist klar. Das, was bislang Gadgets wie Fitbit oder Jawbone leisten, sind Nischendienstleistungen. Diese werden aber auf Dauer nach meiner Meinung keinen Bestand haben. Denn sie bedienen eine Nische, die früher oder später von den Standarddevices abgedeckt werden wird, die jeder mit sich trägt. Smartphones und intelligente weil nicht so sehr eingeschränkte Smartwear Devices wie z.B. zukünftige Smartwatches. Die werden dann neben Telefonie und Navigation auch Fitnesstracker, Walkman und vieles mehr sein. Dann ist kein Platz mehr am Handgelenk für noch ein Device.

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Die Smartwatch mit Standalone Fitnessfunktion. Sie deckt viel mehr ab als nur eine Nische.
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Nischenprodukt mit nur noch kurzer Zukunft. Der „Single Usage“ Fitnesstracker

Insofern halte ich die Hersteller reiner Fitnesstracker für eine aussterbende Branche. Entweder, sie integrieren sich in smartere Wearables, oder sie erweitern ihre eigene Hardware um diverse weitere Funktionen.

Große Player wie Samsung haben es mit der Integration von Sensoren für Puls, für Höhenmessung, für Schrittmessung gezeigt. Es bedarf keines weiteren Gadgets oder vielmehr. Es ist wünschenswert, wenige Gadgets zu nutzen.

Wird Smartwear ein Erfolg? Gute Frage, indirekte Antwort

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Das Fitbit Flex ist jetzt nicht direkt eine Schönheit aber zumindest dezent.

Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger diese Frage zu hören. Und ich kann, um ganz ehrlich zu sein, hier keine „korrekte“ Antwort geben. Aber ein paar Indizien gibt es auf jeden Fall, die darüber entscheiden dürften, ob Smartwear bzw. spezifische Smartwear Lösungen ein Erfolg werden oder nicht.

Der oberste, wichtigste und am meisten vernachlässigte Punkt ist die Batterielaufzeit. Schon beim Smartphone stört es mich, dass ich es jeden Tag laden muss, so ich es denn zu mehr nutze als nur den Grundfunktionen. Da ein inhärenter Aspekt von Smartwear ist, dass es nicht nur ein Device geben dürfte, sondern jeder mehrere mit sich trägt, sei es direkt oder indirekt.Und hier dann jedes Device täglich oder zumindest mehrmals die Woche aufladen zu müssen, wäre mehr als ärgerlich.

Auch bei hoher Nutzungsintensität muss ein SmartWear Device auf jeden Fall zumindest einen kompletten Arbeitstag durchhalten. Und nutzt es kein Poweruser, sollten mehrere Tage drin sein.
Auch die Art der Aufladung sollte einfach sein. Das Device irgendwo hinlegen, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob es auch eingesteckt ist. Denn Smartwear darf sich im Alltag nicht aufdrängen. Sie muss funktionieren, wenn sie benötigt wird und ansonsten keinen Gedanken wert sein.

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Da viele Menschen Uhren eher als Schmuck, denn als Zeitmesser tragen, ist gerade bei Smartwatches das Design von Bedeutung.

Auch bei den Preisen gibt es Schmerzgrenzen. Sind schon Smartphones recht teuer wird es wenig Akzeptanz finden, wenn man dann auch für diverse Smartwear Devices nochmals tief in die Tasche greifen muss.
Schon bei den Smartwatches sehe ich eine Schmerzgrenze bei Preisen um die 200 Euro, wobei hier der Massenmarkt meiner Ansicht nach erst beginnt, wenn die Mehrzahl der Smartwatches bei ca. 100 Euro preislich endet.

Weiterhin sehr wichtig sein dürfte die einfache Bedienung. Je mehr Gadgets ums so mehr Geräte, mit denen ich interagieren muss. Idealerweise reagiert das Gadget proaktiv, Google Now zeigt hier in begrenztem Maß schon den Weg. Ein Smartwear Device soll mich im Alltag unterstützen ohne mich zu stören. Hier sehe ich eine große Herausforderung für die Hersteller, wenn sie ihre Produkte nicht nur für technophile Menschen anbieten wollen.

