Keine EMail nach Feierabend. Bevormundung oder Mitarbeiterschutz?

Gut, dass ich keinen Blackberry habe, so kann ich selbst entscheiden, wann ich erreichbar sein will.

VW-Betriebsrat setzt E-Mail-Stopp nach Feierabend durch so berichtet der Spiegel. Klingt ja eigentlich erst mal gut. Aber was soll das? Wieder das beliebte: Wir müssen die Mitarbeiter vor sich selbst schützen? Und welchen Effekt erhofft man sich davon, außer, dass die Mitarbeiter, die dennoch erreichbar sein wollen jetzt außerhalb der Firmenkontrolle mit ihren eigenen Smartphones ein „verstecktes“ ein „graues“ Netz von Erreichbarkeit aufbauen?

Ich weiß nicht, worauf man hier überhaupt stolz sein will? Man bevormundet wieder mal die Mitarbeiter, schreibt ihnen ihre Arbeitsform vor und erklärt das zur tollen Errungenschaft, anstelle sich darüber Gedanken zu machen, wie man diese Freiheit erhalten und gleichzeitig die Mitarbeiter schützen kann. Ich halte dieses Vorgehen für blanke Bevormundung und Entmündigung des denkenden Mitarbeiters. Nochmal, weil ich es immer wieder predige: Wer sich überarbeiten will, der tut das. Da helfen dann auch keine Verbote, sie können, auch wenn das vielleicht einige wenige überrascht, umgangen werden.

Schade, dass offensichtlich in vielen Firmen noch keinerlei Umdenken in Richtung neuer Arbeitsmodelle angesetzt hat. Vermutlich wird man als nächstes die Gleitzeiten und Überstunden abschaffen und in 3-5 Jahren wieder 8:59 vor der Stechuhr stehen, um ja nicht zu früh oder zu spät ein- oder auszustechen.

Moderne Arbeitswelten gehen anders. Und auch wenns dem lieben Betriebsrat nicht gefällt. Sie kommen und sie bauen sich auf, denn sie sind schon lange nicht mehr unter der Kontrolle der Unternehmen. Vernetzung läuft global und verzahnt sich zwischen Privat und Beruf. Wen ich über seinen Blackberry nicht erreiche, den erreiche ich, wenn er das will über seine EMail, sein Telefon, seinen Messenger, sein Facebook, sein Twitter.

Verbietet ihr nur. Hätte ich einen Blackberry, mich würde das nicht anfechten, da meine WICHTIGEN beruflichen Kontakte mich eh alle über Messenger oder Twitter erreichen.

UPDATE: Das gilt übrigens nur für die Mitarbeiter mit Tarifvertrag. Alle andern haben das Gl…. aeh die böse Strafe, selbst denken zu müssen, wann sie erreichbar sind. Wie schön es doch ist, wenn einem das Denken tarifvertraglich abgenommen wird.
UPDATE 2: Einen sehr schönen Kommentar zu dem Thema liefert auch Sascha Lobo bei SPON. Unbedingt lesenswert!
In diesem Sinne, ein schönes, ein geruhsames Weihnachtsfest. Und wer mich über die Feiertage erreichen darf, der weiß ja wie 😉

Vom Fluch der Standards

Zuforderst, damit hier keine falschen Eindrücke entstehen. Ich halte Standards für sinnvoll. Wenn man es nicht übertreibt.
Doch genau das scheint eine beliebte Tendenz zu sein, insbesondere bei Unternehmen und Themen, die eine gewisse Grösse erreicht haben. Dann wird versucht, alles in einen Standard zu pressen. Von der Art der Schreibtische bis zum Aussehen des Desktops. Von der Vorgehensweise beim Programmieren bis hin zu den Werkzeugen, die jeder benutzen darf. Das mögen gute Ansätze sein, aber wo ich jemandem einen Standard sichtbar aufzwinge, ist das meist zum scheitern verurteilt.

Standards sind immer dann gut, wenn sie die Auswahl des einzelnen nicht beeinflußen. Oder zumindest dafür sorgen, dass egal was derjenige auswählt, er es immer wieder verwenden kann. Also bei Produkten. Es ist sinnvoller Standard, eine Norm für die Stecker von Ladegeräten einzuführen oder für Papiergrössen und verschiedene Maßeinheiten.
Ganz anders ist die Sache aber gelagert, wenn sich Standards mit den persönlichen Vorlieben von Menschen überschneiden oder gar eine ganze Gruppe auslassen.
Standardarbeitsplätze mögen an sich eine gute Idee sein, würden wir alle auf die völlig gleiche Art arbeiten. Aber genau das tun wir nicht. Gerade hier gilt, was dem einen sin Ul is dem andern sin Nachtigall. Ich bin Linkshänder und bekomme bei einem projektbedingten Umzug meinen Tisch in schöner Regelmässigkeit so aufgebaut, dass er auf einen Rechtshänder ausgerichtet ist.
Ich entwickle in einem Umfeld, in dem ich als jemand, der mit Maus und GUI arbeitet, stets den Vorwurf zu hören bekomme, wie kannst du nur so arbeiten.

