Kunst war immer meine Therapie

Ich habe es wiederentdeckt, als ich in der Klinik war. Die Bedeutung von Kunst für mich. Kunst war für mich immer ein Ventil, eine Möglichkeit, die dunklen Gefühle, die Ängste, die Einsamkeit zu verarbeiten. Dabei war und ist es egal, ob ich nur Rezipient bin, wenn ich mir Bilder in einem Museum betrachte oder selbst Bilder male, Texte schreibe, Geschichten erzähle.

Es ist eine  seltsame Verbundenheit zwischen Kunst und mir.  Ich kann mich noch sehr gut an meine Phase als Kunstmaler erinnern, als ich fast eine eigene Ausstellung gestartet und eine Kunstmappe eingereicht hätte, wenn nur der nötige Mut da gewesen wäre.

 

 

 

Und es war für mich ein unglaublicher Heilungsprozess, meine Geschichte niederzuschreiben, noch in den Kliniken mein Buch zu beginnen und damit meine Geschichte öffentlich zu machen, meine Seele auszudrücken, sie zwischen zwei Buchdeckel zu pressen und damit all das zu manifestieren, was mein Leben über Jahrzehnte zwar nicht zur Hölle, wohl aber oft zu deren Vorhof hat werden lassen.

Ich brauche Kunst zum Atmen, eine Floskel, die aber für mich heute realer ist denn je. Musik hören kann mich entspannen, kann mich aufbauen. Wenn ich einen Text niederschreibe, gebe ich immer einen großen Teil meiner Seele in den Text. Wenn ich ein Bild male, versinke ich in den Farben, der Leinwand, dem Motiv.

Kunst mag für manche nur brotlos sein, für mich ist sie das, was meine Seele am Leben hält. Und was mich letztlich auch aus meinem tiefsten Tal meines Lebens gerettet hat.

Kunst ist nicht unnötig. Kunst ist, was uns zum fühlenden, zum intensiven Menschen werden lässt. Wissenschaft ist wichtig und ich schätze sie sehr. Aber wenn es um das Wohl. meiner Seele geht, dann ist ein Besuch meiner alten Liebe der Kunst für mich Lebenselixier.

Und dabei noch ergänzend. Nicht umsonst gibt es den Begriff der Liebeskunst. Weil auch in der Liebe die Kunst ein wichtiges Element ist. Und wenn es nur die Kunst ist, Liebe und Leidenschaft zu teilen.

Update: Ja, als Autor geht es mir gut, aber vor allem deshalb, weil ich noch einen „Daytime-Brot und Butter“ Job habe. Aber andere Künstler geraten jetzt in Schwierigkeiten. Deshalb, wenn ihr Konzertkarten habt, wenn ihr Lesungen besuchen wolltet, die jetzt abgesagt werden, vielleicht könnt ihr euch es ja leisten, auf die Erstattung zu verzichten. Das könnte dem einen oder anderen Künstler in der Krise helfen. Oder schaut, was Künstler online anbieten, Kultur ist nicht überflüssig, Kultur ist Teil unseres Wesens. Ich wünsche mir eine Zeit nach Corona, in der wir nach wie vor Musiker, Maler und Autoren, Schauspieler und Regisseure, kurz KünstlerInnen  haben.

Belvedere Museums-App, Kunst auf Tablet oder Smartphone

belvedere_app-1
Eine App, die Lust auf Kunst macht.

Ich mag Kunst, und ich bin ein Geek. Wie könnte man das besser vereinen als mit der neuen App des Museums Belvedere in Wien. Schon deshalb, weil ich wohl in nächster Zeit dort nicht in real hinkommen werde, finde ich es genial, schon mal quasi von Ferne einen Einblick in die Ausstellung und die Räumlichkeiten dort zu geben.

Die Highlights der umfangreichen Sammlung des Belvedere lassen sich in einem Streifzug durch die Epochen erkunden, ausgehend vom Mittelalter mit dem Meister von Großgmain über den Historismus, vertreten durch Hans Markart, den Jugendstil mit Gustav Klimt als Repräsentant bis hin zur zeitgenössischen Kunst von Elke Krystufek.
Darüber hinaus bietet die App sämtliche Besucherinformationen zu den einzelnen Standorten sowie Details zu aktuellen Sonderausstellungen.

belvedere-app-de-2_presse
Infos zu Gebäude, der Sammlung und sonstige wichtige Informationen in einer App.