Auch die Datenhaltung ist ein wichtiger Aspekt. Zum einen natürlich die Datensicherheit und der Datenschutz. Das ist fast schon Allgemeingut. Aber auch die einfache Synchronisation der Daten mit etwaigen Diensten. Idealerweise muss dies automatisch passieren oder zumindest ohne aktives Anstossen durch den Nutzer.

Und letztlich muss sich ein echter Mehrwert bei jedem Device ergeben, das auf den Markt gebracht wird. Mein Eindruck ist, jenseits von sportbegeisterten Nutzern, die damit ihre Aktivitäten elegant und einfach tracken können sieht es bislang noch recht schlecht aus mit echten Killeranwendungen.

Was viele auch unterschätzen ist das Design. Schon bei Smartphones geht der Fokus weg von der reinen eingebauten Technik hin zum Aussehen. Das wird sich bei Smartwear, die ggf. den ganzen Tag am Körper getragen und für andere sichtbar ist, noch verstärken. Hier ist es dann weniger wichtig, was drin steckt, als wie das ganze getragen aussieht.

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Eine Uhr ist immer auch Schmück und sollte deshalb auch ein stimmiges Design sowohl des Gehäuses, als auch der Apps haben.

 

Wichtige Prämissen für den Erfolg von Smartwear

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Die Pebble Smartwatch war und ist bislang die einzige meines Erachtens bereits am Markt befindliche anwendbare Smartwatch. Alles andere sind Spielereien, die meinen Kriterien an erfolgreiche „Smartwear“ nur eingeschränkt entsprechen

Smartwear, wearable computing. Zwei Buzzwords, die im Moment in aller Munde sind. Aber was steckt dahinter und was sind die Voraussetzungen für einen Erfolg von Smartwear.

Wichtigste Voraussetzung zu Beginn. Smartwear muss einfach sein. Will sagen, wenn ich ein smartes Stück Kleidung oder ein zusätzliches Device, sei es eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker nutze, dann sollte das sanft in den Alltag intergriert sein.

Was meine ich damit? Es beginnt bei der Akkulaufzeit. Je mehr Technologie wir direkt am Körper einsetzen um so wichtiger ist es, dass ich mich nicht permanent darum kümmern muss, ob all die Technik auch geladen ist.
Hier sehe ich zwei Ansätze für eine valide Lösung. Zum ersten die Erhöhung der Akkulaufzeit. Ein Device, das kein Display hat (z.B. manche Fitnesstracker) benötigt schon keine Energie für die Darstellung. So hält zum Beispiel mein Fitnessarmband von Jawbone im Schnitt ein Woche durch. Falls ein Display eingesetzt wird, muss dies sehr energiesparend erfolgen. Hier sei die Pebble Smartwatch als ein Beispiel angeführt. Durch das eInk Display benötigt die Uhr keine Energie fürs Display so lange darauf keine Änderung erfolgt. Damit erreicht auch die Pebble Laufzeiten bis zu einer Woche.

Ein alternativer Lösungsansatz, der mittlerweile in verschiedenen Forschungslaboren angedacht wird ist die Gewinnung von Energie durch z.B. die Bewegung des Nutzers. Gerade in Kleidung integrierte smarte Technologie sollte idealerweise gar nicht aktiv geladen werden müssen. Erste Ideen hierzu sind z.B. Reißverschlüße, die beim Öffnen und Schließen aufgebrachte Energie speichern, Schuhe oder andere Geräte,die die Bewegungsenergie beim Gehen aufnehmen etc.
Das ist natürlich alles noch sehr am Anfang, aber in Kombination mit immer energiesparendern Lösungen sicherlich der richtige Weg.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der „sanften Integration“ in den Alltag ist die tägliche Nutzung. Da die Geräte uns den Alltag erleichtern sollen, dürfen sie uns dabei nicht stören. Ein Smartphone mit Touchscreen zieht aber die Aufmerksamkeit aufs Display. Hier geht Google mit Google Glass einen ersten richtigen Schritt. Andererseits halte ich auch hier Sensoren, die ohne jegliches Eingreifen operieren für die optimale Lösung.

