Vom Hyperconsumerism zum gezielten Konsum: Nicht konsumieren als Megatrend

Einfacher, aber wertiger. Weniger, aber langlebiger. Der neue Megatrend?

Ich prognostiziere hier mal einen Trend, den ich noch gar nicht wirklich sehe, außer in einigen wenigen Randgruppen. Was zur Zeit beginnt, sich als „collaborative consumption“ und „Carrot Mob“ einen Weg ins Bewußtsein der Masse zu bahnen, könnte sich in der nahen Zukunft zum neuen Megatrend entwickeln, dem sich Werbung und Marketing dann stellen müssen.

Die Medien, die uns permanent mit Werbebotschaften befeuern, bieten gleichzeitig in nie dagewesener Form Features und Berichte von Umweltzerstörung, Ausbeutung und sklavereiähnlichen Zuständen.
Durch soziale Vernetzung wird jede Verfehlung eines grossen Konzerns so sie denn ruchbar wird, tausendmal schneller gestreut als noch in der Vergangenheit.

Meine These nun lautet. Der Konsument wird kritischer. Sehr viel kritischer. Er fordert in Zukunft Offenlegung nicht nur der Herkunft des Produkts sondern auch der Bedingungen, unter denen produziert wird. Er will wissen, wie die Mitarbeiter geführt werden, was er mit seinem Produkt für einen CO2 Fussabdruck hinterlässt. Der Kunde wird mündiger. Sehr viel mündiger.

Und er wird bald immer häufiger hinterfragen: Brauche ich das wirklich? Die Produktzyklen werden immer kürzer. Mittlerweile sind manche Elektrogeräte schon nach einem halben Jahr hoffnungslos veraltet und Geräte, die älter als zwei Jahre sind, bedeuten gerade im Bereich IT eher ein Sicherheitsrisiko, mangels Updates und Produktpflege.
Aber parallel schrumpft das Einkommen. Es muss häufiger überlegt werden: Leiste ich mir das noch. Und daraus wird in Zukunft immer häufiger die Frage resultieren: Brauche ich das überhaupt? Es wird sich immer weiter eine Kultur des Teilens, eben der collaborative consumption bilden.

Gleichzeitig wird sich auch wieder verstärkt die Frage nach der Herkunft und dem „gerechten Preis“ stellen. Nicht umsonst sind Geschäftsmodelle wie z.B. die hier in Schwäbisch Hall ansässige „Bäuerliche Erzeugergemeinschaft“  mit regionalen, naturbelassenen, qualitativ hochwertigen aber eben auch teureren Produkten dennoch sehr erfolgreich.

Nicht nur der Kapitalismus als solcher steht heute zur Diskussion. Die gesamte Wirtschaft, die nicht auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, muss sich die Frage nach ihrer Berechtigung stellen lassen. Dauerhafte Werte sind wieder im Kommen. Das ist für mich einer der grossen neuen Megatrends.

Eine etwas andere Binäruhr von Megagadgets

Es ist gerade 17 Uhr 42

Diese Woche kam sie an, die etwas andere Binäruhr von Megagadgets. Anstelle eines einfachen Binärsystems für die Stunden und die Minuten stellt diese Uhr die Zeit in drei Gruppen dar. Gruppe eins, die roten LEDs zeigen die vollen Stunden an. Gruppe 2 die grünen LEDs die vollen Viertelstunden und Gruppe drei, die gelben LEDs die Minuten.

An sich schon ein Hingucker wirkt die Uhr  auch sehr modern. Das Armband besteht aus einem Metallreif, der in Gummi eingfasst ist. Die LEDs leuchten durch in den Metallreif eingestanzte Löcher.

Das ganze stellt die Uhrzeit auf zwei Arten dar. Einmal direkt durch Beleuchtung und einmal durch eine Animation, bei der die LEDs wie in einer Kaskade nacheinander beleuchtet werden und dann die Uhrzeit zum Schluss darstellen (siehe auch kleiner Film).

Alles in allem seeeehr stylisch, sind die LEDs aus, dann kann man kaum erkennen, dass es sich um eine Uhr handelt.

Lediglich das Uhrengehäuse finde ich etwas zu klobig, wodurch die Uhr deutlicher aufträgt als vergleichbare Uhren. Dank flexiblem Armband und lässt sich die Uhr sehr genau an den eigenen Armumfang anpassen und ist auch trotz der Grösse sehr leicht.

 

Mein Fazit: Ein echter Hingucker, der ausgeschaltet fast wie ein Schmuckarmband wirkt. Wäre das Gehäuse noch etwas kleiner, bekäme die Uhr die volle Punktzahl, so gibt es 4 von 5 Sternen für die Korrosion Binäruhr.

Vom Consumer zum Prosumer, die Individualisierung der Masse

Handarbeit und Manufakturen werden wieder wichtiger.

Wir leben in einer Zeit des Massenkonsums, der immer stärkeren Ähnlichkeit von Produkten. Aber es beginnt sich ein Gegentrend  zu etablieren. Der Wunsch nach individuellem, nach dem Besonderen.

Zum einen in Produkten manifestiert wie Roterfaden oder Manomama, die sich wieder bewußt vom Massenprodukt emanzipieren und auf Werte wie Beständigkeit und Nachhaltigkeit setzen. Zum anderen aber auch durch Individualisierung des Massenprodukts. Von Müslimischungen über Pralines bis hin zu individualisierten Tassen, T-Shirts entsteht ein Trend zur individualisierten Massenproduktion. Der Kunde entscheidet mit, welches Produkt er erwerben will. Das ist für mich definitiv ein wirklich bedeutsamer Trend. Die Einbindung des Kunden bereits im Design- und Produktionsprozess und eine grössere Individualisierung auch im Massenprodukt.

Möglicherweise ist dies aber erst der Anfang. Ansätze wie die Makerbots lassen noch ganz anderes erahnen, wie die Eigenproduktion, quasi das Unikat aus dem eigenen 3D Drucker..

Im Gegensatz zum Consumer von heute, der kauft, was billig und schnell verfügbar ist, wird der Prosumer anspruchsvoller, wünscht eine individuelle Note und beginnt wieder auf Wertigkeit und Nachhaltigkeit zu achten. Möglicherweise einer der Megatrends der nahen Zukunft

Es ist Blogwichteltag, auch mir hat ein lieber Wichtel was gebracht

Mein Wichtel sandte mir folgenden schönen Text:

K. machte sich auf den morgendlichen Weg zu seinem Büro. Als er nachlässig seinen Finger in die Mulde der Bioerkennung legte, begrüßte ihn eine sanfte, weibliche Stimme mit den Worten: „Guten Morgen, Herr K.! Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen! Ihr Puls ist heute etwas höher als gestern.“ und die Glastür gab den
Weg in einen strahlend weißen Flur frei, der ins Innere des Gebäudes führte. An den Wänden baute sich plötzlich eine Tropenlandschaft auf, die Herr K. als Motiv bevorzugte, und ein leises Plätschern und
Vogelgezwitscher begleitete seinen Weg. Zwischen den Blättern erschienen wie ein schwarzes Band die heutigen Börsenkurse und die Zahlen seines  Unternehmens. Herr K. fühlte sich wohl. Er würde in der heutigen Sitzung nur Angenehmes berichten können, und er freute sich schon auf die anerkennenden Worte seines Chefs
wie auf einen warmen Sonnenstrahl.

Als er die weiße Tür zu seinem Büro öffnete, traute er seinen Augen kaum. Sein Schreibtisch war von einer Roten, überquellenden Masse besetzt, die sich amorph an seinem Tablet-PC rieb. Aus einem Gesicht mit roten Bäckchen blitzten ihm zwei blaue Äuglein entgegen, und aus dem furchtbaren, weißumbarteten Höllenschlund dieses Lebewesens gurgelte ihm ein „Ho! Ho! Ho!!“ entgegen. Herr K. zögerte einen kurzen Moment – vielleicht hatte er sich auch in der Tür geirrt? Nein, er war richtig. Hinter dem Fenster zeichnete sich die altbekannte Kulisse des Büroturms ab, die er Tag für Tag vor Augen hatte, wenn er ziellos aus seinem Fenster blickte. Was tun? Fliehen?

Er fühlte sich, wie durch ein Wunder, wieder in seine Kindheit zurückversetzt. Das war ja, ja, – ihm fehlten die Worte. Er musste in einer defekten Zeitmaschine gefangen sein, die ihn statt nach vorne in eine glänzende Zukunft in seine dunkelste Vergangenheit zurückkatapultiert hatte. Damals hatte er noch an Männer in
roten Mänteln, mit weißen Bärten und lustigen Zipfelmützen geglaubt. Voller Vorfreude hatte er sich auf jenen Moment gefreut, in dem ein silberhelles Glöckchen das Verschwinden des Christkinds andeutete und
er endlich das weihnachtlich erhellte Wohnzimmer betreten durfte. Da fühlte er einen sanften Druck auf seinem Arm…“Vergiss es nicht, das Kind! Und wenn du geistig noch so weit in der Zukunft herumdüst…“

Irgendein Geräusch riss ihn aus seiner Versunkenheit. „Herr K., Biokonferenz! Wo bleiben Sie denn?“ Er war eingeschlafen, und morgen war doch schon Weihnachten, was für ihn jedes Jahr nur die Jagd nach
außergewöhnlichen Geschenken bedeutet hatte. Dieses Mal würde er alles anders machen…

„Herr Ka-aaaa!!!“

Gedanken in der Bahn: Wir brauchen keine Titel sondern Talente

Mit der passenden "Ausrüstung" lässt sich auch im Zug vortrefflich arbeiten.

Wieder eine dieser Reisen in meiner  Rolle als Blogger, die mich mindestens genauso stark nachdenken lassen, wie hoffentlich meine Hörer.

Der Vortrag bei Beiersdorf ging um  die Frage, wie die IT unser aller Leben in der Zukunft beeinflussen wird. Dann beim gemeinsamen Abendessen mit der CIO kam das Gespräch wieder auf mein momentanes Lieblingsthema: Workplace of the future. Auch bei Beiersdorf Shared Services wie eigentlich in den meisten Unternehmen ist das Bewußtsein geschärft für den Wandel.

Was ich aber mitgenommen habe für meine Recherchen zur Arbeitswelt der Zukunft: Wir brauchen nicht  nur eine Abkehr von den alten Denkmustern zu Lohnarbeit, nämlich, das Anwesenheit = Leistung. Wir müssen auch Talent und Bezahlung neu denken. Es kann nicht angehen, dass z.B. ein neuer Mitarbeiter, der sich auf eine Stelle beworben hat, für die er oder sie ¨überqualifiziert¨ist  nur deshalb abgelehnt wird, weil zwar der Personalbereich UND der neue Mitarbeiter sich auf die Gehaltsstufe der Ausschreibung geeinigt haben, nach Tarifvertrag der Skill aber eine andere Einstufung verlangt. Wir müssen wegkommen von der Bevormundung der Mitarbeiter, vor dem Anspruch vor allem vieler Betriebsräte, den Mitarbeiter vor sich selbst schützen zu wollen. Das ist pure Arroganz und Bevormundung erwachsener Menschen.

Ich würde es mir verbitten, vorgeschrieben zu bekommen, wie ich genau meine Arbeit zu organisieren habe. Wir reden mittlerweile in vielen Bereichen gerade der IT von Arbeitsmodellen, die dem Empfinden und der Arbeitsweise vieler Informatiker schlicht konträr laufen. Und das wird sich auf weitere Bereiche der ¨Wissensarbeit¨ausdehnen. Der grösste Denkfehler ist anzunehmen, es gäbe das Arbeitsmodell, das Denkmuster für bezahlte Arbeit, das 100% und für alle Menschen gleich geeignet sei. Der Mensch ist Individuum, und das endet nicht am Eingang zum Unternehmen.

Wir müssen zudem den Fokus endlich wegnehmen von erworbenen Titeln, die einen Mitarbeiter in gewisse Bezahlkorsetts zwingen und einen Wechsel in andere Bereiche dank scheinbarer Überqualifizierung fast unmöglich, oft aber zumindest sehr schwierig machen. Es gilt wieder mehr den Mitarbeiter zu betrachten mit seinem aktuellen Status Quo. Wie viele versteckte Talente sind in Unternehmen quasi begraben, weil ihre ¨Ausbildung¨angeblich nicht zur Stellenausschreibung passt. Hinterfragt man aber das Motiv für die Bewerbung findet man oft ein verstecktes Talent, das auf die ausgeschriebene Stelle nicht nur passt sondern eigentlich quasi die Idealbesetzung darstellen würde. Wenn dann aber der Tarifvertrag das nicht hergibt, darf dieser Person dann die Stelle verweigert werden, wenn sie selbst damit einverstanden ist, anders eingruppiert zu werden? (Die Betriebsräte unter meinen Lesern rufen jetzt hoffentlich nicht gleich wieder nach dem elterlich besserwisserischen Beschützen des Mitarbeiters vor sich selbst)

