Die Superlativgesellschaft und ihre zerstörerische Kraft

Das Größte, das Beste, die Spitzenleistung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nicht mehr reicht, „normal“ zu sein. „Super“ ist das Mindeste, besser noch herausragend oder im Jargon von Apple „amazing“.

Etwas Durchschnittliches ist offensichtlich bereits nicht mehr gut genug, der durchschnittliche Mitarbeiter, der die ihm aufgetragenen Aufgaben zur Zufriedenheit erledigt, muss sich an der Spitzenleistung orientieren. Kein Wunder, dass Burn Out ein immer noch „brennendes“ Thema ist.

Aber man merkt das ganze viel früher, zu einem Zeitpunkt, wo es meiner Meinung nach nicht nur nicht hingehört, sondern wo ich es geradezu für unverantwortlich halte, hier dauernd die Spitzenleistung zu fordern.

Ich rede von der Schule. Wer weiß nicht Bescheid darüber, dass eigentlich niemand mehr sein Kind auf eine Hauptschule geben will, sondern am besten gleich aufs Gymnasium. Und dann müssen es Spitzennoten sein, damit die Tochter oder der Sohn später ja nicht arbeitslos dasteht.

Wir schüren Angst, machen Druck und die Leidtragenden sind die Kinder. Denn sie bekommen so vermittelt, dass sie nur dann gut (also indirekt liebenswert) sind, wenn sie Leistung bringen. Und wir wissen, dass sich so etwas einprägt, ganz tief, ganz schmerzhaft, fast nicht mehr loszuwerden.

Dabei sollten wir das ganze doch klar sehen. Ob nun Spitzennote oder nicht, dank Politik und Wirtschaft gibt es keinerlei Garantie mehr, für einen sicheren Job. Wir leben in einer Kultur, die Spitzenleistung fordert, aber alles andere schlichtweg ignoriert oder bestraft. Nur vergessen wir dabei, dass die Tagesarbeit auch getan werden muss, dass es eben immer noch genug Beschäftigung gibt, die man auch ohne Spitzennoten erledigen könnte. Aber was ist mittlerweile bei vielen Unternehmen Einstiegskriterium? Abitur, am besten abgeschlossenes Studium.

Der Irrsinn in den Jobbeschreibungen nimmt sogar noch zu, wenn Auslandsaufenthalt, Doktortitel, aber maximal 25 Jahre Alter gefordert werden.

Wir müssen endlich beginnen, den Druck rauszunehmen. Wir werden erleben, dass wir in Zukunft andere Lösungen brauchen, damit Menschen auch menschenwürdig leben können. Wie ich schon beschrieb wird über kurz oder lang ein wirklich großer Teil heutiger Berufsbilder der Digitalisierung zum Opfer fallen. Hier gilt es, sich Gedanken jenseits des Dogmas „Nur wer arbeitet ist wertvoll in der Gesellschaft“ zu machen. Lohnarbeit ist heutzutage das einzige Vorgehensmodell, das gesellschaftliches Ansehen schafft und durch das wir menschenwürdig leben können.

Aber genau das ist das Auslaufmodell, das auch nicht dadurch gerettet wird, indem man die immer weniger werdenden Lohnarbeiter noch zusätzlich unter Druck setzt.

Und schon gar nicht darf das bereits in der Schule passieren, die meiner Ansicht nach immer noch fürs Leben vorbereiten soll, nicht für die Berufsausbildung. Wir brauchen Menschen,die sich auch an die gesellschaftlichen Fragen wagen, unabhängig von den Interessen von Wirtschaft oder Politik. Wir brauchen Lösungen für Menschen, nicht für Wirtschaftssysteme. Und dazu braucht es gebildete Menschen, nicht ausgebildete.

Knapp 2 Monate mit der AW414Go Smartwatch, ein Erfahrungsbericht

SimvalleyWetterMOTION
So halte ich mich als Radler mittlerweile über herannahenden Regen auf dem Laufenden

Ich habe sie nun mittlerweile fast zwei Monate im Dauereinsatz, die Simvalley AW414go, verfügbar bei Pearl im Moment für knapp 150 Euro.

