Das Ende der Fitnessstracker. Facebook und Myfitnesspal

Warum kauft Facebook Moves? Was hat Myfitnesspal mit der Integration einer Schrittzählerfunktion in seiner Plattform vor. Die Strategie ist klar. Das, was bislang Gadgets wie Fitbit oder Jawbone leisten, sind Nischendienstleistungen. Diese werden aber auf Dauer nach meiner Meinung keinen Bestand haben. Denn sie bedienen eine Nische, die früher oder später von den Standarddevices abgedeckt werden wird, die jeder mit sich trägt. Smartphones und intelligente weil nicht so sehr eingeschränkte Smartwear Devices wie z.B. zukünftige Smartwatches. Die werden dann neben Telefonie und Navigation auch Fitnesstracker, Walkman und vieles mehr sein. Dann ist kein Platz mehr am Handgelenk für noch ein Device.

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Die Smartwatch mit Standalone Fitnessfunktion. Sie deckt viel mehr ab als nur eine Nische.
24.01.14 - 1
Nischenprodukt mit nur noch kurzer Zukunft. Der „Single Usage“ Fitnesstracker

Insofern halte ich die Hersteller reiner Fitnesstracker für eine aussterbende Branche. Entweder, sie integrieren sich in smartere Wearables, oder sie erweitern ihre eigene Hardware um diverse weitere Funktionen.

Große Player wie Samsung haben es mit der Integration von Sensoren für Puls, für Höhenmessung, für Schrittmessung gezeigt. Es bedarf keines weiteren Gadgets oder vielmehr. Es ist wünschenswert, wenige Gadgets zu nutzen.

re:publica: Falsche Narrative, richtige Visionen und was uns allen fehlt

wpid-20140507_110355.jpgDie Republik trifft sich. Nein, falsche Formulierung, die res-publica trifft sich auf der re-publica. Wer im Jahre 2014 auf die re:publica kommt, weil er ein Treffen von Nerds mit Nerds, von Bloggern mit Bloggern erwartet, dürfte enttäuscht worden sein.

Selten war die re:publica so sehr auch Spiegel der Gesellschaft, wie dieses Jahr. Das mag auch der schieren Menge an Besuchern und der immer weiter ausfächernden Vielfalt der Themen für die Sessions geschuldet sein. Und dennoch zieht sich auch weiterhin ein digitaler roter Faden durch die, ja was ist die re:publica eigentlich? Konferenz, ne, dazu kann man zu sehr auf Augenhöhe kommunizieren. Barcamp? Zu vorausgeplant. Sagen wir es so, die re:publica ist die Quintessenz dessen, was als immerwährender Diskurs das Jahr über durch die wie wir gelernt haben eigentlich gar nicht vorhandene Netzgemeinde wabert. Sparen wir uns das erste Wort Netz und ersetzen das zweite durch Gesellschaft, kommen wir der Sache schon näher. Die re:publica 2014 ist auch Schmelztiegel von Vorreitern, Mahnern, Vor- und Querdenkern der ganzen Republik (sic). Wenn ein Raul Krauthausen Car Sharing für Menschen mit Behinderung fordert, hören ebenso alle zu, wie wenn ein „einfacher Blogger“ eine Session hält. Es geht nicht um Rollen, um Titel oder Reichweite. Es geht um den offenen Austausch.

Und es geht auch darum, aushalten zu können, wenn Sascha Lobo die Saalgemeinde beschimpt, weil wir doch alle den Worten keine Taten folgen lassen, weil wir alle immer dann laut werden, wenn wir dafür nicht von der Tastatur weg müssen.

Was ich für mich von der re:publica mitnehme ist, dass wir alle verdammt nochmal endlich unseren Hintern hoch kriegen müssen und den Marsch durch Insitutionen, seien das nun Schulen, Vereine, Behörden,Medien gehen müssen um das mal zu tun, was wir seid Jahren immer fordern….. Aber halt nur von „den anderen da“. Wir müssen das Digitale ins Analoge tragen. Wir müssen Menschen die Potentiale aufzeigen und die Gefahren.

Und zwar in deren Narrativen. Auch das ist ein Auftrag an uns alle. Macht die Botschaft sexy. Zeigt, dass es wichtig, relevant und wertvoll ist, sich Gedanken zu dem zu machen, was unsere Regierung im Fall Snowden tut, und noch viel wichtiger, was sie nicht tut. Wir brauchen klarere Botschaften, wir müssen die Aushorchverbrecher vorführen. Der Protest muss laut, muss öffentlich und muss penetrant sein und bleiben.

Und was ich auch gelernt habe. Wir sollten verdammt nochmal aufhören, unserer Jugend das Engagement, die Innovationsfreude, die Fähigkeit zwischen gut und schlecht zu unterscheiden abzusprechen.

Die Jugend kann sehr wohl zwischen gut und böse, zwischen gut und schlecht unterscheiden. Aber für sie gehören die „alten Medien“ und ja, dazu BnBtqVkCAAAOR1egehören auch bereits die ersten Blogs bereits zum Bereich schlecht. Wenn ich erlebe, wie indifferent meine Kinder dem Thema Datenschutz gegenüber standen, wie oft ich mit ihnen sprechen musste, bis sie verstanden, was gut und was schlecht ist wenn online gestellt, das waren viele Gespräche. Bis zu dem Tag, an dem sie bei ihrem heißverehrten Youtuber @lefloid plötzlich etwas über PRISM und Snowden hörten.

Nun bin ich es, der hinterher hecheln muss um all ihre Fragen sinnvoll,ehrlich und auch vernünftig jenseits meiner Filterblase als „fucking old digital native“ zu erklären.

Ich glaube, wir sind bereits so sehr zum digitalen Establishment mutiert, dass wir uns in den nächsten Monaten ganz schön lang machen müssen, um von unserem hohen „Wir wissen doch alles besser als ihr“ Ross runterzukommen.

Die re:publica im Jahre 2014 und im Jahre 1 nach Snowden der digitalen Zeitrechnung ist tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nun müssen ihr die Telnehmer in Kopf, Herz und Blog folgen.

We are living the future ist wohl wahr. Aber für 2015 ist mein persönliches re:publica Motto: Out of the wild, into the public.

Und für uns alle, für jeden Tag, für jeden Ort: Kriegen wir endlich unseren Arsch hoch und machen wir unseren Mund auf. Und seien wir penetrant. Erst wenn wir diejenigen, die sich ignorant über den Willen der Bürger und der digitalen wie analogen Gesellschaft hinwegsetzen so richtig nerven können wir sagen: „Now we are talking public“

Brunch bei Acer Deutschland. Wenn man sein Wunsch Tablet zum Frühstück serviert bekommt

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Ein neuer Hybrid Player auf dem Markt. Sieht für mich vielversprechend aus.

Während der re:publica lud mich Acer zu einem Brunch mit freiem WLan und neuen Gadgets ein. Dabei auch die Ankündigung, man habe auch eine Deutschlandpremiere mit im Gepäck.  Was auch tatsächlich stimmt. Das neue Acer Switch 10 ist eines jener Hybrid Tablets die ich als die eigentliche Nachfolge von Notebook UND Tablet ansehe. Das Switch 10 hat einen neuartigen Dockingmechanismus,der auf Magnetismus basiert, und damit das Tablet viel eleganter abnehmbar lässt, als bisherige Konzepte. Die Ausstattung des Devices ist Top Notch, genauere Details am Ende des Beitrags. Hier erst mal ein Überblick über die technischen Rahmendaten.

Windows 8.1 Intel Atom (Z3745, 1.33 GHz, 2 MB) 25.7 cm (10.1″) LED

16:9 HD – Active Matrix TFT Color LCD

In – plane Switching (IPS) Technology

Intel HD Graphics 2 GB LPDDR3

500 GB Serial ATA

Gewicht (ca.) 585 g

Das  Tablet lässt sich auf viele verschiedene Arten einsetzen. Ausgestattet ist es wahlweise mit eMMC oder echter Festplatte,wobei ich immer die eMMC bevorzugen würde. Aber auch hier hat Acer nachgedacht und bietet die Festplatte nicht als entweder oder sondern als Zusatz in der Tastatur an.

Man kann das Tablet auch umgedreht andocken, was dazu führt, dass man den Keyboard Dock auch als Stütze fürs Tablet verwenden kann. Durch den HDMI Anschluss lässt sich auch ein großer externer Monitor anschließen. Das Gewicht ist angenehm leicht, vor allem, wenn man das Tablet ohne Dock verwendet.

