Das Latitude 10 Tablet als Entwicklergerät. Und es geht doch.

wpid-20130721_143845.jpg
Mit Maus und USB Keyboard wird das Tablet zum Subnotebook. Ergänzt man dann noch HDMI bleiben keine Wünsche mehr offen.

Natürlich ist ein Tablet kein optimales Gerät, um darauf größere Projekte zu entwickeln. Aber dank des HDMI Ausgangs und des Dual Core Atom Prozessors kann ich tatsächlich sagen: Ja, man kann damit auch als Entwickler arbeiten.

Meine beiden Testprogramme waren die Java Entwicklungsumgebung Eclipse und das Android Developer Studio.

Beide ließen sich ohne Probleme installieren und was mich am meisten verblüffte. Man konnte recht vernünftig damit arbeiten. Einen echten Entwickler PC kann das Tablet natürlich nicht ersetzen, aber gerade für unterwegs reicht die Performanz des Tablets allemal. Um vernünftig programmieren zu können habe ich hier natürlich das Gerät um einen Mini USB Hub, die Bluetooth Tastatur und eine USB Funkmaus ergänzt. Damit hat man schon fast einen kleinen  Notebook vor sich. Wer es dann auch noch hochauflösend will, was bei den aktuellen IDEs durchaus Sinn macht, kann via HDMI auch noch einen externen Monitor anschließen und dann das ganze in Full HD genießen (Die Spitze der Dekadenz war übrigens ein Test auf dem heimischen Breitbildfernseher. Da wächst die IDE plötzlich in ungeahnte Dimensionen 😉 )

Für Java Entwicklung in großem Stil taugt das Dell Latitude 10 Tablet natürlich nicht. Aber um unterwegs ein paar Entwicklerexperimente zu machen oder an kleineren Codefragmenten zu arbeiten reicht sowohl die Performanz als auch die Ausstattung auf jeden Fall.

wpid-20130721_141809.jpg
Wer keine Performanzwunder erwartet, kann ganz ordentlich mit Eclipse auf dem Tablet arbeiten.

Was aber noch viel angenehmer ist. Dank des wirklich guten Bildschirms eignet sich das Tablet auch sehr gut als mobile Entwicklerbibliothek. Da ich Fachbücher mittlerweile bevorzugt digital kaufe und auch gelegentlich eine Zeitschrift, ist das Tablet, auch wegen des Formfaktors 10.1 Zoll ideal als Bibliothek für Fachliteratur zum Mitnehmen. Und da hier auch ein vollwertiger Browser läuft, brauche ich mir keine Gedanken zu machen, ob die eine oder andere Online Bibliothek auch wirklich läuft. Via Kindle oder wahlweise einen der anderen verfügbaren EBook Reader lassen sich alle gängigen Formate auf dem Tablet lesen. Insofern ein gutes Werkzeug für den mobilen Einsatz, wenn man es sich sparen möchte, großes Equipment mit sich zu schleppen.

Und für meine Arbeit als Blogger und Autor ist das Latitude 10 Tablet wahrlich 100% geeignet. Damit macht es unterwegs richtig Spaß, da ich kaum Gewicht bei mir habe und dennoch wie an einem vollwertigen Notebook arbeiten kann.

Microsoft hat mit der Kacheloberfläche für meinen Geschmack einen guten Schritt getan. Lediglich die immer wieder notwendige Rückkehr zum alten Desktop stört das Gesamtbild. Das ist wohl auch das Hauptproblem jeglicher Windows basierter Tablets. Entweder wird das OS zu stark beschnitten (Windows RT kann ich als OS nicht wirklich ernst nehmen) oder das Design der Anwendungen ist nicht durchgängig Tablet-tauglich und es gibt somit sozusagen einen digitalen Medienbruch zwischen Tablet und klassischer Oberfläche. Für mich mit meinen besonderen Anforderungen ist das nicht wirklich störend. Aber der Standardnutzer könnte hier vor die Wahl gestellt sicher schnell zu einem besser optimierten Tablet von Google oder Apple greifen.

Insofern bin ich gespannt auf den Update auf Windows  8.1, der ja im August kostenlos erfolgen soll und damit auch auf meinem Latitude 10 ankommen wird. Ich kann nach diesen etwas über drei Wochen auf jeden Fall sagen. Mich hat das Gerät überzeugt, als mobiles Arbeitstier, das auch mal etwas mehr leisten kann, als reine Tablet Systeme.

