Eil: Apple verklagt nachträglich Steinzeitmenschen wegen Faustkeil

Ja, jetzt gehts weiter mit dem Patentierwahn des Obsthändlers.

Apple hat in den USA ein Patent für ein keilförmiges Notebook zugesprochen bekommen, das schon weit vor dem Macbook Air existierte aber durch das Air prominent wurde. Damit dürfte dann auch bald jeder Ultrabookhersteller mit Klagen der Patentanwaltstrolle von Apple überzogen werden. Leute, tut mir leid, aber langsam hab ich die Faxen dicke. Das ist nicht mehr tolerierbar, das ist Patenttrollen um die nicht US-amerikanische Konkurrenz zu schädigen. Diese ganzen Patente werden immer belangloser. Ich erwarte demnächst Patente auf die Linie, den Pfeil, den Begriff „Luft“ (air) Licht und Dunkel (Beleuchtung des Bildschirms), die Taste (hat ja NUR Apple erfunden) etc.

Ja Beate, ich rante wieder, aber es ist langsam nicht mehr schön, welche Patente hier angenommen werden, und im Moment muss ich sagen, nutzt Apple das aus wie kein anderer. So etwas fördert nicht Innovation, es verhindert sie, weil Firmen finanziell und personell mit hirnlosen Patentstreitigkeiten beschäftigt sind, anstelle neue Technologien zu entwickeln. Natürlich kann man Apple rein rechtlich nichts vorwerfen, aber es wird wirklich Zeit, hier der Trivialpatentierung einen Riegel vorzuschieben.

Immerhin scheint man in England mittlerweile zu hinterfragen, welche Schwachsinnspatente hier Anwendung finden sollen. HTC hat in einem Rechtstreit gegen Apple wegen des Slide to Unlock Patents gewonnen. Erste Richter stellen wohl wieder Gerechtigkeit über Recht.

 

Aber eigentlich ist das, was Apple und andere mit dem Patentieren anrichten nur lächerlich gegen die Patente, die sich gegen die Gesundheit des Menschen richten. So wurde bereits versucht, Gene, die Brustkrebs AUSLÖSEN können, zu patentieren, damit man eine Marktführerschaft in der Diagnose und Therapie hat (und somit auch den Markt und die Preise beherrschen kann). Dagegen ist das Patenttrollen von Apple nur lächerlich. Hier geht es um die Gesundheit von Frauen, und hier hört der Spaß wirklich endgültig auf. Es wird definitiv Zeit, aktiv in die Diskussion zu gehen, was überhaupt patentierbar sein darf. Sonst enden wir bald in einer Welt, in der nichts mehr ohne Patentklagen geht.

Spracheingabe als Mehrwert oder Kaufargument?

S Voice von Samsung, verfügbar auf dem neuen Galaxy SIII. Klappt ganz gut, aber auch nicht wirklich brauchbar.

Nach Apples Siri, Samsungs S Voice und dem noch geheimen Projekt „Majel“ meldet jetzt auch LG eine eigene Spracherkennung.

Warum das alles? Wollen wir wirklich alle mit unserem Smartphone sprechen? Viele der Anwendungen, die ich Tag für Tag nutze machen mit Spracheingabe zwar auch Sinn, sind aber oft viel langsamer zu bedienen. Zudem ist eine Spracheingabe erst dann wirklich sinnvoll, wenn sie 100% fehlerfrei funktioniert, was ich für die nahe Zukunft stark zu bezweifeln wage.

Für mich ist das ganze ein Featurekampf, der alleine zur Differenzierung von Geräten dienen soll, die letztlich in ihren Merkmalen nicht mehr wirklich unterscheidbar sind. Sie tun alle das gleiche, mal auf die eine oder die andere Art, die nächste Chance ist also, eine gänzlich neue Bedienform einzuführen. Und seit dem Hype um Siri ist hier Spracheingabe das Feature der Wahl. Ob es sich auf Dauer durchsetzen wird, hängt mit Sicherheit auch davon ab, wie schnell die Systeme nicht nur fehlerfrei funktionieren, sondern auch auf mehr als Schlagworte reagieren. Und da ich aus der Computerlinguistik und KI komme, weiß ich um die Fallstricke. Präsuppositionen verstehen (also dass ich z.B. nicht wissen will, ob jemand die Uhr ablesen kann, sondern die Uhrzeit wenn ich ihn frage „Weißt du wie spät es ist?“) und ähnliche semantische Hürden dürften noch auf längere Zeit für Spracherkennungs- UND Verarbeitungssysteme schwierig sein.

Insofern sollte man bei der Wahl seines Smartphones nicht unbedingt die Spracheingabe als Entscheidungskriterium wählen. Sie ist eine nette, oft auch schon erstaunlich gut funktionierende Spielerei. Aber eben wirklich nur eine Spielerei….. Noch.