Für Standards gilt, wie für vieles im Leben. Nur weil es standardisiert ist, ist es nicht gut. In vielen Bereichen ist es gerade die Vielfalt, die absichert, die es ermöglicht bei Versagen eines „Standards“ auf einen anderen auszuweichen.
Gerade in der Ergonomie finde ich es bedenklich, wie häufig hier Standards festgelegt werden für Abstand zum Bildschirm, bevorzugte Farben, Schriftgrössen und ähnliches. Dabei finde ich es z.B. anstrengend, mit grossen Schriften zu arbeiten und mag es, meinen Bildschirm möglichst weit ans Tischende zu stellen. Beides kein Standard.
Deshalb stelle ich mir meine Umgebung häufiger neu ein, wenn mal wieder der „Standard“ meine Konfiguration plattgebügelt hat.
Ich würde stets empfehlen, bevor wir uns auf einen Standard festlegen, erst zu hinterfragen, ob der Standard die Situation wirklich verbessert. Und diese Frage MUSS man sich in regelmässigen und nicht zu langen Abständen wieder stellen. Der Standard von heute kann das Hindernis von morgen sein.

Standards machen in einer eher statischen, nicht innovativen Umgebung Sinn. Wo aber Innovation gefordert wird, kann der Zwang zum Standard, sei es die Programmiersprache, das Werkzeug oder der Prozess sehr schnell zum grossen Hindernis werden und gegebenenfalls mehr Geld kosten, als die Einhaltung des Standards an Ersparnissen bringt.

Libri.de nimmt das Mobipocket Format zum 24.12. aus dem Programm

Ebook Reader
In Zukunft wohl nur noch mit epub und pdf Büchern bestückt

 

Wie Libri.de in einem aktuellen Newsletter ankündigt, wird es alle bislang angebotenen Buchtitel im Mobipocketformat in Zukunft nicht mehr anbieten. Es wird eine Übergangszeit geben, in der bereits gekaufte Titel im Kundenkonto weiterhin verfügbar sind. Es werden ab 24.12. aber keine neuen Titel mehr im Format mobipocket verfügbar sein.

Das ist für mich ein erwarteter Schritt, zumal sich in Deutschland, mal vom Sonderweg von Amazon absehend die Formate pdf und epub als die Formate für EBooks etabliert haben.

 

Ein weiterer Teilerfolg für Samsung. Das modifizierte Samsung Galaxy 10.1 n darf weiter verkauft werden

Das neue Galaxy Tab 10.1 n sieht wohl hinreichend "anders" aus.

Auch hier hatte Apple geklagt, aber heute , so berichtet derWesten.de hat das Düsseldorfer Landgericht entschieden, dass Samsung das neue Galaxy Tab hinreichend stark modifiziert habe, um weit genug von Apples IPad Design entfernt zu sein.
Weiterhin merkte die Richterin laut derwesten.de an daß Zitat: „Auch aus wettbewerbsrechtlicher Sicht neige die Kammer bislang eher dazu, den Anspruch von Apple auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zu verneinen, sagte die Richterin. So könne etwa von einer Herkunftstäuschung wohl nicht die Rede sein. „Die Kammer ist sicher, dass Apple und Samsung besser bekannt sind als der Bundespräsident oder die Bundeskanzlerin.“
Damit dürfte es im Prozess am Januar deutlich schwerer für Apple werden, sich noch mit seiner Geschmacksmusterklage durchzusetzen.

Man darf gespannt sein. (Und der Vergleich der Richterin mit der Bekanntheit des Bundespräsidenten entbehrt nicht einer gewissen Ironie!)

Der erste Promo Trailer vom „Hobbit“ ist online! Ich weiß, was ich nächstes Jahr sehen werde!

Mehr Infos rund um den Film gibt es auf der offiziellen Seite.

Auf jeden Fall ist damit bereits ein ganz bestimmter Kinobesuch mit ein paar ganz bestimmten guten Freunden für mich im nächsten Jahr eingeplant. Und zuvor vermutlich eine lange „Der Herr der Ringe“ Filmnacht 😉

Erscheinungstermin für den in zwei Teilen geplanten Film wird der 14. Dezember 2012 sein. Ich hoffe, und die ersten Bilder in diesem Trailer scheinen es zu bewahrheiten, dass auch der Hobbit so gut umgesetzt ist, wie es schon „Der Herr der Ringe“ war.

Die EU will Krankenschwestern mit Abitur?

Die EU fordert für Krankenschwestern und in Pflegeberufen tätige eine 12 jährige Schulausbildung.