Das Gehäuse ist aus Aluminium, sehr schön gestaltet und die Tastatur bietet einen angenehmen Hub und ein vollwertiges Setup, mit großer rechter Shifttaste. Insgesamt macht das Setup einen durchdachten Eindruck und kann durchaus sowohl einen Desktop PC als auch ein reines Tablet ersetzen. Natürlich reden wir hier nicht von einem PC, der auch für Spiele geeignet ist, aber ich bin sicher, dass das Setting fürwpid-20140507_104038.jpgwpid-20140507_111128.jpg Internet und Office sehr gut geeignet ist. Soviel zum ersten Eindruck.

 

Laut Informationen von Acer soll das Gerät ab der nächsten Woche unter anderem bei Mediamarkt für 349 Euro für die reine eMMC Variante und für 399 in der Variante mit zusätzlicher 500 GB Festplatte in der Tastatur verfügbar sein. Weitere Informationen werde ich mir Morgen noch holen, dann ggf. auch noch Informationen zu weiteren neuen Devices. wie dem Acer 6 Zoll Phablet und einem Dual SIM Smartphone.

UPDATE:Ab Montag ist das Aspire Switch 10 zumindest in der 64GB eMMC Variante lieferbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die Jugend und die Vereine. Keine Lust, aus gutem Grund

In meinem Umfeld klagen so einige Vereine über mangelnden Nachwuchs. Sei es der Gesangsverein oder der Umweltschutzverein. Überall lässt das Interesse an aktiver Teilnahme nach. Woran liegt das?

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Während die „Alten“ immer noch „Das Wandern ist des Müllers Lust“ trällern, Slammen die Jungen zu kreativer Poetry wie beim Poetry Slam in Ellwangen

Für mich kristallisiert sich vor allem ein Faktor heraus, der mich selbst auch an so ziemlich allen (vor allem wohl deutschen) Vereinen. Der unglaubliche Dogmatismus. Es gibt Regeln und Positionen zu relevanten Kontexten. Und darüber darf weder diskutiert, noch nachgedacht werden. Ganz schlimm ist das bei den gesellschaftskritischen Vereinen wie Umweltschutz oder Verkehrsverbänden. Bin ich Autoclub, ist alles andere böse. Bin ich Radverband, dann habe ich hier ganz dezidierte Positionen zu Radwegen, Helmen etc. Und das muss dann auch jedes Mitglied immer wieder über sich ergehen lassen. Doch die Jugend merkt, dass es diese reinen Lehren nicht mehr gibt, dass die Welt komplizierter ist.
Dass es zum Beispiel überhaupt nichts bringt. Froschlaich zu retten, wenn man ihn dann in den nächstbesten mit Fischen besetzten See wirft.
Oder dass es eben in manchen Kontexten auch fatal sein kann, gegen Gentechnik zu sein.
Die Jugend engagiert sich selektiver, zieht sich auch aus dummen Projekten schneller zurück und lässt sich generell ungerne vorschreiben, wie die Lebensführung auszusehen hat. Auch mit die größten Vereine, die beiden christlichen Kirchen merken dass, wenn alte teilweise völlig realitätsferne Dogmen nicht hinterfragt werden.
Vielleicht müssen sich hier die Vereine endlich von ihren starren Strukturen lösen und auch akzeptieren, dass die Welt nicht schwarz oder weiß ist.
Aber dann kratzen sie ja an den eigenen Fundamenten. Und besser, man rührt so was gar nicht an, dann müsste man sich ja verändern.

So lange die meisten Vereine ihre Mitglieder in enge Korsetts von Ritualen, von volkstümelnden Gesangsvereinsfesten oder überernst genommenen Turnieren zwängen, werden immer weniger Lust auf Vereinsleben haben. Wer im Chor immer noch die uralten Lieder singt, statt auch mal auf moderne Musik zu setzen, wird eben auch nur genau diese Klientel ansprechen. Und so lange moderne Trends und andere Denkmuster als die eigenen teilweise Jahrzehnte gewachsenen nicht überdacht und an die Gegenwart angepasst werden, wird der Mitgliederschwund weitergehen.

Wird Smartwear ein Erfolg? Gute Frage, indirekte Antwort

24.01.14 - 1
Das Fitbit Flex ist jetzt nicht direkt eine Schönheit aber zumindest dezent.

