Was bringt das Jahr 2015 technologisch?

2014 war ein Jahr, in dem sich zumindest zwei Dinge etabliert haben. Wearables und Smartwatches. Dagegen mussten die Tablets Marktanteile abgeben und oh Wunder, die Notebooks konnten zum Schluss wieder bei den Verkaufszahlen dazugewinnen.

Dieser Trend wird sich vermutlich in 2015 fortsetzen, wobei ich das grösste Potential bei etwas leistungsstärkeren Chromebooks sehe. Dort werden wir den Einzug stärkerer Prozessoren und 4GB RAM als neuen Standard erleben.

Bei den Smartphones ist 2015 5,5 Zoll der neue Standard für die Bildschirmgrösse, die Auflösung wird bei 2560×1440 Pixeln (Quad-HD-Auflösung) als Standard liegen und auch bei Android wird jetzt auf mehr Hardware 64bit laufen.

Die Wearables werden an Funktionsumfang zunehmen oder verschwinden. Vermutlich werden wir in 2015 bei den Smartwatches eine Marktbereinigung erleben. Entweder, die Uhren werden im Funktionsumfang deutlich ausgeweitet und bieten weit mehr Stand alone Features an (Schrittzähler, GPS, MP3 Player, Navigation ggf.auch 3g) oder sie werden vom Markt verschwinden. Insgesamt rechne ich mit einer Konsolidierung beim Wearables Markt, die beiden Kategorien Fitnesstracker und Smartwatches werden auf Dauer verschmelzen.

Bei den Tablets wird sich der Markt weiter bereinigen und ein Großteil der neu verkauften Geräte wird von Hybriden abgedeckt, die sowohl Note/Netbook als auch Tablet sind und eine Dockingstation mit Tastatur gleich mitliefern.

Und zu guter Letzt gehe ich davon aus, dass 2015 das Jahr sein wird, in dem sich entscheidet, ob der neueste Anlauf zum Smart Home gelingen wird. Dabei wird nicht die Verfügbarkeit der Hardware der entscheidende Faktor sein, sondern die Zusammenarbeit unterschiedlicher Systeme. Abosysteme werden meiner Ansicht nach keinen Erfolg haben, denn warum soll ich für eine Hardware und für einen Netzdienst parallel zahlen? Hingegen werden immer intelligentere Basisstationen auf den Markt kommen, die in ihrem Funktionsumfang bald in die Nähe von Homeservern rücken werden.

So viel zu meinem Ausblick für 2015. Mal sehen, was am Ende des Jahres davon wirklich eintrat.

Ich kenne dich besser, als du selbst. Der Fremdbild-Irrtum

Wir leben in einer Zeit des Beurteilt werdens. Nicht nur Schulnoten, auch im Beruf gibt es immer häufiger Noten, Beurteilungen, Fremdeinschätzungen. Vom Mitarbeitergespräch bis zum Assessment-Center, von Persönlichkeitstests bis zu Zeitungsartikeln wird uns suggeriert, das objektivere Bild von uns selbst liefern immer die anderen.

Assessment-Center zum Beispiel prüfen meiner Ansicht nach sowieso meist nur, wie gut ein Kandidat schauspielert und das liefert, was die Beurteilenden sehen wollen. Ob das nun wirklich das ist, was das Unternehmen EIGENTLICH braucht ist zweifelhaft, denn es beurteilen ja diejenigen, die schon im Unternehmen sind. Man bekommt also häufig „more of the same“ anstelle von denjenigen, die notwendige Veränderungen ins Haus tragen würden. Die kauft man sich dann teuer als externe Berater ein.

Ich halte das für eine ausgesprochen gefährliche Entwicklung. Denn sie degradiert unser Selbstbild zu etwas, das fehlerhaft, ungenau, gelogen ist. Und das für uns ALLE. Dabei gehe ich immer noch davon aus, dass jeder selbst seine Stärken und Schwächen am besten kennt.

Und in Konsequenz auch, dass vieles an Stress, Angst und Druck dadurch entsteht, dass der Mensch immer häufiger in Rahmen gepresst werden soll, die ihm nicht passen.

Der Introvertierte muss plötzlich extrovertiert sein. Jeder hat sich zu einer Rampensau zu entwickeln und alle sollen möglichst Führungsqualitäten zu haben.

Wir leben in einer Zeit, in der der Mensch sich den Aufgaben anzupassen hat, koste es was es wolle. Dass ein solche Vorgehen auf Dauer psychisch und ggf. sogar körperlich sehr belastend sein kann, dürfte klar sein.