Weitere Erlebnisse und Erfahrungen werden hier immer mal wieder folgen.

 

 

Mein Fazit vom Javaforum in Stuttgart #jfs2011 : Things are changing.

Ein Tag, konzentrierte News, Vorträge und viele Bekannte Gesichter (schön, dich wieder mal in Real Life getroffen zu haben @elektrojunge). Mein Fazit vom Javaforum ist gespalten.

Zum einen, viele  gute Vorträge, eine top Organisation, Aussteller, die offensichtlich auch wieder vertärkt Java Entwickler suchen. Aber was gefühlt mein Eindruck war. Irgendwie fehlt die Vision, wie es mit Java weitergehen soll. Seit der Übernahme durch Oracle ist die Szene misstrauisch geworden.

Das zeigte für mich auch der Vortrag „Das nächste große (Java-) Ding. Das hier die Klammer um Java auftauchte, war sicher gewollt. Mittlerweile stößt Java an seine Grenzen, die Erweiterbarkeit ist längst nicht mehr so einfach und die Virtual Machine limitiert manche grammatikalischen Erweiterungen.

Die Idee der JVM wird sicher weiterhin Bestand haben, aber ob auch Java noch die zweistelligen Versionsnummern erleben wird. Ich wage es nicht zu prognostizieren.

Letztlich war ich aber am verblüfftesten von der geringen Zahl an Tracks zum Thema mobile Computing. Mittlerweile gehen knapp 20%  der deutschen Nutzer via Smartphone ins Internet, jeder vierte Haushalt besitzt ein solches Device und der Markt für Tablets boomt gerade. Dann aber nur zwei Tracks dazu anzubieten war mir eindeutig zu wenig.

Es gibt so viele wichtige Aspekte zu berücksichtigen und wenn ein Bereich die Entwickler in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen wird, dann der mobile Endgerätebereich.

(Kleine Anmerkung am Rande: Schon auf dem Weg zum Veranstaltungsort vielen mir viele QR Codes an Litfaßsäulen oder in Schaufenstern auf und auch auf dem Javaforum waren viele QR Codes zu finden. Ein neuer Trend? Ich prognostiziere ja bereits länger dieses Jahr als das Jahr des QR Codes. Mal sehen, ob ich am Ende recht behalte?)

Ansonsten aber, danke für einen hochinteressanten, informativen und sehr gut organisierten Event, den ich nächstes Jahr sicher wieder besuchen werde.

Was ich mitgenommen habe, ein IT-Projekt braucht IT affine Mitarbeiter. Projektmanagement ist ein Full Time Job und kann nicht parallel zum Tagesgeschäft laufen. Mobile Endgeräte dürfen nicht vernachlässigt werden und es muss auch hier ein Bewusstsein für Datenschutz und saubere, sicherheitsbewusste Programmierung existieren. REST und ähnliche Technologien sind ein spannender neuer Ansatz, um Dienste auf mobile Endgeräte zu bringen, ohne komplizierte Zugriffschnittstellen und aufwändige Programmieranforderungen.

Java is here to stay but may leave in a few years.

See you all next year at #jfs2012

Javaforum Stuttgart 2011 #jfs2011 Live Blogging Vortrag 2

Vortrag 2:

Funktionieren agile und dynamische Entwicklungsprozesse nur in dynamischen und agilen Unternehmen?

Entwicklungsprozess funktionieren, wenn die Ziele erreicht werden, das berühmte Dreieck Qualität, Kosten und Termin wird präsentiert.

Der Prozess bei Gebit ist iterativ, inkrementell, mehrfach paralleler Entwicklungsprozess, also Modell-Driven
Interpreter Framework, kein Generatorenframework, also interpretieren des Modells zur Laufzeit.

Gebit setzt agile Methoden wie
Parrprogrammierung, Testgetriebene Entwicklung und Refactoring

Auch hier fällt das Stichwort Continous Integration wieder.