Und vorneweg. Ich bin immer noch begeistert von den Möglichkeiten. Allerdings habe ich auch einiges verändert, um die Uhr meinen Bedürfnissen anzupassen.

Die Uhr sieht immer noch sehr gut aus, auch zwei Monate tragen haben kaum Spuren hinterlassen. Mittlerweile finde ich die Größe der Uhr sogar eher klein, wenn ich  mit so mancher Sportuhr vergleiche, die ich im Alltag so sehe. Der Bildschirm ist angenehm hell und lässt sich auch bei strahlendem Sonnenschein gut ablesen.

Sehr schön sind die vielen Anwendungen, die erstaunlicherweise doch auf der Uhr laufen. So nutze ich den Regenalarm, der mich als Radfahrer immer rechtzeitig vor heraufziehenden Regenfronten warnt und dank Sprachausgabe meldet sich die Uhr rechtzeitig bei mir.

Auch mittels Google Maps zu navigieren funktioniert hervorragend und spart mir den Griff zum Smartphone. Überhaupt, sehr viele Dinge, die ich früher auf dem Smartphone nachgeschaut habe, erledigen sich jetzt durch einen kurzen Blick auf die Simvalley.Und dank Batteriesparapp und Juice Defender hält die Uhr bei mir mittlerweile auf JEDEN Fall einen Arbeitstag durch, meist hat sie Abends sogar noch ca 40 % Akkuleistung.

simvalleygame
Selbst einige Spiele laufen auf der Uhr.

Über Bluetooth und mein Bluetooth Headset, das ich schon mit meinem Smartphone nutze habe ich auch gleich noch  meinen Walkman und meine Freisprecheinrichtung bei mir.

Dank Sprachausgabe kann ich mir unterwegs sogar ein Buch quasi fast wie ein Hörbuch vorlesen lassen, nutze ich zwar nicht für Bücher aber für die täglichen Nachrichten.

Auch kurze Chats über den Facebook Messenger oder Google Hangout sind möglich, selbst anrufen mit Skype funktioniert problemlos. Insgesamt ersetzt mir die Smartwatch in sehr vielen Anwendungsfällen das Smartphone und ich bin sowohl von der Performanz als auch der Verarbeitung mehr als begeistert.

Selbst das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung geht zur Not hinreichend gut und auch die Tonausgabe an sich ist laut genug.

Bl2df46IYAAtAnx
So sieht mein Einkaufszettel mittlerweile aus. Und jederzeit aktualisierbar über Internet

Ein paar Wünsche habe ich dennoch noch an die Smartwatch. Zum einen natürlich der Wunsch, dass bei einer möglichen Nachfolgeuhr ERST nach der Akkulaufzeit geschaut wird, bevor mehr Features eingebaut werden. Vielleicht wäre auch ein Linkshänderuhr denkbar, bei der dann die Kamera auf der anderen Seite sitzt oder eine alternative Konstruktion, wobei ich für einen geringen Kaufpreis gerne auf die Kamera verzichte, die  ich an einer Smartwatch nicht wirklich brauche.

Dann wäre da noch die Ladeschale, die ich prinzipiell nicht für schlecht halte, allerdings wäre es sehr gut, könnte man die Uhr auch in der Ladeschale noch vernünftig bedienen, sprich an die Knöpfe kommen und den ganzen Bildschirm erreichen. Hier wäre ich sehr für eine weniger komplexe Lösung fürs Aufladen (dank ScottEvest wäre mein Traum, die Uhr via Kabel und Akkupack in der Jacke auch am Arm aufladen zu können.)

Aber auch nach knapp zwei Monaten kann ich die AW414go immer noch uneingeschränkt als meiner Ansicht nach ausgereifteste Smartwatch am Markt jedem empfehlen, der sich für so etwas interessiert.

