Gefährliches Halbwissen. Die Salzpanik oder bleibt mir weg mit Ratgebern

Und wieder hat sich eine Instanz in meinen Augen lächerlich gemacht. Stiftung Warentest  vermeldet:

Stiftung Warentest entlarvt gefährliche Salzbomben

dagegen findet sich in einer Studie amerikanischer Wissenschaftler sogar die Annahme, es könnte gar ein zu geringer Salzkonsum schädlich sein. Wohlgemerkt, es ist ein Studie, kein Zeitungsartikel und deshalb wird hier auch nicht von IST gefährlich sondern nur von einer noch zu untersuchenden Möglichkeit gesprochen  (Wers nachlesen will: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=1239 )

Ja ne, is klar. Bis heute streitet sich die Wissenschaft, ob Salz für Bluthochdruck verantwortlich ist oder nicht, aber man macht halt gleich mal nen Testbericht und nutzt dazu Halbwissen und Ernährungsirrtümer.

Ich habe mir mittlerweile abgewöhnt, solchen Ratschlägen zur Ernährung irgendwelches Vertrauen zu schenken. Meine einzige Ernährungsregel lautet: Vielfältig. Denn alles ist ungesund, wenn die Dosis stimmt.

Aber die Bevölkerung mit solchen halbwahren unausgegorenen Informationen zu verunsichern halte ich zumindest für grob fahrlässig. Das passt in die Reihe: Mobilfunkstrahlen erzeugen Krebs (und die Angst vor Strahlung erzeugt Dummheit 😉  )und ähnliche Volksmärchen. Selbst Acrylamid ist bei weitem nicht so gefährlich, wie alle glauben. Denn was meist übersehen wird sind die Laborbedingungen. Da bekommen Versuchstiere, deren Testergebnisse schon bei normaler Dosierung nur schwer direkt auf den Menschen anwendbar sind ÜBERDOSEN und man wundert sich dann, wenn sie erkranken. Das ist ähnlich kurzsichtig wie dieses blödsinnige Experiment namens „Supersize Me“ in dem ein offensichtlich nicht sehr fantasievoller Mensch über Wochen nur Hamburger ist. Da kann ich nur sagen, toll und selber doof. Ich esse ja auch nicht jeden Tag ein Steak oder nur Kuchen. Was soll solch ein Experiment beweisen ausser dem Lob der Vielfalt. Wir lassen uns von Medien und esoterischen Pseudowissenschaftlern ins Bockshorn jagen und ignorieren dann die wirklich wichtigen, wissenschaftlich unterfütterten aber meist nicht so propagandistisch panisch hinausposaunten wirklichen Wahrheiten.

Aber was wollen wir in einer Gesellschaft anderes erwarten, in der sich angeblich geistig völlig gesunde Menschen mit Astrologie befassen, Zuckerkugeln futtern, weil die angeblich an einer Heilpflanze vorbeigewedelt wurden oder abstruseste Psychoratgeber lesen, die schon deshalb falsch sein MÜSSEN weil man ein Prinzip niemals auf alle Menschen anwenden kann, da der Mensch naturbedingt unterschiedlich ist.

Update: Weil schon wieder einige Paniker mit Verschwörungstheorien in Richtung Salzlobby auftauchen: Hier noch weitere Quellen für eigenes Nachdenken über das Pro und Contra Salz: http://www.bll.de/download/ernaehrung-bewegung/kongress-ernaehrung.html/vortrag-resch.pdf
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2005/0419/pdf/Q_Salz.pdf
http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Gesundheits-Ernaehrungs-Fitness-Mythen/Salz-und-Blutdruck-Gefahr-oder-Mythos/6513972710774747219/head
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,773662,00.html

Es ist wieder mal so, wie oft in den Medien. Ja, bei BESTIMMTEN Konstellationen ist eine Salzreduktion anzuraten, aber der normale gesunde Mensch braucht sich keine Sorgen zu machen. Aber mit Diäten und Arztbesuchen und Medikamenten lässt sich halt wunderbar Geld verdienen.

Die Welt ist offensichtlich eingeteilt in Normale und Verrückte. Und die Einteilung nehmen die Verrückten vor.

Googles Project Glass geht an die Öffentlichkeit

Jetzt wurde der Mantel des Schweigens gelüftet. Google hat eine eigene Seite auf Google+ für das Project Glass, die erste Augmented Reality Brille von Google eingerichtet.

Wenn das, was in nachfolgendem Video vorgeführt wird auch nur annähernd dem entspricht, was wir von Project Glass erwarten dürfen, könnte das ganz interessant sein. Zumal auch die Brille selbst bei weitem nicht mehr so klobig zu werden scheint, wie das noch in den ersten Bildern zu vermuten war.