Erstes Fallbeispiel: Projekt Entwicklung Kassensystem, Ablösung von Standardsoftware mit zahlreichen Schnittstellen zu Backend Systemen.
Bei GEBIT lag auch die Testverantwortung.
Die Beauftragung erfolgte immer in Monatssteps->Gefiel das Ergebnis bis dann->Nächster Step.
Die Entwicklung erfolgte alleine durch GEBIT.
Insgesamt 15 Monate bis zu ersten produktiven Implementierung.
Schlüssel zum Erfolg:
-Paarweise Spezifikation
-Volle Konzentration von Auftraggeber und Nehmer auf das Projekt
-Eskalierte Themen wurden ernst genommen
-Betroffene zu Beteiligten machen.

Zweites Fallbeispiel: Sachbearbeiteranwendung in einer Behörde.
Ablösung von 2 Altverfahren, 12,3kg Specs von mehr als 50 Autoren (Projekt lief bereits lange)

Testautomatisierung in hohem Mß durch MA des Kunden

Problem bei diesem Projekt, keine wirklichen ITler in der IT Abteilung der Behörde

Keine Projektleitung beim Kunden, da Mitarbeiter maximal 20-30% der Zeit für Projektleitung
Projekt für Einführung und Betrieb fehlte aber völlig.
Keiner der beteiligten Mitarbeiter war Vollzeit im Projekt, maximale Zuordnung war 50% im Projekt.
D.h. Oft laufen IT Projekte in IT fernen Unternehmen, ohne das Bewußtsein für die Bedürfnisse eines IT-Projektes.

Herausforderungen: Agile Methoden waren gesetzt
Es wurde sich am V-Modell orientiert
Umfangreiche Mitwirkungsleistungen des Auftraggebers wegen Budget

Hoher Headcount auf Kundenseite
aber Teilzeitkräfte, Tagesgeschäft, Altverfahren

Projektteams ohne Projekterfahrung. Das ist oft ein grosse Problem. Order by Mufti funktioniert hier nicht.

Die IT Affinität fehlte bei 90% des Projektteams, auch keine Seltenheit, leider oft sogar eine gewisse versteckte Aversion.

Es gab oft Spannungen zwischen den Linientätigkeiten und dem Projekt, oder wie ich immer sage, ENTWEDER Projekt ODER Linie, beides GEHT NICHT!
(Sorry, hier muss ich schreien)

Es wurde nur verwaltet, nicht proaktiv gesteuert. Auch dies kein seltenes Phänomen, meist wird mehr Wert auf Excel Schlachten und Statusberichte gelegt, als auf die aktive in Angriff Nahme der Entwicklungsherausforderungen. Der Entwickler ist meist das kleinste Rädchen, das das ganze einfache Programmierzeugs macht. Hierarchische Strukturen fressen gerade in grossen IT Projekten oft wichtige PT und Ressourcen.
Hier wurde die Agilität „ausgelagert“ zu den GEBIT Entwicklern.
Das Kernteam war mit dem Projektverlauf sehr zufrieden, aber die Mitwirkungsleistungen waren nicht in time. Es gibt immer noch Aufgaben, obwohl das Projekt zu Ende ist.

Kein Vorgehensmodell kann einen Erfolg erzwingen. Auch das Umfeld muss stimmen. Und da krankt es meist. IT Projekte ohne Mitarbeiter mit „Lust an der IT“ werden grausam!

Lessons learned:
Veränderung der Kommunikationskultur schwierig
Prozesse in Behörde dauern länger als lange.
Steuerung des Projektes notwendig
Spezifikationsänderungen nachvollziehbar dokumentieren
Stimmige Chemie kompensiert vieles
Betroffene zu Beteiligten machen
Spannungsfeld Fakten und Zahlen < -> Zweckoptimismus

Das Javaforum Stuttgart am 7. Juli 2011, live blogging und Twitter Updates

Es ist bald wieder so weit. Am 7. Juli wage ich mich nicht nur in die Fänge der Bahn, um die Reise von Schwäbisch Hall nach Stuttgart anzutreten, man findet mich auch wieder einen Tag auf dem Javaforum Stuttgart, wo sich Entwickler, Manager, Architekten treffen, um sich über die neuen Entwicklungen rund um Java auszutauschen. Dieses Jahr sind für mich vor allem die Themen rund um die Cloud und Mobile Computing spannend, zudem hoffe ich, auch den einen oder anderen Follower dort zu treffen (@elektrojunge ist auf jeden Fall auch dort).
Es wird also wieder Live Blogging von dort geben.

Und so erkennt ihr mich: