Neunjährige Foodbloggerin muß ihren Blog schließen! Update: Sie darf weitermachen!!

Ich rufe ja nicht zu einem Shitstorm auf, aber ich hoffe doch schon irgendwie, dass aus dieser Nachricht ein Shitstorm entsteht. Die neunjährige Martha Payne und ihr Blog „Never Seconds“ die Qualität ihres Schulessens dokumentiert und damit international für Aufmerksamkeit und in ihrer Schule für besseres Essen gesorgt.
Nun hat sie einen Maulkorb bekommen und muß ihr Blog schließen, denn sie darf keine Fotos mehr in der Schule machen! Das geht ja wohl gar nicht. Ich hoffe, es gibt einen riesigen Aufschrei in der Community und wir alle sollten Martha dringenst helfen, auch in Zukunft weiter bloggen zu dürfen. So was nenne ich Zensur!
Heute hat sie ihren letzten Blogeintrag geschrieben. Von der Schule wurde ihr verboten, weitere Fotos zu machen und Die Anweisung kam direkt von den Behörden der Region Argyll and Brute in Schottland, also dem Bezirk von Marthas Schule.

Ich hoffe, das erzeugt einen riesigen Aufschrei, wer den Politikern dort die Meinung sagen will, kann dies via Twitter oder auch direkt bei den Behörden von Argyll tun!
Und falls der Blog wirklich ganz verschwinden sollte, hier noch mal ihr letztes Posting:
Bin ehrlich gesagt fassungslos über so ein Verhalten:

 

Thursday, 14 June 2012

Goodbye.

This morning in maths I got taken out of class by my head teacher and taken to her office. I was told that I could not take any more photos of my school dinners because of a headline in a newspaper today.I only write my blog not newspapers and I am sad I am no longer allowed to take photos. I will miss sharing and rating my school dinners and I’ll miss seeing the dinners you send me too. I don’t think I will be able to finish raising enough money for a kitchen for Mary’s Meals either.Goodbye,
VEGHi,
Veg’s Dad, Dave, here. I felt it’s important to add a few bits of info to the blog tonight. Martha’s school have been brilliant and supportive from the beginning and I’d like to thank them all. I contacted Argyll and Bute Council when Martha told me what happened at school today and they told me it was their decision to ban Martha’s photography.
It is a shame that a blog that today went through 2 million hits, which has inspired debates at home and abroad and raised nearly £2000 for charity is forced to end.Dave Payne
neverseconds@gmail.comUnter: http://www.argyll-bute.gov.uk/news/2012/jun/statement-school-meals-argyll-and-bute-council gibt es eine Stellungnahme des Argyll and Bute Council, das zeigt, dass sie offensichtlich nichts begreifen. Noch ein Grund mehr, Martha beizustehen.Update 2: Wer Marys Fund helfen will, kann dies unter http://www.justgiving.com/neverseconds tun. Seit diesem unsäglichen Verbot gehen die Spenden durch die Decke, Steigerung von über 250% ! 

Update 3: Nach dem großen öffentlichen Aufruf darf Mary nun doch weiter bloggen UND fotografieren! Ich freu mich sehr! http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-glasgow-west-18454800#TWEET160058

Update 4: Und die Spendenaktion für Marys Fund hat mittlerweile über 500% mehr Spenden bekommen als geplant. So hat die Dummheit des School Council doch noch was gutes gehabt! Hier der Stand von 18:00 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 5: Ich glaube, das ganze werde ich noch etwas weiter begleiten und beobachten. Heute morgen ist der Spendenstand bereits auf unglaubliche 55,000 Pfund gestiegen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Update 6: Montag morgen und Martha hat mittlerweile mehr als das 1000 fache an Spenden bekommen, als eigentlich geplant war. Jetzt muss ich der Schulbehörde ja geradezu für diese Unwissenheit über den Streisandeffekt danken!

 

 

 

Das Jahr der Blogs. Warum ein Blog ein mächtiges Instrument sein kann.

