Arztsuche 3.0 Konferenz in München. Ein Fazit

16. November, München. Jameda hatte mich eingeladen, bei einer Konferenz mit dem spannenden Thema Arztsuche 3.0 als Vertreter der Patienten und in meiner Rolle als Autor und Blogger teilzunehmen. Ein Vortrag und eine Podiumsdiskussion waren mit mir geplant.
Was ist das Fazit dieses Tages? Es ist kompliziert. Denn auf mehreren Ebenen gibt es Problemstellungen, die weit weniger einfach zu klären sind, als man das landläufig annimmt. Bewertungen von Ärzten haben eine andere Qualität als Bewertungen von Büchern, Musik oder anderen bewertbaren Themengebieten.
Ein interessanter Fakt, so zumindest nach Erhebungen von Jameda ist, dass Bewertungen von Ärzten weit weniger einen Bias auf negativen Eindrücken haben. Damit ist hier zumindest nicht die übliche Übergewichtung negativer Wertungen zu beobachten, wie es bei vielen anderen Portalen der Fall ist.
Andererseits ist es sehr schwer, diese Kriterien valide abzubilden, die speziell für den Patienten auf Bewertungsplattformen interessant sind.

Hier geht es weit weniger um fachliche Expertise, um den Kenntnisstand des Arztes sondern um emotionale Aspekte wie Sympathie, Atmosphäre in der Praxis. Messbar sind diese bestenfalls über eine Varianz nach einer hinreichend großen Anzahl von Bewertungen. Ein Arzt mit 3 positiven und 2 negativen Bewertungen ist noch nicht wirklich repräsentativ bewertet worden. Ein Arzt mit 30 positiven und 10 negativen schon deutlich besser. Aber sobald diese Bewertungen völlig anonym laufen, und das ist meiner Ansicht nach die einzige Möglichkeit, zu einer hinreichend großen Zahl von Bewertungen zu kommen. Muss überwacht werden, ob es sich um ernsthafte Bewertungen oder nur Trolle handelt.
Hier sind Aspekte wie Verfügbarkeit des Arztes oder Distanz nur am Rande betrachtet, da diese oft in Portalen als Bewertung nur in den Freitexten vorkommen.
Was aber klar herausgetreten ist, und wo dringender Handlungsbedarf besteht ist bei der Information des Bürgers. Solange heilpraktische Psychotherapeuten mit der gleichen Wertigkeit betrachtet werden, wie „Schulmedizin“, die korrekterweise „Hochschulmedizin heißen müsste, ist es für den einzelnen schwer, den Quacksalber vom gut ausgebildeten Arzt zu unterscheiden. Wer homöopathische Behandlungsmethoden gleich wirksam sieht wie klassische Medizin, der wird auch auf Plattformen eher denjenigen Arzt oder Therapeuten suchen, der seinem Weltbild entspricht, ob dieser nun für seine diagnostische Problematik der Richtige ist, darf dann häufig angezweifelt werden.
Und leider ist hier auch das Internet nicht wirklich hilfreich.
Zu weit gestreut ist die Qualität der Informationen, zu viel spielt sich in sehr einseitigen Formen oder auf Plattformen ab, die objektive Informationen zu Gunsten des eigenen Weltbilds opfern. Hier wäre es wünschenswert, Plattformen zu entwickeln, die auf einem für die Öffentlichkeit verständlichen Niveau medizinische Fakten darlegen.
Was dabei fast ebenso wichtig ist, hier müssen auch Urban Legends und Fehlinformationen bewertet, beurteilt und objektiv dargestellt werden.
Der Spruch „Wer heilt hat recht.“ Ist hier sehr gefährlich, denn die evtl. zu Tage tretende Heilung kann nur eine scheinbare Lösung sein, die die eigentliche und wirklich schwerere Erkrankung verdrängt und damit durchaus zum Problem werden.

Social Media und Depressionen. Es kann auch helfen

Viele haben mir damals, in der tiefsten Tiefe meiner Depression geraten, als ich alleine und fern von Familie und Freunden (ich hab Freunde?) in der Klinik saß: Hör bloß auf mit Social Media, das zieht dich nur noch mehr runter.