Natürlich reden wir hier von Designstudien, aber immerhin ist man sich offensichtlich bei Google bewußt, dass eine „normale“ Brille mit hinzugefügter Hardware deutlich zu klobig werden dürfte und wenig Akzeptanz findet. Das, was in den Designstudien angedacht ist, findet da schon eher meine Zustimmung und ich könnte mir durchaus vorstellen, so etwas zu tragen.

Es bleibt aber abzuwarten, inwiefern diese bisherigen Fotos und der Film wirklich dem entsprechen, was wir unter Project Glass in der Realität erwarten dürfen.

Es könnte aber durchaus hochgradig spannend werden.

 

Hütet die Norm, das Ende ist nah

Manchmal kommt mir das ganze Wirtschaftssystem wie ein einziges Ritual vor. Nicht mehr das Nachdenken zählt, sondern Standardisierung, Prozessmodellierung und Festlegung von Vorgehensweisen.

Aber leider übersehen wir dabei eines. Bis die Standards durch all die bereits standardisierten Prozesse laufen, bis alle „ich will mit entscheiden aber ohne Verantwortung“ Entscheider dazu genickt haben, sind die meisten Standards schon wieder veraltet. Und meist sind sie sowieso nur für grosse Strukturen valide, die glauben, nur mit Standardisierung, mit Erbsenzählerei erfolgreich zu sein.

Der grosse Irrtum dabei: Nicht nur unser Privatleben, nicht nur unsere Arbeitswelt, die Welt allgemein verändert sich in immer schnelleren Zyklen. Standards machen da nur noch in Nischen Sinn, oft wäre es, so der Standard denn endlich eingeführt ist, schon wieder an der Zeit, ihn auf den Prüfstand zu stellen.

Vorgehensmodelle haben durchaus ihre Berechtigung aber in Zeiten stetigen Wandels sollten sie maximal als Empfehlungen gelten. In wenigen Nischen sind Standards wirklich sinnvoll, und das sind meist Produkte wie z.B. Stecker oder Maschinen.

Menschliche Prozesse aber standardisieren zu wollen missachtet einen Faktor. Den Menschen. Wir arbeiten und leben nicht alle gleich.  In der Schule aber werden wir zu „Standardprozessen“ erzogen, zum gleich sein mit den anderen. Und später beklagt sich die Wirtschaft genau darüber, dass keine Kreativität, kein Querdenken mehr vorhanden ist sondern eine Herde von 9-17 Uhr Arbeitern.

Überlegt euch endlich mal, was ihr wollt, und akzeptiert, dass ihr den Menschen dann auch Freiräume lassen wollt, wenn ihr Kreativität und Engagement fordert. 2/3 machen nach neuesten Statistiken Dienst nach Vorschrift und fühlen sich ihrem Arbeitgeber wenig verbunden. Wundert nicht, wer zuvor gleichgeschaltet wurde, dem ist später auch sein Leben „gleich“.

Instagram für Android im Play Store verfügbar!

Lange hats gedauert, aber endlich können auch Android User Instagram Fotos machen. (Also oftmals langweilige Bilder so lange pimpen, bis sie absolut cool aussehen.. Oder halt immer noch hässlich)

Die App ist im Play Store zum Download bereit und immerhin kann man damit nicht nur auf Instagram sondern auch auf Facebook, Foursquare etc. posten.

Hab sie gerade auf mein Galaxy Nexus geladen und werde sie in den nächsten Tagen ausgiebigen Tests unterziehen.

Es wird sich in nächster Zeit zeigen, ob ich zu Instagram umschwenke oder bei der bislang bewährten und auch sehr guten App Picplz bleibe. Hängt mit Sicherheit sowohl von der Performanz als auch den Posting Möglichkeiten ab.

 

 

 

Rezension:Mozarts letzte Arie, ein „Geschichtskrimi“

Rees, Matt Beynon Mozarts letzte Arie Roman 2. Auflage 2012. 318 S.: mit 1 Karte. Klappenbroschur C.H.BECK ISBN 978-3-406-62994-5 Auch als E-Book lieferbar. Von Matt Beynon Rees. Aus dem Englischen von Klaus Modick Erschienen: 09.02.2012, sofort lieferbar! 17,95 € inkl. MwSt.

Als Wolfgang Amadeus Mozart am 5. Dezember 1791 in Wien stirbt, glaubt seine Schwester Maria Anna, besser bekannt als „Nannerl“ nicht an eine Erkrankung Mozarts sondern vermutet ein Komplott. Sie reist nach Wien und nimmt auf eigene Faust Ermittlungen auf.