Wir sollten endlich wieder uns selbst vertrauen (Selbstvertrauen irgendwer?) und uns nicht von all den Menschen irre machen lassen, die meinen, sie wüssten am besten, wie wir uns zu verhalten haben, wie wir gesund, glücklich, erfolgreich sind.

Ja, es gibt die Selbstlüge, aber ich glaube, hier geht man viel zu oft davon aus, jeder Mensch belüge sich über seine Fähigkeiten. Vielleicht ist aber gerade dies das große Dilemma. Wir vertrauen so lange dem eigenen Urteil nicht mehr, bis wir völlig fremdbestimmt leben und überhaupt nicht mehr den Werten und Zielen folgen, die uns ganz persönlich wichtig sind.

Aber wer ein gesundes Selbstbewußtsein und damit Selbstbild hat, ist natürlich weit weniger manipulierbar, lässt sich weit weniger von anderen indoktrinieren und ist damit nicht so einfach handhabbar wie derjenige, der jede Kritik gleich für bare Münze nimmt und permanent versucht, sich den Meinungen und Wünschen anderer unterzuordnen.

Warum das Büro der Zukunft leider so sein wird wie heute

Ich bin ein Verfechter, moderner Arbeitswelten, das ist mittlerweile sicher all meinen Lesern bekannt. Aber mittlerweile tritt bei mir so etwas wie Ernüchterung ein, wenn ich Artikel und Kommentare in der Fachpresse verfolge.

Jüngstes Beispiel, die Überwachung der Mitarbeiter bezüglich Terrorverdachts bei Daimler und die Ausnahme für die Führungskräfte.

Wir messen offensichtlich weiterhin mit zweierlei Maß. Da gibt es immer noch den „bösen Arbeitnehmer“, dem man offensichtlich nicht vertrauen kann und die gute Führungskraft, die alles für das Unternehmen opfert.

Mit Sicherheit keine richtige Sichtweise, aber auch mit Blick auf die immer noch traurige Situation auch um zum Beispiel Frauen in Führungspositionen fürchte ich. Ein Wandel wird nicht Jahre, sondern Jahrzehnte brauchen und wohl erst dann wirklich eintreten, wenn wir alle freiwillig arbeiten, weil es einfach nicht mehr genug Arbeit gibt, um an dem Traumbild der guten und erfüllenden Arbeit für alle festzuhalten.

Wir haben traumhafte Arbeitslosenzahlen. Wenn man alle Rechentricks heranzieht, deren unsere Arbeitsagenturen (die Mangelverwalter der Nation) und die Regierung fähig sind und die Visionen er Wirtschaftsweisen immer noch Ernst nimmt, die wie die Vergangenheit doch zur Genüge zeigte jenseits jeder Realität sind.

Es wird auf mittelfristige Sicht leider immer noch eine kleine sich selbst schützende Gruppe von an der Machtpositionen klammernden Menschen geben und eine große Masse, die eigentlich einfach nur in Ruhe und mit hinreichend Geld um sich und die Familie zu ernähren leben will.

Und erste wird auch mittelfristig letzterer das Leben schwer machen. Noch sind die Machtverhältnisse in vielen Bereichen zu zementiert. Und Wandel in diesem Bereich braucht wohl doch mehrere Generationen.

Oh, und noch etwas sei all jenen ins Stammbuch geschrieben, die die Philosophie des tue, was dir Freude bereitet propagieren.

Mit unserem heutigen Bildungssystem und den heutigen Denkmustern, was Schule und Arbeitswelt angeht, wird das nur ganz wenigen überhaupt möglich sein. Die große Mehrheit wird bedingt durch die vielen Defizite unseres heutigen Bildungssystems und auch die kulturellen Defizite in unserer Gesellschaft weiterhin froh sein, überhaupt eine Arbeit zu finden.

Neues Jahr, neue Kolumne. Ich schreibe für Mobilegeeks

Der Sascha hat es ja angekündigt. Mobilegeeks wandelt sich, und ich darf stolz verkünden, auch ich darf einen kleinen Beitrag dazu leisten. Ich werde ab 2015 in einer hoffentlich wöchentlichen Kolumne meine Sicht der Technikdinge darnieder schreiben. Insbesondere werde ich dabei den Fokus auf Smartwear und Smart Home legen, zwei Themen, die mich schon länger umtreiben.