Für mich war das Gegenteil der Fall und ist es auch heute noch. Buch, TV-Doku waren da quasi nur „Abfallprodukte“. Als ich in die Klinik aufgenommen wurde, hat mich vor allem das Alleine sein so furchtbar gestört und noch tiefer in die Depression gezogen. Klar hatte ich Mitpatienten. Aber mit vielen konnte man nicht sprechen, weil es ihnen oft so schlecht ging, dass sie schlicht kein Interesse hatten, mit anderen wollte man nicht sprechen. Und meine Follower auf Twitter fragten relativ schnell nach, was denn mit mir los sei. Ich hatte die Wahl: 26 Wochen lügen oder ganz offen mit meiner Depression umgehen. Als ich dazu die Therapeuten befragt, kam von denen: Wenn ich es für mich annehmen kann, ist offener Umgang immer besser.

Also habe ich aktiv via Twitter unter dem Hashtag #ausderklapse erzählt. Und bekam bis auf zwei flux geblockte Trolle sehr viel positives Feedback, Tipps, Zuspruch. Und auch Facebook zog mich keineswegs runter, sondern wurde zu einem Ort der Information. Wobei ich Facebook noch nie als Medium zum mich mit anderen vergleichen genutzt habe.

Als dann in der Tagesklinik auch noch eine geheime Facebook Gruppe für uns Verhaltensoriginelle eingerichtet wurde, hatte ich einen Kreis von Gleichgesinnten, die sich gegenseitig unterstützten und aufbauten.

Ich denke, es kommt auf die Person an. Für mich wäre ein Rückzug vermutlich sogar einer Verschlimmerung gleichgekommen. Zumal man mich in die Depression und den Suizid gerade dadurch gestürzt hatte, dass man mir meine Art zu leben nehmen wollte.

Ich würde nicht so weit gehen wie Holly Elmore, die als Teil ihrer Genesung durch das Posten eines absichtlich positiven Images ihrer selbst zum Teil genesen ist.

Aber die Unterstützung, die Erfahrung, wie viele Gleichgesinnte es gibt und das positive Feedback für meinen Kampf zur Entstigmatisierung von Depression und Psychiatrie, genau das hat mir sehr geholfen, mein Selbstbild wieder zu verbessern, positiver zu denken, mehr vom Leben zu erwarten.

Ich kann mit Fug und Recht behaupten: Social Media hat mir vielleicht nicht mein Leben geretttet, obwohl Whatsapp einen großen Anteil an meiner Lebensrettung nach dem Suizidversuch hatte. Aber es hat mir meinen Verstand wieder repariert.

Ich werde hier nicht behaupten, Social Media sei für jeden depressiven Menschen gut. Aber jeder sollte es für sich prüfen, wie es wirkt und sich weder von Medien noch von Ärzten oder seinem Umfeld vorschreiben lassen, was er zu tun hat. Genau das treibt einen ja manchmal in die Depression. Been there, experienced that.

P.S.: Die meisten Studien, die eine Förderung von Depressionen durch insbesondere Facebook sehen, beziehen das vor allem auf das Vergleichen mit anderen, positiveren Profilen. Das habe ich zum einen nie gemacht, zum anderen gibt es dieses Vergleichen schon lange: Das bessere Auto, Smartphone, Haus, Leben, der bessere Freundeskreis, Job. Vergleichen kann man sich unabhängig von Facebook. Man sollte nicht Symptom mit Krankheit verwechseln. Facebook mag für manche Katalysator sein. Ursache einer Depression, dafür gibt es laut Studien keine Belege, die meisten Forscher, die Korrelationen fanden, sprachen von der Möglichkeit, dass.

 

Die Fitbit Aria Waage: Vernetzte Gewichte

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Hier hält das Innenleben, was die Verpackung verspricht. Mehr steckt da nicht drin, braucht es aber auch nicht. Die Einrichtung der Aria läuft schnell und problemlos.
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nicht nur funktional, sondern auch im Aussehen weiß die Aria zu gefallen. Sonst sind nützliche Gadgets ja oft von eher fragwürdigem Design.

Es gibt ja selbst für mich Grenzen, bei denen ich mich frage: Muss das? Ist das nicht etwas übertrieben? Aber da ich der Meinung bin, man solle alles erst objektiv betrachten, bevor man etwas ablehnt, war ich gerne bereit, die mir von mobilefun.de zur Verfügung gestellte Körperfettwaage Fitbit Aria zu testen. Zumal ich ja mit dem Fitbit Flex schon erstaunlich gute Erfahrungen gemacht hatte.

