In memoriam Jack Tramiel

Jack Tramiel  * 13. Dezember 1928 in Łódź; † 8. April 2012 inMonte Sereno, Kalifornien): Er war für mich derjenige, der mich in die Welt der Computer, des Geek seins und ja, auch in die Programmierung „eingeführt“ hat dank seiner Commodore Computer. Begonnen habe ich, im Gegensatz zu vielen anderen bereits mit dem VC 20, dem Vorgänger des C64 und bin dann auf einen AMIGA 1000, einen der ersten in Deutschland umgestiegen.

Er hat meine Jugend geprägt, und das, wie ich rückblickend sagen kann, sehr positiv, denn ohne ihn hätte ich weder mein Studium gemacht, noch überhaupt den Mut gehabt, mich mit Informatik zu befassen.

Thanx Jack Tramiel. Your work will never be forgotten.

Mein allererster eigener Computer. Ein VC 20 von Commodore, mit sagenhaften 3,5Kb (nein kein Schreibfehler) Hauptspeicher.

Mein erster selbst verdienter Computer (mit 16!) durch den Verkauf von Programmlistings selbst entwickelter Programme in Computerzeitungen

Instagram, Facebook und der Aufschlag in der Realität

Eine von vielen "Trauerbotschaften" mit dem Hashtag #instablack, die sich kritisch mit dem Aufkauf von Instagram durch Facebook auseinandersetzt.

#instablack kursiert im Moment als #hashtag bei vielen Instagram Postings, die auf die eine oder andere Art den Kauf von Instagram durch Facebook betrauern.
Zunächst musste sich die elitäre Gemeinschaft der Instagram/Apple User damit abfinden, dass ihr Zirkel der Kreativen durch die Android App beschmutzt wurde, nun auch noch der Kauf von Instagram durch Facebook.
Hätte es nicht Apple sein können? Nein, denn es wird Zeit, dass wir wieder auf dem Boden der Tatsachen landen. There is no such thing as a free lunch. Wer glaubt, es gäbe im Netz irgendeine große, erfolgreiche App, die nicht letztenendes dazu genutzt wird, damit Geld zu verdienen, der lebt in einer Traumwelt. Auch offene, freie Anwendungen haben irgendwo das Ziel, damit Geld zu machen. Und sei es nur, ähnlich Instagram, indem man die Idee kauft. Oder indem ein Entwickler von einem Unternehmen für seine Arbeit bezahlt wird und sich nebenbei in seiner Freizeit mit der Entwicklung beschäftigt, was durch die Investition „Zeit“ indirekt ebenfalls monetär verrechenbar ist.
Werdet endlich realistisch. Weder Apple, noch Google, noch Facebook oder Twitter haben als primäres Ziel, uns die Welt glücklicher zu machen. Primäres Ziel mag das für denjenigen sein, der die App originär entwickelt. Aber spätestens wenn der Cloud Dienst live geht, und Provider Geld für das Hosting wollen, ist früher oder später der monetäre Gedanke im Fokus. Und das noch viel mehr, sobald Risikoinvestoren ins Spiel kommen.

Meine Prognose ist, auch Foursquare wird früher oder später gekauft werden, und ich persönlich erwarte, dass Google hier zuschlägt.. Oder ggf. Apple, einer der beiden wird sich diesen Markt sichern wollen. Denn auch Foursquare ist letztlich noch nicht rentabel und benötigt einen potenten Partner. Ob es dann bleibt oder stirbt, wir wissen es nicht.

Social Media und ROI

Für mich eines der grössten Ärgernisse in vielen Social Media Diskussionen ist: „Was bringt mir das als Unternehmen an Verkäufen?“. Da möchte ich am liebsten gleich einen Rant vom Stapel lassen. HALLO! Jemand zu hause McFly? Wir reden von SOCIAL Media, nicht von Vertrieb. Wir reden von Kommunikation, von Gesprächen auf Augenhöhe. Wenn ich mit Freunden spreche, mir von ihnen Rat einhole, dann sind für mich jene Freunde und deren Meinung glaubwürdig, die nicht aus Eigeninteresse beraten, Tipps geben, sondern die ihr Inhaltswissen uneigennützig zur Verfügung stellen. Auch einem guten Freund glaube ich nicht uneingeschränkt eine Finanzberatung, wenn er selbst im Finanzbereich tätig ist.

Und ich würde keine Technikempfehlung ungesehen glauben, wenn mein Gegenüber Freund und Mitarbeiter eben des Industriebereichs ist, aus dessen Portfolio ich gerade ein Gerät suche.

Es gibt meiner Ansicht nach keinen DIREKTEN Return of Investment, wenn man nur nach betriebswirtschaftlichen Kriterien urteilt.