Und sage mir niemand, so eine App verhindere den Museumsbesuch. Ich sehe das eher genau anders herum. Wer erst mal in der App die Kunstwerke virtuell sehen konnte, der dürfte deutlich mehr Interesse daran haben, was er dort gesehen hat auch in real zu erleben.

Die Belvedere Museums-App ist ab sofort für Apple iOS im Apple App Store und für Android im Google Play Store in den Sprachen Deutsch und Englisch erhältlich. Der Download ist kostenlos.

 

[appbox appstore id915269578]

[appbox googleplay cz.triobo.reader.android.belvederewien]

 

 

Warum wir die Kreativität und damit die Zukunft verlieren

Malerei, Musik, Literatur. Alles Skills, die in der heutigen „Humanressourcengesellschaft“ zwar angeblich noch vermittelt, aber nicht mehr wirklich wert geschätzt werden.
Für mich eine extrem gefährliche Entwicklung. Wir leben in einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft. Mittlerweile verfällt tradiertes Wissen manchmal bereits innerhalb nur einer Generation. Gleichzeitig nimmt die Menge an verfügbarer Information stetig zu.
Und ebenso wachsen die Herausforderungen, oder wenn man nicht Management Sprechblasen verwendet, die Probleme unserer Gesellschaft.
Mit klassischem Wissen über Rechtschreibung, Mathematik, Physik kommt man da nicht weiter. Wir brauchen kreative Querdenker, keine konformistischen Humanressourcen, die Wissen auf Knopfdruck wiedergeben können, aber jenseits des Tellerrandes nur noch intellektuelle Leere verspüren.
Ich bin im Moment nicht sicher, ob ich mir wirklich Sorgen darüber machen soll, dass meine Kinder mit den leider immer noch in großem Maße wissensvermittlungszentrierten Lehrmethoden so ihre Schwierigkeiten haben.
Sie sind nicht dumm und jeden Tag erlebe ich ihre überbordende Phantasie, ihre Kreativität und ihren Willen, etwas zu durchschauen, was ihnen wichtig ist. Aber die Bedeutung schulischen Wissens, den Wert einer guten Bildung, den bekommen sie seltsamerweise nicht mehr wirklich vermittelt. Schule war schon zu meiner Zeit ein langweiliger Ort, an den ich musste und das Wissen, das ich später für Studium und Beruf brauchte habe ich mir weitestgehend selbst angeeignet. Warum zum Teufel erleben meine Kinder die Schule immer noch als einen düsteren, beängstigenden, langweiligen Ort? Ich versuche stets, wenn ich als Ausbilder tätig bin, die Freude am schöpferischen Arbeiten, am kreativen Denken, einfach daran, Wissen zu erlangen und anzuwenden zu vermitteln. Auch wenn ich jetzt gleich wieder Haue von Rektoren und Lehrern bekomme. Tut mir leid, die engagierten, die motivierenden Lehrer sind immer noch in der Minderheit. Und im Gegensatz zu anderen Ländern ist der Lehrerberuf im deutschen Gesellschaftsbild nicht wirklich ein anerkannter und schon gar nicht ein für so wichtig gesehener, wie er ist.

Wie kann es sein, dass nach dem Referendariat die Tätigkeit eines Lehrers nicht mehr bewertet wird. Wie kann es sein, dass sich unser Bildungssystem auf die Ausbildung zurückgezogen hat, und die Bildung, die Vermittlung gesellschaftlicher Werte fast völlig ausgeklammert hat. Geschichte zu vermitteln heißt nicht Werte zu vermitteln. Religionsunterricht sehe ich ob der immer neuen Skandale sogar als mittlerweile schädigend an und wäre glücklich, würde man ihn durch allgemeine Ethik ersetzen. Bringt ja aber nix, ist ja nicht wichtig für Humanressourcen.

Ich wünsche mir endlich wieder eine Wertediskussion

Wir bilden aus. Und das in immer stärkerem Maße. Die Wirtschaft beklagt immer schlechter ausgebildete Jugendliche, drängt Schulen aber gleichzeitig immer mehr dazu, Bildung zu opfern, um für den Beruf auszubilden.

Ich wünsche mir ein erneutes Nachdenken über das, was wir unseren Kindern mitgeben wollen auf den Lebensweg. Wer glaubt ernsthaft, ein Kind oder Jugendlicher weiß schon, wohin seine Lebensreise gehen soll. Aber dennoch verlangen wir in der Schule Wissen anzuhäufen, um auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. Vor allem auf das betriebswirtschaftlich rentable. Kunst, Leibesübungen, Kultur. Alles mittlerweile Fächer, die zwar noch existieren, aber ein Schattendasein führen. Genau deshalb haben meine Kinder auch so ihre Probleme mit dem Schulsystem.