Natürlich müsst ihr beim Kauf einer solchen Uhr mit Kompromissen leben, aber das sollte klar sein, wenn man sich für solch ein Gadget entscheidet. Die Laufzeit ist eben nicht so lange wie bei einer normalen Uhr. Das Display ist klein, wer also Probleme mit kleiner Schrift hat, sollte sich die Uhr zumindest vor dem Erwerb mal ansehen. Aber selten habe ich so viel Funktionalität an meinem Arm getragen, wie mit der Simvalley AW414go. Ich bin begeistert und werde hier wohl auch beim Nachfolgemodell zuschlagen, so denn eines auf den Markt kommen sollte. Bislang für mich persönlich die beste Smartwatch auf dem Markt.

Oh, und ein Schmankerl am Rande. die Uhr lädt sich auch rasend schnell wieder auf. Eine halbe Stunde am Netz und sie ist fast wieder ganz voll!

 

 

Ebooks vorlesen, dank Smartwatch und Sprachausgabe:

Im Antutu Benchmark ist die AW414go genauso schnell wie ein Samsung Galaxy S2!


 

 

 

Reset the Web, eine Aktion gegen die Datendiebe und Überwachungsverbrecher von NSA und Co.

Vielleicht habt ihr das Banner bereits woanders gesehen, heute, der 5.6. ist der Tag, an dem das Netz aktiv wird. Wir haben die Nase voll von Überwachung und Diebstahl unserer Privatsphäre durch die Privatsphärenverbrecher von #NSA und Co.

Ladet euch das Privacy Pack herunter und macht auch euren Computer sicherer vor Überwachung. Denn wir alle haben ein Recht auf  Privatsphäre und was #NSA und Co. tun oder planen, ist schlicht ein Verbrechen.

Und macht selbst mit, postet auf Facebook und Twitter darüber, protestiert in eurem Blog oder schaltet auch ein Banner. Mehr Infos dazu findet ihr bei resetthenet.org

 

Facebook-Post-398x296_4

Wir sollten die Stärken in Menschen sehen, nicht ihre Schwächen

257999_10151173932973418_1937056310_o
Auch wenn ich mittlerweile Referent, Dozent und Autor bin. Ich bin auch introvertiert. Und mache das beste daraus.

Ein immer noch sehr beliebter Denkfehler ist es, sich stark auf die Schwachpunkte im Wesen eines Menschen, sei er nun Freund oder Kollege zu fokussieren. Man versucht, die Schwächen verschwinden zu lassen oder zu verbessern. Dabei bringt das weitaus weniger, als die umgekehrte Strategie.

Jeder Mensch hat auch Stärken. (Ja, kommt mir nicht mit den berühmten Ausnahmen, sonst heißt es ja auch immer, die meisten wollen doch…) Wir sollten Menschen dabei unterstützen, ihre Stärken zu nutzen und damit zu einer Aufgabe, einem Projekt beizutragen.

Das der introvertierte Kollege nicht per Anordnung plötzlich extrovertiert wird und frühzeitig fragt, dürfte klar sein ebenso, wie es nicht funktionieren wird, einem ängstlichen Menschen anzuordnen, er solle mutig auf Gesprächspartner zugehen und auch Konflikte nicht scheuen. Sorry, auch wenn ihr euch das wünscht und vielleicht mit dem allseits missbrauchten Fremdbild kommt. Das funktioniert so nicht.

Es kann durchaus sein, dass dann ein Kollege oder Untergebener (schon das ein ekliges Wort, denn ich fühle mich niemandem über- oder unterlegen,  und schon gar nicht durch einen virtuellen Titel) andere Aufgaben bekommen muss, aber gerade bei bestimmten Charakterzügen wäre es eine Illusion, hier eine Veränderung zu fordern. Kreativ bleibt kreativ, mutig bleibt mutig und ängstlich wird immer im Grundwesen ängstlich bleiben.

Insofern halte ich wenig davon, in der Beurteilung von Menschen Schwächen zu identifizieren UND verändern zu wollen. Die eigenen Schwächen kennt jeder selbst am besten (oft werden sie sogar der Umwelt gegenüber verheimlicht, ein weiteres Indiz für den Irrtum Fremdbild).

Ich bin introvertiert, das glauben zwar viele in meinem Umfeld nicht, aber wer die genaue Definition von Introversion kennt, wird mir zustimmen (Genauer, nach Myer Briggs: Ich bin INFP)

Ich werde das nicht ändern können. Aber ich kann das beste draus machen. Und das sollte von meinem Umfeld unterstützt werden. Alles andere bringt nichts, außer Widerstand und Leiden.