Ein Beispiel für Marthas Schulessen. Quelle: Marthas Blog "NeverSeconds"

Vermutlich dürften viele meiner Leser die Geschichte des neunjährigen Mädchens mitbekommen haben, die dadurch, dass sie ihr (offensichtlich sehr oft schlechtes) Schulessen dokumentierte nicht nur internationales Aufsehen erhielt, sondern auch dafür sorgte, das unter anderem Jamie Oliver auf sie aufmerksam wurde und letztenendes tatsächlich auch ihr Schulessen sich verbesserte, nachdem sich selbst örtliche Behörden eingeschaltet hatten.

Was mir das zeigt? Zum einen, dass die Relevanz der Blogs nicht durch Dienste wie Facebook oder Twitter verwässert wird sondern im Gegenteil eher noch steigt. Denn nur im Blog kann ich frei nach meinem Gusto, in meinem Stil meine Inhalte publizieren. Zum anderen sollten wir nicht die journalistische Kraft des Mediums Blog unterschätzen. Sicher, wenn es um komplexe Zusammenhänge geht, die nicht nur tiefe Recherche sondern auch die Möglichkeit, überhaupt Zugriff auf bestimmte Informationen zu erhalten bedingen, dann mag der „klassische Journalist“ noch im Vorteil sein. Aber über die Fakten, Tatsachen und auch Missstände im eigenen Umfeld kann niemand so gut berichten, wie ein Betroffener mit einem Hang zum Schreiben. Denn der Amateur ist, wie der Name schon sagt, oft derjenige, der sein Thema „amare“ also liebt. Und damit jenseits von Leserzwängen und Auflagen darüber schreibt, was ihm am Herzen liegt. Und wenn er Glück hat oder hinreichende Relevanz, dann streut die Geschichte oft viel dynamischer als sie das in den klassischen Medien tun würde.

Das Blog ist nicht tot, ganz im Gegenteil, es wird erwachsen, die Themengebiete etablieren sich, die auch längerfristig noch Leser finden und es bildet sich nach und nach eine mediale Symbiose aus klassischem Journalismus, Journalisten, die sich sowohl im klassischen Print wiederfinden als auch in der Bloggerszene und „reinen“ Bloggern.

Betrachtet man nur wie sich z.B: die ZEIT mittlerweile im Netz etabliert hat, so sieht man: Es geht auch beides, man muß nur aufhören zu klagen und handeln. Dann kann man sogar mit neun Jahren wirklich was bewegen!

Blogparade:Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus?

Und wieder ruft Bianca Gade (@chiliconcharme) zur Blogparade auf zu einem Thema, das mich persönlich sehr umtreibt.

Die Führungskraft der Zukunft? Eine interessante Frage, sehe ich doch durch die zunehmende Verschmelzung von Beruf und Privat, oder wie ich es nenne die Work Life Integration die klassischen Hierarchien verflachen. Für mich ist die Führungskraft der Zukunft zuallererst Coach, Berater, der sein Team unterstützt in der meist selbständigen Erledigung ihrer Ziele. Denn für mich zeichnet sich für die Zukunft ein Bild ab, das viel mehr von Projektarbeit geprägt sein wird. In dem es die typischen Teams immer seltener geben wird.

Bereits heute motiviere ich mich am besten selbst, in dem ich mich mit Aufgaben befasse, die mich begeistern, in dem ich in jeder neuen Herausforderung die Chancen sehe, etwas auf die Beine zu stellen und mich durch meine Leistung zu beweisen. Der Präsenzgedanke des Mitarbeiters, der für seine Führungskraft stets sichtbar und verfügbar ist, wird in der Zukunft immer mehr einer Situation weichen, in der wir verschiedenen „Herren“ dienen und ggf. auch teilselbständig arbeiten.

Insofern ist die Rolle der Führung in der Zukunft mehr eine integrative, weniger eine überwachend kontrollierende. Die Führungskraft der Zukunft sorgt für ein kommunikatives Umfeld, versucht, als Mediator und Coach zu agieren. Und ja, in bestimmten Arbeitsumfeldern wird der Bedarf an Führungskräften auch massiv sinken, wo sich Teams immer wieder neu anhand der Aufgabe zusammensetzen und der einzelne nicht mehr Teil eines Teams, sondern Teil einer Gruppe von Experten mit einer bestimmten Skillpalette ist.