Sie sind eher die stillen kreativen, haben gute Noten in Kunst, in Sport in Geographie oder Ethik. Aber leider sind das nicht die Fächer, die wirklich relevant sind fürs Weiterkommen. Warum eigentlich nicht?

Warum müssen wir die Köpfe unserer Kinder mit zum Teil bereits veraltetem Wissen vollstopfen, anstatt ihnen die Mittel an die Hand zu geben, ihr Leben zu meistern? Wenn ich mich an meine Schulzeit und mein Studium erinnere, dann waren die einzigen Dinge, die ich im Studium von meinem Wissen nutzen konnte die, die ich mir selbst beigebracht hatte.

Mein Schulwissen war weitestgehend nutzlos wenn nicht sogar falsch. Und dieser Effekt hat sich in den letzten Jahren noch beschleunigt.

Ich fordere eine neue Wertedebatte, eine Debatte, die hinterfragt, ob es richtig ist, dass die Wirtschaft, die Ökonomie zum bestimmenden Wertemaßstab unserer Gesellschaft geworden ist.

Eine Debatte, die auch einmal aufzeigt, in was für eine Gesellschaft wir da hineingeraten, wenn wir alles dem ökonomischen Prinzip opfern. Und vor allem eine Debatte, die endlich mal den Finger auf die  Wunde legt, dass eben jene angeblich so vernünftigen, gut ausgebildeten Ökonomen und Betriebswirte uns immer wieder in die Probleme, Krisen und Skandale reiten. Eine Welt mit weniger ökonomischem Denken finde ich fantastisch, eine Welt mit weniger Kunst, Kultur, moralischen und ethischen Werten sehe ich im Moment vor mir und finde sie abstoßend.

 

Ein Spiel, das gleichzeitig Kunst ist: Monument Valley

monument1
Schlicht, klar und von einer einnehmenden Ästhetik sind die Landschaften von Monument Valley.
monument2
Der Weg zum Ziel ist oft versteckt UND verdreht. Hier kann man wundervoll Querdenken trainieren.

Selten gibt es Spiele, die mich so begeistern wie das Spiel Monument Valley, das nun endlich auch für Android erschienen ist.
Wer die Grafik zum ersten Mal sieht, fühlt sich (zu Recht) an die Bilder und Zeichnungen von M.C. Escher erinnert.
Schlicht aber gerade dadurch sehr ästhetisch muss die Protagonistin durch verschiedene Hindernisparcours laufen, in denen nicht alles so ist, wie es scheint. Durch verdrehen oder verschieben von Elementen treten plötzlich ganz neue Perspektiven auf. Wer die Harry Potter Filme gesehen hat, wird sich an das sich ständig verändernde Treppenhaus erinnern. Ähnliches geschieht auch bei Monument Valley. Man dreht ein Objekt, und steht plötzlich Kopf. Oder man verschiebt einen Teil, um festzustellen, das plötzlich die Perspektive kippt und was zuvor unten war, nun oben ist.

Auch die Musik und die darum gestrickte und wundervoll auch unter typographischen Gesichtspunkten dargestellte Geschichte tragen zusätzlich zur sehr dichten und in den Bann ziehenden Atmosphäre bei. Wer sonst keine Computerspiele mag, Monument Valley sollte sie oder er sich zumindes einmal ansehen.

 

[appbox googleplay com.ustwo.monumentvalley]

Was das Internet mit Andy Warhol zu tun hat

wpid-IMAG0021.jpg
Mein eigenes T-Shirt zu meinem Blog, auch so eine Sache, die erst mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung für jeden erschwinglich wurde

Es gibt von Andy Warhol die berühmte These, dass heutzutage jeder für 15 Minuten ein Star sein könne. Das hat er aber noch zu Zeiten geäußert, als Internet/Social Media und die Digitalisierung kein Thema waren.

Was mich heutzutage fasziniert sind die Möglichkeiten, die wir alle mittlerweile haben, uns künstlerisch auszudrücken. Und dabei denke ich noch nicht einmal an die vielfältigen Onlinegalerien von Bildern teilweise erstaunlicher Qualität aber geschossen von „Amateuren“ oder selbstgemachtem,  sondern schlicht auch daran, das eigene Kunstwerk auf Leinwand zu bringen. Es gab eine Zeit, in der ich intensiv Ölmalerei betrieben habe. Dabei haben mich immer die möglichst realistischen Bilder anderer Künstler fasziniert. Und das eine oder andere Mal habe ich mir gewünscht, da ich auch gerne fotografierte, eine Möglichkeit zu haben, eines meiner Bilder auf Leinwand zu bannen.