Die Borg und die Tablets: Wie es mit den Tablets weitergeht

wpid-20140507_111128.jpg
Tablet und Subnotebook in einem, das Acer Switch 10 ist neueste Inkarnation eines meiner Ansicht nach wachsenden Trends.

Grin, ja ich weiß, etwas far fetched dieser Titel. Aber er trifft einen Punkt, den ich für sehr wichtig halte. Die Tablets sind/waren nur eine Mode. Denn mal ehrlich, wer kann denn wirklich sinnvoll damit arbeiten außer jenen, die ein Tablet nur zum Konsumieren von Informationen brauchen. Aber genau dafür kann ich auch einen Notebook verwenden und genau deshalb werden letztlich neue Formen von Notebooks die Tablets „assimilieren“ (sic)

Sobald ich etwas mehr als nur lesen und ein paar kurze Mails beantworten will, komme ich um eine elegantere Eingabeform nicht umhin. Und weder Stifteingabe noch Spracheingabe sind so ausgereift, dass es damit wirklich Spaß macht, längere Texte zu schreiben.

Insofern ist auch Microsoft nicht tot, was viele ja bereits ob des Tablet Hypes behaupteten. Vielmehr sehe ich mit der neuen Generation von Surface Tablets und insbesondere mit den Hybriden, von denen ich eine Inkarnation in Form des Acer Switch 10 vor kurzem testen konnte die Chance einer aufgefrischten und moderneren Rückkehr von Microsoft auf den Markt und auch wieder wachsende Zahlen bei den „Notebook“ Verkäufen. Meine Prognose für die Hardware des Everyday Users in den nächsten Jahren werden 13-15 Zoll Notebooks sein, deren Bildschirm abnehmbar und damit zum Tablet modifizierbar sein wird.  Während die Smartphones in zwei Formfaktoren bestehen werden (ca 4,5-5 Zoll für kleinere und um die 6 Zoll für größere Geräte) werden die Tablets immer häufiger in ein Dock integriert verkauft werden.

Das einzige Gerät, das über kurz oder lang verschwinden wird sind die Desktop PCs. Denn außer extremen Hardcore Gamern hat nun wirklich niemand Bedarf für ein solches Monstrum, das zudem auch noch weit mehr Strom verbraucht als ein Notebook oder Tablet Hybride.

Auch wenn ich den einen oder anderen in der Wiederholung langweile. Fast ebenso wie die ersten Netbooks eine spannende Nische waren, die aber bei zu vielen Aspekten mit Defiziten zu kämpfen hatte, gilt dies für die Tablets, die zu sehr auf den Konsum fokussiert sind. Auch wenn die Verkäufe der PC Sparten zurückgegangen sind, das heißt noch lange nicht das Ende des Notebooks. Im Gegenteil, da die Geräte ja durchaus sehr leistungsfähig sind und waren, hat einfach der eine oder andere auf einen Erneuerungszyklus seines Notebooks verzichtet (der läuft ja noch) und sich mit diesen neuen trendigen Tablets befasst. Aber ebenso werden wir erleben, dass mit dem Auftauchen immer weiterer Hybridgeräte so manch einer zum guten „alten“ Notebook zurückkehren wird, das im dann gleichzeitig auch ein Tablet liefert. Insofern eine von diesen berühmten (Achtung Managementsprech) Win-Win Situationen.

 

Umarmt die Unternehmen, damit ihr sie unter Kontrolle habt

Es gibt einen tiefen Graben zwischen den Vertretern der reinen Lehre und den Unternehmen. Auf der einen Seite diejenigen, die allen Handlungen eines Konzerns irgendeine böse Absicht unterstellen. Auf der anderen Seite die Unternehmen, die gerade wegen der permanenten Unterstellungen immer mehr auf Distanz zu kritischen Bloggern und Netzaktivisten gehen.