Aber ebenso, wie mittlerweile einige Staaten darüber nachdenken, nicht mehr das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Merkmal einer „gesunden“ Wirtschaft und Gesellschaft anzulegen, wird es endlich notwendig, andere Maßstäbe an das Social Media Engagement von Unternehmen zu legen. Es geht hier um Nachhaltigkeit, um einen glücklichen Kunden auch nach dem Verkauf.

Dafür bedarf es aber Kommunikation auf Augenhöhe und einem EHRLICHEN Umgang mit dem Kunden und seinen Fragen und Problemen. Das alles kostet Geld das man nicht irgendwo in die weiteren Verkäufe direkt einrechnen kann. Aber es bedingt eine stärkere Kundenbindung, bewirkt, dass die Reputation (einer der wichtigen Werte im sozialen Netz) steigt und somit das Unternehmen und seine Produkte positiver besetzt werden.

Wer weiterhin Social Media unter die Kontrolle von Erbsenzählern stellt, statt sich darüber klar zu werden, dass er hier einen der besten weil direktesten Kommunikationskanäle zum Kunden hat, wer es nicht schafft, statt Abverkaufsberieselung endlich einen echten Dialog mit dem Kunden jenseits vom Verkaufsgespräch zu führen, der wird auf lange Sicht nicht nur Reputation und Glaubwürdigkeit sondern auch Kunden verlieren. Und zwar auf Dauer.

 

Ein kleiner Test: Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes wird von einem Kunden gefragt: „Haben Sie Produkt X vorrätig?“

Antwort der Mitarbeiterin A: Nein, das haben wir nicht, das gibts bei uns im Moment nicht aber wir können es bestellen, dann ist es in zwei Wochen wieder da.“

Antwort der Mitarbeiterin B: Nein, das haben wir nicht, aber fragen sie mal drüben in Supermarkt B, die haben da glaub ich noch was.“

 

Wer von beiden handelt betriebswirtschaftlich?

Und wer nach den Kriterien von Social Media?

Antworten gerne als Kommentar.

Gefährliches Halbwissen. Die Salzpanik oder bleibt mir weg mit Ratgebern

Und wieder hat sich eine Instanz in meinen Augen lächerlich gemacht. Stiftung Warentest  vermeldet:

Stiftung Warentest entlarvt gefährliche Salzbomben

dagegen findet sich in einer Studie amerikanischer Wissenschaftler sogar die Annahme, es könnte gar ein zu geringer Salzkonsum schädlich sein. Wohlgemerkt, es ist ein Studie, kein Zeitungsartikel und deshalb wird hier auch nicht von IST gefährlich sondern nur von einer noch zu untersuchenden Möglichkeit gesprochen  (Wers nachlesen will: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=1239 )

Ja ne, is klar. Bis heute streitet sich die Wissenschaft, ob Salz für Bluthochdruck verantwortlich ist oder nicht, aber man macht halt gleich mal nen Testbericht und nutzt dazu Halbwissen und Ernährungsirrtümer.

Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, solchen Ratschlägen zur Ernährung irgendwelches Vertrauen zu schenken. Meine einzige Ernährungsregel lautet: Vielfältig. Denn alles ist ungesund, wenn die Dosis stimmt.

Aber die Bevölkerung mit solchen halbwahren unausgegorenen Informationen zu verunsichern halte ich zumindest für grob fahrlässig. Das passt in die Reihe: Mobilfunkstrahlen erzeugen Krebs (und die Angst vor Strahlung erzeugt Dummheit 😉  )und ähnliche Volksmärchen. Selbst Acrylamid ist bei weitem nicht so gefährlich, wie alle glauben. Denn was meist übersehen wird sind die Laborbedingungen. Da bekommen Versuchstiere, deren Testergebnisse schon bei normaler Dosierung nur schwer direkt auf den Menschen anwendbar sind ÜBERDOSEN und man wundert sich dann, wenn sie erkranken. Das ist ähnlich kurzsichtig wie dieses blödsinnige Experiment namens „Supersize Me“ in dem ein offensichtlich nicht sehr fantasievoller Mensch über Wochen nur Hamburger ist. Da kann ich nur sagen, toll und selber doof. Ich esse ja auch nicht jeden Tag ein Steak oder nur Kuchen. Was soll solch ein Experiment beweisen ausser dem Lob der Vielfalt. Wir lassen uns von Medien und esoterischen Pseudowissenschaftlern ins Bockshorn jagen und ignorieren dann die wirklich wichtigen, wissenschaftlich unterfütterten aber meist nicht so propagandistisch panisch hinausposaunten wirklichen Wahrheiten.