Das alles ist heutzutage kein Thema mehr: In Zeiten von Internet und Digitalisierung gibt es diverse Dienste, die Fotos auf  Tassen, Tellern, T-Shirts oder eben auch auf Leinwand anbieten. Schöne Erinnerungen auf Leinwand zu bannen ist mittlerweile für jeden möglich, wenn man sich auf entsprechenden Online Portalen  anmeldet, die einem eine Leinwand mit dem eigenen Foto darauf binnen kurzer Zeit liefern können, oder eine Tasse oder……….

wpid-IMAG0019.jpg

 

Natürlich werden jetzt wieder einige meckern, das habe ja nix mit Kunst zu tun. Richtig, aber mal ehrlich, wie oft haben wir alle schon diese unsäglichen Baumarktfotorahmen gesehen, auf denen zum hundertausendsten Mal Marylin Monroe, das Empire State Building oder irgendeine Naturszenerie zu sehen war. An sich schöne Bilder, aber in der Verviefältigung langweilig. Da finde ich es viel spannender, eigene gelungene Fotos auf Leinwand zu ziehen und aufzuhängen. Oder als Kalender zu verschenken. So kann man sich tatsächlich auf Leinwand verewigen, etwas, das vor kurzem noch nur unter großem Aufwand möglich war. Oder man entwirft sich das eigene, ganz individuelle T-Shirt. Damit kann jeder quasi sein eigener Künstler und Galerist werden. (Wobei mich hier mal interessieren würde, ob mir jemand sagen kann, wie die rechtliche Situation ist, wenn ich ein eigenes Foto auf Leinwand ziehen lasse. Darf ich es dann als mein Kunstwerk verkaufen? Mein Bauchgefühl sagt ja).

Oder nehmen wir nur die Möglichkeiten, heute relativ einfach ein eigenes Buch zu veröffentlichen. Dank eBook Readern und Publishern wie epidu.de oder epubli.de kann jeder zum Autor werden, jeder ein Buch entweder in der klassischen gedruckten Form oder als EBook veröffentlichen. Auch hier ist der Prozess der Erstellung durch die Digitalisierung extrem vereinfacht worden, und es gilt nur noch, ob das Publikum das Buch auch mag.

Jeder Mensch ein Künstler. In gewissem Sinne macht die Digitalisierung das erst richtig möglich. Und wie gelungen die Kunst ist, nun, das liegt wie schon seit Anbeginn der Kunst im Auge des Betrachters.

 

 

Discovering Dad. Ein spannendes Webprojekt!

Ich bin bekennender Monty Python Fan und auch die anderen Filmprojekte von Terry Gilliam habe ich immer sehr geschätzt. Um so mehr gespannt bin ich auf das, was Discovering Dad wohl bald der Netzgemeinde präsentieren wird. Terry Gilliams Tochter öffnet sein immenses Archiv an historischem Material und lässt die Netzgemeinde daran teilhaben. So werden wir im Laufe der Zeit sicher einige tolle Fundstücke aus der Arbeit des Monty Python und Filmemachers Terry Gilliam erleben können.

 

Ich freue mich drauf, hier schon ein paar Postings. Ein Vorbeischauen auf der Seite lohnt immer.

Quelle: Discovering Dad
Quelle: Discovering Dad

Das Google Art Project, Kunst und Museen für jedermann

Immer wieder mal tauchen bei Google geniale Ideen auf, die so zwar technologisch schon lange denkbar waren aber erst durch Google auch realisiert wurden. So aktuell das Google Art Project, das es ermöglicht, virtuell in 151 Kunststätten in 41 Ländern zu besuchen. Man kann durch das Museum wandern un die Kunstwerke zu bestaunen. Jetzt auch die Berliner Museumsinsel mit der alten Nationalgalerie. Dresden und Düsseldorf sollen folgen. Ich finde, eine wundervolle Idee, denn nicht jeder hat die Möglichkeit, all diese Museen zu besuchen. Aber seit dem Start des Projekts 2011 ist es zumindest möglich, die hochauflösenden digitalen Versionen zu betrachten. Dabei kann man sich in einer Art Gallerie oder wirklich in Anlehnung an Streetview wie im realen Museum durch die Räume bewegen und die Kunstwerke bestaunen und heranzoomen, um auch Details zu sehen.

Sehr empfehlenswert!

 

 

 

 

Und bald kann man auch das Weiße Haus besichtigen!