Ich bekomme in letzter Zeit immer häufiger diese Frage zu hören. Und ich kann, um ganz ehrlich zu sein, hier keine „korrekte“ Antwort geben. Aber ein paar Indizien gibt es auf jeden Fall, die darüber entscheiden dürften, ob Smartwear bzw. spezifische Smartwear Lösungen ein Erfolg werden oder nicht.

Der oberste, wichtigste und am meisten vernachlässigte Punkt ist die Batterielaufzeit. Schon beim Smartphone stört es mich, dass ich es jeden Tag laden muss, so ich es denn zu mehr nutze als nur den Grundfunktionen. Da ein inhärenter Aspekt von Smartwear ist, dass es nicht nur ein Device geben dürfte, sondern jeder mehrere mit sich trägt, sei es direkt oder indirekt.Und hier dann jedes Device täglich oder zumindest mehrmals die Woche aufladen zu müssen, wäre mehr als ärgerlich.

Auch bei hoher Nutzungsintensität muss ein SmartWear Device auf jeden Fall zumindest einen kompletten Arbeitstag durchhalten. Und nutzt es kein Poweruser, sollten mehrere Tage drin sein.
Auch die Art der Aufladung sollte einfach sein. Das Device irgendwo hinlegen, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob es auch eingesteckt ist. Denn Smartwear darf sich im Alltag nicht aufdrängen. Sie muss funktionieren, wenn sie benötigt wird und ansonsten keinen Gedanken wert sein.

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Da viele Menschen Uhren eher als Schmuck, denn als Zeitmesser tragen, ist gerade bei Smartwatches das Design von Bedeutung.

Auch bei den Preisen gibt es Schmerzgrenzen. Sind schon Smartphones recht teuer wird es wenig Akzeptanz finden, wenn man dann auch für diverse Smartwear Devices nochmals tief in die Tasche greifen muss.
Schon bei den Smartwatches sehe ich eine Schmerzgrenze bei Preisen um die 200 Euro, wobei hier der Massenmarkt meiner Ansicht nach erst beginnt, wenn die Mehrzahl der Smartwatches bei ca. 100 Euro preislich endet.

Weiterhin sehr wichtig sein dürfte die einfache Bedienung. Je mehr Gadgets ums so mehr Geräte, mit denen ich interagieren muss. Idealerweise reagiert das Gadget proaktiv, Google Now zeigt hier in begrenztem Maß schon den Weg. Ein Smartwear Device soll mich im Alltag unterstützen ohne mich zu stören. Hier sehe ich eine große Herausforderung für die Hersteller, wenn sie ihre Produkte nicht nur für technophile Menschen anbieten wollen.

Auch die Datenhaltung ist ein wichtiger Aspekt. Zum einen natürlich die Datensicherheit und der Datenschutz. Das ist fast schon Allgemeingut. Aber auch die einfache Synchronisation der Daten mit etwaigen Diensten. Idealerweise muss dies automatisch passieren oder zumindest ohne aktives Anstossen durch den Nutzer.

Und letztlich muss sich ein echter Mehrwert bei jedem Device ergeben, das auf den Markt gebracht wird. Mein Eindruck ist, jenseits von sportbegeisterten Nutzern, die damit ihre Aktivitäten elegant und einfach tracken können sieht es bislang noch recht schlecht aus mit echten Killeranwendungen.

Was viele auch unterschätzen ist das Design. Schon bei Smartphones geht der Fokus weg von der reinen eingebauten Technik hin zum Aussehen. Das wird sich bei Smartwear, die ggf. den ganzen Tag am Körper getragen und für andere sichtbar ist, noch verstärken. Hier ist es dann weniger wichtig, was drin steckt, als wie das ganze getragen aussieht.

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Eine Uhr ist immer auch Schmück und sollte deshalb auch ein stimmiges Design sowohl des Gehäuses, als auch der Apps haben.

 

Trendforschen durch Crowdfunding. Der Kickstarter Effekt

Als Teilzeittrendforscher ist für mich eine der profunden Quellen für neue Ideen und aufkommende Trends das Crowdfunding. Genauer gesagt Plattformen wie Indiegogo, Startnext und Kickstarter.
Hier lässt sich sehr gut beobachten, womit sich innovative Menschen beschäftigen und was die Nutzer für nützlich und relevant halten.
Abstrahiert man dann von den Produkten auf die dahinter liegenden Denkmodell, lassen sich daraus auch gesellschaftliche Trends ablesen.