Aber was wollen wir in einer Gesellschaft anderes erwarten, in der sich angeblich geistig völlig gesunde Menschen mit Astrologie befassen, Zuckerkugeln futtern, weil die angeblich an einer Heilpflanze vorbeigewedelt wurden oder abstruseste Psychoratgeber lesen, die schon deshalb falsch sein MÜSSEN weil man ein Prinzip niemals auf alle Menschen anwenden kann, da der Mensch naturbedingt unterschiedlich ist.

Update: Weil schon wieder einige Paniker mit Verschwörungstheorien in Richtung Salzlobby auftauchen: Hier noch weitere Quellen für eigenes Nachdenken über das Pro und Contra Salz: http://www.bll.de/download/ernaehrung-bewegung/kongress-ernaehrung.html/vortrag-resch.pdf
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2005/0419/pdf/Q_Salz.pdf
http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheits-Ernaehrungs-Fitness-Mythen/Salz-und-Blutdruck-Gefahr-oder-Mythos/6513972710774747219/head
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,773662,00.html

Es ist wieder mal so, wie oft in den Medien. Ja, bei BESTIMMTEN Konstellationen ist eine Salzreduktion anzuraten, aber der normale gesunde Mensch braucht sich keine Sorgen zu machen. Aber mit Diäten und Arztbesuchen und Medikamenten lässt sich halt wunderbar Geld verdienen.

Die Welt ist offensichtlich eingeteilt in Normale und Verrückte. Und die Einteilung nehmen die Verrückten vor.

Googles Project Glass geht an die Öffentlichkeit

Jetzt wurde der Mantel des Schweigens gelüftet. Google hat eine eigene Seite auf Google+ für das Project Glass, die erste Augmented Reality Brille von Google eingerichtet.

Wenn das, was in nachfolgendem Video vorgeführt wird auch nur annähernd dem entspricht, was wir von Project Glass erwarten dürfen, könnte das ganz interessant sein. Zumal auch die Brille selbst bei weitem nicht mehr so klobig zu werden scheint, wie das noch in den ersten Bildern zu vermuten war.

Natürlich reden wir hier von Designstudien, aber immerhin ist man sich offensichtlich bei Google bewußt, dass eine „normale“ Brille mit hinzugefügter Hardware deutlich zu klobig werden dürfte und wenig Akzeptanz findet. Das, was in den Designstudien angedacht ist, findet da schon eher meine Zustimmung und ich könnte mir durchaus vorstellen, so etwas zu tragen.

Es bleibt aber abzuwarten, inwiefern diese bisherigen Fotos und der Film wirklich dem entsprechen, was wir unter Project Glass in der Realität erwarten dürfen.

Es könnte aber durchaus hochgradig spannend werden.

 

Hütet die Norm, das Ende ist nah

Manchmal kommt mir das ganze Wirtschaftssystem wie ein einziges Ritual vor. Nicht mehr das Nachdenken zählt, sondern Standardisierung, Prozessmodellierung und Festlegung von Vorgehensweisen.

Aber leider übersehen wir dabei eines. Bis die Standards durch all die bereits standardisierten Prozesse laufen, bis alle „ich will mit entscheiden aber ohne Verantwortung“ Entscheider dazu genickt haben, sind die meisten Standards schon wieder veraltet. Und meist sind sie sowieso nur für grosse Strukturen valide, die glauben, nur mit Standardisierung, mit Erbsenzählerei erfolgreich zu sein.

Der grosse Irrtum dabei: Nicht nur unser Privatleben, nicht nur unsere Arbeitswelt, die Welt allgemein verändert sich in immer schnelleren Zyklen. Standards machen da nur noch in Nischen Sinn, oft wäre es, so der Standard denn endlich eingeführt ist, schon wieder an der Zeit, ihn auf den Prüfstand zu stellen.

Vorgehensmodelle haben durchaus ihre Berechtigung aber in Zeiten stetigen Wandels sollten sie maximal als Empfehlungen gelten. In wenigen Nischen sind Standards wirklich sinnvoll, und das sind meist Produkte wie z.B. Stecker oder Maschinen.

Menschliche Prozesse aber standardisieren zu wollen missachtet einen Faktor. Den Menschen. Wir arbeiten und leben nicht alle gleich.  In der Schule aber werden wir zu „Standardprozessen“ erzogen, zum gleich sein mit den anderen. Und später beklagt sich die Wirtschaft genau darüber, dass keine Kreativität, kein Querdenken mehr vorhanden ist sondern eine Herde von 9-17 Uhr Arbeitern.

Überlegt euch endlich mal, was ihr wollt, und akzeptiert, dass ihr den Menschen dann auch Freiräume lassen wollt, wenn ihr Kreativität und Engagement fordert. 2/3 machen nach neuesten Statistiken Dienst nach Vorschrift und fühlen sich ihrem Arbeitgeber wenig verbunden. Wundert nicht, wer zuvor gleichgeschaltet wurde, dem ist später auch sein Leben „gleich“.