 

Als Waage bietet die Aria keine Überraschungen…. Fast. Sie wiegt zuverlässig das Gewicht und wenn man barfuß auf der Waage steht auch noch den Körperfettanteil. So weit so gut. Hat man die Waage über die Windows/MacOS Software oder das Webinterface eingestellt, kann man bis zu 8 weitere Personen erfassen, also auch für die größere Familie geeignet. Spannend wird es, wenn sich jemand auf die Waage stellt, der nicht gespeichert ist. Das interessante ist nämlich, dass die Waage erkennt, wer sich auf ihr befindet. So konnten wir das gleich zu Beginn live miterleben, als sich mein Jüngster, vom Schicken Design und dem neuen Gadget herausgefordert natürlich sofort drauf stellte. Wird nachdem ich  mich gemessen habe zum Abschluß mein Kürzel UH dargestellt, so erschien bei meinem Sohn „Gast“. Warum ist das so wichtig? Nun, ich will ja nicht, dass meine eigenen Ergebnisse, zumal wenn ich die Waage für die Fitness und das Tracking meiner Werte nutzen will, diese verfälscht werden. Dem beugt die Waage sehr elegant vor, auch meine Frau, die sich zu einem Test zur Verfügung stellte wurde als Gast erkannt.

Die Waage geht für die Speicherung der Messwerte ins WLan und lädt die Werte als private Daten auf das Fitbit Konto. Über die Webseite oder eine Smartphone App kann ich so neben meinen Flex Daten jetzt auch noch die Daten der Waage ablesen und analysieren. Wer sich nur gelegentlich wiegt, für den dürfte das etwas oversized sein. Andererseits, gerade da ich mich etwas mehr bewegen und insgesamt fitter werden will ist die Waage eine interessante Ergänzung.

Die Waage arbeitet sehr schnell, stellt man sich auf sie, sind die Werte binnen weniger Sekunden erfasst und werden dann bei bestehender WLan Verbindung auf die Webseite gesichert. Im Vergleich mit anderen Waagen ist die Fitbit recht genau, die Abweichungen bewegen sich im Gramm Bereich.

Die Einrichtung, die via direkter Verbindung und einer Windows Anwendung funktioniert, ist sehr einfach und gut erklärt.

Alles in allem, ja, es ist ein Stück Luxus, sich eine WLan fähige Waage anzuschaffen, aber durch die automatische und einfache Erfassung und die gute Aufbereitung kann ich jedem, der sich ein wenig mehr für Fitness interessiert und erst recht jedem, der ans Abspecken denkt, die Waage nur empfehlen. Einfacher kann man kein Buch über seine Werte führen und gerade wer trainiert und/oder Gewicht verlieren will, der findet mit der Aria eine sehr elegante und einfache Lösung fürs Gewichtstracking.

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Dank dazu gehörender App, kann man alle Fitbit Produkte und deren Werte in einer Anwendung verwalten.

Insgesamt wirkt die Aria durchdacht, mit ein paar interessanten Zusatzfunktionen (die Gast-Funktion hat mich ehrlich überrascht). Mit 112,49 Euro gehört sie ins obere Preissegment bietet für diesen Preis aber auch eine einfache Bedienung, eine genaue Messung und über die Anbindung ans Internet eine gute Möglichkeit zur Auswertung der gemessenen Daten. Wer nur hin und wieder sein Gewicht messen will, für den ist die Waage auf jeden Fall oversized, dem dürfte eine günstige Standardwaage genügen. Aber im Fitness Segment ist die Aria sicher eine Anschaffung wert, gerade wenn evtl. noch mehrere Personen die Waage nutzen. Zusammen mit dem Fitbit Flex oder einem anderen Aktivitätentracker lässt sich so das eigene Fitnessprogramm hervorragend überwachen.

Für alle technisch interessierten Leser hier noch die Produktdetails:

Produkt Details:

  • Kabellose Synchronisation über WiFi
  • Display mit Hintergrundbeleuchtung
  • Bis zu 8 Nutzerkonten gleichzeitig
  • Touchscreen Steuerung
  • Verschiedene Maßeinheiten: lb. kg. st.
  • Betriebszustand: 0–56° C
  • Relative Luftfeuchtigkeit: 0–95%
  • Spritzwassergeschützt und Kondensations beständig

Technische Details:

  • Unterstützt iPhone, iPod Touch, iPad (running iOS 4 & 5)
  • Android
  • Windows Mobile 7+

Batterieanforderungen:

  • 4x Standard 1.5V Größe AA Batterien (inklusive)

Maße:

  • Maße ca.: 31.2cm x 3.34cm x 31.2cm
  • Gewicht ca. : 1.93kg

Es ist nicht das Internet kaputt, sondern der Mensch: Eine Replik auf Sascha Lobo

„Das Internet ist kaputt“ postuliert Sascha Lobo jüngst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Dem mag ich nun so gar nicht zustimmen.