So kann man beobachten, dass immer mehr Künstler ihre Projekte durch ihre Fans finanzieren.   Der Vorteil für beide Seiten? Größere künstlerische Freiheit, gesicherte Finanzierung und die Möglichkeit, Projekte zu starten, die nicht dem ökonomisierten Mainstream gehorchen.

Ein weiterer Trend ist das zunehmende verschwinden von Bargeld. Wenn man zum Beispiel auf Kickstarter nach dem Begriff wallet, also Geldbörse sucht, so findet man eine Unzahl von Projekten, deren Fokus auf Minimalismus und primär auf die Nutzung von Karten fokussiert. Bargeld wird in diesen Konzepten gar nicht mehr oder nur noch als Notlösung gesehen.

Schon vor drei Jahren war mit der Pebble und anderen wearable devices der Trend abzulesen, über den erst in diesem Jahr die breite Masse spricht. Quantified self.

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Es begann mit der Pebble

Für mich der nächste Trend sind 3d Drucker für die Masse (ein Projekt dazu war binnen weniger Minuten finanziert)  und das Fahrrad als echtes Verkehrsmittel für den Alltag. Es ist auffallend, wie sehr sich die Zahl an Fahrrad Projekten in den letzten Monaten gesteigert hat, die darauf abzielen, das Fahrrad stärker als Verkehrsmittel für den Alltag zu etablieren jenseits eines einen Sportgerätes.

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Das Fahrrad als Verkehrsmittel für jeden Tag

Und günstige Technologie, insbesondere im Bereich Robotik und Computer (Kano sei hier nur als ein Beispiel genannt) wird es mehr Schulen möglich machen, die Kinder und Jugendlichen auf sinnvolle Weise an neue Technologien heran zu führen anstelle sich auf dumpfe Excel und Word Kurse zu beschränken.

Auch im Bereich Literatur bewegt sich etwas. Hier starten spannende Buchprojekte alleine finanziert durch die Crowd.  Das ist meiner Ansicht nach ein gutes Signal für Kunst und Kultur, die sich damit nicht mehr so allumfassend an den Kommerz verkaufen muss.

Man sieht an obigen Beispielen, Crowdfunding kann neben der reinen Finanzierung einer Idee auch ein gesellschaftlich kultureller Impulsgeber sein und gesellschaftlichen Wandel fördern, wo sich öffentliche Hand und Unternehmen verweigern.
Und Crowdfunding macht so manche disruptive Technologie oder gesellschaftliche Veränderung erst möglich, indem sie die Werkzeuge in die Hand der innovativen Menschen gibt.

Wer Kinder will, kann die Karriere vergessen.

Nachdem vor einiger Zeit ein ähnlicher Artikel in der „ZEIT“ Furore machte, in dem der Autor die Behauptung aufstellte, Kind und Karriere wäre ein Ding der Unmöglichkeit, stösst nun Tobias Haberl von der Süddeutschen ins gleiche Horn.

Schreiben da ewig gestrige? Ich denke nein, sondern es schreiben Realisten, die dem Wunschdenken unserer heutigen Zeit schonungslos den Spiegel vor halten.

Denn noch immer ist es fast unmöglich, ernsthaft an einer Karriere zu arbeiten und auch noch ein echter Familienmensch und Vater zu sein bzw. Mutter. (Wobei ich hier leider auch feststellen muss, dass selbst dieses Rollenbild noch sehr weit verbreitet ist und oftmals schon durch sehr unterschiedliche Einkommen quasi von Beginn an zementiert)

Mal ehrlich, sobald man in die Führungsebenen will, ist (Zeit) Einsatz weit jenseits des normalen gefordert.  Und ebenso soll man möglichst flexibel agieren, auch mal ganz schnell für mehrere Tage auf Dienstreise gehen.

Da es noch immer das Naturgesetz ist (und wohl so schnell auch nicht anders werden wird) , dass zwar beide Partner das Kind zeugen, die Frau es aber austrägt, ist es sie, die zwangsweise zumindest einige Monate bis ein oder zwei Jahre ausfällt für den Arbeitsmarkt (oder um es in Managementsprech zu formulieren, die als Humanressource wegbricht). Wenn dann der Mann gnädigerweise seine „Vaterspielzeit“ bekommt, dann ist das ein sehr begrenzter Zeitraum und danach wird wieder der gleiche volle Einsatz von ihm gefordert (und leider denken auch viele Männer immer noch in genau diesen Klischees, auch und gerade in vielen Führungsetagen).