Ich finde aber, die Zeit der Grabenkämpfe sollte nun so langsam vorbei sein. Auch Unternehmen haben ein Problem mit Tatbeständen wie PRISM und dem Verhalten der NSA. Denn es untergräbt das wichtigste Teilgebiet des Unternehmenserfolgs. Vertrauen in die Datensicherheit. Und Vertrauen in die Produkte. Auch wenn wir davon ausgehen, dass Konzerne letztlich primär auf die Rendite schauen, ist es dennoch sinnvoll, den Kontakt zu ihnen zu halten. Als Blogger gerade auch deshalb, weil dadurch im besten Fall eine Interaktion entstehen kann, die sowohl dem Blogger (durch mehr Leser und mehr Relevanz) als auch dem Unternehmen helfen kann, das direkter erfährt, wo es auf dem Holzweg ist, oder welche Bedürfnisse der Markt wirklich hat. Manchmal finde ich es geradezu lächerlich, wie gegen Google, Facebook etc. gewettert wird, sie wollten doch alle nur unsere persönlichen Daten. Ich wage zu

Die Welt ist selten schwarz oder weiß, und noch viel seltener hat es ein Unternehmen alleine auf den Profit abgesehen, da eine solche Sichtweise nicht langfristig trägt.

Wir sind in einem Stadium der Diskussion, in dem auch gehandelt werden muss, und zwar auch und gerade in Bereichen, in denen die Lobby der Konzerne viel stärker ist als die Lobby des Netzaktivismus. Denn eines fürchten die politischen Entscheidungsträger. Ein Einbrechen der Wirtschaft, eine Verschlechterung, die die breite Masse zu spüren bekommt. Und eine Öffentlichkeit, die durch Unternehmen und Medien viel stärker rückwirkt, als durch uns Blogger alleine. Sehen wir es doch so, wie es ist. In unserer Filterblase (mag sie noch so groß sein) mögen wir ja relevant sein. Aber wenn man sieht, wie die breite Öffentlichkeit (nicht) auf Themen wie Snowden und NSA reagiert, dann brauchen wir ganz andere Kanäle, um die Masse zu erreichen.

Wir mögen ja über den Auftritt von F-Secure und „The Hoff“ auf der re:publica gelacht haben. Aber genau solche Produkte braucht es in der „realen Welt“ auf Smartphones. Tools, die transparent ohne einwirken des Nutzers sein Smartphone absichern. Und die dann auch noch zu einem realistischen Preis verfügbar sind. Das Blackphone ist eine gute Idee, aber nicht zu dem bislang avisierten Preis. Hier braucht es die Skalierbarkeit großer Konzerne.

Die Dummheit des Alters ist die Klugheit der Jugend

BnxW89PIQAEITx8
Ist es nicht beschämend, wie ignorant die Mehrheit der angeblich so klügeren Erwachsenen mit diesem Thema umgeht?

Ich bin auch in der Ausbildung aktiv und befasse mich damit, wie man junge Menschen adäquat anspricht, wie man Ihr Interesse für eine Ausbildung in einem bestimmten Bereich weckt. Und hier stosse ich in Gesprächen, aber auch in der Presse immer wieder auf das Vorurteil, dass die jungen Menschen nicht mehr erreichbar, zu uninteressiert zu ungebildet wären.

Jedes dieser Argumente mag für eine gewisse Minderheit gelten, aber so leid mir das tut, nein, das ist einfach nicht wahr. Vielmehr ist es einfach so, dass wir sie nicht mehr erreichen. Und durch die Möglichkeiten, die das digitale Zeitalter bietet, sind sie auf den scheinbaren Wissensvorsprung der Erwachsenen auch längst nicht mehr so angewiesen, finden schon viel früher zu  ihren eigenen Lebensphilosophien und – etwas das ich sehr positiv finde – hinterfragen und prüfen viel häufiger.

Wer zum Beispiel vorwirft, die Jugend von heute sein ungebildet, der stellt möglicherweise nur die falschen Fragen. Denn seien wir doch mal ehrlich. Vermitteln wir unserer Jugend überhaupt noch den Eindruck, Bildung sei wichtig? Ausbildung? Ja definitiv. Schaff ersch mal was gscheids hör ich immer noch viel zu oft.

