Sind uns ältere Arbeitnehmer wirklich wichtig?

Deutsche gehen trotz Einbußen früher in Rente: berichtet die Süddeutsche und merkt an, dass unklar ist, wer freiwillig und wer gezwungenermaßen so früh in Rente geht.

Ich wage zu behaupten, dass die große Mehrheit gezwungenermaßen in Rente geht, weil sie einfach mit 60+ keinen neuen Job mehr findet. Denn was die Medien uns vorgaukeln wollen, dass der ältere Arbeitnehmer wegen seines langjährig aufgebauten Wissens so wichtig wäre, passt nicht zur Realität vieler. Warum werden gerade die älteren Mitarbeiter oft mit Abfindungen oder Vorruhestand aus den Unternehmen gedrängt?

Leider gibt es eine riesige Diskrepanz zwischen dem, was uns Politik, Arbeitgeber und Medien vorgaukeln und der Realität. Ich kenne sehr viele Menschen in meinem Umfeld jenseits der 50, die es sehr schwer hatten, nochmal eine neue Anstellung zu finden und die meisten um die 60 gehen davon aus, dass sie, sollten sie ihren Arbeitsplatz verlieren auf jeden Fall arbeitslos bleiben, nicht weil sie wollen, sondern weil sie keiner will.

Der demographische Wandel wird meines Erachtens gerade auf dem Rücken der älteren ausgetragen. Wirkliche Konzepte für ältere Mitarbeiter fehlen oft, neue Modelle wie Heimarbeitsplätze, neue Arbeitszeitmodelle und ähnliches werden nur sehr sehr träge, wenn überhaupt eingeführt.

Die Rente mit 67 ist keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sondern eine Rentenkürzung. Das sagt nur niemand so offen.

Burnout Zahlen steigen. Wundert mich nicht.

Der Stern berichtet, dass die Zahlen von Burn Out bedingten Behandlungen bei den Krankenkassen massiv steigen. Die Zahlen sollen sich binnen acht Jahren um das 18-fache gesteigert haben. Verblüfft mich aber leider nicht wirklich.

Zu viel in unserer Gesellschaft fördert den Burn Out. In einer wirtschaftlichen Situation, in der wohl jeder, der (noch) einen Job hat, mehr als glücklich ist, in der jeder immer genauer beurteilt und bewertet wird, und ja, im Falle einer schlechten Bewertung auch als Humanressource entsorgt wird, da ist das nur ein Symptom.

So lange wir nicht wieder mindestens zwei Gänge runterschalten, so lange wir uns nicht von permanentem Streben nach Spitzenleistungen, nach noch mehr, noch schneller, noch genauer verabschieden, wird sich nichts ändern.

Und wenn jeder, der in Hartz IV abrutscht quasi um jeden Cent kämpfen muss und in einer Existenz landet, die zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig bietet, brauchen wir nicht zu erwarten, dass die Menschen freiwillig einen Zahn runterschalten werden. Dazu muss der Knall noch viel lauter sein. Dann kann es aber schon zu spät sein und die Wirtschaft darunter leiden. Wäre das nicht Grund genug für die Entscheider in der Wirtschaft, hier etwas zu tun? Vermutlich nicht, weil es sich nicht direkt in kurzfristigen Umsatzsteigerungen niederschlägt. Und langfristiges Denken ist ja nicht so die Sache der Finanzmärkte. Noch nicht.

Und noch mehr Stress, und keine Änderung

Wieder wird berichtet, der Stress am Arbeitsplatz wächst und mehr Menschen leiden unter Burn Out. Aber es wird sich wieder mal nichts ändern.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen.

Die Arbeitgeber werden sagen, dass das nicht ihre Schuld sei, sie täten ja alles für die psychische Gesundheit und man dürfe nicht so verallgemeinern, das seien alles Einzelfälle und man könne doch über alles reden und gemeinsam eine Lösung finden.