 

Amüsante Fakten zum „Mobile Worker“

In folgender Infografik würde ich mal sagen, erfüllen sich wieder alle Klischees in manchen Bereichen. Der jüngere Mobile Worker bevorzugt IOS und Android der Ältere Blackberry (klar, sehe in meinem Umfeld auch fast nur graumelierte Schlipsträger ausschließlich mit Blackberry. Die meisten anderen haben noch ein eigenes „vernünftiges“ Smartphone.) Auch und gerade für mich spannend. Im Finanzbereich bewegen sich viele ECHTE Mobile Worker! Und noch ein spannender Punkt ist der massive Anstieg der Smartphone Nutzung für die Arbeit. Frage ist zwar hier, wie viele davon arbeiten selbständig und wie viele noch immer in einem Arbeitsverhältnis, in dem nicht die Leistung, sondern die Zeit bezahlt wird.

Auf jeden Fall wie jede Statistik mit Vorsicht zu genießen, regt aber durchaus zum Nachdenken an.

Was mir die Infografik vor allem wieder vor Augen führt. Es gibt in vielen Unternehmen eine große Diskrepanz zwischen der Art, wie Arbeitnehmer arbeiten wollen und dem, was die Managementebenen sich unter dem braven, folgsamen Mitarbeiter vorstellen. Und offensichtlich wollen viel mehr Menschen effektiver arbeiten, zielorientiert, statt nur an der Arbeitszeit gemessen werden. Aber dagegen steht offensichtlich noch ein Denken, das hinter jedem Arbeitnehmer einen arbeitscheuen Verbrecher vermutet, der jedwede Freiheit nur zum eigenen Vorteil ausnutzt. Ich habe es schon mal geschrieben und ich wiederhole mich hier gerne: Wer Arbeitnehmer als Mitunternehmer haben will, muss auch die daraus resultierenden Freiheitsgrade erlauben. Sonst wird die ganze Maßnahme nicht ernst genommen.

 

Android Jellybeans, erster Test und Highlights.

Gestern hab ich es mir heruntergeladen und installiert. Jellybeans für mein Galaxy Nexus.

Ein erstes Fazit: Projekt Butter ist überall spürbar. Da ruckelt wirklich gar nichts mehr. Ausgesprochen flüssige Animationen und ein OS wie aus einem Guß.

Das neue Google Currents gefällt mir sehr, was ich aber noch faszinierender finde ist Google Now. Heute das Erlebnis damit: Mit dem Auto zum Kanufahren, als wir danach wieder zurückfahren zeigt mir Google Now automatisch neben dem Wetter und anderen Zusatzinfos auch den Hinweis, wie lange ich mit dem Auto zurück brauche, und wo ich gerade bin inklusive Route für die Rückfahrt.

Google Voice Search funktioniert extrem flott und genau aber das wirkliche Highlight ist das erweiterte Notification System, das jetzt bei vielen Meldungen keinen Sprung mehr in die App braucht, weil alles wichtig schon direkt im Display der Notification erscheint.

Das neue Face Unlock mit „Blinzelkontrolle“ klappt erstaunlich gut und lässt sich jetzt nicht mehr ganz so einfach von Fotos täuschen (wobei, wer dieses System als alleinigen Schutz für sein Smartphone nutzt, mit verlaub schon etwas arg blauäugig ist).

Alles in allem, der Update hat sich gelohnt, alle Software, die ich bislang nutzte läuft weiterhin, in vielen Bereichen aber jetzt noch flüssiger. Und da das Galaxy Nexus ja mit dem Original Android kommt, brauchte ich auch gar nicht lange auf das Update Package zu warten, es wurde quasi gleichzeitig mit der Google I/O Konferenz im Netz direkt von Google bereitgestellt. Ich kann jedem, der gerade über ein  neues Smartphone nachdenkt das Galaxy Nexus nur ans Herz legen, so lange uns Apple in Deutschland  noch erlaubt, es zu kaufen.

 

Warum ich Microsoft mit Surface durchaus Chancen einräume

Wer sieht den Notebook, der da auch drin steckt?

Wir erleben die Ära des Tablets, und alle, die auch nur ein wenig mit dem Thema befasst sind, sehen das Ende des Notebooks und die Zukunft in den flachen Flundern und Touch Bedienung.