Da mag ja gut gemeint sein, aber ist meiner Ansicht nach illusorisch, so lange diese Berufe weiterhin so schlecht bezahlt werden. Jeder Investmentbroker verdient durch Geld hin und her schieben bedeutend mehr Geld als eine Krankenschwester, die sich um Menschen kümmert und zu deren Heilung beiträgt. Irgendwie scheint mir hier das Bild etwas verzerrt zu sein. 12 Jahre Schule nur dann, wenn auch die Gehälter DEUTLICH steigen! Sonst macht man sich den Nachwuchs noch mehr kaputt, denn wer will schon nach 12 Jahren Schule für ein aktuell normales Gehalt im Pflegebereich arbeiten. Die Gehälter sind jetzt schon zu niedrig, aber mit solchen unausgegorenen Forderungen macht man sich den Nachwuchs noch mehr abspenstig.

Rezension: „Codes“ – Die geheime Sprache der Produkte: ein Sachbuch, spannend wie ein Roman

ISBN 978-648-00301-5, erschienen bei Haufe zum Preis von 29,80 €

Ein Sachbuch, das durch den Inhalt fesselt wie ein guter Roman, kommt mir selten in die Hände. Noch seltener ein Buch, das auch noch innovative Konzepte mit klassischer Präsentation verbindet.

„Codes“ – Die geheime Sprache der Produkte verbindet gekonnt beides.

Es geht um Hirnforschung, um Psychologie und was diese Disziplinen uns im Bereich des Marketings an neuen Erkenntnissen für das Marketing bieten können.

Und es gibt da einiges an überraschenden Erkenntnissen. Zum Beispiel gleich zum Einstieg erfahren wir, wie stark uns die Temperatur eines Getränks bei der Bewertung einer uns vorgestellten Person beeinflußen kann. (Erschreckend stark, um nur so viel vorwegzunehmen).

Die Autoren Christian Scheier, Dirk Bayas-Linke und Johannes Schneider schaffen es gekonnt anhand realer Produktbeispiele und Fällen von erfolgreichem wie erfolglosen Marketingstrategien darzulegen, welche Faktoren uns bei der Produktwahl beeinflußen. Dabei bleibt der Schreibstil konsequent sachlich, auch die entsprechenden Fachbegriffe finden Verwendung, werden jedoch gut erklärt und in den Zusammenhang gestellt mit den im Buch verwendeten Beispielen.

Man beachte den QR Code links unten auf der Seite, der zu weiteren Informationen, Filmen oder Beispielen führt.

Dabei wird das ganze durch QR-Codes unterstützt, die den Leser auf weitere Beispiele, zu den Fallstudien passende Filme und weitere Informationen leiten, ohne dabei den Lesefluß zu beeinträchtigen. Gekonnt verbinden die Autoren damit die Online Möglichkeiten mit der klassischen Struktur und den Vorteilen des Buches.

Neueste Erkenntnisse der Neuropsychologie erläutern, warum wir Marken bevorzugen, welchen Einfluß Farben, Formen und die Bildbotschaften der Produkte auf unser Kauffverhalten haben.

Warum nutzen wir zum Familienfest Pulverkaffee, und keinen löslichen. Warum bedeutet Pudding Trost, Joghurt aber nicht. Warum wirkt ein höher bepreister Energydrink besser als einer, der mit einem Rabatt belegt wurde. Diese und noch viele weitere Beispiele untermauern neueste Erkenntnisse der Hirnforschung, der Psychologie und des Marketing, so daß ein komplexes aber verständliches Bild der Motivationen entsteht, die uns zur Wahl eines bestimmten Produktes führen.

Dabei bietet das Buch sowohl für den Marketingmitarbeiter neue Erkenntnisse für die Verfeinerung der Marketingstrategie an, als auch für den Kunden, der nach der Lektüre des Buches Werbung, Verpackung oder Design eines besser beurteilen kann und damit einen Einblick in die Mechanismen erhält, die zur Wahl eines Produktes führen.

Die Kapitel befassen sich mit den einzelnen Aspekten, die die Attraktivität eines Produktes ausmachen und verbinden hier stets gekonnt neueste Erkenntnisse des Neuromarketing mit Produkten des  Alltags, die wir alle kennen und die oft überraschende Aspekte besitzen, die uns in der Kaufentscheidung beeinflußen.

 

Mein Fazit: Eine hochspannende Lektüre für alle, die genauer verstehen wollen, warum sie kaufen was sie kaufen und wie auch scheinbar abwegige Aspekte einen teilweise entscheidenden Einfluß auf die Produktwahl haben können.

Dabei findet sowohl der Laie als auch der Marketingprofi neue Erkenntnisse und spannende Beispiele, verknüpft mit den multimedialen Möglichkeiten des Internet.

Sehr lesenswert und mir [xrr rating=5/5] 5 von 5 möglichen Sternen wert.

Erschienen ist „Codes-die geheime Sprache der Produkte“ bei Haufe zum Preis von 29,80.

 

Mein Dank gilt www.bloggdeinbuch.de und www.haufe.de für die Chance, dieses hochinteressante Sachbuch zu rezensieren, für mich eine meiner persönlichen Sachbuchüberraschungen dieses Jahres.