Motivation ist für mich schon immer nur dann wirklich positiv, wenn sie intrinsisch, also aus der Person heraus kommt. Sei es, weil sie die Möglichkeit bietet, die eigenen Fähigkeiten zu präsentieren, sei es, weil sie zu Erfolgserlebnissen führt. Geld und Sachwerte können maximal die sozial absichernde Basis bieten.

Alles, was darüber hinaus geht, bedeutet für mich nicht zwangsweise ein mehr an Motivation. Dazu existiert auch ein wunderbares Video bei TED mit dem bezeichnenden Titel „What really motivates us“.

Ich empfehle es jedem, der glaubt, nur alleine durch finanzielle Anreize könne man kreative, innovative Ergebnisse erzielen. Gerade mit der zunehmenden Zahl an Freiberuflern bzw. Menschen, die nahe an einer freiberuflichen Arbeit agieren wird die intrinsische Motivation aus sich selbst heraus immer wichtiger.

Und auch bei der Frage, was Führungskräfte von sozialen Medien lernen können, ist eines ganz klar. Die Führungskraft der Zukunft muss zum einen mit einem massiven Kontrollverlust leben (können), da sich ihre „Untergebenen“ immer stärker untereinander und über Hierarchien und Teams hinweg vernetzen werden. Aber wenn sie die Chancen nutzt und diese Vernetzungsmöglichkeiten selbst aktiv nutzt, kann sie Projekten wichtige Impulse geben, und durch Vernetzung schnellere Lösungen und Optimierungen in der Zusammenarbeit initiieren.

Nochmal, die Führungskraft der Zukunft wird es noch geben, aber sie wird deutlich weniger führen und deutlich intensiver Coachen. Ggf. gar zum Wohle des Mitarbeiters auch mal darauf achten, dass nicht zu viel gearbeitet wird. Denn meiner Ansicht nach besteht bei Modellen wie der Vertrauensarbeitszeit das grössere Problem nicht in der Ausbeutung der Mitarbeiter durch die Vorgesetzten (diese haben oft schon heute durchaus das Bewußtsein entwickelt, dass ein ausgebrannter Mitarbeiter auch dem Unternehmen schadet) sondern vielmehr in der Ausbeutung der Mitarbeiter durch sich selbst. Denn wer in seiner Arbeit aufgeht, wer hochmotiviert an neuen Lösungen arbeitet, tendiert viel zu leicht dazu, die Zeit zu vergessen und letztlich damit auch die eigene Gesundheit.

 

Update: Mittlerweile ist auch das EBook erschienen, mit vielen weiteren sehr spannenden Beiträgen.

Ich unterstütze die Aktion: „Wir sind die Bürgerinnen und Bürger“

Immer wieder wollen die Medien einen Glauben machen, die Piraten, die Digital Natives wollten das Urheberrecht völlig abschaffen. Nichts könnte falscher sein.

Deshalb hat sich jetzt eine Initiative „Wir sind die Bürgerinnen und Bürger“ gebildet, die für eine sinnvolle Änderung des Urheberrechts plädiert, die sowohl die Rechte der Künstler ALS AUCH der Bürger einbezieht.

Also,

mitunterzeichnen, damit nicht einige wenige über die Rechte vieler bestimmen dürfen:

 

ZITAT: “

Mit großer Sorge verfolgen wir Bürgerinnen und Bürger die Diskussion um das Urheberrecht und seine Durchsetzung im Internet. Wir wollen das Urheberrecht nicht abschaffen! Im Gegenteil: Wir möchten, dass das Urheberrecht zukunftsfähig bleibt, aber das bedeutet, dass es sich an gesellschaftliche Realitäten annähern muss.

Wir treten dafür ein, dass Menschen, die von ihrer Kunst und ihrem kreativen Schaffen leben möchten, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu gehören

  • Verwertungsgesellschaften,
  • Schutzfristen und
  • Bezahlmodelle im Internet.

Jeder Urheber und jede Urheberin soll selbst entscheiden können, was mit dem eigenen Werk passieren soll – und was nicht.