Die Gewerkschaften werden demonstrieren und sich dann doch wieder hinter verschlossenen Türen mit Politik und Arbeitgebern einigen und die Presse wird wieder vermelden, dass man sich zum Wohle des Bürgers und Arbeitnehmers zusammengesetzt habe um eine freiwillige Selbstverpflichtung zu unterschreiben, die das Papier nicht wert sein wird, auf dem sie geschrieben ist. Kurz darauf werden die Arbeitgeber wieder vermelden, aus wirtschaftlichen Gründen müsse Personal abgebaut werden und die verbleibenden sollten doch froh sein, überhaupt noch Arbeit zu haben, es werden wieder Gehaltserhöhungen ausgehandelt werden, die gerade mal die Inflation decken, wenn überhaupt.

Die Arbeitnehmer werden weiterhin brav alle Mehrbelastungen hinnehmen……….

Deutschland reloaded.

Warum ich keine Tageszeitung mehr lese.

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Selbst die ZEIT lese ich mittlerweile lieber digital, zudem sie dann noch Zusatzmedien wie Audio oder Videos liefert.

Man könnte es kurz zusammenfassen mit „selber schuld“. Denn wenn ich in eine der aktuellen Tageszeitungen schaue, die in unserer Region zur Verfügung stehen, stelle ich diverses fest, was mich an der Sinnhaftigkeit einer Tageszeitung zweifeln lässt. Zum einen finde ich diverse Artikel, die offensichtlich nicht selbst verfasst, sondern von Nachrichtendiensten eins zu eins übernommen wurden. Das bekomme ich auch direkt im Netz.

Zum anderen sind viele der Artikel mittlerweile von erschreckend schlechter Qualität. Von den Inhalten will ich gar nicht reden, da ziehe ich die ZEIT dem Politik und Wirtschaftsteil jeder Tageszeitung vor. Aber auch Rechtschreibung, Stil und Genauigkeit lassen sehr zu wünschen übrig. Da werden zum Teil komplette Falschaussagen geliefert, oder es werden Personennamen, Berufe oder Namen von Organisationen oder Vereinen falsch wiedergegeben.

Der größte Gau, den ich persönlich erlebt habe, und über den ich mich noch heute köstlich amüsiere ist der Abdruck eines von mir gemachten Fotos von einer Konferenz, bei der derjenige, der angefragt hatte, weil er in einem Artikel erscheinen sollte ausdrücklich die Zeitung informiert hatte, meinen Namen abzudrucken als „Uwe Hauck, mit CK“. Was macht die Zeitung daraus. Ein Bild mit dem Urheber: „CK“ !!!.

Zeitungen, die über die große Konkurrenz aus dem Netz klagen, kann ich nicht ernst nehmen, so lange ich keinen wirklichen Mehrwert aus dem Bezug einer Tageszeitung habe. Der einzige Grund, warum bei uns im Haus immer noch ein Regionalblatt geliefert wird, ist der Regionalteil, der über lokale Veranstaltungen und Termine informiert. Aber gäbe es hier eine adäquate Alternative, ich würde sie gerne nutzen. So könnte ich mir durchaus ein abgespecktes Lokalblatt vorstellen, das wirklich nur die regionalen Informationen liefert. Und das dann am besten noch digital (haben wir im Prinzip schon, da das Abo auch eine digitale Version im Netz einschließt, aber bislang schätzt meine Frau noch die Papierversion). Obwohl. Papier für das Anfeuern des Kamins kann man ja immer brauchen ;).

Warum Google Glass in der jetzigen Form kein Erfolg wird

Google_Glass_detailund warum das nicht stört.

Ich weiß, alle sind im Fieber, im Google Glass Fieber. Die Brille, die Google wohl noch in diesem Jahr auf den Markt bringen wird, lässt Fachpresse und Geeks jubeln.

Dennoch sehe ich in der JETZIGEN Form für die Brille keinen Markt. Und ich sehe dafür vor allem zwei Gründe.

Zum einen ist das ganze noch zu klobig. Es sieht zwar stylisch aus, ist aber kein Device, das ich auf Dauer tragen möchte.

Zum anderen ist die Technologie noch viel zu sichtbar. Ganz ehrlich, ähnlich den Businesskaspern mit ihren Headsets, weil sie ja so wichtig sind wird es wohl zu Beginn nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen sein, die sich freiwillig diese Brille aufsetzt. Dazu müsste sie sich viel mehr in das gewohnte Bild einer Brille integrieren.

