Bedeutung ist etwas anderes

Wenn ich zurückblicke, dann war vor meinem Suizidversuch und der Rettung außer meiner Beziehung und den Kindern nichts von Relevanz, jedenfalls nicht aus meinem Blickwinkel. Okay, eine Stammzellspende, die ein Leben rettete aber das war ein Zufall, eine Koinzidenz.

Danach wurde ich zum Erfolgsautor, zum Aktivisten für mentale Gesundheit. Ich startete zwei erfolgreiche Petitionen mit knapp 120000 Stimmen in Bayern und mit 250000 Stimmen bundesweit. Das sind für mich persönlich Erfolge, die aber in dem Meer anderer Erlebniswelten schlicht untergehen.

Das Verrückte ist, wie schnell man so etwas vergisst, sich selbst als wertlos, zumindest aber als bedeutungslos ansieht.  Worauf ich hinaus will. Relevanz ist nichts, was automatisch aus einer Handlung entspringt.

Betrachtet man, wie unwahrscheinlich die eigene Geburt ist, kommt eine Zahl heraus, die eigentlich das menschliche Vorstellungsvermögen sprengt:

Die Zahl: 1 zu

Um diese Zahl zu verdeutlichen: Es ist eine 1 gefolgt von 2.685.000 Nullen. Zum Vergleich: Es gibt „nur“ etwa Atome im gesamten beobachtbaren Universum.

Noch ein paar Zahlen, die es vielleicht deutlicher werden lassen.

Der Harvard-Absolvent und Autor Dr. Ali Binazir hat diese Wahrscheinlichkeit in einem bekannten Gedankenexperiment aufgeschlüsselt. Er berücksichtigte dabei folgende Faktoren:

  • Das Treffen deiner Eltern: Die Chance, dass sich genau deine Eltern begegnen und miteinander sprechen ().

  • Die Fortpflanzung: Die Chance, dass sie lange genug zusammenbleiben, um ein Kind zu zeugen ().

  • Die richtige Kombination: Die Chance, dass genau die eine Samenzelle (unter ca. 250 Millionen) auf genau die eine Eizelle trifft, aus der du entstanden bist ( Quadrillionen).

  • Die Ahnenreihe: Dieser Prozess muss über Tausende von Generationen perfekt funktioniert haben. Jede einzelne deiner Vorfahren musste das geschlechtsreife Alter erreichen und sich erfolgreich fortpflanzen ( über die gesamte Menschheitsgeschichte).

„Die Wahrscheinlichkeit, dass du existierst, ist vergleichbar mit der Chance, dass zwei Millionen Menschen zusammenkommen, um mit einem Billionen-seitigen Würfel zu spielen, und alle exakt die gleiche Zahl würfeln.“ – Dr. Ali Binazir


Die Quelle

Die detaillierte Berechnung basiert auf den Ausführungen von Dr. Ali Binazir, die er unter anderem in seinem Blog und seinem Buch The Tao of Dating sowie in einem viel beachteten TEDx-Vortrag („The Probability of You Existing“) dargelegt hat. Er stützt sich dabei auf statistische Modelle zur menschlichen Evolution und Fortpflanzungsbiologie.

Vielleicht sollten wir es manchmal etwas mehr wertschätzen, überhaupt jetzt hier zu sein. Dann noch versuchen, im eigenen kleinen Umfeld etwas besser zu hinterlassen, als man es vorgefunden hat. Bedeutung hat was für mich selbst bedeutsam ist. Die Meinungen anderer sind Interpretation, nicht Bedeutung.

Generative KI ist auch nur ein Messer

Wenn wir darüber diskutieren, ob KI gefährlich für uns ist oder nicht, gibt es zwei gerne genutzte Denkfehler. Fehler eins: KI ist intelligent wie ein Mensch.

Drei Bildschirme mit dem Schriftzug KI

Falsch, sie kann lediglich intelligentes Verhalten simulieren, in dem sie aus gigantischen Datenmengen die wahrscheinlichsten Antworten heraus generiert.

Hier die Definition des europäischen Union, was KI eigentlich ist:

Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit einer Maschine, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen, Planen und Kreativität zu imitieren.

Man beachte das Wort „imitieren“. Wie sie das macht, das ist noch völlig unklar, um diese Frage zu klären entsteht gerade eine neue Forschungsrichtung namens Explainable AI (kurz XAI), die sich damit befasst, KI Entscheidungen nachvollziehbar und erklärbar zu machen. Denn bislang sind wir zwar erstaunt über die Ergebnisse, warum aber eine spezifische Antwort generiert wurde, ist weitestgehend unerklärbar. Der Algorithmus ist bekannt, aber wie er sich justiert, um passende Antworten zu geben, das steckt vergraben im Algorithmus selbst.