Dabei weiß die junge Generation sehr genau, was sie will, und wer ehrlich mit ihr ist. Den oftmals sehr fantasievollen aber jenseits jeder Realität formulierten Ausbildungs- und Jobbeschreibungen glaubt sie längst nicht mehr. Ehrliche Geschichten aus dem Ausbildungsalltag sind viel bedeutsamer geworden. Das ach so beliebte Wort der „Authentizität“ greift auch hier, oder um es einfacher zu formulieren. Seid ehrlich mit uns, dass ihr uns meist anlügt haben wir schon lange begriffen.

Auch die Medien, mit denen wir meinen, die Jugend zu erreichen,sind längst out. Selbst Facebook gehört da schon zum alten Eisen und mit dem Fernsehen braucht man gar nicht mehr anzufangen. Video on Demand, YouTube, wer sich sein Programm nach seinen eigenen Wünschen und ganz ohne nervende Werbelügnereien zusammenstellen kann, dem braucht man über die „alten Medien“ keine weichgespülten Werbebotschaften mehr zu liefern.

BkhQYigIgAARaBR
Auch die junge Generation hat Interesse an Information. Aber sie kennt auch die medialen Filterblasen und umgeht sie klugerweise oft.

Und wer kann es ihnen verdenken. Sich auf ein Berufsbild festzulegen, nur weil ein Unternehmen mir erzählt, man werde gerade gebraucht, ist in Zeiten, in denen Manager gleich Leute entlassen, nur weil das Unternehmen mal kein Wachstum aufweist wohl eher unglaubwürdig. Es ist den jungen Leuten sehr wohl bewußt, dass sie, zumindest in den Unternehmen der alten Denkmuster letztlich nichts weiter sind, als eine Zahl in einem Excel-Sheet, die einen bestimmten Wert einnehmen muss, und sonst im Zuge der Kosteneinsparung für den Shareholder-Value gestrichen wird.

Während wir immer noch und unbelehrbar Privatleben, Gesundheit, Freunde dem beruflichen Erfolg zu opfern bereit sind, beginnt sich die nachwachsende Generation an neuen, und wie ich finde gesünderen Werten zu orientieren. Der Mangel an Interesse für Aufstiegschancen und das Bedürfnis nach ehrlicher und echter Balance zwischen Privat und Beruf oder wie ich es bevorzuge die Integrative Gestaltung beider Bereiche, bei der ich mein Ich nicht am Eingang abgeben muss, um als brave Arbeiterameise dem zu gehorchen, was die da oben verordnen, all dies zeigt mir, dass eigentlich die nachwachsende Generation viel schlauer ist, als wir es sind und in manchen Bereichen womöglich wir endlich mal begreifen sollten, dass die Zeiten, in denen Alter = Erfahrung = Wertvolles Wissen war, längst vorbei sind Der Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie vollzieht sich mit einer derartigen Geschwindigkeit, dass es anmaßend wäre, als „Erwachsener“ einen guten Rat für die Zukunft der Jugend zu geben. Man kann eigene Erfahrungen vermitteln, sollte aber die Einschätzung denen überlassen, die nicht beständig in der Vergangenheit leben, sondern an der Zukunft interessiert sind.

Wer in Medien und im persönlichen Gespräch immer noch den Verfall der Kultur beklagt, wer es verwerflich findet, dass die Jugend YouTube und EBooks nutzt, sich digital informiert, der rettet nicht die Kultur oder Gesellschaft. Der ist einfach von gestern und sollte sich mal wieder eine Prise Realität gönnen.

Ich vertraue auf unsere Jugend im Moment mehr, als auf manche meines Alters (und ich bin wahrlich nicht mehr der Jüngste ;))

Aber zu behaupten, die Jugend von heute sei schlecht, dumm, uninteressiert war schon immer ein dummer und falscher Spruch. Nur heute ist es geradezu gefährlich, diesem Irrglauben noch anheim zu fallen.