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Die Scottevest Kleidung zeichnet sich dadurch aus, dass sie durch verschiedenste Taschenlösungen, Möglichkeiten, Kabel innerhalb der Jacke zu verlegen und andere kleine Besonderheiten optimal auf die Mitnahme von Gadgets und Sensoren vorbereitet ist, ohne dabei irgendetwas in der Jacke integriert zu haben.

Und noch eine wichtige Frage: Wie und wo sollen die Sensoren angebracht werden, die Devices genutzt werden.
Viele sprechen sich für eine feste Integration in die Kleidung aus. Hier denke ich allerdings anders und mit Scottevest hat auch ein Hersteller diese Ansicht. Wir sollten die Kleidung mit smarten Sensoren erweiterbar machen, aber diese Sensoren nicht zum integralen Bestandteil werden lassen. Gründe hierfür liegen im Update, in der Reinigung und im modischen Aspekt.

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Der Fitnesstracker Jawbone Up zeichnet Bewegung und Schlafverhalten auf, und hält ca. 1 Woche bis er wieder aufgeladen werden muss. Für mich das Minimum an Batterielaufzeit für ein „smartes“ Device

Kleidung unterliegt der Mode und wird häufiger gewechselt oder unmodisch als die Sensoren, die darin ggf. verbaut werden. Schon aus Nachhaltigkeitsaspekten sollte man dann die Sensoren weiterverwenden können, wenn man sich ein neues Kleidungsstück kauft. Auch dürfte es teurere bzw. schwieriger werden, Kleidung zu reinigen, die mit Sensoren bestückt ist. Hier sind sicherlich Lösungen möglich, aber es dürfte immer noch einfacher und günstiger sein, ein Kleidungsstück zu besitzen, das man ganz „normal“ waschen kann, wenn man die Sensoren entfernt hat.

Auch stellt es sich dann deutlich einfacher dar, wenn zum Beispiel eine neue Generation von Sensoren oder Geräten auf den Markt kommt, die sich dann einfach in das Kleidungsstück integrieren lässt, statt sich mit Sicherheit teurere neu Kleidung kaufen zu müssen.

Und last but not least sehe ich einen großen Bereich für den Erfolg oder Misserfolg von Smartwear in Standardisierung. Es sollte ein Protokoll für den Datenaustausch und die Aufbereitung geben. Sinnigerweise sehe ich hier ein XML Derivat als beste Möglichkeit, das aber ob der oft begrenzten Kapazität der Sensoren möglichst leichtgewichtig aufgebaut sein sollte. Auch die Aufbereitung der Daten und die Zusammenfassung sind hier wichtig. Ich will nicht für jede Smartwear Anwendung eine weitere App, ein weiteres Programm nutzen müssen. Idealerweise sollte ich hier verschiedenste Daten aggregieren und sicher ablegen können, um sie für mich auswerten zu können und ggf. Extrakte davon zum Beispiel an meinen Arzt weitergeben zu können. Aber ICH muss die Datenhoheit behalten, das ist gerade in den aktuellen Diskussionen ein elementarer Punkt ohne den das ganze Thema zum Scheitern verurteilt ist.

Zwei Jacken von Scottevest, Smartwear für den Geek!

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Sitzt perfekt und gibt ordentlich warm. Die Scottevest Revolution Plus

Meine Frau nennt mich immer den Taschenfetischisten. Meine Jacken können, wahrscheinlich bedingt durch mein Geekbekenntnis nie genug Behältnisse für meine Gadgets haben.

Das stellte mich bislang immer vor zwei Herausforderungen. Entweder, die Jacke hatte genug Taschen, aber dann sah ich voll bestückt wie aufgebläht aus. Oder die Jacke saß sehr gut aber dann waren die Taschen sehr begrenzt.

Schon vor einiger Zeit hatte ich von Scottevest gehört, mich aber bislang immer gescheut, bei denen zu bestellen, weil sie nur aus den USA liefern. Doch dann nahm Thinkgeek.com zum einen die Jacken in Spezialversionen, die mir extrem passend erschienenen.