Von der Frau auch,  aber da meist sie ja zu Beginn auf den Beruf verzichtet, um die ersten Jahre für das Kind da zu sein, bricht sie eine bedeutsame Zeit für den Aufstieg auf der Karriereleiter (oder besser im Karrierehamsterrad) weg. Zudem wäre es zwar wünschenswert, könnten beide Partner gleichberechtigt die Erziehung der Kinder teilen, aber bei vielen ist das schon finanziell nicht möglich. Kosten für Tagesmütter, Kindergärten (nicht überall ist der Kindergarten kostenlos und gerade Kindergärten, die Service jenseits von 8-12 anbieten können verdammt teuer sein). Da kommt schnell eine Summe zusammen, die mit nur einem hohen Einkommen nicht zu stemmen ist.

Wenn wir das ganze Fiasko mal genau betrachten, muss man, um wirklich entspannt und gleichberechtigt Kinder groß zu ziehen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum einen sollten beide Partner Berufe ergreifen, die nicht nur sehr gut bezahlt werden, sondern überhaupt schon mal die Möglichkeit zur Teilzeit bieten.

Mehr als ein Kind sollte man sowieso nicht bekommen, da mit verschiedenen Schulen, verschiedenen Klassen und ggf. auch noch verschiedenen außerschulischen Aktivitäten ein Elternteil logistisch stärker gefordert ist als so mancher Manager.

Und natürlich sollte man sich eine ganze Liste von Babysittern anlegen, wenn mal wieder beide Partner ganz dringend weil sonst die Firma untergeht irgendwo hin müssen oder unbedingt, weil sonst Morgen die Welt untergeht spontan Überstunden schieben sollen (auf Großeltern kann man meist nicht bauen, da bedingt durch die geforderte Mobilität diese mit großer Wahrscheinlichkeit sowieso nicht in sinnvoller Nähe wohnen).

Oder, man verabschiedet sich von jedwedem modernen Denken und kehrt zurück zum Klassiker. Immerhin theoretisch mittlerweile in der Variante, der Vater bleibt daheim, die Mutter arbeitet weiter (so sie gut und gleichberechtigt bezahlt wird, was ja bekanntermaßen ebenfalls oft nur Wunschdenken ist.)

Nur wenn beide bereit sind, die Karriere hinten an zu stellen, kann man sich wirklich guten Gewissens gemeinsam um die Erziehung mehrerer Kinder kümmern und auch dann bereit stehen, wenn man gebraucht wird, nicht, wenn das Unternehmen einen ausnahmsweise mal nicht braucht.

Wir brauchen keine Fördergelder und Quotenregelungen. Was wir brauchen ist eine  Gesellschaft, die mal ganz ehrlich darüber nachdenkt, wie man die Gesellschaft und vor allem die Wirtschaft so umbauen kann, dass ernsthaft Beruf und Familie für ALLE in Einklang zu bringen sind, nicht nur für die Besserverdiener. Wer ehrlich und „ergebnisoffen“ die aktuelle Situation beobachtet, der wird zu der Erkenntnis kommen, dass  viele der Maßnahmen von Politik und Wirtschaft letztlich nur darüber hinwegtäuschen sollen, dass es beiden herzlich egal ist, wie der Bürger das mit dem Kinder kriegen hinbekommt, Hauptsache, man steht als Politiker/Manager gut da. Mit Familienfreundlichkeit schmückt man sich gern. Ernst nehmen und wirklich konsequent darauf hinarbeiten tun aber wenige. Und interessanterweise sind die wenigen, die es tun, oft kleine und mittelständische Unternehmen auf dem Land, die in der Familienfreundlichkeit auch das Potential sehen, dass sie nämlich effektiv hat. Einen nicht zu unterschätzenden Marktvorteil auf dem Arbeitsmarkt, wenn es um die Bindung hochqualifizierter Mitarbeiter an ein Unternehmen geht, das geographisch nicht in einer Region angesiedelt ist, wo sich sehr leicht „Humanressourcenersatz“ finden lässt.