Lasst Menschen die Chance, auch neues zu probieren, vertraut auch wieder mehr auf Selbsteinschätzung desjenigen, der sich bewirbt. Wir reden hier von erwachsenen Menschen und sollten ihnen zumindest die Chance einer Probezeit geben. Und kommt mir nicht mit Kosten. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Menschen sehr wohl einschätzen können, ob eine Anstellung zu ihnen passt oder nicht (die meisten trauen sich ehe zu wenig als zu viel zu). Wir müssen aber auch die Chance zum Wechsel, zum Schnitt, zum Neuanfang in einem anderen Thema möglich machen. Der talentierte, motivierte Mitarbeiter auf neuem Gebiet ist mir allemal lieber, als alle Mitarbeiter auf ihre Titel und die dazu passenden Berufe zu reduzieren. Ich bin nicht nur Informatiker, sondern auch Autor, Blogger, Maler und vieles mehr.
Sucht die Talente, nicht die Titel!

Blogparade: Bloggen – Rückblick 2011 und Ausblick 2012

Mein "Bloggerspace"

Robert Basic ruft zur Blogparade, auch selbständig im Netz ruft auf und alle, alle kommen. Na ja, nicht ganz, aber die Idee, einen kleinen persönlichen Jahresrückblick unter Bloggern zu inszenieren hat mich doch angeregt, hier meine eigenen Gedanken zu sammeln.
Zunächst mal, mein Thema des Blogs scheint auf Interesse zu stossen.
Wenn dieser Artikel erscheint, bin ich auf dem Weg zu einem Vortrag nach Hamburg, eingeladen von Beiersdorf Shared Services und werde einen Ausblick darauf geben, wie die IT unser aller Privatleben in der Zukunft beeinflussen wird.

Und da ich hoffe, dass dies nicht der letzte bezahlte Vortrag sein wird, habe ich mich jetzt endlich dazu durchgerungen, mich im Nebenjob als freiberuflicher Autor zu etablieren. Zwar nur in kleinem Maß, aber immerhin. Mein Arbeitgeber weiß bescheid und hat auch nichts dagegen und ich werde wohl auch nicht zu viel nebenher machen (können). Aber mein Blog etabliert sich doch so langsam als eine wenn auch noch sehr kleine Stimme im Netz.

In 2012 werde ich den Fokus noch verstärkt auf Trendforschung und Zukunftstechnologien legen, wobei sich eventuell aus meiner beratenden Tätigkeit als Blogger im neuen Jahr auch bei meinem Arbeitgeber neue Perspektiven ergeben. Man wird sehen, die Zukunft ist weit offen und da mein Motto lautet: „Mehr als die Vergangenheit, interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“, bin ich sehr gespannt, was das Jahr 2012 bringen wird. Als Autor will ich auf jeden Fall noch aktiver werden und hoffe auch auf die eine oder andere Gelegenheit, in meiner Rolle als Trendforscher noch den einen oder anderen Vortrag an Land zu ziehen. All das wird aber als Basis stets das Blog haben, und falls diese Frage mal wieder kommen sollte. Ja ich kümmere mich auch um meine Familiie. Aber halt nicht ums Fernsehen 😉

Motorola könnte den Verkauf von IPhone und IPad in DE stoppen

Verschiedene Medien berichten heute, dass Motorola in einem Patentstreit mit Apple einen Sieg errungen hat, der dazu führen könnte, daß Apple keine IPhones un IPads in Deutschland verkaufen darf.

Für mich wieder ein weiteres Signal, daß  es Zeit wird, sich endlich ernsthaftere Gedanken um das Patentrecht zu machen. Im Moment wird der Markt durch  diverse Patentklagen  beherrscht, wo eigentlich nur die Qualität der Produkte entscheidend sein sollte. Angeblich ist der Markt frei, also sollte endlich auch der Markt entscheiden, was er kaufen möchte und welches Gerät das bessere ist, nicht Patente und Anwälte.