Die Jugend ist nicht mehr bereit, dem Dogma alles für den Konsum, alles für die Wirtschaft zu folgen. Und sie hinterfragt Statussymbole, vor allem wenn sie so vorgestrig sind wie dicke Firmenwagen  oder unbedeutende weil irrelevante Titel. Und dass der Mensch, der in einer Firmenhierarchie über ihnen steht weder intelligenter, noch besser, noch erfahrener sein muss, ich denke auch das haben die jungen Menschen spätestens seid Börsencrashs und Finanzbetrug begriffen. Und wie ehrlich man in der Politik mit ihnen umgeht, nun, Edward Snowden hat sicher auch da einiges gerade in den jungen Köpfen bewegt. Ja, ich weiß, gleich heißt es wieder, aber doch nicht bei der Mehrheit. Richtig, aber noch weniger bei eben jenen, die sich selbst immer so gerne als weise, erfahren, klüger darstellen. Nämlich bei uns. Wir sind doch, wenn wir mal ehrlich sind, noch viel ignoranter und weltfremder als die gesamte junge Kultur zusammen.

Insofern. Geben wir der Jugend eine Chance. Und verdammt nochmal, seien wir endlich mal ehrlich zu ihr.

Ein Künzelsauer startet zur ISS. Die Bluedot Mission von A. Gerst und wie ihr dabei sein könnt.

TMA-13M mission with ESA astronaut Alexander Gerst.
ESA Astronaut Alexander Gerst. Bildquelle: ESA

Morgen ist es endlich soweit. Nach jahrelangem Astronautentraining startert der Künzelsauer Alexander Gerst zur ISS. Der Start ist geplant für 21:56 CEST, Deutsche Zeit. Wer die Mission auch via Smartphone mitverfolgen will, oder wer wissen will, wo die ISS gerade ist, für den gibt es einige interessante Apps im Play Store von Google.

Zunächst aber der direkte Livestream der NASA auf UStream:

Broadcast live streaming video on Ustream

Und ein Online ISS Tracker:

Als erstes gilt es den ISS Detector zu erwähnen, der einem immer meldet, wenn die ISS am eigenen Standort sichtbar ist. Die ISS ist am Himmel dann als heller, sich schnell bewegender Lichtpunkt zu sehen (der nicht blinkt. Wenns blinkt, ists ein Flugzeug)

[appbox googleplay com.runar.issdetector]

vergleichbar für IOS ist der ISS Spotter:

[appbox appstore id523486350]

für Windows 8 gibt es dann noch die APP:

[appbox windowsstore 44661656-6c28-460a-9720-22c860f37c2f ]

Wer das aktuelle Tagesprogramm der ISS Mission verfolgen will und einen Eindruck vom Aufbau der ISS und der Funktion der einzelnen Module haben möchte, der sollte sich ISS Live ansehen, wo man neben einem 3d Modell auch die aktuellen Tagespläne der Astronauten verfolgen kann.

[appbox googleplay gov.nasa.isslive]

[appbox appstore id502032954]

Leider bislang nur für IOS verfügbar, aber hier hoffe ich auf eine baldige Android Version, die App der ESA

[appbox appstore id441518639]

 

Natürlich empfiehlt sich die offizielle NASA App für Infos rund um die ISS und den NASA TV Livestream, der neben der Mission auch immer wieder Livebilder aus dem All liefert.

[appbox googleplay gov.nasa]

[appbox appstore id334325516]

auch für Windows 8 gibt es einige Apps mit Nachrichten der NASA, unter anderem

[appbox windowsstore 281d2c09-9775-4fbd-8e50-962a3f171cb7]

oder alternativ und auch sehr schön gelungen:

[appbox windowsstore 1fffb346-239c-4a07-9525-db49af16f8c4]

Via der App UStream kann man zudem aktuell live Bilder von der ISS erhalten, und so nicht nur mitverfolgen wo sie ist, sondern auch was die Astronauten gerade sehen könnten, so sie denn Zeit hätten.

[appbox googleplay tv.ustream.ustream]

[appbox appstore id301520250]

 

Auf diesem Wege Alexander Gerst viel Erfolg bei seiner Mission und ich werde sehr interessiert beobachten, was in seinem Blog und auf seinem Twitter Account so alles passiert.