Zumal hier wieder einmal Technologie, deren Verwendung und die ethisch moralischen Grundwerte einer Gesellschaft in einen Topf geworfen werden.

Aber von Anfang an. Zunächst, wäre das Internet kaputt, so könnten wir keine EMails mehr abrufen, nicht mehr surfen oder unsere Geschäfte tätigen. Das alles aber geht. Was ist denn dann nun kaputt? Es ist die Sicht der Menschen, zum einen auf ethisch moralische Werte, auf die Welt allgemein und die digitale Welt im Besonderen.

Es ist quasi der Sündenfall des digitalen Zeitalters. Als das Internet noch „jungfräulich“ war und nur Experten es zu nutzen wussten, da war das Paradies noch für alle zum Greifen nah. Zugriff auf Daten weltweit, das Wissen der Menschheit nur einen Klick entfernt.

Doch dann kam der Sündenfall. Das ehemals kostenlose und elfenbeinturmartig geschützte Netz trat hinaus in die Öffentlichkeit. Und jetzt auch ins Angesicht des Durchschnittsmenschen. Der natürlich sofort fragte: Was bringt es mir (finanziell)? Und schneller als der Wissenschaftler die Sündenfallfrucht zu verhindern versuchte traten erste Unternehmen auf den Plan. Es begann die Kommerzialisierung des Netzes und damit der breite Zugriff für alle. Nun aber wurde das Netz nicht nur für Unternehmen interessant sondern auch für die eher halbseidenen oder auch illegalen Organisationen, die natürlich ein gleich großes Interesse daran hatten. Und in Folge auch für die Staatsorgane, wobei hier nicht der durchschnittliche Politiker gemeint ist, der das Internet immer noch in der Nähe der Bundesautobahnen verortet sehen will sondern diejenigen, deren ureigenstes Ziel immer schon das Beschaffen möglichst lückenloser Informationen war und ist. Die Geheimdienste.

Und während die Mehrheit der Bevölkerung sich nur widerwillig ins Netz begab, empfingen die dunkleren Organisationen vom Stile einer #NSA das Netz mit offenen Armen, bot es ihnen doch ein Füllhorn an Informationen und dank des Desinteresses der breiten Masse auch zunehmend Informationen, die sie so noch nie zuvor erlangt hatten. Bewegungsprofile, Personenprofile, eine unabsehbare Zahl von  Datenquellen.

Aber es gab sie, die Mahner, diejenigen, die bereits zu Beginn erfasst hatten, was das Problem, was die Gefahr dieser Datenfülle war. Seien es EFF oder CCC (wer diese Begriffe nicht kennt, interessiert sich sicherlich noch heute kein Jota für Datenschutz in der wirklich relevanten digitalen Form)

Doch die Mehrheit der Bürger glaubten und glauben immer noch jenen, die ein großes Interesse haben, den Bürger möglichst gläsern zu gestalten. Unternehmen, die das Kaufverhalten kennen wollen, Regierungen und Geheimdienste, die wissen wollen, wie der Bürger tickt.

Es war das Denken, das Interesse des Bürgers, oder besser sein Desinteresse, das kaputt war und ist. Wo Sender wie RTL und Pro 7 Erfolge feiern, wo die BILD Zeitung als glaubwürdiges Nachrichtenorgan gehandelt wird und die Mehrheit immer noch glaubt, dass Wahlversprechen auch gehalten werden, da ist es kein Wunder, wenn auch das Internet zunehmend aus seinen unschuldigen Anfängen immer mehr in einen Sumpf von Missbrauch und Datendiebstahl gerät. Es ist der mangelnde Ernst im Umgang mit dem Internet, das Verkennen seiner Bedeutung und der Gefahren, wenn es in die falschen Hände gerät. Das Internet an sich ist immer noch das ideale Medium für Demokratie und ihre Prozesse. Und mehr als ein Mal konnten wir es dabei schon im realen Einsatz erleben.

Aber solange die Mehrheit der Bevölkerung das Internet immer noch als eine technologische Spielerei betrachtet und „auch gut ohne“ auskommen kann bzw. dieses „Internetz“ am liebsten ganz abschaffen möchte, so lange werden diejenigen, die einen halbseidenen Nutzen daraus ziehen weiterhin unbehelligt die Grundlagen des Internets unterminieren können. Und wer uns erzählen möchte, das Internet zerstöre die Demokratie, der verkennt, dass das Internet kein Lebewesen ist, kein selbst entscheidendes System. Wir sind es, wir alle, die wir uns durch Lethargie und Ignoranz, durch Technophobie und weltfremdes zurückblicken auf die angeblich so viel bessere Vergangenheit davon abhalten lassen, das Internet positiv zu nutzen und uns gegen die zu stellen, die es missbrauchen.