Wir lesen uns also ab 2015 nicht nur hier sondern auch bei Mobilegeeks. Und versprochen, es wird keine Überschneidungen geben, wohl aber thematisch verwandte Artikel.

Das Fernsehen ist tot, lange lebe der Fernseher

Vielfach wurde schon postuliert, dass früher oder später der Multimedia-PC den Fernseher im Wohnzimmer ersetzen werde. Aber ich behaupte, auch in 10 Jahren werden wir noch Fernseher haben. Vermutlich werden diese so flach sein, dass man sie an die Wand tapezieren kann. Und sie werden auch weiterhin Filme, Nachrichten, Dokumentationen liefern. Denn nicht jeder will die ganze Zeit an einer Tastatur sitzen. Es gibt auch so etwas wie ein Recht auf „Berieselung“.

Was ich aber sicher glaube ist, dass wir uns vom linearen Fernsehen, so wie wir es heute kennen verabschieden werden. Die heutigen Sender werden entweder verschwinden, oder sich zu Produktionsfirmen wandeln, die über Abo bzw. Streaming Portale ihren Content bereitstellen.

Schon heute schauen wir immer häufiger nonlinear via Videostreaming oder digitaler Aufzeichnung. Und in Zukunft bescheinige ich dem Fernsehen den gleichen Effekt, wie wir ihn heute beim Radio erleben und beim Kauf von Musik. Beide werden zunehmend von Streaming Diensten abgelöst.

Sicher wird sich der Fernseher der Zukunft intelligenter zeigen als heute, aber ich behaupte, er wird nicht den PC oder Notebook ersetzen sondern maximal Spielekonsole und Tablet. Auch in Zukunft gibt es einen großen Bedarf an einfach zu konsumierenden Inhalten. Und auch in Zukunft wird der Fernseher der zentrale Medienwiedergabeort in Wohnung oder Haus sein. Aber er wird ergänzt um Gaming Angebote, 3D Filme und wer weiß, vielleicht doch tatsächlich irgendwann durch holografische Projektionen. Der „Fernseher“ wird bleiben.

Das Fernsehen als Instanz, die linear und zeitgebunden konsumiert wird nicht.

Smartwear ist Quatsch, noch nutzen wir Dumbwear

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Hilfreich sind unsere Devices. Smart aber noch lange nicht.

Etwas hat mich schon immer an dem Begriff Smartwear und weiter gefasst Smart-Anything gestört. Und zwar, dass wir noch sehr weit von wirklich smarten Devices entfernt sind. Bislang nutzen wir zwar komplexe, vernetzte Hard- und Software, aber wirklich smart ist da noch gar nichts.

Zwar bietet uns die Software ortsbasierte Empfehlungen, kann uns an Aufgaben auch im Kalender erinnern und versteht gesprochene Sprache. Aber wirklich smart ist all das nicht.

Ich verstehe unter einem smarten Device ein Gerät, dass mir Dinge abnimmt, ohne dass ich noch aktiv eingreifen muss. Launcher wie Aviate weisen zwar den Weg, sind aber auch noch sehr weit von wirklicher Smartheit entfernt.

Erst wenn es Devices gibt, die in meinem Namen intelligent und vor allem richtig handeln, die zum Beispiel anhand meines Ortes für mich komplett neue Informationszusammenstellungen generieren, unabhängig von irgendwelchen durch mich zu tätigenden Voreinstellungen, dann wird die Sache langsam smart. Und sie sollten von meinem Handeln lernen, irgendwann wissen, was ich nutzen oder wissen will, wenn ich im Büro, zuhause, auf Reisen bin. Und das alles selbstlernend, nicht, in dem ich immer noch zeigen muss, was ich will, damit genau das und nichts anderes dann dargestellt wird.

Wir haben viele nützliche Software, die schon sehr sinnvoll unseren Alltag unterstützt. Aber smart ist davon noch nichts.

Guten Rutsch und ein möglichst erfolgreiches Jahr 2015

All meinen Lesern, Followern, Freunden wünsche ich einen möglichst angenehmen Rutsch ins Jahr 2015 und das möglichst viele Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

Für mich haben sich bereits einige spannende neue Projekte ergeben, von denen ich im neuen Jahr noch ausführlicher berichten werde, unter anderem eine neue und sehr, sehr spannende Aufgabe als Kolumnist.

Davon aber mehr in 2015. Jetzt erst mal fröhliches Feiern und „The same procedure as every year!“