Das Internet verändert dramatisch die Rahmenbedingungen für kulturelles Schaffen. Plötzlich stellen sich urheberrechtliche Fragen für alle von uns – auch für Laien:

  • Wie viel Text darf man zitieren, ohne das Urheberrecht zu verletzen?
  • Darf man zu seinem Lieblingslied singen oder tanzen und das Video dazu im Internet veröffentlichen?
  • Darf man eine berühmte Filmszene nachsprechen oder im eigenen Sinn interpretieren (z.B parodieren)?
  • Ist eine bestimmte Art der Nutzung mit dem Kauf von CD, Buch oder Datei bereits abgegolten?

Wir Bürgerinnen und Bürgern sind mit den Regeln überfordert, wenn wir im Internet kreativ werden. Gleichzeitig sind kulturschaffende Profis zu Recht darüber empört, dass ihre Werke ohne Bezahlung verwendet werden.

Wir müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen so ausgestalten, dass die Interessen der Urheber gewahrt bleiben – und dass gleichzeitig möglichst viele Menschen diese Regeln als gerecht empfinden und sich daran halten. Nur so kann die Akzeptanz für den Wert urheberrechtlich geschützter Inhalte gesteigert werden!

Wir möchten nicht, dass zur Durchsetzung des Urheberrechts zu unverhältnismäßigen Mitteln gegriffen wird. Dazu zählen:

  • die totale Verbannung aus dem Internet, wenn man mehrmals illegal Musik heruntergeladen hat („Three-Strikes-Modell”)
  • die anlasslose Überwachung und Speicherung des Internetverkehrs, um Urheberrechtsverstöße überhaupt erst aufzuspüren
  • überhöhte Streitwerte bei Abmahnungen, um Exempel zu statuieren (viele Tausend oder Zehntausende Euro)

Wir möchten ein Urheberrecht und reichen deshalb allen Kreativen und ihren Geschäftspartnern die Hand. Lassen Sie uns gemeinsam nach Lösungen suchen, die das Recht der Urheber, über das eigene Werk zu verfügen genauso respektieren wie das Recht aller Menschen, frei von Repression und Überwachung zu leben.“

 

Wenn ihr all dem zustimmt, dann macht mit und unterzeichnet!

Das Ende des hierarchischen Unternehmens.

Es gibt einige Einflüsse der zunehmenden Vernetzung und der Stärkung von Social Media im Alltag der Menschen, die bedingen werden, dass sich traditionelle, starr strukturierte Unternehmen in naher Zukunft neu erfinden müssen, wollen sie nicht früher oder später vom Markt verschwinden.
Die Zeiten der Supertanker, die möglichst groß werden müssen, um durch schiere Größe die Konkurrenz zu überflügeln wird in der Zukunft solchen Unternehmen weichen, die trotz Grösse möglichst schnell und unbürokratisch reagieren können.
Erste Beispiele sieht man bei der Entwicklung von Nokia oder bei den Veränderungen im Konsumverhalten der Menschen, das ganze Industrien wie z.B. die Autoindustrie zum Umdenken zwingt. Plötzlich es nicht mehr relevant, welches bzw. ob ich überhaupt ein Auto besitze und ich prophezeie, dass wir bald eine neue Trendkultur erleben werden, die sich über das Teilen, das intelligente Konsumieren und über geringeren Besitz und mehr Einflußnahme in die öffentlichen Prozesse definiert.
Erste Ansätze sieht man bei Diensten wie MyTaxi, bei Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter, die Produkte produzieren, die vom Kunden aktiv gewünscht wurden anstelle von Dingen, von denen ein oft von der Realität weit entferntes Management befindet.