Kommen wir aber zum Titel dieses Blogbeitrags und damit zum Messer. Denn genau wie ein Messer Brot schneiden oder einen Menschen verletzen kann, ist es auch bei der KI. Ob sie Gutes oder Böses tut, das liegt in der Verantwortung des Menschen. Der KI ist Werkzeug wie das Messer und kann genauso für Gutes wie Schlechtes eingesetzt werden. Selbst die Entscheidung, wie sehr ich der Antwort einer KI vertraue ist Teil der Verantwortung des Menschen. Die KI für alles verantwortlich zu machen wäre sicher einfach, aber viel zu kurz gesprungen.

Die rasante Entwicklung generativer KI darf uns nicht vergessen lassen, dass wir die Verantwortung haben ob KI Brot schneidet oder Menschen verletzt.

Eine wichtige Petition für eine bessere Psychotherapieversorgung. Bitte unterzeichnet

Noch heute bin ich euch allen voll Erstaunen dankbar für die über 200000 Unterschriften gegen die #rasterpsychotherapie. Deshalb möchte ich einer weiteren wichtigen Petition, die von @DianazurLoewen und @AndreasBergholz gestartet wurde, mit meiner und hoffentlich euer aller Unterschrift zum Erfolg verhelfen.

Es geht um folgendes und ich zitiere die Seite der Petition:

Folgen der Pandemie: Mehr Therapieplätze in Ampel-Koalitionsvertrag festschreiben!

Die Corona Pandemie war und ist für uns alle eine große Belastung.

Manche hatten Glück, andere nicht. Einige von uns hat es nicht so hart erwischt, man ist gut durch die Pandemie gekommen. Andere hingegen hat es hart getroffen. So hart, dass es sie aus dem Leben geworfen hat.

Sie brauchen akute Hilfe und unsere Solidarität. Wir starten diese Petition in Namen aller, die therapeutische Hilfe benötigen und auf einen von der Krankenkasse bezahlten Platz warten und hoffen.

Ihr seid nicht allein.

Schon vor Corona gab es zu wenig von den Krankenkassen bezahlte Therapieplätze, durch die Pandemie hat sich die Nachfrage nach Plätzen aber nochmal deutlich verstärkt.

Einer Studie zufolge gibt es weltweit durch Corona 52 Millionen Fälle von Depression mehr als es ohne die Pandemie gegeben hätte. Angstzustände und Panikattacken haben um rund ein Viertel zugenommen (Quelle).

Bei Menschen mit Depressionen und Essstörungen hat sich die Belastung durch die Pandemie verdreifacht – bei Zwangsstörungen sogar verfünffacht. Frauen und junge Erwachsene sind am stärksten betroffen (Quelle).

Neuseeland gibt Milliarden aus um psychische Krankheiten zu bekämpfen, die Briten haben bereits ein „Einsamkeitsministerium“. (QuelleQuelle)

Und Deutschland?

Zurzeit beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen von der Krankenkasse bezahlten Therapieplatz bei uns 22 Wochen. 22 WOCHEN! Das sind fünfeinhalb Monate, die für Betroffene zu einer qualvollen Zeit werden können, in der sich ihr Zustand rapide verschlechtern kann.

Wenn du dir ein Bein brichst und deswegen zum Arzt musst, lässt man dich dann auch 5 Monate auf eine Behandlung warten? So müssen wir anfangen über die Thematik Therapie zu denken und miteinander zu sprechen.

Bitte unterstützt die Petition, teilt, sprecht darüber, werdet aktiv, redet mit Politiker*innen

Jetzt reicht es (selbst mir)

Lange, wirklich lange habe ich Social Media verteidigt. Hab darauf hingewiesen, dass Whatsapp und Twitter mir einst das Leben gerettet haben. Hab Trolle und Querdenker als Nische abgetan.

Aber jetzt werde wohl selbst ich für einige Zeit die sozialen Medien nur noch als Kanal zum Senden aber nicht. mehr zum Empfangen nutzen. Weil weder Diskussionskultur,  noch Anstand, noch Rücksicht auch nur leicht durchscheinen. Sei es der Weltraum, die Natur oder die Ernährung. Es wird nur noch radikal, schwarz weiß gedacht. Die wenigen gemässigten, am Diskurs interessierten Nutzer werden immer lauter und aggressiver niedergetrollt.