Dass ernsthafte Familienfreundlichkeit in einem Unternehmen funktioniert, erlebe ich jeden Tag bei meinem Arbeitgeber, der schon sehr viel früher die Chancen einer familienfreundlichen Unternehmensführung erkannt hat. Denn wer auf dem zunehmenden Arbeitnehmermarkt mit Mangel an Fachkräften und demografischem Wandel bestehen will, und das vielleicht sogar noch nicht in den Ballungszentren, der muss sich schon was gutes einfallen lassen. Und dann in Familienfreundlichkeit zu investieren zahlt sich sehr aus. Vom Betriebskindergarten, der schon lange vor der aktuellen Diskussion existierte, über manigfaltige Teilzeitmodelle, die nicht nur vom „kleinen Angestellten“ sondern auch in den Führungsetagen genutzt und gelebt werden bis hin zu Pflegezeit für Angehörige oder den besprechungsfreien Tagen nach bestimmten Feiertagen werden viele Mittel genutzt, die es sowohl dem Vater als auch der Mutter erlauben, auch mit mehreren Kindern noch Beruf und Familie in Einklang zu bringen.

Aber leider sind solche unternehmerischen Denkweisen immer noch die Ausnahme in einer hauptsächlich männlichen auf Kampf und Konkurrenz ausgelegten Arbeitswelt. Es wird Zeit, die vielen schönen Reden einzufordern und statt Worten endlich Taten folgen zu lassen.

Ich würde mir wirklich sehr wünschen, dass Familienleben und Beruf in weiten Teilen der Gesellschaft endlich nicht mehr in Konkurrenz stünden. Aber leider sehe ich das nicht, und auch in zumindest naher Zukunft nicht, so lange wir immer noch eine Präsenzkultur haben und viele Manager alles für wichtiger halten, als die Familie. Zwar hört man schöne Reden zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber meist hört man diese Reden genau da, wo hinterher in kleiner Runde gelacht und weitergemacht wird, wie bisher. Geht ja, es gibt ja (noch) genug verfügbare Humanressourcen.

Interessant übrigens in diesem Zusammenhang, dass es mittlerweile schon, leider wie üblich nur in anderen Ländern wie Schweden Konzepte gibt, die zum Beispiel von einem 6 Stunden Tag bei gleichem Lohn ausgehen. Das überraschende, die Produktivität sinkt dort nicht sondern steigt sogar. Und mit 6 Arbeitsstunden pro Tag ist auch für Familien mit Kindern, wenn sie dadurch nicht wieder auf Einkommen verzichten müssen beides für beide Partner möglich. Aber dazu müsste man anders, moderner denken. Und irgendwie klappt das offensichtlich in Deutschland nicht wirklich.

Und übrigens, wer mal Top Management, hervorragende logistische Planung und Organisation erleben will, der sollte sich vielleicht einfach mal ansehen, was Mütter so jeden Tag leisten (ja, Väter auch, aber leider noch viel, viel zu wenige).

Und dann sollte jeder sich ehrlich mal Gedanken machen, ob er den folgenden Job haben möchte.

Update: unabhängig von meinem Beitrag befassen sich auch andere mit dem Thema Familienfreundlichkeit und so ist bei .comspace eine Blogparade gestartet, die sich mit der Frage befasst, was eigentlich genau Familienfreundlichkeit bedeutet. Dem schließe ich mich an und rufe ebenfalls dazu auf, bei deren interessanter Themenstellung mitzumachen.

Und wer Interesse hat, es existiert mittlerweile ein Etherpad, auf dem wir Materialien zu einer Podiumsdiskussion sammeln, die wir dann bei der nächsten re-publica starten wollen. Einfach eine kurze Nachricht an mich.

 

 

 

 

Ein Spektrometer für jedermann in der Größe einer Streichholzschachtel

 

Ein Spektrometer für jedermann. Das klingt wie Science Fiction aber wenn es nach den Initiatoren des Kickstarter Projekts geht bald Wirklichkeit.

Schon am ersten Tag hat das Projekt knapp die Hälfte der benötigten Summe eingenommen und steuert auf einen neuen Rekord zu. Ich werde das beobachten, denn ein solches Spektrometer, das seine Daten jederzeit über die  Cloud aktualisiert und erweitert bietet viel Potential. Gerade auch im Bereich Fitness dürfte es interessant sein, wenn man mit einem solchen Werkzeug Lebensmittel direkt scannen kann, um genauere Angaben über Nährwerte zu erhalten. Und es sind sicher noch andere Anwendungsgebiete denkbar.

Das alles erinnert mich schon sehr an die Gerätschaften, die auf dem Raumschiff Enterprise zum Einsatz kommen (ich sage nur, Tricorder)