Meine These: Grosse Unternehmen sollten darüber nachdenken, die einzelnen Bereiche wie eigene kleine Unternehmen zu führen. Aber nicht, indem noch eine Führungsschicht eingezogen wird, sondern im Sinne von Startups weitestgehend ohne Führung. Die sich selbst organisierenden Teams können, sofern sie auch mit hinreichender Entscheidungsfreiheit ausgestattet werden viel flexibler UND kostengünstiger reagieren als die klassische „Abteilung“ die neben einem oft viel zu langen und trägen Entscheidungsprozess auch noch mit den firmenpolitischen Grabenkämpfen von Managementvertretern zu kämpfen hat, die letztlich mehr Wert auf ihre eigene Wichtigkeit und Karriere legen, als auf die Ziele des Unternehmens.
Ich wage zu behaupten, dass oft der einfache Mitarbeiter der bessere Mitunternehmer ist, da er nicht der Karriere wegen, sondern schlicht für seinen Lebensunterhalt arbeitet und eine viel grössere Motivation dafür hat, dass sein Unternehmen besteht. Je höher man in manchen Unternehmen aufsteigt, um so abstrakter sind die Prozesse so daß es „am Ende des Tages“ (einer jener Buzzword Sprüche, der bei jedem aufmerksamen Beobachter die Alarmglocken schrillen lassen sollte) nur noch einen abstrakten Bereich betreut, der sowohl innerhalb eines Autokonzerns als auch bei einem Internet Unternehmen sein könnte.

Viele grosse Unternehmen sind von Staaten nicht mehr wirklich unterscheidbar, nur dass die Entscheidungsprozesse in so manchem Staat weitaus demokratischer ablaufen, als in Unternehmen. Aber das wird die Forderung der nächsten Generationen sein. Partizipation, Mitentscheiden ohne sich durch die vielen Managementschichten nach oben zu streamlinen.
In Zukunft ist derjenige der Gewinner, der schnell ist, der den Kunden als Partner sieht, und der nicht seinen gesamten Fokus nur auf den Abverkauf von Produkten legt, dem der ROI weniger bedeutet als der Einfluß und die Relevanz seiner Produkte.
Wir stehen erst am Anfang einer umfassenden Veränderung im Denken der Menschen. Und wer als Unternehmen nicht schnell folgt, dem ist ein ähnliches Schicksal beschieden wie z.B. Nokia.
Schöner Effekt, der bei einer Diskussionsrunde zu Innovation und Veränderungsbereitschaft zu sehen war: Auf die Frage, wer einmal ein Nokia Telefon besessen habe, meldeten sich fast alle im Raum. Auf die Frage, wer heute eines besitzt, meldete sich NIEMAND! (Und auch ich war dort unter denjenigen, die einmal eines besaßen, heute nicht mehr)

Ein Rückblick auf drei Tage re:publica. Es war „awesome“

The final Royal Revue. Time to say goodbye

Im ICE auf dem Weg zurück in die digitale Diaspora ergibt sich hinreichend Zeit und Muse, einen Rückblick auf drei Tage re:publica zu bloggen.

Das grundlegende Fazit. Es war awesome. Die neue Location „Station“ bot viel mehr Raum und dank der genialen Monobloc Stühle bildeten sich recht schnell Sitzgruppen. Gut gemacht auch die Steckdosenplätze auf den beiden „Affenfelsen“. So war der Bedarf an Mehrfachsteckdosen dieses Mal deutlich geringer als auf der letztjährigen re:publica.

Die Sessions waren für mich in diesem Jahr nicht der primäre Fokus, vielmehr wollte ich diverse Twitterer meiner Timeline endlich (wieder) live treffen und es ergaben sich wunderbare teils sehr philosophische Diskussionen zu meinen Forschungs- und Beratungsthemen „Social Media Implementierung in Unternehmen“ und „Arbeitsplatz der Zukunft“. Danke hier unter anderem @karstenslife, @babsannette, @faltmann, @jkorten, @chiliconcharme, @lao_tse @snoopsmaus und viele weitere  für viele neue Ideen, Impulse und die Anregung zu einem Rant über die Monetarisierung von Blogs, aus der möglicherweise im nächsten Jahr eine eigene Session entsteht.

Dank auch an @fwhamm für einen wundervoll philosophischen Diskurs, der sich in einem weiten Raum von Gedankenwelten bewegte und der mich wieder zu meinen für  mich relevanten Themen zurückgeführt hat.