Zunächst interessierte mich die Tropiformer, da es noch schön warm war und mir eine Übergangsjacke und etwas leichtes für den Sommer fehlte. Die Tropiformer ist so geschnitten, dass man Kragen und Ärmel ganz leicht abnehmen kann, das sie nur mit starken Magneten an der Weste gehalten werden. (Keine Sorge, die Magnete sind nicht so stark, dass sie irgendein Gadget beeinflussen könnten, lediglich Träger von Herzschrittmachern sollten die Jacke zur Sicherheit nicht tragen).

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Ein Blick in die Tropiformer Jacke mit insgesamt 22 Taschen.

Ich entschied mich für die graue Version, da mir die anderen irgendwie zu bunt waren. ThinkGeek lieferte die Jacke in sagenhaften 3 Tagen direkt aus den USA vor unsere Haustür. Eine stramme Leistung und auch jetzt, als ich mir eine neue Winterjacke anschaffen musste (trottelig wie ich bin, hab ich meine alte Jacke irgendwo vergessen), kam ich wieder auf ThinkGeek/ScottEvest zurück und deren Revolution Plus Jacke, wie sie bei ThinkGeek heißt. Die gabs dann auch in meiner Lieblings“farbe“ schwarz. Ebenfalls nach drei Tagen war die Jacke da.

Was lässt sich nun über beide Jacken sagen.

Zunächst ja, man kann wirklich Unmengen an Gadgets in den Jacken unterbringen, ohne dass es von außen auch nur im Geringsten auffällt. Ich habe das mit meinem Dell Latitude 10 in der Tablet Tasche und Ersatzakku sowie Note 2 auf der anderen Seite versucht. Zum einen fühlte es sich nicht so an, wie bei normalen Jacken, die dann doch einen ganz schön runterziehen. Zum anderen war von außen absolut nicht zu erkennen, was ich da bei mir trage.

Die Verarbeitung beider Jacken ist sehr gut. Sie sitzen eher etwas weiter (was sinnvoll ist, wenn man wirklich was mitnehmen will) man sollte, wenn die Maße grenzwertig sind immer zur größeren Nummer greifen.

Die Revolution Plus bietet zusätzlich eine gut verarbeitete wärmende „Dämmung“ und sitzt ebenso wie die Tropiformer absolut bequem.

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Hier kann man recht gut sehen, was so alles in der Revolution Plus Platz hat.

Auch wenn ich meine Zweifel wegen des Kragens der Tropiformer hatte, der ja nur mit Magneten fixiert ist,  muß ich sagen, funktioniert hervorragend.

Das einzige Mal, wo ich die Magnete merkte war, als ich mich mit der Jacke an eine Eisenlehne angelehnt habe. Da spürte man kurz ein Rucken, da die Magnete natürlich an der Lehne leicht hafteten 😉

Die Tropiformer bietet sagenhafte 22 Taschen, darunter eine für eine Trinkflasche!, für ein Tablet, ein Smartphone, Brille, Kugelschreiber, und hat ein eingebautes „System“ um Kopfhörer im Kragen der Jacke zu verstecken und so baumelte Kabel zu vermeiden. Zusätzlich lässt sich die Jacke so klein machen, dass sie in die auf der Rückseite befindliche Tasche passt und dann nur noch ein kleines Packet darstellt.

Die Revolution plus wiederum bietet sogar 26 Taschen, beide haben sogenannte Clear Touch Taschen, in denen man durch eine Art Folie das Display des Geräts in der Tasche sehen UND bedienen kann und beide bieten oben erwähntes Personal Area Network (PAN), also eine Art eingebauter Kabelkanäle, damit man Kabel von Tasche zu Tasche führen kann.

 

Anbei zwei Videos, die sehr schön zeigen, was sich so alles in den Jacken unterbringen lässt, ohne das es von außen wirklich sichtbar wird.

Ich kann die Jacken von ScottEvest uneingeschränkt empfehlen und sie sind definitiv den etwas höheren Preis wert.