Das ist alles nicht mehr schön, es ist traurig und vieles, was im Moment diskutiert wird, erinnert mich fatal an Interstellar, wo Wissenschaft und Forschung sich in Bunker zurückziehen und verstecken musste, weil die Öffentlichkeit die Zusammenhänge zwischen Grundlagenforschung, dem Drang zu den Sternen und der Weiterentwicklung als Spezies nicht zu durchschauen in der Lage waren.

Nein, es geht mir im Moment nicht gut mit dem Umgangston. Twitter und Facebook sind für mich broken beyond repair und selbst Instagram wird immer mehr zur Plattform um eigene radikale Ansichten hinauszuposaunen und die eigene Dummheit hinter Schimpftiraden und Trollangriffen zu verstecken.

Sorry Leute, so nicht. Kriegt euch bitte wieder ein, bis dahin:

 

Mic Drop

Hat das Leben sich gelohnt?

Ja, ich gebe zu, der Titel hat was von Clickbait. Aber ganz ehrlich? Der Gedanke kam  mir nach „dem Ereignis“ schon das eine oder andere Mal. Ich hab Computerlinguistik und Künstliche Intelligenz studiert, einen Magistergrad erlangt, aber danach eigentlich damit nicht mehr wirklich viel angefangen, nachdem ein Forschungsstipendium zu Ende war, obwohl gerade diese Zeit, in der ich frei in meiner Arbeit, meiner Forschung war, mich zutiefst glücklich gemacht hat.

Nur meine Frau und unsere Kinder haben in mir ähnliche Gefühle des Glücks, des Angekommen seins ausgelöst. Aber mit mittlerweile 53 stelle ich mir doch tatsächlich diese typische Midlifecrisis Frage, hat es sich gelohnt, obwohl ich nie solche Dinge an mich rankommen lassen wollte.

Ja hat es sich denn nun gelohnt? Es ist kompliziert, also setzt euch, nehmt euch nen Keks, schauen wir mal genauer hin. Wofür sich mein Studium zumindest sicher gelohnt hat, ist meine Art zu denken, die doch sehr rational, sehr wissenschaftlich geprägt ist. Ich liebe den Diskurs, aber nicht mit verhärteten Positionen wo der eine dem andern nicht zuhört sondern nur darauf wartet, ihm die eigene alleine seligmachende Wahrheit ins Gesicht zu brüllen.

Ich habe mir spät zwar aber nicht zu spät ein paar Lebenswünsche erfüllt. Allen voran mein Buch „Depression abzugeben“, das man durchaus als Erfolg einordnen kann und das für mich völlig überraschend kam, obwohl ich rückblickend eigentlich immer sehr genau wusste, was mich glücklich gemacht hat, wenn ich mich damit beschäftigt habe. Das war seltsamerweise nie die IT. Die hat mir ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle über ein Fragment meines Lebens gegeben, die ich dank meines familiären Hintergrunds sonst so nie erlebt habe. Aber wirkliche Glücksmomente waren immer Momente, in denen ich mich mit Kunst, mit kreativem, mit Forschen befasst habe.

Würde ich heute anders entscheiden, andere Wege früher wählen? Mit Sicherheit. Ginge es mir damit besser? Ich weiß es nicht. Es ginge mir wohl anders. Aber viele meiner Entscheidungen waren im Nachhinein besser als gedacht.

Und jetzt sehe ich unsere Kinder und wie sie auch ermöglicht durch die etwas andere Sicht auf die Welt meiner Frau und mir, ihre ganz eigenen Wege gehen dürfen.

Vielleicht ist es das, was mich gerade am Glücklichsten macht. Ja, meine Krankheit, meine Depressionen und die Angststörung haben vieles für uns alle schwerer gemacht, als für andere. Aber wir sind alle im Positiven daran gewachsen. Es gibt immer rückblickend die Momente, an denen man hätte anders entschieden. Aber meist sollte man auch so ehrlich sein, zu sehen, dass man damals eben mit unvollständiger Information versucht hat, das beste zu wählen. Und oft war es dann nicht die schlechteste Wahl.

Das mag jetzt etwas überphilosophisch klingen aber mein Steckenpferd die Astronomie hat mich eines gelernt. Ich bin gleichzeitig weniger als ein Staubkorn in der Geschichte unseres Universums und ebenso ein ganz elementarer Bestandteil. Ich bin wie wir alle letztlich Sternenstaub, es wird mich bald nicht mehr geben und gleichzeitig auf eine sehr wissenschaftliche und dennoch auch philosophische Art ewig. Nichts wird verschwinden, was zusammengenommen mich ausmacht.