Aber das heißt nicht, dass ich in der etwas ferneren Zukunft Google Glass nicht große Chancen einräume. Im Gegenteil. Wird die Technologie noch mehr verschwinden, kann ich mir Google Glass als valide zukünftige Interaktionsplattform anstelle des Smartphones vorstellen. Denn machen wir uns im Moment nicht alle darüber lustig, wie viele Menschen mit gebeugtem Kopf durch die Fußgängerzonen taumeln, den Blick aufs Display ihres Smartphones gerichtet und fast gegen Masten oder Bäume rennen? Hier könnte eine zukünftige Designerversion von Google Glass den Markt revolutionieren. Aber dazu fehlt noch eines. Die Technik muss verschwinden.

Community Management like a boss: Wie die deutsche Bahn eine Beziehung rettet

Das verdient allergrößtes Lob: Eine Kundin beschwerte sich auf durchaus literarisch wertvolle Weise über das Ende ihrer „langjährigen Beziehung zur Deutschen Bahn“.
So weit so interessant. Wie dann aber die Deutsche Bahn darauf antwortet, das zeugt von höchstem Verständnis für die Kommunikationsanforderungen in Social Media.

Die Kundin:

dbbahn1

 

Die Bahn:

Bahn2
Hier hört das ganze natürlich nicht auf, sondern es entspinnt sich ein Gespräch „auf Augenhöhe“ das ich in dieser Qualität selten erlebe. Als jemand, der auch beruflich im Bereich Social Media aktiv ist meine tiefste Verbeugung vor diesesm Kommunikationsmeisterstück: Der gesamte Dialog.

Temple Run 2 ist im Android Store gelandet. Für das Kind in uns allen.

Ich weiß, wir alle sind ganz seriöse Erwachsene, die Spaß nur nach Feierabend haben und auf ihren Smartphones nur sinnvolle Anwendungen. Wenn da nicht auch noch das innere Kind wäre. Und fürs innere Kind gibt es von Imangi Studios seit heute Temple Run 2 auch für Android.   Und nicht nur die Grafiken sind peppiger geworden, es gibt auch mehr Möglichkeiten zu springen, zu fahren, zu klettern. Also, damit euer inneres Kind nicht länger quengelt rate ich dringend: Besucht den App Store oder klickt einen der Links unten.

[appbox googleplay screenshots com.imangi.templerun2]

Twittern für @I_amGermany, meine (positiven) Erfahrungen

Anfang des Jahres durfte ich als Kurator eine Woche im Namen des Accounts „@I_amGermany“ twittern. Wie ich finde eine spannende Idee, die zwar bei mir durch eine Erkrankung etwas anders verlief als gedacht, aber viele interessante Kontakte und sehr intelligente Fragen generierte.

Zunächst mal ist es kein Teufelswerk für @I_amGermany zu twittern. Es gibt ein paar Regeln, die man zu Beginn zugesandt bekommt, die sich aber eigentlich alle mit dem Begriff „gesunder Menschenverstand“ deckungsgleich bringen lassen.

Getwittert habe ich in englisch, was mir nicht wirklich schwer fällt, da ich seit Anbeginn meiner Computerfreakkarriere (anno 1983) viel  auf englisch kommuniziert habe, wenn es im Netz um Computerthemen ging. Spannender waren die Fragen, die an mich gerichtet wurden. Das konnten Banalitäten wie das Wetter sein, aber durchaus auch Fragen zur aktuellen politischen Lage, zum Schulsystem oder einfach zum üblichen Alltag in Deutschland.

Und man bekommt auch viel zurück, denn viele der Tweets beschränken sich nicht auf eine Frage und eine Antwort sondern es entspinnt sich ein Dialog. Dadurch, dass es neben @I_amGermany noch andere ähnlich Initiativen gibt, die sich meist gegenseitig folgen, war man sofort in einem Kreis von Twitterern, die einem parallel aus ihrem Land berichteten.

Es war für mich eine wirklich spannende Erfahrung, die mich einiges hat mit anderen Augen sehen lassen und die ich jedem, der Interesse daran hat, nur empfehlen kann. Nähere Infos für die, die sich bewerben wollen gibt es unter: http://iamgermany.wordpress.com/