Das ist die Grundlage eines sehr spannenden und historisch durchaus in weiten Bereichen authentischen Romans „Mozarts letzte Arie“ des Autors Matt Beynon Rees, der im Verlag C.H.Beck erschienen ist.

Rees gelingt mit dem Buch ein kleines Kunststück in dem er bis auf wenige Details historisch belegte Fakten und Erkenntnisse zu einem Kriminalroman verwebt, in dem die These fortgeführt wird, Wolfgang Amadeus Mozart sei vergiftet worden. Angenehmerweise wird nicht die klassische und nach bisherigem Kenntnisstand falsche These neu aufgewärmt, Salieri habe Mozart vergiftet. Vielmehr wird ein Vexierspiel aufgeführt aus Verschwörung, Spionage, Eifersucht und Gier.

Als Nannerl in Wien die Ermittlungen aufnimmt, entdeckt sie eine Verschwörung, in der Mozart tief verstrickt und gleichzeitig unschuldiges Opfer war.

Rees erreicht eine Spannung in seinem Roman, die zum einen durch die Erzählung aus der Sicht von Anna Maria, zum anderen aus dem Verflechten historische Begebenheiten und Schauplätze mit zwar fiktiven aber durchaus möglichen Wendungen der Ereignisse ergibt. Der Schreibstil ist eingängig, dabei nie oberflächlich und erzählt aus Nannerls Sicht die Ereignisse. Die Figuren in der Geschichte sind vielschichtig gezeichnet und die Auflösung dieses Krimis erfährt gegen Ende eine Beschleunigung, die an die überraschenden Wendungen und Wirrungen mancher Agatha Christie Romane erinnert.

Ein Kernmotiv, das auch in anderen historischen Betrachtungen oft sowohl als Oper als auch als Füllhörn versteckter Botschaften betrachtet wurde ist Mozart Zauberflöte, die durchwirkt von freimaurerischen Motiven Mozarts Mitgliedschaft und Ideen im Umfeld der Freimaurer repräsentiert.

Das Buch enthält eine Karte der Schauplätze des Romans im Wien von 1791

Diese Oper spielt zusammen mit anderen Werken Mozarts eine zentrale Rolle bei Nannerls Ermittlungen, die sie in höchste Kreise und ebenso zu den Gräbern und ebenfalls in Lebensgefahr bringen. Wer Freude an einem Kriminalroman hat, der mit historischen Schauplätzen und Ereignissen durchwirkt ist, wer Sinn für die Zeit und die Kultur hat, in der Mozart wirkte, der wird an diesem Roman seine Freude haben. Nie bekommt man den Eindruck jetzt würde der Autor sich in unrealistischen Fantasiegebäuden ergehen, nie sagt man: „So kann es nicht gewesen“ sein. Stehts bleibt im Hinterkopf der Gedanke, warum nicht? Was spräche dagegen, das alles so geschehen ist? Rees selbst fügt ans Ende noch eine Erläuterung an, die aufzeigt, wo der Autor sich dichterische Freiheit erlaubte und wo die Erzählung auf historischen Fakten beruht.

Für mich war der Roman eine Lesefreude, zumal ich die Musik Mozart sehr schätze und insofern auch die Erzählung kritische begleitete, da ich mich auch zuvor bereits mit Mozarts Geschichte befasst hatte.

Ein glaubwürdiger Kriminalroman mit Mozarts Schwester als „Ermittlerin“, ein Lesevergnügen, das mir 5 Sterne wert ist.

[xrr rating=5/5]

Mein Dank geht an den Verlag  C.H.Beck für das Rezensionsexemplar und an Blogg dein Buch für die Plattform, die mir stets neue und häufig sehr gelungene Literatur zur Rezension vermittelt. Bislang bieten die dort aktiven Verlage eine erstaunlich hohe literarische Qualität.

 

 

Earth hour 2012, das offiizielle Video und mein persönlicher Aufruf:MACHT MIT!

Auch 2012 ist es wieder so weit.

um 20:30 Uhr am 31. März werden wieder weltweit freiwillig in über 100 Städten öffentliche Institutionen, Ämter, Behörden aber auch Privatpersonen für eine Stunde jegliches elektrisches Licht ausschalten.

Macht mit, es geht um ein Zeichen, eine Botschaft an all jene Politiker und Manager, die sich immer noch mit der eigenen Hilflosigkeit herausreden oder weiterhin den Profit über die Menschen und die Welt in der wir leben stellen.

Es muss ein Ende haben mit dem Denken an Profit und einen Anfang mit dem Denken an die Menschheit.