Das finde ich tröstlich und bin dankbar, jetzt die nächste Generation begleiten zu dürfen, in eine nach wie vor wunderbare, faszinierende, undurchschaubare, schöne Welt. Ich glaube fest, dass wir uns weiterentwickeln können, dass diejenigen, die mal wirklich ins Universum aufbrechen, weiter als „nur“ zum Mars andere Menschen sein werden, denn nur wenn wir unsere Gräben überwinden, wenn wir endlich begreifen, dass wir alle „nur “ der Rasse Mensch angehören und wir nur als Gemeinschaft großes erreichen, werden wir fortbestehen.

Für mich gilt nicht „Wissen ist Macht“ sondern „Wissen statt Macht“

In diesem Sinne: Nehmt euch gern noch nen Keks. Das Universum läuft uns nicht davon.

Mit Whatsapp gegen Depressionen bei Kindern

Ein Projekt, das ich gerne aktiv unterstütze:
Aus der Projektbeschreibung:
„Die Depression ist bei Kindern und Jugendlichen eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Pro Jahr erkranken allein in Deutschland ca. 4-5 Millionen Menschen an einer Depression! Besonders tragisch: Der Suizid ist die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. Das wollen wir ändern! Unsere Idee: Ein App-Frühwarnsystem, das man im Alltag gar nicht bemerkt. Wir nutzen „einfach“ die Kommunikation über WhatsApp und das Smartphone. Um loszulegen, brauchen wir Ihre Mithilfe!

Projekt unterstützen

Die Sucht nach der Sucht

Ich steige mal herab. Ich begebe mich auf ein Niveau, das ich eigentlich nicht wirklich betreten mag. Das Niveau der Nörgler, der Mahner und Kritiker, die hinter allem die ultimative Bedrohung sehen.

Den Humbug Internet sucht, den es noch überhaupt nicht als offiziell anerkannte Diagnose gibt mal ganz außen vor gelassen und wie viel manche Ärzte und Therapeuten mit der Behandlung dieser nicht anerkannten Sucht verdienen. Aber ist euch schon mal aufgefallen, dass so ziemlich alles, was Menschen mit mehr Enthusiasmus als der Durchschnitt tun früher oder später dazu führt, dass angebliche Experten wie ein Herr Spitzer von Sucht reden, von Behandlung, von Gefahr?

Computerspielesucht, Sucht nach gesundem Essen (Orthorexie, ohne Scherz, gibt es angeblich wirklich), Facebooksucht, Social Media Sucht. Alles wird so dargestellt, als wäre es eine fundiert untersuchte und anerkannte Sucht. Schwachsinn sage ich. Schon immer gab es Menschen, die sich für Themen mehr begeisterten, als der Durchschnitt. Aber deshalb gleich von Sucht zu sprechen, insbesondere, wenn keinerlei wirklich fundierte Untersuchungen existieren, halte ich für unverantwortlich. Andererseits, gefährliche und ausgiebig erforschte Süchte wie die Alkoholsucht, werden sogar noch gefördert und auf Festen zelebriert. Seltsam, wie sehr hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Ich habe oft den Eindruck, es geht hier dem einen oder anderen Psychologen, Arzt oder Therapeuten mehr darum, seine Klientel zu erweitern, als wirklich Menschen mit gefährlichen Süchten zu helfen.

Fundierte Studien, ernsthafte Untersuchungen und vor allem eine differenzierte Darstellung der wirklichen Gefahren einer neuen Sucht. Das scheinen die Medien nicht zu schaffen, und oft nicht mal angebliche Experten.

Wer einmal einen Rumpelstilzchen Vortrag von Dr. Spitzer erlebt hat, dürfte verstehen, was ich meine.

Wenn man in der Gesellschaft aber eine Technologie wie z.B. das Internet permanent schlecht redet, werden die armen Schäfchen in Scharen in die Arme von Scharlatanen rennen, die eine Sucht behandeln, die es bislang noch gar nicht offiziell gibt.

Mein Ticket für meinen Flug zum Mars ist da

Na ja, sort of, man kann sich bei der NASA ein Ticket für den Flug am 4.Dezember 2014 der Orion Rakete sichern, oder besser und ehrlicher: Mein Name wird mit den Namen vieler anderer auf einem Testflug dabei sein.
Nichts desto trotz finde ich, eine witzige Idee und eine schöne Möglichkeit, die Mars Exploration im Bewußtsein der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien zu halten. Und die NASA stellt auch interessante Zusatzinformationen bereit und wird den Start live streamen.