Was Snowden aufgedeckt hat, war nicht die Zerstörung des Internets. Es war und ist die Zerstörung der Freiheit von uns allen, der eigentlichen demokratischen Idee und der unbändige Wunsch der Regierenden, uns lückenlos überwachen zu können. Das Internet ist ein neutrales Instrument. Wir sind es, die durch unser Nichtstun einer Minderheit erlauben, es negativ zu missbrauchen.

Wir brauchen kein Lamentieren über ein kaputtes Netz. Wir brauchen einen Aufstand gegen eine kaputte Gesellschaft.

 

Ist Musik die gemeinsame Sprache von Mensch und Tier? Ein beeindruckender TED Talk

Peter Gabriel , Neil Gershenfeld, Diana Reiss und Vint Cerf, gemeinsam auf der Bühne, mit einer beeindruckenden Vision von Musik, dem Internet und einer möglichen gemeinsamen Kommunikationsplattform von Menschen und Tieren. Eine Vision in der Entstehung, die ich faszinierend finde und weiter beobachten werde. Der Trick ist immer der gleiche. Jenseits bekannter Pfade denken, Menschen ignorieren, die behaupten, das gehe nicht und querdenken. Für mich sind solche Fragen, solche Forschungen viel tiefgehender, viel wichtiger als all diese irrsinnige Rüstungsforschung. Wir definieren uns nicht durch unsere Existenz oder unsere angebliche Überlegenheit sondern durch unsere Kultur, unseren Umgang miteinander und während ich diesen Talk sehe erkenne ich die Bedeutung auch dessen, wie wir mit der Natur und unseren Mitlebewesen umgehen. Man erkennt den Wert eines Menschen daran, wie er mit denen umgeht, die ihm keinen Nutzen bringen. Leider ist dieser Satz wahr und bedeutet für viele Menschen, ihr eigener Wert ist sehr gering, da sie nur jemanden wertschätzen, der Ihnen einen Nutzen bringt.

Die Geschichte des Internet als Infografik

Eine schöne Infografik, die ich schon länger hätte brauchen können, weil ich immer wieder gegen den Irrtum ankämpfen muss das Internet = WWW und erst 1995 entstanden, auf der nachfolgenden Infografik war ich in der Timeline ab 83 als Computergeek dabei, aber die Geschichte des Internet beginnt noch viel früher:

Quelle: Tele2

Das nächste große Ding „Internet always on.. your body“

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Bildquelle: Google

Google und andere Hersteller experimentieren mit Brillen, die als Schnittstelle zum Netz dienen.

Gerüchte besagen, dass nachdem andere Konzepte auf Kickstarter erfolgreich finanziert wurden jetzt auch Apple an einer Uhr mit Internet Zugang arbeitet und von Samsung kam die Bestätigung, dass auch sie an einer Smartwatch arbeiten.

Alles bloß Spinnerei? Ich denke nein, vielmehr erleben wir hier den nächsten Schritt hin zu einem Always On Internet, das sich nahtlos in den Alltag integriert. Denn was immer noch stört sind die Smartphones. Ja, genau. Klingt komisch. Aber ist es nicht ungemein umständlich, sobald man eine Information braucht.

Was von Nöten ist, ist eine Art der Informationsvermittlung die entweder gar keine direkte Interaktion verlangt (Brille) oder zumindest so unauffällig funktioniert, wie zum Beispiel der Blick auf die Uhr. Denkbar ist auch eine Kombination mit anderen bereits funktionierenden Verfahren wie Sprachausgabe, wobei die Interaktion zur Befehlsweitergabe ans Device immer noch die grösste Hürde sein dürfte. Spracheingabe würde wieder zu merkwürdigen, mit sich selbst sprechenden Menschen führen. (Ich nenne es das Headset Phänomen).

Noch warte ich auf meine Pebble, bin aber schon gespannt, ob sie mir manchen Griff zum Smartphone ersparen wird. Aber definitiv haben wir noch nicht das Ende der Interaktionsvermittlung mit dem Netz kennengelernt. Es bleibt spannend und erste Schritte in die Richtung sehen schon vielversprechend aus.