Spannend war in diesem Jahr auch, für einen Tag das Orgateam als Actioner zu unterstützen und bei der Akkreditierung und später als „SD Kartenbote“ für die Kameraleute der Stages 2 und 5 zu helfen. Damit bekommt man einen intensiven Blick hinter die Kulissen und kann erst wirklich einschätzen, welcher große Aufwand hinter dieser Veranstaltung steckt und den die Gäste nur anhand dessen sehen, dass alles reibungslos läuft (über das WLan schweigen wir besser 😉 )

Sessions, die für mich neben unglaublich vielen neuen Kontakten und möglicherweise auch dem einen oder anderen Berater oder Coaching Auftrag neue Impulse gebracht haben:  Die immer wieder empfehlenswerte Session zu rechtlichen Fragen beim Bloggen von Udo Vetter, die Twittersession und @regsprecher im Interview, einfach schon deshalb weil sie unterhaltend UND informativ waren. die Final Royal Revue, die unter anderem @manumarron und mich zu einem Nachfolgeevent mit dem geheimnisvollen Hashtag #ttt inspiriert hat (Markus and Johnny, expect something awesome).

Etwas enttäuschend die Session zur Monetarisierung von Blogs, weil wieder mal nur sehr kurzsichtig über Affiliate und Bannerwerbung gesprochen wurde und Reichweite wieder mal vor Relevanz gestellt wurde. Daher auch mein Rant, weil ich da einige Entwicklungen deutlich anders sehe und auch dahingehend berate.

Und natürlich der Abschlußabend with real virtual #Tassebier, vielen guten Gesprächen, der Idee für das Transgender Twitter Theater und ein neues barcamp zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft.

Nächste Schritte werden die Erarbeitung eines Thesenpapiers zur Arbeitswelt der Zukunft sowie mehrere remixes für die Initiative humanrightslogo.net sein, die ein wirklich gutes Logo zu Menschenrechten entworfen hat, das dank creative commons ausdrücklich remixed werden darf und soll. Zudem werde ich diese Idee ebenso wie die Wikimedia Initiative in unsere regionalen Schulen zu tragen suchen.

Und lasst but not least:

Die re:publica 2013 ist bereits eingeplant, I’ll be back.

The ACT!ON has started: re:publica first impressions #rp12

Es ist wieder so weit. Die re:publica 12 ist gestartet und die neuen Lokation hat ihren ersten Test in meinen Augen bestanden. Alles sehr viel weitläufiger, ein leichtes aber sehr angenehmes Gefühl von Improvisation.
Neben den bekannten Sessions etabliert sich die grosse Halle als Treffpunkt von Bloggern für Blogger. Medien sind zuhauf anwesend, fast keine Stelle, an der man nicht einem Fotografen oder einer Fernsehkamera begegnet.

Was mir auffällt. Neben den typischen Werbeständen, die Produkte prominent machen wollen gibt es auch die eine oder andere Station, die wirklich sinnvolles präsentiert oder sich einfach mit neuen Ideen in die Innovationsatmosphäre der re:publica integriert.

Schöne Idee auch der „Berg“ aus Plastikstühlen, der flexibel genutzt werden kann, um sich in kleinen oder großen Gruppen zusammenzusetzen. (Da lasse ich mir doch evtl. welche von nach hause schicken)
Hornbach macht sich Freunde mit einem kleinen, kostenlosen Frühstück, danach kann man ausgedruckt und auf eine große Wand tapeziert die Tweets der Teilnehmer offline verfolgen.

Makerbots präsentieren sich ebenso, wie Simyo mit einem Stand voller Powerakkus, um die Versorgung mit Strom zu gewährleisten. Mehrfachsteckdosen in gelb werden verteilt, Daimler, einer der Hauptsupporter bietet die Möglichkeit, car2go live mitzuerleben.
Wer nicht dabei sein kann, hat die Möglichkeit, diverse Sessions via Livestream zu verfolgen.
Oh und noch ein Feature der re:publica ist wieder da. Das WLan. Oder um es anders zu sagen, die häufige Abwesenheit desselben.
Wie sagte ein Twitterer doch so schön? „Aaah, die re:publica beginnt wieder, endlich wieder 3 Tage offline ;)“