Ich denke anders. Letztlich sind und bleiben die reinen Tablets Konsummaschinen. Und damit sind sie in ihrer Verwendung eingeschränkt. Bislang zehren sie vom Hype und der Aura des exklusiven, hypen, aber wie ich schon auf Silicon.de und in meinem Blog prognostiziert habe, Ende des Jahres dürfte der Hype vorbei sein. Und da taucht Microsoft mit ihrer eigenen Tablet Lösung auf? Nicht etwas zu spät?Nur, wenn man nicht weiter denkt. Letztlich werden auch die Fans des Tablets wieder erkennen, dass es gewisse Aufgaben gibt, die sich nun mal besser mit einer Tastatur lösen lassen. Und hier steigt Microsoft meiner Ansicht nach richtig ein. Zum einen, in dem sie auf das Surface Gerät Windows 8 geben, das ja alles an Anwendungen laufen lassen kann, was heute auch schon für Windows 7 verfügbar ist (also auch das klassische Office Paket UND ein Füllhorn an Spielen), zum anderen, in dem sie den Formfaktor Tablet zum Start mit Tastatur ausstatten, also gleich zu Beginn das Signal wieder in Richtung „Universalcomputer“ setzen. Schon hat Asus ein Transformer Tablet (die Form, die am nächsten am Netbook/Notebook liegt) angekündigt, mit Windows 8. Damit könnte tatsächlich das Ende des herkömmlichen Notebooks am Horizont erscheinen, aber anders, als der Markt sich das vielleicht denkt.

Anstelle einer Ablösung durch Tablets sehe ich in der nahen Zukunft die Ablösung durch Hybriden, bei denen ein durchaus auch mal 15 Zoll grosser Bildschirm zugleich als Tablet fungiert, und dank Windows 8 und folgende dennoch die ganze bekannte Office Software läuft.

Mein Transformer TF300T zeigt, wie ein zukünftiges Microsoft Tablet auch aussehen könnte. Auf den ersten Blick wie ein Subnotebook. Best of both worlds.
Man soll den Gegner nicht tot sagen, bevor er am Ende ist. Und Microsoft hat noch einiges in Peto. Sie mögen mit Windows Mobile nicht den besten Weg gegangen sein, aber noch ist das Tablet Rennen nicht entschieden. Und noch gibt es hinreichend viele Menschen, die auf ein Notebook angewiesen sind und dankbar dafür wären, sich nicht zwei Geräte kaufen und danach auch rumtragen zu müssen.

 

2 Wochen mit dem Galaxy SIII im Praxiseinsatz

Überzeugend in Ausstattung und Leistung. Das SIII von Samsung

Nun nutze ich das Samsung Galaxy SIII schon über zwei Wochen. Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen.

Was zuallererst auffällt. Es hakelt wirklich nichts mehr. Sei es die Oberfläche, die Widgets oder auch die Apps. Alles läuft flüssig und reagiert sehr schnell. Ausgesprochen angenehm, wenn man das Smartphone zückt und binnen Sekunden die App auf dem Schirm und die Infos hat. Jetzt ist wirklich nur noch das Netz der Verzögerer, und zumindest für den Raum Hall kann ich für Simyo eine durchaus gute Bilanz ziehen. Im Vergleich zum O2 Netz, das ich auch nutze ist das EPlus Netz, das von Simyo genutzt wird gleichwertig, mal hat der eine besseren Empfang, mal der andere. Wie schon bei den Tests mit dem IPad im ersten Teil meiner Simyotour bin ich auch mit dem SIII in Kombination mit dem Simyo Paket vollauf zufrieden. Klar ist aber auch, dass es wirklich lohnt, eine 1GByte Flatrate zu buchen, denn das Smartphone verführt dank Grösse und Leistungsfähigkeit doch deutlich häufiger zum schnellen nachlesen im Netz.

Sowohl an die Farbe als auch an die Haptik des Gehäuses habe ich mich mittlerweile gewöhnt, lediglich wenn ich es auf schrägen Untergrund legen will, muss ich dran denken, dass es im Gegensatz zum Nexus leichter ins Rutschen gerät.

Da ich, auch durch die Smartphones meiner beiden „Großen“ einen direkten Vergleich habe. Man gewöhnt sich verdammt schnell an die Bildschirmauflösung. Ein kleineres Display hat mittlerweile bei mir keine Chance mehr, und auch wenn Google sich dabei sicher was gedacht hat, ich hätte jetzt auch gerne beim Nexus diese Hardware-Buttons, die dafür sorgen, dass auf dem Bildschirm doch deutlich mehr Platz ist.

Ansonsten mein Eindruck: Wer bereits ein Galaxy Nexus oder ein SII besitzt, sollte sich überlegen, ob er wirklich wechseln will, denn so enorm sind die Unterschiede nicht. Allen anderen kann ich das Galaxy SIII nur intensivst ans Herz legen, selten habe ich ein so ausgereiftes Smartphone in der Hand gehalten, das eher zu viele, als zu wenige interessante Features bietet.

Update: Weil ich direkt auf Twitter danach gefragt wurde. Bei normaler Nutzung hält der Akku einen ganzen Tag durch und ist abends bei ca 10-20%. Wenn ich das Smartphone im Standbymodus lasse, habe ich nach 2 Tagen noch einen halbvollen Akku. Insofern respektable Werte. Wenn ich natürlich intensiv surfe und rechenintensive Apps starte, dann ist der Akku auch beim SIII spätestens nach 6-8 Stunden leer.

 

Da fehlt schon etwas Platz beim Nexus