Aber es werden sich auch neue Fragen aufwerfen, so die, wie wir als Gesellschaft damit umgehen, wenn jeder zu jeder Zeit online sein und alle möglichen Daten abrufen kann. Was bedeutet das für unsere alltägliche Interaktion. Wie werden wir damit am Arbeitsplatz umgehen? Werden Arbeitgeber solche Devices verbieten? Und wird sich das überhaupt durchsetzen lassen?

Wie werden wir in Zukunft zwischen privat und Beruf unterscheiden, wenn wir permanent als Person im Netz präsent sind, ganz egal, wo und wann? Noch bedeuten Smartphones eine visuelle Hürde für die Bedienung am Arbeitsplatz, aber was, wenn das Netz quasi permanent als visueller Datenstrom mit dabei ist?

Je weiter wir uns ins Netz integrieren und es zum elementaren Bestandteil unseres Alltags privat wie beruflich machen, um so spannender wird das ganze wieder für eine Wissenschaftsrichtung, die man oft unterschätzt, nämlich die Philosophie. Denn hier können, ja müssen die Fragen aufgeworfen werden, die jenseits vom technisch machbaren liegen.

Das Netz ist beta und wird es auch immer bleiben

Einer der Fakten, den wohl nur diejenigen begreifen, die nicht nur gegen Bezahlung im Netz arbeiten, sondern auch das Netz als Teil ihres Lebens integriert haben.

Während Management und Qualitätssicherer, Controller und Projektleiter stets auf 100% Qualität bedacht sind (oder zumindest darauf, dass alle Prio 1 Fehler wenigstens zu Prio 2 Fehlern gemacht wurden) weiß der langjährige Internetbewohner, dass eigentlich alles Beta ist. Diverse Anwendungen erscheinen schon im Alpha Stadium, dann im closed Beta, dann Beta und werden daraus nie in einen endgültigen Zustand des „Releases“ kommen. Einfach deshalb, weil das Netz hochgradig dynamisch ist.

Meiner Ansicht nach müssen wir uns wieder vom Dogma der Releasezyklen verabschieden. Oder wie es z.B. mittlerweile bei ubuntu angedacht wird, die rollierenden Updates realisieren. Ist eine Anwendung, eine Lösung so weit, dass sie weitestgehend funktioniert, dann wird sie veröffentlicht und es gibt dann weitere Updates, neue Feature etc. Würde Google immer auf den endgültig abnahmebereiten Stand warten bei Anwendungen wie Google+ oder ähnlichen, ich wage zu bezweifeln, dass dann jemals zur rechten Zeit etwas auf den Markt gekommen wäre. Aber die meisten Unternehmen testen und zögern noch so lange, bis das, was sie dann endlich im Netz anbieten schon hoffnungslos veraltet ist. Bis dann ganz andere Branchen bereits den Markt betreten haben mit Beta Software, und die Kunden sich bereit abgewandt haben.

Die endlosen Abstimmungen und Rückversicherungen bewirken nur, dass wir immer weiter abgehängt werden von Unternehmen, die mit dem Beta Status groß werden. Den „finalen“ Stand einer Software, oder den zu Beginn bereits feststehenden Funktionsumfang gibt es im Netz nicht. Hier entwickelt sich alles so dynamisch, dass es durchaus passieren kann, dass ich den Funktionsumfang meines Produkts oder meiner Anwendung noch im Entstehungsprozess ändern oder erweitern muss. Dafür braucht es aber Flexibilität, schnelle Reaktionszeiten und kurze Entscheidungswege. Sascha Lobo nennt es die „Deutsche Netzkrankheit“ und trifft es damit eigentlich recht gut. Wir ergehen uns in Kontrollen, Abstimmungen und erneuten Abstimmungen, jeder will mitreden, jeder will sich absichern, es geht nicht um das Produkt sondern um die politischen Ränkespiele der Karriereleiter. Und währenddessen hängen uns dynamischere hierarchieärmere und vor allem entscheidungsfreudigere Unternehmen komplett ab. Im Moment tauchen auf dem Markt diverse ausländische Anbieter mit Bezahldiensten auf. Paypal, Kredikartenunternehmen, selbst Apple und Google wollen oder bieten bereits Bezahlmöglichkeiten an.

Da stellt sich doch die provokante Frage: Wird es bald Bankgeschäfte ohne Banken geben?

Und wird diese Entwicklung nicht auch in vielen anderen Branchen einfach so passieren, während wir noch damit beschäftigt sind, Verantwortung, Qualität und Schuld zu klären?